Bitte um Hilfe, ALG1 nach Aussteuerung, vor Krankheit schon Bezug ALG1

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Rainaldo

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Ein freundliches Hallo in die Runde,

Vorab vielen Dank an alle, die dieses Forum lebendig machen und sich für andere, in Not geratene Menschen engagieren. Danke.

Ich bin gerade sehr verzweifelt, weil niemand mir weiterhelfen kann. Auch der VdK ist in meinem Fall relativ ahnungslos, aber das, so glaube ich, ist eher die Regel, denn die Ausnahme.

Nun zu meinem Problem:
Ich bin 49 Jahre alt. Im Oktober 2016 wurde mir nach 26 Jahren durchgehender Beschäftigung bei einem Arbeitgeber krankheitsbedingt gekündigt. Ich habe dann, obwohl damals schon krank, versucht, 11 Monate lang über die Arge und hauptsächlich selbst, eine neue Beschäftigung zu finden. Ich war aufgrund meiner wohl zu guten Qualifikation nicht adäquat vermittelbar und was ich selbst aufgetan habe, hätte verdienstmässig nicht zum Überleben gereicht. Nach gut 11 Monaten wurde meine Krankheit so schlimm, dass an die Aufnahme einer Beschäftigung nicht mehr zu denken war. Ich bezog dann 18 Monate lang Krankengeld, machte diverse Reha's und wanderte von einem Arzt zum anderen. Ausnahmslos alle dieser Ärzte rieten mir, einen Antrag auf EWR zu stellen, was ich im Januar 2019 nach der letzten Reha auch tat. Der erste Antrag wurde von der DRV allerdings abgelehnt und aufgrund dessen hat der VdK für mich Widerspruch eingelegt. Nach der Aussteuerung durch die Krankenkasse habe ich jetzt ALG1 beantragt und niemand kann mir sagen, ob ich aufgrund der Vorgeschichte einen Leistungsanspruch (eventuell Paragraph 145?) habe, oder nicht. Ich bin sehr verzweifelt, weil mein ganzes Leben auseinander zu brechen droht. Vielleicht kann mir von Euch jemand weiterhelfen?

Vielen herzlichen Dank vorab und viele Grüße

Rainaldo

P.S.: falls ich etwas falsch gemacht haben sollte und/oder mein Beitrag woanders hingehört, so bitte ich um Nachsicht. Ich habe vorher noch nie etwas in einem Forum geschrieben. Danke.
 
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Rainaldo

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Hallo und danke für Deine rasche Antwort.
Ja, ich musste direkt vom ALG1 ins Krankengeld übergehen. Ich war vorher gut 11 Monate arbeitssuchend (ALG1-Bezug) obwohl schon erkrankt.
 
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Rainaldo

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Danke, dass Du Dich meines Problems annimmst. Ich bin so verunsichert.

Ich glaube irgendwas um drei Wochen. Greift bei einem Antrag auf EMR die Nahtlosigkeitsregelung bei erstmaliger Ablehnung der EMR? Widerspruchsverfahren läuft.
 

Kerstin_K

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Du hast auf jeden Fall Anpruch auf ALG1 nach dr Nahtlosigkeitsregelung. Deshalb habe ich den Thread auch schon in das passende Unterforum verschieben lassen. Hier kannst Du dich in wenig einlesen, das dürfte schon viele Fragen beantworten.

Die drei Wochen Restanspruch stehen dir auf jeden Fall noch zu, und ich meine, dass aus dem Krankengeld auch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt werden. Dann hättest Du einen neuen Anspruch aufgebaut. Dazu warte aber bitte einfach mal ab, da gibt es andere, die sich da besser auskennen.

Wichtig ist, dass du dich weiter AU schreiben lässt. Die AUB aber nicht bei der AfA abgeben.

Du musst Dich mit deinem Restleitungsvermögen zur Verfügung stellen.Dieses wird der äD der AfA feststellen. Hast Du schon einen Gesundheitsfragebogen und SPES zum Ausfüllen bekommen? Die sind freiwillig und sollten nicht über den Tisch Deines SBS laufen, auch nicht im verschlossenen Umschlag, sondern direkt an den äD gehen. Zweckmäßig ist es meistens, einige aussagekräftige Befundberichte an den äD zu geben.

Ganz wichtig ist noch, dass die niemals etwas unterschreibst, dass du nur noch weniger Stunden arbeiten kannst, das würde bewirken, dass dein ALG I abgesenkt wird.

Verrate mal ein bischen, was bei der AfA bisher schon gelaufen ist. Dann kann man dir bessser helfen.
 

Rainaldo

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Liebe Kerstin,
vorab vielen, herzlichen Dank, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, meine Frage so freundlich zu beantworten und auch dafür, dass Du sie in das richtige Thema verschoben hast.

Es war mir tatsächlich neu, dass ich eventuell einen neuen Anspruch durch die von der KK abgeführten Beiträge aufgebaut haben könnte.

Zur AfA:
Ich habe den ärztlichen Fragebogen schon vor vier Wochen direkt beim ärztlichen Dienst der Agentur abgegeben. Ein Gutachten steht auch nach mehrmaligem Nachfragen meinerseits noch aus.
Die Agentur möchte jetzt, dass ich der Leistungsabteilung die erste Ablehnung der DRV zur Verfügung stelle. Widerspruch gegen die Ablehnung meines EMR-Antrags der DRV läuft.
Hierzu ist anzumerken, dass die DRV aufgrund einer einzigen Diagnose eines behandelnden Arztes einer Rehaklinik (der DRV!) während eines eintägigen(!) Aufenthalts meinen Antrag abgelehnt hat. Diverse Gutachten von anderen, mich behandelnden Ärzten (allesamt Spezialisten wie Neurologen, oder Orthopäden und sämtliche Kliniken in denen ich war) wurden nicht berücksichtigt.

Ich habe durchgehend (auch nach der Aussteuerung durch die KK) AU-Bescheinigungen, welche ich NICHT bei der AfA eingereicht habe. Hier nochmal ausdrücklich DANKE an das Forum, denn das habe ich mir vor einiger Zeit schon rausgelesen.
Ich habe mich also mit meinem Restleistungsvermögen zur Verfügung gestellt.
Falls ich noch etwas beantworten soll, damit sich die Profis hier einen besseren Überblick verschaffen können, dann lasst es mich bitte wissen.



Das weicht zwar jetzt vom Thema ab, aber ich würde mich auch gerne weiterhin aktiv hier einbringen. Ich war über 20 Jahre Betriebsrat einer großen, bayerischen Firma und würde sehr gerne mein Wissen was das Thema Arbeitsrecht angeht, zur Verfügung stellen. Damit kann ich ja vielleicht etwas zurückgeben.
 

Kerstin_K

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Was will die Leistungsabteilung mit dem Ablehnungsbescheid der DRV? der geht die nichts an.

Ab wann hast Du ALG I beantragt und läuft die Zahlung schon? Manchmal versuche die zu erzählen, die Zahlung könne erst beginnen, wenn das Gutachten fertig ist. Das stimmt aber nicht. Das Gutachten ist nicht leistungserhebelich und die AfA hat zu zahlen.
 

Rainaldo

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Exakt so wie Du schreibst, ist es!
Ich habe erst heute mit einer Sachbearbeiterin der für mich zuständigen Leistungsabteilung in Regensburg telefoniert, welche den Ablehnungsbescheid unbedingt bräuchte. Ansonsten würde kein Leistungsanspruch bestehen und man könne meinen Antrag nicht weiterbearbeiten. Wie gut, dass ich das nicht getan habe. Mir erschien es sinnvoller, mein Anliegen hier vorzutragen. Ich denke, dass das eine gute Entscheidung war.

ALG1 habe ich am 15.04.2019 beantragt (Aussteuerung durch die KK war zum 22.04.2019) und nein, ich habe weder eine Leistungsbewilligung, geschweige denn Geld bekommen. Ich habe von der AfA bis dato rein gar nichts schriftliches bekommen.

Ich gerate dadurch immer stärker unter finanziellen Druck. Die psychische Belastung dadurch ist unbeschreiblich groß. Umso mehr nochmals DANKE für Deine Hilfe.
 

Kerstin_K

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1. Kundenreaktioanmanagment anschreiben.
2.gibt es wohl auch noch die Möglichkeit einer voröäufigen Bewilligung, dazu kommt bestimmt noch was.

Hat die AfA Deinen Widerspruch bzw. eine eingangsbestätigung dessen vorliegen? Das sollte eigentlich reichen und das ist viel wiectiger als der Ablehnungsbescheid der DRV. Du musst nämlich nur nachweisen, dasss die Entscheidung der DRV noch nicht rechtskräftig ist.
 

Rainaldo

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Nein, den Widerspruch gegen den Bescheid, bzw. eine Eingangsbestätigung dessen, hat die AfA nicht verlangt, bzw. eingefordert.
Was würdest Du empfehlen? Sollte ich diesen (in Kopie) direkt (gegen Empfangsbestätigung) bei der für mich zuständigen Agentur abgeben?

Das mit der vorläufigen Bewilligung hat ein mir sehr zugewandter (auch das gibt es, nur leider sehr selten) Sachbearbeiter auch gesagt.
Wie Du empfiehlst, werde ich mich per Email an das Kundenreaktionsmanagement wenden. Nur... bringt das was?
Man wird im Laufe des langen, steinigen Weges immer verunsicherter...
 

Kerstin_K

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Mach das Genau so.

Aber vom Widerspruch nur soviel, dass die Leistundsachbearbeitung keine Diagnosen sieht. Geht sie nichts an.

Und hör auf, mit der AfA zu telefonieren!

Mit dem KRM haben wir schon einige Probleme lösen können.
 

Rainaldo

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So werde ich das machen, danke!
Auch das KRM (wieder was gelernt) werde ich von diesem unsäglichen Treiben in Kenntnis setzen.
Zu meiner Verteidigung🙂: die haben mich angerufen, nicht ich sie. Wobei ich mittlerweile auch weiß, dass ich meine Telefonnummer nicht hätte preisgeben sollen. Hinterher ist man immer...



Kann eventuell noch jemand was dazu sagen, ob ich durch den Bezug von Krankengeld (18 Monate) wieder einen Anspruch auf ALG1 aufgebaut habe? Vielen Dank schon mal vorab für alle Mühen.
 

Rainaldo

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Das ist mir fünf Sekunden nach dem Abschicken meiner Nachricht tatsächlich auch durch den Kopf geschossen.😃 Trotzdem Danke für den Tipp, für Deine Zeit und für Deine fachfrauischen Antworten.🙂
 

Rainaldo

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Hallo nochmal,
kann mir eventuell jemand zu o.g. Problematik sagen, ob ich mit dem Bezug von Krankengeld (18 Monate) eine neue(?), sogenannte Anwartschaftszeit für ALG1 geschaffen habe? Beiträge zur Arbeitslosenversicherung wurden, wie gesetzlich geregelt, von der KK abgeführt.

Danke schon mal vorab.
 

HermineL

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Wenn du noch einen Restanspruch hast dann ruht dieser während der Zeit des Krankengeldes und erlischt nicht. Da du, wie du selber schreibst, unmittelbar vor dem Krankengeldbezug ALG 1 bekommen hast bist du während der Zeit des Krankengeldbezuges gem. § 26 Abs.2 SGB III versicherungspflichtig gewesen so das auch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung abgeführt wurden.
Durch den Krankengeldbezug entsteht ein neuer ALG 1 Anspruch wodurch der alte Anspruch erlischt aber bei dem neuen Anspruch hinzugerechnet wird. Bei 12 Monaten Krankgeld hat man einen neuen Anspruch auf 6 Monate ALG 1.
Haben Arbeitslose innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, ist Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zuletzt bemessen worden ist ( § 151 Abs.4 SGB III). Dies bedeutet das du nach 18 Monaten Krankengeld ALG 1 in gleicher Höhe bekommst wie zuvor.
 

saurbier

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Hallo Rainaldo,

also zuerst einmal halte dich an dem zuvor bereits erwähnten.

Wenn dir die AfA bisher noch kein Geld gezahlt hat, was ja eh erst zum Monatsende geschieht, dann solltest du einen Antrag gemäß § 328 SGB III stellen.


Damit beantragst du eine vorläufige Entscheidung, auf die dir zustehende Leistung. Damit ist die AfA verpflichtet eine Entscheidung zu treffen und je nach Ausgang dir die Möglichkeit diese mit Rechtsmittel anzugreifen - hier notfalls eben eine eA gemäß §§ 86a/86b als Eilverfahren vor dem Sozialgericht.

Auch kannst du selbstverständlich einen Antrag nach § 42 SGB I stellen, damit beantragst du einen Vorschuß auf die dir dem Grunde nach zustehende Leistung.


Wenn du gegen die Entscheidung der DRV in Widerspruch gegangen bist, dann solltest du die AfA selbstverständlich umgehend darüber informieren, denn damit weiß diese dann das sie ggf. ja nur Ersatzweise das ALG-I zahlen muß bis die DRV eine entgültige Entscheidung getroffen hat oder eben ein Gerichtsurteil vorliegt.

Die Ablehnung des Widerspruches seitens der DRV geht die AfA recht wenig an, noch viel weniger die dortige Begründung der DRV, also alles schwärtzen. Für die AfA (insbesondere die SB´s) ist nur entscheidend das das Verfahren läuft.

Z.B. will mir die DRV jetzt nach über 20 Jahren zum 30.06. die Rente streichen. Dazu hab ich vor kurzem dann ein Schreiben der KK erhalten, indem diese nachfragt ob ich in Widerspruch gehe oder es akzeptiere. Na klar gehe ich in Widerspruch und hab der KK sogar noch mein altes Urteil diesbezüglich beigefügt.

Mich verwundert hier nun deine Aussage:

Hierzu ist anzumerken, dass die DRV aufgrund einer einzigen Diagnose eines behandelnden Arztes einer Rehaklinik (der DRV!) während eines eintägigen(!) Aufenthalts meinen Antrag abgelehnt hat.

Man achte auf das von mir Fett markierte. Wie bitte ist das zu verstehen, warst du nur einen Tag in der Reha?

Wenn ja, warum - denn im Regelfall geht die ja heutzutage mindestens 15 Tage.

Diverse Gutachten von anderen, mich behandelnden Ärzten (allesamt Spezialisten wie Neurologen, oder Orthopäden und sämtliche Kliniken in denen ich war) wurden nicht berücksichtigt.

Nun ja, sowas dürfte dir im laufe des Verfahrens jetzt wohl noch öfters unterkommen. Die Bürokraten in der DRV Verwaltung glauben halt mal niemanden, außer sich selbst. Das ist so ein selbstläufer, mit dem die Herrschaften dann alles unliebsame (und das sind wir Antragsteller nun mal, weil wir ja ggf. Geld kosten) abzuschmettern versuchen, gleichwohl sie lt. Gesetz dazu verpflichtet sind auch andere medizinische Unterlagen einzubeziehen und ggf. auch selbst zu besorgen. Man achte dazu mal auf § 60 SGB I sowie dazu dann auch auf § 65 Abs. 1 Nr. 3 SGB I.



Ich z.B. wurde damals (Ende der 90er) von 5 DRV Ärzten in gleich drei Reha-Kliniken für Kaputt erklärt und dennoch mußte ich mir meine Rente erst vor dem Sozialgericht über gut 5 Jahre erkämpfen. Nun gut beim einen geht es weit schneller beim anderen dauert es eben länger. Bei mir hat dann erst der Gerichtsgutachter einen Schlußstrich gezogen. Aber das hindert die DRV Verwaltungs SB´s keineswegs jetzt (nach 20 Jahren) zu behaupten ich wäre wieder gesund genug zum arbeiten. Ich hab denen einen passendes Schreiben zur Klärung zukommen lassen, na was glaubst du wie die Reaktion ist - richtig vollkommen gleichgültig - die bestätigen nicht mal den Schriftsatzeingang. Die versuchen es viel lieber mit einem Anruf, nur auf sowas lass ich mich als gebranntes Kind nicht mehr ein (hierzu nochmals DANK an Kerstin_K und HermineL), denn mir hatte bereits damals ein LSG Richter deutlich zu verstehen gegeben, dass ein telefongespräch keine Beweiskraft hat und damit nichts Wert ist, ja sogar eine schriftliche Zusage einer Abt.-Leiterin wurde vom Gericht als Beweis mit der Begründung - kann ja jeder geschrieben haben - nicht anerkannt.

Also VORSICHT im Umgang mit den Herrschaften. Mein Rat dazu, bitte alles nur schriftlich und immer auf sicherem postalischem Weg wie z.B. Einschreiben und bei ganz wichtigen Dingen sgar Einschreiben mit Rückschein.

Aufgrund deiner offensichtlich aktuellen finanziellen Situation solltest du zuerst mal zusehen, daß du schnellstmöglich nathlos dein ALG-I bekommst und dazu bedarf es nicht das äD-Gutachten.

Ob du tatsächlich als Nathlosigkeitsfall (§ 145 SGB III) nach der Aussteuerung durch die KK bei der AfA angenommen wirst, nun das hängt leider vom äD-Gutachten ab. Dazu müßte dich der äD-Gutachter eben für mindestens 6 Monate unter 3 Std./tägl. Leistungsfähigkeit einstufen. Wenn du dem jetzt den Reha-Abschlussbericht vorgelegt hast und dazu ggf. altuelle Befundberichte deiner behandelnden Ärzte, könnte es ggf. so kommen, aber das kann unsereins leider nicht beurteilen.

Wie gesagt, die Frage ist schon, warum du nur 1 Tag in der Reha warst, dafür dürfte es ja einen Grund geben.

Im Reha-Abschlussbericht (der ja eine sozialmedizinische Begutachtung darstellt) sollte eigentlich drin stehen wie man dich Leistungsmäßig beurteilt (Blatt 1 und 1a), also ob du weniger oder mehr als 3 Std./tägl. arbeiten kannst, oder gar mehr als 6 Std./tägl., denn davon hängt alles ab. Das ist eine der wichtigsten Aussagen im Bezug auf welche Rente dir nach § 43 SGB VI ggf. zustehen könnte, der Umfang der täglichen Leistungsfähigkeit.

Für die AfA gilt, man stellt sich immer mit seinem Restleistungsvermögen der Arbeitsvermittlung zur Verfügung. Dieses sogenannte Restleistungsvermögen stellt der äD-Gutachter fest, genauso wie mögliche gesundheitliche Einschränkungen bezüglich einer beruflichen Vermittlung. Halte dich daran und gebe bitte nie an bzw. äußere das du nicht soviel arbeiten kannst, sonst kann ein SB auf die Idee kommen dein Leistungsvermögen von sich aus (ja auf deine Angabe beruhend) selbst zu verringern, was dann auch dein ALG-I verringert.

Hinsichtlich dem Widerspruchs bzw. Klageverfahren brauchen wir dir als Betriebsratsmitglied sicherlich nicht viel sagen müßen, außer das es da sofern du das Verfahren nicht selbst führen willst/kannst es besser ist in die Hände eines guten Fachanwaltes für Sozialrecht zu geben. So einen zu finden ist leider meist etwas Glücksache, denn Rentenverfahren sind etwas kompliziert, eben weil es da meist um ärztliches Diagnosen geht aber auch viele ähnlich gelagerte Klagefälle in der Vergangenheit als bezugspunkte zur Argumentation sowie die sich ständig ändernde Gesetzeslage und da sind leider nicht alle Rechtsanwälte gleich gut bewandert. Alleine mein damaliges BU-Verfahren Ende der 90er füllt 2 dicke DIN A 4 Ordner.


Grüße saurbier
 
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Rainaldo

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Wenn du noch einen Restanspruch hast dann ruht dieser während der Zeit des Krankengeldes und erlischt nicht. Da du, wie du selber schreibst, unmittelbar vor dem Krankengeldbezug ALG 1 bekommen hast bist du während der Zeit des Krankengeldbezuges gem. § 26 Abs.2 SGB III versicherungspflichtig gewesen so das auch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung abgeführt wurden.
Durch den Krankengeldbezug entsteht ein neuer ALG 1 Anspruch wodurch der alte Anspruch erlischt aber bei dem neuen Anspruch hinzugerechnet wird. Bei 12 Monaten Krankgeld hat man einen neuen Anspruch auf 6 Monate ALG 1.
Haben Arbeitslose innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, ist Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zuletzt bemessen worden ist ( § 151 Abs.4 SGB III). Dies bedeutet das du nach 18 Monaten Krankengeld ALG 1 in gleicher Höhe bekommst wie zuvor.

Liebe Hermine,
vielen, vielen Dank für die ganzen Mühen, mir den Sachverhalt darzulegen. Vor allem aber danke, für die sehr vorteilhaft klingenden Ausführungen. Was ich mir zwischenzeitlich aus der Bemessungstabelle der Arge noch rausgelesen habe ist, dass ich nach 18 Monaten KK-Bezug wohl 8 Monate Anspruch hätte auf ALG1. Ist das korrekt?
 

HermineL

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Was ich mir zwischenzeitlich aus der Bemessungstabelle der Arge noch rausgelesen habe ist, dass ich nach 18 Monaten KK-Bezug wohl 8 Monate Anspruch hätte auf ALG1. Ist das korrekt?
Ich will mich da jetzt nicht festlegen aber meiner Meinung nach hat man nach 12 Monaten Anspruch auf 6 Monate und nach 24 Monaten auf 12 Monate so das dies bei 18 Monaten eigentlich 9 Monate sein müssten. Hinzuzurechnen ist noch dein bestehender Restanspruch.
 

Rainaldo

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Auch Dir, saurbier, ein freundliches Hallo,

Deine Geschichte liest sich sehr besorgniserregend und es macht einen traurig und wütend, wenn Menschen ihr Anrecht und der Anspruch, den sie sich oft ein ganzes Berufsleben lang erarbeitet haben, verwehrt wird.
Zu der wichtigen Frage, weshalb ich nur einen Tag auf einer stationären Reha war:
ich wurde damals von der Krankenkasse dazu gezwungen, dorthin zu gehen, obwohl eine ambulante Reha beantragt wurde. Es war mir damals (Oktober 2018) aufgrund meiner körperlichen und psychischen Verfassung (u.a. massive Schmerzen und massive Schlafstörungen) nicht möglich, diese durchzuführen. Selbst der mich behandelnde Oberarzt der Rehaklinik sah das so und riet schriftlich von der stationären Reha ab und riet-ebenfalls schriftlich auf dem Entlassbogen- zu einer ambulanten Reha. Daraufhin verließ ich die Einrichtung und begann acht Wochen später eine ambulante Reha, die ich komplett wie vorgesehen beendet habe. Nur... hinterher ging es mir nochmals deutlich schlechter als vorher und ich wurde auch als arbeitsunfähig entlassen.
Auf dem Bericht dieses Arztes-der mich als nicht stationär rehafähig einstufte- nach dem eintägigen Aufenthalt steht unfassbarerweise 6 Stunden und mehr als Leistungsfähigkeit. Auf dem Entlassbericht der ambulanten Reha steht 3 bis unter 6 Stunden, ebenso auf dem Gutachten meines mich seit Beginn der Krankheit behandelnden Orthopäden.

Ich habe morgen einen Termin bei einem Fachanwalt für Sozialrecht. Ich werde im Anschluss daran hier darüber berichten.

Vielen Dank an alle! Es ist so unendlich schwer, das alles alleine zu bewerkstelligen.
 

Rainaldo

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Ich will mich da jetzt nicht festlegen aber meiner Meinung nach hat man nach 12 Monaten Anspruch auf 6 Monate und nach 24 Monaten auf 12 Monate so das dies bei 18 Monaten eigentlich 9 Monate sein müssten. Hinzuzurechnen ist noch dein bestehender Restanspruch.
Das liest sich jetzt vielleicht befremdlich, aber es ist mir fast "egal", ob es 8 oder 9 Monate wären. Ich hätte wieder Luft zum atmen, zumindest für eine gewisse Zeit.
DANKE Hermine für Deine Mühen!
 

Rainaldo

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Bitte entschuldigt, aber ich habe noch eine Frage...
Wo bekomme ich denn diese Anträge Paragraph 328 SGB III, oder Paragraph 42 SGB I ? AfA? VdK? Wahrscheinlich ist meine Frage sehr naiv, aber ich weiß es wirklich nicht. Ich habe schon im Netz gesucht, aber nichts entsprechendes gefunden. Nur immer den jeweiligen Gesetzestext.
 
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HermineL

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Dafür gibt es keine Antragsformulare. Das geht formlose.

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit beantrage ich die vorläufige Entscheidung über meinen Leistungsantrag gem. § 328 SGB III.

Mfg


Mehr brauchst du dafür im Prinzip nicht.
 

Rainaldo

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Wie einfach alles sein kann, wenn man weiß wie’s geht...

DANKE Hermine! Du/Ihr hast/habt mir echt meine/n Tag/e gerettet.🙂
 
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