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Bin seit Anfang März arbeitslos (ALGI) und habe am Freitag mein Erstgespräch bei meiner Arbeitsvermittlerin gehabt.

LilaLola

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#1
Guten Morgen und frohe Pfingsten - Gemeinde - ;-)

ich bin ganz neu hier und habe mir für meine erste Frage einen Thread ausgesucht, von dem ich meine, dass er am ehesten passt.

Ich bin seit Anfang März arbeitslos (ALGI) und habe am Freitag mein Erstgespräch bei meiner Arbeitsvermittlerin gehabt.

Ich bin 59 Jahre alt und war Taxifahrerin in Teilzeit. Personenbeförderung kommt aus bestimmten Gründen nicht mehr in Betracht, dafür habe ich ein Attest. Vorgeschlagen wurden Tätigkeiten als Auslieferungs-, Botenfahrerin bzw. als Kurierin. Das wäre in Ordnung, nur gibt es da gerade nichts (hatte mich schon selbst umgesehen und auch schon erfolglos beworben).

Meine Sachbearbeiterin hat mir nun zwei VVs ausgedruckt und mitgegeben, die ich beide als wenig geeignet bzw. in einem Fall als wirklich unzumutbar erachte. Letzterer Vorschlag ist eine Tätigkeit in Spät- und Nachtschicht bei der es um Heben und Umsetzen von Paketsendungen bis max, 31,5 kg, Auflegen von Paketsendungen auf eine Paketverteilungsanlage und Abtragen von Paketsendungen von der Verteilanlage in LKW oder in Container geht. Körperliche Belastbarkeit wird vorausgesetzt. Ich würde sagen ein Knochenjob und für eine fast 60jährige kaum zu leisten.

Wie soll ich mich verhalten? Die VVs sind ohne Rechtsbehelfsbelehrung also habe ich keine Sanktionen zu erwarten, wenn ich mich nicht bewerbe. Soll ich aber dennoch besser den Rückantwortschein mit entsprechender Begründung zurücksenden - beispielsweise, dass eine Nachtarbeit für mich auf keinen Fall möglich ist, weil ich ein extremer Frühaufsteher bin (gerne um 4.00 Uhr Früh anfangen aber unmöglich in die Nacht hinein arbeiten kann) und um 20.00 Uhr abends im Bett liege und derart schwere körperliche Arbeiten für mich ohnedies nicht zu leisten sind.

Oder soll ich mich bewerben und darauf bauen, dass ich gar nicht erst eingeladen werde? Besteht dann nicht die Gefahr, dass die mir immer wieder solche Jobs anbieten, die nun wirklich nicht in Frage kommen und irgendwann sagt dann einer zu und ich muss dann ablehnen?

Oder mache ich einfach gar nichts (außer mich selbst umzusehen und zum nächsten Termin Bewerbungen in Eigenintiative mitzubringen)?

Der zweite Vorschlag ist etwas geeigneter, wobei auch da auf körperliche Belastbarkeit verwiesen wird. Die Vermittlerin hatte aber selbst schon angemerkt, dass täglich 50 km Fahrweg für eine Teilzeitstelle im Niedriglohnbereich evtl. grenzwertig sei.

Auch hier die Frage: Bewerben oder sein lassen?

Wie verhält man sich in dieser Anfangsphase richtig, um sich nicht Sympathien zu verscherzen, aber sich auch nicht in eine Richtung zu manövrieren, die definitiv nicht passt und wo man dann bei Ablehnung des Jobs Sperrzeiten aufgebrummt bekommt.

Vielen Dank schon mal für hilfreiche Antworten oder Links zu Threads, wo das schon mal behandelt wurde.

Ansonsten wünsche ich einen schönen Feiertag.

Gruß
LilaLola
 

Porks

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#2
AW: ALG I - Umgang mit Vermittlungsvorschlag und Eigenbemühungen

hi
Erstmal gibt es Gesetze /Verordnungen was das tragen/heben von Lasten angeht.
Siehe mal als Hinweis hier.
https://www.arbeitsschutzgesetz.org/lasthandhabv/

So da wäre man als Frau sowieso raus weil es Einfach Verboten wäre.

Aber mal so mit 60 ist das Leben noch nicht zu Ende und viele sind noch belastbar egal welcher Art . Darum nicht älter machen als man sich fühlt und dann sich nicht auf das Amt verlassen denn für die ist man mit 50 schon Tot geschrieben.
 

RonnyX

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#3
AW: ALG I - Umgang mit Vermittlungsvorschlag und Eigenbemühungen

Wie soll ich mich verhalten? Die VVs sind ohne Rechtsbehelfsbelehrung also habe ich keine Sanktionen zu erwarten, wenn ich mich nicht bewerbe.
Im ALG1 gibt es keine Sanktionen, sondern Sperrzeiten gem. § 159 SGB III. d.h. gar kein ALG1.
Aber da die beiden VV jetzt ohne RFB sind, brauchst du dich tatsächlich nicht bewerben. Du brauchst auch nichts zurücksenden.
Wie deine jetzigen Gewohnheiten sind, interessiert die Vermittlerin nicht, da müsste eine amtsärztliche Untersuchung her, die dann bescheinigt, was und wie du noch leistungsfähig bist. Aber das machen sie jetzt noch nicht nach den paar Wochen ALG1.
Hast du mit ihr über eine EGV gesprochen? Gibts sowas schon?
Wie lange geht dein ALG1-Anspruch?
 

LilaLola

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#4
AW: ALG I - Umgang mit Vermittlungsvorschlag und Eigenbemühungen

hi
Erstmal gibt es Gesetze /Verordnungen was das tragen/heben von Lasten angeht.
Siehe mal als Hinweis hier.
https://www.arbeitsschutzgesetz.org/lasthandhabv/

So da wäre man als Frau sowieso raus weil es Einfach Verboten wäre.

Aber mal so mit 60 ist das Leben noch nicht zu Ende und viele sind noch belastbar egal welcher Art . Darum nicht älter machen als man sich fühlt und dann sich nicht auf das Amt verlassen denn für die ist man mit 50 schon Tot geschrieben.
Danke für den Hinweis mit dem Arbeitsschutzgesetz. Sie nuschelte schon so etwas von: die schwereren Pakete würden dann die Männer.... Aber klar ja, man hat eine Stelle, wo einem dann die anderen die Arbeit machen, da ist man sehr beliebt.
 

LilaLola

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#5
AW: ALG I - Umgang mit Vermittlungsvorschlag und Eigenbemühungen

Im ALG1 gibt es keine Sanktionen, sondern Sperrzeiten gem. § 159 SGB III. d.h. gar kein ALG1.
Aber da die beiden VV jetzt ohne RFB sind, brauchst du dich tatsächlich nicht bewerben. Du brauchst auch nichts zurücksenden.
Wie deine jetzigen Gewohnheiten sind, interessiert die Vermittlerin nicht, da müsste eine amtsärztliche Untersuchung her, die dann bescheinigt, was und wie du noch leistungsfähig bist. Aber das machen sie jetzt noch nicht nach den paar Wochen ALG1.
Hast du mit ihr über eine EGV gesprochen? Gibts sowas schon?
Wie lange geht dein ALG1-Anspruch?
Okay, danke, ich muss mich noch an die Terminologie gewöhnen. Sperrzeit ist die richtige beim ALGI.

Eine EGV wurde überhaupt nicht angesprochen. Mein Anspruch geht bis März 2020. Sie möchte mich gerne an das Inga-Team überstellen, meinte sie, wegen besserer Beratung und Betreuung - so die einen Platz frei haben.



Ansonsten nächstes Gespräch in etwa drei Monaten.
 

RonnyX

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#6
AW: ALG I - Umgang mit Vermittlungsvorschlag und Eigenbemühungen

Eine EGV wurde überhaupt nicht angesprochen. Mein Anspruch geht bis März 2020. Sie möchte mich gerne an das Inga-Team überstellen, meinte sie, wegen besserer Beratung und Betreuung -
http://www3.arbeitsagentur.de/web/c...tail/index.htm?dfContentId=EGOV-CONTENT440815

Man möchte dich mit 59 noch ganzheitlich betreuen und beraten zwecks Integration? Witzischkeit kennt keine Grenzen:bigsmile:

Was die VV betrifft, brauchst du gar nichts machen.
In etwa 3 Monaten wird sie dich einladen und evtl. eine EGV vorbereitet haben.
Du kannst (wenn du willst und etwas findest), etwas hinzuverdienen zum ALG1. Es gibt einen Freibetrag von 165,-
müsste unter 15 Wochenstunden sein.
 

Kerstin_K

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#7
AW: ALG I - Umgang mit Vermittlungsvorschlag und Eigenbemühungen

Sieh dir mal den Paragraph 140 SGB III an.
 

Curt The Cat

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#8
Moinsen LilaLoLa ...!

Da es wenig zielführend und zudem recht unhöflich ist, den Faden eines anderen Nutzers mit eigenen Belangen zu kapern, habe ich mir erlaubt, mit Deiner Fragestellung ein neues Thema zu starten ...!


:icon_wink:
 

LilaLola

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#9
Moinsen LilaLoLa ...!

Da es wenig zielführend und zudem recht unhöflich ist, den Faden eines anderen Nutzers mit eigenen Belangen zu kapern, habe ich mir erlaubt, mit Deiner Fragestellung ein neues Thema zu starten ...!


:icon_wink:
Kein Problem - danke. Ich kenne es eher anders: dass man gerügt wird, wenn man einen neuen Thread aufmacht, wenn es thematisch etwas gibt, wo das eigene Anliegen dazupasst.
 

LilaLola

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#10
AW: ALG I - Umgang mit Vermittlungsvorschlag und Eigenbemühungen

Sieh dir mal den Paragraph 140 SGB III an.
Ich habe den schon gelesen. Die dort definierte Unzumutbarkeit ist ja eher eine allgemeine Deklarierung, dass man nicht ohne Weiteres Arbeit als unter seiner Würde ablehnen kann. Oder weil man meint, den Fahrtweg nicht auf sich nehmen zu wollen etc.

Aber einer 60jähriger Frau einen Job anzubieten, der ausschließlich darin besteht, schwere Pakete umzusetzen, finde ich nun schon etwas... naja...

Und dass ich keine Spät- und Nachtschicht arbeiten kann, ist nunmal auch so. Ich kann ja nix dafür, bin auch nicht begeistert, dass ich quasi an Abendaktivitäten nicht teilnehmen kann und wenn ich mal auf ein Konzert gehe, auf das ich mich seit Monaten freute, um 22.00 Uhr in demselben einschlafe.

Muss man vermutlich über ein Attest nachweisen. Nur welcher Arzt soll das denn bestätigen können?

Aber nach wie vor die Bitte um einen Tipp, wie ich mich jetzt zweckmäßig verhalte. Ich weiß jetzt, dass ich mich nicht bewerben und den Anhang zum Stellenangebot nicht zurückgeben muss. Frage bleibt - wäre es günstiger, das Beiblatt an die Agentur zu schicken und eben zu erklären, warum man sich auf DIESE Angebote nicht beworben hat - oder ist es besser gar nichts zu unternehmen und mich selbst umzusehen und beim nächsten Gespräch die Bewerbungen in Eigenintiative mitzunehmen.

Gruß
LiLo
 

RonnyX

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#11
AW: ALG I - Umgang mit Vermittlungsvorschlag und Eigenbemühungen

Und dass ich keine Spät- und Nachtschicht arbeiten kann, ist nunmal auch so.
Das ist ein ganz anderes Thema und jetzt keins.
Ich weiß jetzt, dass ich mich nicht bewerben und den Anhang zum Stellenangebot nicht zurückgeben muss.
Ja, richtig. Günstiger gehts derzeit nicht. Du bist auch nicht verpflichtet, deine Eigenbemühungen beim nächsten Gespräch nachzuweisen. verboten ists aber auch nicht.

Im § 140 SGB III geht es um Beschäftigungen.
 

TazD

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#12
AW: ALG I - Umgang mit Vermittlungsvorschlag und Eigenbemühungen

Das ist ein ganz anderes Thema und jetzt keins.
Willst du der Themeneröffnerin (!) jetzt vorschreiben, welche Themen sie in ihrem Thema behandeln darf und welche nicht?

Ganz schön anmaßend. Sowas mache ich als Mod noch nicht mal.
 

RonnyX

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#13
AW: ALG I - Umgang mit Vermittlungsvorschlag und Eigenbemühungen

Willst du der Themeneröffnerin (!) jetzt vorschreiben, welche Themen sie in ihrem Thema behandeln darf und welche nicht?
Nein. Entschuldigung, ich wollte niemandem was vorschreiben.
War wohl zu deftig formuliert.:doh:
 

Doppeloma

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#14
Hallo LilaLola, :welcome:

nehme mir mal deinen ersten Beitrag noch mal genauer vor, denn so richtig was Greifbares hast du ja bisher nicht dazu bekommen ...

Ich bin seit Anfang März arbeitslos (ALGI) und habe am Freitag mein Erstgespräch bei meiner Arbeitsvermittlerin gehabt.
Da hat man sich ja schon viel Zeit gelassen, wenn man ernsthaft eine Vermittlung anstrebt lässt man nicht fast 2 Monate vergehen, bis mal was dazu besprochen wird, wohin die Reise noch so gehen könnte für dich. :icon_evil:

Ich bin 59 Jahre alt und war Taxifahrerin in Teilzeit. Personenbeförderung kommt aus bestimmten Gründen nicht mehr in Betracht, dafür habe ich ein Attest.
Hast du auch noch andere Tätigkeiten ausgeübt, wurde dazu was besprochen, darf ich fragen wie viele Berufsjahre du insgesamt schon "auf dem Buckel" hast ???

Möchtest du weiterhin nur Teilzeit (wie viele Stunden in der Woche ?) arbeiten (wurde das auch so besprochen ?), denn du bekommst ja auch nur ALGI für den letzten Teilzeit-Job ...

Was für ein Attest und von welchem Arzt hast du denn einer "Arbeits-Vermittlerin" (SB = Sachbearbeiterin) vorgelegt, medizinische Unterlagen gehören NICHT in SB-Hände, zumindest hat sie das dann zum Anlass zu nehmen, deine Leistungsfähigkeit für die Arbeits-Vermittlung erst mal vom Med. Dienst der AfA (ÄD) feststellen zu lassen.

VORHER kann sie dir gar keine "zumutbaren" Vorschläge machen, denn medizinische Fragen und gesundheitliche Einschränkungen hat nur ein Arzt zu klären und zu beurteilen.

Vorgeschlagen wurden Tätigkeiten als Auslieferungs-, Botenfahrerin bzw. als Kurierin. Das wäre in Ordnung, nur gibt es da gerade nichts (hatte mich schon selbst umgesehen und auch schon erfolglos beworben).
In der Regel machen das Studenten als Nebenjob, das dürfte wohl nicht mehr deine Altersklasse sein, die da gefragt ist ...
Vermutlich hat deine SB sich auch deswegen so viel Zeit gelassen, weil ihr schon klar war, dass sie dir ernsthaft gar nichts anbieten KANN.

Meine Sachbearbeiterin hat mir nun zwei VVs ausgedruckt und mitgegeben, die ich beide als wenig geeignet bzw. in einem Fall als wirklich unzumutbar erachte.
Wenn die OHNE RFB sind brauchst du dich darauf ohnehin NICHT bewerben, die generelle Zumutbarkeit (nach § 140 SGB III) wurde dir ja schon verlinkt, geht es denn dabei um Teilzeit-Arbeit ???

Letzterer Vorschlag ist eine Tätigkeit in Spät- und Nachtschicht bei der es um Heben und Umsetzen von Paketsendungen bis max, 31,5 kg, Auflegen von Paketsendungen auf eine Paketverteilungsanlage und Abtragen von Paketsendungen von der Verteilanlage in LKW oder in Container geht. Körperliche Belastbarkeit wird vorausgesetzt.
Darum ja der dringende Hinweis, das erst mal vom ÄD der AfA klären zu lassen, was dir gesundheitlich überhaupt "zumutbar" ist.
Welche konkreten Einschränkungen sich aus deinem Attest ergeben sollen kann ich nicht beurteilen, die SB allerdings auch nicht, die ist ja auch kein Arzt ...
Letztlich hat nur der ÄD solche Feststellungen für die Vermittlung bei der AfA zu teffen und der Vermittler hat sich dann daran zu halten.

Für Atteste von den eigenen Ärzten gilt das NICHT, die sollten aber unbedingt ein Hinweis sein, der von den SB ernst zu nehmen und vom ÄD zu überprüfen ist, da kann man dir nicht einfach irgendwelche VV geben mit körperlich schwerer Arbeit. :icon_evil:

Ich würde sagen ein Knochenjob und für eine fast 60jährige kaum zu leisten.
Dann fordere die Klärung duch den ÄD ein, um die Zumutbarkeit für deine Arbeitsvermittlung feststellen zu lassen, bis dahin brauchst du dich gar nicht bewerben, es sei denn du findest selbst was Interessantes für dich.

Eine EGV (Eingliederungs-Vereinbarung) wurde dir ja offenbar nicht vorgelegt, also hast du dich auch zu NICHTS verpflichtet mit deiner Unterschrift und dabei sollte es auch besser bleiben.

Wie soll ich mich verhalten? Die VVs sind ohne Rechtsbehelfsbelehrung also habe ich keine Sanktionen zu erwarten, wenn ich mich nicht bewerbe.
Wie dir schon richtig erklärt wurde gibt es im ALGI keine "Sanktionen", allerdings wird das ALGI gleich ganz gesperrt (§ 159 SGB III) wenn man bestimmte Pflichten verletzt, Bewerbungen auf unzumutbare Angebote ohne RFB gehören allerdings NICHT dazu. :icon_evil:

Soll ich aber dennoch besser den Rückantwortschein mit entsprechender Begründung zurücksenden -
Kannst du machen, musst du aber nicht und als Begründung schreibst du dann nur bei Nicht beworben :"Unzumutbar nach § 140 SGB III", keine weiteren Erklärungen abgeben ... :icon_evil:

beispielsweise, dass eine Nachtarbeit für mich auf keinen Fall möglich ist, weil ich ein extremer Frühaufsteher bin (gerne um 4.00 Uhr Früh anfangen aber unmöglich in die Nacht hinein arbeiten kann) und um 20.00 Uhr abends im Bett liege
Das interessiert aber bei der AfA Niemanden, nur wenn dir (vom ÄD z.B.) bestätigt wird, dass Schichten / Nachtarbeit nicht zumutbar sind für dich (gesundheitlich, nicht weil du Frühaufsteher bist) dann darf man dir solche Stellen auch nicht mehr anbieten, denn Schichtarbeit / Nachtarbeit ist ansonsten Altersunabhängig durchaus zumutbar.

und derart schwere körperliche Arbeiten für mich ohnedies nicht zu leisten sind.
Dafür gilt das Gleiche, wobei ich mir auch nicht vorstellen kann, dass der AG ausgerechnet Frauen in deinem Alter für diesen Knochenjob einstellen würde.

Zudem wäre noch interessant, ob das Einkommen überhaupt "zumutbar" wäre (berechnet auf Teilzeit wie bisher ?) ... und wie es mit der Pendelzeit aussieht / Fahrverbindung/ Verkehrs-Anbindung zu allen Schichtzeiten ???

Oder soll ich mich bewerben und darauf bauen, dass ich gar nicht erst eingeladen werde?
Ich würde mich NICHT bewerben, ich würde GAR NICHTS machen, oder höchstens diese Vorschläge mit dem obigen Vermerk an die AfA zurücksenden.

Besteht dann nicht die Gefahr, dass die mir immer wieder solche Jobs anbieten, die nun wirklich nicht in Frage kommen und irgendwann sagt dann einer zu und ich muss dann ablehnen?
Wenn du erkennen lässt, dass du dich durchaus etwas auskennst (kundig gemacht hast) über die Zumutbarkeiten im ALGI, dann glaube ich NICHT, dass es noch öfter so unpassende Vorschläge geben wird ... das waren doch jetzt schon mehr als "klägliche Versuche" ...

Oder mache ich einfach gar nichts (außer mich selbst umzusehen und zum nächsten Termin Bewerbungen in Eigenintiative mitzubringen)?
Das sehe ich als sehr gute Lösung an, so kannst du was vorlegen beim nächsten Termin (deine Bewerbungs-Nachweise für die abgelaufene Zeit), obwohl das doch Niemand von dir verlangt hat ... :idea:

Der zweite Vorschlag ist etwas geeigneter, wobei auch da auf körperliche Belastbarkeit verwiesen wird. Die Vermittlerin hatte aber selbst schon angemerkt, dass täglich 50 km Fahrweg für eine Teilzeitstelle im Niedriglohnbereich evtl. grenzwertig sei.
WARUM gibt sie dir das überhaupt wenn sie schon selber daran zweifelt, dass die Sache überhaupt sinnvoll ist ???

Wie wirst du denn zur Arbeit kommen (PKW / Öffis ?) und wie viele Stunden sollen das sein ???
Eine Fahrt 50 km im Mindestlohnbereich, da musst du wahrscheinlich noch Geld mitnehmen ... hast du so wenig verdient als Taxi-Fahrerin, dass man es wagen darf, dir das anzubieten ???

Dein Einkommen darf (nach Abzug deiner Unkosten für den Arbeitsweg) NETTO nicht geringer sein, als aktuell dein ALGI im Monat ist ... (bei gleicher Wochen-Arbeitszeit berechnet).

Auch hier die Frage: Bewerben oder sein lassen
Sein lassen, wenn sie dieses "Angebot" schon selber für "zweifelhaft grenzwertig" hält ...

Wie verhält man sich in dieser Anfangsphase richtig, um sich nicht Sympathien zu verscherzen, aber sich auch nicht in eine Richtung zu manövrieren, die definitiv nicht passt und wo man dann bei Ablehnung des Jobs Sperrzeiten aufgebrummt bekommt.
Du verhältst dich richtig, wenn du deine Rechte kennst und das auch die SB bemerken dürfen, du hast es nicht nötig "um Symphathien zu buhlen", du hast genug Beiträge für diese Lohnersatz-Leistung gezahlt, von der auch diese SB ihr monatliches Gehalt bekommen.

Du bist "KUNDE" bei der AfA und kein Bettler und der Kunde ist KÖNIG ... :icon_hihi:

Man wird dir dort NIE was Gescheites anbieten können, das gibt der Arbeitsmarkt einfach nicht her ... mit sehr viel Glück wirst du selber noch eine neue Stelle finden, ansonsten wirst du wohl nach 24 Monaten ALGI genau da sein, wo du jetzt auch bist ... nur 2 Jahre älter ... mit noch weniger Aussichten auf einen neuen Job ...

Verlange die Klärung deiner gesundheitlichen Einschränkungen durch den ÄD wie sich das gehört und wenn dir alles gesundheitlich zu viel wird, geh zum Arzt deines Vertrauens und lass dich AU schreiben ...
Nach 6 Wochen beendet die AfA den Leistungsbezug (§ 146 SGB III) und du bekommst Krankengeld von der Krankenkasse in gleicher Höhe wie aktuell dein ALGI ist.

Dort brauchst du dich nicht bewerben (darfst es aber trotzdem tun wenn du möchtest) ... und nebenbei schaust du mal in deine letzte Renten-Information von der DRV, wann du frühestens in eine Altersrente gehen könntest ...

Das mal so für den Anfang, hat sie denn was angedeutet wann sie vor hat dich wieder einzuladen ... ?

MfG Doppeloma
 

LilaLola

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#15
Hallo Doppeloma,

zuerst mal noch recht herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort, die ich schon noch gelesen hatte und die mir nützlich war. Ich habe mich auf keinen der Vorschläge beworben.

Ich habe ein paar Bewerbungen geschrieben für Jobs, die mir möglich erschienen und ich habe sogar fast einen ergattert. Flyer ausfahren und in entsprechende Behälter in Lokalen und Veranstaltungsräumen deponieren für eine Firma die Werbung für Kulturprojekte und Veranstaltungen macht. Leider gab es viele Bewerber und es hat ein anderer das Rennen gemacht.

Letzte Woche hatte ich nun die zweite Vorladung, diesmal bei einem SB der INGA-Truppe. Dieser war frostig, machte sich mit meinem Fall erst in meinem Beisein vertraut, nahm überhaupt keine Kenntnis von meinem Bericht über mein Vorstellungsgespräch und den halben Tag, den ich dort auf einer Tour mitgefahren bin, sondern stellte nachdem man auf meine Handicaps zu sprechen gekommen war (schlechte Konzentrationsfähigkeit - weshalb ich bei einem früheren Versuch als Zeitungszugstellerin - das wollte er mir andienen - Zeitungen falsch eingeworfen hatte) fest, dass ich quasi nicht zu vermitteln sei. Er würde es deshalb für notwendig erachten, ein ärztliches Gutachten erstellen zu lassen und dass ich eine psychologische Untersuchung über mich ergehen ließe. Ich befreite daraufhin meine Hausärztin und meinen Hautarzt von ihrer Schweigepflicht.

Anschließend schob er mir noch eine EGV über den Tisch ohne mich aufzuklären, was es mit dieser überhaupt auf sich habe. Ich wusste es ja vom Forum - aber da er keine Unterschrift wollte...

2 Bewerbungen pro Woche soll ich danach nachweisen, aber da ich nichts unterschrieben habe, ist das ja nicht verbindlich.

Ich halte es auch für Käse, da ja nun erst mal abgeklärt werden soll, was ich überhaupt noch arbeiten kann - nach Ansicht des AA.

Inzwischen ist auch die Einladung zu dieser psychologischen Begutachtung da.

Ich habe den Termin jetzt erst mal bestätigt.

Auf was soll diese 'Maßnahme' denn nun eigentlich rauslaufen? Wollen die einfach feststellen: nicht mehr vermittelbar und fliege ich dann stantepede aus dem ALGI? Bestünde danach irgendeine Aussicht auf Erwerbsminderungs- oder Erwerbsunfähigkeitsrente?

Ich habe keine Berührungsängste bzgl. dieser Untersuchung - ich mache die schon - es sei denn es steht zu befürchten, dass sie mir nur schadet.

Ich könnte ja auch absagen und der INGA-Betreuung widersprechen, da ich dieser nicht offiziell zugestimmt habe, auch über sie nicht aufgeklärt wurde. Dann müsste ich doch wieder in der normalen SB landen, oder?

Ich bin einigermaßen ratlos.

Zu Deiner Frage, was ich früher gemacht habe: Ich bin Diplomverwaltungswirtin, war mal Kommunalbeamtin. Bestimmte Umstände, die eben auch mit meinem Handicap zusammenhängen, haben mich über Umwege in den Beruf der Taxifahrerin gebracht. Diesen habe ich die letzten 25 Jahre ausgeübt. Es war die Nische in der ich gut aufgehoben war bis - bis ich im Februar einen üblen Unfall baute, der mit meiner nicht steuerbaren Impulsivität zu tun hatte. Ich hatte Glück, es war nur ein relativ hoher Blechschaden und beim Unfallgegner Leichtverletzte, aber im Grunde hätte ich und meine Kunden tot sein können. Ich konnte und wollte das nicht länger verantworten und habe gekündigt. Meine Eigenkündigung blieb ohne Saktionen, weil mir meine Hausärztin das Vorliegen meinere ADS-Disposition attestierte. Ich bekam also sofort ALGI.

Ich habe nur Teilzeit gearbeitet 20 Wochenstunden etwa und extrem schlecht verdient auch mit dem (angeblichen) Mindestlohn.

Ich habe fast 40 Berufsjahre beisammen und Ich bin von meinem Einkommen nicht abhängig, werde auch nicht in Hartz4 rutschen.

Mir geht es auch weniger um die paar Mäuse, die die Agentur rüberschiebt als um meine Sozialversicherung. Wenn ich mich bei meiner KK freiwillig weiterversichere, rechnen die das Einkommen meines Mannes an und dann ist der Beitrag schon ziemlich bitter.

Ich habe noch ein paar Jahre bis zur Rente (vorgezogenen mit 63 zum 01.04.22 ) und möchte deshalb schon gerne noch mal was arbeiten - aber eben etwas, das mir taugt, was ich leisten kann. Und bis ich das gefunden habe, hätte ich gerne ALGI und eine Krankenversicherung und möchte so wenig wie möglich schikaniert werden.

Hat mir jemand einen Rat, was ich nun machen soll.

Schönen Sonntag

LilaLola
 

Kerstin_K

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#16
Hallo LolaLola,

ich schliesse aus Deinen Ausführungen, dass Du privat krankenversichert bist und deshalb nicht über die Familienversicherung bei Deinem Mann mitversichert werden kannst?
 

LilaLola

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#17
Hallo Kerstin,

mein Mann ist Beamter. Deshalb, richtig, kann ich nicht bei ihm mitversichert sein. Das war auch der Grund, warum ich alle Jahre eine Teilzeittätigkeit brauchte, mir mit einem 450-Euro-Job nicht gedient war.

LiLo
 

tomk

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#18
mein Mann ist Beamter. Deshalb, richtig, kann ich nicht bei ihm mitversichert sein.
Du kannst nicht kostenlos mitversichert sein. Allerdings bist du als Ehefrau auch beihilfeberechtigt, könntest dich also privat versichern.
 

Gaestin

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464
#20
ist es wirklich teurer?
Man muss sich nicht auf 100% versichern wenn
man Beihilfe bekommt.
 
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