Bin ich verpflichtet mit meinem Auto zum neuen Job zu fahren?

HansimGluck1

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Ich habe ein Auto mit 330000 km, Erstzulassung 2001. Bislang bin ich mit diesem Auto zur Arbeit gefahren. Hatte schon mal eine Panne und mußte dann mit Öffentlichen fahren, was mich 50,-€ pro Tag gekostet hat. Bei dem Alter des Autos lohnen sich die meisten Reparaturen nicht mehr. Natürlich möchte ich das Auto noch weiter fahren, solange es geht. Aber ich möchte nicht wieder einen Job annehmen müssen, zu dem ich nur mit Auto kommen kann. Bin ich trotzdem dazu verpflichete? Die schicken mir immer VV's mit Entfernungen bis zu 60 km, also 120 km am Tag. Das kann ich meinem alten Auto einfach nicht mehr antun.
 

Ottokar

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nein.
Falls in Deinem Profil "PKW" hinterlegt ist nun löschen.

Die bessere Strategie ist es einen PKW generell für das Amt nicht Verfügung zu stellen.
Gegenüber dem gewünschten selbst gesuchten Arbeitgeber ist es eine Abwägung ob das Angebot die Gegenfinanzierung der tatsächlichen Fahrtkosten her gibt.
Damit meine ich nicht diese lächerliche steuerliche Pauschale.
 

eloole

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Du möchtest mit dem Auto nicht mehr zur Arbeit fahren müssen, da es ja jederzeit kaputt gehen könnte - aber Privatfahrten sind kein Problem ?
Zudem hattest du bei deinem gut 18 Jahre alten KFZ doch erst 1x eine Panne, also eigentlich ein (sehr) guter Schnitt in der Statistik.
Egal ob Porsche oder VW-Käfer, ob Neuwagen oder "alte Möhre", ob regelmäßig im Händlerservice oder in der "Hinterhof-Werkstatt" - Defekte können immer und jederzeit vorkommen.
Natürlich steigt das Risiko mit zunehmendem Alter und Gebrauch, und hängt auch von Service-Intervallen und "Investitionen" ab - aber das ist vollkomen unabhängig davon, ob man das KFZ nun privat oder beruflich nutzt.
Ich habe von einem KFZ-Mechaniker mal den Spruch gehört, "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende".
Soll heißen, wenn der PKW durch ist, ist er eben durch...und dann muss was neues/anderes her...
 

Ottokar

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Z.B.: 120 km am Tag * 30 Cent * 230 Arbeitstage macht 8.280 € pro Jahr oder 690 € netto pro Monat als Untergrenze.
Das muß das Gehalt dann aber auch hergeben.
 

hansklein

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Oder aber die Aufstockung. H4 Kilometerpauschale
Häufig ist die Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung der erste Schritt zurück in die Vollbeschäftigung.

Häufig muss jedoch der private Pkw genutzt werden, um die Arbeitsstelle zu erreichen. Hierfür fallen Kosten an. Gerade bei einem niedrigen Einkommen kann dies eine große Belastung darstellen. Aus diesem Grund erhalten Bezieher von Hartz 4 für die Fahrtkosten eine sogenannte Kilometerpauschale, die zusätzlich zu den ALG-2-Leistungen ausgezahlt wird.

Das bedeutet also, dass Hartz-4-Empfänger für Fahrtkosten eine Kilometerpauschale von 20 Cent erhalten. Kann nachgewiesen werden, dass höhere Kosten entstehen, werden auch diese vom Jobcenter übernommen.

Kann das Jobcenter jedoch nachweisen, dass die Kosten in einem unangemessenen Rahmen liegen und der Betroffene den Weg auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen könnte, gibt es keine Kilometerpauschale für den Hartz-4-Empfänger. Er erhält dann nur die Summe, die ihm bei Benutzung von Bus oder Bahn zustände.
Alternativ das Kfz rausnehmen lassen und als höchtsmögliche Entfernung Erreichbarkeit mit ÖTV angeben. Wir sollen ja umsteigen, zugunsten der Umwelt....
 

HansimGluck1

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Privat oder beruflich ist schon ein Unterschied. Denn wenn ich eine Panne habe und ich kann deshalb nicht in Urlaub fahren, dann fahre ich eben nicht mit dem Auto in Urlaub. Ich habe da keine Verpflichtungen.

Und auch wenn es mich unterwegs erwischt, habe ich ab einer Entfernung von mehr als 50 km von meinem Wohnort einen Schutzbrief. Bis zur Entfernung von 50 km komme ich auch anders wieder nach Hause und dann wird der Urlaub halt zu Hause verbracht. Es muß da auch nicht zwangsläufig ein neues Auto her. Wenn ich aber zwecks Arbeit auf das Auto angewiesen bin, eben doch. Und das dann ganz schnell.

Darf ich das Auto aus meinem Profil löschen lassen? Kann man das nicht als Betrug auslegen, da es ja nicht der Wahrheit entspricht? Das ganze geht ja auch noch weiter: AG, die lesen, daß ich ein Auto habe, meinen dann, ich könne mein Privatauto auch noch für die Fahrt zum Kunden benutzen.

Sehr gut ist der Tip von Ottokar. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. So ein Job wäre dann also erst zumutbar, wenn ich netto 690,-€ mehr verdienen würde als das zumutbare Gehalt? Also für 690,-€ mehr würde ich sicher so einen Weg dann auch mit meinem alten Auto zurücklegen. Bloß das wird kein AG zahlen und damit sind solche Jobs dann eh raus. Aber stimmt das so auch? Bei ALG1?
 

Ottokar

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@HansimGluck1

Das bei ALG1 zumutbare Gehalt (im Detail § 140 SHB III) ist natürlich um den Aufwand zur Arbeitsstelle zu kommen, anzupassen.
Also in unserem Beispiel.
Nehmen wir an Du hast 1400 € ALG1 und sollte diese Strecke für 690 € monatlich zu fahren,
dann wären wir bei 2090 € netto bzw. das dafür notwendige Brutto gemäß Deiner persönlichen Verhältnisse.


Habe irgendwann mein Auto im Profil gelöscht. Es gab nie ein Rückfrage.
Falls würde ich auf einen Wartungsstau verweisen, der verhindert das ich die Fahrt zu einem Arbeitgeber
sicherstellen könnte.
Und mein Zweitwagen mit H-Kennzeichen ist eh außen vor.
 

HansimGluck1

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Hier wird allerdings eher das Gegenteil behauptet. Da geht es aber um Alg2. Macht das einen Unterschied?
 

Ottokar

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Ich weiß es nicht wie bei SGB II die Fahrtkosten in die Zumutbarkeit einfließen.
 

Birt1959

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Ich würde den Wagen aus dem Profil löschen lassen und ihn notfalls stilllegen. Bei Bedarf kann ich ihn dann wieder anmelden und sonst nur die Öffis nehmen. Das geht natürlich nur in Ecken mit einigermaßen guten Anbindungen an die Öffis.
 

hansklein

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Ich weiß es nicht wie bei SGB II die Fahrtkosten in die Zumutbarkeit einfließen.
Das ist eig. nicht viel anders, bei ALG1 und 2, bis auf die Zumutbarkeits regeln. Nat. ist es zumutbar ein Kfz zu nutzen, wird ja "großzügig" berücksichtigt. Ich rechne mal ein Bleistift im "Höchstlohnverdienst":
174Std. * 9,19 €=stattliche 1599.06€ Brutto, 1.173,86 € Netto. Stolze Summe.
Angenommene Mietkosten all in 500.-€, Angenommener Fahrtweg Arbeitstätte 60km.

Fahrtkosten: 60km x 19 Tage x 0,20 € = 228,- € + Versicherungspauschale 30,- € + Werbungskostenpauschale 15,33 € + Prämie Kfz-haftpflichtversicherung (Beispiel) 35,- € = 308,33 € . "Reine Benzinkosten sind ja nicht viel," selbst bei 8Liter/100 und 1.50€/L Sprit ca.: 60*19*2=2280km/100*8=182.4*1.5€/L=273.60€. "Vom Rest spart man auf ein neues Auto und zahlt die Unterhaltskosten...".

Gesamt kommen dann 1,173.86+313.27€ zusammen = 1487.13€, damit ist alles abgegolten ( Vorsicht - es kommt ein bissel Saraksmus) und man kann "Prima davon Leben", sein KFz unterhalten, Warten lassen in der Fachwerkstatt etc. und nat. Beizeiten ein neues kaufen...

Berechnung Leistung:
Online Hartz IV Leistungsrechner 2019
  • Ergebnis Ihrer Berechnung
  • Monatlicher Bedarf
  • Regelleistungen424,00 Euro
  • Sozialgeld0,00 Euro
  • Kaltmiete400,00 Euro
  • Heizkosten100,00 Euro
  • Dezentrale Warmwasserversorung10,00 Euro
  • Monatlicher Bedarf Gesamt934,00 Euro
  • Mehrbedarf
  • Schwangere0,00 Euro
  • Alleinerziehender0,00 Euro
  • Behinderung0,00 Euro
  • Erkrankung0,00 Euro
  • Mehrbedarf Gesamt0,00 Euro
  • Abzüge
  • Kindergeld0,00 Euro
  • ------------------------------------------
  • Angerechnete Einkünfte620,73 Euro
  • Abzüge Gesamt-620,73 Euro
  • ------------------------------------------
  • Ihr Anspruch313,27 Euro
 
Zuletzt bearbeitet:

HansimGluck1

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Was ich jetzt nicht verstehe, ist, wieso Ottokar auf 690,-€ für Alg1-Empfänger kommt und hansklein kommt auf 308,33€ für Alg2-Empfänger. Beide gehen von 60 km Arbeitsweg aus. Bekommen Alg2-Empfänger nur den halben Arbeitsweg gezahlt, nur 0,20 € pro km und nur 19 Tage im Monat?
 

Ottokar

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@HansimGluck1
Ich rechne damit das ich die Kosten für den Hin- und den Rückweg habe.

Auch wenn andere Kostenträger weniger erstatten oder anrechnen.
 

hansklein

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Davon kann man nicht ausgehen. Erstatt wird einfache Wegstrecke, egal was du berechnest. Es gilt Entfernungspauschale:
Entfernungspauschale für Hin- und Rückweg berechnen?
Generell gilt, dass die Entfernungspauschale für jeden Arbeitstag, an dem die erste Tätigkeitsstätte vom Arbeitnehmer aufgesucht wird, lediglich einmal angesetzt werden darf. Dies gilt beispielsweise auch dann, wenn ungewöhnliche Arbeitszeiten es erforderlich machen, dass täglich zwei Fahrten zwischen Wohnung und erster Arbeitsstätte anfallen. Zudem gilt die Entfernungspauschale auch nur für die einfache Wegstrecke zur Arbeit. Auch wenn naturgemäß dieselbe Strecke zweimal am Tag gefahren wird, einmal hin zur Arbeit, einmal zurück, darf für jeden Arbeitstag nur einmal die einfache Wegstrecke geltend gemacht werden. Durch die steuerliche Geltendmachung der einfachen Wegstrecke sollen aber laut Gesetzgeber schließlich die Aufwendungen für Hin- und Rückfahrt abgegolten sein.
Wenn du meist, du musst wegen Hin- und Rückweg mehr Geld haben, ist das OK - aber deine Privatsache. Dem JC oder der Arbeitsagentur brauchst du damit besser nicht zu kommen, wenn du deswegen eine Arbeit ablehnst. I.d.R. gibts dafür nat. andere Argumente, warum es nicht geklappt hat, bei nem Vorstellungsgespräch.
 

Ottokar

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Die "Entfernungspauschale" ist lediglich das "Brosamen" das man von der Steuer absetzen kann.
Und ist unabhängig vom Verkehrsmittel.
Die tatsächlichen Kosten, wenn man ein eigenes Auto benutzt, sind in der Regel deutlich höher. Die muß man selbst tragen.
Und müssen verdient werden. Und nach Abzug dieser Kosten sollte das ALG1 wenigstens übrig bleiben.
Und so verstehe ich § 140 SGB III.
 

hansklein

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Die "Brosamen" bekommst du aber nur erstattet. Das wurde so festgelegt. Vom Finanzamt 0.30€/km. JC-0.20€. Es zwingt dich auch niemand dazu, ein Kfz zu nutzen.

Siehe Entfernungskilometer

Durch den Ansatz der Entfernungspauschale sind grundsätzlich sämtliche Kosten abgegolten, die für die Pendelfahrten zur Arbeit entstehen.
Ausnahme bei Behinderung:
[QUOTE
Behinderte Menschen können anstelle der Entfernungspauschale die tatsächlichen Kosten für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte absetzen. Dies gilt, wenn ihnen entweder

  • ein Grad der Behinderung von mindestens 70 zuerkannt worden ist oder
  • ihr Grad der Behinderung zwischen 50 und 70 liegt und sie in ihrer Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt sind.
Sofern sie die tatsächlich entstandenen Kosten nicht im Einzelnen gegenüber dem Finanzamt nachweisen wollen, können sie stattdessen einen pauschalen Kilometersatz von 0,30 € pro gefahrenem Kilometer (nicht Entfernungskilometer!) in ihrer Steuererklärung absetzen. Voraussetzung ist, dass sie einen eigenen Pkw oder einen Dienstwagen für die Fahrten verwenden.
][/QUOTE]
 

Ottokar

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@hansklein
Wir reden aneinander vorbei.

Es geht um die Kosten die man hat und die sind höher als das was Steuer oder JC minimal erstatten.


Ich habe mal ein knappes Jahr jeden Tag 2*50 km Arbeitsweg gehabt und das hat insgesamt im Mittel 500 € meiner 2.500 netto monatlich gekostet.
Und da war einerseits die Kilometerpauschale schon eingerechnet und die Rücklage für die mal fällige Ersatzinvestition unter den Tisch gefallen.
 

Ronald BW

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Also meine Fahrzeugkosten betragen so um die 60-80 Cent/km wird mehr gefahren geht manchmal 60 wird weniger gefahren wird das teuerer.
Da ist alles enthalten, und der Sprit das ist der kleinste Posten.
 

hansklein

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@hansklein
Wir reden aneinander vorbei.
Es geht um die Kosten die man hat und die sind höher als das was Steuer oder JC minimal erstatten.
Ja, weil das Auto Privatvergnügen ist. Du benutzt das nun mal auch Privat. Zur Arbeit kannst du auch mit den Öffentlichen fahren. Dann bekommst du die realen Kosten erstattet. Deshalb ist man auch nicht verpflichtet, mit dem eigenen PKW zur Arbeit zu fahren oder gar einen PKW dafür zu kaufen. Darum ging es im Thread. Sollte es nicht möglich sein, einen AG mit den Öffentlichen zu erreichen, sollte dieser das Kfz stellen (Dienstwagen), wenn er möchte, das man für ihn arbeitet.
 
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