Billigjob für Langzeitarbeitslose nicht hinnehmbar

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M.aus.B

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Glück Auf,

Soeben im RBB Info Radio gehört:
Das SG Dortmund hob die Sanktion einer Langzeitarbeitslosen auf, die sich weigerte, einen Job beim Textildiscounter KiK zum "Lohn" von 4,30 € anzunehmen. Dies sei ein sittenwidriger Lohn und es damit dem Arbeitslosen nicht zuzumuten, dafür zu arbeiten. Es sei nicht hinnehmbar, wenn der Staat dadurch Druck auf das Lohnnivieau ausübe und damit Billigjobs schaffe.
RECHT SO ! WEITER SO.
 
G

Guevara

Gast
Das Arbeitslosengeld II darf nicht gekürzt werden, wenn ein Langzeitarbeitsloser verweigert, zu Dumpinglöhnen zu arbeiten.
Das Sozialgericht Dortmund entschied das jetzt im Fall einer Leistungsbezieherin aus Bochum, die bei einem Textildiscounter für einen Stundenlohn von 4,50 Euro brutto beschäftigt werden sollte. Die ARGE Bochum senkte die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II für drei Monate um 30 Prozent (104 Euro) ab, als die arbeitslose Frau die Arbeit ablehnte.






Das Sozialgericht Dortmund hob auf die Klage der Arbeitslosen die Leistungskürzung auf. Es traf die Entscheidung, dass ein Stundenlohn von 4,50 Euro bei einem untersten Tariflohn von 9,82 Euro unzumutbar sei. Sittenwidriger Lohnwucher seien solche Stundenlöhne. Wenn man Arbeitslosen derartige Stellen mit Hilfe von Sanktionen aufzwinge, würde man, Lohndumping unterstützen und damit das Lohngefüge weiter nach unten zu schrauben, urteilte das Gericht.






Sozialgericht Dortmund (Az.: S 31 AS 317/07)


Keine Leistungskürzung bei Verweigerung der Arbeit zu Dumpinglöhnen : News
Ist richtig so,es kann nicht angehen das die Arge !! den Dumpinglohn unterstüzt nur damit ihre Statistiken stimmen !!


Und man sollte mal das besagten Textildiscounter überprüfen !!

Zumal dies ja mit Hintergehalten Hand von der Bundesregierung und der BA unterstüzt !!



Hauptsache man steht ende 2009 zu Bundestagswahl gut mit den Zahlen
da !!

Normal müsste der Titel heissen:


ARGE Bochum des Lohndumping´s überführt !!




Guevara
 
E

ExitUser

Gast
Danke an die Frau die das vor Gericht brachte

Und dem Sozialgericht das so Weise in diesem Fall geurteilt hat:icon_klatsch:
 

Linchen0307

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Die Erwerbstätigen, die über uns Hartzer die Nase rümpfen, sollten den Schneid derer, die eigentlich für uns alle vor Gericht ziehen, lobend erwähnen, statt uns als Schmarotzer zu bezeichnen!
 

burki

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Hi,
Danke an die Frau die das vor Gericht brachte

Und dem Sozialgericht das so Weise in diesem Fall geurteilt hat:icon_klatsch:
sehe, das eher etwas ernüchternd:
ARGE hätte spätestens beim Widerspruch umgehend "einknicken" müssen, denn schon immer war es so, dass auch ein ALGII-Empfänger keine sittenwidrige Arbeit aufnehmen musste (wohlmöglich auch nicht durfte!).
Gruss
burki
 

Jesaja

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Hi,


sehe, das eher etwas ernüchternd:
ARGE hätte spätestens beim Widerspruch umgehend "einknicken" müssen, denn schon immer war es so, dass auch ein ALGII-Empfänger keine sittenwidrige Arbeit aufnehmen musste (wohlmöglich auch nicht durfte!).
Gruss
burki
Das hat sogar mal mein SB erwähnt, dass Löhne, die unter einem Drittel des Tariflohns liegen, als sittenwidrig gelten, und er in Jobs mit solchen Löhnen nicht vermitteln darf.
Ein Problem sehe ich allerdings auch darin, dass manche Tarife für bestimmte Berufsgruppen bereits so niedrig angesetzt sind, wie bekannterweise ja bei Friseuren.
Rein logisch gesehen (weiss nicht ob das juristisch funktionieren würde) müsste man ja dann die Gewerkschaften, die solche Tarife ausgehandelt haben, wegen Förderung zum Lohndumping verklagen können.
 
R

Rounddancer

Gast
Friseure und normale Gastromomie werden auch deshalb so niedrig tarifiert, weil sie sich durch gute Arbeit man Konden ja Trinkgeld zuverdienen können und in der Regel auch bekommen.

Aber Mitarbeiterin im Einzelhandel kriegt in der Regel ja kein Trinkgeld, sondern wird oft nur für die in die Ladenöffnungszeit fallende Arbeitszeit entlohnt, muß aber die täglichen Vor- und Nacharbeiten oft unbezahlt verrichten.
 

Jesaja

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Friseure und normale Gastromomie werden auch deshalb so niedrig tarifiert, weil sie sich durch gute Arbeit man Konden ja Trinkgeld zuverdienen können und in der Regel auch bekommen.

Aber Mitarbeiterin im Einzelhandel kriegt in der Regel ja kein Trinkgeld, sondern wird oft nur für die in die Ladenöffnungszeit fallende Arbeitszeit entlohnt, muß aber die täglichen Vor- und Nacharbeiten oft unbezahlt verrichten.

In Gegenden wie Sachsen und Sachsen-Anhalt zum Beispiel, in denen Friseure besonders niedrige Stundenlöhne erhalten (ca. 3 Euro 50) glaube ich kaum, dass die Kunden dort, die ja selbst häufig arm sind, viel Trinkgeld hinblättern können und werden. Die sind froh, wenn sie ihren 10 Euro Haarschnitt für 10 Euro bekommen.
Zudem ist Trinkgeld kein Einkommen, mit dem man rechnen kann, und kein Einkommen, auf das meiner Meinung nach der Arbeitgeber verweisen darf.


(¯`·.¸HairWeb.de • Wieviel verdient ein Friseur? Tariflohn laut Tarifvertrag des Friseurhandwerks Tarif
 

McMurphy

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Arge darf kein Lohndumping fördern

Dortmund.

Weigert sich ein Langzeitarbeitsloser, zu Dumpinglöhnen zu arbeiten, darf das Arbeitslosengeld II nicht gekürzt werden. Das entschied das Sozialgericht Dortmund jetzt im Fall einer Frau aus Bochum, die bei einem Textildiscounter für einen Stundenlohn von 4,50 Euro brutto beschäftigt werden sollte.

Als die arbeitslose Frau die Arbeit ablehnte, senkte die ARGE Bochum die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II für drei Monate um 30 Prozent (104 Euro) ab.
Auf die Klage der Arbeitslosen hob das Sozialgericht Dortmund die Leistungskürzung wieder auf. Es entschied, dass ein Stundenlohn von 4,50 Euro bei einem untersten Tariflohn von 9,82 Euro unzumutbar sei.

Solche Stundenlöhne seien sittenwidrig. Arbeitslosen derartige Stellen mit Hilfe von Sanktionen aufzuzwingen, hieße, Lohndumping zu unterstützen und das Lohngefüge weiter nach unten zu schrauben, urteilte das Gericht. (ddp)

Link: Hartz IV: Arge darf kein Lohndumping fördern | Frankfurter Rundschau - Top-News
 

MrsNorris

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Hat nicht erst letztes Jahr eine Mitarbeiterin von Kik gegen den lohn geklagt und Recht bekommen? Dürfen die dann noch solch unverschämten Löhne zahlen?
 

Atlantis

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AW: Arge darf kein Lohndumping fördern

Endlich mal eine klare Aussage und daran sehen wir, zu was die in den ARGEN fähig sind, das hier bei Maria mit ihrer EGV angezweifelt wurde so könnten die dort doch nicht Arbeiten.
Förderung des Lohnwuchers und das auch noch zu Sanktionieren für ein Lohn von 4.50 Euro Arbeiten zu müssen lässt Tief Blicken.
Was sitzen da für Zombies in den ARGEN .Währe es nicht angebracht solche unterbelichteten Figuren im Amt nur 4.50Euro an Gehalt zu zahlen.
 

physicus

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AW: Arge darf kein Lohndumping fördern

Was sitzen da für Zombies in den ARGEN .Währe es nicht angebracht solche unterbelichteten Figuren im Amt nur 4.50Euro an Gehalt zu zahlen.

jaaaa, dem würde ich sofort zustimmen!
OHNE aufstockung aber....
 

Kaleika

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AW: Arge darf kein Lohndumping fördern

Ich habe die Threads mal zusammengeführt.

Kaleika
 

pinguin

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Jetzt habe ich dazu doch mal ein Paar ganz dumme Fragen.

1.) Wie schaut das bei jenen Mitarbeitern aus, deren Arbeitgeber nicht tarifgebunden ist, wo es aber durchaus Tarifverträge gibt?

2.) Wie verhält es sich für Arbeitnehmer in einer Branche, wo es nicht wirklich Tarifverträge gibt, bzw. wo nur spezielle Haustarifverträge zu finden sind?
 
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