Billig-Praktikanten für Wahlkampf: Für 80 Euro pro Woche bei der SPD (1 Betrachter)

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Woodruff

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Für 80 Euro pro Woche bei der SPD

Die SPD setzt sich in der Öffentlichkeit gern für die Rechte von Praktikanten ein. Für die bevorstehenden Wahlkämpfe sucht sie nun selbst welche - und zahlt kaum etwas. VON TIMO HOFFMANN


BERLIN taz | Die SPD präsentiert sich in der Öffentlichkeit häufig als Anwältin der Praktikanten und Kämpferin für deren Rechte. Doch in den bevorstehenden Europa- und Bundestagswahlkämpfen wollen ihre Jugendorganisation Jusos und SPD-Linken-Sprecher Björn Böhning selbst Studenten als Praktikanten zum Stimmenfang einsetzen - und für diese "Vollzeit"-Arbeit lediglich 80 Euro pro Woche zahlen. Das geht aus Ausschreibungen auf einer Internet-Praktikumsbörse und der Internetseite Böhnings hervor.

[...]

Die Vergütung der Wahlkampf-Praktika zeige, wie ernsthaft Forderungen der SPD nach einem Mindestlohn seien, spottet CDU-Sozialsprecher Gregor Hoffmann. Die SPD konterkariere mit ihrem Verhalten zudem ihre eigenen Europawahl-Plakate (Slogan: "Dumpinglöhne würden CDU wählen"), sagt Hoffmann. "Wer so groß auf den Putz haut und so handelt, der muss sich fragen, wie glaubwürdig er ist."

[...]

Böhning hatte sich - wie die SPD - politisch immer wieder für eine Besserstellung von Praktikanten eingesetzt. "Die Ausbeutung von Praktikanten durch einige Unternehmen kann nicht hingenommen werden", forderte er etwa 2006. Auch SPD-Arbeitsminister Olaf Scholz ist für Sätze bekannt wie: „Bei einem Praktikum muss es eine angemessene Vergütung geben." Das sagte er im März 2008. Im Dezember wurde bekannt, dass in seinem Ministerium jährlich rund 100 Praktikanten unentgeltlich arbeiten.
Billig-Praktikanten für Wahlkampf: Für 80 Euro pro Woche bei der SPD - taz.de


Wo der Herr Hoffmann recht hat, hat er recht...
 
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Was für ein Eigentor! :icon_lol: :icon_lol:
Danke sPD, dafür hast du an Glaubwürdigkeit und Sicherheit für mich gewonnen! Denn ich glaube nicht nur, sondern bin mir ganz sicher, dass ich dich nie, nie, nie wieder mehr wählen werde. Und durch solche Schoten werde ich in meiner Entscheidung stets aufs neue bestätigt.

LG :icon_smile:
 
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bei ca. 40 Stunden/Woche, wäre das ein sittenwidriger Dumpinglohn von 2 Euro.

Aber "die machen das freiwillig und sehr gerne" :icon_party:
 
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Rounddancer

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Nun, so weit sind wir schon gekommen, daß Parteien einen Teil ihrer Wahlkämpfer bezahlen müssen.

Früher, und ich weiß, für viele von uns "alten Knauben", jedenfalls für die, die noch heute, oder heute wieder Wahlkampf für die Partei Ihrer Überzeugung machen, früher haben wir das noch freiwillig und gratis gemacht. Wir wurden motiviert durch unsere Überzeugung,- und hatten die Hoffnung, daß der unter uns, den wir als Kandiadat erkoren, auch uns dann im Parlament verträte.

Klar, daß wir darauf bauten, daß, wenn wir irgendwo morgens um sechs an nem Werktor, oder Samstag morgens von sieben oder acht bis elf oder zwölf Uhr mit Schirm, Canvassing-Stand, Material, Blumensamentütchen, Minikochbüchern, Flyern und was noch für Streumaterial (samt den Steinen zum Beschweren dieser (da, wo wir waren, blies uns sonst der Wind das Material weg, und wir wollten doch Menschen überzeugen, mit Menschen reden,- und nicht dem vom Wind weggeblasenen Material nachrennen) draußen waren, "unser" Kandidat auch draußen war und uns auch hin und wieder an unserem Stand besuchte.

Und daß wir erwarteten, für unseren Einsatz am Ende des Wahlkampfes von der Partei oder "unserem" Kandidaten zu einer roten Wurst, und einem Getränk eingeladen zu werden, eine kurze Rede als Dank für unseren Einsatz billigend inkaufnehmend.

Und wir waren geradezu glücklich, wenn wir, wie lange Zeit bei uns (als Mayer-Vorfelder noch Kreisvorsitzender war) üblich, wir nach jedem vormittäglichen Wahlkampfeinsatz zum Feedback in den Ratskeller geladen waren,- auf ein Getränk, und manchmal auf einen Teller Eintopf,- und wir da dem lokalen Vorstand und den anderen Wahlkämpfern berichten konnten, was an uns durch die Gespräche mit den Bürgern in den Stunen zuvor herangetragen wurde.

Aber Geld? Nö. Sowas kannten wir nicht als Entschädigung für unsere Arbeit im Wahlkampf.

Aber heute? Um überhaupt noch junge Wahlkämpfer auf die Straße zu bekommen, scheint man sie bezahlen zu müssen,- die Ärzte, die sich vorletztes Jahr ihr Demonstraten anmieteten, und nun die DieLinke., die SPD,- und, wenn man genau guckt, auch die anderen Parteien, sceinen nun wenigstens Aufwandsentschädigung an junge Wahlkämfer zahlen zu wollen/müssen ...

Puh ...
 

Hotti

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Schon wieder ein Grund mehr, die SPD nicht zu wählen. Die, die doch für "satten" Mindestlohn von 7,50 sind, zahlen "satte" 80 Euro die Woche.
 

Hotti

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Wie sieht das eigentlich mit Wahlhelfern aus? Ein Bekannter von mir hat mal eine Einladung erhalten, an die er teilnehmen musste. Kann man das verweigern, wenn man so eine Ladung erhält?
 
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O-Ton Nahles: "Das ist doch die Höhe: Junge Menschen werden monatelang wie Arbeitskräfte eingesetzt - und dann auch noch alles für lau. Das ist, meine ich, Ausbeutung."
:icon_evil:

Sie meinte dies in einem anderen Zusammenhang. :icon_pfeiff:

Ausbeutung verboten: SPD will Praktikanten schützen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL


Es gibt allerdings auch noch mehr Angebote seitens der SPD:

Die Dauer des Praktikums sollte zwischen sechs Wochen und drei Monaten liegen.
Angelica Schwall Düren. MdB SPD: Praktika
 
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„Generation Praktikum“ - immer mehr ausgebildete junge Leute müssen sich anstelle eines gesicherten Berufseinstiegs mit befristeten, unsicheren und schlecht bezahlten Jobs, Honorar- oder Werkverträgen abfinden. Nicht wenige rutschen nach Schule oder Studium in eine Praktikaschleife und sind damit über Jahre in einer Situation finanzieller Unsicherheit und beruflicher Perspektivlosigkeit gefangen.
Der Großteil der Praktikantinnen und Praktikanten arbeitet für umsonst – und das häufig über viele Monate hinweg. Selbst von denjenigen Praktikantinnen und Praktikanten, die bereits eine Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen haben, erhält weniger als die Hälfte überhaupt eine Vergütung. Und wer Geld bekommt, kann davon häufig nicht einmal die nötigsten Lebenshaltungskosten decken. Nur jede achte Praktikantin oder Praktikant wird danach vom Unternehmen übernommen.
DIE LINKE: Praktikum

Toll. :icon_daumen:


Wir bieten Praktikumsplätze in den vier politischen Bereichen der Bundesgeschäftsstelle der Partei DIE LINKE in Berlin

...


  • Dauer des Praktikums: 6 Wochen
  • Es wird eine Aufwandsentschädigung gezahlt.
DIE LINKE: Praktikum

Auch toll :icon_daumen:



:cool:
 
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Nun, so weit sind wir schon gekommen, daß Parteien einen Teil ihrer Wahlkämpfer bezahlen müssen.
Bei der sPD wird doch kein Wahlkämpfer bezahlt, sondern mit Peanuts abgespeist.
Früher, und ich weiß, für viele von uns "alten Knauben", jedenfalls für die, die noch heute, oder heute wieder Wahlkampf für die Partei Ihrer Überzeugung machen, früher haben wir das noch freiwillig und gratis gemacht. Wir wurden motiviert durch unsere Überzeugung,- und hatten die Hoffnung, daß der unter uns, den wir als Kandiadat erkoren, auch uns dann im Parlament verträte.
Wenn du es beklagst, dass die sPD und andere Parteien ihre Wahlhelfer bezahlen müssen, damit die auf den Strassen um Wähler werben, dann stelle dich doch unentgeltlich zur Verfügung......
Klar, daß wir darauf bauten, daß, wenn wir irgendwo morgens um sechs an nem Werktor, oder Samstag morgens von sieben oder acht bis elf oder zwölf Uhr mit Schirm, Canvassing-Stand, Material, Blumensamentütchen, Minikochbüchern, Flyern und was noch für Streumaterial (samt den Steinen zum Beschweren dieser (da, wo wir waren, blies uns sonst der Wind das Material weg, und wir wollten doch Menschen überzeugen, mit Menschen reden,- und nicht dem vom Wind weggeblasenen Material nachrennen) draußen waren, "unser" Kandidat auch draußen war und uns auch hin und wieder an unserem Stand besuchte.
Ja, das waren noch Zeiten.....:icon_party:Kann aber auch daran liegen, dass wir damals noch Volkvertreter statt Volkszertreter hatten. Doch wenn du die alten Zeiten so herbeisehenst, dann veranstalte doch ein Remake und bau ´ne Bude auf, wo du allerlei Zeugs mit Steinen beschwerst.
Und daß wir erwarteten, für unseren Einsatz am Ende des Wahlkampfes von der Partei oder "unserem" Kandidaten zu einer roten Wurst, und einem Getränk eingeladen zu werden, eine kurze Rede als Dank für unseren Einsatz billigend inkaufnehmend.
Du hast nicht zufällig ein Obrigkeitsproblem? Für eine rote Wurst und ein warmes Dankeschön aus feuchten Händen kann ich mir nix kaufen....
Und wir waren geradezu glücklich, wenn wir, wie lange Zeit bei uns (als Mayer-Vorfelder noch Kreisvorsitzender war) üblich, wir nach jedem vormittäglichen Wahlkampfeinsatz zum Feedback in den Ratskeller geladen waren,- auf ein Getränk, und manchmal auf einen Teller Eintopf,- und wir da dem lokalen Vorstand und den anderen Wahlkämpfern berichten konnten, was an uns durch die Gespräche mit den Bürgern in den Stunen zuvor herangetragen wurde.
Toll. Koch einen Eintopf und lade Mayer-Vorfelder ein, und dann klönt ihr gemeinsam darüber, was euch an den Ständen so zugetragen wurde. Kann sein, dass M-V nach kurzer Zeit die Ohren klingeln...
Aber Geld? Nö. Sowas kannten wir nicht als Entschädigung für unsere Arbeit im Wahlkampf.
Nö, ich racker mich auch gern für Null und Nix ab. :icon_kotz:
Aber heute? Um überhaupt noch junge Wahlkämpfer auf die Straße zu bekommen, scheint man sie bezahlen zu müssen,- die Ärzte, die sich vorletztes Jahr ihr Demonstraten anmieteten, und nun die DieLinke., die SPD,- und, wenn man genau guckt, auch die anderen Parteien, sceinen nun wenigstens Aufwandsentschädigung an junge Wahlkämfer zahlen zu wollen/müssen ...
Die können froh sein, wenn die für Geld noch jemanden finden, der die Frontarbeit auf den Strassen macht. Dafür können die Parteien gar nicht genug Geld locker machen! Welche Politik sollen die Wahlhelfer denn an den Mann oder die Frau bringen? Da ist doch nichts.... auf weiter Flur nicht....
Meinst du die Leute lassen sich noch mit Kulis, Blumensamentütchen, Luftballons und Hochglanzflyern mit grinsenden Politfuzzis drauf ködern? Den ganzen Gammel bezahlen sie doch mit ihren Steuern - die wollen Politik die sie vertritt und nicht die Industrie und Wirtschaft! Die lassen sich doch nicht länger verschaukeln und Ammenmärchen erzählen.
Das kannste wohl laut sagen!

LG :icon_smile:
 

Arania

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Wie sieht das eigentlich mit Wahlhelfern aus? Ein Bekannter von mir hat mal eine Einladung erhalten, an die er teilnehmen musste. Kann man das verweigern, wenn man so eine Ladung erhält?
Sicher, aber mit guter Begründung
 

Arania

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Wahlhelfer wurden noch nie bezahlt, in keiner Partei
 
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Rounddancer

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Wie sieht das eigentlich mit Wahlhelfern aus? Ein Bekannter von mir hat mal eine Einladung erhalten, an die er teilnehmen musste. Kann man das verweigern, wenn man so eine Ladung erhält?

Wahlhelfer in nem Wahllokal zu sein, ist ein Ehrenamt, das kann man nicht ohne trifftigen Grund ausschlagen.

In der Regel bauen die Wahlleiter dabei aber auf Mitarbeiter der Kommunen und des öffentlichen Dienstes,- und auf Freiwillige.

Da aber Freiwillige dafür immer seltener zu finden sind, die Arbeit aber getan werden muß, kann es schon zur einen oder anderen Verpflichtung kommen.

"Drum herum" kommen die, die auch z.B. um die Berufung zum ehrenamtlichen Richter herumkommen können. Weil zu jung, zu alt, Krankenschwester, Arzt, Polizist, der bürgerlichen Ehrenrechte beraubt, krank, oder am Wahltag aus zwingenden Gründen weiter weg abwesend ist.

Und diese Wahlhelfer bekommen natürlich eine kleine Aufwandsentschädigung.
 

Arania

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Wenn man nicht im öffentlichen Dienst ist reicht für die Ablehnung ein einfacher Grund aus, krank, Urlaub, Pickel, Aversion gegens Wählen etc.
 
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Wenn man nicht im öffentlichen Dienst ist reicht für die Ablehnung ein einfacher Grund aus, krank, Urlaub, Pickel, Aversion gegens Wählen etc.
So ist es, und so rauschte dieses Ehrenamt an mir vorbei.

Aber Pickel habe ich nicht angegeben. :icon_hihi:
 

Arania

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Na ja ich mache das schon seit Jahrzehnten, man trifft dann mal wieder Leute die man sonst selten sieht
 
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Ich habe meinen Umzug in ein anderes Bundesland angegeben. Und das stimmte auch.
 
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