Bildungspolitik: Murks am Kind (1 Betrachter)

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Nirgendwo in Deutschland werden Kinder so früh eingeschult wie in Berlin. Sind sie fünfeinhalb Jahre alt, gilt die Schulpflicht. Früher mussten Kinder vor allem „schulreif“ sein, eine Eigenschaft, die ersetzt wurde durch den Begriff „schulfähig“, als handle es sich um etwas, was man herstellen könnte. Klappt das nicht, weil die Kleinsten eigentlich doch noch in den Kindergarten gehörten, gibt es ja noch die (Fehl-)Diagnose ADHS und Ritalin. Und sie können „verweilen“, wenn sie nicht mitkommen. Früher hieß das Sitzenbleiben. Diese Reform – eine von über zwanzig, die innerhalb sehr weniger Jahre über Berlins Schulkinder hinwegrollten – hat neue Probleme geschaffen. Zu viele „Verweiler“, zu viele Schüler mit Lernschwierigkeiten später an den Oberschulen. Und inzwischen auch ziemlich viele wütende Eltern, die ihr Kind zurückstellen lassen wollen, was gar nicht so einfach ist. Warum hat man die Reform 2006 durchgepeitscht? Der „Pisa-Schock“ wird angeführt – doch in den skandinavischen Ländern, Dorado für alle Pisa-Geschockten, beginnt die Schulzeit erst mit sieben Jahren. ...
Bildungspolitik: Murks am Kind - Feuilleton - FAZ
 
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