Bildungsmaßnahme u. psychologischer Dienst

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Unsicher

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Hallo liebe Leute,

bin aktuell sehr verunsichert und brauche euren Rat, wenn möglich.

Z.Zt. besuche ich schon 4 Wochen eine achtwöchtige Qualifizierungsmaßnahme, von der ich mir anfangs auch einiges versprach. Vermittlungshemmnisse aufdecken, Neues hinzulernen etc.

Nun bin ich aber physisch u. psychisch an meine Grenzen gestoßen, war letztens beim Hausarzt mit "der Summe all meiner Zipperlein". Angefangen von Konzentrationsproblemen, Abgeschlagenheit, Gereiztheit, aber auch Dingen wie mehr Haarausfall als üblich, trockene Haut, Lichtempfindlichkeit u. brennende Augen etc.

Ok, Hausarzt schrieb mich erst einmal 1 Woche krank, untersuchte aber sofort mein Herz, Schilddrüse, Magen u. Unterleib. Da an Drüse u. Unterleib dunkle Schatten waren, Überweisung an Fachärzte, auch an Gynakologen.

Gestern war ich beim Radiologen - Drüse soweit ok. Aber ich fühle mich nicht wirklich besser, denn ich dachte, mit einem Befund wie evtl. Unterfunktion, von der anfangs auch meine Hausärztin sprach, könnte des Rätsels Lösung sein. Ok, weitersuchen...

Bin 50 Jahre alt, war 18 Jahre alleinerziehend, die meiste Zeit davon voll berufstätig. Habe seit 15 Jahren keinen Urlaub gemacht, viel Streß u. Probleme in der Familie, auch leider Opfer häuslicher Gewalt vor 2 Jahren geworden. Wieder aufgerappelt - wie immer. Einfach funktionieren.

Jetzt geht das aber nicht mehr so. In der Maßnahme werden wir auf Jobs getrimmt, in denen Präsentationen, Konfliktgespräche und Teamarbeit die Schwerpunkte sind. Ich stelle fest, ich bin nicht mehr streßresistent, ich will gar nicht mehr in einem Team arbeiten, in dem es Leute gibt, die einfach lauter sind als ich. Ich bin eher der stillere Typ, sensibel, empathisch. Ich gehe da kaputt... noch 3,5 Wochen.

Heute spricht mein Dozent (ein Psychologe) mit mir über meine Bewerbungsschreiben, doktort daran herum. Da habe ich ihm gesagt, dass ich mich immer schwerer damit tue, Verantwortung zu übernehmen, dass ich das alles schon zur Genüge hatte, sowohl privat, als auch im Job. Am liebsten würde ich einfach in einer Fabrik arbeiten, nur arbeiten, mehr nicht....

Ich sagte auch, dass ich keine Energie mehr habe, dass ich gar nicht mehr einen höher dotierten Job haben möchte... dass ich wegen meiner aktuellen Situation schon beim Arzt war und noch zwei wichtige Untersuchungen vor mir habe, auch ne Magenspiegelung soll noch kommen...

Er meinte daraufhin, ob ich auch zu einem Psychologen gehen werde. Ich sagte, dass erst einmal mein Körper auf Krankheiten gecheckt wird, das hat er aber irgendwie ein wenig überhört und sagte, dass er demnächst mit etwas mehr Ruhe mit mir reden wird und dann das Thema PD Arge nochmals aufgreift.

Denkt er jetzt, dass ich spinne? Dass ich ihn anlüge? Dass ich faul bin? Ich finde, er ist ein wenig voreilig mit dem PD, oder? Bin drauf und dran, übermorgen nochmals zu meinem Hausarzt zu gehen und ihm dies zu sagen... aber das geht erst übermorgen nach der Schule.

So lange möchte ich nicht warten und frage darum euch, liebe Leute, ob ihr mir ein wenig unter die Arme greifen könnt. Sollte ich mich kompliziert oder unverständlich ausgedrückt haben, so fragt bitte nach, wäre ja in meinem Interesse. Sorry für das lange Schreiben, aber es drückt mir auf der Seele... Danke!
 
E

ExitUser

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Lass dir vom Hausarzt bitte attestieren, dass diese Maßnahme für dich aus gesundheitlichen Gründen nicht förderlich ist. Dann brauchst du sie nicht fortzusetzen und kannst sanktionsfrei abbrechen.
 

Unsicher

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Guten Morgen Maleika und alle anderen,

Danke für die Reaktion. Ich denke, das ist erst einmal der beste Weg für mich, ich weiss auch keine andere Lösung.

Ich werde morgen nach der Schule zu meinem Hausarzt gehen und alles schildern. Es klingt so einfach, was du schreibst, Maleika, hoffentlich sieht es mein Arzt ebenso. Hinzu kommt nämlich noch, dass ich letztens auf eine Präsentation kaum ein Feedback bekam, könnt Ihr Euch vorstellen, wie ich mich dabei gefühlt habe? Oder unverschämte Bemerkungen anderer Teilnehmer wegen meines Alters? Ok, ich sollte darüber stehen, aber letztens saß ich in der Klasse und kämpfte echt mit den Tränen, keiner hat gefragt, wie es mir geht, nur der Dozent meinte, meine Erkältung sei aber noch nicht ganz weg...???

Egal, ich muß nach vorne schauen und einen Schritt nach dem anderen machen. Wie gesagt, Danke nochmals für diesen Rat, was auch immer daraus wird. Jetzt muß ich mich auf den Weg machen, eher mehr.... quälen. Aber Ihr versteht....
 

Barbarix

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Dass entweder der psyochologische oder der ärztliche Dienst der Arbeitsagentur ein Gutachten erstellt, daran wirst Du vermutlich nicht vorbeikommen und daran ist auch nichts schlimmes. Die ARGE will vermutlich einfach eine sozialmedizinische Stellungnahme, was eigentlich von Dir verlangt werden kann und welche Arbeiten Dir zumutbar sind. Sowas muss immer ein Amtsarzt machen, zumal es nunmal "normale" Ärzte gibt, die beim Ausstellen von Attesten an ihre Patienten doch sehr großzügig sind.
Ein Abbruch der Maßnahme dürfte machbar sein, wenn der Dozent die Probleme bestätigt. Sprich den Maßnahme-Abbruch aber vorher mit Deinem PAP ab und zeig Dich offen für eine andere Maßnahme ohne Gruppendruck. Wärst Du vielleicht für einen 1€-Job zu haben in einem Bereich, wo man in Ruhe vor sich hin arbeiten kann?
 

stummelbeinchen

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Naja, es muss ja nicht der PD der Agentur sein.

Allerdings (bin kein Arzt, nur als Vorwarnung :biggrin:) klingt das bei Dir so, als wärst Du nahe am BurnOutSyndrom. Körperliche Beschwerden sind manchmal Ausdruck einer kaputten Seele. Mit kaputt meine ich jetzt nicht, dass Du bekloppt bist oder eine psychatrische Erkrankung hast. Aber manchmal verlernen wir Menschen auf unsere innere Stimme zu hören. Das kann eine Weile gut gehen, aber irgendwann sucht sich diese innere Stimme einen anderen Weg.
Beispiel:Wenn ich völlig überarbeitet und überlastet bin und das über mehrere Wochen mit 11 Stunden Schichten und anschließenden privaten Hin- und Hergefahre, dann fange ich nach einiger Zeit an schlecht zu hören. Zu Beginn habe war ich beim Ohrenarzt und hab an alles mögliche gedacht. Da das aber mehrere Male auftauchte, habe ich mal die Situationen analysiert und die Sache als Frühwarnsystem meines Körpers entlarvt. Tritt dies jetzt auf, bin ich sofort gewarnt und schalte mind. 3 Gänge zurück. Und siehe da: Es hilft.
Auch bei Dir kann es sein, dass Deine Psyche eine wichtige Rolle spielt und da kann Dir vielleicht ein Psychologe helfen. Nicht um Deine tiefste Kindheit mit Dir durchzuforsten :)biggrin:), sondern um mit Dir gemeinsam herauszufinden, was die Ursache Deiner Beschwerden ist, wie Du sie schnell erkennst und was Du dagegen tun kannst.
Wende Dich an Deine Hausärztin und frag sie mal. Sie kann Dich auch (wenn gewünscht und/oder erforderlich) an einen Psychologen überweisen.

Viel Glück
 

Muzel

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Das finde ich auch empfehlenswert, dass man zum PD mit einer ärztlichen oder psychologischen Bescheinigung auflaufen sollte.
Viel wichtiger finde ich, dass du dir klar wirst, was du beim PD erreichen willst, soll er dich krank beurteilen oder gesund? Willst du vielleicht in die Rente gehen? Danach muss sich dein Auftreten beim PD richten. Wenn du in die Rente willst, nimm auf jeden Fall jemanden als Begleitperson mit. Das macht schon einmal einen ersten kranken Eindruck.
 

Muzel

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Münchnerkindel, ich bin z. Z. bei einem Traumapsychologin in Behandlung. Über Vorgehen gegenüber Ämter und Behörden kann die mir gar nichts sagen. Da empfiehlt sie mir den VdK und da bin ich seit einem Jahr Mitglied. Ich wollte bei der letzten Sitzung ein Attest, noch nicht einmal das wollte sie mir geben. Sie dürfte das nicht, sagte sie. Weißt du, wo man sich über Rechte und Pflichten von Psychologen informieren kann?
 

Muzel

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Cosma, da hast eine ganz interessantes Thema angeschnitten. Es gibt Psycholgen mit und ohne Approbation. Dann gibt es welche, die Kassenzulassung haben und andere wider nicht. Darüber würde ich auch gern genaueres wissen. Diesen Link, den du ins Netz gestellt hast, ist ein österreichisches Forum und da können wieder andere Gesetze herrschen. Die Moderatorin im dortigen Forum schrieb, dass Psychiater keine Krankschreibungen vornehmen dürfen. Das trifft für Deutschland nicht zu. Hier darf jeder Arzt mit Kassenzulassung krank schreiben (keine Krankenhausärzte, denn sie haben in der Regel keine Kassenzulassung).
 

Cosma

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Ja, sorry, hab ich erst zu spät gesehen, dass es ein At-Forum ist. :icon_pause:

Aber ich glaube, dass zumindest die Aufteilung richtig ist, dass eben Psychater direkt krankschreiben können und Therapeuten dann halt via Empfehlung, wie noch geschrieben wurde.
 

Muzel

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Cosma, deine Anregung war aber sehr interessant, weil ich wirklich wissen wollte, was Therapeuten dürfen und was nicht. Wenn sie nur Empfehlungen erteilen dürfen, müsste der Klient diese Empfehlung bezahlen, denn der Therapeut könnte sie ja nicht über die Kasse abrechnen. Solltest du zu diesem Problem etwas herausfinden, wäre ich über weitere Infos dankbar.
 
E

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Cosma, deine Anregung war aber sehr interessant, weil ich wirklich wissen wollte, was Therapeuten dürfen und was nicht. Wenn sie nur Empfehlungen erteilen dürfen, müsste der Klient diese Empfehlung bezahlen, denn der Therapeut könnte sie ja nicht über die Kasse abrechnen. Solltest du zu diesem Problem etwas herausfinden, wäre ich über weitere Infos dankbar.

Nein, das gehört zur Behandlung dazu. Ein Psychologe kann auch z.B. ein Gutachten schreiben. Das Amt wird sich darum aber nicht scheren, wenn es andere Absichten verfolgt.
 

stadtpflanze

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Guten Morgen Maleika und alle anderen,

Danke für die Reaktion. Ich denke, das ist erst einmal der beste Weg für mich, ich weiss auch keine andere Lösung.

Ich werde morgen nach der Schule zu meinem Hausarzt gehen und alles schildern. Es klingt so einfach, was du schreibst, Maleika, hoffentlich sieht es mein Arzt ebenso. Hinzu kommt nämlich noch, dass ich letztens auf eine Präsentation kaum ein Feedback bekam, könnt Ihr Euch vorstellen, wie ich mich dabei gefühlt habe? Oder unverschämte Bemerkungen anderer Teilnehmer wegen meines Alters? Ok, ich sollte darüber stehen, aber letztens saß ich in der Klasse und kämpfte echt mit den Tränen, keiner hat gefragt, wie es mir geht, nur der Dozent meinte, meine Erkältung sei aber noch nicht ganz weg...???

Egal, ich muß nach vorne schauen und einen Schritt nach dem anderen machen. Wie gesagt, Danke nochmals für diesen Rat, was auch immer daraus wird. Jetzt muß ich mich auf den Weg machen, eher mehr.... quälen. Aber Ihr versteht....
Hallo "Unsicher" und alle!
ich bin auch unsicher ;-)
habe heute vom SB der Arbeitsagentur erfahren, dass ich bald in eine Maßnahme soll. Ich bin aber von der Krankenkasse schon ausgesteuert und vom med. Dienst als arbeitsfähig 3-6 std eingestuft. (Es gibt keine Möglichkeit zum Widerspruch beim Gutachten) . Ich schaffe nie im Leben eine Maßnahme mit tägl. 6 Stunden und Anfahrt. Ich habe schon die EM-Rente beantragt, rechne auch hier mit einer Ablehnung (da kann ich dann widersprechen)
Gruss !!
 
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