Bildungsgutschein/Weiterbildung nur bei konkretem Jobangebot?

DeQuill

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
22 Oktober 2015
Beiträge
232
Bewertungen
88
Hallo

Ich habe heute zum wiederholtem Male einen Antrag auf einen Bildungsgutschein gestellt, mit konkretem Ziel SAP-ABAP Programmierung.
Diesmal extra schriftlich und auch um schriftliche Entscheidung gebeten.
Es wurde direkt angedeutet, dass es nur genehmigt wird, wenn ich einen Arbeitgeber vorweisen kann, der mich anschliessend auch einstellt.
Das ist m.E. doch weltfremd gerade im IT-Bereich, wooft kurzfristig für bestimmte Projekte eingestellt wird. Sinnvolle Hilfe vom Jobcenter bei der Suche nach einem solchen Arbeitgeber ist wohl auch nicht zu erwarten, dachte vielleicht der Arbeitgeberservice kann da weiterhelfen wurde aber nicht drauf eingegangen.
Hat jemand hier überhaupt schon jemand einen Bildungsgutschein/Weiterbildung bekommen der in ALG II ist? Und für Argumentationshilfen wäre ich dankbar.

Bin mit 4 monatiger Unterbrechung in Zeitarbeit seit 4 Jahren in ALG II, zuvor Freiberufler und durch Krankheit "abgerutscht". Von Beruf Datenverarbeitungskaufmann meine bisherigen Kenntnisse sind aber momentan nicht gefragt, auch da zu speziell.
Im Bereich SAP gibt es deutlich mehr Stellenangebote, darauf habe ich im Antrag auch hingewiesen. Zudem passt es gut zu meinen bisherigen praktischen Kenntnissen.
 

Texter50

Super-Moderation
Mitglied seit
1 März 2012
Beiträge
7.398
Bewertungen
7.570
Hab ich. Ende August Antrag auf ALG II, im Oktober wurde das Teil ausgestellt. :biggrin:
Allerdings habe ich das Querulantenzeichen uffer Stirn - der JC-Hausquerunlant 1. Klasse.

Welche Unterlagen hast Du als Vorbereitung zum Antrag eingereicht / für Dich gesammelt?
Du solltest reichlich Stellenanzeigen vorweisen, für die diese Qualifikation benötigt wird.

Diese Aussage Deines SBs wird oft und gerne gebetsmühlenartig vorgebracht.
Die scheinen ihre eigenen Unterlagen nicht zu kennen: :icon_mrgreen:

https://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/Weiterbildung/Foerdermoeglichkeiten/Bildungsgutschein/Detail/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI486072

Tipp: wir haben früher beim MT-Hempel den Leuten gesacht, was sie bei der Behörde vorbringen mussten. Hast Du nen Bildungsträger gefunden, lass Dich von dem beraten und Dir möglichst bestätigen, dass sich Deine Chancen für die berufliche Eingliederung erhöht, wenn Du am Kurs teilnimmst.
 

Energy

Elo-User*in
Mitglied seit
20 März 2012
Beiträge
189
Bewertungen
21
Ich glaube, das kommt einfach total auf den Vermittler an, den man so hat.

Und wohl auch auf die Branche. In der IT und für eine so kurze Weiterbildung wundert mich das spontan jetzt schon. Wobei es mir durchaus möglich erscheint so eine Zusage für 'in 4 Monaten' zu bekommen, oder? Wenn eine IT Firma wen sucht und dann zb warten muss bis jemand aus einer Stelle erst kündigen müsste, warten die doch auch bis zu 6 Monate, oder?

Mir wurde auch einmal gesagt, da ging es allerdings um eine 2 Jahre dauernde Umschulung, dass ich erst eine Jobzusage nachweisen müsse - im sozialtherapeutischen Bereich. Äh ja - klar doch - die Institute wissen schon zwei Jahre im voraus, dass sie dann jemanden brauchen, der gerade frisch abgeschlossen hat!

Toi toi toi!
 
E

ExitUser

Gast
Die Notwendigkeit für einen Bildungsgutschein ist zumindest anerkannt. Jetzt muss zu deinem Ziel nur noch der Arbeitsmarkt passen, wobei freiberufliche Angebote nicht zählen.
Du musst, wie von Texter50 geschrieben, Stellenangebote sammeln. Wenn diese nicht vorhanden sind, wirst du eine alternative Qualifizierung überlegen müssen. Es stellt sich meines Erachtens auch die Frage, ob du mit deinem Beruf nach der Unterbrechungszeit noch was anfangen kannst. Zumindest würdest du nach 4 Jahren Arbeitslosigkeit bzw. ungelernter Tätigkeit als "wieder ungelernt" zählen. Evtl. gleich eine kompl. Umschulung beantragen? Das ist aber natürlich deine Sache.
 

DeQuill

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
22 Oktober 2015
Beiträge
232
Bewertungen
88
Erstmal danke für die Antworten.
Wenn ich dann die wahrscheinlich Ablehnung bekomme, kann ich dann noch Widerspruch einlegen und dann die entsprechenden weiteren Unterlagen nachreichen?
Bzw. sind die beim JC überhaupt dazu verpflichtet auf meinen Antrag zu antworten? Bisher habe ich noch nie was schriftliches oder definitives bekommen.
Ich glaube meine Anträge sei es zu Bildungsgutscheinen oder Vermittlungsbudget sind immer so im Sande verlaufen.
 

HartzVerdient

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
29 August 2012
Beiträge
4.329
Bewertungen
4.014
Randnotiz

1) Ein Bildungsgutschein ist eine reine "kann" Leistung. Es gibt keine gesetzliche Grundlage bzw. Anspruch darauf. Ein Bildungsgutschein kann auch jederzeit wieder entzogen werden bzw. eine Maßnahme sogar vorzeitig seitens des Jobcenters oder Arbeitsamtes beendet werden.

2) Was wichtiger ist als ein Bildungsgutschein ist der Maßnahmeträger. Ich selbst hatte 2011/2012 einen Bildungsgutschein für eine Oracle Zertifizierung durch das Arbeitsamt erhalten (Kosten: 6080€). Als die Weiterbildung losging, stellte sich sehr schnell heraus, dass von den 8 Stunden tägliche Anwesenheit man nur 2 Stunden betreut wurde (Also quasi einen E-Learning Dozenten vorgesetzt bekam). Die restliche Zeit war selbststudium. Leider wurde mein Ziel nicht erreicht, da die Maßnahme durch unglückliche Umstände seitens des Dozenten zeitlich verschoben wurde bzw. die Gesamtplanung seitens des Bildungsträgers utopisch war.

Also nicht nur hinter dem Gutschein herrennen, sondern auch den richtigen Anbieter finden.
 

HartzVerdient

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
29 August 2012
Beiträge
4.329
Bewertungen
4.014
Wobei es mir durchaus möglich erscheint so eine Zusage für 'in 4 Monaten' zu bekommen, oder? Wenn eine IT Firma wen sucht und dann zb warten muss bis jemand aus einer Stelle erst kündigen müsste, warten die doch auch bis zu 6 Monate, oder?
Kurz: Nein!

Lang: Der IT-Sektor ist überflutet von IT-Fachkräften. Da kann sich jedes Unternehmen (erst recht die Namhaften), die Rosinen aus dem Korb picken. Zudem kommt es auch noch darauf an, ob du mit deiner Zertifizierung bei dem neuen Unternehmen überhaupt etwas anfangen kannst.

Aus meiner damaligen Praxis wurden die Leute die auf der Bench standen (also gerade nix zu tun hatten) wahllos in irgendwelche Projekte gestopft. Heute hü, Morgen hot. Da wurde mal schnell aus einem Java Entwickler ein System Architekt für Systemintegration geschnitzt. Aus einem Netzwerktechniker wurde für ein weiteres Projekt schnell mal ein C Programmierer. Aus einem Pinsellecker ein Projektleiter und aus irgendwelchen Id!oten plötzlich dein fachlicher Vorgesetzer. Nichts ist undurchsichtiger und überfluteter als der IT-Sektor.

Wenn ich heute in XING auf meine damaligen Arbeitskollegen schaue, dann sehe ich überall hogradige "Kompetenzen" eingetragen. Alles urplötzlich "Manager" und "Projektleiter" geworden. Fragt man jemanden dort nach dem "Kritischen Pfad" in der Projektleitung, dann kommt nur Achselzucken.

Nein Sorry... Der IT-Sektor ist nichts anderes als Fließbandarbeit geworden. Da kommen die grünen Neuspunde für 2 Jahre in ein Unternehmen (vorher wurde sogar kalkuliert, dass der Neue sich max. 2-3 Jahre hält). Der Arbeitet dann Fleißig nach dem "gib alles und drüben steht der Kicker" Motto den Allerwertesten ab und sobald das Projekt zuende ist, wird abserviert.

Ich habe in den Jahren beim namhaften IT-Dienstleister (aus den Staaten) Dinge gesehen.... da kannste Schweinen das Fliegen beibringen....
 

DeQuill

Elo-User*in
Thematiker*in
Mitglied seit
22 Oktober 2015
Beiträge
232
Bewertungen
88
(sorry etwas offtopic)
Sehe ich ähnlich.
Was du schilderst war meiner Erfahrung nach um die Jahrtausendwende und Euroumstellung so, damals wurden gerade von (sogenannten) Beratungen alle möglichen Leute in IT-Projekte beim Kunden gesteckt der ohne zu Fragen gezahlt hat.
Heute schauen sich die Endkunden meist an wer in einem Projekt arbeitet.
Ich war einige Jahre bei IT-Beratungen und habe keine Lust mehr auf die vielen Schaumschläger. Viele meiner Ex-Kollegen sind heute auch Vice-Director, Unit-Manager o.ä. :icon_mrgreen:

Ich war 15 Jahre bei Banken tätig, die sowieso fast keinen mehr fest einstellen, erst recht nicht mit 45 Jahren, deshalb will ich mich mit SAP breiter aufstellen. Zertifizierung und dann mehrmonatiges "Praktikum" in einem Projekt wären das beste.
Wollte auch mal eine Zertifizierung im Bereich Softwaretest machen, auch das wurde mir verweigert. Da ich mich in dem Gebiet gut auskenne, werde ich vielleicht hier nur die Prüfung machen, das könnte ich noch selber stemmen.
 
Oben Unten