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Bildungsgutschein für Weiterbildung ablehnen und dafür Umschulung machen

mentor

Elo-User/in

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#1
Hallo Forum,

kurz zu mir, ich bin 36 Jahre alt und seit 10 Monaten arbeitslos (ALG 1)
ich war die letzten 5 Jahre selbstständig in der IT Branche, die ich mehr oder weniger schon die letzten 14 Jahre gemacht habe.
2004 machte ich eine Fachinformatiker für Systemintegration Ausbildung, leider ohne Abschluss.
Seitdem rutschte ich von einem Job zum anderen, machte mal dies mal das und war eben die letzten 5 Jahre selbstständig.

Ich bin völllig ausgebrannt und will der IT endlich den Rücken kehren, um eine Umschulung in einem anderen Bereich zu machen.

Nun habe ich allerdings einen Bildungsgutschein für maximal 6 Monate bekommen, natürlich um mich in der IT weiterzubilden. Anfangs war ich noch happy und war beim Bildungsträger und der hat mich sowas von schlecht beraten und mich demotiviert, dass ich mich auch noch für den falschen Kurs angemeldet habe der mir für die Zukunft überhaupt nichts bringt.
Nun ist natürlich der Berater seit 4 Wochen in Urlaub und die Vertretung darf oder kann gar nichts.
Mir wurde jedenfalls der "bessere Kurs" den ich anfangs noch bekommen sollte verweigert, da ich nun schon die andere Weiterbildungsmaßnahme genehmigt bekommen habe.

Ich will aber überhaupt nichts mehr in dieser Richtung machen und will eine 24 monatige Umschulung, dass ich endlich wieder eine Zukunftsperspektive habe und die zermürbende IT hinter mir lassen kann.

Was kann ich tun, um einerseits diese Weiterbildungsmaßnahme abzulehnen und andererseits eine Umschulung bezahlt zu bekommen?

Beides fängt allerdings in 1 1/2 Wochen bereits an.

Ich wäre sogar bereit die Umschulung (10 000 - 12 000€) selbst zu bezahlen, wenn ich dafür einen Kredit bekäme. Soweit bin ich schon.

Ich kann gegen die Weiterbildungsmaßnahme binnen eines Monats Widerspruch einlegen. Würde dies was bringen?
Und nächste Woche wenn der Berater da ist meinen Wunsch zur Umschulung äußern, der sicherlich abgelehnt wird.
Was dann? In zwei Monaten würde ich in ALG2 fallen. Sollte ich es bei der Arge dann nochmal versuchen?

Ich bin wirklich so verzweifelt und fertig!
Am liebsten würde ich zum Arzt gehen und mir Depressionen oder Burnout diagnostizieren zu lassen. Seit 2 Jahren geht es mir beschissen, daher konnte ich auch die Selbstständigkeit nicht mehr ausüben.
Dann wäre ich ohnehin krank geschrieben und müsste die Weiterbildung nicht antreten. Aber ich will doch die Umschulung schnellstmöglich anfangen.

Was kann ich tun? Ich hoffe ihr könnt meine Situation verstehen und mir helfen.

Danke
 
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#2
Ist ein Bildungsgutschein nicht eigentlich eher auf freiwilliger Basis? Was steht denn in deiner EGV?
 

Hainbuche

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#3
Meine Empfehlung:

Die jetzt genehmigte Maßnahme nur dann nicht antreten, wenn die Arbeitsagentur dir verbindlich (d. h. schriftlich) grünes Licht für etwas anderes gibt.

Begründung: Durch die 6-monatige Maßnahme verlängert sich immerhin der ALG-1-Bezug bis rund 1 Monat nach Maßnahme-Ende.

Um eine Umschulung von 24 Monaten Dauer zu bekommen, ist ggf. einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten; das ist - wie auch die jetzige Maßnahme - eine Kann-Leistung, auf die kein verbindlicher Anspruch besteht. Theoretisch könnte die sich aber sogar an die jetzige Maßnahme anschließen, z. B. mit der Argumentation, daß sich durch die jetzige Maßnahme die Jobperspektiven wider Erwarten doch noch nicht verbessert haben.

Welche Ausbildung und/oder Berufspraxis außer der beschriebenen hast du denn evtl. noch, und welche Art Berufstätigkeit schwebt dir denn vor?

Unter Umständen könnte es auch einen kürzeren Weg zu einer qualifizierten beruflichen Neuorientierung geben.
 

mentor

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#4
Hallo und Danke für die Antworten bisher.

Der Bewilligungsbescheid der Weiterbildung ist bindend.
D.h. wenn ich den Kurs einfach nicht antrete etc. dann bekomme ich eine Sperrzeit bis zu 12 Wochen und dann ganz sicher keine weiteren Förderungen mehr.

Ich werde wohl in den sauren Apfel beißen müssen und mir jetzt 6 Monate diese sinnlose Weiterbildung geben, damit ich wie gesagt für diesen Zeitraum weiterhin ALG1 bekomme.
Dann werde ich mich in dieser Zeit bewerben was das Zeug hält und werde sowieso nur Absagen bekommen.
Damit argumentiere ich dann die Agentur und werde beharrlich auf die Umschulung bestehen. Wird denen aber egal sein, da ich danach sowieso in Hartz4 falle und die Arge sich dann darum kümmern muss.
Vielleicht habe ich dort aber dann die Chance die Umschulung zu bekommen, denn die sehen ja auch dass ich trotz der aktuellen Weiterbildung keinen Job bekomme.
Andererseits verliere ich dadurch wieder wertvolle Zeit und wenn die Agentur oder Arge dann die Umschulung nicht gleich genehmigt oder gar nicht, stehe ich wieder da wo ich jetzt bin und müsste diese eh selbst bezahlen.
Ob ich dann überhaupt zusätzlich noch Hartz4 bekomme wenn ich dann die Umschulung selber bezahle steht eh in den Sternen und diese 353€ im Monat sind ja eh nur Peanuts.

Herrje was für eine blöde Situation.
Gibt es da keine höhere Instanz wo ich das mit der Umschulung und der sinnlosen Weiterbildung kommunizieren kann. Der Berater ist eh im Urlaub und die Vertretung darf keine Entscheidungen treffen. Da muss es doch auch sowas wie einen Gebietsleiter geben?

Und über eine 24 monatige Umschulung führt kein Weg vorbei, um Immobilienkaufmann inkl. IHK Abschluss und Praktikum zu bekommen.

Den Weg zum Arzt möchte ich mir eigentlich ersparen.
 

Hainbuche

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#5
Dann werde ich mich in dieser Zeit bewerben was das Zeug hält und werde sowieso nur Absagen bekommen.
Damit argumentiere ich dann die Agentur und werde beharrlich auf die Umschulung bestehen.
Das wird im Augenblick wahrscheinlich der nächstliegende Weg sein.

Gibt es da keine höhere Instanz wo ich das mit der Umschulung und der sinnlosen Weiterbildung kommunizieren kann. Der Berater ist eh im Urlaub und die Vertretung darf keine Entscheidungen treffen. Da muss es doch auch sowas wie einen Gebietsleiter geben?
Klar, jeder hat irgendwo noch einen über sich. Und ein Vertreter, der nichts entscheiden kann, ist kein Vertreter. Das Problem ist nur: Wenn der Entscheidungsberechtigte entscheidet, in die Entscheidung des Urlaubers nicht einzugreifen, ist nichts gewonnen. Man kann natürlich - stets freundlich, aber bestimmt - im Hinblick auf die zeitliche Konstellation darum bitten, einen adäquaten Ansprechpartner, also einen, der auch was tun darf, zu bekommen. Versuch macht klug und ist nicht verboten.

Und über eine 24 monatige Umschulung führt kein Weg vorbei, um Immobilienkaufmann inkl. IHK Abschluss und Praktikum zu bekommen.
Falls es kein grünes Licht gibt, wie wäre es denn mit einem zu diesem Bildungsziel führenden günstigeren Fernlehrgang, der auch neben einer Berufstätigkeit ausgeführt werden kann, zum Beispiel so einem:

http://www.e-b-z.de/fernlehrgaenge/...au-ebzihk-start-01102012.html#tab-4-downloads
 

mentor

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#6
Hi,

habe denen jetzt nochmal Druck gemacht und bekomme einen Rückruf von einem Teamleiter der auch entscheidungsbefugt ist.
Dem werde ich die Situation nochmal klipp und klar schildern und fragen, ob sie wirklich Steuergelder zu verschwenden haben oder man diese nicht doch für vernünftigere Ziele einsetzen sollte.
Mehr als das kann ich dann nicht tun, ansonsten werde ich wohl den besagten Weg gehen müssen.

Wenn die mir wenigstens die Kosten und weiterhin 6 Monate ALG1 zahlen würden, wäre mir schon sehr geholfen. Wäre für die Agentur die gleichen Kosten, nur wäre mir geholfen, als das verplemperte Zeit und Geld.

Ein Fernstudium ersetzt niemals eine Umschulung, die ja zur richtigen Ausbildung schon verkürzt ist. Aber im Gegensatz zum Fernstudium hat man bei der Umschulung noch ein 6-9 Monatiges Praktikum mit dabei, welches die halbe Miete zur Übernahme ist, wenn man sich da gut anstellt. So hat man zumindest schon mal einen Fuß in der Türe und lernt die Thematik praxisbezogen und nicht nur in der Theorie. Das ist fast der wichtigste Aspekt bei der Umschulung. Daher würde ich ein Fernstudium zumindest für sowas
niemals in Anspruch nehmen. Aber trotzdem Danke für den Hinweis.
 

mentor

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#7
Habe heute den Rückruf bekommen, natürlich unbefriedigend.

Nun habe ich noch eine Frage:
Was bringt ein Widerspruch gegen den Bescheid an einer Weiterbildungsmaßnahme?
Diesen kann ich ja binnen eines Monats einlegen?

Ich habe mich ja freiwillig zu dieser Weiterbildungsmaßnahme angemeldet die ich auch bewilligt bekommen habe.
Allerdings möchte ich die entweder eine andere oder eben in erster Linie die Umschulung.

Was bewirkt also ein Widerspruch gegen diese Weiterbildungsmaßnahme und muss ich dann diese nicht antreten ohne sanktioniert zu werden?

Inzwischen pfeif ich auf 6 Monate länger ALG1, lieber rutsche ich in 2 Monaten in ALG2 und versuche dort mein Glück nochmal. Vielleicht können die mit meinen Argumenten dann mehr anfangen und bezahlen mir die Umschulung.
Alles andere hat einfach keinen Sinn.
Wieso diese Weiterbildung machen, wenn ich im Anschluss ohnehin die Branche wechseln will.
Das ist nur Geld- und Zeitverschwendung.
KA warum man das bei der Agentur nicht checkt und einsieht.
 

Hainbuche

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#8
Was bewirkt also ein Widerspruch gegen diese Weiterbildungsmaßnahme und muss ich dann diese nicht antreten ohne sanktioniert zu werden?
Meine Vorhersage: Die gewünschte Umschulung wirst du auch dann nicht bekommen - wenn die partout nicht wollen, dann wollen die nicht - im Idealfall kriegst du dann aber gar keine Fortbildung mehr, also auch nicht die, die du jetzt antreten darfst/sollst.

Inzwischen pfeif ich auf 6 Monate länger ALG1, lieber rutsche ich in 2 Monaten in ALG2 und versuche dort mein Glück nochmal. Vielleicht können die mit meinen Argumenten dann mehr anfangen
Kann man machen, aber bitte bedenke: In ALG II kann es dir auch ganz fix passieren, daß man dich irgendwo entsorgt, wo du dich erst recht fehl am Platz fühlst, z. B. bei einer ZAF oder einer Ringelpietz-Maßnahme.

Wieso diese Weiterbildung machen, wenn ich im Anschluss ohnehin die Branche wechseln will.Das ist nur Geld- und Zeitverschwendung.
KA warum man das bei der Agentur nicht checkt und einsieht.
Deren Motive decken sich halt nicht immer mit denen des "Kunden".

Warum du das Thema Fernlehrgang so skeptisch siehst, verstehe ich übrigens nicht so ganz. Ob der schlechter oder besser als eine längere und teurere Umschulungsmaßnahme ist, hängt mehr von der Qualität des Unterrichts ab als von der Zeitintensität. Und den Praktikumsplatz muß man sich i. d. R. sowieso selbst suchen; davon hält einen der Fernkurs ja nicht ab.
 
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