Bildungsgutschein für Studienabbrecher möglich?

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Gekkolinchen

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Guten Abend,

Ich bin 27 Jahre und habe bisher studiert jedoch den Bachelor nicht geschafft.
Zur Finanzierung habe ich auf Gewerbeschein selbstständig gearbeitet.
Jetzt möchte ich jedoch mein Studium abbrechen, welches ich auf Druck meiner Eltern begonnen habe.
Mein Traumberuf kann über einen Bildungsgutschein grundsätzlich gefördert werden und ich wollte euch um Hilfe bitten, ob diese Förderung für mich in Frage käme, da ich ja keine Leistungen vom Amt beziehe.
Ein Platz beim entsprechenden Träger wäre frei und für die Maßnahme gibt es auch eine Maßnahmennummer.
Am Mittwoch habe ich einen Termin bei der Agentur für Arbeit und möchte gerne vorab wissen ob es Chancen gibt und wie ich sie ggf. steigern kann.

Für Hartz iv besitze ich zu viel Vermögen, aber nicht genug um die Weiterbildung aus eigener Tasche zu stämmen.
Ist durch den Bildungsgutschein eine Förderung der Lehrgangskosten möglich ohne weitere Leistungen zu beziehen?
Ich arbeite sehr gerne nebenbei und würde meinen Unterhalt selbst bewältigen.
Wie sieht es mit Vermögen und der Chance auf den Bildungsgutschein aus? Gibt es da Grenzen an Eigenkapital?

Im Netz findet man leider nichts dazu. Mein Fall ist ja auch nicht gerade alltäglich...

Über Hilfe würde ich mich sehr freuen.
 

Agent

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Hallo Gekkolinchen,

um deine Frage zunächst kurz zu beantworten: Ja, es ist möglich, einen Bildungsgutschein auch bei Arbeitslosigkeit ohne Leistungsbezug zu erhalten.
Eine Eigenkapitalgrenze gibt es nicht.

Aber: Du bist jetzt 27. Was ist denn dein Traumberuf? Über einen BGS könntest du es ggf. im Rahmen einer betrieblichen Umschulung versuchen.
Oder was spricht gegen eine reguläre duale Ausbildung?

Viele Grüße
Agent
 

Nena

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BITTE lies hier im Forum was über Umschulungen/Weiterbildungen/Maßnahmen generell. Diese Art der Ausbildung wird von Arbeitgeberinnen nicht gerne gesehen, u.a. weil die Praxis völlig fehlt. Mit einer "normalen" dualen Ausbildung hast Du weitaus größere Chancen auf dem Arbeitsmarkt!!! Und da Du noch Reserven hast (und es gewohnt bist, nebenher zu arbeiten), kannst Du Dir das auch finanziell leisten.
Echt, ich traue mich, das so zu sagen: Eine Weiterbildung der AfA bringt NICHTS.
 

Gekkolinchen

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Hallo und vielen Dank schonmal für eure Hilfe.
Kurz und knapp: Fahrlehrer ist mein Traumberuf! Um dieses Ziel zu erreichen gibt es auch nur die Chance einen Fahrlehrerschein zu erwerben. Dafür muss ich die Fahrlehrerfachschule besuchen welche gut 13 Tausend Euro kostet.
Dies ist grundsätzlich über einen Bildungsgutschein möglich. Meine Beraterin hat mir jedoch heute eine Absage erteilt. Sie möchte mich in eine dreijährige Ausbildung für einen anderen Beruf stecken.

Wäre eine Förderung aus dem Vermittlungsbudget möglich oder ist das quasi der Bildungsgutschein?
 

BerndB

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Also grundsätzlich würdest du eine Förderung für den Bildungsgutschein bekommen. Das ist schon mal wichtig, denn sie erkennt die Notwendigkeit einer Weiterbildung an. Welche Ausbildung du machen willst, ist deine Sache, mit einer wesentlichen Einschränkung: dem Arbeitsmarkt.
Was hat sie gegen Fahrlehrer? Vermutlich, dass kaum angestellte Fahrlehrer in deiner Umgebung gesucht werden? Schau mal in die Jobbörse der AfA. Ziel einer Weiterbildung kann nur eine Arbeitnehmertätigkeit sein, nicht eine selbstständige Tätigkeit.
 

Gekkolinchen

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Ich möchte mich ja als Fahrlehrer anstellen lassen sobald die Ausbildung abgeschlossen ist. Dafür liegt ja sogar bereits ein Angebot vor.

Die Fahrlehrer sterben aus, da die Bundeswehr nicht mehr die Ausbildung übernimmt. Es haben also damals nicht alle Fahrlehrer 13.000 Euro bezahlt. Heute ist das aber der einzige Weg. Die Kosten variieren natürlich je nach Träger etwas.

Im Umkreis suchen quasi alle Fahrschulen händeringend nach Personal. Der Arbeitsmarkt würde mit fertiger Ausbildung zu Füßen liegen!

Sie will mich halt in eine Berufsausbildung stecken, da der Fahrlehrer nur eine Qualifizierung ist.
 

Onkel Tom

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In was für eine Ausbildung von 3 Jahren Dauer will dich SB schicken und
wie begrüdet sie das ?

Die Fahrlehrerausbildung dürfte anbei doch viel preisgünstiger ausfallen..

Irgendwas an Info zum Problem fehlt hier noch oder da "muffelt" etwas.
 
G

Gelöschtes Mitglied 49359

Gast
Ziel einer Weiterbildung kann nur eine Arbeitnehmertätigkeit sein, nicht eine selbstständige Tätigkeit.
Och - wo steht das denn?
Dem JC ist es egal ob abhängig beschäftigt, Selbständig oder Freiberufler nach abgeschlossener Weiterbildung.

Und mal Info zur Definition Weiterbildung: Weiterbildung ist eine Maßnahme, die aufbauend auf Ausbildung oder bisheriger beruflicher Tätigkeit ist.
Beim TE handelt es sich nicht um eine Weiterbildung, sondern um eine berufliche Erstqualifikation. Und da die Fahrlehrerausbildung kein IHK Berufsabschluss ist, macht JC die Schotten dicht.

Die Fahrlehrerausbildung dürfte anbei doch viel preisgünstiger ausfallen..
Da hab ich auch günstigere Angebote gefunden etwa um die Hälfte 8000€.

@Gekkolinchen
Meisterbafög würde es in deinem Fall nur geben, wenn Du bereits einen Berufsabschluss hättest.
 

Gekkolinchen

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Also meine SB scheint eine echt frustrierte Alte zu sein...
Ich war Freitag nochmal da um meine Telefonische Ablehnung in schriftlicher Form zu verlangen und mich offiziell arbeitslos zu melden.
Die Kollegin meiner SB hat mir das Protokoll vorgelesen und da sind einige falsche Aussagen drin.
Habe jetzt auf einen Termin mit dem Teamleiter meiner SB gedrängt und er wird sich wohl bei mir melden.

Bis zum 28.9. kann ich den BG noch bei der Fahrlehrerfachschule abgeben. Werde die Woche also alles geben so ein Ding bewilligt zu bekommen!!!

Ja es gibt günstigere Angebote, aber im Kleingedruckten sieht man auch schnell woran das liegt. Für die Fahrpraktische Prüfung braucht man ein Fahrschul-Fahrzeug und vorab Unterricht der im Lockpreis noch nicht drin ist.
 

Anlando

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Och - wo steht das denn?
Dem JC ist es egal ob abhängig beschäftigt, Selbständig oder Freiberufler nach abgeschlossener Weiterbildung.

Ich will nicht besserwisserisch wirken, aber BerndB hat schon Recht mit seiner Aussage.

Das ergibt sich aus § 81 SGB III, in dem es heißt: "Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können bei beruflicher Weiterbildung durch Übernahme der Weiterbildungskosten gefördert werden [...] Anerkannt wird die Notwendigkeit der Weiterbildung bei arbeitslosen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auch, wenn"

Die Agentur für Arbeit kann die berufliche Weiterbildung nur bei Leuten fördern, die selbst planen, später dann auch Geld in die Arbeitslosenversicherung zu zahlen. Wer eine Selbstständigkeit oder auch eine Arbeit im Beamtenverhältnis plant, der kann nicht über FbW gefördert werden!

Dass auch Menschen gefördert werden können, die ALG II beziehen, ergibt sich aus § 45 SGB II i. V. m. § 81 SGB III, aber auch hier ist die Förderprämisse die (angedachte) Arrbeitnehmer-Eigenschaft. Für angedachte Selbstständigkeit gibt es andere Fördermittel, die FbW (Bildungsgutschein) zählt aber nicht dazu.

Und mal Info zur Definition Weiterbildung: Weiterbildung ist eine Maßnahme, die aufbauend auf Ausbildung oder bisheriger beruflicher Tätigkeit ist.

Das was du meinst, sind Fortbildungen. Der Deutsche Bildungsrat hat Weiterbildung viel allgemeiner gefasst als Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach der ersten Bildungsphase. Es geht dabei nicht unbedingt um aufbauende Maßnahmen, es können auch ganz neue Maßnahmen sein (politische Bildung zum Beispiel), die nichts mit der Erstausbildung zu tun haben.

Wenn die Maßnahme, die man absolviert, auf der Erstausbildung aufbaut, ist es eine Fortbildung.

Beim TE handelt es sich nicht um eine Weiterbildung, sondern um eine berufliche Erstqualifikation. Und da die Fahrlehrerausbildung kein IHK Berufsabschluss ist, macht JC die Schotten dicht.

Das sehe ich auch so. Die Chance, von der AA für Arbeit oder vom JC einen Bildungsgutschein für eine Fahrlehrer-Quali zu erhalten, gehen im Falle des Threadstarters gen null.
 

BerndB

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Es stellt sich die Frage, ob die Beratung im Jobcenter oder in der Arbeitsagentur (AfA) stattgefunden hat. Gekkolinchen schreibt, dass sie für Hartz IV zu viel Vermögen hat. Also könnte sie arbeitslos ohne Leistungen sein. Dafür ist nach meinem Kenntnisstand nur die AfA zuständig.

Zum Ablehnungsgrund kann man hier nur Mutmaßungen anstellen. Wie Anlando schreibt, ist nur die Förderung einer Weiterbildung für Arbeitnehmern möglich, mit Ziel Arbeitnehmertätigkeit. So ist selbst die Vorbereitung auf eine selbstständige Tätigkeit laut „Arbeitshilfe FbW“ keine berufliche Weiterbildung nach § 180 SGB III.

Aber es gibt natürlich, wie Texter50 schreibt, auch angestellte Fahrlehrer. Die Frage wäre, wie sieht es im Umkreis von Gekkolinchen aus bzw. ist sie umzugsbereit? Gekkolinchen schreibt, dass sie eine eher teure Maßnahme machen will. Vielleicht liegt der Kostensatz für diese spezielle Maßnahme zu hoch (Bundesdurchschnittskostensätze – nach Fahrlehrer suchen).

Eine Weiterbildung muss notwendig sein, damit sie gefördert werden kann. Und zwar notwendig um a) Arbeitslosigkeit zu beenden oder nicht eintreten zu lassen oder b) einen Berufabschluss nachzuholen.

Gekkolinchen ist ohne anerkannten Berufsabschluss. Also liegt die Notwendigkeit für das Nachholen eines Berufsabschlusses „mit mindestens 2-jähriger Dauer nach Landes- oder Bundesrecht“ vor. Nur, sie holt keinen Berufsabschluss im Sinne des Gesetzes nach. Sie möchte eine kürzere Qualifizierung zum Fahrlehrer machen. Somit geht es nicht um das Nachholen eines anerkannten Abschlusses, sondern „nur“ um die Beendigung der Arbeitslosigkeit.

Und hier frage ich mal provokant: Ein Abschluss wird nicht nachgeholt, es soll die Arbeitslosigkeit beendet werden. Ist aber eine Weiterbildung überhaupt notwendig um die Arbeitslosigkeit zu beenden? Gibt es vielleicht genug (Helfer-) Stellen, für die Gekkolinchen auch ohne Weiterbildung einmünden kann?

Natürlich gönne ich ihr, dass sie ihrem Wunsch entsprechend eine qualifizierte Stelle bekommt.

Und nein, ich bin nicht bei AfA oder JC beschäftigt. Man kann aber deren interne Vorschriften im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes anfordern. Und das mache ich.

PS: Dieses Thema würde vermutlich eher zu Weiterbildung/Umschulung passen.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschtes Mitglied 49359

Gast
Dass auch Menschen gefördert werden können, die ALG II beziehen, ergibt sich aus § 45 SGB II i. V. m. § 81 SGB III, aber auch hier ist die Förderprämisse die (angedachte) Arrbeitnehmer-Eigenschaft. Für angedachte Selbstständigkeit gibt es andere Fördermittel, die FbW (Bildungsgutschein) zählt aber nicht dazu.
Förderprämisse angedacht - schön beschrieben - angedacht- die Realität sieht aber häufig anders aus.

Und nochmal Och!!!
Das JC hätte gerne gehabt, das ich nach geförderter Weiterbildung zur Trainerin Marketing und Vertrieb mit Schwerpunkt Kommunikation/Sales
als Freelancerin/Dozentin arbeite oder als selbständige Trainerin, da die alteschachtel Unternehmen als Angestellte nicht genehm ist (ü50)
Ich hab direkt nach der Weiterbildung kurzfristig als Dozentin/Freelancerin gearbeitet und das hätte JC heute auch noch sehr sehr.... gerne.

Ich habe mit genügend ü50 jährigen in geförderten Weiterbildungen zutun gehabt, die sich nachfolgend Selbständig gemacht haben und das war von Anfang an festgelegt, da die Chance einer Anstellung in Unternehmen in dem Alter schlecht ist.

Und hier frage ich mal provokant: Ein Abschluss wird nicht nachgeholt, es soll die Arbeitslosigkeit beendet werden. Ist aber eine Weiterbildung überhaupt notwendig um die Arbeitslosigkeit zu beenden? Gibt es vielleicht genug (Helfer-) Stellen, für die Gekkolinchen auch ohne Weiterbildung einmünden kann?
Und die ist sehr provokant!

Grundsätzlich ist eine Weiterbildung sicher nicht notwendig um generell Arbeitslosigkeit zu beenden. Um Arbeitslosigkeit zu beenden, da muß grundsätzlich eine Job vorhanden sein. Für die Vielzahl der Arbeitslosen ist aber kein Job vorhanden. Um aber der Arbeitslosigkeit eventuell ein Ende zusetzten sind Weiterbildungen oder Erstausbildungen eher ein Mittel mit der Chance auf Beendigung. Die Chance besteht aber nicht grundsätzlich.

Und weil ein Mensch sein Erststudium abbricht, weil Schitte oder er den Abschluß nicht schafft, den in Hilfsarbeit zuverfrachten liegt mir fern im Denken.
Hilfsarbeit ist denen zugedacht, die grundsätzlich den schulischen- sowie Ausbildungsanforderungen geistig nicht gewachsen waren /sind.
Es gab und gibt sicher die Faulen, die müssen damit leben mit Hilfsarbeit.

Im 5 Punkteplan von Kai Whittaker CDU Arbeitsmarktexperte zur nächsten H4 Reform steht: Zitat Zeit online
Nach dem Papier, das ZEIT ONLINE vorliegt, sollen "Personen, die das 40. Lebensjahr nicht vollendet haben (...), eine Berufsausbildung in Angriff nehmen" müssen.
 

grün_fink

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Absatz 2
(2) Bei der Beantragung von Leistungen nach diesem Buch sollen unverzüglich Leistungen zur Eingliederung in Arbeit nach dem Ersten Abschnitt des Dritten Kapitels erbracht werden. Bei fehlendem Berufsabschluss sind insbesondere die Möglichkeiten zur Vermittlung in eine Ausbildung zu nutzen.
 
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