Bildungsgutschein befürwortet, aber dennoch abgelehnt

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Husky22

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Hallo,

ich habe einen Antrag auf einen Bildungsgutschein mündlich bei dem Sachbearbeiter gestellt bezüglich Weiterbildung. Ich habe soeben einen Berufsabschluss erlangt, dessen Kosten ich selbst getragen habe, da das JC bereits vorher die Kostenübernahme abgelehnt hat, da ich vor einigen Jahren für längere Zeit krank war. Dies ist aber seit ca. 2 Jahren nicht mehr der Fall, es gab auch keine einzige Krankschreibung. Ich kann nun zwar in diesem Beruf arbeiten, jedoch sind die Chancen einer Anstellung sehr gering - ich habe mich bereits ausführlich erkundigt, denn in dieser Branche werden diejenigen ausgewählt, die über ein breites Wissensspektrum verfügen. Dazu fehlt mir momentan leider die Weiterbildung. Diese möchte ich nun beantragen, da ich jetzt über einen Berufsabschluss verfüge. Nur leider erhöhen sich die Kosten für die Weiterbildung deutlich, so das ich diese von H4 nicht mehr tragen kann. Die Weiterbildung würde gerade mal 10 Monate dauern. Der Abschluss wäre auch sicher, da es eher darum geht alle Kurse durchzuführen und die Aufgaben abzugeben. Es gibt keine Benotungen oder ähnliches. Ich hätte dann ein Diplom. Der SB hält die Weiterbildung für sinnvoll, will aber dennoch keinen Bildungsgutschein aushändigen. Die Kosten belaufen sich auf ca. 3000 Euro.

An sich befürwortet der SB die Weiterbildung, kommt mir aber jedesmal mit der Ausrede, das er das nicht entscheiden könne, sondern nur die Geschäftsleitung. Ich habe mich in Nürnberg bei der Arge erkundigt und dort wurde mir mitgeteilt, das den Bildungsgutschein sehr wohl der SB bewilligen kann.

Was ist nun Sache und was sollte ich eurer Meinung nach tun? Ich könnte quasi sofort mit der Weiterbildung beginnen, da diese unabhängig von einem Termin beginnen kann.

Ich denke darüber nach einen Antrag bei der Geschäftsleitung zu stellen mit dem Hinweis, das der SB mir immer wieder mitgeteilt hat, das dies nur die Geschäftsleitung entscheiden kann. Was meint ihr dazu?

Viele Grüße,

Husky
 

Nena

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Kannst Du durch entsprechende Stellenanzeigen belegen, dass diese Weiterbildung Deine Hilfebedürftigkeit beenden wird? Hast Du eventuell sogar schon eine Arbeitgeberin an der Hand, die Dich mit dieser Weiterbildung einstellen würde?

Dass Deine Jobchancen gering sind nach der Ausbildung, war bei Beginn noch nicht abzusehen?
 

Helga40

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Ich mag dieses kryptische "Ich habe was gelernt, was genau sag ich euch aber nicht, aber, wenn ich eine ganz tolle Weiterbildung mache, zu der ich euch auch nichts sage, dann bin ich zu 10.000 % in Arbeit, aber niemand bezahlt mir das, helft mir." ja äußerst gerne.

Das war Ironie. Bitte schreibe, was du gelernt hast und was für eine Weiterbildung (die auch noch mit
"Diplom" abschließt) es sein soll.

Wenn es was Vernünftiges ist, also eine staatlich anerkannte Weiterbildung zum erlernten Beruf, wieso nimmst du kein Meisterbafög dafür in Anspruch?
 

Husky22

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Ich schreibe den Berufszweig deshalb nicht rein, weil ich weiß, das diverse Mitarbeiter der JC in Foren unterwegs sind. Das hat einst bei einem Kurs mal eine Mitarbeiterin erzählt. Der Beruf ist ein staatlich anerkannter Beruf, der Träger der Weiterbildung ist staatlich anerkannt und die Arge wirbt auch dort für ihren Bildungsgutschein. Wie bei vielen Berufen werden auch in dieser Branche bevorzugt Leute eingestellt, die nicht nur das Grundwissen beherrschen sondern auch noch nebenbei über diverse Fertigkeiten verfügen. Diese würde ich in der Weiterbildung erlernen, so das meine Chancen auf eine Festanstellung wesentlich höher sind. Denn dann könnte ich mit diesem Wissen gleich in vier verschiedenen Berufsgruppen arbeiten. Ansonsten ist es bei diesem Job kaum anders als in manchen anderen Bereichen, wo einfach nur die "Besten" genommen werden.

Bafög bekomme ich auf Grund meines Alters nicht. Ich war auch schon bei der Rentenversicherung, die zahlen keine Weiterbildung in meinem Fall. Ich habe auch noch bei weiteren Förderstellen nachgefragt, aber ich erfülle dafür nicht die Voraussetzungen wie z.B. so und so viele Jahre gearbeitet.

Kleiner Hinweis - ich arbeite in der kreativen Branche. Die wird an sich nicht so gerne gefördert. Allerdings hat der Träger der Weiterbildung viele Teilnehmer, die mit einem Bildungsgutschein gefördert werden. Es scheint aber ganz besonders in Bayern schwierig zu sein. In NRW scheint es keine Probleme damit zu geben. Ich kenne Leute, die bei dem selben Träger sind und den Schein bekommen haben.

Es geht hier aber vor allem um die Aussage des SB. Kann ein SB das selbst entscheiden ohne die Geschäftsleitung um Erlaubnis bitten zu müssen? Das ist meine eigentliche Frage - ich denke die Branche spielt da in dem Fall keine Rolle, denn der SB ist für die Weiterbildung, will aber den Bildungsgutschein nicht vergeben, weil nach seiner Aussage diese vom Geschäftsführer bewilligt werden muß. Ja oder nein? Was anderes wollte ich eigentlich gar nicht wissen.

Danke!
 

bondul

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denn der SB ist für die Weiterbildung
Das ist doch nur bla, bla vom SB, dein nunmehr erlangter Bildungsabschluss wird ihm ausreichen, um dich "vermitteln" zu können, warum sollte er weitere Gelder zur Verfügung stellen?
weil nach seiner Aussage diese vom Geschäftsführer bewilligt werden muß.
Warum fragt SB diesen dann nicht, wenn du ihm so wichtig bist?

lg, bondul
 

Helga40

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A) Ich schrieb von Meisterbafög, nicht normales Bafög. Da gibt es keine Altersbeschränkung. Deine Antwort zeigt jedoch, dass du dich noch in keinster Weise mit Förderalternativen auseinandergesetzt hast.

B) Ja, hier lesen Mitarbeiter der BA oder Jobcenter mit. Ich z. B. Aber eine konkrete Antwort auf deine Problem ist nicht möglich, wenn man mangels Mitteilung, um welchen Beruf es geht, die Arbeitsmarktchancen und damit die Notwendigkeit der Weiterbildung nicht ermitteln kann.

C) Selbst deine konkrete Frage bzgl. Zustimmung des Geschäftsführers kann man nicht beantworten. Es ist doch ein Unterschied, ob es sich um ei JC mitten in Berlin mit 500 Mitarbeitern handelt oder um ein JC mit 50. Beim Ersten wäre es doch wohl sehr unlogisch, wenn sich der Geschäftsführer persönlich um Bildungsgutschein kümmern würde, oder?
 

Husky22

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@bondul: ich denke da hast Du absolut recht. Wenn ein SB der Meinung ist, das die Weiterbildung wirklich sinnvoll wäre, dann kann er den Schein ausstellen.

Die Frage, warum der SB den Geschäftsleiter nicht fragt, habe ich schon bei einem der Gespräche dem SB gestellt. Antwort "der Chef würde das sowieso nicht bewilligen, man muß da ganz genaue Gründe anführen, warum man die WB für sinnvoll hält".
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

@helga: dann hast Du anscheinend nicht richtig mitgelesen. Ich habe bereits geschrieben, das ich ein Gespräch bei der Rentenversicherung vor Ort hatte. Ausserdem habe ich mich bei der Hauptstelle noch mal telefonisch erkundigt, habe allerdings die gleiche Antwort erhalten. Ich war beim VDK - persönliches Gespräch. Auch dort ohne Erfolg. Ich habe mich per Email und Telefon bei diversen Förderstellen erkundigt. Wie ich bereits schrieb, erfülle ich hierfür nicht die Voraussetzungen. Ob ich für ein Meisterbafög die Voraussetzungen erfülle, weiß ich nicht. Werde mich diesbezüglich jetzt aber erkundigen.

Wenn ich schrieb, das das JC in Bayern ist, wird es wohl nicht in Berlin sein. Ich habe auch keine Ahnung wieviele Mitarbeiter dieses JC hat. Ob es jetzt 100 oder 200 sind wird wohl keine soo große Rolle spielen. Es ist keine Grossstadt. Die Entscheidung liegt laut Arge Nürnberg immer beim SB. Egal ob es ein sehr großes JC ist oder ein kleines.

Aber gut - ich werde mich nun anderweitig erkundigen.

Danke für die Aufmerksamkeit.

Mfg
 
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Helga40

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Was für einen Berufsabschluss erwirbt man eigentlich nach nur einem Jahr?:


Ich glaube nicht, dass das ein richtiger anerkannter Berufsabschluss ist, denn die gibt es nicht unter einer Ausbildungsdauer von 2 Jahren.

Und wenn ich das richtig sehe, hatten wir das da schon mal mit "Der Geschäftsführer entscheidet.".
 

Zermürbt38

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Ich schreibe den Berufszweig deshalb nicht rein, weil ich weiß, das diverse Mitarbeiter der JC in Foren unterwegs sind.
Ja und sollen sie doch! Du bist hier anonym unterwegs oder hast du deinem SB dein Nutzername verraten? Es gibt bestimmt tausende die diesen Beruf ausführen und sich weiterbilden wollen.
 

Agent

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Husky, was ist denn in deinem Fall anders? Was unterscheidet dich von anderen, die ebenfalls wie du gerade ihre Ausbildung in deinem Geheimberuf abgeschlossen haben?
Machen die auch erstmal eine Weiterbildung für mehrere tausend Euro? Es muss doch auch Einsteigerjobs geben...
 

Husky22

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@helga: bist Du hier um Menschen zu helfen oder nur um diesen extra noch eines "reinzuwürgen", wenn man es eh schon schwer hat? Wenn Dir dieser Thread nicht gefällt, dann laß es doch einfach. Danke jedoch für den Hinweis mit dem Meisterbafög, ich bin gerade dabei das Formular auszufüllen.

@Agent: das Problem scheint das Bundesland zu sein. Ich habe am Freitag mit dem Träger telefoniert. Laut deren Statistik wird überwiegend in NRW gefördert, Bayern sehr wenig bzw. haben sie da keine so guten Erfahrungen gemacht. Der Beruf ist staatlich anerkannt. Und kann gefördert werden. Die wollen halt einfach kein Geld ausgeben, so sehe ich das alles.

@Nena: nein das ist es natürlich nicht, aber bedenke, das es manchen Sachbearbeitern vielleicht nicht genehm ist, wenn man sich Erkundigungen einholt. Man zweifelt ja quasi an seinen Worten. Und es gibt sehr nette und hilfsbereite Mitarbeiter dort, aber auch das genaue Gegenteil. Und die sitzen halt meist am längeren Hebel. Man will es sich ja nicht noch schwerer machen als es eh schon ist. Vor allem finde ich es schon wirklich heftig, das man sich auch noch hundert mal erklären muß, warum an sich weiterbilden will. Das dürfte und sollte doch klar sein. Und ja, ich wäre auch froh endlich vom JC weg zu sein. Ich könnte mich auch in diesem Beruf selbstständig machen, das geht aber nur mit einem gewissen Budget, das ich leider nun mal nicht habe. Ich habe bisher ja schon die gesamten Kosten für die Umschulung getragen und das von H4 ohne Ersparnisse oder sonstiges.
 

Helga40

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dann hast Du anscheinend nicht richtig mitgelesen. Ich habe bereits geschrieben, das ich ein Gespräch bei der Rentenversicherung vor Ort hatte. Ausserdem habe ich mich bei der Hauptstelle noch mal telefonisch erkundigt, habe allerdings die gleiche Antwort erhalten. Ich war beim VDK - persönliches Gespräch. Auch dort ohne Erfolg. Ich habe mich per Email und Telefon bei diversen Förderstellen erkundigt. Wie ich bereits schrieb, erfülle ich hierfür nicht die Voraussetzungen. Ob ich für ein Meisterbafög die Voraussetzungen erfülle, weiß ich nicht. Werde mich diesbezüglich jetzt aber erkundigen.

Wenn ich schrieb, das das JC in Bayern ist, wird es wohl nicht in Berlin sein. Ich habe auch keine Ahnung wieviele Mitarbeiter dieses JC hat. Ob es jetzt 100 oder 200 sind wird wohl keine soo große Rolle spielen. Es ist keine Grossstadt. Die Entscheidung liegt laut Arge Nürnberg immer beim SB. Egal ob es ein sehr großes JC ist oder ein kleines.


Doch, ich habe gelesen. Dass dein JC in Bayern ist, hat du so nicht geschrieben. Du hast geschrieben, dass du "die Arge in Nürnberg" gefragt hast. Und, dass es in Bayern schwieriger ist als in NRW. Wieso du nun Bayern mit NRW vergleichst und das wohl nicht zuständige JC in Nürnberg befragt, ist genauso kryptisch wie der Rest deiner Angaben.

Im Normalfall kennt der Vermittler die haushaltspolitischen Vorgaben zur Vergabe von Vermittlungsleistungen und kann selbst entscheiden. Angesichts des Threads vom letzten Jahr scheint es Gründe zu geben, dir keine Förderung erbringen zu wollen. Sei es wegen deines zweifelhaften Gesundheitszustandes oder, weil auch mit noch einer Weiterbildung dein 1jähriger "Berufsabschluss" nicht auf dem Arbeitsmarkt gefragt ist.

@helga: bist Du hier um Menschen zu helfen oder nur um diesen extra noch eines "reinzuwürgen", wenn man es eh schon schwer hat? Wenn Dir dieser Thread nicht gefällt, dann laß es doch einfach. Danke jedoch für den Hinweis mit dem Meisterbafög, ich bin gerade dabei das Formular auszufüllen.

Es geht nicht ums "reinzuwürgen". Es geht darum, dass du Fakten nennen musst, ansonsten ist das hier völlig überflüssig. Wie der Thread in 2018.
 

Organismus

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Ich denke, dass du den Antrag schriftlich stellen solltest, im ersten Post steht, dass SB im Gespräch sich versucht herauszureden. Wäre spitze, wenn die Aussage aus Nürnberg dir schriftlich vorliegen würde, weil man das dann mit zu dem Antrag legen könnte. Einer schriftlichen Absage des SB kann man dann vlt. widersprechen, meine ich mal hier irgendwo gelesen zu haben.. Andere können dir dazu dann sicher besser helfen, sobald du was Schriftliches hast.. Mündlich ist halt immer für dich von Nachteil, wenn du von denen was willst..
 
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Husky22

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@Organismus: ich habe das auch noch mal schriftlich per Email. Kann ich ausdrucken, wird dem SB aber egal sein.

Ich versuche es jetzt mal mit dem Meisterbafög. Das Formular hab ich ausgefüllt, muß noch Kopien machen, die erforderlich sind. Abgabestelle ist das Landratsamt. Da werde ich mich morgen gleich erkundigen, ob ich da einfach so mit dem Antrag vorbeikommen kann oder einen Termin brauche. Der Träger muß auch noch ein Formular ausfüllen, das schicke ich morgen hin und dann heisst es abwarten. Denke dieser Versuch könnte eher klappen als ein erneuter Antrag beim JC. Ich werde berichten.
 

Anlando

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Die Weiterbildung würde gerade mal 10 Monate dauern. Der Abschluss wäre auch sicher, da es eher darum geht alle Kurse durchzuführen und die Aufgaben abzugeben. Es gibt keine Benotungen oder ähnliches. Ich hätte dann ein Diplom.

Ganz ehrlich: Bei mir sind alle Alarmglocken angegangen, als ich das las.

Ich arbeite selbst im Bildungswesen (und kenne das Vorgehen vieler Bildungsträger dort). Daher kann ich dir eines versichern: Bildungsträger, die Abschlüsse wie "Diplom" vergeben, sind nicht seriös. Sie spielen den Weiterbildungsabsolventen etwas vor, wenn sie diese als Studierende titulieren und ihre Zertifikate als "Diplom" ausgeben.

Denn nach dem Abschluss - im Rahmen von Bewerbungen - dürftest du weder im Anschreiben noch im Lebenslauf so etwas schreiben wie "diplomiert" oder "Diplom-XYZ". Dadurch machtest du dich ggfs. sogar strafbar, zumal in Deutschland nur Hochschulen Diplom-Grade verleihen dürfen. "Diplome" von Bildungsträgern (noch dazu ohne Benotungen) sind das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt werden.

Woran man sich im nicht hochschulischen Bildungsbereich orientieren sollte, sind Abschlüsse von Kammern (IHK, HWK) sowie ggfs. Zertifikate von großen Vereinen (im Beratungsbereich etwa DGSF, SG oder DGSv) oder im EDV-Bereich Zertifikate von Microsoft, SAP, Oracle bzw. dem jeweiligen EDV-Programm.

Im Kreativbereich zählen auch Namen von Dozenten, mit denen man werben kann (etwa anerkannte Regisseure, Dramaturgen, Intendanten etc. bei denen man eine Fortbildung absolvierte). Irgendwelche Diplome von großen Fern-"Studium"-Bildungsträgern kannst du vergessen. Dass diese Bildungsträger was anderes versprechen, ist klar. Die leben schließlich davon.

Dass du mit einer Selbstständigkeit erfolgreich sein könntest, ist ebenfalls sehr unwahrscheinlich. Und das sage ich nicht, um dir eins reinzuwürgen. Ich sage es, um aufzuklären, zumal ich jahrelang angehende Selbstständige beraten habe.

Fast niemand (unter 5%) schafft es, sich im Kreativbereich aus der (Langzeit)Arbeitslosigkeit heraus (d. h. aus dem ALG II Bezug) erfolgreich selbstständig zu machen. Denn es fehlt hier einfach an einem Netzwerk und an Kapital.
Erfolgreich machen sich im Kreativbereich (dazu zähle ich auch Online-Marketing, Digitaldesign etc.) meist jene selbstständig, die vorher jahrelang im Angestelltenverhältnis tätig waren und durch ihre dortige Arbeit ein Netzwerk an potenziellen Kunden und Kooperationspartnern aufgebaut haben.

Der Kreativbereich ist zwar einer der wenigen, wo auf formale Abschlüsse nicht so großer Wert gelegt wird (außer du planst eine Anstellung im öffentlichen Dienst), aber auch hier zählen Netzwerk und Können. Hast du bereits ein Portfolio an abgeschlossenen Projekten/Auträgen? Kannst du Referenzen nennen? Vermutlich nicht! wie auch, wenn du noch arbeitslos bist. Da du das aber nicht kannst, ist eine Selbstständigkeit aus der Arbeitslosigkeit heraus fast immer zum Scheitern verurteilt.

Sehr lesenswert ist im Kontext dieser Weiterbildungs-Fake-Diplome übrigens dieser Artikel: Studieren: Abschluss: Fake-Diplom

@Husky22: Wie Helga schon sagte: Gib uns bitte mehr Infos, was du konkret anstrebst. Dann kann ich dir auch spezifischer Tipps geben, in welchem Bereich eine Fortbildung wirklich Sinn macht. Dafür muss ich aber mehr über deinen Background wissen.
 
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Husky22

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Hallo Anlando,

erstmal danke für Deine ausführliche Erklärung! Das klingt so weit alles verständlich und in manchen Punkten stimme ich Dir da auch zu. Der Bildungsträger hat alle Zertifikate und was da noch so alles benötigt wird, um staatlich anerkannt zu sein. Ich weiß schon, welche "Einrichtungen" Du so meinst. Ich habe mich vorher auch lange informiert und mir verschiedene Träger genau angeschaut. Da sind sicherlich auch welche dabei, wo man an die 20000 Euro zahlt, um dann so ein "Diplom" in der Hand zu haben. Die eigentliche Ausbildung mache ich seit 2017. Da steht nun die Abschlussprüfung an. Wie bei jedem anderen Beruf, kann man sein Wissen erweitern. Das wird als "Diplom" bezeichnet. Natürlich muß man auch hier zu jedem Kurs Aufgaben einreichen, die geprüft werden. Man erhält dann diese Education Points. Man muß alle 10 Kurse abschliessen - dies dauert 20 Monate, und es sind sehr intensive Kurse, ich habe das Lernmaterial bereits gesehen. Ich kenne auch einige Leute, die auch bei dem Träger sind. Mit denen tausche ich mich regelmäßig aus. Ich kenne auch Leute, die dort diese Ausbildung (auch ohne Diplom) gemacht haben, und heute selbstständig arbeiten ohne Zuschuss von irgendeinem Amt. Und diese Leute arbeiten noch nicht allzu lange in der Branche. Es ist möglich, es liegt an einem selbst, wie man das umsetzt und was man daraus macht. Hat man alle Education Points geschafft, erhält man den Zugang zu einer der großen anerkannten Uni's in London. Dort kann man dann letztendlich noch den Bachelor machen. Es ist also eine äusserst umfangreiche Ausbildung und Weiterbildung - wie an sich in jedem anderen Job auch. Nur ist es halt ein künstlerische Tätigkeit im Medienbereich.

Inzwischen ist auch die Antwort auf meinen Antrag beim Amt für Meister-BAföG eingetroffen. Abgelehnt auf Grund von Paragraph 2, Absatz 1 AFBG - BBiG der HwO.

Wenn es Dir recht ist Anlando, würde ich mich mal per PN bei Dir melden.
 
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