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BG-Teilung / Umzug / Erstausstattung

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gefallmanaged

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#1
Liebes Forum,

einige zeit schon lese ich bei euch mit, nun habe ich mich endlich durchgerungen, meine frage ins forum zu stellen in der hoffnung, dass jemand eine antwort weiss auf mein problem. Es geht erst einmal ausschliesslich um die ältere tochter.

ich bin alg 2 empfängerin und alleinerziehende mutter zweier töchter. die ältere beginnt im herbst ein studium in einer 150 km entfernten stadt.

unsere wohnung ist zu teuer und wir wurden schon aufgefordert umzuziehen. die galgenfrist endet mit dem beginn des ersten semesters der tochter. wir haben für sie eine kleine wohnung gefunden, preiswert und sogar im arge-rahmen, obwohl sie dass dann nicht mehr beachten müsste. diese wohnung könnte sie problemlos allein mit ihrem bafög bewirtschaften.

außer ihrem mädchenzimmer kann ich ihr aber leider nichts mit auf den Weg geben, was sie in die neue wohnung stellen könnte.

ist es möglich, im rahmen einer erstausstattung von der arge mittel zu erhalten, damit sie sich kühlschrank, waschmaschine usw. kaufen kann? die kaution können wir gerade noch aufbringen, aber kosten wie der anschluss an das tv-kabelnetz, telefon usw. stellen für uns ein zusätzliches problem dar. wie sieht es mit den umzugs-/transportkosten aus?

die tochter wird genau dann umziehen, wenn ich mit der jüngeren ebenfalls (dann in eine kleinere und angemessene wohnung) umziehe.

die koordination von zwei umzügen, die renovierung der bisherigen wohnung und die einrichtung der beiden neuen wohnungen ist für mich momentan äußerst belastend. leider gibt es in meinem umfeld niemanden, der sich auch nur ansatzweise damit auskennt.

schon jetzt vielen dank und liebe grüße
beatrixe
 

Mario Nette

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#3
Oh ja, ähnlichen Stress kenne ich. Es ist einfach nur nervig und raubt Zeit. Als außerhalb der elternlichen Wohnung lebende BAföG-Bezieherin hat man leider keinen Anspruch auf Leistungen. Man könnte nur Folgendes versuchen: Vor dem Studium umziehen - der Umzug muss von der ARGE positiv bewertet werden, weil damit a) der Herausfall aus dem Leistungsbezug und b) der Berufsweg geebnet werden. In dem Moment steht man dann aber noch im Leistungsbezug und ich persönlich würde natürlich dann auch Erstausstattung beantragen sowie Erstattung der Umzugskosten etc.

Ferner folgender gutgemeinter Rat, damit deine Tochter nicht zu Beginn des Studiums wegen lahmarschiger ARGE oder abgelehntem Antrag ohne Kühlschrank dasteht: schaut zum Ende des vorangehenden Semesters unbedingt die schwarzen Bretter der Hochschule an. Da findet sich immer wieder etwas, weil es ja auch Studis gibt, die aus unterschiedlichen Gründen was abzugeben haben. Ferner Seiten wie alles-und-umsonst besuchen. Wenn es sich deine Tochter zeitlich leisten kann, kann sie auch mal über einen Studentenjob für die ersten Monate nachdenken. Im BAföG-Bezug hat man ja einen bestimmten Betrag, den man abzugsfrei dazuverdienen kann. Außerdem sollte natürlich das Kindergeld direkt auf ihr Konto gehen.

Mario Nette
 

Ralsom

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#4
Vor dem Studium umziehen - der Umzug muss von der ARGE positiv bewertet werden, weil damit a) der Herausfall aus dem Leistungsbezug und b) der Berufsweg geebnet werden.
netter Vorschlag - halte ich aber für absolut unrealistisch.
@gefallmanaged: meines Wissens gibt es in diesem Fall keine gesetztlichen Ansprüche auf Ausstattung der Wohnung einer Studentin. Aber vielleicht gibt es Stiftungen oder andere Initiativen, die vor Ort helfen können. Ansonsten muss wohl Unterhalt, Kindergeld,familäre Unterstützung und ein Job die nötige Unterstützung aufbringen. Aber Sekond-Hand-Laden haben preiswerte Möbel und bieten in vielen Fällen sogar Ratenzahlung an. Ihr habt wohl schon eine Wohnung gefunden? Ansonsten würde ich bei der Anmietung drauf gucken, dass z. B. eine Küche schon drin ist. Auf Waschmaschine und Kabelfernsehen besteht sowieso kein Anspruch- außer Kabel ist in den Nebenkosten schon drin.
Ansonsten vielleicht mal eine Anfrage stellen, wer in der Nähe wohnt - vielleicht kann ja einer beim Transport helfen?
 

gefallmanaged

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#5
Oh ja, ähnlichen Stress kenne ich. Es ist einfach nur nervig und raubt Zeit. Als außerhalb der elternlichen Wohnung lebende BAföG-Bezieherin hat man leider keinen Anspruch auf Leistungen. Man könnte nur Folgendes versuchen: Vor dem Studium umziehen - der Umzug muss von der ARGE positiv bewertet werden, weil damit a) der Herausfall aus dem Leistungsbezug und b) der Berufsweg geebnet werden. In dem Moment steht man dann aber noch im Leistungsbezug und ich persönlich würde natürlich dann auch Erstausstattung beantragen sowie Erstattung der Umzugskosten etc.

Ferner folgender gutgemeinter Rat, damit deine Tochter nicht zu Beginn des Studiums wegen lahmarschiger ARGE oder abgelehntem Antrag ohne Kühlschrank dasteht: schaut zum Ende des vorangehenden Semesters unbedingt die schwarzen Bretter der Hochschule an. Da findet sich immer wieder etwas, weil es ja auch Studis gibt, die aus unterschiedlichen Gründen was abzugeben haben. Ferner Seiten wie alles-und-umsonst besuchen. Wenn es sich deine Tochter zeitlich leisten kann, kann sie auch mal über einen Studentenjob für die ersten Monate nachdenken. Im BAföG-Bezug hat man ja einen bestimmten Betrag, den man abzugsfrei dazuverdienen kann. Außerdem sollte natürlich das Kindergeld direkt auf ihr Konto gehen.

Mario Nette

Hallo Mario Nette,

so hatten wir es geplant für die ältere tochter: vor dem studium umzuziehen. zuzeit ist sie mit den prüfungen beschäftigt und findet kaum die zeit, sich um den umzug zu kümmern, geschweige denn, ständig bei der arge vorzusprechen. man hat ihr aufgetragen, drei bewerbungen im monat bei der arge vorzulegen. ich frage mich, wozu das gut sein soll! was tun diese leute unserer jugend da bloß an?

die arge antwortete auf mein vorsichtiges nachfragen, dass meine tochter gar keine finanzielle unterstützung zu erwarten hätte, da sie dann auf jeden fall bafög beziehen wird und außerdem unter 25 jahre jung ist und darum per gesetz bei muttern zu bleiben hat. bafög ist später zurückzuzahlen und wer nahtlos seiner schulausbildung ein studium folgen lässt, wird in den seltensten fällen über 25 jahre alt sein, deshalb kann ich dieser argumentation nicht ganz folgen. will man erreichen, dass sie gar nicht erst umzieht, sondern täglich stunden mit der bahn unterwegs ist? was wäre dann mit den fahrtkosten?

dazu kommt noch, dass das mädchen von einer anderen abteilung in einem anderen gebäude eines anderen stadtgebietes betreut wird! als sie ihre erste einladung von der arge bekam, war ich bei dem gespräch anwesend. man hat versucht, sie von ihrem wunsch nach einem studium abzubringen! es gäbe viele schöne berufe, die kein studium erforderlich machten. deutschland und die bildung.

bisher habe ich ganz vorsichtig unsere chancen bei der arge ausgelotet und es sieht nicht so gut aus. ich werde erst einmal die von dir vorgeschlagenen anträge stellen. hoffentlich korrespondieren beide abteilungen nicht zu eng miteinander, denn meine zuständige sachbearbeiterin ist mir gar nicht wohlgesonnen. es sollte nach ihren vorgaben möglich sein, eine 4-raum-wohnung für sage und schreibe ganze 60 euro einer general-renovierung zu unterziehen! da kommt noch viel auf uns zu.

meine tochter geht in den ferien wieder arbeiten (sie beachtet immer schön die finanzielle höchstgrenze für den hinzuverdienst von schülern) und hat sich dort mit dem geschäftsführer-ehepaar angefreundet. das ehepaar unterhält eine filiale am studienort und so ist auch weiterhin ein kleines einkommen neben dem bafög gesichert.

den umzug selbst kann sie mit hilfe ihrer klassenkameraden bewerkstelligen, darin besteht nicht unbedingt das problem. uns geht es hauptsächlich um die kosten für die anmietung eines transporters, die spritkosten für diesen und eventuell für eine verpflegung für die helfenden. wir sind auf jede hilfe angewiesen, denn von meiner einrichtung wird hinterher auch nicht mehr allzuviel brauchbares übrigbleiben. die sachen haben schon etliche jahre auf dem buckel.

die argumentation, die du anführst, finde ich richtig gut! daran habe ich bisher gar nicht gedacht. kannst du mir sagen, wo ich zu diesen punkten material finde? die arge wird soetwas kaum veröffentlichen (wollen), nehme ich an.
bisher habe ich den eindruck, dass angehende studenten/studentinnen der berufsausbildung nachrangig sind. gut beraten zu sein, fühlt sich irgendwie anders an.

danke für deine hilfe!!
 

Mario Nette

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#6
Versucht es mit den Anträgen - Versuch macht kluch und vielleicht ist Ralsoms bis jetzt noch unbegründetes "unrealistisch" dann auch aufgehoben. Wenn es klappt, freut ihr euch, ansonsten sind "nur" ein paar Portokosten auf der Minusseite. Ihr habt also eigentlich nichts zu verlieren.

Achtung bei dem Ferienjob - du weißt, dass du das der ARGE angeben musst und es eingerechnet wird, wenn Töchterchen zur BG gehört?

Nahtlos von Schule ins Studium übergehen - das schafft so gut wie niemand. Es liegen immer ein paar Monate dazwischen.

"die argumentation, die du anführst, finde ich richtig gut!" - äh, welche? Mal als Wink: §§ 13 - 15 SGB I (Gesetze zur sozialen Sicherheit).


@Ralsom
Unterhalt? Familiäre Unterstützung? Hast du die familiären Umstände nicht beachtet? Und warum soll auf eine Waschmaschine kein Anspruch bestehen?


Mario Nette
 

gefallmanaged

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#7
Oh ja, ähnlichen Stress kenne ich. Es ist einfach nur nervig und raubt Zeit. Als außerhalb der elternlichen Wohnung lebende BAföG-Bezieherin hat man leider keinen Anspruch auf Leistungen. Man könnte nur Folgendes versuchen: Vor dem Studium umziehen - der Umzug muss von der ARGE positiv bewertet werden, weil damit a) der Herausfall aus dem Leistungsbezug und b) der Berufsweg geebnet werden. In dem Moment steht man dann aber noch im Leistungsbezug und ich persönlich würde natürlich dann auch Erstausstattung beantragen sowie Erstattung der Umzugskosten etc.
Versucht es mit den Anträgen - Versuch macht kluch und vielleicht ist Ralsoms bis jetzt noch unbegründetes "unrealistisch" dann auch aufgehoben. Wenn es klappt, freut ihr euch, ansonsten sind "nur" ein paar Portokosten auf der Minusseite. Ihr habt also eigentlich nichts zu verlieren.

Achtung bei dem Ferienjob - du weißt, dass du das der ARGE angeben musst und es eingerechnet wird, wenn Töchterchen zur BG gehört?

Nahtlos von Schule ins Studium übergehen - das schafft so gut wie niemand. Es liegen immer ein paar Monate dazwischen.

"die argumentation, die du anführst, finde ich richtig gut!" - äh, welche? Mal als Wink: §§ 13 - 15 SGB I (Gesetze zur sozialen Sicherheit).


@Ralsom
Unterhalt? Familiäre Unterstützung? Hast du die familiären Umstände nicht beachtet? Und warum soll auf eine Waschmaschine kein Anspruch bestehen?


Mario Nette
Hallo @Mario Nette,

danke für deine antwort und den sehr nützlichen link!

einen teil der anträge werde ich am kommenden montag einreichen. natürlich kann ich nur hoffen, dass man verständnis für unsere situation aufbringt und uns die entsprechende unterstützung gewährt. viel hoffnung habe ich allerdings nicht, denn alles, was ich bisher in erfahrung bringen konnte, ähnelt den ausführungen von @Ransolm sehr. meine taschentücher liegen bereit, mindestens die nächsten drei monate sind für kämpfe reserviert. ich habe vor ort eine fraueninitiative ausfindig gemacht, vielleicht kann mich von den frauen jemand begleiten, mein nervenkostüm hat bereits ersten schaden genommen.

die ergebnisse kann ich gern hier einstellen, wenn das interesse besteht.

wir wohnen ganz in der nähe der arge und ich kann mir auch noch das porto sparen.

mein hinweis auf deine argumentation bezog sich auf die beiden punkte „a) der Herausfall aus dem Leistungsbezug und b) der Berufsweg geebnet werden.“. das müsste doch eigentlich auch der arge einleuchten.
ich selbst habe in meiner panik und angst und hilflosigkeit immer nur mit der für mich am günstigsten sichtweise argumentiert, so beisst man leider für gewöhnlich bei der arge auf granit. ich hätte eher beginnen sollen, bei euch hier mitzulesen.

eigentlich hatten wir angenommen, dass mit dem weggang aus unserer bg die tochter von weiteren papierkriegen verschont bleibt. das war wohl ein irrtum, denn die bafög-anträge sind keineswegs besser. man wird aber wesentlich freundlicher, hilfsbereiter und verständnisvoller behandelt! anträge werden hier bearbeitet, obwohl klar ist, dass fehlende unterlagen möglicherweise erst bei studienbeginn nachgereicht werden können. selbst geld fließt dann schon. das ist eine vollkommen andere welt!

die abzugsfreie entlohnung für ferienjobs liegt doch noch bei 100 euro? das ist besonders ärgerlich, weil das studium erst im oktober beginnt und bis dahin drei „leere“ monate zu füllen sind.

eine zusätzliche frage hätte ich noch. meine sb sprach davon, mir einen 1-euro-job zuteilen zu wollen. sie meinte, ich wäre gerade jetzt wegen des umzuges und der finanziellen belastung verpflichtet, dieser arbeit nachzugehen. ich glaube nicht, dass ich das auch noch packen werde. 2 umzüge, 3 wohnungen renovieren, den ganzen papierkram und dann noch 8 stunden am tag für einen euro arbeiten und bei aller selbstständigkeit meiner töchter - ich bin trotzdem noch für sie verantwortlich. gibt es eine gesetzliche norm, dass ich diese arbeit aufgrund der umstände ablehnen kann?

zurzeit teilen wir uns zu dritt einen rechner deshalb kann ich nur unregelmässig hier schreiben. die große nutzt den pc für die prüfungen und die kleine (15) für andere schulische zwecke. ich selbst habe meist schon genug, wenn ich mit den schreiben an die behörden fertig bin.

nun habe ich doch wieder viel zu viel geschrieben und hoffe, dass den helfern nicht die augen schmerzen.

@Ransolm
wir sind allein. es gibt keinerlei anderweitige unterstützung. Hartz 4 macht alles möglich.

vielen dank und liebe grüsse
beatrixe
 

Mario Nette

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#8
Auf den Nägeln brennt mir das Blabla mit dem Ein-Euro-Job der ARGE-Tante: Ihre "Argumentation" ist totaler Unsinn, denn man kriegt ja über diesen "Job" nur den Mehraufwand erstattet, sprich: Es kommt gar nicht mehr Geld in die Kasse, weil man die Mehraufwandsentschädigung für den Mehraufwand ausgibt. Sprich: Ob ich den Job mache oder nicht - im Endeffekt habe ich a) genauso viel Geld in der Tasche und b) Zeit anders genutzt.

Ferienjob, 100 €/Monat, ja genau.

Zur Argumentation: Vielleicht findest du hier was: Arbeitslosengeld II - www.arbeitsagentur.de - seit dem 01.01.2009 hatte sich ja einiges geändert (Stichwort: Vermittlungsbudget) und da bin ich jetzt nicht ganz im Bilde. Meine Aussagen beruhten einfach auch auf menschgegebenem Nachdenken: Wenn deiner Tochter ermöglicht wird, das Studium aufzunehmen, fällt sie ja nicht nur aus dem Leistungsbezug, sondern es zählt als Ausbildung. Ich will mir nicht vorstellen, dass der ARGE das egal ist, ob jemand eine Ausbildung antreten kann oder nicht.

Mario Nette
 

gefallmanaged

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#9
Auf den Nägeln brennt mir das Blabla...
Ein „kurzer“ Zwischenbericht

gestern habe ich jeweils einen formlosen antrag für die umzugskosten und die kaution eingereicht. dazu habe ich vorerst kostenvoranschläge für umzugsfirmen, telefonanschluss und sperrmüllentsorgung abgegeben. die kopien wurden mir ohne probleme abgestempelt.

die kosten der umzugsfirmen liegen zwischen 780 und 2000. die übernahme wurde schon mal mündlich mit der begründung, die stadt hätte eine obergrenze um die 400 euro festgesetzt, abgelehnt. das amt hätte diesbezüglich entsprechende anweisungen und es gäbe keine ausnahmen. im sgb ist von obergrenzen keine rede. nun bin ich doch etwas verunsichert. welche aussage ist für mich von bedeutung? ich wurde aufgefordert, weitere kostenvoranschläge anderer firmen vorzulegen, die billiger arbeiten. telefonanschluss und sperrmüllentsorgung wurden ebenfalls mündlich abgelehnt.

im moment stehe ich gerade etwas neben mir und kann kaum noch einen klaren gedanken fassen. ich habe gelesen, dass sperrmüll usw. übernommen werden müssen, wenn der umzug angeordnet wurde. die argumentation meiner sachbearbeiterin ist, dass ich auch in der wohnung weiterleben könnte und dass mich keiner zwingen würde, auszuziehen, deshalb hätte ich auch kein recht auf diese kostenerstattung.(ich hatte hier schon erwähnt, dass zur senkung der kdu aufgefordert wurde; wir liegen z.z. mit 150 euro über der zulässigen miete.)

außerdem wurde von mir eine immatrikulationsbescheinigung der tochter verlangt, angeblich, um überhaupt eine entscheidung treffen zu können. ist das in ordnung? hier geht es doch erstmal nur um meinen umzug mit der jüngeren tochter und die ist schülerin.

nun suche ich dringend nach schlagkräftigen argumenten.
(ich muss so viel wie möglich schriftlich erledigen, um zu verhindern, dass ich jedes mal heulend vor dieser frau zusammen breche. mein beistand ist "nur" als mentale unterstützung dabei.)

ein neuer termin wurde mir vor ort verweigert, deshalb werde ich heute schriftlich um einen termin innerhalb der nächsten drei wochen mit hinweis auf die dringlichkeit (vorerst per fax) versenden.
ich sollte die weiteren kostenvoranschläge an der rezeption hinterlassen, wurde gesagt, dafür bräuchte man keinen Besprechungstermin. wenn nun jedes mal drei wochen bis zu einer aussage vergehen, werde ich wohl auf allen kosten sitzen bleiben. die zeit rennt mir davon.

meine (große) tochter hat in 14 tagen einen erneuten termin bei ihrem „vermittler“ und will da unbedingt allein hingehen. mir graust schon davor. so ist das eben mit dem erwachsen werden. man will mit ihr über die berufliche situation sprechen. wozu? sie beginnt doch im herbst ein studium und steckt in den abi-prüfungen. was soll das?

die sachbearbeiterin meinte, eine lehrstelle hätte (gem. sgb) vorrang vor einem studium, da es bei der lehre einkünfte gebe. beim studium müsste die tochter bafög beziehen, was wiederum, zumindest teilweise, einer staatlichen unterstützung gleichkäme. es scheint, als wolle man verhindern, dass hartz IV-kinder studieren. wenn sie damit durchkommt, weiß ich nicht mehr weiter.

die arbeitgelegenheit wurde vorerst verschoben, weil da wohl noch ein paar überprüfungen des trägers durchgeführt werden müssten. mir soll es recht sein!

ich freue mich über jeden hinweis und danke euch schon mal dafür.

@Mario Nette
ein besonders großes dankeschön an dich!!

liebe grüsse
beatrixe
 

Mario Nette

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#10
Also wenn ihr jetzt schon über der zulässigen Miete liegt: Habt ihr mal eine Kostensenkungsaufforderung bekommen - ja, schreibst du ja. Wenn dem so ist, muss die ARGE die Umzugskosten mindestens für dich und die Lütte auf Antrag übernehmen. Die Aussage, du könntest wohnen bleiben, ist im Prinzip gleichzusetzen mit der Meinung, eine Regelsatzkürzung wäre in Ordnung.

Sperrmüllentsorgung gehört zu einem normalen Umzug dazu, klar. Die Ummeldung des bestehenden(!) Telefonanschlusses auch, wobei mir nicht bekannt ist, dass dadurch mehr Kosten entstehen, als eine Briefmarke oder ein Telefonat verursacht. Wenn ihr innerhalb des Ortes umzieht, kommen mir 780 bis 2000 € ehrlich gesagt auch etwas viel vor. Die ARGEn argumentieren meist damit, dass der Umzug vor allem in Eigenregie durchzuführen ist. Oder um es anders zu sagen: Wagen, Sprit und Helferkosten würden sie übernehmen, aber nicht die Profis, die einpacken und tragen/schleppen. Allerdings gibt es Ausnahmen, nämlich dann, wenn man tatsächlich den Umzug in Eigenregie nicht durchführen kann, weil man etwa ohne Familie, Freunde, Führerschein, gesundheitlich beeinträchtigt, ... ist. Demnach: Das Amt muss nach Ermessen und einzelfallbezogen handeln. Dabei kann durchaus eine wie auch immer bestimmte Grenze überschritten werden, wie das z. B. in Berlin mit den KdU ist, wenn man es bis vors Sozialgericht geschafft hat.

Mündliche Ablehnung des Umzugskostenantrages ist nicht so gut. Die ARGE kann nämlich mündlich ablehnen, kommt allerdings im Zweifelsfall in Beweisnot. Daher forderst du bitte einen schriftliche Bearbeitung (nicht Ablehnung, sondern Bearbeitung), dann kann man auch dagegen vorgehen, wenn es eine Ablehnung wird.

Dass du eine Immatrikulationsbescheinigung deiner Großen jetzt noch gar nicht vorlegen kannst, sollten den Damen und Herren doch wohl einleuchten, wenn sie sich nur mal mit den Modalitäten und Gewohnheiten von Immatrikulationen beschäftigt hätten. Vorlegen kannst du allerdings, sofern schon getätigt, die Bewerbung zum Studium (Wobei: Ich glaube, dafür ist es doch auch noch zu früh, oder? Ich erinnere mich nur an damals ...).

Zu den Terminen: Warum quälst du dich da immer hin? Schriftlich ist eh besser, weil: beweisbar. Also alles in der Theke abgeben und Abgabe quittieren lassen. Wenn sie lamentieren wollen, einfach darauf bestehen, dass man schriftlich Auskunft erbittet.

Schau zu, dass du deine Große begleitet kriegst. Die weiß ja nicht ... Wenn sie partout nicht will, schärfe ihr ein, dass sie bitte vor Ort keine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben soll, so sehr SBchen auch droht. Einfach Bedenkzeit erbitten. Beistand wäre da besser, denn wenn SBchen die Bedenkzeit ablehnt und stattdessen einen Verwaltungsakt erlässt, kann man dagegen vorgehen, was nur mit Beistand wirklich von Erfolg gekrönt sein wird.

Ausbildung hat keinen Vorrang vor Studium. Man bedenke auch, dass BAföG anteilig zurückgezahlt werden muss, wenn man darüber studiert. Ferner sind die Ausbildungsvergütungen ja auch nicht gerade üppig, sodass sie ggf. auch weiterhin auf Sozialleistungen angewiesen wäre - z. B. auf BAB oder Schüler-BAföG. Von daher war's nur heiße Luft der SB.

Mario Nette
 

gefallmanaged

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#11
Also wenn ihr jetzt schon...
Hallo @Mario Nette

wir besitzen einen älteren Vertrag mit der Telekom über einen Tarif, der nun schon längst nicht mehr angeboten wird, deshalb müssten wir diesen kündigen, so die Telekom. Ob das rechtens ist, konnte ich bisher noch nicht nachprüfen. Ein Neuanschluss kostet dann um die 60,00 Euro.

Die Umzugsfirmen berechnen ihre Kosten nach Kubikmetern. Ich kann doch nun nicht den halben Hausrat vernichten, damit es in den Kostenplan der Arge passt. Bezahlen werden sie müssen, denn sie wissen, dass wir tatsächlich auf niemanden zählen können. Ein- und auspacken ist auch nicht das Problem. Es geht um den Transport, den Abbau und die Montage der Möbel in der neuen Wohnung. Solche Sachen eben. Ich bringe ihr weitere drei Kostenvoranschläge, aber billiger als 700,00 wird es bestimmt nicht.

Gleich morgen werde ich Deinen Tipp bezüglich der Einforderung der schriftlichen Bearbeitung umsetzen.

Meine ältere Tochter hat noch nicht einmal ein Abschlusszeugnis über ihr Abitur, wie soll ich da eine Immatrikulationsbescheinigung beibringen können. Ich frage mich nur, ob es diese Frau überhaupt etwas angeht.

Ja, meine Große. Ich habe ihr auch schon empfohlen, doch wenigstens aus dem Freundeskreis jemanden mitzunehmen - sie schämt sich und niemand weiß von ihrer "Hartz IV-Mitgliedschaft". Ich werde versuchen, sie noch ein wenig fitter zu machen für den Umgang mit den MitarbeiterInnen bei der Arge. Bisher habe ich sie aus all dem heraushalten können und nun erschlägt es auch sie mit voller Wucht.

Vielen Dank @Mario Nette und: ich komme wieder!

Liebe Grüße
Beatrixe
 

Mario Nette

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#12
[...] ich komme wieder!
Davon gehe ich aus ...

Du solltest natürlich die Kostenübernahme der in den Augen der SB unangemessenen Umzugskosten für deinen Einzelfall stichhaltig begründen. Da kommt dann eben sowas rein, wie der Mangel einer Fahrerlaubnis, das Nichtvorhandensein von Helfern, die eigene körperliche Situation, ...

Was den Telekom-Vertrag angeht, weiß ich nicht so recht. Ich würde einfach erst einmal ein Schreiben zustellen lassen, in welchem ich mitteile, dass ich umziehen werde und dass ich aus diesem Grund meinen Anschluss umgemeldet sehen möchte. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass der Vertrag explizit vorsieht, dass nur eine bestimmte Örtlichkeit versorgt wird.

Bezüglich deiner Großen bin ich immer noch am Überlegen. Du kannst ja nicht gezwungen werden, sie - volljährig wie sie ist - mit umzuziehen. Vor allem nicht deswegen, weil sie ja sowieso wieder wegziehen wird und ggf. die für drei Personen angemietete Wohnung wieder zu groß würde und die ARGE erneut zum Umzug auffordern würde. Das und die damit in Verbindung stehenden Kosten kannst du der ARGE ruhig mal aufschlüsseln. Ein Mädchenzimmer kriegt man in einem Sprinter umgezogen, der für 150 km im Vergleich zu einem Vollumzug nicht sooo teuer ist (wie gesagt: im Vergleich). Mir macht vor allem aber die Finanzierung ihrer neuen Bleibe Sorgen: Zieht sie zu früh um, steht die Finanzierung in Frage (wobei sie am Zielort ihrerseits einen Antrag auf ALG II stellen müsste), zieht sie sehr spät um, wird das mit den Umzugs- und Erstausstattungskosten für sie nichts, weil die ARGE da einfach auf Zeit spielt. Das Ganze wird erschwert durch die teilweise oft erst späte Antwort der Bildungseinrichtung, ob man nun angenommen ist oder nicht.

Vielleicht eine Überlegung wert: Du planst den eigenen Umzug für die Zeit der Abiturzeugnisausgabe - und zwar nur für dich und die Lütte in eine für euch beide angemessene Wohnung. Hintergedanke: Man kann dich ja nicht zwingen ... In diesem Fall ist dann akuter Handlungsbedarf hinsichtlich der Großen. Die ARGE könnte sagen, sie müsse am Ort einen neue Wohnung beziehen, sie könnte aber auch zustimmen, dass deine Große die Erlaubnis zum Wegzug in die zukünftige Studienstadt bekommt. Hat sie diese Zustimmung erst einmal, kann sie auch Umzugskosten geltend machen. Ggf. könnt ihr dann mit dem Umzugsunternehmen irgend einen Deal machen.

Mario Nette
 

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#13
Hallo Mario Nette,

bin nun schon seit 3:30 Uhr wach. Das Thema lässt mich nicht mehr schlafen.
Ich war in dieser Angelegenheit bereits bei zwei Anwälten, zwei Inis und bei einer Gewerkschaft, ich habe keinen einzigen brauchbaren Tipp erhalten und kann gar nicht beschreiben, wie froh ich bin, hier gelandet zu sein! Danke @Mario Nette, dass Du mir zuhörst!:icon_smile:

...
Bezüglich deiner Großen bin ich immer noch am Überlegen. Du kannst ja nicht gezwungen werden, sie - volljährig wie sie ist - mit umzuziehen. Vor allem nicht deswegen, weil sie ja sowieso wieder wegziehen wird und ggf. die für drei Personen angemietete Wohnung wieder zu groß würde und die ARGE erneut zum Umzug auffordern würde. Das und die damit in Verbindung stehenden Kosten kannst du der ARGE ruhig mal aufschlüsseln...
Das war meine Argumentation in der ersten (schriftlichen) Anhörung. Meine Tochter war zu dem Zeitpunkt noch minderjährig. Ich habe der Arge geschrieben, dass auch ein Schulwechsel notwendig wäre, dass die Möbel heutzutage nicht mehr auf lange Haltbarkeit ausgelegt sind usw. Das wurde akzeptiert, für ein ganzes Jahr. Dann kam die zweite Aufforderung zur Senkung der KdU und das Ende der Frist (diesmal 6 Monate) ist der erste Tag des ersten Semesters. Meiner Bitte, die Frist um einen Monat zu verlängern, wollte man nicht entsprechen.

Für uns bedeutet das nun, dass mit dem Semesterbeginn die Wohnung geräumt sein muss, obwohl noch gar nicht klar ist, ob sie angenommen wird, denn eine Nachfrage bei der Uni ergab, dass Imma-Bescheinigungen auch schon mal bis zu einem Monat nach dem eigentlichen Studienbeginn zugesandt werden. Gut, dass es für das Studienfach keinen NC gibt.

Ach, noch etwas. Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man herzlich darüber lachen. Die erste Anhörung war an meine (damals minderjährige!)Tochter gerichtet. Man teilte ihr mit, die Wohnung sei zu groß und zu teuer für sie allein. Was machen eigentlich die SachbearbeiterInnen während ihrer Arbeitszeit? Mikey Mouse-Hefte lesen?

Vielleicht eine Überlegung wert: Du planst den eigenen Umzug für die Zeit der Abiturzeugnisausgabe - und zwar nur für dich und die Lütte in eine für euch beide angemessene Wohnung
Jetzt bin ich so richtig fertig und ärgere mich über mich selbst! (Warum war ich bisher nur immer gegen Internet-Foren?)
Ich fürchte, dieser Tipp erreicht mich zu spät. Die Zeugnisausgabe findet Mitte Juli statt. Mir blieben also rund zwei Monate. Lässt sich die Arge weiterhin Zeit und davon ist auszugehen, ist es in zwei Monaten nicht zu schaffen.

Hintergedanke: Man kann dich ja nicht zwingen ... In diesem Fall ist dann akuter Handlungsbedarf hinsichtlich der Großen. Die ARGE könnte sagen, sie müsse am Ort einen neue Wohnung beziehen, sie könnte aber auch zustimmen, dass deine Große die Erlaubnis zum Wegzug in die zukünftige Studienstadt bekommt. Hat sie diese Zustimmung erst einmal, kann sie auch Umzugskosten geltend machen. Ggf. könnt ihr dann mit dem Umzugsunternehmen irgend einen Deal machen.
Mario Nette
Ich komme hiermit noch nicht ganz klar.
Der Mietvertrag läuft auf meinen Namen. D. h., ich muss die Wohnung kündigen, denn die Arge stellt die Mietzahlung ein, wenn ich die neue Wohnung bezogen habe. Der Vermieter (dann wahrscheinlich derselbe wie jetzt) wird die Mietzahlung anmahnen von der Renovierung mal abgesehen. Was mach ich in der Zwischenzeit mit dem Mädchen? Das Schlimme: sie beginnt zu leiden.

Ich habe den Verdacht, dass der Termin (Fristablauf Senkung KdU) von der Arge absichtlich so gewählt wurde, um Kosten zu sparen. wenn dieser Gedanke richtig ist, wie könnte ich das umgehen?
Zieht sie vorher um, ist sie unter 25, zieht sie nachher um, ist sie nicht mehr im ALG II-Bezug, dass hattest Du, glaube ich, auch schon erwähnt.

Dann heißt es jetzt wohl erst mal abwarten und auf einen baldigen Bescheid hoffen.

Liebe Grüße
Beatrixe
 

Mario Nette

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#14
Also du ziehst weg aus dem aktuellen Einzugsgebiet der ARGE? Du und die Lütte dürften dann ja dennoch weiterhin leistungsberechtigt sein. Die neue Wohnung muss von der dort zuständigen ARGE abgesegnet sein. Mit der Großen machst du nix. Wenn du dich zu sehr reinhängst, wird die aktuelle ARGE sagen, dass du nur "spielst" und Probleme mit dem Wegzug für die Große machen. Daher empfehle ich dir, mit deiner Großen möglichst ruhig und sachlich alles abzusprechen, was ihr tut, damit ihr euch aufeinander verlassen könnt.

Du teilst der ARGE einfach mit, dass du nur zu zweit umziehen wirst. Die zukünftige ARGE hat dann den Maßstab für einen Zwei-Personen-Haushalt anzulegen bei der Beurteilung, ob die neue Wohnung angemessen ist. Offiziell ist es also so eine Art Rausschmiss bzw. Rausekeln deiner Großen. Da du sie nicht mit umziehen wirst, muss nicht nur die ARGE handeln, sondern deine Große auch für sich, weil dann akuter Handlungsbedarf sein wird (sonst droht ja Obdachlosigkeit - das dürfte die ARGE wissen). Deine aktuelle ARGE täte also hinsichtlich ihrer Finanzen gut daran, einfach die Umzugserlaubnis für deine Große separat zu erteilen, sodass sie dann gleich in die zukünftige Stadt zieht. Zur Überbrückung kann sie dort dann ebenfalls Leistungen beantragen. Oder irgendwie anders an Geld kommen. Dass an ihrem Zielort die Miete ARGE-konform ist, wird ihr dabei entgegenkommen.

Also nochmal kurz - so schwer ist es eigentlich nicht: Plane den Umzug für zwei Leute. Es ergibt sich dann automatisch das, was mit deiner Großen passiert. Man kann dich nicht zwingen, sie mitzunehmen. Also muss sie dableiben. Wenn sie dableibt, hat sie keine Unterkunft ab dem Zeitpunkt, wo du weg bst. Wichtig dabei: Wenn sie länger dableibt, ist Handlungsbedarf, wenn die ARGE ihrem Umzug noch nicht zugestimmt hat. Dann muss sie einen eigenen Antrag stellen. Bitte das, wenn es geht, vermeiden, denn dann hat sie ja wieder Sorgen, wegzukommen.

Zur ARGE gehen, feststellen, dass man zu zweit umziehen wird. Punkt. Von der zukünftigen ARGE die Angemessenheit der zukünftigen Zwei-Personen-Wohnung bestätigen lassen. Zur gleichen Zeit der ARGE unmissverständlich machen, dass die Große Unterstützung braucht. Sie stellt also auch einen Antrag, dass ihr ein Umzug genehmigt wird. Die ARGE kann den eigentlich nicht negativ bescheiden, weil sie dann im Prinzip sagt: "Ja, wir wissen, dass Sie durch den Wegzug Ihrer Mutter obdachlos werden. Aber das ist uns egal."

Kosten hinsichtlich der Renovierung bei der ARGE geltend machen. Solche Kosten entstehen bei Umzügen üblicherweise, daher ist da auch nicht zu vermuten, dass sie vermeidbar wären.

Mario Nette
 

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#15
Hallo Mario Nette,

heute ist Feiertag, deshalb möchte ich Deine Hilfe nicht unnötig strapazieren. Ich habe mir den letzten Beitrag von Dir ausgedruckt und werde die (u.a.) organisatorischen Möglichkeiten ausloten.

Nur soviel zu Deiner Vermutung:

Also du ziehst weg aus dem aktuellen Einzugsgebiet der ARGE? Du und die Lütte dürften dann ja dennoch weiterhin leistungsberechtigt sein. Die neue Wohnung muss von der dort zuständigen ARGE abgesegnet sein. Mit der Großen machst du nix. Wenn du dich zu sehr reinhängst, wird die aktuelle ARGE sagen, dass du nur "spielst" und Probleme mit dem Wegzug für die Große machen. Daher empfehle ich dir, mit deiner Großen möglichst ruhig und sachlich alles abzusprechen, was ihr tut, damit ihr euch aufeinander verlassen könnt.
Wir wohnen in einer größeren Stadt, in der es auf Grund ihrer Größe mehrere Außenstellen gibt. Unsere Wohnung liegt so zentral, dass ich sowohl die "Haupt"-Arge als auch die Außenstelle nutzen kann und das tue ich auch. Beide sind in rd. 10 Minuten Fußweg für mich erreichbar. Für unwichtige Wehwehchen habe ich bisher immer die Außenstelle in Anspruch genommen. Auch meine zuständige Sachbearbeiterin hat hier ihre Residenz. Alle größeren Sachen ließ ich von der "Haupt"-Arge bearbeiten.

Nun dachte ich mir, da die Außenstelle recht klein ist, könnte sich das günstiger auf die Bearbeitungsdauer der Anträge auswirken. Das und vieles Andere war ein Irrtum, muss ich heute gestehen. Jeder hier scheint ein Cyborg zu sein.

Ich muss also keine weiteren Genehmigungen bezüglich des Umzuges von der "Haupt"-Arge einholen, zudem glaube ich auf Grund des Wohnungsmarktes vor Ort, dass ich dann sowieso nur noch die "Haupt"-Arge beschäftigen werde.

Das solls erst einmal gewesen sein. Ich wünsche Dir einen netten Feiertag!
 

Mario Nette

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#16
Was soll ich denn heute feiern? Christliches in der Form nicht bei mir. Selbstbeweihräucherung nicht bei mir. Mir ist sowohl das Jubilieren als auch das Saufen und Grölen zuwider, von daher guck ich mir mein Bücherregal, den dicken Kater, den Haushalt und die unzähligen Briefe und Klagen, die gemacht werden wollen, an :icon_smile:

Zur Wohnung: Naja, dann suchst du eine, die für zwei Personen der ARGE nach angemessen ist, beantragst die Umzugskosten (ich weiß, schon versucht) und schaust, dass du privat deine Große bei dem anstehenden Amtsgerangel unterstützt kriegst. Ich möchte mal auch vergleichend ein Beispiel bringen, das erläutern helfen soll, warum sich die ARGE nicht zu sperren hat: Wenn ein ALG-II-abhängiges Paar mit Kindern entscheidet, nicht mehr zusammen leben zu wollen, dann trennt es sich räumlich. Eine Unterkunft wir dann meist gegen zwei eingetauscht, weil einer eine neue braucht und die bestehende für den Rest zu groß wird, sodass die ARGE zum Umzug auffordert. In deinem Fall analog, nur dass ihr kein Paar in diesem Snne seid. :icon_party:

Und ich möchte noch einmal betonen, dass es mir nicht darum geht, deine Große auszubooten. Es sollte innerfamiliär nicht aussehen wie ein Rausschmiss o. ä., weil das ja für die zwischenmenschlichen Beziehungen nicht sonderlich förderlich ist. Deine Große will ja wegen des Studiums eh raus.

Mario Nette
 
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