BfW / IWR - Integrationsmaßnahme zur direkten Wiedereingliederung von Rehabilitanden

Palaver

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Hallo zusammen,

ich habe schon im Internet gesucht und auch hier im Forum, aber das was ich eigentlich wissen möchte, habe ich nicht so richtig gefunden. Vielleicht kann mir ja hier jemand weiterhelfen :smile:

Kurz zur Info: Ich bin bei der Arbeitsagentur angemeldet aber ohne Leistungsbezug, d. H. eigentlich nur wegen diesen Rentenanrechnungszeiten. Klar such ich einen Job, aber bis jetzt hat das leider nicht geklappt. Und alles was bis jetzt von der Agentur kam, hat auch nichts gebracht.

So jetzt hat man mir quasi über Nacht und ohne mein vorheriges Wissen einen neuen SB vor die Nase gesetzt. Das ich jetzt einen neuen SB habe, stand nur in der Einladung zur Gruppeninfo "Integrationsberatung" sprich, man hat mich in "Inga" verfrachtet.:icon_motz: Ok bin ich halt mal hin, unterschreiben musste keiner etwas. (Hätte ich auch nicht)
Neuer SB sich vorgestellt und erklärt wie es halt jetzt so weitergeht usw.

Hatte dann jetzt auch schon ziemlich schnell mein erstes Privatgespräch und meine Vorahnung hat sich auch gleich bestätigt, nämlich die, dass er eine Massnahme für mich hat.

Es hörte sich jetzt aber erstmal eher für mich unverbindlich an, weil ich soll jetzt erst mal mit jemanden von diesem BfW sprechen, ob das was für mich wäre. Aber gleichzeitig habe ich schon den Bildungsgutschein und Formular für Fahrtkostenantrag usw erhalten.

Jetzt habe ich versucht rauszufinden, was die da genau machen. Viel gefunden habe ich nicht, aber was ich gefunden habe, gefällt mir nicht so sehr. Da kämen wieder Bewerbungstraining und Auffrischung von irgendwelchen EDV Grundlagen, Arbeitsrecht und Sozialkompetenz usw auf mich zu. Zudem hört es sich mehr für Leute an, die gesundheitlich ein wenig eingeschränkt sind und z.B ihren alten Beruf nicht mehr ausüben können. Aber ich bin kerngesund....zumindest weiß ich nix anderes :wink:

Das was mich aber am meisten stört sind diese bis zu 14 Wochen Praktikum. D.H nimmt mich die erste Firma nicht darf ich zur nächsten Firma und dort Praktikum usw. Massnahme kann vorzeitig beendet werden, wenn man vorher einen Job findet.

Meine Frage ist halt, ob das jemand schon mal mitgemacht hat. Ich finde diese Massnahme ehrlich gesagt sinnlos und ich habe keinen Bock unentgeltlich 14 Wochen irgendwo rumzuhängen und am Ende steh ich wieder ohne Arbeit da.

Ich will auch kein Bewerbungstraining und simulierte Vorstellungsgespräche üben. (SB meinte so " Es wäre sicher Interessant Sie mal bei einem Vorstellungsgespräch zu sehen") Also ehrlich habe ich keinen Bock mich vorführen zu lassen. Ich hatte schon mehrere Vortellungsgespräche und habe alle geschafft. Was kann ich dafür, dass ich nur einen einigermaßen gerechten Lohn haben möchte und die alle am liebsten möchten, dass man noch Geld mitbringt.......

Hat da jemand zufällig eine Art Stundenplan, was die da genau machen? Ich wollte mich halt schonmal vorher mehr informieren, bevor ich das Gespräch dort habe. Unterschreiben tu ich dort eh nichts. Ich höre mir das jetzt mal an, aber ich glaube meine Entscheidung ist schon gefallen.
Ich habe nur etwas Angst, dass man mir dann vielleicht etwas anderes dann aufzwingen will und irgendwann mal mit Sanktionen droht. Ich bin eh schon am überlegen, ob ich mir einen Minijob zulege, damit ich die Agentur irgendwann mal wieder los werde.

Danke fürs Lesen, ist ein bißchen länger geworden

LG Palaver
 

Volker66

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AW: BfW / IWR - Integrationsmaßnahme zur direkten Wiedereingliederung von Rehabilitan

Stundenplan von solchen Maßnahmen findet man schnell im Netz.
Z.B hier: https://www.bfw-muenchen.de/fileadmin/bfw/Dokumente/Flyer_Geschäftsstellen/GS_Rosenheim/8_18_IWR_RO.pdf

Ansonsten mal google anschmeißen:

https://www.google.de/?gfe_rd=cr&ei=de7jVaiuK4WA8Qe43rygAw&gws_rd=ssl#safe=off&q=IWR+-+Integrationsmaßnahme+zur+direkten+Wiedereingliederung+von+Rehabilitanden+

Habe mal sowas in der Art mitgemacht. Waren 20 Teilnehmer und einen Arbeitsplatz haben durch / in dieser Maßnahme 0 % bekommen.

Vorherigen Maßnahmen sahen auch nicht besser aus.

Einzige Vorteil für mich war das Zertifikat was man bekommt, da kann man schön den Ofen mit anzünden, wollten mir aber leider nur eins ausdrucken.
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DonOs

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AW: BfW / IWR - Integrationsmaßnahme zur direkten Wiedereingliederung von Rehabilitan

...Kurz zur Info: Ich bin bei der Arbeitsagentur angemeldet aber ohne Leistungsbezug... .



...Ich habe nur etwas Angst, dass man mir dann vielleicht etwas anderes dann aufzwingen will und irgendwann mal mit Sanktionen droht... .

Hallo Palaver, Willkommen im Forum



Leider kann ich dir nichts zu deinem Thema raten aber wie soll man dich Sanktionieren, wenn du keine Leistung erhälst. :icon_hihi:
 

Palaver

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AW: BfW / IWR - Integrationsmaßnahme zur direkten Wiedereingliederung von Rehabilitan

Hallo Palaver, Willkommen im Forum



Leider kann ich dir nichts zu deinem Thema raten aber wie soll man dich Sanktionieren, wenn du keine Leistung erhälst. :icon_hihi:
Danke fürs Willkommen heißen.

Sanktion in solchen Fällen wie meinem, sprich "Ohne Leistungsbezug" wäre eine Vermittlungssperre und sie würden die Zeit nicht an die Rentenversicherung übermitteln. Sprich mir würden dann ca 3 Monate fehlen, was sich negativ auf die Erwerbsunfähigkeitsrente auswirken würde.
.
Ansonsten können sie bei mir nichts sanktionieren. Wahrscheinlich ist das auch ein Grund warum das bis jetzt immer ausgeblieben ist.
Vielleicht mach ich mir da auch einfach zu viel Gedanken darüber.

LG
Palaver
 

AnonNemo

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AW: BfW / IWR - Integrationsmaßnahme zur direkten Wiedereingliederung von Rehabilitan

Eine 3-monatige Vermittlungssperre und deshalb weniger Rente und möglicherweise Probleme mit einer Erwerbsunfähigkeitsrente ...

Ist dir bewusst, wie sich 3 Monate keine RV-Beiträge auf die Höhe deiner Altersrente auswirken?
Als grobes Beispiel: ein lebenslängliches Bruttoeinkommen von (z. Zt.) 2.500EUR pro Monat bedeutet eine Rente in der Höhe der Grundsicherung!
Solltest du sowieso schon weniger verdienen, macht es bei der Rente auch keinen (großen) Unterschied mehr.

... oder, sich auf die Erwerbsunfähigkeitsrente auswirkt?
Ich glaube, du musst innerhalb der letzten 5(?) Jahre eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigungszeit von 24 Monaten erreichen.

Unentgeltliches Praktikum
Deine Befürchtung; 14 Wochen (= 3,5 Monate) kostenlos ausbeuten lassen ...
BAG Az. 6 AZR 564/01 v. 13.03.2003 Urteil meinte:
Auszug aus: https://www.jurion.de/Urteile/BAG/2003-03-13/6-AZR-564_01
16 a ) Arbeitnehmer ist, wer auf Grund eines privatrechtlichen Vertrages im Dienst eines anderen zur Leistung weisungsgebundener, fremdbestimmter Arbeit in persönlicher Abhängigkeit verpflichtet ist (...). Der Arbeitnehmer erbringt seine vertraglich geschuldete Leistung im Rahmen einer von Dritten bestimmten Arbeitsorganisation. Seine Eingliederung in die Arbeitsorganisation zeigt sich insbesondere daran, daß er einem Weisungsrecht unterliegt, das Inhalt, Durchführung, Zeit, Dauer und Ort der Tätigkeit betreffen kann (...).
17 b) Demgegenüber ist ein Praktikant in aller Regel vorübergehend in einem Betrieb praktisch tätig, um sich die zur Vorbereitung auf einen - meist akademischen - Beruf notwendigen praktischen Kenntnisse und Erfahrungen anzueignen. Allerdings findet in einem Praktikantenverhältnis keine systematische Berufsausbildung statt. Vielmehr wird eine darauf beruhende Tätigkeit häufig Teil einer Gesamtausbildung sein und beispielsweise für die Zulassung zu Studium oder Beruf benötigt (...). Demnach steht bei einem Praktikantenverhältnis ein Ausbildungszweck im Vordergrund.
[...]
18 c) Nach diesen Grundsätzen haben die Vorinstanzen die Tätigkeit der Klägerin beim Staatstheater K auf der Grundlage der überreichten "Praktikantenverträge" zu Recht als Arbeitsverhältnis eingeordnet.
https://www.elo-forum.org/alg/122997-einladung-vermittlungsvorschlag.html#post1594270 #8
LSG Niedersachsen-Bremen Az. L 7 AS 242/10 B v. 12.01.2012 Beschluss meinte:
LAG Hamm Az. 11 Sa 74/12 v. 29.11.2012 meinte:
hat entschieden das Praktikum vergütet werden muss. Nach Ansicht des LAG Hamm sei kostenloses Praktikum Sittenwidrig.
https://openjur.de/u/602374.html
ArbG Berlin Az. 28 Ca 6934/07 v. 10.08.2007 meinte:
entschied, dass ein Praktikant € 10.000,00 zu zahlen sei, weil es sich um ein Scheinpraktikum handelte.
Bürgerservice Berlin - Brandenburg
LAG Schleswig Holstein Az. 4 Sa 11/05 v. 17.03.2005 meinte:
setzte sich mit der Frage auseinander Probearbeitsverhältnis, Einfühlungsverhältnis, Arbeitsleistung, Zahlungsanspruch
Der Kläger suchte ab dem 1.7.02 eine Vollzeitbeschäftigung. Vorab wurde er zwischen dem 8.6.02 und dem 25.6.02 beim Beklagten beschäftigt. Eine schriftliche Vereinbarung existiert nicht. Der Kläger verlangt Vergütung seiner Arbeitsleistung mit der Begründung, er sei von vornherein weisungsabhängig beschäftigt worden. Einer Überprüfung seiner Befähigung habe es nicht bedurft. Über einen Praktikumstest oder eine Eignungsfeststellung sei nicht gesprochen worden. Vielmehr sollte er sofort mit seiner Arbeit anfangen. Der Beklagte trägt vor, es sei zu einer Vereinbarung über ein kostenloses Praktikum gekommen, welches gegen kein gesetzliches Verbot verstoße.
(...)
Insoweit ist darauf hinzuweisen, dass im Rahmen eines echten Arbeitsverhältnisses – sei es auch nur in Form eines Probearbeitsverhältnisses – der Schutzzweck des Arbeitsrechts es verbietet, mit dem Arbeitgeber Vereinbarungen zu treffen, wonach der Arbeitnehmer sich zwar verpflichtet, für ihn weisungsabhängig tätig zu sein, der Arbeitgeber allerdings keine Gegenleistung erbringt. Zwar schließt § 612 BGB nicht aus, unentgeltliche Dienstleistungen zu vereinbaren. Die Vereinbarung eines Arbeitsverhältnisses führt jedoch stets zu einer Vergütungspflicht (ErfK-Preis, § 612 Rdnr. 1 a. E.).
(...)
Nach alledem bestand zwischen den Parteien ein Arbeitsverhältnis. Wegen der weiteren Begründung der Ansprüche des Klägers ist zur Vermeidung von Wiederholungen zu verweisen auf die Entscheidungsgründe des angefochtenen Urteils. Ihnen ist nichts hinzuzufügen.
Praxiswissen auf den Punkt gebracht | Quellenmaterial
PDF-Download: https://www.sit.de/lagsh/ehome.nsf/9541A78A99FD3BD9C1256FEF003E2DEB/$file/U_4Sa11-05%2017-03-2005.pdf
AnonNemo
 

Palaver

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Thematiker*in
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AW: BfW / IWR - Integrationsmaßnahme zur direkten Wiedereingliederung von Rehabilitan

Die Grundsicherung werde ich eh mal beantragen müssen, wie wahrscheinlich viele andere auch , da die Arbeitgeber ja nichtmal 1800 brutto bezahlen wollen. Und ich spreche hier von Vollzeitjobs. 2500 brutto und höher sind hier in der Region wohl nicht drin oder ich muss sagen sehr sehr rar gesät .

Die 3 Monate würden ja nix an meiner Rentenhöhe ändern, es geht ja nur um die Rentenanrechnungszeit und noch habe ich Anspruch auf meine Erwerbsunfähigkeitsrente für den Fall, dass ich sie benötigen würde. Agentur zahlt doch nichts mehr für mich, da werden doch nur noch Zeiten übermittelt.

LG
Palaver
 
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