Bezugsdauer ALG 1 und Bestandsschutz

ikarus

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Lieber Forenmitglieder,

ich bin nun nach 13 Monaten (8 Monate 1 Arbeitgeber und 5 Monate neuer Arbeitgeber) in der Probezeit normal gekündigt worden!
1. ich hatte aus vorhergehender Arbeitslosigkeit einen Restanspruch von 30 Tagen ALG 1.
Nun bin ich insgesamt 13 Monate wieder arbeiten gegangen und habe einen neuen Anspruch von 180 Tagen (6 X 30Tage) erworben.
Nun sagt mit die Hotline von der Arbeitsagentur mir ständen 180Tage ALG1 zu.
Wo bleibt dann der Restanspruch von 30 Tagen?
Ich meine 180 Tage plus 30 Tage = 210 Tage ALG 1 oder sehe ich das falsch?
2.Und da ich keine zwei Jahre voll habe müsste ich doch noch unter dem Bestandsschutz fallen, wo mein ALG 1 nach meinem zuletzt bezogenen ALG berechnet wird.
Oder sehe ich das falsch?
 

Fritz Fleißig

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1. Aussagen von Mitarbeitern irgendeiner "Heißen Linie" sind niemals maßgebend, sondern nur der endgültige Bescheid, der von der Leistungsabteilung erstellt wird.

2. Der alte (Rest-)Anspruch verjährt vier Jahre nach Entstehen dieses Anspruchs. Entscheidend ist der Tag der Entstehung, also in der Regel der erste Tag, für den damals ALG gezahlt wurde. Ich gehe aber anhand deiner Angaben davon aus, daß die 30 Tage Rest noch erhalten sein müßten.

3. Bestandsschutz müßte vorliegen (Bezug von ALG innerhalb von weniger als zwei Jahren vor der jetzigen Arbeitslosigkeit).
 

ikarus

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Letzte Frage!

Da ich mündlich heute meine Kündigung bekommen habe, die schriftliche folgt nächste Woche, habe ich mich heute bei der Hotline gemeldet und meine zukünftige Arbeitslosigkeit gemeldet!
Die will mir dann Termin und die Papiere die ich fürs Amt ausfüllen muss zuschicken.
Wann muss ich persönlich beim Amt erscheinen?
 
S

silka

Gast
Wann muss ich persönlich beim Amt erscheinen?
Das steht dann in dem Schreiben und ist eine Einladung.
Das ist die persönliche Arbeitslosmeldung.

Wegen deiner Fragen zum Bestandsschutz
Dauer des Anspruchs - www.arbeitsagentur.de
oder auch google unter Bestandsschutz/ALG/Fristen
Du findest alles auch für deinen Fall,sogar hier im Forum.

vorsichtig gefragt:
addiert sich die Dauer von ALG?
oder gehts hier um die Höhe des ALG?
 

ikarus

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Das steht dann in dem Schreiben und ist eine Einladung.
Das ist die persönliche Arbeitslosmeldung.

Wegen deiner Fragen zum Bestandsschutz
Dauer des Anspruchs - www.arbeitsagentur.de
oder auch google unter Bestandsschutz/ALG/Fristen
Du findest alles auch für deinen Fall,sogar hier im Forum.

vorsichtig gefragt:
addiert sich die Dauer von ALG?
oder gehts hier um die Höhe des ALG?
Hallo Silka,

es geht um Beides!

So wie ich Fritz Fleißig verstanden habe kommen auf meine erarbeiteten 180 Tage ALG1 noch der alte Rest von 30 Tagen dazu.
Soll heißen, ich würde dann 210 Tage ALG 1 bekommen und das in der Höhe meines zuletzt bezogenen ALG,1 dass höher war als das was ich bekommen würde wenn mein jetziges geringeres Gehalt zugrunde gelegt würde.

Wenn einer das anders sieht, bitte schreiben, bin für jeden Rat dankbar!

Gruß
Ikarus


PS:

Kann es sein wenn man immer nur befristete Verträge für 1 Jahr hat, man theoretisch auf 4 x 6 Monte = 24 Monate ALG kommen kann?
 

Fritz Fleißig

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Das siehst du schon richtig. Du müßtest 30 + 180 = 210 Tage ALG bekommen, und in der Höhe mindestens den Satz, den du zuvor hattest.

Ganz nebenbei noch bemerkt: mündliche Kündigungen gibt es nicht. Eine Kündigung muß immer schriftlich (Brief mit eigenhändiger Unterschrift eines Kündigungsberechtigten) erfolgen, damit sie rechtswirksam ist. Von daher hättest du dich aufgrund der rechtlich unverbindlich avisierten Kündigung noch gar nicht arbeitssuchend melden müssen. Es schadet aber auch nicht.

Nachtrag zum P.S.: nein, denn die Höchstdauer von 12 Monaten ALG-Bezug kann niemals überschritten werden (für Ältere mit 50+ Jahren entsprechend mehr).
 

ikarus

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Das siehst du schon richtig. Du müßtest 30 + 180 = 210 Tage ALG bekommen, und in der Höhe mindestens den Satz, den du zuvor hattest.

Ganz nebenbei noch bemerkt: mündliche Kündigungen gibt es nicht. Eine Kündigung muß immer schriftlich (Brief mit eigenhändiger Unterschrift eines Kündigungsberechtigten) erfolgen, damit sie rechtswirksam ist. Von daher hättest du dich aufgrund der rechtlich unverbindlich avisierten Kündigung noch gar nicht arbeitssuchend melden müssen. Es schadet aber auch nicht.

Nachtrag zum P.S.: nein, denn die Höchstdauer von 12 Monaten ALG-Bezug kann niemals überschritten werden (für Ältere mit 50+ Jahren entsprechend mehr).
Heißt das wenn man einmal im Leben 12 Monate ALG bezogen hat es sei denn man wird 55 Jahre oder 58 Jahre nie mehr ALG 1 bekommt obwohl man das erarbeitet hat?

Das verstehe ich nicht!

Ich versuche es nochmal zum besseren Verständnis. Ich habe einmal 12 Monate ALG1 ausgeschöpft, danach habe ich wieder ein Jahr gearbeitet, also neuer Anspruch.
Bekomme ich jetzt wieder 6 Monate ALG1 oder nichts mehr?
 

ZynHH

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Heißt das wenn man einmal im Leben 12 Monate ALG bezogen hat es sei denn man wird 55 Jahre oder 58 Jahre nie mehr ALG 1 bekommt obwohl man das erarbeitet hat?

Das verstehe ich nicht!
Ich habe das so verstanden, dass du nie mehr als 365 Tage Alg I Anspruch am Stück haben kannst(für Ältere mit 50+ Jahren entsprechend mehr).

Also dadurch dass die Ansprüche nach 4 Jahren verfallen, kannst du keine 24 Monate ALG I aufbauen, z.b....
 

Fritz Fleißig

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Ja, genauso war es auch gemeint. Immer maximal 12 Monate ALG-Anspruch am Stück, beziehungsweise entsprechend mehr bei Älteren mit 50+ Jahren.
 

ikarus

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Ich habe das so verstanden, dass du nie mehr als 365 Tage Alg I Anspruch am Stück haben kannst(für Ältere mit 50+ Jahren entsprechend mehr).

Also dadurch dass die Ansprüche nach 4 Jahren verfallen, kannst du keine 24 Monate ALG I aufbauen, z.b....
Vielleicht bin ich begriffsstutzig, man möge mir verzeihen!

Also noch mal zu meinem Fall!
55 Jahre - 540Tage-=18 Monate Bezugsberechtigung
Mein erstes ALG habe ich 2008/09 für 5 Monate bezogen
Dann befristeter Vertrag 18 Monate.
Dann ALG für 17 Monate
Macht zusammen 23 Monate.

Jetzt (zusammenhängend) 14 Monate befristet gearbeitet.
Meine Rechnung ist, Neuerwerb von ALG = 6 Monate und 1 Monat Restanspruch. = 7 Monate die ich jetzt noch bekomme!
Oder?
Würde heißen das ich von 2008, 23 Monate verbrauchtes ALG + jetzt neu erworbenen Anspruch von 7 Monate ALG bekomme.
Würde von 2008 bis jetzt 30 Monate ALG 1 bedeuten, stimmt das?
Ich hätte es gern anders aber es gibt nur noch befristet Arbeitsplätze für mich!
 

Fritz Fleißig

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Es gibt keine Obergrenze für das im Laufe des Berufslebens insgesamt bezogene ALG, sondern immer nur altersentsprechende Obergrenzen für den jeweils entstehenden Anspruch.

Deine Rechnung mit den 7 Monaten Anspruch sollte schon stimmen, soweit ich das übersehen kann.

Laß dir das von der Leistungsabteilung der Arbeitsagentur genau erläutern, falls etwas unklar sein sollte. Auf Aussagen von "Heißlinien-Mitarbeitern" kann man sich meist nicht verlassen.
 

ikarus

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Es gibt keine Obergrenze für das im Laufe des Berufslebens insgesamt bezogene ALG, sondern immer nur altersentsprechende Obergrenzen für den jeweils entstehenden Anspruch.

Deine Rechnung mit den 7 Monaten Anspruch sollte schon stimmen, soweit ich das übersehen kann.

Ich weiß nun Bescheid.
Besten Dank
 

ikarus

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Da ich jede Arbeit angenommen habe auch Befristete und unter meinem Arbeitslosengeld, habe ich noch eine Frage:

Ich werde nun wieder arbeitslos und habe das mit der Arbeitssuchendmeldung alles erledigt.

Wenn ich bis zum 31.7.13 keine neue Stelle gefunden habe,
erster Termin beim Sachbearbeiter am 10.7.13 und der mir nun Stellen mit dem geringen Verdienst andrehen will, ich aber nach dem ALG 1 - Bestandsschutz ein höheres ALG zu erwarten habe und nun eine Stelle mit wieder niedrigeren Verdienst ablehne, kann dann mit Sperrzeiten gedroht bzw. ausgesprochen werden?


Wie seht ihr das?
 

Fritz Fleißig

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Lies dir bitte mal § 140 SGB III durch, da stehen die Zumutbarkeitsgrenzen genau drin. In den ersten drei/sechs Monaten ist sowieso nicht das ALG, sondern der letzte Bruttoverdienst (genauer: das der Bemessung zugrundeliegende durchschnittliche Arbeitsentgelt = Bemessungsentgelt) mit maximal 20/30 % Abschlag maßgebend .

Wenn du Bestandsschutz hast, ist der Vergleichsmaßstab mindestens das Bemessungsentgelt aus der ersten Beschäftigung (unter Berücksichtigung der vorgenannten Prozentwerte).

Mit Sperrzeiten "drohen" kann ein SB immer, vor allem mündlich. Sie durchsetzen allerdings nicht unbedingt, siehe vorher. :icon_laber:
 
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