Bezirkspersonalrat NRW der Bundesagentur zu Vermittlungsstatistiken (1 Betrachter)

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wolliohne

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Wir nehmen wahr, dass innerhalb der Agenturen die Diskussion eine andere ist, als die in den offiziellen Presseerklärungen und Interviews derBA – Vorstandoder dem Vorstandsvorsitzenden Weise…
Welchen Sinn macht es, z.B. die Vermeidungsquote von Übertrittenin die Arbeitslosigkeit einzig und allein daran festzumachen, ob am Tag der vorgesehenen Arbeitslosigkeit diese nicht eingetreten ist? Wie die Arbeitslosigkeit an diesem Tag verhindert wird, interessiert keinen. Ob durch Krankheit der Bewerber/innen, durch eine Bildungsmaßnahme, die genau an diesem Tag beginnt oder ob es gelungen ist, die Bewerber/innen tatsächlich unmittelbar in einen neuen Job zu vermitteln, all das wird als der gleiche Erfolg gefeiert.
Das versteht nur außerhalb der Bundesagentur niemand, auch die Kolleg/innen des operativen Bereicheskönnen diese Denkweise nicht nachvollziehen…
Was hat das zu tun mit der Vermeidungsquote, so, wie sie seitens der Zentrale definiert und vorgegeben wurde? In den meisten Fällen gar nichts….
Quelle: BPR-News, Veröffentlichung des Bezirkspersonalrats der Regionaldirektion NRW [PDF - 168 KB]
 

wolliohne

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Nochmals: Bezirkspersonalrat NRW der Bundesagentur zu Vermittlungsstatistiken
Siehe Hinweis Ziffer 5 der gestrigen Hinweise des Tages Ein Jobcenter-Mitarbeiter schreibt uns u.a. dazu ergänzend: Der Geschäftsführung ist es gleichgültig, ob der Saisonauftrag einer ZA-Firma 1000 Integrationen zu sowohl prekären Löhnen und Arbeitsbedingungen als auch nur für ein oder zwei Monate befristet geschaffen hat, Hauptsache die Integrationszahlen für den jeweiligen Berichtsmonat haben gestimmt. Wenn dieser Auftrag auch noch zusätzliche Fördermittel beansprucht, wird man das im Zweifel sogar positiv bewerten, immerhin verringert sich dadurch das jeweilige Jahresbudget. Wenn vor der Arbeitsaufnahme beispielsweise eine 4-wöchige Weiterbildung finanziert werden muss, dann gibt es kaum eine Agentur oder ein Jobcenter das nicht gleich noch den passenden Bildungsträger an der Hand hat, bei dem die Kunden das benötigte Zertifikat ablegen können. Der unbedarfte Leser mag fragen, wo hier das Prinzip der Wirtschaftlichkeit bleibt, mit dem sich der der Vorstand der BA so gern schmückt; die Antwort ist klar: es wird mit Füßen getreten, Hauptsache die vorab definierten Controlling-Ziele werden erreicht. Nur in Bezug auf das “Führen durch Ziele” wähnt sich die BA klar auf Augenhöhe mit den von ihr so hochverehrten Wirtschaftsunternehmen.
Der Personalrat hat mit seiner Reaktion eines von unzähligen Beispielen genannt, wohin der Controlling-Wahn im “operativen Geschäft” (wie es neuerdings gern genannt wir) führt, ich will einige andere Beispiele anführen. Die Kundenkontaktdichte (auch eine wichtige Zielgröße) wird genau dann verfehlt, wenn ein persönlicher oder telefonischer Kontakt nach exakt beispielsweise 6 Wochen nicht hergestellt werden konnte, erscheint der Kunde auch nur einen Tag später, bleibt das Ziel dennoch verfehlt. Wenn eingekaufte Maßnahmen nicht ausreichend besetzt werden können, weil es nicht genügend geeignete Kunden gibt, werden Anweisungen erlassen, wie viele Zuweisungen zu diesen (nicht selten völlig nutzlosen) Maßnahmen pro Team bzw. pro Mitarbeiter bis zum Stichtag x auszufertigen sind. Wenn Sie glauben, im Folgejahr würde man auf den Einkauf dieser Maßnahmen verzichten bzw. deren Umfang verringern, muss ich Sie enttäuschen. Das hehre Ziel einer JEDEN Dienststelle ist es, die eingestellten Mittel im Kalenderjahr zu 100% zu verbrauchen, um im Folgejahr keinen Cent weniger zur Verfügung gestellt zu bekommen. Prinzip der Wirtschaftlichkeit? Fehlanzeige.
Individuelle, maßgeschneiderte Lösungen im Sinne der beruflichen Zukunft des Kunden? Keine Spur, es geht um Zahlen, Zielwerte und um Karrieren. Vergessen Sie die Hochglanzbroschüren die in Ihren Arbeitsagenturen ausliegen, in denen Ihnen erklärt wird, dass Sie als Kunde im Mittelpunkt stehen. Das gilt sehr wahrscheinlich für einige Arbeitsvermittler, Ihre persönlichen Ansprechpartner, die täglich den schmalen Grat zwischen dem Zwang zum Erreichen ihrer Zielwerte und ihrem womöglich noch erhaltenen Verständnis von Kundenorientierung gehen müssen und damit, wie im Falle von Frau Hannemann, auch manchmal bis an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stoßen, aber es gilt nicht und galt noch nie für “Ihre Agentur für Arbeit” oder “Ihr Jobcenter”.
Abschließend lässt sich festhalten, dass sich die Geschäftsführung in Nürnberg seit Jahren ausschließlich durch Selbstgerechtigkeit, Ignoranz, Unwissen über das tägliche Versagen ihres eigenen Systems und völliger Inkompetenz auszeichnet. Und wenn Sie glauben ich übertreibe möchte ich Ihnen versichern, dass sehr viele mir bekannte Kolleginnen und Kollegen nichts anderes zu berichten hätten, würde man sie fragen und würde ihnen endlich einmal jemand zuhören.
 

Paolo_Pinkel

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»Frust und Verzweiflung«

Bei der Bundesagentur für Arbeit läuft offenbar noch mehr schief, als bislang bekannt

Ein Papier des Bezirkspersonalrates Nordrhein-Westfalen zeigt, wie angespannt die Situation in den Jobcentern ist. Fragwürdige Vermittlungskonzepte, manipulative Zielvorgaben und Probleme mit der neuen E-Akte bringen viele Angestellte auf die Palme.
==> 26.07.2013: »Frust und Verzweiflung« (neues-deutschland.de)
 
E

ExitUser0090

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AW: »Frust und Verzweiflung«

Die Kommunikation in der Behörde ist nachhaltig gestört. So resümiert Lowien, dass BA-Führung und BA-Mitarbeiter »in zwei unterschiedlichen Welten leben«.
Einfach auflösen und fertig. :rolleyes:
 
E

ExitUser

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AW: »Frust und Verzweiflung«

Einfach auflösen und fertig.
und was soll dann kommen ?
sollen die kommunen das selber dann regeln den Arbeitsmarkt ?
nee du lass die BA mal stehen ^^ so haben wir das noch in der Hand und nicht die kommunen wie man sehen kann diese optionsdinger
ist viel schlimmer als die BA
 

jockel

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AW: »Frust und Verzweiflung«

und was soll dann kommen ?
sollen die kommunen das selber dann regeln den Arbeitsmarkt ?
nee du lass die BA mal stehen ^^ so haben wir das noch in der Hand und nicht die kommunen wie man sehen kann diese optionsdinger
ist viel schlimmer als die BA
Die Optionskommunen und Jobcenter schwimmen in ihren eigenem Saft und sehen nur bis zu ihrer Hoheitsgrenze und nicht weiter. Ist wie bei den Geschäftsführern und Personalern in den Betrieben - nur bis zum Betriebszaun und auch nicht drüberhinaus sehen. Eine gemeinsame Zusammenarbeit über mehrere Jobcenter hinweg gibt es nicht.

Eben hinter den 7 Bergen bei den 7 Zwergen

7-Zwerge-Song

Optionskommunen und Jobcenter - Das ist Organisierung von kleinkariertem Föderalismus wie in feudaler Kleinstaaterei.
 

jockel

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AW: »Frust und Verzweiflung«

Nur offizielle machen, was normal denkenden eh klar ist, reine Verwaltung der Auszahlung. Arbeit haben die eh keine zu vermitteln.......
Wollen sie nicht mehr. Diese Aufgabe haben sie in Privathände abgetreten - private Arbeitsvermittler, private Bildungsträger und Leih- und Zeitbuden.

Arbeitsagenturen und Jobcenter reduzieren sich in ihrer Dienstleistungsqualität auf das Niveau von Un- und Angelernten.
 

Bambi_69

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AW: »Frust und Verzweiflung«

Arbeitsagenturen und Jobcenter reduzieren sich in ihrer Dienstleistungsqualität auf das Niveau von Un- und Angelernten.
Fassen wir also zusammen: Vollzeitstellen können sie nicht vermitteln, da zu wenig da. Sie haben von nix eine Ahnung (davon aber eine Menge!) und die rechte Hand weiß nicht was die linke tut.
Das Einzige was sie können ist, Druck aufbauen, Hilfesuchende falsch beraten und drangsalieren sowie ein Heer von Maßnahmeträgern und Zeitbuden mit Frischfleisch bedienen. Und sie kosten den Steuerzahler eine Menge Geld. Zuviel Geld für das was am Ende herauskommt.
Die, die Arbeit finden, finden diese auch ohne Arbeitsagenturen oder Jobcenter. Diejenigen, die keine finden, finden sie auch mit SBchen und Co. ebenso nicht. Eine überflüssigere "Behörde" hat vermutlich die Welt noch nicht gesehen. Aber unsere Regierung ist von ihr so begeistert, dass man sie gleich europaweit vermarkten möchte. :icon_confused:
 

Martin Behrsing

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habe beide Themen zusammen geführt. Bitte schaut doch einfach mal, ob wir nicht gleiche Themen schon hier haben
 

götzb

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AW: »Frust und Verzweiflung«

Einfach auflösen und fertig. :rolleyes:
So abwegig nicht, bzw. umstrukturieren.
Als reinen Arbeitsvermittlungsservice.
So ein Service der passende Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenbringt.

Daneben eingehend die Auszahlung der Gelder über das Finanzamt, basierend auf einen garantierten Grundeinkommen auf H.4 Basis.
Das heißt Steuererklärung einmal im Jahr statt alle 6 Monate H.4 Verlängerungsantrag.

Unter dem Strich würde das Kosten senken, Bürokratie entkernen und allen zugute kommen; ich weiß ich bin ein Träumer... aber man kann ja mal vom Idealfall träumen...:icon_hihi:
 

0zymandias

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AW: »Frust und Verzweiflung«

[...]
Das Einzige was sie können ist, Druck aufbauen, Hilfesuchende falsch beraten und drangsalieren sowie ein Heer von Maßnahmeträgern und Zeitbuden mit Frischfleisch bedienen.[...]Eine überflüssigere "Behörde" hat vermutlich die Welt noch nicht gesehen. Aber unsere Regierung ist von ihr so begeistert, dass man sie gleich europaweit vermarkten möchte. [...]
Genau genommen bauen sie den Druck nicht auf, sondern leiten ihren eigenen Druck nur ganz elastisch weiter. (Man könnte hier etwas Kluges schreiben über Fische und Köpfe und Geruch :biggrin: )

Und nochmal genau genommen ist unsere Regierung deswegen so begeistert, weil diese mit Behördenaufgaben betraute Institution genau das tut, was sie soll: die richtigen Zahlen produzieren.
Extern sind das die Arbeitslosenstatistiken, intern sind das die Kennzahlen des Controllings wie z.B. Quote der abgeschlossenen EGVs, Quote der Sanktionen (Da müssen wir aber noch ein paar nachlegen, Frau Müller!), Füllgrad der en gros eingekauften Maßnahmen-Blöcke (Dann hat der eben zwei Doktor-Titel, der lernt jetzt Kochen und Spazierengehen! Schreiben Sie dem die Zuweisung, Herr Schmitz!), etc. p. p.

Die eigentlichen, öffentlich genannten Ziele sind dabei höchstens randständig auf dem Schirm.
Wer also glaubt, dass ein Arbeitsvermittler Arbeit vermittelt, der glaubt auch, dass ein Zitronenfalter ... (Der geneigte Leser möge diesen Satz bitte zu Übungszwecken in Eigenarbeit vervollständigen :biggrin: )


Die Kommunikation in der Behörde ist nachhaltig gestört. So resümiert Lowien, dass BA-Führung und BA-Mitarbeiter »in zwei unterschiedlichen Welten leben«.
Einfach auflösen und fertig. :rolleyes:
Insgeheim hegte ich schon immer den Verdacht, bestimmte Verhaltensweisen wären am ehesten durch extraterrestrische Aktivitäten erklärbar. Hm-ja :biggrin:
 

BibiBlocksberg2009

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AW: »Frust und Verzweiflung«

Arbeitsagenturen und Jobcenter reduzieren sich in ihrer Dienstleistungsqualität auf das Niveau von Un- und Angelernten.
Dienstleistungsqualität :icon_lol:
Integrations"fachkraft" :icon_lol:

.... und wie schiebt man noch gleich das Papier in den Drucker?
.... ich kann Ihre Tabelle (per Mail erhalten) nicht ausdrucken, mein Drucker druckt nur im Hochformat
.... ich kann das gewünschte Formular momentan nicht finden (Dienst-PC!!!!)
.... und was war Ihr Beruf?
.... das weiß ich leider auch nicht
.... dazu kann ich leider nichts sagen
.... da erwischen Sie mich heute auf dem falschen Fuß
.... für Ihre Fragen habe ich leider keine Zeit mehr
....
 

0zymandias

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Interessant. Immerhin merken sie schon mal was:
Controller/innen als Allzweckwaffe, Controlling als Allheilmittel, zu solchen Mitteln kann man nur greifen, wenn die wirklichen Ziele des Sozialversicherungsträgers Bundesagentur nicht mehr gesehen und die vorhandene Kompetenz der eigenen Belegschaft nicht mehr wahrgenommen wird.
Jut, die Sache mit der Kompetenz nehme ich genauso wenig wahr wie Bibi im Posting über diesem hier, aber sonst isses schon mal richtig.
Jetzt müsste irgendwer darauf hinweisen, dass auch durch Quotensanktionen unter das Existenzminimum gestraft wird.
(Sorry, schon wieder alles falsch: Sanktionen sind keine Strafe. Sie dienen der Beförderung einer Verhaltensänderung.)
 

jockel

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AW: »Frust und Verzweiflung«

Dienstleistungsqualität :icon_lol:
Integrations"fachkraft" :icon_lol:

.... und wie schiebt man noch gleich das Papier in den Drucker?
.... ich kann Ihre Tabelle (per Mail erhalten) nicht ausdrucken, mein Drucker druckt nur im Hochformat
.... ich kann das gewünschte Formular momentan nicht finden (Dienst-PC!!!!)
.... und was war Ihr Beruf?
.... das weiß ich leider auch nicht
.... dazu kann ich leider nichts sagen
.... da erwischen Sie mich heute auf dem falschen Fuß
.... für Ihre Fragen habe ich leider keine Zeit mehr
....
Dem Drucker ist das Hoch- und Seitenformat völlig egal, mit einer Ausnahme - bei einem Typenraddrucker - so wie bei einer Schreibmaschine. Bei den Dingern konnte man auch nicht die Schrifthöhe oder den Schriftstil verändern.

Alle anderen Drucker kippen den Ausdruck um 90 Grad und skalieren die Schrift beliebig.

Und miittlerweile gibt es Layout und Designprogramme wie QuarkXPress oder Adobe In Design, die die Seitenlayout selbstständig umbrechen vom Print zum Web oder Bildschrirmgröße des mobilen Endgeräts.

Mit dem Einlegen des Papiers habe ich manchmal auch Probleme bei schon bedruckten Seiten, wenn ein Blatt beidseitig bedruckt werden soll und die Schrift auf der Rückseite im Vergleich zur Vorderseite nicht auf den Kopf stehen soll.

Noch problematischer ist der Seitendruck für ein Buch oder eine Broschüre, wenn die Seitenreihenfolge unter Beachtung der Falzung korrekt sein soll.
 
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