Beworben ohne Aufforderung, muss ich Job annehmen?

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_Sandra_

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Ich habe da mal eine Frage ... Es ist ja klar, dass ich die Jobs auf jeden Fall annehmen muss, welche mir die Agentur bzw. ArGe zusendet und eine Rechtshilfebelehrung dabei ist.

Was ist allerdings, wenn ich mich auf einen Job aus der Zeitung bewerbe (also von mir selbst aus) und sich dann herausstellt, dass diese Stelle/Arbeitgeber die totale Katastrophe ist. Also sage ich den Job ab. Was ist, wenn die ArGe durch irgendeinen bl├Âden Zufall herausbekommt, dass ich mich da beworben habe und den Job abgelehnt habe? Versto├če ich dann gegen meine EGV und bekomme eine K├╝rzung?

├ťber Antwort w├╝rde ich mich freuen!
 

Paolo_Pinkel

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Ich habe da mal eine Frage ... Es ist ja klar, dass ich die Jobs auf jeden Fall annehmen muss, welche mir die Agentur bzw. ArGe zusendet und eine Rechtshilfebelehrung dabei ist.

Falsch! Nur wenn sie zumutbar sind! Nur wenn DAS nicht zutrifft:

(1) Dem erwerbsf├Ąhigen Hilfebed├╝rftigen ist jede Arbeit zumutbar, es sei denn, dass 1.er zu der bestimmten Arbeit k├Ârperlich, geistig oder seelisch nicht in der Lage ist,
2.die Aus├╝bung der Arbeit ihm die k├╝nftige Aus├╝bung seiner bisherigen ├╝berwiegenden Arbeit wesentlich erschweren w├╝rde, weil die bisherige T├Ątigkeit besondere k├Ârperliche Anforderungen stellt,
3.die Aus├╝bung der Arbeit die Erziehung seines Kindes oder des Kindes seines Partners gef├Ąhrden w├╝rde; die Erziehung eines Kindes, das das dritte Lebensjahr vollendet hat, ist in der Regel nicht gef├Ąhrdet, soweit seine Betreuung in einer Tageseinrichtung oder in Tagespflege im Sinne der Vorschriften des Achten Buches oder auf sonstige Weise sichergestellt ist; die zust├Ąndigen kommunalen Tr├Ąger sollen darauf hinwirken, dass erwerbsf├Ąhigen Erziehenden vorrangig ein Platz zur Tagesbetreuung des Kindes angeboten wird,
4.die Aus├╝bung der Arbeit mit der Pflege eines Angeh├Ârigen nicht vereinbar w├Ąre und die Pflege nicht auf andere Weise sichergestellt werden kann,
5.der Aus├╝bung der Arbeit ein sonstiger wichtiger Grund entgegensteht.

(2) Eine Arbeit ist nicht allein deshalb unzumutbar, weil 1.sie nicht einer fr├╝heren beruflichen T├Ątigkeit des erwerbsf├Ąhigen Hilfebed├╝rftigen entspricht, f├╝r die er ausgebildet ist oder die er ausge├╝bt hat,
2.sie im Hinblick auf die Ausbildung des erwerbsf├Ąhigen Hilfebed├╝rftigen als geringerwertig anzusehen ist,
3.der Besch├Ąftigungsort vom Wohnort des erwerbsf├Ąhigen Hilfebed├╝rftigen weiter entfernt ist als ein fr├╝herer Besch├Ąftigungs- oder Ausbildungsort,
4.die Arbeitsbedingungen ung├╝nstiger sind als bei den bisherigen Besch├Ąftigungen des erwerbsf├Ąhigen Hilfebed├╝rftigen,
5.sie mit der Beendigung einer Erwerbst├Ątigkeit verbunden ist, es sei denn, es liegen begr├╝ndete Anhaltspunkte vor, dass durch die bisherige T├Ątigkeit k├╝nftig die Hilfebed├╝rftigkeit beendet werden kann.

(3) Die Abs├Ątze 1 und 2 gelten f├╝r die Teilnahme an Ma├čnahmen zur Eingliederung in Arbeit entsprechend.
SGB II ┬ž 10 Zumutbarkeit

Was ist allerdings, wenn ich mich auf einen Job aus der Zeitung bewerbe (also von mir selbst aus) und sich dann herausstellt, dass diese Stelle/Arbeitgeber die totale Katastrophe ist. Also sage ich den Job ab. Was ist, wenn die ArGe durch irgendeinen bl├Âden Zufall herausbekommt, dass ich mich da beworben habe und den Job abgelehnt habe? Versto├če ich dann gegen meine EGV und bekomme eine K├╝rzung?

Nein! Dieses "herausssellen" setzt voraus, dass ein Unternehmen deine Daten an die ARGE weitergeben darf. Hast du diesem Unternehmen deine n├Âtige Einwilligung gegeben? Art. 2 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG

Siehe auch hier:
Informationelle Selbstbestimmung ├óÔéČÔÇť Wikipedia

Ferner ist es kein Vermittlungsvorschlag mit Rechtsfolgebelehrung der ARGE. Eine Sanktion w├Ąre so nicht m├Âglich.


├ťber Antwort w├╝rde ich mich freuen!

Gruss

Paolo
 
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Was ist allerdings, wenn ich mich auf einen Job aus der Zeitung bewerbe (also von mir selbst aus) und sich dann herausstellt, dass diese Stelle/Arbeitgeber die totale Katastrophe ist. Also sage ich den Job ab. Was ist, wenn die ArGe durch irgendeinen bl├Âden Zufall herausbekommt, dass ich mich da beworben habe und den Job abgelehnt habe? Versto├če ich dann gegen meine EGV und bekomme eine K├╝rzung?

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Die haben keine Rechtsfolgebelehrung und du musst sie nicht annehmen. Trotzdem musst du alles unternehmen, um deine Arbeitslosigkeit zu beenden. Der Ärger ist vorprogrammiert, denn die werden dir eine SAnktion auferlegen und du wirst zum Anwalt gehen müssen.

Letztendlich wirst du dein Geld wieder zur├╝ckbekommen. Es wird aber sehr nervig.
 
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Der Ärger ist vorprogrammiert, denn die werden dir eine SAnktion auferlegen und du wirst zum Anwalt gehen müssen.
Eine Sanktion wegen? Also die Begr├╝ndung w├╝rde ich dann gerne lesen.

bei mir wars mal so, dass ich von mir aus zu ner Zeitarbeit bin (ja schlagt mich) und der Herr mir eine Helfert├Ątigkeit geben wollte f├╝r 5,18ÔéČ/Stunde (die 18 cent kamen drauf, weil ich eine abgeschlossene Lehre hab :icon_twisted: ), hab das gro├čz├╝gigerweise dann dankend abgelehnt. (mir f├Ąllt gerade ein, dass ich 1989 mal einen Ferienjob hatte als K├╝chenhilfe, da gabs 12Mark, McD hat damals sogar schon 12Mark gezahlt.....finde ich gut, dass der Lohn so gestiegen ist :icon_twisted: ) <--ironie

Der Arbeitsberater meinte, ich muss zwar daf├╝r sorgen, dass ich wieder in Arbeit komme, aber er selbst kann da nicht viel machen, da es freiwillig war und nicht von denen aus (vond er Sittenwidrigkeit ganz zu schweigen).
Vielleicht wusste er es nur nicht besser, keine Ahnung.

Aber davon abgesehn w├╝rde ich denen erst mal was husten (der Firma), wenn die Arge was davon erfahren w├╝rde, denn irgendwie m├╝ssen deine Daten dann ja an die Arge gekommen sein.....
 

_Sandra_

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Ich h├Ątte jetzt noch eine Frage zu einem Fall:
Man bekommt einen Anruf von einer Mitarbeiterin vom Service-Team der Arbeitsagentur (man selbst ist ja bei der ArGe). Diese vermittelt per Telefon einen Vermittlungsvorschlag (welcher bei denen auch im System vermerkt wird). Man selbst bewirbt sich dann darauf. Kurze Zeit sp├Ąter erf├Ąhrt man von einer Bekannten (welche selbst in genau dieser Firma gearbeitet hat), dass die Mitarbeiter dort kommen und gehen und der Chef die Mitarbeiter total mobbt, dass die Mitarbeiter kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehen.

1) Bin ich verpflichtet die Stelle anzunehmen bei einem telefonischen Vorschlag? Ich habe dann ja keine Rechtsfolgebelehrung, oder?
2) Wie sieht es mit dem Sachverhalt der Bekannten aus? Ist das dem Amt egal oder ist das ein Grund die Stelle nicht anzutreten?

Ich w├Ąre ├╝ber Antworten dankbar!
 

Paolo_Pinkel

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Ich h├Ątte jetzt noch eine Frage zu einem Fall:
Man bekommt einen Anruf von einer Mitarbeiterin vom Service-Team der Arbeitsagentur (man selbst ist ja bei der ArGe). Diese vermittelt per Telefon einen Vermittlungsvorschlag (welcher bei denen auch im System vermerkt wird). Man selbst bewirbt sich dann darauf. Kurze Zeit sp├Ąter erf├Ąhrt man von einer Bekannten (welche selbst in genau dieser Firma gearbeitet hat), dass die Mitarbeiter dort kommen und gehen und der Chef die Mitarbeiter total mobbt, dass die Mitarbeiter kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehen.

1) Bin ich verpflichtet die Stelle anzunehmen bei einem telefonischen Vorschlag? Ich habe dann ja keine Rechtsfolgebelehrung, oder?

Soweit mir bekannt ist kann man nur santioniert werden wenn man eine Stelle MIT Rechtsfolgebelehrung ablehnt. Aber an der Gesetzgebung ├Ąndert sich ja st├Ąndig was.

2) Wie sieht es mit dem Sachverhalt der Bekannten aus? Ist das dem Amt egal oder ist das ein Grund die Stelle nicht anzutreten?

Das ist dem Amt sowas von egal! Die sehen nur, dass du aus dem Leistungsbezug bist und die Statistik um -1 Erwerbsloser besser ist.
Generell ist man verpflicht jede zumutbare Arbeit auf- oder anzunehmen wie du weisst. Das es auf der Arbeit auch mal Stress geben kann ist wahrscheinlich ├╝berall so. Das wird dann auch der SB sagen.

Ich w├Ąre ├╝ber Antworten dankbar!

Gruss

Paolo
 
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Ich h├Ątte jetzt noch eine Frage zu einem Fall:
Man bekommt einen Anruf von einer Mitarbeiterin vom Service-Team der Arbeitsagentur (man selbst ist ja bei der ArGe). Diese vermittelt per Telefon einen Vermittlungsvorschlag (welcher bei denen auch im System vermerkt wird). Man selbst bewirbt sich dann darauf. Kurze Zeit sp├Ąter erf├Ąhrt man von einer Bekannten (welche selbst in genau dieser Firma gearbeitet hat), dass die Mitarbeiter dort kommen und gehen und der Chef die Mitarbeiter total mobbt, dass die Mitarbeiter kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehen.

1) Bin ich verpflichtet die Stelle anzunehmen bei einem telefonischen Vorschlag? Ich habe dann ja keine Rechtsfolgebelehrung, oder?
2) Wie sieht es mit dem Sachverhalt der Bekannten aus? Ist das dem Amt egal oder ist das ein Grund die Stelle nicht anzutreten?

Ich w├Ąre ├╝ber Antworten dankbar!

Die Vermittlungsvorschl├Ąge per Telefon haben zwar keine Rechsfolgebelehrung. Es ist aber nachweisbar, dass man sie dir per Telefon vermittelt hat. Ich wette, die ARGE zeichnet auch die Gespr├Ąche auf, weil es aus einem Call-Center kommen.

Ich w├╝rde mal sagen: Die ARGE wird es mit einer Sanktion probieren. Ob sie damit durchkommt, entscheidet im Fall einer Klage der Richter.
 

Paolo_Pinkel

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Die Vermittlungsvorschl├Ąge per Telefon haben zwar keine Rechsfolgebelehrung. Es ist aber nachweisbar, dass man sie dir per Telefon vermittelt hat. Ich wette, die ARGE zeichnet auch die Gespr├Ąche auf, weil es aus einem Call-Center kommen.

Ich w├╝rde mal sagen: Die ARGE wird es mit einer Sanktion probieren. Ob sie damit durchkommt, entscheidet im Fall einer Klage der Richter.

Hi,

moment mal. Muss man nicht der Person am anderen Ende der Leitung darauf hinweisen, dass das Gespr├Ąch aufgezeichnet wird? Ohne Zustimmung w├Ąre da wohl nix zu machen. genau so wenig darf ein HE das Gespr├Ąch mit seinem SB bei senem "blabla-Termin" ohne seine Zuwilligung aufzeichen. Dieser Aspekt ist also fraglich. Au├čerdem. Warum hat die ARGE deine Telefonnummer? Lass alles au├čer deine Postanschrift auf aus dem System l├Âschen sonst darfst du dich nicht wundern warum du bel├Ąstigt wirst. Du musst nur schriftlich erreichbar sein. Mehr nicht!

Gruss

Paolo
 
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Gast
Soweit mir bekannt ist, haben Call-Center eine Zulassung, um alles aufzuzeichen. Dies geschieht aus "hausinternen" Gr├╝nden. Da die im Schichtdienst arbeiten und auch eng zusammenarbeiten m├╝ssen, dienen die Aufzeichnungen um festzustellen, wer etwas verzapft hat.
 

Sasha

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Danke _Sandra_ f├╝r deine Frage... ;) Hab mir jetzt wieder mal ein neues PW zuschicken lassen. *lol*....
Was ich jedenfalls dazu sagen wollte:

Die sichern sich doch eh ab mit ihren tollen S├Ątzen. Zwar keine direkte Rechtsfolgebelehrung, aber es hei├čt ja, dass man "zumutbare Arbeit" annehmen muss und alles daf├╝r zu tun hat.

Au├čerdem: Der AG bekommt von der Agentur ja diesen Wisch, weshalb jemand nicht eingestellt wurde. Gibt er an: "Hat Termin abgesagt!" hei├čt das f├╝r die ARGE ja sowiel wie "kein Versuch zur Aufnahme der Arbeit gemacht".

Ich freue mich schon. Habe Vorstellungsgespr├Ąch bei AG wo ich wei├č, wie der vorgeht, da eine Bekannte dort jetzt gek├╝ndigt hat und daher die Stelle frei wurde. L├Ąsst seine ANs keine Mittagspausen machen und teilweise muss man dort bis in die Nacht ├ťberstunden machen. Wer krank wird, muss trotzdem arbeiten und soll sich "zusammenrei├čen"... Das w├Ąre eine zumutbare Arbeit f├╝r mich oder andere??? Ich glaube kaum.
 
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