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Bewerbungstraining

Margit Nuemke

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#1
Hallo,

ich bin Personalfachfrau und habe viele Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Nun wurde ich arbeitslos und mein SB will mich zum Bewerbungstraining schicken.

Kann mir jemand sagen, ob ich diese Maßnahme wegen der Überflüssigkeit abwehren kann? Mein SB meint, alle müssen dort hin.
 

Margit Nuemke

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#4
Hallo...

haste was schriftliches dazu?

ne EV unterschrieben oder ein VA bekommen?



Wenn deine Bewerbungen aktuell sind, ist das wohl keine ausreichende Begründung dafür..
Ich hab nichts Schriftliches. Er meinte, sobald ein Platz sei, schickt er eine Zuweisung. Ich sollte mich aber schon vorbereiten; das werde bald sein. Von EV oder VA war nicht die Rede.
 

0zymandias

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#5
Letztlich ist der § 10 SGB II verletzt, da diese Maßnahme Dich wohl kaum in Arbeit bringen wird.

Entsprechend ist der Thread, den freakadelle verlinkt hat, sehr lesenswert.

Zusätzlich könnten noch folgende Urteile als Argumentationshilfe bzw. Verweis nützlich sein:


Eine Maßnahme, die sich darin erschöpft den Anschein aufrechtzuerhalten, dass Kenntnisse vermittelt werden,
ist offensichtlich nicht zumutbar und kann ohne Eintritt von Sanktionen abgebrochen werden.
L 14 B 568/08 AS ER LSG Berlin-Brandenburg, 15.07.2008


Bei den Eingliederungsmaßnahmen steht die Überforderung der Auf-
nahme oder Fortsetzung entgegen, aber auch die Unterforderung.
Die Maßnahme muss für die Betroffenen geeignet sein, damit sie eine
Maßnahme in Arbeit ist. Der langjährig qualifiziert Beschäftigte muss
keine Eingliederungsmaßnahme besuchen, die ihm Grundbegriffe
des Erwerbslebens beibringt (HessLSG vom 23.4.2003 – L 6/10 AL
1404/01, info also 2004, S. 160; vom 13.10.2004 – L 6 AL 520/02, info
also 2005, S. 109 und vom 7.3.2005 – L 6 AL 216/04).




Die Eingliederungsmaßnahme muss geeignet sein, die Eingliederung
des Leistungsberechtigten zu befördern; sie muss ihm Kenntnisse
vermitteln, deren Erwerb für Arbeitsuchende in ihrer konkreten Si-
tuation sinnvoll ist (LSG Berlin-Brandenburg vom 25 7.2008 – L 14 B
568/08 AS ER; ähnlich SG Dresden vom 3.6.2008 – S 10 AS 2252/08
ER für einen Leistungsberechtigten, der sich selbstständig machen
will).
 

Margit Nuemke

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#6
Letztlich ist der § 10 SGB II verletzt, da diese Maßnahme Dich wohl kaum in Arbeit bringen wird.
Also mit dem § 10 SGB II wird das wohl nichts. Da geht es um Zumutbarkeit von Arbeiten, und nicht um Maßnahmen. Es betrifft hauptsächlich familiäre und gesundheitliche Einschränkungen. Das ist ja bei mir nicht der Fall.


Eine Maßnahme, die sich darin erschöpft den Anschein aufrechtzuerhalten, dass Kenntnisse vermittelt werden,
ist offensichtlich nicht zumutbar und kann ohne Eintritt von Sanktionen abgebrochen werden.
L 14 B 568/08 AS ER LSG Berlin-Brandenburg, 15.07.2008

Das sieht schon besser aus.

Bei den Eingliederungsmaßnahmen steht die Überforderung der Auf-
nahme oder Fortsetzung entgegen, aber auch die Unterforderung.
Die Maßnahme muss für die Betroffenen geeignet sein, damit sie eine
Maßnahme in Arbeit ist. Der langjährig qualifiziert Beschäftigte muss
keine Eingliederungsmaßnahme besuchen, die ihm Grundbegriffe
des Erwerbslebens beibringt (HessLSG vom 23.4.2003 – L 6/10 AL
1404/01, info also 2004, S. 160; vom 13.10.2004 – L 6 AL 520/02, info
also 2005, S. 109 und vom 7.3.2005 – L 6 AL 216/04).
Das sieht auch gut aus.

Ich bekomme aber erst eine Sanktion, wenn ich die Maßnahme nicht antrete oder abbreche. Danach muss ich hoffen, dass ich ein Richter bekomme, der das auch versteht. Sollte ich mir das antun?




Die Eingliederungsmaßnahme muss geeignet sein, die Eingliederung
des Leistungsberechtigten zu befördern; sie muss ihm Kenntnisse
vermitteln, deren Erwerb für Arbeitsuchende in ihrer konkreten Si-
tuation sinnvoll ist (LSG Berlin-Brandenburg vom 25 7.2008 – L 14 B
568/08 AS ER; ähnlich SG Dresden vom 3.6.2008 – S 10 AS 2252/08
ER für einen Leistungsberechtigten, der sich selbstständig machen
will).
 

0zymandias

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#7
Also mit dem § 10 SGB II wird das wohl nichts. Da geht es um Zumutbarkeit von Arbeiten, und nicht um Maßnahmen. Es betrifft hauptsächlich familiäre und gesundheitliche Einschränkungen. Das ist ja bei mir nicht der Fall. [...]
Werfe da noch mal einen genaueren Blick darauf, dann solltest Du Folgendes erkennen können:
(3) Die Absätze 1 und 2 gelten für die Teilnahme an Maßnahmen zur Eingliederung in Arbeit entsprechend.
[...]
Ich bekomme aber erst eine Sanktion, wenn ich die Maßnahme nicht antrete oder abbreche. Danach muss ich hoffen, dass ich ein Richter bekomme, der das auch versteht. Sollte ich mir das antun?
Diese Frage treibt uns alle um.

Ich persönlich würde für ein 14-tägiges Bewerbungstraining sehr wahrscheinlich nicht den Rechtsweg beschreiten.
Allerdings wäre ich wenig gefügig und würde beim Maßnahmenträger (MT) nichts unterschreiben und äußerste Datensparsamkeit üben (Keiner bekommt meinen Lebenslauf, Telefonnummer, Email-Adresse, ...).

Der erwähnte Thread vermeidet übrigens in seiner Zielsetzung ein Sozialgerichtsverfahren.
 

freakadelle

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#8
Margit,

man sollte beim JC immer im Hinterkopf haben: Es geht hier um mich und um meine Zukunft.
Dementsprechend sollte man auch argumentieren. Du kannst deinem SB mit den entsprechenden Fragen schon einiges an Wind aus den Segeln nehmen.
Mache unbedingt selber konstruktive Vorschläge (schriftlich! ist gut für die Handakte beim JC) anstatt nur zu sagen "Bewerbungstraining, will ich nicht."

Als Personalerin sollte es für dich doch ein Leichtes sein eine fundierte Bewerbung zu schreiben und deinem SB diese zur Einsicht vorzulegen (Merke: nur angucken - nicht kopieren!)

In dem Thread den ich dir oben genannt habe findest du einiges an Futter um deinen SB in Erklärungsnot zu bringen.
 

Margit Nuemke

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#9
Ich fürchte nur, dass es um Fragen gar nicht geht. Ich vermute, ich werde ganz einfach eine Zuweisung bekommen und hingehen müssen. Ist denn bei Zuweisung überhaupt ein Widerspruch zulässig?
 

freakadelle

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#11
GuMo Margit,

natürlich geht es nicht um die Fragen oder was du möchtest, beim JC.
Dein SB hat Vorgaben die er erfüllen muss, dazu gehört es auch eben diese Maßnahmen zu 'bestücken' - egal ob der Kunde diese Maßnahme braucht oder nicht. Es geht einzig allein um die Quote um damit die Arbeitslosenstatistiken zu verschönern, damit jeder Otto-Normal Bürger denkt dass es uns hier in Deutschland wahnsinnig gut geht und viel für die Erwerbslosen getan wird.

Der Fehler den die meisten beim JC machen ist, sie setzen sich beim (Pseudo)Beratungsgespräch dorthin und warten darauf dass nun vom SB etwas geistreiches kommt. Klar, liegt ja auch in der Natur der Sache, schließlich erhofft man sich Hilfe vom JC. Aber das ist der größte Fehler den man machen kann beim JC, denn dann hat dich der SB schon in der Zange. Der denkt sich: "Okay, da kommen keine eigenen Vorschläge = der Kunde ist orientierungslos" BUMM! Schon geht's ab in eine Maßnahme zur Orientierung und Aktivierung.

Der SB denkt: "Wie? Keine Bewerbungsunterlagen? Alles klar, dann passt ja ein Bewerbungstraining erst recht. Hier bitte, ihre Zuweisung."
Der SB nutzt dann quasi deine Unwissenheit und deine Angst vor Sanktionen aus um seine Vorgaben erfüllen zu können. Das ist das perfide Spiel von Hartz4. Leider.

Demnach hat man als Erwerbsloser also die beste Voraussetzung wenn man sich - wie du - informiert und dem SB gleich mal eine ganze Reihe an unliebsame Fragen stellt (wie immer schriftlich, gesprochene Worte sind im JC keinen Pfifferling wert!) wie z.B. welche Integrationsstrategie er mit dir verfolgen möchte. Du hast dir Gedanken gemacht und würdest gerne dieses oder jenes machen. "In wie weit können Sie mich dabei unterstützen, welche Möglichkeiten gibt es in Ihrem Portfolio?"

Der SB darf nicht zum Spielführer werden sondern du musst das Ruder in der Hand behalten. Es geht schließlich um dich. Das solltest du verinnerlichen.
 

alpha

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#12
Naja, habe ich auch mal gemacht - Vorschläge für Weiterbildungen als deren sinnloses Zeux. Zb. SAP Kurs o. französisch (also die Sprache mein ich :wink:)... aber wurde alles abgelehnt, da sinnvollere (und daher teuere Kurse) bei denen nicht vorgesehen sind :icon_neutral:

Man kann allerdings (je nach SB) sich von denen anhören was die so anzubieten haben und versuchen sich das noch "beste" davon rauszusuchen. Besser als komplett zu verweigern was - wie oben berichtet - zu unsicherem Ausgang führen kann. Die SB sind aber gewöhnt daran, dass sie was vorlegen und ELO sagt ja und Amen dazu. Bzw. sagt gar nix und geht hin.
 

Charlot

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#13
Die SB sind aber gewöhnt daran, dass sie was vorlegen und ELO sagt ja und Amen dazu. Bzw. sagt gar nix und geht hin.
Das sind denen die liebsten Kunden.

Und nicht so ein Gesock's wie wir, die wir immer Contra geben müssen und den SB auf rechtliche Fehler hinweisen.
 

Roter Bock

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#14
na na na - wir sind doch kein Gesocks :icon_eek: Wir sind der edelste Teil der Menschheit! Das Gesocks sitzt hinterm Schreibtisch.

Roter Bock
 

Margit Nuemke

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#16
Eigentlich brauche ich mit 54 Jahren nur eine Arbeit, die er mir nicht bieten kann. Weiterbildung? Nach fast 30-jähriger Berufstätigkeit? Bewerbungstraining, nachdem ich für einen Betrieb so viele Jahre die Bewerbungsunterlagen bearbeitet habe? Eigentlich ist es offensichtlich, dass er hier einer langjährig Erfahrenen gerade seinen Beruf beibringen will. Meine Zeugnisse dienen als Beleg.

Ich kann das auf Papier rüberbringen und dem SB übergeben, aber ohne schriftlicher Zuweisung ist das m.E. ein Schuss ins Leere.
 

Roter Bock

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#17
Schön das Du nur Arbeit brauchst - wird aber nix mit 54! bin im gleichen Alter und meine Erfahrung ist - hacke es ab.

Willkommen im Club bis zur Rente. Die Arbeitgeber erzählen das Du zu alt bist.

Roter Bock
 

Anna B.

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#18
Hi Margit,

als mein SB anfing von Bewerbungstrainings zu faseln, hab ich laut angefangen zu lachen...

der schaute mich ganz irritiert an...

ich dann: guter Mann, diese Bewerbungstrainings habe ich selber unterrichtet...auch in ihrer Jugendwerkstatt...in der....straße...die kennen sie doch sicherlich..

er...stottert..ja,ja...

aber er müsse trotzdem eine Musterbewerbung haben...

na klar, die bekam er auch und dann hab ich bzgl. Bewerbungstraining nichts mehr von ihm gehört...

vielleicht solltest du ihm deutlich klar machen, dass du " Bewerbungen kannst"..und ihm auch eine Musterbewerbung vorlegen..da kann er ja dann konstruktiv anhand der Bewerbung dir erklären, warum du in seinen Augen so ein Bewerbungstraining nötig hast...

also..rede mit ihm und lass dich nicht von denen führen..du führst das Gespräch...!!
 
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