Bewerbungskosten per Email werden nicht erstattet da "kostenneutral"? (1 Betrachter)

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ExitUser

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Hallo


Mein SB meinte das ab sofort (ab August 2016) die Kosten für Email-Bewerbungen nicht mehr erstattet werden (davor 1€/Bewerbung) weil diese kostenneutral sind. Wie sieht die rechtliche Situation dazu aus, wo kann ich dieses nachlesen?

Ein Computer der Strom verbraucht, ein Internetzugang der Geld kostet, ein Ausdruck der Tintenkosten verursacht insb. wenn SB Nachweise der EB verlangt, ein Besuch im Internetcafe weil der PC zuhause defekt oder Telefonanschluß abgestellt....usw.

Unter Kostenneutral verstehe ich etwas anderes.

Wem wurde diese Info ebenfalls vom SB zugetragen bzw. in der EGV/VA so formuliert?

Danke
 

cat44

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Bewerbungskosten per Email werden doch nicht erstattet, weil doch im Regelsatz Kosten für Internet und Telefon enthalten sind.
 

Solanus

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Für mich ein Grund mehr ausschließlich Bewerbungen per Post zu machen, ohne Internet, ohne eMail, ohne Telefon.

Das sind rein private Dinge und nicht beruflich. Der Regelsatz ist für die rein private Lebensführung gedacht und in dieser Höhe festgelegt. Also wird er auch ausschließlich für die private Lebensführung genutzt.

Eine Bewerbung ist beruflich, da ich die Kosten als Werbungskosten bei der Steuer absetzen kann.
 

Diplomjodler

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Bewerbungskosten per Email sind eine ständige Streitfrage, manche Jobcenter erstatten es, andere nicht. Es gibt andererseits auch keine Pflicht für dich, dass du zuhause Telefon und Internet haben musst.

Du kannst also genau so gut dann eben ins Jobcenter fahren, die Computer da benutzen und danach dir die Fahrtkosten von denen erstatten lassen... das müssen sie dann nämlich tun.
 

Tenyssa

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Bei mir gibt es pro E-Mail/Online Bewerbung 50 Cent. Das steht auch so in meiner EGV. Kostenübernahmeantrag hab ich hier, aber noch nicht abgegeben, da noch nicht voll.
Scheint wohl jeder SB anders zu machen :icon_kratz:
 

DonOs

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Mein SB meinte...Wie sieht die rechtliche Situation dazu aus... .

Höchstwahrscheinlich mündlich? Das frage doch mal deinem SB und fordere eine justiziable Erklärung, schriftlich unter Nennung gültiger Gesetze, Anhand der Auskunft und Beratungspflicht.


Bewerbungskosten per Email werden doch nicht erstattet, weil doch im Regelsatz Kosten für Internet und Telefon enthalten sind.
Mit Verlaub, Nein. Deiner Ausführung nach sind Fahrten unter Sanktionsandrohung zu Terminen ebenso vom Elo zu stemmen, ist doch ein Posten dafür im Regelsatz erhalten. Wer die Musik bestellt (Zwangs-Bewerbung) bezahlt diese auch.
 
E

ExitUser

Gast
Mein SB meinte das ab sofort (ab August 2016) die Kosten für Email-Bewerbungen nicht mehr erstattet werden (davor 1€/Bewerbung) weil diese kostenneutral sind.
Das ist seit Jahren ein Streit-Thema in Foren und auch in JCs (auch unter der Belegschaft!). Wenn man es genau durchgeht, ist eine Online-Bewerbung selbst dann, wenn man eine Flatrate hat, nicht kostenneutral, denn mitunter wird der PC ja nur zum Schreiben der Bewerbung angeschmissen. Das kostet durchaus Strom.

Die Kostenneutralität trifft lediglich dann zu, wenn das JC passende, frei zugängliche Möglichkeiten bereitstellt, die Bewerbung zu schreiben und zu versenden - und wenn das JC per Fuß zu erreichen ist. Allerdings wird das Argument, dass im Regelsatz 8,83 % (= 35,67 € bei einem RL von 404,00 €) für Nachrichtenübermittlung vorgesehen sind, gerne angeführt und auch von Sozialgerichten akzeptiert (so jedenfalls Fälle, die ich kenne).

Wie sieht die rechtliche Situation dazu aus, wo kann ich dieses nachlesen?
Im Gesetz findest du nichts dazu. Die einzige Rechtsgrundlage, die regelt, dass sie nix regelt :wink:, ist der § 47 SGB III, worin es heißt (Fettdruck von mir):

"Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, das Nähere über Voraussetzungen, Grenzen, Pauschalierung und Verfahren der Förderung nach den §§ 44 und 45 zu bestimmen."

Das BMAS hat dieses Regelungsrecht weiter nach unten an die BA und OKs delegiert, die es den JCs in die eigene Verantwortung übertragen haben, Regelungen zum Vermittlungsbudget festzulegen. Eben daher rührt, dass wirklich fast jedes Jobcenter andere Höchstgrenzen und Erstattungsmodalitäten hat.

In vielen JCs gibt es Pauschalen von 3 bis 6 € pro Bewerbung, in anderen gibt es keine Pauschalierung und es muss jeder Cent naqchgewiesen werden. In manchen JCs wird für Online-Bewerbungen 0,50 - 2,50 € erstattet, in manchen gar nichts. Allein das zeigt schon, dass hier - bundesweit betrachtet - wirklich Willkür herrscht. Wie anders ist zu erklären, dass das, was in JC A als kostenneutral gewertet wird, in JC B mit 2,50 € festgelegt ist?

Ein Computer der Strom verbraucht, ein Internetzugang der Geld kostet, ein Ausdruck der Tintenkosten verursacht insb. wenn SB Nachweise der EB verlangt, ein Besuch im Internetcafe weil der PC zuhause defekt oder Telefonanschluß abgestellt....usw.
Das ist bekannt. Nur was hilft es, das zu wissen, wenn es ignoriert wird? Sicher, du kannst versuchen, dem SB schriftlich deine Argumente gegen die postulierte "Kostenneutralität" darzulegen. Der Effekt dürfte aber der gleiche sein, wie wenn du der tragenden Wand neben dir zurufst, sie möge doch bitte mal einen Meter zur Seite rutschen.

Der SB hat sich diese Regelung ja nicht ausgedacht. Der wird zum 01.08. einfach eine neue Verfahrensanweisung seiner Bereichsleitung erhalten haben, an die er sich zu halten hat. Das kenne ich aus eigener Erfahrung. Mal gibt es was, dann wieder nicht. Je nach Haushaltslage werden die Regulärien geändert.

Das Absurde dabei: Als AV/SB wird einem von weiter oben in der Regel untersagt, als Gründe für diese Änderungen der VB-Verfahrensregel haushaltliche Überlegungen anzugeben, denn die dürfen bei der Frage, ob eine Förderleistung notwendig ist, keine Rolle spielen. Tun sie aber. Da helfen also Argumente und Logik nix.

Was schon eher hilft: Man schreibt halt nur noch Bewerbungen per Post. Was man natürlich auch machen kann, und was manche "Kunden" vielleicht auch tun, ist, dass man Bewerbungen per E-Mail verschickt, aber behauptet, dass man die per Post versandt habe, um die Pauschale dafür zu kassieren (so es eine gibt). Ich rate aber ausdrücklich davon ab, das zu tun (Stichwort: Sozialbetrug).
 

Zeitkind

Super-Moderation
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Wie sieht die rechtliche Situation dazu aus, wo kann ich dieses nachlesen?
Ich werde das mal aufdröseln; Deine Frage bezieht sich auf die Erstattung von Bewerbungskosten.
Erstattung von Bewerbungskosten sind Bestandteil von Leistungen zur Eingliederung.
Diese sind geregelt im SGB II Kapitel 3 Abschnitt 1 - Leistungen zur Eingliederung in Arbeit:
gesetze-im-internet.de meinte:
§ 16 Leistungen zur Eingliederung
(1)Zur Eingliederung in Arbeit erbringt die Agentur für Arbeit Leistungen nach § 35 des Dritten Buches.
Sie kann folgende Leistungen des Dritten Kapitels des Dritten Buches erbringen:
1. die übrigen Leistungen der Beratung und Vermittlung nach dem Ersten Abschnitt,
2. Leistungen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung nach dem Zweiten Abschnitt,
Ok, jetzt suchen wir den Zweiten Abschnitt SGB III Aktivierung und berufliche Eingliederung:
gesetze-im-internet.de meinte:
§ 44 Förderung aus dem Vermittlungsbudget
(1) Ausbildungsuchende, von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitsuchende und Arbeitslose können aus dem Vermittlungsbudget der Agentur für Arbeit
bei der Anbahnung oder Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung gefördert werden, wenn dies für die berufliche Eingliederung notwendig ist.
Sie sollen insbesondere bei der Erreichung der in der Eingliederungsvereinbarung festgelegten Eingliederungsziele unterstützt werden.
Die Förderung umfasst die Übernahme der angemessenen Kosten, soweit der Arbeitgeber gleichartige Leistungen nicht oder voraussichtlich nicht erbringen wird.
(3) Die Agentur für Arbeit entscheidet über den Umfang der zu erbringenden Leistungen; sie kann Pauschalen festlegen.
Eine Definition der Höhe von Leistungen zur Eingliederung wirst Du nicht finden.
Mit den Worten "kann" und "angemessen" hat der Gesetzgeber dem SB einen Ermessensspielraum eingeräumt.
Dieser richtet sich nach dem Einzelfall und der Höhe des zur Verfügung stehenden Vermittlungsbudgets.
Die Entscheidung kann also nach den o.g. Umständen von SB zu SB und JC zu JC unterschiedlich ausfallen.
Du selbst kannst diese ausschließlich in den Verhandlungen zur EGV beeinflussen. :wink:
 

swavolt

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Wenn der SB meint das es keine Kostenerstattung für E-Mail-Bewerbungen gibt
-> kannst du auch keine gedruckten Nachweise vorlegen.
 

Heidschnucke

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Dass die Kosten für eine E-Mail Bewerbung nicht erstattet wird, ist immer wieder ein Thema weil das JC die Kosten schön abwälzen kann, den ich denke es ist keineswegs „Kostenneutral“. In Regelsatz sind 8,83% oder 35,67 € (stand 2016) für Nachrichtenübermittlung vorgesehen. Wenn man im Gegensatz dazu den Aufwand betrachtet der betrieben werden muss um ein Bewerbungsmail zuversenden ist das keineswegs Kostenneutral. Allein der Telefonanschluss dieTechnik die Vorgehalten werden muss, usw. abgesehen von Verbrauchsmaterial wie Tinte; Papier und Strom, und nicht zu Letzt muss das alles auch gewartet werden; PC Service, und Viren Scanner, das Professionelle Absichern des Router usw. wie man sehen kann Kostenneutral ist was anderes!

Ich bestehe daher immer darauf, das alle Bewerbungskosten auch die per Mail erstattet werden und nehme das in die EGV mit auf, na gut wenn die das nicht machen wollen, dann gibt es eben Bewerbungen die ich von JC aus verschicke und schlage da jeden Tag auf und verschicke eine Mail, ich störe den Ablauf so dass die bald die Faxen dicke haben, auch lege ich beim Termin Unterlagen Handschriftlich vor, was ja durchaus ein Vermittlungshemniss sein sollte, diese sind abzubauen, man kann ja schauen was Passiert, und natürlich kann man auch im Internet keine Jobsuche machen.

Ansonsten wird alles Postalisch gemacht, und auf Mail Bewerbungen kann ich mich dann nicht bewerben!

Bei all der Mühe die das JC dabei hat ist es einfacher undBilliger die BW-Kosten zu übernehmen.

Munter bleiben!
 

faalk

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Meist steht in der EGV so was wie "...bewerben sie sich schriftlich..." und in VV "Bitte bewerben sie sich schriftlich...."

Nun, was meint die SB mit "schriftlich"?
Die Bewerbung via email, könnte man auch als schriftlich ansehen.:wink:

Sollte als weder in der EGV noch im VV direkt "Bewerbungen in elektronischer Form" stehen und in der EGV steht desweiteren, dass es je schriftlicher Bewerbung 5,00 Euro gibt, könnte man auch diese 5,00 Euro jo schriftliche Email Bewerbung fordern!? :icon_hihi:
 

Solanus

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Allein aus Nachweisgründen verbietet sich eine eMail- oder Telefonbewerbung.

Außerdem kann man mit der Kostenbeantragung sinnlose PAV und ZA Angebote aushebeln. Erst Kostenbeantragen, dies bescheiden, dann Bewerbung ... kollektive OHHHHH schon vergeben....
 

Heidschnucke

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Meist steht in der EGV so was wie "...bewerben sie sich schriftlich..." und in VV "Bitte bewerben sie sich schriftlich...."

Nun, was meint die SB mit "schriftlich"?
Die Bewerbung via email, könnte man auch als schriftlich ansehen.:wink:

Sollte als weder in der EGV noch im VV direkt "Bewerbungen in elektronischer Form" stehen und in der EGV steht desweiteren, dass es je schriftlicher Bewerbung 5,00 Euro gibt, könnte man auch diese 5,00 Euro jo schriftliche Email Bewerbung fordern!? :icon_hihi:

Eine EGV ist ein ganz normaler Vertrag wie er im BGB vorgesehen ist, sollte es zumindest sein. Und in einem Vertrag sollte alles eindeutig geregelt und definiert sein, aber das ist es nicht mal bei unseren Gesetzen so siehe die vielen "KANN" Bestimmungen.


Also die EGV genau lesen und alles genau festhalten definieren.


Ich muss keinen Vertrag eingehen, der mir Nachteile bringt!
 

Pixelschieberin

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Bewerbungskosten per Email werden doch nicht erstattet, weil doch im Regelsatz Kosten für Internet und Telefon enthalten sind.
Bei der Argumentation müßte der HE den Betrag ab dem Moment zurückerstatten - sobald er beim Datenerhebungs-Trara angibt, keinen Draht in die Welt da draußen zu haben...

Mir ist nicht bekannt, daß der Regelsatz für bestimmte Posten angewandt werden MUSS.
Selbst WENN der HE Internetcafes aufsucht, dann privat und nicht, um Posten abzuarbeiten, die im Regelsatz-Warenkörbchen keine Erwähnung finden.
 
E

ExitUser

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Allein aus Nachweisgründen verbietet sich eine eMail- oder Telefonbewerbung.

Bewerbungen per Email sind daher immer mit Blindcopy (BCC) an sich selbst zu adressieren. Somit ist der Nachweis, sogar vor einem ordentlichem Gericht, erfüllt. Bezweifelt das JC donnoch die Richtigkeit kann sich jeder Richter in meinem beisein in mein Account einloggen und die Blindcopy im Posteingang als auch die gesendete Bewerbung (mit Anhang) im Postausgangsordner ansehen.

Diese Methode der Emailbewerbung sehe ich als gerichtsfest an.

Bei einer schriftlichen Bewerbung kann auch keiner nachvollziehen was sich im Umschlag tatsächlich befindet bzw. ob Schreiben überhaupt eingegangen ist. Eine Quittung der Post ist kein Nachweis, ein Antwortschreiben dagegen schon (Reaktion auf eine Bewerbung).
 
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