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Bewerbungsgespräch

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zefanja

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#1
Liebe Leute,

ich habe jetzt keine Frage, aber ich möchte, bzw. es ist mir ein Bedürfnis von meinem letzten Bewerbungsgespräch am vergangenen Freitag zu erzählen, denn es war für mich ein denkwürdiges Erlebnis.

Aufgrund meines Minijobs muss ich mich immer nach einer sozialversicherten Arbeit umsehen bzw. bewerben, ich habe da eine bestimmte Anzahl pro Monat, die ich nachweisen muss.

Nun denn, ich habe mich nun gemeldet auf eine Annonce, bei der überdurchschnittlicher Verdienst und ein nettes Team bei einer Anwaltskanzlei mit Namen „von und zu“. Schwerpunkt Immobilien- und Sportrecht.

Ok, Freitag Nachmittag, fünf Minuten vor dem Termin stand ich auf der Matte. Die Adresse war nobel.

Herr „von“ residiert im 4. Stock. Eine Dame öffnete mir die Tür und hat sich dann meines Mäntelchens angenommen, den sie hinter einem Stahlschrank in so einer Art Verschlag samt Regenschirm verstaute. Ich will damit sagen, dass keine Garderobe da war. Links vom Eingang ein Sofa aus Leder mit drüber einem Druck in einem billigen Rahmen.

Ich wurde ins Besprechungszimmer geleitet, nicht ohne noch mal so zu gucken. Ich sah zwei Arbeitsplätze mit Computer, die Bildschirme so gestellt, dass jederzeit ein Blick seitens der Vorzimmerdame von ihrem Platz aus sehr gut einsehbar ist.

Nun denn, da saß ich nun mit Blickrichtung auf unsere bundesrepublikanische Bank und harrte der Dinge die da kamen; in Form eines Mannes, ca. mein Alter, der das kleine Räumchen mit dem überdimensionalen Tisch sofort eingenommen hat und mich mit sonorer Stimme begrüßte. Herr „von“ hat mir auch gleich unverblümt gesagt, dass ich zwei grundlegende unverzeihliche Fehler gemacht habe; erstens habe ich mein Prüfungszeugnisse vom letzten Jahrhundert im letzten Jahrtausend vergessen habe. Ungefähr 5 mal hat er das gesagt. Dann ist er akribisch jeden Abschnitt meines Lebenslaufs durchgegangen um dann festzustellen, dass da doch schon erstaunliche Lücken wären. Auch wäre ich, da er die Weltmeisterin im Maschineschreiben beschäftigt, die (soweit ich mich an seine Zahl erinnere bei in etwa) bei 4.500 Anschläge/10 Minuten liegt, ich grade mal auf Platz 300 läge. Aber da könnte er ja drüber hinwegsehen. GLÜCK GEHABT!

Dann hat er moniert, dass es schon fast Vorspiegelung falscher Tatsachen wäre, wenn ich nur einen Minijob ausübe und ich in meiner Bewerbung aus ungekündigter POSITION geschrieben habe, Herr „von“ dachte, ich würde einen sozialversicherten oder was weiss ich für einen Arbeitsplatz innehaben. Auch meinte er, dass mein aktuelles Zeugnis wohl nicht von mir selbst verfasst wäre! ODER? Was ich ihm versichern konnte, dass dies natürlich nicht der Fall ist, er kann ja bei meinem Chef nachfragen. Allerdings wäre das Zeugnis nicht glaubhaft, in Anbetracht, dass ich nur 10 h wöchentlich arbeite!!!

Nun denn, soweit so gut, dass ich in meinem Anschreiben den „Dr“ nicht geschrieben habe, da sieht er auch noch großzügig drüber hinweg (in der Anzeige stand nix von Dr), und außerdem benötigen sie jemanden mit Allgemeinbildung, da die Klientel eben eine andere ist, als die eines Strafverteidigers, wie mein jetziger Chef.

Deswegen gibt er mir jetzt auch gleich meine Unterlagen mit und ich solle auf jeden Fall weiterkämpfen. Er weiss, die Zeiten sind hart, aber ich soll nicht aufgeben.

Nachdem ich ihm dasselbe gewünscht hab, hat die Dame von draußen hinter dem Verschlag mir wieder meinen Mantel hervorgeholt und ich war entlassen.

Leute ich sag euch, ich war so froh dass ich da rausgekommen bin. Ich kann mir das sehr gut vorstellen, wie dieser Laden läuft. So ein ärmliches Büro hab ich noch nicht gesehen. Da ich schon mal für Anwälte die Baurecht machten, gearbeitet habe, weiss ich, dass da kein Verkehr mit Mandanten stattfindet. Deswegen war das Büro auch so komisch, keine Garderobe, ein altes Ledersofa und die Bildschirme so, dass wahrscheinlich die Weltmeisterin alles überblicken kann.

Das tolle Team scheint außerdem ziemlich oft zu wechseln, da seine Durchlaucht sehr anspruchsvoll zu sein scheint. Er hat mich gefragt, ob ich mich schon mal bei ihm beworben habe, was ich verneint hab. Und was daraus schließen lässt, dass er öfters Stellenangebote schaltet. Des weiteren sind 40 Stunden vorgesehen; und 50 Stunden wenn es notwendig ist. Die dann allerdings auch überdurchschnittlich entlohnt werden. Seltsamerweise hat er mir dann noch was vorgerechnet, dass eine Anwaltsfachfrau in GELNHAUSEN ca. 1.400 Euro (keine Ahnung ob netto oder brutto) verdient. Da möchte ich echt nicht wissen, was bei 50 Stunden rauskommt.

Heimatland, das war tiefstes Mittelalter. Seine Durchlaucht sucht wahrscheinlich Domestiken.

So, das war`s.
Jetzt geht’s mir ein bisschen besser, für diesen A…. mit Ohren würd ich nicht mal für 3.000,00 netto arbeiten. Wirklich nicht!
 
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