Bewerbungsgespräch- wie auf Gesundheitsfragen antworten bei löchrigem Lebenslauf?

guinan

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Hi,

nächste Woche habe ich ein Vorstellungsgespräch für eine Ausbildung, die ich auch sehr gerne machen möchte. Letzte Woche hatte ich eine Betriebsbesichtung woanders, wo ich nach meinen leider sehr langen Studienzeiten gefragt wurde. Ich kam nicht drum herum, da zu sagen, dass ich zwischendrin auch krank war und nicht wirklich studiert habe. Weiter kam dann die Frage, ob das psychisch wäre. Ich sagte, es war eine Überlastungsreaktion, das ist ja dann psychisch. Ich hätte nicht sowas wie ne Psychose oder so gehabt, mit meinen Gehirnwindungen ist alles völlig ok, da ist alles dort, wo es hingehört.

Dennoch war es eine unangenehme Situation und führt möglicherweise zur Ablehnung. Nun möchte ich "besser" antworten beim nächsten Bewerbungsgespräch. Nur einfach ganz verschweigen geht auch nicht, immerhin war ich wirklich extrem Langzeitstudent. Wie also könnte ich antworten? Dass ich mich selbst finanziert habe, sage ich natürlich...das reicht aber ja nicht um das wieder gut zu machen.

Ach ja und gibt es einen Anspruch auf Bewerbungstraining vom Jobcenter? Beantragt hatte ich das schonmal, aber irgendwie wurde mir nie was angeboten. Muss ich danach suchen? Wenn ja, wo finde ich sowas?

Besten Dank
 

das finchen

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Hallo Guinan,
ich würde die Krankheit dann offen thematisieren, wenn Du die lange Studienzeit nicht anderweitig "füllen" kannst, wie z.B. inoffizielle Praktika-Zeiten o.ä.

Ist die Krankheit wiederholungsgefährdet oder war das eher eine einmalige Krise?

Ganz wichtig ist, dass man darlegen kann, wie man aus der Sache rausgekommen ist. Das man zeigt, dass man den Mut hat, seine Probleme anzugehen und Lösungen zu finden.

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, Ausfälle, Fehlzeiten o.ä. mit Anfang, Grund und Lösung zu erleutern. Das Leben ist nunmal kein Ponyhof und viele, vor allen Dingen kleinere Betriebe wissen das.
Also beispielsweise:
"Ich war damals wegen der erbringung der Leistungen in Studium, Familie und Finanzen überfordert." *Grund/Anfang*
Danach sollte eine Erläuterung folgen, was Du selbst unternommen hast, um aus der Krise herauszukommen und wie Du heute in so einem Fall reagieren würdest.
"Heute achte ich sehr darauf, in meiner Freizeit genug Kraft zu tanken, damit ich in meinem Job effizient und verlässlich arbeiten kann."

Viele Grüße

finchen
 

ZynHH

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Ach ja und gibt es einen Anspruch auf Bewerbungstraining vom Jobcenter?
Bewerbungstraining... und das JObcenter soll sowas anbieten.. sowas wie ne Maßnahme... ne hab ich nich nie gehört.... :icon_kinn:

Hast du da mal einen Link?




ps: Einfach den Sachbearbeiter mal ansprechen. Der freut sich. Versprochen.
 

guinan

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Hi,

danke dir. Mein Sachbearbeiter freut sich bestimmt nicht... aber egal, versuchen werde ich es.

Nun ja, aufgrund der Depressionen bin ich zur Zeit gleichgestellt mit jemandem mit einer Behinderung...ob das so fruchtbar ist, das denen zu erzählen? Ich denke mir so, diese Gleichstellung bringt nur was in Arbeitsverhältnissen, wo ein Eingliederungszuschuss (der aber auch immer erst beantragt werden muss) einen attraktiver macht. Bestimmt nicht in Ausbildungsverhältnissen, oder? Ich halte mich schon für wiederholungsgefährdet, aber dass ich denen das nicht unbedingt sagen muss, ist schon klar... Was ich heute mache: Therapie. Auch etwas, was man nicht unbedingt einem Arbeitgeber auf die Nase bindet, oder? Was jetzt deutlich besser als damals ist, ist die Wohnsituation- endlich ne Tür, durch die niemand kommt, den ich nicht reinlasse. Aber so besonders Teamfähig klingt das auch nicht, nicht wahr?
 

guinan

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So, mein Sachbearbeiter freute sich wirklich nicht. Allgemeines Leistungsverbot aufgrund meiner Klage gegen die deutsche Rentenversicherung. Fahrtkosten und Bewerbungskosten werden auch abgelehnt- obwohl sie mich ja aufforderten, mich zu bewerben und ich sogar 3 Pflichtbewerbungen bekommen hatte, wobei bei einem auch Fahrkosten anfielen.
 

Fluoxetina

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Hallo guinan,

wenn Du dich auf deine Bewerbungen gut vorbereiten möchtest, kann ich dir empfehlen, dich zunächst in gute Literatur einzuarbeiten. Die Auswahl ist riesig. Mir haben am besten die Bücher von "Pütjer und Schnierda" gefallen. Gibt es in jeder öffentlichen Bibliothek.

Und meine Erfahrung im Bewerbungsprozeß ist, nie von Problemen reden. Was dir in diesem Zusammenhang schadet, mußt du nicht erwähnen, aber auf keinen Fall lügen. Auch wenn ich dieses "Positive-Denken-Gequatsche" absolut ablehne. In einer Bewerbung muß alles postiv forumuliert werden.

Scheinbar wollen die Personaler nicht die Wahrheit, sondern Gründe, warum sie dich einstellen sollten, in der Bewerbung zu stehen haben.
 
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