Bewerbungsgespräch für eine Call-Center-Stelle. Angabe von Asthma-Erkrankung erlaubt? (1 Betrachter)

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ExitUser

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Hallo Leute,

ich habe ein telefonisches Vorstellungsgespräch bei einem Vermittler für eine Call-Center-Stelle.
Meine Frage:
Darf ich in dem Gespräch anmerken, dass ich an Asthma leide und daher öfter Hustenanfälle mit kurzen Bewustseinstörungen habe?
Ich möchte keine Probleme mit meinem SB bekommten (Sanktion).
Dem Jobcenter ist meine Erkrankung bekannt und per Gutachten belegt.

Danke euch für eure Meinung
 

karuso

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Das Asthma in Verbindung mit Hustenanfälle würde ich bei einer Call-Center-Stelle auf jeden Fall angeben.:wink:
 
E

ExitUser

Gast
Du musst es sogar angeben, da es bei der Arbeit dort hinderlich sein kann, und sein wird.
 
E

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Danke euch.
Ich bekomme von meinem SB nur noch VV für Call-Center-Stellen.
Gerne auch mit 7-Tage Woche und Schichtarbeit.
 

Zeitkind

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Darf ich in dem Gespräch anmerken, dass ich an Asthma leide
und daher öfter Hustenanfälle mit kurzen Bewustseinstörungen habe?
Da sich diese Einschränkungen direkt auf die Tätigkeit auswirken, sollte der AG davon Kenntnis haben.
Schon deshalb, damit dieser eine Eignung des Bewerbers für die angebotene Stelle einschätzen kann.
Das Nennen von gesundheitlichen Einschränkungen schmälert also nicht ein Angebot, die Stelle anzunehmen.
BAG · Urteil vom 9. April 2014 · Az. 10 AZR 637/13 · Tenor meinte:
2. Wird die Arbeitsleistung dem Arbeitgeber mit dieser Einschränkung angeboten,
handelt es sich um ein ordnungsgemäßes Angebot iSd. §§ 294, 295 BGB. (Quelle)
Ich möchte keine Probleme mit meinem SB bekommten (Sanktion).
Dem Jobcenter ist meine Erkrankung bekannt und per Gutachten belegt.
Das wundert mich, denn bei der Stellenauswahl sind gesundheitliche Einschränkungen zu berücksichtigen.
Es liegt also an Dir, die hinsichtlich Deiner Einschränkungen nicht geeigneten Stellen als unzumutbar abzulehnen.
§ 10 SGB II Zumutbarkeit meinte:
(1) Einer erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person ist jede Arbeit zumutbar, es sei denn, dass
1. sie zu der bestimmten Arbeit körperlich, geistig oder seelisch nicht in der Lage ist, ...
Aufgrund des vorliegenden Gutachtens, wäre eine Ablehnung begründet.
 
E

ExitUser

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Hallo Zeitkind. Du schriebst
"Aufgrund des vorliegenden Gutachtens, wäre eine Ablehnung begründet."

Dieses Gutachten hat ja nicht mein SB, sondern der Arzt vom ärztlichen Dienst des Arbeitsamt bei seiner Begutachtung von meinem Lungenarzt angefordert.
Dieser Arzt, vom ärztlichen Dienst, hat dann in seinem Leistungsbild über mich diese Krankheit nicht erwähnt (bzw. die Einschränkungen).
Daher weiß mein SB auch nichts davon.
 

Pixelschieberin

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[...] Es besteht auch die Möglichkeit, sich aufgrund des Gutachtens vom Facharzt ein Atest ausstellen zu lassen. :icon_wink:
- Oder - zu nuscheln.
- Oder - beim Vorstellungsgespäch immer leiser zu werden, so daß das Gegenüber mich ermahnen muß, lauter oder deutlicher zu sprechen.
- Oder - mitten im Satz des Gegenübers sehr oft mit "Wie bitte? Entschuldigung, ich habe den letzten Teil des Satzes nicht verstanden" unterbrechen
- Oder - mit einem breiten Slang zu sprechen, der nicht zwangsläufig auf "doof" zurück zu führen sein muß.

Meine Güte, wenn du armen Rentnern nicht das letzte Hemd vom Leib weg-schwatzen willst, sei doch kreativ und überlege dir, worauf es bei einem Telefonierjob ankommt:
Sprache und Ausstrahlung.
Wenn nur ein Merkmal nicht stimmt, fällst du durch die Eignungsprüfung,
 

0zymandias

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[...]
Darf ich in dem Gespräch anmerken, dass ich an Asthma leide und daher öfter Hustenanfälle mit kurzen Bewustseinstörungen habe?
[...]
Ja, da dieser gesundheitliche Fakt jederzeit bekannt werden kann.

Dementsprechend:
[...]
Berlit in Münder meinte:
Mit einer Bewerbung muss der HE aber sein Interesse an der Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses zum Ausdruck bringen und gerade auch bei der Formulierung eines Bewerbungsschreibens alles unterlassen, was dieser Intention nach Maßgabe eines objektiven Empfängerhorizonts erkennbar entgegenläuft (BSG 5.9.2004 B 7 a AL 14/05 R - NZS 2007, 268). Die zum SGB III entwickelten Anforderungen an ein Bewerbungsschreiben (s.a. BSG 9.12.2003 - B 7 AL 4331/03)sind übertragbar, ihre gravierende Nichtbeachtung steht der Nichtbewerbung gleich (LSG BE-BB 13.12.2006 - L 18 AS 1191/06).[/I]
Die Urteile im Web suchen. Dort werden die Anforderungen (Marktüblichkeit) nachlesbar sein. Und noch was feines für alles VV-geplagten. Zitat aus selber Quelle Zitat:
Der HE muss sich nicht vorteilhafter darstellen, als er tatsächlich ist (s.a. LSG HH 7.2.2002 - L 5 AL 53/00 - info also 2003, 149[Bewerbungsschreiben mit unangemessenen Inhalt]); er darf von sich aus auf gesundheitliche Einschränkungen seines Leistungsvermögens, familiäre Betreuungspflichten oder ein gewerkschaftliches Engagement hinweisen, sein Lebensalter und die Dauer der Arbeitslosigkeit bezeichnen (BSG 9.12.2003 - B 7 AL 106/02 R - SozR 4-4100 § 119 Nr.§), soweit er nicht seine angebliche Nichteignung für die angebotene Arbeit unmissverständlich im Bewerbungsschreiben zum Ausdruck bringt.
Wenn die Behinderung aber tatsächlich eine Beeinträchtigung darstellt bzw. sie chronisch ist, dann wird das irgendwann auffliegen und Probleme bereiten. Evtl. sogar Kündigung, denn eine Behinderung kann man nur verschweigen (weglügen), wenn sie wirklich keinen Einfluss auf die Tätigkeit hat.
[...]
 

Zeitkind

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- Oder - mitten im Satz des Gegenübers sehr oft mit "Wie bitte?
Entschuldigung, ich habe den letzten Teil des Satzes nicht verstanden" unterbrechen
Also wenn schon, dann; "Wa? Ick hab det letzte nich so janz vastandn!".
Eine Entschuldigung würde mir dabei ganz sicher nicht rausrutschen.
Wer richtig gut sächseln kann, dürfte sich bei denen auch beliebt machen. :icon_wink:
 

0zymandias

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Nicht so hastig.

...
...
...


Also wenn schon, dann; "Wa? Ick hab det letzte nich so janz vastandn!".
[...]
(Entschleunigung ist Wertarbeit für die Zufriedenheit Ihrer Kunden.
Und füret Entscheunijung kannze doch nitt huddele, wie süht datt denn uss? :biggrin:)
 

ladydi12

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Hallo Zeitkind,

Also wenn schon, dann; "Wa? Ick hab det letzte nich so janz vastandn!".
Eine Entschuldigung würde mir dabei ganz sicher nicht rausrutschen.
Wer richtig gut sächseln kann, dürfte sich bei denen auch beliebt machen. :icon_wink:
Bajuwarisch kommt mit Sicherheit auch gut ebenso wie Pladdüütsch und Ruhrpottplatt, erst recht aber dat Hessische un dat Schwäbische. Berlinisch toppt fast alles :icon_wink:

ladydi12
 

hansklein

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Wer sich so verhällt, darf sich aber nicht über das Eintreten einer Sperrzeit wegen offensichtlichem Unwillen, die Arbeit antreten zu wollen, wundern wenn man ansonsten "gut" Deutsch labert. Darüber erhällt das JC mit ziemlicher Sicherheit Bescheid. Was schicken Sie uns für Leut, die können ja noch nichtmal Hochdeutsch usw....

Hat aba nen Vorteil: Man qualifiziert sich für den nächsten Deutskurs :biggrin:
 

Hyena

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Hatte das selbe Problem, Stelle vom JC geschickt bekommen, geschrieben, Telefon Interview.

Da ich aber an Kontentrationsschwierigkeiten leide, habe ich das dem freundlichen Mann am Telefon gesagt.
Ganz neutral führte ich meine Bedenken an, da sich das äußert, indem ich manchmal nicht alles am Telefon mitbekomme und es weder dem Chef, noch dem Anrufenden, noch mir etwas hilft.

Das fand der Personaler am Telefon für eine ehrliche Sache und sagte dann auch, dass dann grade dieser Bereich für mich flach liegen würde.
Er wünschte mir alles Gute.

Hab von der Sache nie wieder was gehört.

Außer das mein toller Arzt vom ÄD dieses ebenfalls nicht vermerkt hat - da er ja nach Aktenlage entschied . ..
 

0zymandias

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[...]
Hat aba nen Vorteil: Man qualifiziert sich für den nächsten Deutskurs :biggrin:
Boah, watt zoll ich denn machöön? Wenn misch eene VG so uffreescht, iss datt äwwä su unn nitt anners!

(Womit ich nur darauf hinweisen möchte, dass die Beweislast für den subjektiv vorwerfbaren, also schuldhaften Vorsatz das JC voll trifft.

Weiterhin würde ich mit Sicherheit in den entsprechenden Schriftstücken hinsichtlich ... ahm ... einzigartigen Schreib- und Formulierungsweisen fündig werden.

Noch weiterhin hatte ich schon mehrfach SBs, die nicht Muttersprachler im Deutschen waren.
Die Zuweisung in einen "Deutskurs" dürfte sich dann auch publizistisch recht gut nutzen lassen. :biggrin:)
 

Pixelschieberin

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Wer sich so verhällt, darf sich aber nicht über das Eintreten einer Sperrzeit wegen offensichtlichem Unwillen, die Arbeit antreten zu wollen, [...]
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Wer sich jedoch die unpassendste raus sucht, muß halt Lehrgeld zahlen.
 
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