Bewerbungs-Coaching, Sachbearbeiter wird beleidigend

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

skydancer

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
12 März 2019
Beiträge
5
Bewertungen
0
Hallo zusammen,
ich, w, 30, derzeit langzeitarbeitslos aus unterschiedlichen Gründen, habe mich gerade hier neu angemeldet, weil ich nun das erste Mal so richtig Probleme mit meinem Sachbearbeiter habe. Ich sag's gleich vorweg - ich bin in Sachen "sich auch mal wehren" sehr unerfahren, teils sehr unsicher, und mir geht es mit der derzeitigen Situation absolut nicht gut. Daher seht es mir bitte nach, wenn ich nicht alles gleich verstehe - all das, was ich hier immer so lese über Paragraphen und Rechtslage etc verwirrt mich noch sehr und ich wäre dankbar, wenn ihr versucht, eure Antworten "anfängerfreundlich" zu formulieren...

Folgende Situation.. bisher hat mich Sachbearbeiterchen eigentlich relativ viel in Ruhe gelassen, insbesondere seit er weiß, dass ich bald zu meinem Freund nach Schottland ziehen werde. Ich habe letztes Jahr im Mai leider den Fehler gemacht, ihm dies mitzuteilen - eigentlich mehr in einem eher lockeren Seitengespräch, weil ich, wie gesagt, bis dato mit dem Herrn keine Probleme gehabt habe. Aus dieser Zeit stammt auch meine letzte EGV, die ich aus Unwissenheit halt damals unterschrieben habe; diese beinhaltete meines Wissens nach nichts Verfängliches, sondern nur eine Formulierung wie "Klärung der persönlichen Umstände". Diese liegt mir leider auch nicht mehr vor, sodass ich sie nicht hochladen kann.
Soweit zur Vorgeschichte - der Umzug findet voraussichtlich ab Sommer diesen Jahres statt.

Nun plötzlich wird der gute Mann allerdings etwas unangenehm. Seit 2 Terminen versucht er mal wieder, mich in ein sogenanntes Bewerbungs-Coaching zu stecken - weil er meint, der Umzug könne ja noch dauern. Gut, okay, gegen SINNVOLLE Maßnahmen habe ich nichts - das hab ich schon immer klar gestellt. Ich hab allerdings bisher 2x solche Bewerbungsmaßnahmen mitgemacht, jedes Mal äußerst unangehme Erfahrungen gemacht oder aber dort Pizza bestellen dürfen, ... naja, ihr kennt das. Jedenfalls habe ich mit dieser Begründung das Ganze bis gestern auch ganz gut abwehren können.

Jetzt möchte er sich darauf aber nicht mehr einlassen und hat mir das gestern auch recht deutlich klar gemacht. Das Gespräch verlief so, dass ich wie üblich sagte, warum ich davon nichts halte und dass ich mir lieber eine andere, meines Erachtens nach für mich wesentlich sinnvollere Maßnahme mit ihm gemeinsam überlegen würde.
Davon wollte er aber so gar nichts hören und bestand darauf, dass ich mich auf DIESE Maßnahme einzulassen habe. Ich habe daraufhin versucht, mit den Standardfragen aka "Was bringt mir diese Maßnahme, wieso denken Sie, dass ich Sie brauche, können Sie mir den Ablauf erläutern" etc, was ich eben hier im Forum im Voraus schon gefunden hatte, gegen diese Sturheit anzuarbeiten - allerdings leider völlig erfolglos, denn daraufhin wurde er deutlich genervt und reagierte mit herablassenden Antworten wie z.B. "Ich weiß nicht, in welcher Sprache ich Ihnen das noch erklären soll" - ich meine.. Entschuldigung?

Na gut, ich hab das dann versucht zu ignorieren und weitere Fragen gestellt, die er natürlich allesamt ähnlich beantwortet hat... er fragte mich dann, ob ich willens sei, mich binnen dieser Woche beim Maßnahmeträger vorzustellen, um den Gutschein, den er mir dafür mitgebe, dort ausfüllen zu lassen. Ich sagte, ja, ich kann dort natürlich gern hingehen und mich, da er mir meine Fragen nicht beantworten könne, beim Maßnahmeträger darüber informieren, was mich erwarte, und würde ihm dann gerne Rückmeldung geben.
Daraufhin wurde er dann langsam ungehalten und teilte mir mit, ich habe überhaupt keine Wahl und es gehe hier um eine verpflichtende Maßnahme. Er klatschte mir sämtliche Unterlagen, u.a. eine neue EGV (von der er meinte, die gälte dann bis nächste Woche, wo er mir einen Termin zur Abgabe des vom Maßnahmeträger ausgefüllten Gutscheinblattes aufgedrückt hat), auf den Tisch und reagierte gar nicht begeistert darauf, als ich die EGV in der Tasche verschwinden ließ - er wiederholte daraufhin nochmal, ich sei dazu verpflichtet, an der Maßnahme teilzunehmen etc. Ich habe kein Recht mich zu weigern. Ich betonte dann noch einmal, dass ich mich ja gar nicht weigern wolle, sondern lediglich gern eine sinnvolle Maßnahme gehabt hätte.

Ich hatte dann auch langsam genug und fragte, was er denn außer meiner Bereitschaft, mich mit der Sinnlos-Maßnahme mal zu befassen, bevor ich endgültig entscheide, noch möchte?

Daraufhin stand er auf und sagte "die Diskussion beenden!" und hielt mir die Tür auf...
Na gut, das war mir dann auch nicht unlieb, ich war wirklich schon an den Grenzen meiner emotionalen Kontrolle angekommen - also sagte ich "Gut, auf Diskussionen habe ich genauso wenig Lust; ich würde mich allerdings freuen, wenn wir uns beim nächsten Mal wieder auf einen etwas respektvolleren Tonfall einigen könnten."
Da fiel ihm dann alles aus dem Gesicht und er antwortete mit einem wütenden "Wer respektiert hier wen nicht?", bevor er mir die Tür vor der Nase zu machte.

Tja... was mach ich denn jetzt mit dem Menschen? Ich bin seit gestern wirklich ziemlich aufgelöst und fühle mich einfach gekränkt, natürlich - vor dem Termin nächste Woche habe ich jetzt schon Angst.
Die Maßnahme an sich ist, wie ihr im Anhang sehen könnt, eigentlich gar nicht weiter schlimm, weil nicht weiter zeitaufwendig - aber ich brauche sie halt einfach nicht, und es widerstrebt mir ungemein, sie antreten zu müssen, während der gute Herr sich nicht mal meine Vorschläge anhören wollte..ach, ich weiß auch nicht. Ich bin gerade einfach ziemlich am Boden und weiß nicht, was ich tun soll..

Bisher sagt mein Plan, dass ich mich beim MT mal vorstellen werde, um zu gucken, was die sagen und wollen - wie gesagt, da die Sache nicht sehr zeitintensiv ist, könnte ich mir schon vorstellen, mitzumachen. Irgendwelchen Mist unterschreiben möchte ich allerdings auch dort nicht,.. ach, ihr Lieben, ich weiß eigentlich gar nicht, was meine konkrete Frage sein soll, aber vielleicht habt ihr ja trotzdem Rat.. :( Ich hab mal alle Papierchen angehängt, die er mir hingeklatscht hat...

Liebe Grüße...
 

Anhänge

  • gutschein1.jpg
    gutschein1.jpg
    108,9 KB · Aufrufe: 92
  • gutschein2.jpg
    gutschein2.jpg
    122,5 KB · Aufrufe: 93
  • trägerbestätigung.jpg
    trägerbestätigung.jpg
    119,2 KB · Aufrufe: 86
  • maßnahmeflyer1.jpg
    maßnahmeflyer1.jpg
    73,1 KB · Aufrufe: 84
  • maßnahmeflyer2.jpg
    maßnahmeflyer2.jpg
    78,9 KB · Aufrufe: 84
  • egv1.jpg
    egv1.jpg
    92,2 KB · Aufrufe: 79
  • egv2.jpg
    egv2.jpg
    69,2 KB · Aufrufe: 74
  • egv3.jpg
    egv3.jpg
    57,2 KB · Aufrufe: 67
  • egv4.jpg
    egv4.jpg
    48,4 KB · Aufrufe: 62

Merse

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
6 März 2015
Beiträge
1.104
Bewertungen
2.867
Die EGV ist völliger Blödsinn, sowas wird nicht unterschrieben. Als VA kann das vor dem SG keinen Bestand haben. "Ziel: Ausgabe eines Gutscheins". Das ist kein Eingliederungskonzept. Dafür braucht es keine EGV. Es fehlt jegliches Ermessen. Der SB weiß, dass das Einlösen eines Gutscheins freiwillig ist. Er versucht, dass du dich mit dieser Fake-EGV freiwillig dazu zwingst.
 

skydancer

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
12 März 2019
Beiträge
5
Bewertungen
0
Die EGV ist völliger Blödsinn, sowas wird nicht unterschrieben. Als VA kann das vor dem SG keinen Bestand haben. "Ziel: Ausgabe eines Gutscheins". Das ist kein Eingliederungskonzept. Dafür braucht es keine EGV. Es fehlt jegliches Ermessen. Der SB weiß, dass das Einlösen eines Gutscheins freiwillig ist. Er versucht, dass du dich mit dieser Fake-EGV freiwillig dazu zwingst.

Ja, hab ich mir gedacht, dass das wenig Sinn ergibt.. ich bin mal gespannt, was er mir denn dann kommende Woche vorlegt..
 

Schmerzgrenze

Super-Moderation
Mitglied seit
30 Januar 2015
Beiträge
4.605
Bewertungen
15.134
Willkommen im Forum. :welcome:Rezeption
... wie gesagt, da die Sache nicht sehr zeitintensiv ist, könnte ich mir schon vorstellen, mitzumachen.
Wenn Du jetzt schon einknickst, wirst Du Dich nicht durchsetzen können. Rechte zu verteidigen ist immer unbequem. :icon_wink:
5. Zur Integration in Arbeit meinte:
Ich werde den ausgehändigten Gutschein (AVGS) bei der DAA Rendsburg einlösen ...
Damit hat die "Fachkraft" eine Einlösung von vorneherein vergeigt. Vielleicht sollte sie selbst dringend
an einer Maßnahme (z.B "Einbeziehung fachlicher Weisungen in meine Verwaltungsaufgaben") teilnehmen.
Eine Vorauswahl durch die Behörde widerspricht der eindeutigen Weisung der BfA:

Fachliche Weisungen zur Durchführung des § 45 SGB III - MAT
45.12 - Fachliche Weisungen zur Durchführung des § 45 SGB III - MAT meinte:
(2) Die Ausstellung eines AVGS ist eine verbindliche Förderzusage im Sinne einer Zusicherung gemäß § 34 SGB X.
Der AVGS wird der Kundin/dem Kunden für die Teilnahme an einer zugelassenen Maßnahme ausgehändigt.
Er berechtigt zur Auswahl eines Maßnahmeträgers, der die Durchführung einer entsprechenden Maßnahme anbietet.
Die Vermittlungs- und Beratungsfachkraft darf aufgrund ihrer Neutralitätspflicht und aus wettbewerbsrechtlichen Gründen
keine bestimmten Maßnahmeträger bzw. Maßnahmen empfehlen.
Mit diesem Hintergrund darfst Du den AVGS Wisch getrost ablehnen, da Dir die Trägerauswahl vorenthalten wurde.
Vermutlich pflegt Dein SB oder die Behörde einträgliche Kontakte zu besagtem Unternehmen.
Ich würde dem SB kühl den Auszug der Weisung rüberschieben und mitteilen,
daß ich mir jetzt aus wettbewerbsrechtlichen Gründen leider einen anderen Träger suchen muß.
(Was nicht unbedingt heißt, daß ich auch wirklich einen finde.) Verschwendung öffentlicher Mittel verdient keine Unterstützung.
Hier noch ein paar empfehlenswerte Beiträge, welche für Dich hilfreich sein könnten.

Kommunikation mit Behörden und Sachbearbeitern
Eingliederungsvereinbarung (EGV) vs. Verwaltungsakt (VA)
Begründete Abwehr nicht bedarfsgerechter Förderung
 

skydancer

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
12 März 2019
Beiträge
5
Bewertungen
0
Willkommen im Forum. :welcome:Rezeption
Wenn Du jetzt schon einknickst, wirst Du Dich nicht durchsetzen können. Rechte zu verteidigen ist immer unbequem. :icon_wink:

Danke - und ich weiß. Aber leider steht da natürlich wie bei vielen anderen vor allem die Angst vor einer Sanktion hinter - und damit ist man hier in Rendsburg schnell bei der Hand. Auch, wenn die dann vielleicht unrechtmäßig ist etc - sobald ich kurzfristig ohne Geld da stehe, weiß ich halt nicht, was ich machen soll - ich habe keine Mittel, um das aufzufangen.. :(

Außerdem - verzeih die Naivität, wie erwähnt, ich bin echt "Anfänger" - wenn ich das Ganze ablehne, dann schickt er mir doch sowieso eine Zuweisung per VA. Jedenfalls möchte ich wetten, dass er damit nicht lang fackelt - und dann muss ich doch sowieso erstmal hin?
 

Schmerzgrenze

Super-Moderation
Mitglied seit
30 Januar 2015
Beiträge
4.605
Bewertungen
15.134
Jedenfalls möchte ich wetten, dass er damit nicht lang fackelt - und dann muss ich doch sowieso erstmal hin?
Lies Dich erstmal ein und bereite Dich vor. Um Rechte wahrzunehmen, muß man sie kennen.
Der Leitfaden basiert wie das ganze Forum auf gesammelte Erfahrungen.
Erarbeite Dir eigene Strategien und Du wirst sehen, daß sie funktionieren. :icon_wink:
 

skydancer

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
12 März 2019
Beiträge
5
Bewertungen
0
Tja, dafür habe ich anscheinend jetzt nur eine Woche Zeit... nicht gerade viel und wie gesagt, mich schüchtert das Ganze einfach wahnsinnig ein...
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten