Bewerbung (allgemein)

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ExitUser

Gast
Hi @all,

brauche dringend einen/Euren Profi-Tipp:

Welche gesetzliche Einzelnorm fordert Bewerbungen eines Erwerbslosen und welche gesetzl. Grundlage regelt die Sanktionierung bei deren Fehlen?

Es geht um Bewerbungen allgemein, also nicht ausschließlich um Eigenbemühungen!


(Bin mir unsicher.:icon_neutral:)

LG
Gavroche
 

Paolo_Pinkel

Super-Moderation
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Hi @all,

brauche dringend einen/Euren Profi-Tipp:

Welche gesetzliche Einzelnorm fordert Bewerbungen eines Erwerbslosen


Danke!


(Bin mir unsicher.:icon_neutral:)

Hi,

schau mal im Anhang. Könnte evtl. brauchbar für beide deiner Fragen sein.

und welche gesetzl. Grundlage regelt die Sanktionierung bei deren Fehlen?

SGB 1 § 66 Folgen fehlender Mitwirkung


  • (1) Kommt derjenige, der eine Sozialleistung beantragt oder erhält, seinen Mitwirkungspflichten nach den §§ 60 bis 62, 65 nicht nach und wird hierdurch die Aufklärung des Sachverhalts erheblich erschwert, kann der Leistungsträger ohne weitere Ermittlungen die Leistung bis zur Nachholung der Mitwirkung ganz oder teilweise versagen oder entziehen, soweit die Voraussetzungen der Leistung nichtnachgewiesen sind. Dies gilt entsprechend, wenn der Antragsteller oder Leistungsberechtigte in anderer Weise absichtlich die Aufklärung des Sachverhaltserheblich erschwert.
  • (2) Kommt derjenige, der eine Sozialleistung wegen Pflegebedürftigkeit, wegen Arbeitsunfähigkeit, wegen Gefährdung oder Minderung der Erwerbsfähigkeit oder wegen Arbeitslosigkeit beantragt oder erhält, seinen Mitwirkungspflichten nach den §§ 62bis 65 nicht nach und ist unter Würdigung aller Umstände mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß deshalb die Fähigkeit zur selbständigen Lebensführung, die Arbeits-, Erwerbs- oder Vermittlungsfähigkeit beeinträchtigt oder nicht verbessert wird, kann der Leistungsträger die Leistung bis zur Nachholung der Mitwirkung ganz oder teilweise versagen oder entziehen.
  • (3) Sozialleistungen dürfen wegen fehlender Mitwirkung nur versagt oder entzogen werden, nachdem der Leistungsberechtigte auf diese Folge schriftlich hingewiesen worden ist und seiner Mitwirkungspflicht nicht innerhalb einer ihm gesetztenangemessenen Frist nachgekommen ist.
Dritter Titel Mitwirkung des Leistungsberechtigten

SGB II § 31 Absenkung und Wegfall des Arbeitslosengeldes II und des befristeten Zuschlages


c)eine zumutbare Arbeit, Ausbildung, Arbeitsgelegenheit, eine mit einem Beschäftigungszuschuss nach § 16a geförderte Arbeit, ein zumutbares Angebot nach § 15a oder eine sonstige in der Eingliederungsvereinbarung vereinbarte Maßnahme aufzunehmen oder fortzuführen, oder
d)zumutbare Arbeit nach § 16 Abs. 3 Satz 2 auszuführen,...
SGB II § 31 Absenkung und Wegfall des Arbeitslosengeldes II und des befristeten Zuschlages


Gruss

Paolo
 
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ExitUser

Gast
...
schau mal im Anhang. Könnte evtl. brauchbar für beide deiner Fragen sein...

Hallo Paolo,

danke für Deine Antwort.

§§ 60 ff SGB I sagen m. E. nichts über die Bewerbungspflicht eines Erwerbslosen aus. Da geht es um die Angabe von Tatsachen, Vorladungen, Untersuchungen etc.

Ich persönlich bin der Ansicht, dass § 66 SGB I sich auf die vorangegangenen §§ bezieht. Denkfehler?

Es geht um Bewerbungen allgemein, also nicht ausschließlich um Eigenbemühungen!
 

Paolo_Pinkel

Super-Moderation
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Hi,

ich verstehe deine Frage schon. Deine Pflichten - welche ja im SGB verankert sind - sagen ja aus, dass du alles menschenmögliche unternehmen musst um deine Hilfebedürftigkeit zu beenden.

Das setzt natürlich bewerben (aktive Eigenbemühungen) voraus was ja elementar zur Stellenfindung beiträgt. Du möchtest natürlich den Paragraphen haben der explizit aussagt, dass jeder HE per Gesetz XY verpflichtet ist sich zu bewerben. Der ist mir genau so wie dir (noch) nicht bekannt, jedoch ist das, wie bereits geschrieben, ein Bestandteil deiner Pflichten meiner Meinung nach.

Gruss

Paolo
 

nicole05

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Hallo,
aber wie genau MUSS so eine Bewerbung aussehen?
Bei meinem letzten Bewerbungstraining habe ich mich kurz und bündig beworben, da ich für die Stelle keinerlei Ausbildung hatte, diese aber gefordert war.
Meine Bewerbung wurde an mein SB von der Arge weitergeleitet und ich bekam Post. ( Heute würde mir sowas nicht mehr passieren)
Wenn Sie durch ihre Bewerbung oder ihr Verhalten beim Vorstellungsgespräch etwas tun was die Einstellung behindert, werden sie sanktioniert.
Also bin ich verpflichtet 30 Sätze zu schreiben ?
Oder reicht es aus es z.B. so zu formulieren:

Sehe geehrte Frau XXXX,

auf der Homepage der Agentur für Arbeit habe ich gesehen, dass Ihre Firma eine Stelle als Altenpflegerin zu besetzen hat.
Hiermit bewerbe ich mich um diese Stelle.
Über eine positive Antwort von Ihnen würde ich mich freuen.
Mit freundlichen Grüßen

Ich

Habe ich damit meine Pflicht erfüllt?

Nicole
 

Paolo_Pinkel

Super-Moderation
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Sehe geehrte Frau XXXX,

auf der Homepage der Agentur für Arbeit habe ich gesehen, dass Ihre Firma eine Stelle als Altenpflegerin zu besetzen hat.
Hiermit bewerbe ich mich um diese Stelle.
Über eine positive Antwort von Ihnen würde ich mich freuen.
Mit freundlichen Grüßen

Ich

Habe ich damit meine Pflicht erfüllt?

Hi,

im Prinzip hättest du deine Pflicht erfüllt. Jedoch könnte dir ein böswilliger SB unterstellen, dass du absichtlich ein Zustandekommen eines Arbeitsvertrag behindert hättest. Dazu gibt es auch, soweit ich nicht irre, Gerichtsurteile die diese Haltung bestätigen. Und das könnte er/sie natürlich zusätzlich untermauern indem er/sie auf dein bereits durchgeführte Bewerbungstraining verweist, wo du das ja wahrscheinlich anders gelernt hast.

Gruss

Paolo
 
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ExitUser

Gast
@Gavroche

Gesetzliche Vorschriften besagen meines Wissens nur, daß du zu angemessenen "Eigenbemühungen" zur Stellensuche verpflichtet bist. "Bewerbungen" werden explizit zwar nicht gefordert. Allerdings stellt sich dann die Frage, wie diese Eigenbemühungen sonst aussehen sollen. Bewerbungen auf geeignete Stellenangebote sind das übliche Mittel zur Beendigung der Arbeitslosigkeit. Das heißt freilich noch lange nicht, daß man zu offensichtlichen "Sinnlosbewerbungen" zur Erfüllung irgendeiner Quote verpflichtet ist (sofern man sich nicht im Rahmen einer EGV auf so etwas eingelassen hat).

@nicole05

Im Prinzip reicht so ein kurzes Schreiben schon. Du kannst allerdings Probleme bekommen, wenn eine Bewerbung eine offensichtliche(!) "Anti-Bewerbung" ist, also nach dem Motto verfaßt wird "ich bin an der Stelle gar nicht interessiert und schreibe das hier nur, weil das Arbeitsamt mich dazu verpflichtet hat".

Halte dich an die bei einer Bewerbung üblichen Formulierungen und den üblichen Umfang eines Anschreibens (wo man kurz darstellt, wieso man an der Stelle interessiert ist und weshalb man dafür geeignet ist). Dann werden potentielle Probleme minimiert. Falls du tatsächlich bei einer ungeliebten Pflichtbewerbung an der Stelle nicht sonderlich interessiert bist, kannst du das höchstens subtil zwischen den Zeilen durchblicken lassen, wenn überhaupt. Oder man regelt das im Vorstellungsgespräch, falls es denn dazu kommt.
 
E

ExitUser

Gast
@Paolo,

auch die in #2 gemachten Ergänzungen sind hinlänglich bekannt.:icon_smile:

Deshalb gilt nach wie vor:

...Du möchtest natürlich den Paragraphen haben der explizit aussagt, dass jeder HE per Gesetz XY verpflichtet ist sich zu bewerben....

...und die gesetzl. Grundlage, die das Sanktionieren fehlender Bewerbungen erlaubt.

Es geht um Bewerbungen allgemein, also nicht ausschließlich um Eigenbemühungen!
 

Paolo_Pinkel

Super-Moderation
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Es geht um Bewerbungen allgemein, also nicht ausschließlich um Eigenbemühungen!

Hi,

wie bereits geschrieben. Für mich persönlich fällt das unter die Eigenbemühungen denen du ohnehin unterliegst. Mir ist (noch) kein Paragraph bekannt der deine Frage in ein Gesetz gepackt hat. Sofern du diesen aber irgendwo ausbrägbst würde wir alle uns sicherlich darüber freuen wenn du diesen Passus hier reinstellst.:icon_daumen:

Vielleicht äußern sich auch noch weitere User dazu.

Gruss

Paolo
 

sun2007

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Ich stimme Paolo zu und verstehe nicht so ganz, worauf Du hinaus willst. Und wie Du manche Bewerbungen als Eigenbemühungen bezeichnest, andere aber nicht: Es ist doch so, dass jede Bewerbung eine Eigenbemühung ist und dass letztere zu den Mitwirkungspflichten zählen.

Was ist jetzt für Dich der Knackpunkt?
 
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