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Bettelnde "Omis" - ein neues und trauriges Kapitel? Eine lange Geschichte :-(

gila

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#1
Hallo Ihr Lieben!

Ich habe heute etwas erlebt, was mich zutiefst bewegt und entsetzt hat ... und zum Nachhaken veranlasst.

2 x im Jahr fahre ich die knapp 60 km in ein nahe gelegenes Städtchen im schönen Allgäu zu meinem Frauenarzt.
So auch heute mal wieder - knapp über 14.000 Einwohner hat das Städtle - hübsch, klein, "man kennt sich" überwiegend - im Sommer sind wir gern mit den Motorrädern dort und versammeln uns auf dem kleinen Platz in der Ortsmitte zum Eiscafé.

Heute parke ich in der Nähe des kleinen Bahnhofes vor einer Bäckerei.
Ich bin noch auf der Suche im Auto nach Parkmünzen - da bemerke ich das freundliche Gesicht einer älteren Dame an meinem Fahrerfenster auf der Straße, sie lächelt, will wohl was - vielleicht nach dem Weg fragen?
Sie ist offensichtlich gut über die 70, eine einfache braune Winterjacke ... ein kleiner Rucksack auf dem Rücken.

Ich lasse das Fenster etwas herunter und frage sie, was ich für sie tun kann.
Freundlich und leise sagt sie: "Ach ... hätten Sie vielleicht 1 oder 2 Euro für mich? Für ein Butterbrot und so ..."

Ich bin erstmal PLATT. DAS habe ich nun nicht erwartet!

Ich frage sie: "Gerne kann ich Ihnen etwas geben - aber sagen Sie mir doch mal, WARUM haben Sie es denn notwendig, um Geld zu fragen auf der Straße?"

Sie antwortet leise: "Ach, wissen Sie ... ich bin Rentnerin und hab eine so kleine Rente ..."

"Ja - ich kenne die Problematik", sage ich. "Aber warum gehen Sie nicht zum Sozialamt und beantragen eine Aufstockung Ihrer Rente? Das steht Ihnen doch wahrscheinlich zu!"

Darauf meinte sie ein wenig hilflos: "Ach, wenn man sich damit doch nicht auskennt ...." - nun, das ist eine sehr typische Antwort, die ich schon vor über 30 Jahren, als ich noch als "blutjunge Beamtin" in einem Sozialamt arbeitete, oft gehört habe.

Ich versuchte noch ein wenig heraus zu bekommen, woran es hapert - sagte ihr, dass ihr doch Leistung ZUSTÜNDE und wenn "der Staat" ihr zu wenig Rente gibt, müsse sie sich das eben "anderweitig" holen, was sie benötigt. Notfalls zur Caritas und sich dabei helfen lassen.

Sie schien weiterhin etwas hilflos, so gab ich ihr den Euro und sie zog davon. Langsam schlurfend ... etwas unsicher ... auf einem Parkplatz sich einen älteren Herrn suchend ... noch lange zögernd, bevor sie auch ihn wohl fragte.

Ich war EHRLICH ERSCHÜTTERT und machte mir meine Gedanken: diese Frau war eine "hiesige" Rentnerin.
Eine "ganz normale Omi". Wie kann sowas sein?
----------------------------

Der HAMMER aber kam gut 1,5 Stunden später, als ich wieder im Auto saß und heimfahren wollte.
Ich verstaute gerade meine Einkäufe und bemerkte auf der Beifahrerseite nun eine alte Dame.
Eine RICHTIG alte Dame - ein altes Gesicht mit vielen Falten, die sicher vieles zu erzählen hatten ... auch erzählten sie mir, dass hier ein Mensch stand, der durchaus als einst "gepflegt" und mit gewisser "Feinheit" zu erkennen war ... ein Stock in der Hand - schon sehr gebrechlich, die Dame.
Freundlich und fast schüchtern schaute sie mich an und murmelte etwas.
Ich öffnete das Fenster und fragte sie, ob ich ihr behilflich sein kann.

Dann kam ein Satz, der mich vollends umhaute:
"Ach ... bitte entschuldigen Sie ... haben Sie vielleicht ein bisschen Kleingeld für mich - für was zu essen, eine Semmel ...?"

Ich antwortete sichtlich geschockt: "Liebe Frau - sagen Sie mir doch, WARUM Sie es nötig haben, in Ihrem Alter und mit Ihrer "Gesundheit" hier rumzulaufen und die Leute nach Geld zu fragen?"
Sie erschien mir ÜBER 80!!! und durchaus "bei Verstand".

Auch hier war die Antwort: "Ich kriege kaum Rente, wissen Sie ... da muss ich schauen ... - entschuldigen Sie bitte vielmals..."
Auch Ihr sagte ich das gleiche, sprach von ihrem Recht zum Sozialamt zu gehen ... aber dieses Mal machte ich klar, dass auch ICH genau wisse, wovon sie spräche und - wie sie sehen konnte - mein Auto zwar "groß" aber total rostig und alt wäre ... und auch ich bald schon "Rentnerin" würde - auch wenn sie es kaum glauben wollte ... und dass ich dann ebenso UNTER dem Existenzminimum leben müsse - nach über 40 Jahren Arbeit - dass ich ihr aber dringend ans Herz legen würde, sich die Hilfen zu holen, die ihr zustehen, damit dieses WÜRDELOSE BETTELN nicht ihre Seele belastet.

Sie wirkte sehr traurig, nickte zustimmend ... entschuldigte sich noch mehrmals und schlurfte dann davon ...

Ich denke, jeder kann sich jetzt vorstellen, tief im Innersten, wie es mir da heute ging ...

Ich überlegte, was ich TUN könnte, um hier ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen - ich hab selbst in Städten wie München, Kempten, Landsberg so etwas NIE erlebt - nicht "alte Ommas" ... nicht sowas ... nicht 2 x in knapp 90 Minuten!

Ich wollte dies nicht einfach kopfschüttelnd "abhaken" und fuhr zur nächsten Polizeiinspektion.
Einer jüngeren und einem schon älteren Beamten erzählte ich dann von meinem "etwas seltsamen" Erlebnis und fragte nach, ob dies denn hier im Ort BEKANNT sei.

Sie waren relativ "platt" - natürlich wurde ich zuerst gefragt, ob es sich um "Osteuropäische ältere Damen" handelte - dass es offensichtlich aber deutsche, einheimische, und sicher jenseits von einer "organisierten Seniorengang" so agierende Menschen, Frauen, handelte, konnten sie lange nicht fassen.

Aber TUN konnten sie auch nix - betteln sei nicht explizit verboten ... einen Streetworker hätte der Ort - aber der sei für die Jugendlichen zuständig - man könne da nix machen ... "natürlich" kam irgendwann auch die Anmerkung, dass Milliarden für Asylbewerber ausgegeben würden - aber die Renten eben nicht ausreichten.
Man könne auch keine "Uniformierten" rausschicken, die schauen, ob die Damen öfter betteln oder ob es noch weitere Personen gibt ... denn dadurch würden die ja verschreckt. :icon_frown:
"HERRGOTT - dann wird man ANDERE Möglichkeiten finden müssen" ... ich war schon etwas aufgebracht jetzt ... und außerdem: natürlich KANN es immer wieder sein, dass jemand nicht zum Sozialamt WILL - aus Scham meistens - aber WIE BESCHÄMEND ist es, stattdessen zu betteln im Alter?

(es sei denn, man ist in dem Alter so "abgebrüht" und hat eine so gute "Erfolgsquote", dass man damit mehr "verdient" ... aber dass die beiden Omis "Wanderbettler" sind und sich mit einem Bus von Stadt zu Stadt bewegen zum "abzocken", schließe ich definitiv aus - schon aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit.)

Ich fuhr dann zur Caritas, um dort zu fragen - aber dort war heute zu.
Ich war so aufgewühlt und entsetzt - hockte mich erstmal in ein Eiscafe und fragte dann dort einfach den Besitzer und die anwesenden Gäste, ob ihnen bekannt sei, dass hier, in ihrem Ort, "ganz normale OMAS" wie wir sie alle aus unseren Familien kennen, um ihre Rente aufzubessern, zum BETTELN gingen.

Die Leute waren ebenso ahnungslos wie auch schockiert - ich bin sicher, DIE achten nun mal darauf!

Ganz "unverrichtet" wollte ich nun nicht abziehen - und hatte noch Glück, dass ums Eck im Büro der GRÜNEN (mangels LINKEN-Büro) noch eine Dame saß, der ich das alles erzählt habe ... die vollends schockiert war und mir nun versprochen hat, mit dem "MdL" (Mitglied des Landtages der Grünen) zu sprechen und dass man versuche, Möglichkeiten zu finden, der Sache nachzugehen.
Sie war jedenfalls "gerührt" von soviel "Zivilcourage", die eigentlich JEDER zeigen sollte (wenn sie wüsste, wie hart ich mir das zuweilen im Umgang mit Behörden "erarbeitet" habe :wink::icon_hihi:)

Ich hoffe, dass man dort der Sache nachgeht und ein paar Menschen MEHR die Augen öffnen - und werde sicherlich in Kürze nachhaken, ggf. auch Landratsamt und Heimatblättchen ..., ob hier etwas getan wird ... oder die Sache im Sande verläuft.

Diese ungeheuerliche Geschichte wollte ich mit Euch teilen ... damit wir alle uns gut umschauen, uns sensibilisieren, und letztlich auch irgendwas TUN können.
Ich werde auf jeden Fall die Geschichte auch in ein paar Kanälen verbreiten - Fragen stellen ...
und bin sicher, dass es "wenigstens" einige Leute doch mal zum nachdenken bringt.

Und bitte: nun KEINE Diskussion über Flüchtlinge - über Geld, was anderweitig und falsch eingesetzt wird ... Flughafen Berlin täglich 1 Million ... und sonstiges. Das WISSEN wir ja alle. Wir KENNEN die Ursachen - die Gründe, die Polemik ...
Es ist GENUG Geld da - auch für Flüchtlinge ... vieles wird falsch verteilt und eingesetzt - aber: schauen wir nicht alle auch dabei zu und "amüsieren" uns allenfalls wenn der neue Steuerverschwendungsbericht heraus kommt und bei Mario Barth?

Was sich derzeit um uns herum so tut ist "zuweilen" nicht sonderlich "erhellend" - und erst gestern musste ich (ja, ich "muss" leider immer :icon_hihi:) wiederum ganz andere "Auswüchse" öffentlich machen, als neben mir im Supermarkt eine ältere "Dame" zu einer anderen über ein paar ebenso anwesende junge Flüchtlinge, die erst kürzlich über dem Geschäft einquartiert wurden, zischelte und dann der Satzfetzen fiel "DIESES DRECKSGESINDEL".
Ich bin persönlich der Meinung, ich KANN hier nicht entsetzt weg hören und habe der Dame zu mehr "Öffentlichkeit" für diese ihre WIDERLICHE Meinung verholfen :icon_mrgreen: - lautstark, so dass der ganze Laden still stand, so dass sie sich schnell zwischen den Regalen verkroch und den Laden eilig verließ.


NICHT SCHWEIGEN!
:icon_evil:
"Der Mantel des Schweigens ist nur scheinbar ein wärmendes Kleidungsstück."
Tobias Peter, Journalist - Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger

Ich bin jetzt einfach nur traurig.
Danke für's Lesen!
 

Pichilemu

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#2
Ich kenne das aus der Familie sehr gut, dass viele ältere Menschen ihre Rechte nicht kennen. Früher war halt alles etwas einfacher.

Die meisten dürften gar nicht wissen, dass es die Grundsicherung überhaupt gibt, sie kennen vermutlich, wenn überhaupt, nur die Sozialhilfe, wo ja dann die Kinder zahlen müssen. Und in ihrem Alter haben diese Menschen meist keine Durchsetzungskraft mehr, sei es aus gesundheitlichen Gründen oder weil sie einfach noch in einer anderen Umgebung aufgewachsen sind - selbst bei mir in der Familie, die ja eigentlich gesundheitlich recht fit ist, hat sich eine aus dem engeren Verwandtenkreis an der Haustür einen Handyvertrag andrehen lassen. War dann ziemliche Arbeit, sie da wieder rauszuholen. Sie wird auch in Rechtsfragen ständig von ihren Kindern unterstützt, sie käme selbst niemals klar, selbst ich wurde schon gefragt wieso auf einmal ihre Rente gekürzt wird, das sei für sie völlig unverständlich, da müsse man doch etwas machen; dabei liegt es schlichtweg daran, dass die Mütterrente eingeführt wurde und das auf die Witwenrente angerechnet wird.
 

Nimschö

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#3
Ich bin derzeit schon nah am Wasser gebaut, aber da hab ich jetzt mal RICHTIG Flut in den Augen :(
 
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#4
Wir haben zur Zeit 400.000 Grundsicherungsempfänger, die Dunkelziffer beträgt mehr als das Doppelte, die aus diversen Gründen keine Grundsicherung beantragen.
Diese Zahl wird sich in den nächsten 10 Jahren ca. VERZEHNFACHEN (laut statistischem Bundesamt).
Es wird also in der Zukunft völlig normal sein, das Omis ÜBERALL betteln.
Das ist politisch gewollt, weil die Gesetze EXTRA so angelegt worden sind.
Beispiel:
Flachensammeln:
Eine "Omi" sammelt Flaschen, bekommt allerdings auch Grundsicherung, sagen wir 100€ zur kleinen Rente.
SOLLTE diese "Omi" für mehr als 10€/Monat für die Flaschen bekommen und nicht dem Amt melden, ist sie rechtlich eine Sozialbetrügerin, macht sie das über mehrere Monate, ist sie von Knast bedroht (kein Scherz).
Meldet sie diese "Einnahme" sagen wir 12,88€ im Monat, wird die Grundsicherung von 100€ auf 87,12€ gekürzt (auch das ist kein Scherz). Diese Gesetze, hungernden Menschen soll alles abgenommen werden, sofern sie selbst irgendwie tätig werden, ist vorsetzlich in den Sozialgesetzbüchern verankert worden!

Gruß
Wanda
 
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Gast
#5
Vile die hier posten werden später auf Grundsicherung angewiesen sein-40 % aller Rentner in den nächsten 15 Jahren...an den Tafeln so meine Beobachtung stehen hier in Frankfurt neben den üblichen 'Kopftüchern' hauptsächlich Rentner...
 
E

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#6
Ich hatte vor einiger Zeit etwas ähnliches erlebt.

Ich stehe vor einem Supermarkt an meinem Auto. Da spricht mich eine ältere Dame an und bat mich um etwas Geld Sie wäre hungrig, hätte kein Geld und wolle sich Essen kaufen.

Ich bot ihr an, sich aus meinem Einkaufskorb etwas auszusuchen. Sie lehnte ab.
Dann machte ich den Vorschlag, zusammen zum Bäcker und Fleischer zu gehen.
Sie wurde garstig, lehnte auch das ab und ging.

Man sollte keinen Menschen vorverurteilen. Ein wenig Misstrauen ist aber in gewissen Situationen angebracht.
Das dient immerhin auch dem Schutz des Bittenden.
 

Anna B.

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#7
Vor ein paar Tagen steh ich vor meiner Garage und will gerade wegfahren..da steht plötzlich hinter mir eine Frau, mit Kind im KInderwagen...nebendran noch eine weitere junge Frau..

sie halten mir einen Zettel entgegen und radebrechen: Hunger, Kind, Geld...bitte

ich schaue auf die Uhr sag den beiden Damen, dass das Sozialamt noch geöffnet hat und sie beim Sozialamt Geld bekommen würden..

das haben sie genau verstanden..schwupp...waren sie weg...ich konnte gar nicht so schnell hinterherschauen, wie sie rannten...mitsamt Kind und Kinderwagen (Sportkarre für eine ca. 5 jährige)...

dann seh ich, wie sie gegenüber beim Nachbarhaus klingeln..die beiden Halbwüchsigen öffnen die Tür...

die Damen jammern den beiden Jungs was vor..der Älteste ist sehr sozial eingestellt und drehte sich auf dem Absatz um und rannte ins Haus..der Kleine blieb an der Tür.

Der Große kam mit 5 Euro wieder....gab das den Frauen..die fingen, wie auf Knopfdruck, an zu weinen...5 Euro wären zu wenig...und außerdem hätten sie jetzt Hunger!
der Große wieder ins Haus, kam mit Süßkram zurück...für das Kind. Sie weinten lauter und verlangten dann noch "Wasser"...da hab ich dann zum Telefon gegriffen, um die Jungs von der Haustür wegzuholen...
Nicht das sie die beiden frauen mitsamt Nachwuchs ins Haus lassen und später steht da ein TV-Gerät und ein PC mehr!!..

Die Mutter war am Telefon und ganz aufgelöst...sie war gerade im Bad gewesen und wüßte nun nicht, wie sie die FRauen loswerden würde...ihre Schwägerin hätte bereits per whatsapp geschrieben, dass Bettler unterwegs wären und auch wäre bereits in einem Haus in einer anderen Straße etwas gestohlen worden..

sie gab den Jungs dann eine Flasche Wasser...so konnten die 2 mitsamt Kind dann gehen..sie hatten ja alles, was sie verlangt haben. Die Damen haben übrigens in der ganzen Wohngegend gebettelt..den ganzen Morgen von Haus zu Haus und Minimum waren überall 2 Euro pro Person...!!
So viel Hunger konnte das Kind gar nicht mehr gehabt haben...es stehen in der Siedlung ungefähr 100 Einfamilienhäuser....die haben gut was verdient an dem Tag...

Tut mir leid, aber ich gebe nichts mehr...man kann fast niemandem mehr trauen...

Vor kurzem habe ich einem Obdachlosen, der jeden Tag an der gleichen Stelle saß und ein Schild hatte: ich habe Hunger, bitte eine kleine Spende....jeden Morgen ein Brötchen und einen Kaffee gekauft....
das wollte der gar nicht!!! der wollte lediglich Geld...

nee...dafür ist mir mein Geld zu schade...
 

Fluoxetina

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#9
Ich habe heute am Kurfürstendamm eine ähnliche Beobachtung gemacht. Eine sehr alte Dame stand! mit zittrigen Händen unweit des KadeWe. Diese Beobachtung hat mir auch einen unglaublich tiefen Stich zugesetzt. Aber irgendwas stimmte nicht!!!

Ich habe Angst, dass alte Menschen von organisierten Banden zum Betteln benutzt werden. Ich hatte leider zuwenig Zivilcourage, der Sache genauer auf den Grund zu gehen.
 
E

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Gast
#10
Ich habe Angst, dass alte Menschen von organisierten Banden zum Betteln benutzt werden. Ich hatte leider zuwenig Zivilcourage, der Sache genauer auf den Grund zu gehen.[/QUOTE]

Genau vor organisierten Banden muss gewarnt werden: VW, Siemens, Deutsche Bank etc....:biggrin:
 

gila

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#11
Ich habe heute am Kurfürstendamm eine ähnliche Beobachtung gemacht. Eine sehr alte Dame stand! mit zittrigen Händen unweit des KadeWe. Diese Beobachtung hat mir auch einen unglaublich tiefen Stich zugesetzt. Aber irgendwas stimmte nicht!!!

Ich habe Angst, dass alte Menschen von organisierten Banden zum Betteln benutzt werden. Ich hatte leider zuwenig Zivilcourage, der Sache genauer auf den Grund zu gehen.
Genau um DAS ging es hier nicht. Soviel Einschätzung und Menschenkenntnis zur Unterscheidung in einem
kleinen, properen Urlaubsörtchen im Allgäu mag ich mir zuerkennen.
Aber eine Rückfrage ist eh fällig - das werde ich die Tage mal rausschicken.

Und: ich gebe schon auch mal einem "offensichtlichen Penner" was ab - auch wenn ich weiß, er setzt es in ein Bierchen um.
Ich kenne sein Schicksal nicht - ER hat wohl keine wirklichen Perspektiven und Lebensaussichten mehr -
und wenn dies die einzige ist - sei es ihm in dem Moment (und wenn ich es grad selbst kann) einfach "gegönnt".

Ich urteile da nicht oder denke groß nach, sondern handle spontan und akzeptiere in dem Moment einfach,
dass es immer Licht und Schatten geben wird und dass auch ich immer mal ein Teil von der einen oder
anderen Seite sein werde. Sehr oft habe ich auch wirkliche Dankbarkeit aufflackern gesehen und für nen Euro war auch das mal ein schönes Gefühl und berührender Moment.
Man muss sich da vielleicht auch mal auf seinen Bauch verlassen ... eher kriegt ein "Penner" was, der es gleich in Semmel oder Bier umsetzt, als die organisierten Mitleids-Banden mit kleinen hierzu missbrauchten Kindern,
denen jemand "Größerer" es dann doch wieder abnimmt. Dahinter steht kriminelle Energie und die muss ich nicht fördern.
 

Kalinda

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#12
Hallo gila,

ich lese ja mit Interesse Deine Threads (auch die alten) und wollte hier mal stressfrei nachfragen, ob sich da noch was getan hat.

Dir und allen Lesern einen guten Rutsch ins Jahr 2017!

Freundliche Grüße
Kalinda
 

gila

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#13
Hallo Kalinda - dein Interesse freut mich.

Nein - leider habe ich bisher nichts in der Sache erfahren, was zum Einen daran liegt, dass ich selbst
sehr "dicht" war mit eigenen heftigen Problematiken.
Ich war auch erst einmal wieder in dem Örtchen - und die zuständigen Büros waren gerade zu.
Aber nicht, dass ich es aus den Augen verloren hätte ... ganz sicher wird Anfang des kommenden Jahres
nochmal nachgefragt, ob sie was ergeben hat oder auch anderen Leuten sowas bekannt geworden ist.

Ein gutes Neues Jahr!
 
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16
#14
NICHT SCHWEIGEN!
:icon_evil:
"Der Mantel des Schweigens ist nur scheinbar ein wärmendes Kleidungsstück."
Tobias Peter, Journalist - Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger

Ich bin jetzt einfach nur traurig.
Danke für's Lesen!
Ich habe etwas ähnliches erlebt, aber andersrum.

Die Dame hat nicht gebettelt, aber man merkte, sie hatte sehr wenig Geld.
Ich habe sie getroffen in ihrem Wohnblock, wo sie offenbar seit Jahrzehnten wohnte.

Wir kamen ins Gespräch, sie hat 270 € Rente und davon zahlt sie noch 135 € Miete warm.

Ich habe natürlich auch sofort gesagt Sozialamt + Grusi, ist sie aber nicht darauf eingestiegen.

Sobald ich gegangen war, hab ich den Fall sofort der Caritas gemeldet und die auch auf ihre Schweigepflicht angesprochen.
"Aber selbstverständlich!"

Also hab ich es erzählt, Anschrift und Name, und die haben versprochen, dass sie sich um die Frau kümmern würden.

Dort kannte man aber auch das Problem und hat es mir erläutert: Sehr viele von den alten Menschen, ein Leben lang gearbeitet usw., hätten noch ein kleines Vermögen. Also praktisch nichts, ein paar Tausend.

Und das würde ihnen alles weggenommen bis auf einen mickrigen Rest. Und diese alten Menschen, oft ohne Anhang, möchten zumindest noch anständig unter die Erde kommen ohne in einem anonymen Urnengrab bestattet zu werden.
Das ist der einzige Grund, warum sie keine Grusi beantragen.

Unser toller Staat hilft schon, keine Frage, aber nur unter der Bedingung, dass einer bereit ist, auf seine Würde zu verzichten.

Und genau das ist die Voraussetzung, um Hilfe zu erhalten.
 
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#15
Schonvermögen bei GruSi ist 2.600 EUR.
Zusätzlich kann man aber einen Bestattungsvertrag abschließen für 2.500 EUR, an den das Amt ebenfalls nicht ran darf. In Einzelfällen wurden gerichtlich auch höhere Summen zugestanden: Bestattungsvertrag ? Betreuungsrecht-Lexikon
Aber das wissen wahrscheinlich viele Rentner_innen nicht.
Die Rentnerin aus Deinem Beispiel würde 404+135 EUR GruSi bekommen, also 539 EUR, das ist doppelt so viel wie im Moment.
 
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#18
Ich bin so frei und korrigiere. Das Schonvermögen liegt seit 01.04.2017 bei 5.000€
Noch besser. Plus 2.500 EUR für den Bestattungsvertrag, da sollte eigentlich niemand mehr der/die nur ein paar Spargroschen hat wegen Beerdigungskosten auf die GruSi verzichten müssen.
 

TazD

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12 Mrz 2015
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#19
Gilt dies auch für Altfälle, die schon vor 1.4.17 im SGB XII Bezug waren ?
Ja. Seit 01.04. gilt das für alle.

Gilt im Übrigen auch für die Beantragung von BerH und PKh, weil die dortigen Regelungen auf das SGB XII bezug nehmen.
 
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