Betriebsarzt, was muss ich preis geben was muss ich dulden?

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Heidschnucke

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Moin

Wir haben einen ext. Betriebsarzt, der soll und möchte uns nun "Untersuchen".
Nun meine Frage was muss ich preis geben, er möchte z.B.

- Blutdruck messen
- Zucker messen (mittels Urintest)
- Blut abnehmen
- Verschiedene Sehtest
- EKG und Belastung EKG
- und ich soll alle Medikamente Mitbringen die ich einnehme

ich finde das sehr fragwürdig, was erfährt mein Arbeitgeber davon? Ich weiß bein letzten mal sind Untersuchungsunterlagen beim Arbeitgeber gelandet, und wurden auch manipuliert!
Welche Angaben muss ich überhaupt machen!

Übrigens ich arbeite in einen ganz einfachen Job, keine besonderen Ansprüche wer sitzen kann und drei Wörter kann ist qualifiziert, also kein besonderes Gefährdungspotenzial.

Danke
 

gelibeh

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ich finde das sehr fragwürdig, was erfährt mein Arbeitgeber davon?
Der darf dem AG nur mitteilen, ob DU geeignet bist für den Job oder nicht. Mehr darf der nicht übermitteln. Wenn das in der Vergangenheit schief gegangen ist, hätte man sich beschweren sollen. Weiß jetzt gar nicht, ob das auch der jeweilige Landesdatenschützer macht oder wer dafür zuständig ist.
 

Doppeloma

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Hallo Heidschnucke,

Wir haben einen ext. Betriebsarzt, der soll und möchte uns nun "Untersuchen".

Und welchen konkreten Grund gibt es für diesen "Wunsch", wenn es (wie du schreibst) keine besonderen Belastungen gibt bei deiner Tätigkeit, die einer regelmäßigen Gesundheitskontrolle bedürfen weiß ich nicht wozu das gut sein sollte ... :icon_evil:

In meiner letzten Firma musste man zur Einstellungsuntersuchung, sonst war der Arbeitsvertrag nicht endgültig abgeschlossen, OK, das ist nachvollziehbar und zulässig und später musste ich noch mal hin als ich nach einer Herz-OP und fast 1 Jahr AU wieder anfangen sollte zu arbeiten ...

Da wollte mein Chef vorher wissen, ob ich der Belastung auch wirklich wieder gewachsen sein werde, war auch begründet und nachvollziehbar ...
In keinem Falle wurden die von dir geschilderten umfassenden Untersuchungen durchgeführt, außer Blutdruck messen und abhören wurde nur ein Hörtest gemacht, was auch nachvollziehbar ist wenn man in einem Callcenter arbeitet.

Der AG bekommt nur die Info, dass man da war und ob man für die Arbeit geeignet ist oder nicht ... mehr geht den AG auch nichts an.

Nun meine Frage was muss ich preis geben, er möchte z.B.

Du musst gar nichts preis geben, was für deine Tätigkeit keine Bedeutung hat und wenn es keinen Anlass /Begründung gibt musst du da überhaupt nicht hin gehen ... was hast du denn als "Einladung" bekommen, stehen da irgendwelche §§ drauf die dich dazu "zwingen" könnten ???

Selbst die "Fürsorgepflicht" eines AG hat wohl ihre Grenzen, die Mitarbeiter ohne Grund vom Arzt untersuchen zu lassen ... was bitte will der denn damit erreichen ???

- Blutdruck messen

normal und harmlos, hat aber wenig Aussagekraft wie dein Blutdruck bei der Arbeit ist ...

- Zucker messen (mittels Urintest)

Wozu bitte, das geht auch mit einem Finger-Pieks und einem kleinen Blutstropfen, warum Urin, will man da mehr als "Zucker" finden können ... und warum ist das überhaupt erforderlich beim Betriebsarzt ???


Wofür denn das bitte, was wünscht man zu finden, also welche konkreten Blutwerte sollen geprüft werden (es gibt tausende Möglichkeiten), was hat das mit der Tätigkeit zu tun ???

Würde ich ablehnen, wenn ich überhaupt hingehen würde ... Blutuntersuchungen macht mein Hausarzt regelmäßig, da kann man ja gerne den letzten Befund mitbringen wenn gewünscht ... :wink:

- Verschiedene Sehtest

Arbeitsbedingt notwendig besonders gut SEHEN zu können ... dann eventuell aber ohne Tropfen in die Augen, das obliegt nur einem Augenarzt ... ansonsten überflüssig.

In meiner Firma wurden solche Sehtests regelmäßig angeboten (der Arzt kam extra in die Firma und man konnte sich freiwillig dafür anmelden), weil es um die Vorsorge bei Bildschirmarbeit ging, man konnte aber auch einfach zu seinem Augenarzt gehen und auf diese Untersuchung verzichten ...

Spezielle PC-Brillen für die Arbeit wurden bei Bedarf (auf ärztliches Attest) sogar finanziell übernommen, ich merke gerade wie sozial und fürsorglich doch mein letzter AG eigentlich gewesen ist ... :wink:

- EKG und Belastung EKG

Wozu das denn bitte, ein Belastungs-EKG beim Betriebsarzt, der hat wohl nichts zu tun, ich hoffe du sollst nicht deine Chipkarte mitbringen, damit das über deine Kasse abgerechnet wird ...
EKG mach ein Betriebsarzt in der Regel nur wenn gerade jemand "umgefallen" ist und Belastungs-EKG ist in der Regel Kardiologensache ...

- und ich soll alle Medikamente Mitbringen die ich einnehme

Was du so einnimmst geht den einen feuchten Kehricht an, es genügt wenn deine behandelnden Ärzte das wissen und im Blick behalten ...

ich finde das sehr fragwürdig, was erfährt mein Arbeitgeber davon? Ich weiß bein
letzten mal sind Untersuchungsunterlagen beim Arbeitgeber gelandet, und wurden
auch manipuliert! Welche Angaben muss ich überhaupt machen!

Ich finde das auch mehr als fragwürdig, was heißt denn "beim letzten Mal", gehst du öfter ohne wirklichen Grund zu einem Arzt wenn das gar nicht nötig ist ... ;-)))

Angaben "musst" du überhaupt nicht machen, wenn du da gar nicht hin wolltest, der Untersuchungs-Katalog ist ja umfangreicher als bei all meinen Gutachten wegen der EM-Rente je gemacht wurde, steht das alles schon dabei oder ist das nur deine "Horrorvorstellung" davon ???

Übrigens ich arbeite in einen ganz einfachen Job, keine besonderen Ansprüche wer
sitzen kann und drei Wörter kann ist qualifiziert, also kein besonderes Gefährdungspotenzial.

Dann gibt es aus meiner Sicht keine Berechtigung für einen Besuch beim Betriebsarzt und schon gar nicht für so umfangreiche Untersuchungen ... mir ist nicht bekannt, dass man im laufenden Arbeitsverhältnis dazu gezwungen werden kann, wenn es NICHT arbeitsbedingt erforderlich ist ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 

Arbeitsloser1

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Blutabnahmen werden eigendlich immer dann gemacht, wenn mit Lebensmitteln gearbeitet wird.
Aber EKG und Belastung EKG :icon_kinn:, hab ich noch nie von gehört, das jemand sowas machen mußte.
Das läßt ja als arbeit eine Plackerei vermuten :wink:.
 

Dark Vampire

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Mein Vater arbeitet schon 30 Jahre in einem großen Chemiewerk im Büro und da wird JEDER jedes Jahr komplett Untersuchung gemacht incl. Blut und Urin ect. alles ohne Probleme.
 

Jim Panse

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Hallo Heidschnucke,

ich versuche mal etwas Licht ins Dunkle zu bringen:

Ein Arbeitgeber hat die Pflicht, den Mitarbeitern Arbeitsmedizinische Vorsorge anzubieten resultierend aus der DGUV Vorschrift 6 - Arbeitsmedizinische Vorsorge.

Es gab vor einiger Zeit eine Änderung der Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge - ArbMedVV.
Früher gab es bei der Teilnahme einen Zettel für den Arbeitgeber wo drauf stand, ob der Arbeitnehmer tauglich oder nicht tauglich ist - ohne weitere Diagnosen o.ä. Der Betriebsmediziner unterliegt ebenfalls der Schweigepflicht.

Nach der Änderung der ArbMedVV bekommt der AG diese Information nicht mehr. Die Änderung stärkt das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitnehmer und Betriebsmediziner. Der Betriebsmediziner unterliegt ebenfalls der Schweigepflicht.

Ein Arbeitgeber hat jedoch die Möglichkeit, eine solche Klausel im Arbeitsvertrag zu verankern, oder mit den Mitarbeitern eine Zusatzvereinbarung zu treffen, um oben genannte Aussage weiterhin zu bekommen.
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In diesem Zusammenhang muss zwischen Eignungs- und Angebotsuntersuchungen unterschieden werden.
Solche Untersuchungen Einstellungsvorausetzung sein z.B. wenn man raumluftunabhängige Atemschutzgeräte tragen muss wie z.B. bei der Feuerwehr.

Weisst ein LKW Fahrer nicht alle 5 Jahre bei der Führerscheinverlängerung keine gültige G 25 - Fahr - und Steuertätigkeitsuntengrsuchung nach, wird der Führerschein einfach nicht verlängert.

Wenn darüber nichts im Arbeitsvertrag zu finden ist oder eine zusätzliche Vereinbarung unterschrieben wurde, ist der Arbeitgeber auf das *goodwill* des Arbeitnehmers angewiesen. Wenn es sich um eine Angebotssuntersuchung handelt und nicht um eine Einstellungsvoraussetzung, muss der Arbeitnehmer dieses Angebot nicht annehmen.

Ferner kann sich der Arbeitnehmer auch nur beraten und nicht untersuchen lassen.

Es gibt die unterschiedlichsten Untersuchungen, hier einige Beispiele:

G 25 - Fahr- und Steuertätigkeiten
G 37 - Bildschirmarbeitsplatz
G 42 - Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung etc.

Zu jeder dieser Untersuchungen findet man Handlungsleitfäden der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in den bekannten Suchmaschinen frei zugänglich als PDF.

In der Hoffnung nicht noch mehr Verwirrung gestiftet zu haben....

Herzlicher Gruß Jim

PS: Meist handelt es ich bei dem erwähnten "Beauftragten" um eine Fachkraft für Arbeitssicherheit, die jeder Arbeitgeber nach der DGUV Vorschrift 2 bestellen bzw. nachweisen muss.
 

Hexe45

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@ Jim Ich glaube du hast eher Klarheit als noch mehr Verwirrung geschaffen. Es entspricht im übrigen auch meinen Kenntnisstand.

Von daher-merci für deine ausführliche Anmerkung.
 

Muzel

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Manchmal macht es auch Sinn denn, den AG zu fragen, welche Untersuchungen er haben möchte. Bei mir hat nämlich das Gesundheitsamt Untersuchungen vorgenommen, die der AG gar nicht angeordnet hat und auch nicht bezahlen wollte.
 

serg

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Ich belebe das Thema mal. Habe diesbezüglich auch eine Frage.


Ich hatte heute eine G25 Untersuchung. Ich wurde gefragt ob ich Höchenangst habe. Ich habe gesagt ich habe es ab ca. 20m.

Diese G25 ist für meinen neuen Job im Lager. Manchmal müssen wir hoch steigen. So auf 10m. Jetzt mache ich mir Gedanken ob es für mich ein Ausschuß sein könnte. Den Job möchte ich behalten. Was denkt ihr darüber? Mache ich mir eventuell zuviele Gedanken? Ich weiß ja nicht wie der Arzt diese Information bewertet. Schwarz/Weiß Ja oder Nein. Oder würde er so entscheiden, dass es OK wäre, da ich erst ab 20m angegeben habe. Was denkt ihr darüber? Könnte geg. ein Widerspruch einlegen gegen diese Untersuchung?
Mit der Begründung, dass ich die Frage falsch verstanden habe und falsche Antwort gegeben habe?
 

Seepferdchen 2010

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@serg

du hast leider übersehen, das der Faden von 2016 ist, daher möchte ich dich bitte erstelle deinen eigenen Thread mit einer
aussagekräftigen Überschrift:

Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und soviel Zeit sollte sein - ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11

Ich wünsche dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt im Forum.
 
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