Betriebsarzt Untersuchung vor Einstellung - was darf er? (1 Betrachter)

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Robroy97

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Hallo,

habe mich beworben auf eine Stelle bei der Stadt. Habe meinen GdB 30 angegeben.
Der setzt sich aus einer Armerkrankung und Diabetis zusammen.
Auf nachfrage, welche Einschränkungen ich habe, habe ich aber nur den Arm angegeben,aber das dies nur für schwere Gewichte gilt. Es geht darum, einen Aufzug auch mal anzukurbeln, braucht man schon etwas Kraft,ist aber kein Problem.

Frage:
wenn man mich jetzt zum Betriebsarzt schickt, kann der eine Schweigepflicht Entbindung anfordern? Daran würden die sehen, das ich Diabetiker bin.
Könnte sein, dass Sie dann ablehnen, weil ich auch schon mal alleine spätabends wäre (Schicht).

Hat jemand eine Idee?

gruß
robroy97
 
D

Don Vittorio

Gast
Siehe hier:


Deine Erkrankung spielt keine Rolle, sofern sie nicht dem Arbeitsplatz abträglich ist. Und ansonsten gilt auch hier das Arztgeheimnis.
 

Doppeloma

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Hallo Robroy97,

habe mich beworben auf eine Stelle bei der Stadt. Habe meinen GdB 30
angegeben.Der setzt sich aus einer Armerkrankung und Diabetis zusammen.
Mal ergänzend sei noch anzumerken, dass du einen GdB überhaupt nicht angeben musst in Bewerbungen oder Vorstellungsgesprächen, das brauchst du nicht mal auf Nachfrage zu tun, denn das soll ja bei der Einstellung keine Entscheidungsgrundlage sein ...

Man darf davon ausgehen (und muss das auch), dass du dich nur auf machbare Stellenangebote bewerben wirst wie jeder andere Bewerber auch, je nach Lebensalter und Berufserfahrungen /Kenntnissen wird es wohl immer irgendwelche "Einschränkungen" geben, die letztlich Jeder auch für sich selbst einschätzen muss.

Auf nachfrage, welche Einschränkungen ich habe, habe ich aber nur den Arm angegeben,aber das dies nur für schwere Gewichte gilt. Es geht darum, einen
Aufzug auch mal anzukurbeln, braucht man schon etwas Kraft,ist aber kein Problem.
Diese Nachfrage hättest du dir damit bereits ersparen können, denn wie dir schon geschrieben wurde gehen deine "Gebrechen" keinen potenziellen AG was an, wenn du sie selbst nicht für hinderlich hältst die gestellten Arbeitsaufgaben zu bewältigen.

Damit kannst du deine Chancen eingestellt zu werden bereits selbst verringert haben, der AG wird sich dazu vielleicht seine eigenen Gedanken machen und den "besser geeigneten" Bewerber dann vielleicht bevorzugen wollen (weil der keinen GdB hat oder den zumindest nicht erwähnte, weil er das ja nicht muss) ...

Unter einer Schwerbehinderung ab GdB 50 (die dann Anspruch auf mehr Urlaub und den erhöhten Kündigungsschutz bewirkt) sollte man das besser komplett für sich behalten, es bewirkt doch im (geeigneten) Berufsleben überhaupt NICHTS ... :icon_evil:

wenn man mich jetzt zum Betriebsarzt schickt, kann der eine Schweigepflicht Entbindung anfordern? Daran würden die sehen, das ich Diabetiker bin.
Könnte sein, dass Sie dann ablehnen, weil ich auch schon mal alleine spätabends wäre (Schicht).
Gibt es denn überhaupt einen Betriebsarzt, der wird allgemein nur beauftragt wenn es bestimmte Erfordernisse gibt, die eine Einstellung unmöglich machen würden, wenn das nicht in Ordnung ist ...

So musste ich damals zum Betriebsarzt zum Hörtest, damit ich im CallCenter arbeiten durfte ... machen auch nicht alle dieser AG aber bei Schwerhörigkeit hätte man mich wohl dort nicht eingestellt ... mehr wurde dort allerdings auch nicht geprüft und untersucht.

Schweigepflichtentbindungen wurden nicht gefordert und der AG bekommt auch keine Diagnosen genannt, sondern nur einen Hinweis, ob der Kandidat für die geplante Arbeit geeignet ist oder nicht.

Ich musste später erneut hin, als ich nach einer Herz-OP wieder anfangen sollte (nach sehr langer AU-Zeit), da war der Doc nicht so "begeistert", dass ich mir diesen Stress wieder antun wollte, hat aber letztlich sein OK gegeben, dass ich wieder Einsatzfähig bin.
Wenn ich ihm erzählt hätte, dass ich inzwischen auch einen starken Tinnitus habe, dann wäre das wohl sofort mein AUS in diesem Job gewesen ...

Letztlich erfährt also auch ein Betriebsarzt nur das, was du ihm freiwillig erzählen wirst, Erkundigungen bei behandelnden Ärzten sind eher nicht üblich ...
Ob du mit deiner Diabetes alleine im Schichtdienst arbeiten kannst musst du im Prinzip selber wissen, wenn du das im Griff hast und gut eingestellt bist, dann geht auch das Niemanden was an ...

Auch Leute ohne solche Vorgeschichten sind schon im Dienst mal "aus den Latschen gekippt", Niemand weiß vorher wann es ihn vielleicht auch mal in der Arbeit erwischt, dass er plötzlich krank wird. :icon_evil:

Viel Glück also mit dem Job, ich hoffe das klappt ...

MfG Doppeloma
 

Robroy97

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Hi Doppeloma,

Danke für die Ausführliche Antwort.

Den GdB habe ich hier gezielt eingesetzt, da Städtische Arbeitgeber "Behinderte" zumindest einladen müssen.

Ausserdem war die Stelle nur Intern ausgeschrieben (guter Freund hat mich Informiert). Ich denke mal, dass ich ohne GdB nicht mal ein Vorstellungsgespräch gehabt hätte.
Da ich jetzt aber zum 2. mal eingeladen wurde, stehen die Chancen vielleicht gar nicht schlecht.
Da wollten Sie aber nur wissen, ob ich das Körperlich schaffe, deswegen haben die nachgefragt (hab da auch kein Problem).
Da wurde dann auch erwähnt, falls es klappt, dass ich noch eine Ärztliche Untersuchung habe und ein Polizeiliches Führungszeugnis.

Ich werde einfach mal nix sagen, wegen Diabetes. Dem Jobcenter ist es ja auch egal. Bieten mir ständig Jobs an, die deren ÄD eigentlich ausgeschlossen hat.

Na gut, dann warte ich mal ab.
Danke nochmals.

RobRoy97
 
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