Betriebliches Eingliederungsmanagement - was passiert, wenn ich ablehne?

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Beebug

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Hallo Community,

heute etwas in eigener Sache.
Ich bin schon längere Zeit krank geschrieben ( Grund hierfür sind die Umstände auf meiner Arbeitsstelle, ich beziehe Krankengeld und die KK ist über die Arbeitsumstände informiert ) und trete zum 1.4.2019 eine Ausbildung an. Da ich noch viele Urlaubstage und Überstunden habe, werde ich Anfang Februar die Kündigung zum 31.3 einreichen, da ich die Tage gerne nehmen möchte.
Nun wurde ich zu einem Betrieblichen Eingliederungs-Gespräch ( kurz BEM ) Mitte Januar eingeladen.
Da ich weiss, dass ich das Unternehmen verlassen werde, möchte ich daran ungerne teilnehmen, weil dort ein fester Zeitpunkt zum wieder Arbeiten festgelegt wird.
Nun habe ich recherchiert und habe rausgefunden, dass mich das Unternehmen bei Ablehnung kündigen kann. Bei einer Kündigungsfrist von minimal vier Wochen wäre ich dann Ende Februar ohne Stelle und müsste auf ALG1 umswitchen, welches aufgrund Krankengeld sehr niedrig ausfallen wird und je nach Kündigungsgrund und ausbezahlten Urlaubstagen ggf. nicht bewilligt wird.
Ausserdem möchte ich ungerne auch nur einen Monat drauf angewiesen sein, da man direkt bei Unterlagenabgabe in eine nette 3-Wochen Maßnahme gesteckt wird, egal ob man Anspruch haben wird, oder keinen Anspruch haben wird.

Wie würdet ihr an dieser Stelle vorgehen? Das Gespräch so weit wie Möglich hinauszögern ( nur wie? Arzttermine erfinden? ) oder hingehen, einen auf gut Freund machen und alles abnicken und dann 2-3 Wochen danach die Kündigung einreichen?

Freundliche Grüße!
 

karuso

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Warum willst du kündigen mache weiter krank bis du deine neue Ausbildung antreten tust. Ich glaube mal du bekommst eine neue Ausbildung bezahlt von der Krankenkasse oder. Dann mache deine Ausbildung die dauert ja weile und die gesamte Zeit deiner Ausbildung bleibst du Angehöriger deines Betriebes bekommst dann noch Urlaub bezahlt von der Firma.Verweigere dich an der Betrieblichen Eingliederungs-Gespräch teilzunehmen mit der Begründung der Arbeitsunfähigkeit und mache krank bis ende März und fange dann deine Ausbildung an.Und nach der Ausbildung und du solltest noch Angehöriger des Betriebes sein dann lasse dich kündigen und greife wenn es geht noch eine Abfindung ab.
Was das Betrieblichen Eingliederungs-Gespräch suche doch mal einen Anwalt oder Gewerkschaft auf wenn du Mitglied bist die können Auskunft geben ob es ratsam ist dort hinzugehen oder nicht .Ich glaube er versucht dich loszuwerden und eine personenbedingte, krankheitsbedingte Kündigung vorbereiten möchte zu deinem Nachteil.
Lasse deinen Arbeitgeber kündigen nicht du sonst bekommst du Probleme mit der BA oder JC zwegs Sperre.

Ich würde dieses Gespräch absagen mit der Begründung der Arbeitsunfahigkeit (kann nicht negativ ausgelegt werden) und so weit nach hinten ziehen bis zum 1.4.19. Ich würde auch zur Gewerkschaft gehen und mich beraten lassen.

Hier mal was zum lesen: Arbeitsunfähig und der Arbeitgeber fordert zur Teilnahme am BEM auf. Was tun? und Kein Personalgespräch während Krankschreibung
 

Kerstin_K

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Erstmal ist ja auch gar nichtbgesagt, dass man gekündigt wird, wenn man nicht am BEM teilnimmt.

Aber ob das so einfach geht, während der neuen Ausbildung das alte Arbeitsverhältnis bestehen zu lassen, da habe ich meine Zweifel.
 

Beebug

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Guten verspäteten Abend,

ich glaube, das kam etwas falsch rüber: Ich arbeite aktuell im Einzelhandel, die Ausbildung wird in einem komplett anderen Bereich absolviert.
Die Kündigung für das aktuelle Arbeitsverhältnis reiche ich Anfang Februar ein, sie greift zum 31.3, da ab dem 1.4 die Ausbildung beginnen wird. Die Kündigung reiche ich so "früh" ein, da ich gute 40 Tage Urlaub dank Überstunden und nicht genommen Urlaub habe. Die neue Ausbildung ist eine "normale" Ausbildung mit einer sehr guten Vergütung, ich bin von keinem abhängig.
Ich denke auch, dass mein AG mich jetzt aus der Reserve locken möchte und mich schnellstmöglich kündigen möchte, wenn ich das Gespräch ablehne.
Nun habe ich ein bisschen nachgeforscht und in einem Forum gelesen, dass ich nichts ankreuzen soll und einfach schreiben soll, dass ich generell interessiert bin, aber mein Gesundheitszustand es leider nicht zulässt, daran teilzunehmen und mich in 3-4 Wochen melden werden So hätte ich genug Zeit eingeräumt und bis dato wäre meine Kündigung defintiv dort. Eine - falls gefordert - Bescheinigung würde mein Hausarzt mir sicher ausstellen.
 

Beebug

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In der Gewerkschaft bin ich leider nicht, die greifen leider auch erst ab einer Mitgliedschaft von drei Monate. Da ich mit dem Krankengeld knapp über die Runden komme, ist dies zur Zeit nicht umsetzbar. Für die neue Ausbildung ist es finanziell locker stemmbar und auch angestrebt, beizutreten.
 

Kerstin_K

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Du baruchst da sicher keie Bescheinigung vom Arzt und Du musst auch nicht begründen, warum Du kein BEM willst.

Warum sollte Dein Arbeitgeber Dich kündigen wollen? Du kostest ihn im Moment doch nichts.

Und eigentlich kann es Dir doch egal sein, ob er dich kündigt oder nicht, wenn Du in wenigen Wochen sowieso selber kündigst.
 

Doppeloma

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Hallo Beebug,

Ich bin schon längere Zeit krank geschrieben ( Grund hierfür sind die Umstände auf meiner Arbeitsstelle, ich beziehe Krankengeld und die KK ist über die Arbeitsumstände informiert ) und trete zum 1.4.2019 eine Ausbildung an. Da ich noch viele Urlaubstage und Überstunden habe, werde ich Anfang Februar die Kündigung zum 31.3 einreichen, da ich die Tage gerne nehmen möchte.

Warum bitte denkst du so "kompliziert um die Ecke" ???
Steht deine Aussteuerung bevor oder rechnest du sonst damit, dass du in der Kündigungsfrist überhaupt noch an den (alten) Arbeitsplatz zurück musst (der AG muss deinen Urlaub nicht bewilligen) ???
Das musst du NICHT, man kann auch während der Kündigungsfrist weiter AU geschrieben sein, der offene Urlaubsanspruch muss dir dann komplett nach Ende des Arbeitsvertrages "abgegolten" werden als Geldleistung und deine Überstunden solltest du natürlich auch direkt zur Auszahlung einfordern in deinem Kündigungsschreiben.

Nun wurde ich zu einem Betrieblichen Eingliederungs-Gespräch ( kurz BEM ) Mitte Januar eingeladen.

Na -und, die Teilnahme an so einem Gespräch ist freiwillig und deswegen kann man dich NICHT entlassen, wenn du daran aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen kannst, teilst du das deinem AG freundlich (aber kurz) mit und fertig.
Dafür brauchst du keine "Gründe" sonst "erfinden", das hat der AG so zu akzeptieren, den gehen deine Krankheiten sowieso NICHTS an.

Da ich weiss, dass ich das Unternehmen verlassen werde, möchte ich daran ungerne teilnehmen, weil dort ein fester Zeitpunkt zum wieder Arbeiten festgelegt wird.

Auch wenn du das Unternehmen nicht sowieso verlassen würdest, gibt es KEINE Pflicht an einem solchen Gespräch teilzunehmen, schon die Ansicht deines AG den Beginn der Arbeitsaufnahme festlegen zu wollen ist falsch.
Deine Ärzte haben zu entscheiden wann du wieder arbeiten könntest und NICHT dein AG, das gilt auch für einen anderen Arbeitsplatz, den du ja dann erst mal kennen müsstest ...

Nun habe ich recherchiert und habe rausgefunden, dass mich das Unternehmen bei Ablehnung kündigen kann.

Ich weiß nicht wo du da "recherchiert" hast aber das ist purer Unsinn, das BEM ist eine AG-Aufgabe, ein Gespräch dazu kann man dir "anbieten", das war es aber auch schon und ohne Beistand solltest du ein solches Gespräch ohnehin gar nicht führen.

BMAS - Betriebliches Eingliederungsmanagement

Dass der AG meint zu bestimmen, ab wann du wieder gesund bist und arbeiten kannst spricht ja schon für sich ...
Mach deine Kündigung früh genug fertig (so dass sie fristgerecht / nachweislich beim AG eingeht) und dann hat sich das BEM sowieso erledigt, du brauchst ja dem AG auch nicht begründen warum du kündigen möchtest ... das hat der (wenn es fristgerecht erfolgt) ganz einfach zu akzeptieren.
Fordere im Kündigungsschreiben auch gleich deine Überstunden-Abrechnung und die Urlaubsabgeltung ein, weil du leider bis dahin (31.03.2019) weiter AU sein wirst.

Bei einer Kündigungsfrist von minimal vier Wochen wäre ich dann Ende Februar ohne Stelle und müsste auf ALG1 umswitchen, welches aufgrund Krankengeld sehr niedrig ausfallen wird und je nach Kündigungsgrund und ausbezahlten Urlaubstagen ggf. nicht bewilligt wird.

Wenn deiner weiteren AU-Bescheinigung aktuell (bis Ende März) nichts "im Wege steht" sehe ich da keinen plausiblen Grund deine Idee umzusetzen, bei regulärer Kündigung muss der AG das auch nicht begründen, aber das nur nebenbei ...
In deinem Falle nimmst du ja ab dem 01.04. die Ausbildung auf, dafür solltest du deine AU natürlich Ende März dann auch vom Arzt beenden lassen.

Für deine Ausbildung werden weder die ausgezahlten Überstunden noch die Urlaubsabgeltung dann eine Bedeutung haben, gehört dann ALLES dir alleine (als kleines "Polster" für den nächsten Urlaub) und wird auch nirgends "leistungsmindernd angerechnet". :icon_daumen:

Ausserdem möchte ich ungerne auch nur einen Monat drauf angewiesen sein, da man direkt bei Unterlagenabgabe in eine nette 3-Wochen Maßnahme gesteckt wird, egal ob man Anspruch haben wird, oder keinen Anspruch haben wird.

Das geht nicht ohne Leistungsbescheid, die AfA muss solche Maßnahmen ja schließlich bezahlen und das macht sie nur für Leistungs-Empfänger, allerdings wird dort nachträglicher Lohn (Überstunden) UND auch eine Urlaubsabgeltung berücksichtigt, du würdest also tatsächlich in diesem einen Monat (vermutlich) gar kein Geld bekommen (können) und musst noch deine Krankenversicherung selbst bezahlen.

ALGI wird übrigens NICHT aus dem Krankengeld berechnet sondern auch aus deinem letzten Erwerbseinkommen, es ist allerdings meist deutlich niedriger als das Krankengeld davor.

Ich denke auch nicht, dass dein AG dein Fernbleiben vom BEM-Gespräch als Grund nehmen kann dich zu entlassen ... wenn er das wollte hätte er das doch längst machen können oder bist du Schwerbehindert / einem Schwerbehinderten gleichgestellt ???

Wie würdet ihr an dieser Stelle vorgehen? Das Gespräch so weit wie Möglich hinauszögern ( nur wie? Arzttermine erfinden? ) oder hingehen, einen auf gut Freund machen und alles abnicken und dann 2-3 Wochen danach die Kündigung einreichen?

Genau so wie ich es dir oben beschrieben habe, eine freundliche / kurze Absage, weil dir die Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen vorerst nicht möglich ist, du meldest dich gerne dazu wenn es dir wieder gut genug geht. :icon_pfeiff:
Hast du ein Fax-Gerät, dann sende das per Fax mit Sendebericht (das geht auch schon über PC und / oder Router), das ist eigentlich schon "Freundlichkeit" genug, denn du hast ja nicht um dieses Gespräch gebeten. :icon_evil:

Dein AG hat sowieso nicht "selbstherrlich" zu entscheiden wann du die Arbeit wieder aufnehmen kannst ... solche Termine kann der sich "in die Haare schmieren" ... wann du nicht mehr AU sein wirst entscheidet NUR dein Arzt.

Deine eigene Kündigung dann fristgerecht und nachweislich (per Übergabe-Einschreiben) an den AG / Personal-Abteilung senden, wie ich es dir oben schon beschrieben habe.
Weitere Erklärungen brauchst du auch nicht abzugeben ("du kannst dich verbessern macht sich immer gut" :bigsmile:) aber fordere unbedingt deine zustehenden Zahlungen gleich mit ein.

MfG Doppeloma
 

Beebug

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Guten Abend,

die Inanspruchnnahme meiner Urlaubstage habe ich direkt in die Kündigung geschrieben ( bzw. dass ich die Tage nehmen möchte )
Warum ich mir die Tage nicht ausbezahlen lassen,hat folgenden Grund: Mein Arzt kann mich nicht mehr all zu lange krankschreiben, die Krankenkasse schickt ihm mehrmals im Monat Post wie lange es noch weitergehen soll, warum ich keinen Facharzt hinzuziehe ( bekomme einfach keinen Termin, KK tut nichts )
Nachdem ich meine Handynnummer bei der KK gelöscht habe, kam ein Brief, dass ich bitte meine Telefonnummer durchgeben soll. Habe geantwortet, dass ich dies nicht wünsche und seitdem ist Ruhe. Nun darf wohl mein Arzt deren Fragen beantworten. Bis Ende März sagte er direkt, kann er mich wohl ohne Facharzt nicht krankschreiben.
Ich habe zwar eine Diagnose im Juli nach einem kurzen Aufenthalt in einer Klinik bekommen, aber danach keinen Facharzt zur Begleitung mehr gefunden.
Wenn sie das doch alles anzweifeln...sollen sie mich zum MDK schicken... ich rechne damit schon längere Zeit.
Ausserdem kommt mein Krankengeld "wie man so lustig ist" mal 3x im Monat, mal einen Monat gar nicht. Davon will ich so schnell wie möglich wegkommen.

Ich sehe es auch so, dass man mich schon längst hätte loswerden können - allerdings bin ich aktuell noch Azubi in diesem Unternehmen, da ist es sowieso schwerer. Ich muss auch leider begründen, weswegen ich kündige ( steht so im Vertrag, ist bei IHK-Berufen so. Ich schreibe einfach rein, dass ich den Beruf aufgebe )

Ich werde es nun wie folgt machen:
Rücksendebogen des BEM ausfüllen, dass ich generell interessiert bin (*hust*) aber zur Zeit eine Teilnahme nicht möglich ist und ich um 2-3 Wochen Aufschub bitte, mich dann melden werde.
Bis dato sollte meine Kündigung abgeschickt sein.
Dazu die bitte, das Gespräch wenn dann auch ausserhalb des Arbeitsplatzes zu führe, als Gesprächsort ist unser Pausenraum genannt. Der hat keine Tür, irgendwer ist immer dort und man hört in den Nebenräumen auch alles mit.

Liebe Grüße an euch
 

Kerstin_K

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Dazu die bitte, das Gespräch wenn dann auch ausserhalb des Arbeitsplatzes zu führe, als Gesprächsort ist unser Pausenraum genannt. Der hat keine Tür, irgendwer ist immer dort und man hört in den Nebenräumen auch alles mit.
Unfassbar. Warum icht gleich auf dem Flur? Habt ihr keinen Betriebsrat? Bei uns nutzen wir für solche Gespräche auch schon mal das Betriebsratsbüro, wenn kein Besprechungsraum fri ist.
 

Doppeloma

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Hallo Beeburg,

die Inanspruchnnahme meiner Urlaubstage habe ich direkt in die Kündigung geschrieben ( bzw. dass ich die Tage nehmen möchte )

Die Kündigung könnte man ja neu formulieren, bisher hast du die ja noch nicht abgeschickt wenn ich dich richtig verstanden habe.

Warum ich mir die Tage nicht ausbezahlen lassen,hat folgenden Grund: Mein Arzt kann mich nicht mehr all zu lange krankschreiben, die Krankenkasse schickt ihm mehrmals im Monat Post wie lange es noch weitergehen soll, warum ich keinen Facharzt hinzuziehe ( bekomme einfach keinen Termin, KK tut nichts )

Ob du einen Facharzt hinzuziehen möchtest oder nicht ist deine eigene Entscheidung, vielleicht solltest du deine KK mal daran erinnern, dass es ein gesetzliches Wahlrecht gibt für die Ärzte von denen man behandelt werden möchte und es ist mir nicht bekannt, dass es inzwischen aufgehoben wurde.
Die SB der KK haben sowieso NICHT zu beurteilen, ob du einen Facharzt brauchst oder nicht, das können die gar nicht beurteilen weil es keine Ärzte sind ... dafür wäre NUR der MDK zuständig.

Aber das wird neuerdings öfter versucht, um die Leute aus dem Krankengeld zu drängen, auch der MDK-Arzt dürfte nur feststellen (und der KK mitteilen), ob deine AU noch weiterhin erforderlich ist, einen Facharzt sucht man auf wenn man das selber WILL oder lässt es bleiben ... im SGB V gibt es keine Vorschrift welcher Arzt AU schreiben darf und welcher nicht ...
Verlange mal die Rechtsgrundlagen dafür (aus dem SGB V = Krankenkassenrecht) und mach auf deine Freie Arztwahl nach § 76 SGB V aufmerksam ...

§ 76 SGB V Freie Arztwahl Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) Gesetzliche Krankenversicherung

Ich war zuletzt (durchgehend) wegen psychischer Probleme vom Psychiater AU geschrieben, den hat man trotzdem ständig "genervt" wann ich denn wieder gesund sei und die Arbeit wieder aufnehmen könne ...
Einige Zeit davor war ich mal länger vom Hausarzt AU geschrieben, parallel auch (freiwillig) bei Fachärzten in Behandlung (es ging um ein kardiologisches Problem), die AU vom Hausarzt war trotzdem (knapp 1 Jahr lang) ausreichend, vermutlich wussten da sogar die "Laienmediziner" der KK anhand ICD-Code auf der AU, dass ich ohne eine riskante Herz-OP zu überleben, ganz sicher nicht wieder arbeiten gehen kann.

Nachdem ich meine Handynnummer bei der KK gelöscht habe, kam ein Brief, dass ich bitte meine Telefonnummer durchgeben soll. Habe geantwortet, dass ich dies nicht wünsche und seitdem ist Ruhe.

Das ist inzwischen (leider) auch die Regel, dass man telefonisch belästigt und zu seinem Gesundheitzustand ausgefragt (und unter Druck gesetzt) wird, von Sachbearbeitern (SB) der KK, die dazu gar nicht berechtigt sind und keine medizinische Ausbildung haben ...
Deinen Arzt dürfen die KK-SB auch NICHT ausfragen (das sollte dem eigentlich bekannt sein, damit verletzt der die ärztliche Schweigepflicht), dazu ist NUR der MDK berechtigt und für umfassende Auskünfte ist deine Schweigepflichtentbindung erforderlich, sonst hat auch dein Arzt nur begrenzte Auskunftspflichten dem MDK gegenüber.

Nun darf wohl mein Arzt deren Fragen beantworten. Bis Ende März sagte er direkt, kann er mich wohl ohne Facharzt nicht krankschreiben.

Dafür gibt es (wie schon erwähnt) keine Rechtsgrundlagen, Niemand kann dich zwingen überhaupt zum Facharzt zu gehen wenn dein Hausarzt (aus deiner Patienten-Sicht) alles Erforderliche macht und verschreibt ... ein fremder (Fach-) Arzt wird dich auch nicht sofort (weiter) AU schreiben, nur weil die KK das gerne so hätte ... Fachärzte behandeln in der Regel sowieso lieber mit und schreiben nicht selber AU, gerade weil die Termine dafür auch meist viel zu weit auseinanderliegen würden.

Ich habe zwar eine Diagnose im Juli nach einem kurzen Aufenthalt in einer Klinik bekommen, aber danach keinen Facharzt zur Begleitung mehr gefunden.

Diese (von dir gewünschte ?) Begleitung muss aber nicht der Krankenschein sein, das ist doch nur eine "Alibi"- Begründung der KK, um die Kompetenzen deines Arztes für diese Diagnose "in Zweifel" zu ziehen, denn mehr weiß ein KK-SB normal darüber gar nicht und kann auch nicht beurteilen was ein Facharzt nun anders (angeblich besser ?) machen würde als dein Hausarzt bisher, damit es dir bald besser gehen wird.

Wenn sie das doch alles anzweifeln...sollen sie mich zum MDK schicken... ich rechne damit schon längere Zeit.

Leider wird das auch gerne mal "übersprungen" und das Krankengeld einfach eingestellt wenn man nicht so folgt wie die KK das haben möchte, nach Vorschrift ist aber eine persönliche Begutachtung beim MDK erforderlich dafür ... ganz unabhängig davon welche Fachrichtung den Krankenschein bisher ausgestellt hat ...

Ausserdem kommt mein Krankengeld "wie man so lustig ist" mal 3x im Monat, mal einen Monat gar nicht. Davon will ich so schnell wie möglich wegkommen.

Das kann ich nicht beurteilen, in der Regel wird nach dem letzten Arztbesuch (Verlängerung der AU) jeweils bis zum Arztbesuch davor rückwirkend überwiesen, das kann man also durchaus selbst ein wenig steuern, durch die Abstände der Arzt-Termine ...
Wenn du nach 4 Wochen erst wieder dort gewesen bist wäre es also normal, dass nur einmal in dem Monat gezahlt wird.

Einen "festen Zahltag" gibt es bei Krankengeld nicht, das hängt immer von den Arzt-Terminen ab, wie häufig oder selten überwiesen wird ... ich war etwa alle 2 Wochen zum Arzt und bekam danach dann auch für den abgelaufenen 2-Wochen-Zeitraum das Geld überwiesen.

Ich sehe es auch so, dass man mich schon längst hätte loswerden können - allerdings bin ich aktuell noch Azubi in diesem Unternehmen, da ist es sowieso schwerer. Ich muss auch leider begründen, weswegen ich kündige ( steht so im Vertrag, ist bei IHK-Berufen so. Ich schreibe einfach rein, dass ich den Beruf aufgebe )

Dass du aktuell auch in einem Ausbildungsverhältnis bist wäre vielleicht im Erstbeitrag schon erwähnenswert gewesen, mit den konkreten Verträgen dafür kenne ich mich überhaupt nicht aus ... ich bin inzwischen schon in Altersrente, meine Kinder haben studiert, eine übliche Berufs-Ausbildung lief zu "meiner Zeit" sicher noch ganz anders ab als heute ... damit kenne ich mich also nicht so gut aus.

Ich werde es nun wie folgt machen:
Rücksendebogen des BEM ausfüllen, dass ich generell interessiert bin (*hust*) aber zur Zeit eine Teilnahme nicht möglich ist und ich um 2-3 Wochen Aufschub bitte, mich dann melden werde.

Das kannst du nur selbst entscheiden, ich kenne so einen Bogen nicht, sollst du denn da angeben, ob du "Interesse hast oder nicht" ...???

Ich würde nur den oben erwähnten 3-Zeiler hinschicken und fertig, ohne noch groß "Interesse zu heucheln" wenn ich sowieso kündigen werde ... da würde ich keinen konkreten "Aufschub" mehr erbitten ...

Bis dato sollte meine Kündigung abgeschickt sein.

Dann wissen die doch, dass sich ein BEM erledigt hat ... also wofür so viel überflüssiger "Schmus" ...

Dazu die bitte, das Gespräch wenn dann auch ausserhalb des Arbeitsplatzes zu führe, als Gesprächsort ist unser Pausenraum genannt. Der hat keine Tür, irgendwer ist immer dort und man hört in den Nebenräumen auch alles mit.

Ist doch völlig überflüssig wenn dieses Gespräch ohnehin nicht mehr stattfinden wird, an so einem Ort würde ich JEDES Gespräch über persönliche und gesundheitliche Dinge ablehnen, zumal die Gesundheit deinen AG sowieso NICHTS angeht ...
Du hast dich inzwischen beruflich anders orientiert und FERTIG, dazu gibt es doch gar nichts mehr zu besprechen ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 

Beebug

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Hallo,

erstmal - vielen Dank für diese ausführlichen Antworten hier!
Ich wollte ein kurzes Update geben. Das BEM-Gespräch habe ich abgelehnt und kurz darauf meine Kündigung eingereicht. Sie wurde bestätigt zum 31.3 und ich warte zur Zeit noch auf eine Antwort wegen meiner Urlaubstage und ob sie in natura genommen werden oder mir ausbezahlt werden und ich demnach weiter AU bleiben muss.
Die Krankenkasse "stresst" auch wieder rum, ich werde angerufen trotz meiner Bitte - schriftlich- nicht mehr anzurufen. Kündigung wird nach Auszahlung des letzten Krankengeldes eingereicht. Auch mein Arzt wird mit Fragebögen bombadiert.
Aber nun hat es ja bald ein Ende.

Liebe Grüße sende ich euch
 

Doppeloma

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Hallo Beebug,

Sie wurde bestätigt zum 31.3 und ich warte zur Zeit noch auf eine Antwort wegen meiner Urlaubstage und ob sie in natura genommen werden oder mir ausbezahlt werden und ich demnach weiter AU bleiben muss.

So funktioniert das aber nicht, du musst deine Rest-Urlaubstage entweder klar einfordern (vom / bis zum 31.03. willst du die nehmen und möchtest die Bestätigung vom AG schriftlich haben) und wenn der AG das genehmigt muss er dir die Tage auch bezahlen, bis zu Ende der Kündigungsfrist = FERTIG ...

Wenn du doch weiter AU geschrieben bist bis zum Ende der Kündigungsfrist, dann entsteht überhaupt erst der Rechts-Anspruch auf Abgeltung der Rest-Urlaubstage, weil du die klar nicht mehr nehmen konntest, wegen der weiterhin bestehenden AU ...
Das hat NICHT dein AG zu entscheiden und der kann auch nicht wissen, ob du rechtzeitig (zum geplanten Rest-Urlaubsantritt) noch gesund wirst (du weißt das normalerweise auch nicht) ... wenn nicht hat er eben Pech gehabt und muss den Urlaub doch anschließend in Geld auszahlen ...

Die Krankenkasse "stresst" auch wieder rum, ich werde angerufen trotz meiner Bitte - schriftlich- nicht mehr anzurufen.

Kannst du die nicht sperren in deinem Router, ansonsten nicht mit denen reden sondern einfach AUFLEGEN, dann geben die bald von selber Ruhe ...
Man "bittet" ja auch nicht darum, sondern FORDERT die KK auf Anrufe zu unterlassen und den Postweg zu nutzen wenn man dir was mitteilen möchte ... hast du einen Nachweis für den Eingang deiner Bitte bei der KK ???

Dann würde ich den Kopieren, das entsprechende Anschreiben ebenfalls und mit einen kurzen "Dreizeiler" die Geschäftsführung fragen, warum sich da Niemand dran halten möchte, dass du NICHT telefonieren WILLST mit der KK ???
Nachweise für die unerwünschen Anrufe (nach deiner "Bitte" das zu unterlassen) kannst du auch gerne beifügen soweit vorhanden, ein kleiner Hinweis an die KK-"Obrigkeiten", dass es sich nun bereits um verbotene (also strafbare) Telefon-Belästigung handelt, wirken manchmal Wunder ... :idea:

Kündigung wird nach Auszahlung des letzten Krankengeldes eingereicht.

Was bitte meinst du damit jetzt, die KK brauchst du darüber nicht informieren ?
Die KK hat keinen Anspruch auf deine Kündigung, der AG meldet dich sowieso dort selber ab (zum 31.03.) und der neue AG meldet dich für die Krankenversicherung dann "nahtlos" wieder an ab dem 01.04 ... das ist gar nicht deine Aufgabe.

Auch mein Arzt wird mit Fragebögen bombadiert.

Dazu kann ich NIX weiter sagen, ich kenne ja diese "Fragebögen" nicht, dein Arzt hat der KK ohne deine Erlaubnis auch keine "Fragebögen" zu beantworten, die deine Person und deine Behandlung betreffen ... das steht (wenn überhaupt) ALLES NUR DIREKT DEM MDK zu ... die KK-SB haben absolut keinen Anspruch auf medizinische Auskünfte von deinen Ärzten ...:icon_evil:

MfG Doppeloma
 
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