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Betriebliche versus Schulische Umschulung - Unterschiede?

MiaMaria

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#1
Hallo,

da ich in meinem ursprünglichen Beruf sehr schlechte Chancen auf einen Job habe, will ich eine Umschulung machen. Ich weiß den Beruf, ich war auch schon beim Test - der gut ausfiel, und so wie es aussieht, befürwortet meine zuständige Sachbearbeiterin das ganze auch.

Von meiner Mutter weiß ich, dass diejenigen, die nur eine schulische Umschulung machen, schlechtere Jobchancen haben, als diejenigen mit einer betrieblichen Umschulung. Klar, dass ich dann eine betriebliche vorziehen würde.

Jetzt ist die Frage: Was wird weiter geleistet?
Hier https://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/Detail/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI761935 steht, dass ich das Arbeitslosengeld weiter beziehen kann, zusätzlich Fahrtkosten erstattet kriege und die AfA den Betrieb dahingehend unterstützt, dass sie Schulgebühren und Prüfungsgebühren übernehmen.

Hier https://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mtqy/~edisp/l6019022dstbai454404.pdf?_ba.sid=L6019022DSTBAI454407 steht aber, dass bei einer betrieblichen Umschulung der Träger der Arbeitgeber ist.

Hat hier jemand Erfahrungen?

Vielen Dank im Voraus!
 

Gaddezwerg

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#2
@MiaMaria

Wenn du aktuell ALG I beziehst und zu Beginn der Umschulung noch ein Restanspruch auf Arbeitslosengeld besteht, dann bekommst du die komplette Dauer der Umschulung das ALG weiter gezahlt.
Fahrtkosten bekommst du. Ggbf. kannst du auch zwingend notwendige Lernmittel beantragen.
Der Arbeitgeber bekommt die übrigen Kosten erstattet.
Du kannst auch, wenn du mit dem Arbeitgeber das verhandelst, bis zu 400 Euro anrechnungsfrei zusätzlich zu deinem ALG "Ausbildungsvergütung" von diesem bekommen. Hierzu ist aber kein Arbeitgeber verpflichtet.

Ja, der Träger ist der Arbeitgeber. Das bedeutet, das er für die Umschulung verantwortlich ist. Bei der schulischen wäre der Träger der Bildungsträger.

Die betrieblich Umschulung ist definitiv die bessere Wahl. Da du hier wie ein Azubi wechselst zwischen Betrieb und Berufsschule, hast du einen viel höheren Praxiswert und danach bessere Chancen bei einem AG eine Stelle zu finden, als wenn du nur die theoretische Umschulung bei einem Träger machst. Die ist nur halb soviel wert.

Das einzige, was bei der betrieblichen Umschulung etwas schwieriger ist, ist, dass du dir selbst einen Betrieb suchen musst, der dich als Umschüler einstellt. Da solltest du dich ranhalten, da der nächste Ausbildungsstart ja in der Regel August/September ist.
 

ichputzhiernur

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#3
als wenn du nur die theoretische Umschulung bei einem Träger machst. Die ist nur halb soviel wert.
Dieser Sicht der Dinge möchte ich widersprechen.

Natürlich wird eine Gruppenumschulung bzw. überbetriebliche Umschulung bei einem Träger immer etwas weniger Praxis haben, da man nicht täglich/wöchentlich in den Betriebsalltag eingebunden ist. Allerdings werden auch diesen Maßnahmen umfangreiche Mindestzeiten für Praktika vorgeschrieben, meist >25%. Bei 24 Monaten Umschulung verbringt man also mindestens 6 Monate im Praktikum und damit in der "richtigen Welt".

Ferner sitzen am Ende alle Umschüler in den gleichen Abschlussprüfungen, werden nach dem gleichen Rahmenstoffplan unterrichtet und müssen den selben Stoff beherrschen. Vor allem bei komplexeren oder technischen Ausbildungen sollte man beachten, dass es nicht ohne ist, einen kompletten Beruf in (um beim Beispiel zu bleiben) nur 2 Jahren zu lernen, für den Azubis 3,5 Jahre Zeit haben. Vor allem wenn man Ü30 oder Ü40 ist und das Lernen deutlich schwieriger geworden ist als in der Jugend. Eine "theoretischere" US muss nicht unbedingt schlecht sein.

Ja - die betriebliche US wird in einem besseren Kontakt zum AG resultieren und vermutlich auch in einer Übernahme. Dafür ist sie ja auch gedacht, und sollte genutzt werden, sofern möglich. Deswegen aber gleich der überbetrieblichen US zu unterstellen sie sei "halb soviel wert", ist grob unfair gegenüber den vielen Umschülern, die diesen Weg gehen, und die nicht weniger fleißig und nicht weniger motiviert sind.
 

gelibeh

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#4
Deswegen aber gleich der überbetrieblichen US zu unterstellen sie sei "halb soviel wert", ist grob unfair gegenüber den vielen Umschülern, die diesen Weg gehen, und die nicht weniger fleißig und nicht weniger motiviert sind.
Das ist war bei mir zwar schon 1980 als ich meine schulische Umschulung(T. Zeichnerin) beendet habe, aber ich hatte die identischen Prüfungsaufgaben vor der Handelskammer, wie die betrieblich Ausgebildeten und ich habe als eine der Jahrgangsbesten abgeschlossen. Das dürfte also dann eher in den Köpfen der Arbeitgeber vorhanden sein, dass eine schulische Ausbildung nichts taugt.
 

Gaddezwerg

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#5
Dieser Sicht der Dinge möchte ich widersprechen.

Natürlich wird eine Gruppenumschulung bzw. überbetriebliche Umschulung bei einem Träger immer etwas weniger Praxis haben, da man nicht täglich/wöchentlich in den Betriebsalltag eingebunden ist. Allerdings werden auch diesen Maßnahmen umfangreiche Mindestzeiten für Praktika vorgeschrieben, meist >25%. Bei 24 Monaten Umschulung verbringt man also mindestens 6 Monate im Praktikum und damit in der "richtigen Welt".

Ferner sitzen am Ende alle Umschüler in den gleichen Abschlussprüfungen, werden nach dem gleichen Rahmenstoffplan unterrichtet und müssen den selben Stoff beherrschen. Vor allem bei komplexeren oder technischen Ausbildungen sollte man beachten, dass es nicht ohne ist, einen kompletten Beruf in (um beim Beispiel zu bleiben) nur 2 Jahren zu lernen, für den Azubis 3,5 Jahre Zeit haben. Vor allem wenn man Ü30 oder Ü40 ist und das Lernen deutlich schwieriger geworden ist als in der Jugend. Eine "theoretischere" US muss nicht unbedingt schlecht sein.

Ja - die betriebliche US wird in einem besseren Kontakt zum AG resultieren und vermutlich auch in einer Übernahme. Dafür ist sie ja auch gedacht, und sollte genutzt werden, sofern möglich. Deswegen aber gleich der überbetrieblichen US zu unterstellen sie sei "halb soviel wert", ist grob unfair gegenüber den vielen Umschülern, die diesen Weg gehen, und die nicht weniger fleißig und nicht weniger motiviert sind.
Ich spreche hier nicht den überbetrieblichen Umschülern ihren Fleiß oder die Motivation ab.
Ja, sie haben aufgrund identischer Abschlussprüfung danach den gleichen Abschluss. Nichtsdestotrotz ist aus Arbeitgebersicht aber die Praxiserfahrung sehr wichtig. Daher ist ihnen der identische Abschluss weniger, von mir überspitzt ausgedrückt nur halb soviel, wert, wenn er überbetrieblich erlangt wird im Vergleich zum betrieblichen. Denn der praktische Anteil des betrieblichen Azubis ist trotz Praktika der überbetrieblichen höher und "intensiver", da er sich in einem Betrieb aufhält und dauerhaft im Alltagsgeschäft drin ist.
Bei der überbetrieblichen sind es Praktika. Unabhängig davon wie es tatsächlich abläuft wird mit Praktika immer noch Kaffeekochen und kopieren verbunden, kein echtes Alltagsgeschäft.

Man hat also gleiche Anstrengungen und den gleichen Abschluss, er wird aber von Arbeitgebern weniger anerkannt/honoriert. Klar ist es unfair, aber leider in der Wirtschaft Realität. Daher sollte man sich, wenn man schon die Möglichkeit hat, immer für die betriebliche Ausbildung entscheiden.
 

gelibeh

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#6
Einige betriebliche Ausbildungen sind aber auch unter aller *****. Wer garantiert einem, dass man nicht auch da zu ausbildungsfremden Arbeiten eingesetzt wird?
 

Bitas

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#7
Ich habe letzten Monat meine kaufmännische Prüfung nach einer 2 jähriges Umschulung absolviert.
Beides hat wie immer Vor und Nachteile....es gibt nicht nur Schwarz und Weiß.

Bei uns gab es in den 2 Jahren nur 3 Monate betriebliche Phase, das ist sehr wenig.
Es ist sehr schwer eine gute Praktikumsstelle zu finden, so gut wie niemand war richtig zufrieden.
Das heißt, nach 2 Jahren büffeln so gut wie null Praksis......ich würde meinen Kindern immer eine betriebliche Ausbildung empfehlen.
Ich war mit 46 zu alt, hatte keine Lust auf Berufsschule, so gesehen war ich im BFW sehr gut aufgehoben.
 
E

ExitUser

Gast
#8
Von meiner Mutter weiß ich, dass diejenigen, die nur eine schulische Umschulung machen, schlechtere Jobchancen haben, als diejenigen mit einer betrieblichen Umschulung. Klar, dass ich dann eine betriebliche vorziehen würde.
Das kann man so nicht sagen. Wenn der Ausbildungsbetrieb auch Auszubildene übernehmen kann, ist das natürlich ein Vorteil. Bei der schulischen Ausbildung lernt man allerdings mehr und gründlicher, da man ja nicht gleichzeitig als billige Arbeitskraft missbraucht wird, wie im dualen System.

Schulische Ausbildungen sind vor allem für Teilnehmer gedacht, die keine normale Ausbildung mehr finden oder besondere Unterstützung brauchen.

Wie alt bist du denn? Bis 30 kannst du dich auch ganz normal um einen Ausbildungsplatz bewerben. Komplette Ausbildungen auf Bildungsgutschein gibt es sehr selten, eher schon als LTA für Kranke und Behinderte.
 
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