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Betreuung

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isabel

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#1
Hallo,

ich habe eine Frage. Ich dachte nie, dass es überhaupt zu dieser Frage kommen kann.

Mein Freund (nicht eheähnlich, trotzdem sehr nah) hat mit seinen 48 J. gerade ein Schlaganfall erlitten.
Da Angehörige, die sich um ihn auch kümmern könnten/wollten nicht vorhanden sind, werde ich das übernehmen müssen.
Ich habe gerade Wikipedia bemüht mit „Betreuung“, aber davon werde ich nicht schlau.
Gegenüber den Ärzten hat er mich genannt, als Bezugsperson und ev. Betreuerin. Unterschreiben kann er gar nichts – rechte Hand gelähmt.
Wo und wie muss ich einen Antrag stellen, um seine Interessen rechtmäßig zu vertreten?

Mit freundlichen Grüßen
Isabell
 

FAR2009

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#2
Hallo Isabel,

normalerweise kann dir hier der soziale Dienst in der Klinik Rat für die aktuelle Situation geben, und weiterhelfen.
Eine sogenannte Betreuungs- und Verfügungsvollmacht, falls denn eine nötig wird, erstellt und beglaubigt dann ein Notar.
 

isabel

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#3
Hallo Isabel,

normalerweise kann dir hier der soziale Dienst in der Klinik Rat für die aktuelle Situation geben, und weiterhelfen.
Eine sogenannte Betreuungs- und Verfügungsvollmacht, falls denn eine nötig wird, erstellt und beglaubigt dann ein Notar.
Ja, aber, wie geht es denn?
Vollmacht wird nötig, zumindest um mit den Ärzten reden zu können. Wie geschrieben, wir sind nicht verheiratet, also, ich bekomme ohne Vollmacht nicht die richtigen Infos.
Wie lange wird es den mit einen Notar gehen, und wo soll ich überhaupt ein Antrag stellen?
 

FAR2009

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#4
Ist dein Freund ansprechbar, bzw. kann er sich artikulieren?
Dann müsste es doch mit Hilfe des Sozialdienstes der Klinik machbar sein,
eine Vereinbarung für die aktuelle Situation zu treffen?
 

Erolena

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#5
Vollmacht (als Alternative zur rechtlichen Betreuung)
Im Prinzip bedarf die Vollmacht zwar keiner besonderen Form. Eine mündliche Vollmacht wird jedoch selten die Betreuung ausschließen, weil der Bevollmächtigte sie im Rechtsverkehr nicht beweisen kann. Die Vollmacht sollte daher zumindest schriftlich erteilt sein. Banken und das Grundbuchamt akzeptieren jedoch auch privatschriftliche Urkunden nicht. Sinnvoll ist daher die notarielle Beurkundung. Zumindest sollte zu der schriftlichen Vollmacht eine sogenannte Bankvollmacht hinzukommen. Soll der Betreuer auch zu freiheitsentziehenden Maßnahmen und zur Einwilligung in gefährliche Behandlungen berechtigt sein, muß die Vollmacht schriftlich erteilt sein und diese Befugnisse ausdrücklich umfassen (§§ 1906 V 1, 1904 II 2 BGB).
Quelle: Erforderlichkeit (www vermeersch de)

Vollmacht ist vorrangig, Betreuerbestellung nachrangig.
Betreuungsvoraussetzung − Betreuungsrecht-Lexikon

Wegen der rechtlichen Betreuung sollte Dir am besten und schnellsten ein Betreuungsverein deiner Stadt helfen.
Meiner Meinung nach, solltest Du hier auch beraten werden, ob eine Vollmacht ausreicht. Und ab wann wirklich eine rechtliche Betreuung nötig ist. Der BV ist auch für die Beratung und Schulung von ehrenamtlichen Betreuern zuständig. Er hat bestimmt mündlichen Rat und entsprechende Faltblätter/Ratgeber zur Hand.

Liste der Betreuungsvereine von Hannover hier:
HANNOVER.DE - Betreuungsvereine

  • d) körperliche Behinderungen können ebenfalls Anlass für die Bestellung eines Betreuers sein; allerdings nur, wenn sie die Fähigkeit zur Besorgung der eigenen Angelegenheiten wenigstens teilweise aufheben oder wesentlich behindern (z.B. bei dauernder Bewegungsunfähigkeit oder Taubblindheit). Als Betreuungsgrund kommen körperliche Behinderungen nur
in Frage, wenn sie die freie Willensbildung beeinträchtigen. Da der eigentliche Willensbildungsprozess durch rein körperliche Behinderungen nicht beeinträchtigt sein kann, ist folglich eine Einschränkung der Kommunikationsfähigkeit der einzig relevante Ansatz, aber auch nur dann, wenn er entweder die Erkenntnisfähigkeit oder die Fähigkeit zur Willensbetätigung erheblich einschränkt.
Falls es wirklich eine Betreuung sein muss

Rechtliche Betreuung (§§ 1896 - 1908k) im BGB
Die Entscheidung über die Bestellung eines Betreuers erfolgt durch das Vormundschaftsgericht (ab 1.9.2009 Betreuungsgericht). Es hat dabei zu prüfen, ob die gesetzlichen Voraussetzungen (§ 1896 BGB) gegeben sind.
Betreuerbestellung:Betreuerbestellung − Betreuungsrecht-Lexikon

Dringender Ratschlag

...Die Aufgabe des Betreuers wird nach gesetzlicher Vorgabe vorrangig einem Familienmitglied oder Lebensgefährten des Wachkoma Betroffenen anvertraut, auch einem besonders engen Freund oder sonst einer Person, zu der ein enges Vertrauensverhältnis besteht(§ 1897 Absatz 5 BGB), damit ernstlich im Interesse des Betroffenen gehandelt wird.
Quelle:Rechtliche Betreuung – rechtzeitig einleiten |
 

isabel

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#6
Ist dein Freund ansprechbar, bzw. kann er sich artikulieren?
Dann müsste es doch mit Hilfe des Sozialdienstes der Klinik machbar sein,
eine Vereinbarung für die aktuelle Situation zu treffen?
Er kann sich teilweise artikulieren. Seine rechte Gesichthälfte ist auch gelähmt.
Sozialdienst der Klinik - die werden mit mir nicht reden, ohne ich eine Vollmacht oder ähnliches habe.
Ich denke, ganz klar kann er zur Zeit nicht denken und der Sozialdienst macht dann, was er (SD) denkt, ob es richtig für den Patienten ist, oder nicht.
 

isabel

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#8
Danke für die Antworten,
muss erst mal alles durchlesen.

LG
Isabell
 

isabel

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#9
Hallo, Erolena,
ich habe teilweise das Lexikon gelesen. Danke.

Für eine Vollmacht ist schon zu spät. Damit hatte Keiner gerechnet.
Ein Schlaganfall mit 48 ist ja nicht vorhersehbar.
Die Vollmacht oder Betreuung meine ich auch auf gewisse Zeit. Ich hoffe, es wird schon besser gehen. Aber: die alltägliche Gelegenheiten wie arge. Miete, Strom, vor allem weitere Behandlung usw. müssen rechtzeitig erledigt werden.

LG
Isabell

PS. ich muss jetzt schlafen, bin fertig.
 
E

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#10
hallo isabel,

im grunde nach ist es egal wenn die "vollmacht" erst jetzt erteilt werden kann. dein freund muß sich nur einigermaßen verständlich, auch mit handzeichen, z.B. erklären können. die verfügung beim notar kostet etwa 50€, notare kommen auch in klinik bei dedarf. die betreuungsvollmacht und patientenverfügung wird dann vom notar beim amtsgericht hinterlegt.

zur unterschrift ist es eigentlich bei notarieller beglaubigung in der regel egal ob das ein kreuzchen ist, oder mit der linken hand gemacht wurde, daumenabdruck zählt auch.

in der regel gibt es dann nach ca. 14 tagen eine chipkarte, die den betreuer ausweist (ich habe so eine) um alle rechtsgeschäfte zu erledigen.
patientenverfügung ist hiervon getrennt, und muß ebenfalls zwingend amtsgerichtlich hinterlegt sein (hab ich bei meinen eltern so).

liebe grüße von barbara
 
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#11
hallo isabel,

im grunde nach ist es egal wenn die "vollmacht" erst jetzt erteilt werden kann. dein freund muß sich nur einigermaßen verständlich, auch mit handzeichen, z.B. erklären können. die verfügung beim notar kostet etwa 50€, notare kommen auch in klinik bei dedarf. die betreuungsvollmacht und patientenverfügung wird dann vom notar beim amtsgericht hinterlegt.

zur unterschrift ist es eigentlich bei notarieller beglaubigung in der regel egal ob das ein kreuzchen ist, oder mit der linken hand gemacht wurde, daumenabdruck zählt auch.

in der regel gibt es dann nach ca. 14 tagen eine chipkarte, die den betreuer ausweist (ich habe so eine) um alle rechtsgeschäfte zu erledigen.
patientenverfügung ist hiervon getrennt, und muß ebenfalls zwingend amtsgerichtlich hinterlegt sein (hab ich bei meinen eltern so).

liebe grüße von barbara
Moin isabel, barbara,

ja, so ists richtig wie barabra schreibt. So wurde es von meinen Eltern auch gemacht. Also bitte schnell Notar kontaktieren.

Bei meinen Vater war noch eine 2. Person seines Vertrauens dabei, welche dann für Ihn unterschreiben hat.

Gruß Familienvater

PS an isabel: auch meine tiefsten Wurzeln gehen nach
Breslau ... :)
 

isabel

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#12
Herzlichen Dank an Euch.

Der behandelnde Arzt hat den Antrag auf Betreuung auf Zeit gestellt, jetzt bleib es nur abzuwarten, wann ich die Unterlagen bekomme.
Wir wohnen nicht zusammen, deswegen muss ich aufpassen, dass seine alltägliche Angelegenheiten erledigt werden. Da muss ich auch die Unterlagen bei ihm finden, (arge-Bescheide, Stadtwerke und andere Rechnungen), er kann mir zur Zeit nicht sagen, was er da noch zu zahlen hat.
Ich habe mit seiner Schwester kontakt aufgenommen, sie wird helfen, wo sie kann.
Ich muss mich auch richtig informieren über Rechte und Pflichten eines Betreuuers/in.
So schnell kann das gehen - habe damit nicht gerechnet.

Wann soll ich die arge informieren? Erst, wenn ich offiziell Vollmacht habe oder schon jetzt?
Ich würde bevorzugen, erst mit Vollmacht. Ich möchte nicht, dass meine Hilsbereitschaft falsch interpretiert wird. (so weit ist die Geselschafft schon gekommen: Angst, behilflich zu sein und damit in eine BG gezwungen zu werden, die nie da war und auch nicht wird).
Fragen über Fragen.

MfG
Isabell
 

isabel

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#13
Hallo,
wollte nur sagen/schreiben: ein Beschluss habe ich ziemlich früh bekommen, heute einen Betreuungausweis.
Habe schon viele Wege gemacht, bin müde und fast pleite - wg Fahrtkosten. Dem Patienten geht es aber, Gott sei dank, besser!

Wie lange es noch dauert, bis er für sich selbst sorgen kann, kann niemand sagen.
Ich bin mir einfach immer noch unsicher, ob ich es richtig mache.
Da kommt mein nicht gerade gutes Gesundheitszustand dazu. (Wie nicht anders zu erwarten: dicke Erkältung und Antibiotika, heute letzte Tabl.) (Außer üblichen Krankheitsbildern).
Na, ja...
wenn ich für mich ein Fehler mache, muss ich ihn selber ausbaden.
Aber, ich kann keinen Fehler machen gegenüber einem Menschen, der auf mich angewiesen ist und, sagen wir so, hilflos.

Zu Hause habe ich auch noch "ein Pflegefall": Rex. Da muss ich aufpassen, dass er genug Bewegung hat, sonst wird er übergewichtig; mit seinen 7,5 Jahren kann das für seine Gelenke gefährlich sein, laut meinem Tierarzt.
Gleich gehen wir letzte Runde für heute.
(ich kann nur hoffen, dass ich dabei abnehme:biggrin:)

MfG
Isabell
 

isabel

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#14
Die Probleme lassen auf sich bekanntlich nicht lange warten.

Noch gestern haben wir mit dem Personal auch telefonisch geklärt: erste NovemberWE darf er nach schriftlichen Antrag meinerseits nach Hause. (für WE). Heute rufe ich da an, und mein Betreuter fast euphorisch - morgen holt ihn ein Kumpel, er kommt nach Hause.
Wie kommt er dann zurück? - seine Schwester würde ihm am So hinfahren.
Na, super! Seine Schwester wusste nichts davon. Und er wusste nicht mehr, ob er mit der Schwester gesprochen hatte oder nicht.
Vorab wurde es ausgemacht, dass wir (seine Schwester, ihr Freund und ich) ihm am So besuchen.
Noch besser: alle seine Schlüssel liegen bei mir und ich bin Morgen ganzen Tag nicht da (LandesSchK).
Habe zwar erzählt, aber das wusste er auch nicht mehr.
Enttäuscht bin ich von dem Kumpel, der ganz genau Bescheid weiss, und von der Station. Hätte ich nicht telefonisch interveniert, hätten sie ihm wahrscheinlich weg gelassen. (meine Vermutung: er wollte da gar nicht zurück, bei mir hat er sich nur verplappert, als ich gefragt hatte, was er sich für So wünscht - "gar nichts, er wäre nicht mehr da" Hmmmm???).
Na, ja... jetzt bin ich die Böse. Vorwürfe, Selbstmitleid, Tränen, beleidigt, Hörer abgelegt.
Ich kann es ja verstehen, aber er kann doch noch nicht zurück! Die Behandlung läuft weiter.
Was mache ich bloß, wenn er wieder versuchen wird, abzuhauen?

Ich denke, es spielt auch eine Rolle: Suchtkrankheit.

:confused:
MfG
Isabell


 
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