Besteht im gesonderten Fall der Schwerbehinderung die Möglichkeit neben Bafög, zusätzlich Kindergeld zu bekommen. Hat jemand Tips?

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Anna-B2

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Hallo zusammen,

mein Sohn (30 Autist) studiert und hat bisher Bafög erhalten. Die Regelstudienzeit hat er überschritten und aufgrund seiner Behinderung immer wieder Studienzeitverlängerung bekommen. Nun musste er aus dem Wohnheim ausziehen und kann die Miete für die neue Wohnung kaum aufbringen mit dem Bafög. Das Bafög Amt teilte ihm telefonisch mit, dass er im Sommersemester zwar auch noch einmal Bafög erhalten würde, aber nicht mehr den Höchstsatz. Warum weiß jetzt keiner und ein schriftlicher Bescheid ist auch noch nicht da. Wir sind zunächst mal froh, dass er überhaupt noch was bekommt.

So, bisher hat er versucht sich ein paar Euro dazu zu verdienen. Das hatte zur Folge, dass er sich nie richtig auf das Studium konzentrieren konnte und deshalb auch diese ständigen Verlängerungen. Jetzt gehts um die Wurscht, denn es bricht das letzte Semester an. Er macht einen Job bei dem er ca. 200 Euro verdient. Er schafft es aber kaum, bricht bald zusammen, so habe ich den Eindruck.

Ich habe nun gehört, dass man neben Bafög auch Kindergeld erhalten kann. Ist das richtig? Die Seite mit den Formularen dafür habe ich mir mal angesehen, verstehe aber nicht, welche Forumulare ich jetzt für den Antrag benötige.

Die andere Frage ist, ob jemand Erfahrung mit dem Kindergeldantrag für Schwerbehinderte hat. Wir haben nur ein Attest von seinem Psychotherapeuten, der Arzt ist, dass er nicht alleine für seinen Unterhalt aufkommen kann. Ich habe irgendwo gelesen, dass es sein kann, dass er noch untersucht wird. Das würde er nicht packen. Es ist so schon alles zu viel.

Kann uns da jemand mal bitte unter die Arme greifen bzgl. der vielen Fragen?
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

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Hat hier wer nach mir gerufen? ;)

Aaaaalso: Rein theoretisch füllst du erstmal den Grundantrag aus und forderst die Kindergeldkasse auf, dir mitzuteilen, welche Unterlagen sie noch brauchen.
Praktisch stellen sich die Familienkassen gerne dumm und lehnen dann erstmal wegen fehlender Unterlagen ab.

In deinem Fall bin ich mir nicht ganz sicher, welche Anlagen du brauchst. Es gibt nämlich zwei mögliche Rechtsgrundlagen in eurem Fall für den weiteren Kindergeldbezug:
1. Weil die Behinderung die Ausbildung verzögert hat - das habt ihr fürs Bafög ja schon nachgewiesen, analog wird in solchen Fällen das Kindergeld übers 25. Lebensjahr hinaus weiter gezahlt. Schade, dass euch das offenbar nie jemand mitgeteilt hat...
2. Weil dein Sohn sich durch die Behinderung nicht selbst unterhalten kann (unabhängig davon, ob er in Ausbildung ist oder nicht).

Im ersten Fall ist das Einkommen deines Sohnes irrelevant, im zweiten logischerweise nicht.

Bei mir selbst ist es so, dass ich erwerbsunfähig bin und die Anlage, in der ein Arzt bestätigt, dass meine Behinderung ursächlich für diese Erwerbsunfähigkeit ist, lasse ich von meinem Doc stempeln und der Teil ist soweit klar.
Ich habe neulich hier gelesen, dass jemand wohl meinte, ein selbst zu zahlendes amtsärztliches Gutachten zu brauchen, aber da wurde nicht ganz klar, ob die Familienkasse das wirklich schon schriftlich gefordert hatte. Ich kenne das so nicht.

Allerdings ist dein Sohn ja nicht erwerbsunfähig, sondern noch in Ausbildung, wie genau da der Nachweis auszusehen hat, weiß ich nicht - ich kann mir aber nicht vorstellen, dass dafür mehr nötig ist als für den verlängerten Bafög-Anspruch, den ihr ja schon durch habt.

Da ihr maximal sechs Monate rückwirkend Kindergeld beantragen könnt, würde ich das an eurer Stelle sofort machen.
Meiner Erfahrung nach ist die Familienkasse nicht in der Lage, einen Antragsteller auch nur ansatzweise über die benötigten Unterlagen aufzuklären, aber ihr könnt natürlich versuchen, bei der Abgabe des Hauptantrages eine Beratung zu erhaschen.
Ansonsten hilft erstmal die schriftliche und nachweisliche Beantragung und notfalls der Widerspruch.
Bist du bzw. ist der Kindergeldberechtigte für deinen Sohn in einer Gewerkschaft? Bei uns hat der DGB Rechtsschutz den Anspruch im Widerspruch dann relativ problemlos durchgesetzt.
 

Anna-B2

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:) danke, dass du dich gemeldet hast, Caye. Ich habe schon versucht Infos aus deinen vergangenen Beiträgen für mich zu finden, aber jeder Fall ist ja etwas anders.

Rein theoretisch füllst du erstmal den Grundantrag aus und forderst die Kindergeldkasse auf, dir mitzuteilen, welche Unterlagen sie noch brauchen.
Praktisch stellen sich die Familienkassen gerne dumm und lehnen dann erstmal wegen fehlender Unterlagen ab.
Wenn ich aber in den Grundantrag schreibe, dass sie mir die fehlenden Formulare zusenden sollen und auch welche Unterlagen alles noch benötigt wird, dann kann mir die Familienkasse doch nicht einfach gleich eine Ablehnung schicken?

Oder wäre es besser, ich risikiere erst gar keine Absage wegen fehlender Unterlagen und schicke gleich alles mit was ich schon ahne?
Im Netz habe ich inzwischen diese Seite gefunden https://egov.arbeitsagentur.de/familie-und-kinder/downloads-kindergeld-kinderzuschlag Unten steht eine Auflistung "Kindergeld für Kinder mit Behinderung". Da steht aber nix von Bafög.

1. Weil die Behinderung die Ausbildung verzögert hat - das habt ihr fürs Bafög ja schon nachgewiesen, analog wird in solchen Fällen das Kindergeld übers 25. Lebensjahr hinaus weiter gezahlt. Schade, dass euch das offenbar nie jemand mitgeteilt hat...
Es ist aber keine Erstausbildung. Er hat schon eine Ausbildung zum Grafikdesigner gemacht und konnte in dem Beruf aber nicht lange arbeiten aufgrund seiner Behinderung. Dann wollte er was anderes studieren.

Evtl. hätte mein Sohn ja schon viel länger dann Anspruch auf Kindergeld gehabt. Ich habe damals alles möglich überlegt, aber aufs Kindergeld bin ich nicht gekommen. Auch seine Betreuerin wohl nicht. (Betreutes Einzelwohnen). Ich hab die Bafög Bescheide selbst noch nicht gesehen und hoffe jetzt, dass es drauf steht...die Verlängerung aufgrund Behinderung. Dann könnte er vielleicht Kindergeld für das letzte halbe Jahr noch haben. Immerhin :)
2. Weil dein Sohn sich durch die Behinderung nicht selbst unterhalten kann (unabhängig davon, ob er in Ausbildung ist oder nicht).
Jetzt ist für das nächste/letzte Semester ein Sonderfall eingetreten. Die Verlängerung um dieses Semester bekommt er, weil die Hochschule eine neue Diplomordnung eingefürht hat und er somit aufs 8. Semester zurückgestuft wird. Die Verlängerungen wegen der Behinderung sind mit Ende diesem Semester ausgereizt. Aber den Bafög Bescheid für das nächste Semester hat er noch nicht. Das wird auch noch dauern.
Im ersten Fall ist das Einkommen deines Sohnes irrelevant, im zweiten logischerweise nicht.
Hier habe ich gelesen, dass die Einkommensgrenze 764 Euro liegt. Das kommt dann wirklich auf die Höhe seines Bafögs im letzten Semester an. INTAKT Kindergeld für volljährige Kinder
ganz unten unter "wann ist das Kind außerstande sich selbst zu unterhalten".
Demnach habe ich mir das Kindergeld schon abgeschminkt. Ich wusste nicht, dass für behindertenbedingte Verlängerungen was anderes gilt.

Danke, dass du uns da besser aufgeklärt hast, Caye (y)

Bist du bzw. ist der Kindergeldberechtigte für deinen Sohn in einer Gewerkschaft? Bei uns hat der DGB Rechtsschutz den Anspruch im Widerspruch dann relativ problemlos durchgesetzt.
mein Sohn hat nur ein betreutes Einzelwohnen. Kindergeld muss ja aber ich beantragen und somit wird die Betreuerin da nicht weiterhelfen.
Ich selbst bin noch bei Verdi, hatte aber bisher keinen Kontakt mit denen. Froh, wäre ich auf jeden Fall, wenn mir da jemand unter die Arme greift, da ich gesundheitlich sehr angeschlagen bin und kaum Kraft habe die ganzen Formulare auszufüllen.

Es bleibt auch noch die Frage, ob das Studium als Erstausbildung gilt. Denn wenn nicht, dann brauch ich ja erst gar keinen Kindergeldantrag ausfüllen :unsure:
 

Ines2003

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In deinem Fall bin ich mir nicht ganz sicher, welche Anlagen du brauchst. Es gibt nämlich zwei mögliche Rechtsgrundlagen in eurem Fall für den weiteren Kindergeldbezug:
  1. Weil die Behinderung die Ausbildung verzögert hat - das habt ihr fürs Bafög ja schon nachgewiesen, analog wird in solchen Fällen das Kindergeld übers 25. Lebensjahr hinaus weiter gezahlt. Schade, dass euch das offenbar nie jemand mitgeteilt hat...
  2. Weil dein Sohn sich durch die Behinderung nicht selbst unterhalten kann (unabhängig davon, ob er in Ausbildung ist oder nicht).

Im ersten Fall ist das Einkommen deines Sohnes irrelevant, im zweiten logischerweise nicht.
Auch bei 2. ist das Einkommen relevant, ich bon 32 und bekomme für mich noch Kindergeld da ich mich dich meine Behinderung nicht selbst unterhalten kann.
Vor ein pasar Tagen kam wieder die jährliche Einkommesüberprüfung der Familienkasse, die Grenze für 2018 sind 9000 EUR plus des Behinderten Mehrbedafs.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Fürs Kindergeld ist es irrelevant, ob es die erste oder die zehnte Ausbildung ist, das wird dabei rein durch die Altersgrenze beendet - allerdings wird es da für eine behinderungsbedingte Verlängerung sicherlich andere Regelungen geben, die ich aber nicht kenne.

Wenn ich aber in den Grundantrag schreibe, dass sie mir die fehlenden Formulare zusenden sollen und auch welche Unterlagen alles noch benötigt wird, dann kann mir die Familienkasse doch nicht einfach gleich eine Ablehnung schicken?

Wir haben das kombiniert, hingeschickt, was wir wussten, und um Anforderung weiterer Unterlagen gebeten (was ja nichtmal nötig wäre, weil das Amt da selbst drauf kommen muss). Die Ablehnung kam kaum eine Woche nach der Antragstellung und ohne weitere Kommunikation.
Der DGB-Rechtsschutz-Mensch war allein schon deswegen auch dezent aggressiv in der Kommunikation mit der Behörde.

Es passiert halt häufig, das zuerst mal abgelehnt wird, was eigentlich bewilligt werden sollte. Im Endeffekt kannst du das nicht verhindern, solltest halt nur drauf vorbereitet sein, aus Prinzip in den Widerspruch gehen zu müssen.

Demnach habe ich mir das Kindergeld schon abgeschminkt. Ich wusste nicht, dass für behindertenbedingte Verlängerungen was anderes gilt.

Wie Ines schrieb, sind es 9000€ in 2018, 9168€ in 2019 plus Behindertenpauschbetrag oder nachgewiesene höhere Kosten für die Behinderung.
Tatsächlich weiß ich auch gar nicht genau, wie BAFÖG da angerechnet wird, bei einigen Leistungen wird es nur zur Hälfte berücksichtigt, weil die Hälfte ja ein Darlehen ist. Das solltest du auch noch mal checken.

Ich bin leider gerade nicht so fit und habe wenig Nerven um für dich zu googlen, an sich mach ich das ganz gerne. ;)

Ich meine mich düster an ein Urteil zu erinnern, nach dem Kindergeldanspruch bei einem behinderten Kind über 25 auch besteht, wenn dieses sich in einer Ausbildung befindet, durch die es sich nicht selbst unterhalten kann, auch ohne dass die Behinderung zwingende Ursache für die späte Ausbildung ist, aber... Siehe oben. Vielleicht wirst du ja fündig.

Kindergeld muss ja aber ich beantragen und somit wird die Betreuerin da nicht weiterhelfen.
Ich selbst bin noch bei Verdi, hatte aber bisher keinen Kontakt mit denen. Froh, wäre ich auf jeden Fall, wenn mir da jemand unter die Arme greift, da ich gesundheitlich sehr angeschlagen bin und kaum Kraft habe die ganzen Formulare auszufüllen

Wie gesagt, bei uns hat das der DGB Rechtsschutz über Verdi ziemlich gut hinbekommen. Da hatte mein Vater vorher auch noch gar keinen Kontakt. Den Antrag haben wir aber allein gestellt und erst den Widerspruch abgegeben.

Den Antrag würd ich auf jeden Fall stellen, falsch machen kannste dabei nix, mit nem Widerspruch musst du ja eh rechnen.

Du hast dich schon darin eingelesen, dass Sozialleistungsträger evtl. Abzweigungen beantragen wollen und wie du dich dagegen wehrst?
 

Anna-B2

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Auch bei 2. ist das Einkommen relevant,...
... die Grenze für 2018 sind 9000 EUR plus des Behinderten Mehrbedafs.
Ja, diesen Mehrbedarf, darf ich auch nicht vergessen anzugeben.

Wir haben das kombiniert, hingeschickt, was wir wussten, und um Anforderung weiterer Unterlagen gebeten
So werde ich das auch machen.


Wie Ines schrieb, sind es 9000€ in 2018, 9168€ in 2019 plus Behindertenpauschbetrag oder nachgewiesene höhere Kosten für die Behinderung.
höhere Kosten kann ich nicht nachweisen. Da ist das Benzingeld, das ich brauche um zu ihm zu fahren und ihm ab und zu helfe seinen Haushalt wieder auf Vordermann zu bringen und ab und zu das Essen, das ich ihm mitgebe, weil er zeitlich kaum für sich kochen kann. Er selbst isst meist außer Haus und kann nicht in die Mensa, wegen der Menschenmassen.

Wie ist denn das mit dem Behindertenpauschbetrag. Ich habe davon gelesen, aber es nicht verstanden.


Ich bin leider gerade nicht so fit und habe wenig Nerven um für dich zu googlen, an sich mach ich das ganz gerne. ;)
das kann ich gut verstehen. Mach dir da keine Gedanken. Ich bin einfach froh, wenn du oder auch jemand anders, der Ahnung hat mir seine Erfahrungen und sein Wissen mitteilt.


Wie gesagt, bei uns hat das der DGB Rechtsschutz über Verdi ziemlich gut hinbekommen.
ist man automatisch beim DGB Rechtsschutz, wenn man Mitglied bei Verdi ist? Weißt du das?

;)
Du hast dich schon darin eingelesen, dass Sozialleistungsträger evtl. Abzweigungen beantragen wollen und wie du dich dagegen wehrst?
Ja etwas. Ich muss mir die Formulare nochmal genauer ansehen morgen und schreibe dann das o.g. (Mehraufwendungen) dazu.

Ihr habt mir schon mal gut weitergeholfen. Jetzt setz ich mich morgen hin und acker mich durch.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

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Viel Erfolg beim Ackern! ;)

Ja, der Rechtsschutz ist automatisch mit dabei. Du meldest dich bei deiner Verdi-Geschäftsstelle, die prüfen als allererstes, ob du auch deine Beiträge richtig gezahlt hast (Schweinehunde sind sie in der Hinsicht) und geben dann deinen bisherigen Schriftverkehr zur Sache und einen Fragebogen dazu an den DGB Rechtsschutz weiter.

Diesen "Auftakt" empfanden wir als extrem nervig und sogar zeitlich eng für den Widerspruch, aber als wir dann erstmal drin waren und die Mailadresse des zuständigen Rechtspflegers hatten, war alles super.

Der Behindertenpauschbetrag richtet sich ganz einfach nach dem Grad der Behinderung deines Sohnes. Da gibts Tabellen im Internet.
 

Anna-B2

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Ich sitze zitternd hier, weil mich die ganzen Formulare überfordern :( Hab jetzt grade bei Verdi angerufen, ob die mir helfen beim ausfüllen, aber es ist so, dass sie nur bei einem Widerspruch helfen aber nicht bei der Antragsstellung selbst.

1. Es beginnt schon damit, dass beim "Antrag auf Kindergeld" ich nicht weiß wo ich meinen Sohn eintragen soll. Es gibt folgende Optionen:
Punkt 5 - für folgende Kinder beziehe ich bereits Kindergeld (für gar keines momentan)
oder
Punkt 6 - folgende Zählkinder sollen berücksichtigt werden.
(was jetzt Zählkinder sind hab ich selbst mit der angehängten Erklärung nicht herausgefunden.)
Nachtrag: in der Erklärung steht: Kinder, für die eine andere Person Kindergeld erhält, können sich bei Ihnen kindergelderhöhend auswirken (Zählkinder).

2. Und dann wird da nach ganz alten Zeiten gefragt bei "Anlage Kind" 3.1 und 3.2. Er hat ja eine Ausbildung schon gehabt und auch versucht darin zu arbeiten, das ging aber dann aufgrund seiner Behinderung nicht mehr und er wurde gekündigt. Und nun gibt es keine Option, dass ich dies dort angeben kann.

3. "Erklärung zum verfügbaren Nettoeinkkommen eines volljährigen Kinders mit Behinderung" Punkt 13 Behinderungsbedingter Mehrbedarf. Kommt da das Betreute Einzelwohnen rein?
 

Anna-B2

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Auch bei 2. ist das Einkommen relevant, ich bon 32 und bekomme für mich noch Kindergeld da ich mich dich meine Behinderung nicht selbst unterhalten kann.
Ines, ich muss dich nochmal fragen. Hast du dich verschrieben und meintest bei 1.? Weil Caye ja geschrieben hat bei 1. Verzögerung der Ausbildung nicht einkommenabhängig und bei 2.
wenn ein Kind sich nicht selbst unterhalten kann, dann ist es einkommensabhängig.
 

Ines2003

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Hallo,
@ Caye hat es richtig geschrieben, ich habe es beim ersten lesen und der Antwort falsch verstanden.

Bei Punk 1 ist das Einkommen irrelevant, bei Punkt 2 gilt die Einkommensgrenze für 2018 9000 EUR und für 2019 6168 EUR, so wie es @Caye schon geschrieben hat.
Entschuldigung für die Verwirrung,
 

Ines2003

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Ich fülle gerade das Formular für die Überprüfung aus, es war noch nie so knapp an der Grenze, ich hoffe es macht nichts, wenn ich hier kurz meine Zahlen angeben, damit @ Caye mal rüber schauen kann.

Also ich hatte im Jahr 2018 Einnahmen in Form meiner EM- Rente das sind 6716,10 EUR Brutto, dann noch 2400 EUR Wohngeld und 3792 EUR Pflegegeld.
Das macht insgesamt 12908,10 EUR.
Davon mache ich das Pflegegeld als Behinderten Mehrbedarf geltend, dann sind es noch 9116,10 EUR, davon ziehe ich die Angaben zur Sozialversicherung ab, das waren 2018 742,08 EUR dann hatte ich im Jahr 2018 insgesamt 8374,02 EUR Einnahmen und liege damit unter den 9000 EUR.
Ist meine Rechnung so richtig?
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Ines, jepp, das würde ich auch so sehen. ;) Wobei für mich selbst das Pflegegeld erst dieses Jahr relevant wird, da habe ich bisher nur kurz reingelunkert und festgestellt, dass mir das gerade zu kompliziert ist. :D

Anna:

1. Es beginnt schon damit, dass beim "Antrag auf Kindergeld" ich nicht weiß wo ich meinen Sohn eintragen soll. Es gibt folgende Optionen:
Punkt 5 - für folgende Kinder beziehe ich bereits Kindergeld (für gar keines momentan)
oder
Punkt 6 - folgende Zählkinder sollen berücksichtigt werden.
(was jetzt Zählkinder sind hab ich selbst mit der angehängten Erklärung nicht herausgefunden.)
Nachtrag: in der Erklärung steht: Kinder, für die eine andere Person Kindergeld erhält, können sich bei Ihnen kindergelderhöhend auswirken (Zählkinder).

In KG1 kommt dein Sohn gar nicht rein, für ihn füllst du die Anlage Kind aus.

Zählkinder sind hier (vermutlich) nicht relevant, ich versuch es mal an einem Beispiel zu erklären:

Zählkinder gibt es normalerweise in Patchworkfamilien.
Mann hat bereits zwei Kinder mit einer Exfrau. Die Kinder leben bei der Exfrau und die Exfrau bekommt auch das Kindergeld.
Frau bekommt nun mit Mann ein Kind.
Für die ersten beiden Kinder von Mann ist Exfrau kindergeldberechtigt, aber diese beiden Kinder sind dann für das neue Kind von Mann und Frau Zählkinder (unabhängig davon, ob Mann oder Frau das Kindergeld für das neue Kind beantragen).

Da man ja für das soundsovielte Kind mehr Kindergeld bekommt, ist die Berücksichtigung von Zählkindern durchaus interessant, weil es dadurch halt sein kann, dass Mann und Frau für ihr eines gemeinsames Kind mehr Kindergeld bekommen als für ein erstes Kind, weil sie halt anderweitig schon Kinder haben, für die jemand anderes kindergeldberechtigt ist.

Der Vater deines Sohnes müsste also ältere, noch irgendwo kindergeldberechtigte Kinder als deinen Sohn haben, damit du da Zählkinder angeben müsstest. Recht unwahrscheinlich. ;)

2. Und dann wird da nach ganz alten Zeiten gefragt bei "Anlage Kind" 3.1 und 3.2. Er hat ja eine Ausbildung schon gehabt und auch versucht darin zu arbeiten, das ging aber dann aufgrund seiner Behinderung nicht mehr und er wurde gekündigt. Und nun gibt es keine Option, dass ich dies dort angeben kann.

Puuuuh. Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir 3.1 und 3.2 einfach ausgelassen und nur 3.3 angekreuzt. Das wurde so auch nicht bemängelt. Allerdings bin ich ja auch aktuell in Erwerbsminderungsrente. Meiner Interpretation nach wird bei 3.1 und 3.2 nach dem aktuellen bzw. zukünftigen Status gefragt, also nicht für das, was in der Vergangenheit lag. Ich würde bei 3.1 das aktuelle Studium angeben und bei 3.2 "ja" ankreuzen und die frühere Ausbildung angeben.

Aber bei dieser Frage "schwimme" ich auch. Das ist kompliziert.

3. "Erklärung zum verfügbaren Nettoeinkkommen eines volljährigen Kinders mit Behinderung" Punkt 13 Behinderungsbedingter Mehrbedarf. Kommt da das Betreute Einzelwohnen rein?

Bezahlt dein Sohn etwas für das betreute Einzelwohnen? Ich vermute mal eher nicht, weil er ja nur wenig Geld bekommt.

Hier kannst du Kosten angeben, die dein Sohn hat und die den Pauschbetrag übersteigen (den Pauschbetrag musst du nicht angeben, den Grad der Behinderung hast du ja in KG4e schon genannt, das geht automatisch). Hier könnten z.B. Kosten für notwendige Therapien, die die Krankenkasse nicht bezahlt, Kosten für Hilfsmittel, die dein Sohn hat o.ä. drin auftauchen. Ich vermute mal, dass da nicht so viele "klassische" Mehrbedarfe vorhanden sein werden, wenn dir aber irgendetwas einfällt, wofür dein Sohn mehr Geld benötigt als gesunde Menschen, gib es ruhig an - die streichen das im Zweifel dann eh.
 

Anna-B2

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In KG1 kommt dein Sohn gar nicht rein, für ihn füllst du die Anlage Kind aus.

Zählkinder sind ....


Puuuuh. Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir 3.1 und 3.2 einfach ausgelassen und nur 3.3 angekreuzt. Das wurde so auch nicht bemängelt. Allerdings bin ich ja auch aktuell in Erwerbsminderungsrente. Meiner Interpretation nach wird bei 3.1 und 3.2 nach dem aktuellen bzw. zukünftigen Status gefragt, also nicht für das, was in der Vergangenheit lag. Ich würde bei 3.1 das aktuelle Studium angeben und bei 3.2 "ja" ankreuzen und die frühere Ausbildung angeben.

Aber bei dieser Frage "schwimme" ich auch. Das ist kompliziert.
Danke Caye, dass du mir das so ausführlich erklärt hast. Es war verwirrend, dass im vermeintlichen Hauptantrag mein Kind nicht aufgelistet werden muss.


Hier könnten z.B. Kosten für notwendige Therapien, die die Krankenkasse nicht bezahlt, Kosten für Hilfsmittel, die dein Sohn hat o.ä. drin auftauchen. Ich vermute mal, dass da nicht so viele "klassische" Mehrbedarfe vorhanden sein werden, ...
Okay, hab den Antrag jetzt so weit ausgefüllt und mit Einschreiben Übergabe abgeschickt. Hoffentlich bekommt er das Kindergeld ohne, dass wir ihn Widerspruch gehen müssen. Drückt uns die Daumen ;)
 

Anna-B2

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Hurrah! Wir bekommen Kindergeld auf mein Konto rückwirkend für 6 Monate. Danke, danke danke an dieses Forum und natürlich ganz besonders an @Caye (y):)(y)

Erst dachte ich ja, dass die Familienkasse sich wieder quer stellt, weil ich es vor Jahren schon mal beantragt habe. Diesmal hatte ich aber mehr Wissen im Gepäck. Und naja, dann kam noch ein Schreiben, dass sie nochmal das Formular vom Arzt ausgefüllt haben möchten, obwohl ich schon ein Attest vom Arzt beim Antrag beilegte. Hab dann etwas grummelig dazugeschrieben, dass ein weiteres Formular wohl zur Entscheidung nicht nötig sei. Da aber mein Sohn grade eh zum Arzt musste haben wir also auch dieses weitere ausgefüllte Schreiben vom Arzt geschickt.

Und welch Wunder, die Bewilligung hat nicht mal lange gedauert.

Danke auch fürs Daumendrücken :)

Ähm und gleich die nächste Frage, ob das jetzt Folgen für andere Dinge hat. Für die Krankenkasse habe ich gefunden, dass er sich wieder über mich familienversichern kann.
Quelle
 
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Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Juchuuuuu, das freut mich! Dein Sohn kann damit wieder (ich denke auch rückwirkend) in die Familienversicherung aufgenommen werden.
Außerdem kannst du seinen Behindertenpauschbetrag bzw. nachgewiesene höhere Kosten beim Finanzamt auf dich übertragen lassen und auch seine außergewöhnlichen Belastungen bei dir in der Steuererklärung angeben.
 

Anna-B2

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Schön, dass du dich mit uns freust, Caye. :icon_hug:

Jetzt bin ich am Überlegen, ob ich das mit der Familienversicherung machen soll. Denn er bekommt einen Teil der Krankenversicherung übers Bafög bezahlt. Dass dies dann abgezogen wird ist klar und wäre auch nicht weiter schlimm. Bafög muss man ja auch zurückzahlen. Wenn das Bafög Amt aber dann gleich auch das ganze Kindergeld oder auch hälftig abzieht, dann weiß er wieder nicht, wie er die Miete zahlen soll. Ob ich da nicht schlafende Hunde wecke...hm. Ich glaub ich trau mich nicht und lass das lieber.
 

Anna-B2

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Ich wollte euch noch über meine Familienkasse berichten, wie dort das seltsame Vorgehen ist:

Nachdem ich auf dem Kindergeld Bescheid festgestellt habe, dass 2 Monate fehlen und wir nur 4 Monate rückwirkend bewilligt bekommen haben, habe ich Widerspruch eingelegt mit entsprechendem § 66 (3) EStG.

Kurz darauf (Freitag) kam ein Schreiben, dass der Einspruch als unzulässig verworfen wird, da der geltend gemachte Einspruchszeitraum nicht Gegenstand des letzten Bescheides war.

??? auf dem letzten Bescheid stand, dass ich rückwirkend 4 Monate bewilligt bekomme und nicht wie üblich rückwirkend 6 Monate. ???

Der nächste Schritt wäre jetzt wohl Klage gewesen. Hab mir die Nummer von Verdi schon rausgesucht und heute (Montag) ein neues Schreiben der Familienkasse, dass ich für die 2 Monate auch noch Kindergeld bekomme.

So, nun verstehe einer dieses Händling der Familienkasse. Ich kann es mir nur so erklären, dass sie auf keinen Fall wollten, dass irgendwo steht, dass ein Widerspruch berechtigt gewesen sei. Ob es wegen der Kosten ist, die mir dadurch entstanden sind (Einschreiben) oder wegen sonstiger Statistik ist mir unerklärlich. Und weshalb nur 4 Monate erst bewilligt wurden? Tja, darüber kann ich auch nur spekulieren. Ihr wisst schon was ich meine.

Das wollte ich euch noch mitteilen, falls es jemanden genau so geht.
 
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