Bestehen auf schriftlichen Arbeitsvertrag vor Arbeitsantritt ?

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Badaboom

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ALG 1 - Zeitarbeitsfirmen - Vorgehensweise

Hallo, erstmal Respekt für das Forum. Vor ein paar Tagen gefunden und hat mir echt extrem viele Tipps gegeben, sodass ich mich heute entschlossen habe mich anzumelden ;)

Aber nun mal zu meinen Problem ( Muss etwas weit ausholen, aber ist ja eh Sonntag ;)

Alsooo, habe 2010-2013 eine Ausbildung in einem Handwerklichen Beruf gemacht. Danach 1 Jahr FOS (da es mein Ziel ist, studieren zu gehen).

Um mir etwas Geld anzusparen wollte ich 1 Jahr als Geselle arbeiten. Leider bin ich in einer "Firma" (Nur Chef + Ich) untergekommen wo vom 1. Monat her kein Gehalt auf mein Konto überging, sondern immer bar am Ende des Monats. Die ersten beiden Monate klappte das auch ganz gut, nur ab da kam es immer nur zu Teilzahlungen. Auf Anfrage warum es nicht auf mein Konto ginge, kam nur der Steuerberater kriegt da irgendwas nicht gebacken.

Nunja, Vertrag war auf 1 Jahr befristet. 3 Monate vor Vertragsende war es soweit das 3 Gehälter fehlten und mir noch Urlaubsendgeltung zu stand (1500€ brutto)(Habe das ganze Jahr bis auf 5 erzwungene Tage keinen Urlaub gemacht)
Habe dann den Vertrag einfach auslaufen lassen und auch kein Ärger bekommen mit der ARGE, bezüglich der Bedingungen.

Ende vom Lied, RA für Arbeitsrecht eingeschaltet. Auf Fristen wurde nicht eingegangen. Kam dann zu einem Vergleich vor Gericht, dem er auch zu stimmte. Danach wieder nichts. Titel bekommen und Gerichtsvollzieher eingeschaltet. Brief mit einem Satz kam zurück : amtsbekannt pfandlos.
(Arbeitsbescheinigung für ALG 1 , musste auch eingeklagt werden)
Die Sache ist, er hatte ein paar Monate vor meiner Vertragsunterzeichnung, schon eine eidesstattliche Versicherung abgeben, wie kann die ARGE mich zu so jemanden weiterleiten der "amtsbekannt pfandlos" ist ?)
Deswegen droht ihm jetzt auch noch eine Anzeige wegen Betrug und Insolvenzverschleppung, zumindest laut meiner Anwältin.

Das Problem, hatte keine Rechtsschutzversicherung, darf jetzt 1500€ RA - Anwaltsgebühren blechen + 60 € für den Gerichtsvollzieher. Prozesskostenbeihilfe wurde vom Amtsgericht nicht statt gegeben, obwohl Nachweis das ich keine Finanzen habe. (Wie auch wenn Miete etc. ansteht und ich 3 Gehälter nicht bekommen habe).

Jemand da noch Tipps, weil irgendwie gehts da auch nicht weiter ?.?

Nunja das Verhältnis bei ihm endete im Oktober 2015. Sodass ich mir einen neuen Job suchen musste. Kam einige Tage später in der Firma unter wo ich gelernt hatte (10.2015 - 12.2015)

Mir wurde ein Vertrag zugesichert, jedoch bekam ich den nie.
Habe dann 2 Tage vor Weihnachten 2015 eine Kündigung von jetzt auf jetzt bekommen, weil angeblich Betriebsurlaub anstehe und ich den nötigen Urlaubsanspruch ja noch nicht hätte. (Aber von jetzt auf jetzt kündigen ?Kündigungsschutz bei mündlichen Vertrag ?)

Mir wurde zugesichert, Ende Januar, spätestens Anfang Februar würde er mich aber wohl wieder einstellen.

Naja habe deswegen auch noch keinen ALG Antrag abgegeben, sondern mich nur Arbeitslos gemeldet.
Im Januar jedoch wurde mein Handyvertrag gesperrt, weil ich natürlich mega in der Miese bin, wegen dem vorherigen AG noch.
Habe also auch keine Rückantwort bekommen, wirklich selber hingehen wollte ich auch nicht, da ich das sehr unseriös fand das ich keinen Vertrag bekommen habe, obwohl mir einer zugesichert wurde, ich von einem auf den anderen Tag gekündigt wurde und mir auf der letzen Abrechnung auch Stunden fehlten.

Habe das leider bis letzte Woche so laufen lassen alles, weil es mir leider alles zu viel wurde.
Ich weiss, hätte zumindest die Arbeitsbescheinigung abgeben sollen, alleine schon wegem dem Versicherungsschutz. Jedoch dachte ich, wenn ich da hingehe, wollen die mich ja vllt doch wieder einstellen ?!? Kam ich nicht mitzurecht irgendwie.

Habe Anfang letzter Woche die Arbeitsbescheinigung mit frankiertem Rückumschlag an den Betrieb gesandt, weil ich auch keine Probleme mit der KK haben will. Kam jedoch noch nichts.

Weiter gehts : letzen Donnerstag schriftlich per Post eine Einladung gehabt bei meiner SB (hat Haare auf den Zähnen).
Habe ihr alles erklärt, das mein Wunsch am Ende letzten Jahres anfangen studieren zu wollen, damit jetzt endete das ich ca. 5000€ Schulden habe (Ra - Kosten + ausgebliebenen Lohn , Dispo gekündigt etc.)

Auf Anfrage was den mit meiner Firma sei, wo ich hätte wieder anfangen können, habe ich gesagt, habe keine Rückmeldung bekommen (ja war gelogen, i know)

Soll jetzt zusehen das ich wieder in Arbeit komme und nächste Woche Mittwoch/Donnerstag habe ich die Chance den ALG Antrag abzugeben ( nur an den Tagen ist da irgendwie auf) Hoffe die Arbeitsbescheinigung kommt vorher an, sonst muss ich mal anrufen da.

(SOOO srry jetzt geht es auch um das Thema Zeitarbeit

Habe nen Batzen an VV mit RFB bekommen, für Zeitarbeitsfirmen. Eine VV für eine normale Stelle, jedoch 20km entfernt, Öffentliche Verkehrsmittel sehr schwer dahin, Auto ist seit letzen Monat kaputt, auch kein Geld das zu reparieren (Getriebe). Soll mich bei letzterem auch nur per Telefon bewerben. (Telefonzelle ?, da ja Handy gesperrt)

Internet + Festnetz wahrscheinlich das selbe bald, da ich nicht bezahlen kann.

Habe jetzt in den Forum so viele Tipps gelesen, alles nur schriftlich mit der Leihbude abzuwickeln, inkl. Datenschutz Klausel auf dem Bewerbungsschreiben. Keine Tel. Nr. & auch keine Email addresse angeben.

Wollte jetzt mal fragen, da ich ja ALG 1 Bezieher bin / werde ^^..darf ich auch die Masche einleiten, nach einem Termin zu einem VG erstmal die Fahrtkostenfrage zu klären ? Oder sagt mir die SB dann, das gillt für sie nicht, das müssen sich auch selber bezahlen da ALG1 ? Habe ihr ja die finanzielle Situation geschildert, und Antrag kann ich erst spätestens nächste Woche Mi. oder Do. abgeben.

Habe die Zeit seit meiner Kündigung im Dezember natürlich nicht verplempert, und mich bezüglich des Studierens ausgiebig informiert ( Auf hochschulbörsen gefahren etc. , da das auch mein eigentliches Ziel zum nächsten Wintersemester ist)

Mein Anliegen ist jetzt, auch wenn die nächsten Monate nur zur Überbrückung dienen, lieber nicht bei einer ZAF zu landen, sondern auf mein Ziel (studieren) hinzuarbeiten.Habe die ZAF´s schon immer kritisch angesehen.
(Von dem wollte SB natürlich auch nichts wissen, sondern zack zack bei ZAF bewerben zwecks Arbeit).

Bin mal auf die Jobbörse gegangen: (Kann ich ja sagen, wenn die das sehen das ich Online war, das ich halt mal bei meinem Vater im Intenet war oder?)
Handynr. scheint noch gespeichert zu sein, habe ihr jedoch beim Termin gesagt, ist aber nicht mehr nutzbar.
Ausserdem steht hinter einem VV einer ZAF direkt : Absage erhalten (obwohl noch keine Bewerbung hingeschickt) Muss ich mich dann überhaupt da noch bewerben?.
Ausserdem fand ich eine PDF Datei namens EGV, die mit mir aber nicht durchgegangen wurde und ich auch nichts unterschrieben habe. In der stand das ich alle Ergebnisse über die Jobsuche über die Jöbbörse mitteile, wenn ich jetzt aber kein Internet mehr habe, kann ich das doch auch postialisch machen oder?

Ist jetzt nicht so das ich nicht arbeiten möchte, nur halt keine ZAF und der Lehrberuf ist eigentlich auch garnichts mehr für mich, brauch ich der SB natürlich nicht mit kommen zwecks zumutbarer Besch.

Naja habe Donnerstag den Termin gehabt(Spät nachmittag), mir wurde gesagt innerhalb 3 Werktage bewerben. Dann dürfte morgen doch noch legitim sein die Bewerbungen wegzuschicken oder? Wollte mich halt erstmal ausgiebig in dem Forum schlau lesen.

So komme mal zum Ende, srry für die Mega lange Geschichte, wollte halt nur nichts evtl. "wichtiges" weglassen.
(Falls noch Infos von belangen sind, werde ich die natürlich nachreichen)

Schönen Sonntag erstmal noch =)
 

Badaboom

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Hallo Leute,

habe vor kurzer Zeit bei einer Firma gearbeitet. AV wurde mir versprochen, jedoch kam der nie.Wurde immer aufgeschoben oder einmal sogar gelogen, er läge angeblich in meinem Fach aber da war nie was.
Ende vom Lied.. wurde nach ca. 2 Monaten entlassen von einem auf den anderen Tag.(Kündigungsfrist ?!?)

Wenn die ARGE mich nun nochmal da hinschickt oder die mich wieder haben wollen, kann ich dann zur Bedingung machen das ich erst nachdem ich einen schriftlichen Vertrag habe dort anfangen möchte ?

Finanzielle Situation ist eh im Keller und habe keine Lust wieder in ein Fettnäppchen zu treten und mich noch weiter irgendwo nach unten zu katapultieren.

Mit vernünftigem AV würde ich die Stelle persönlich auch als "zumutbar" betiteln.
Jedoch wegen der Vorgeschichte, finde ich die Firma eher unseriös (obwohl ich dort gelernt habe). Verständlich oder ?


Beste Grüße an dieses top Forum!
 
G

Gast1

Gast
AW: ALG 1 - Zeitarbeitsfirmen - Vorgehensweise

Badaboom:

zunächst einmal ein Hinweis auf die Begrifflichkeiten:

1. Die "Arge" gibt es nicht mehr. Alle "Argen" heißen jetzt "Jobcenter" oder haben andere Bezeichnungen.

2. Die "Arge" oder das Jobcenter ist für Arbeitslosengeld II (Hartz IV) zuständig.

3. Du hast aber einen Antrag auf ALG I gestellt. Für Dich ist die Agentur für Arbeit zuständig, außer, Dein ALG I wird so niedrig sein, dass Du mit ALG II Dein ALG I aufstocken musst. Dann wären sowohl die Agentur für Arbeit als auch das Jobcenter zuständig.

Zum Umgang mit Vermittlungsvorschlägen (VV's) beim Bezug von ALG I (gilt auch, wenn man ALG I beantragt hat, aber noch nicht im Leistungsbezug ist): Man prüft VV's folgendermaßen, in 2 Schritten:

1. Schritt: Enthält der VV eine Rechtsfolgenbelehrung (RFB)? Bitte hierzu auch die Rückseiten des VV's prüfen.

=> Keine RFB enthalten: VV kann ignoriert werden. Eine Rückmeldung an die Agentur für Arbeit ist nicht notwendig.

=> RFB enthalten: Gehe weiter zum nächsten Schritt.

2. Schritt: Ist der VV zumutbar gemäß § 140 SGB III (bitte diesen Paragrafen durchlesen, insbesondere die Absätze (3) und (4))

=> VV ist nicht zumutbar: VV kann ignoriert werden. Auf dem Rückmeldebogen des VV's gibt man an, dass der VV unzumutbar ist gemäß § 140 SGB III (genaue Begründung angeben).

=> VV ist zumutbar: Bewerbung notwendig. Bei VV's von Zeitarbeitsfirmen gewisse Spielregeln einhalten, wie in etlichen Threads hier im Forum dokumentiert.

Fertig.
 

Badaboom

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AW: ALG 1 - Zeitarbeitsfirmen - Vorgehensweise

Danke für deine Antwort !
Ja habe diesbezüglich die Abkürzungen immer nur gelesen, jedoch nicht angewandt.

Sehr aufschlußreich !
Danke
 

Badaboom

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AW: ALG 1 - Zeitarbeitsfirmen - Vorgehensweise

Jemand eventuell noch Antworten parat ?^^

-Die Sache ist, er hatte ein paar Monate vor meiner Vertragsunterzeichnung, schon eine eidesstattliche Versicherung abgeben, wie kann die ARGE mich zu so jemanden weiterleiten der "amtsbekannt pfandlos" ist ?)

-Jemand da noch Tipps, weil irgendwie gehts da auch nicht weiter ?.?


-Mir wurde ein Vertrag zugesichert, jedoch bekam ich den nie.
Habe dann 2 Tage vor Weihnachten 2015 eine Kündigung von jetzt auf jetzt bekommen, weil angeblich Betriebsurlaub anstehe und ich den nötigen Urlaubsanspruch ja noch nicht hätte. (Aber von jetzt auf jetzt kündigen ?Kündigungsschutz bei mündlichen Vertrag ?)

-Eine VV für eine normale Stelle, jedoch 20km entfernt, Öffentliche Verkehrsmittel sehr schwer dahin, Auto ist seit letzen Monat kaputt, auch kein Geld das zu reparieren (Getriebe). Soll mich bei letzterem auch nur per Telefon bewerben. (Telefonzelle ?, da ja Handy gesperrt)

Internet + Festnetz wahrscheinlich das selbe bald, da ich nicht bezahlen kann.


-Wollte jetzt mal fragen, da ich ja ALG 1 Bezieher bin / werde ^^..darf ich auch die Masche einleiten, nach einem Termin zu einem VG erstmal die Fahrtkostenfrage zu klären ? Oder sagt mir die SB dann, das gillt für sie nicht, das müssen sich auch selber bezahlen da ALG1 ? Habe ihr ja die finanzielle Situation geschildert, und Antrag kann ich erst spätestens nächste Woche Mi. oder Do. abgeben.


-Bin mal auf die Jobbörse gegangen: (Kann ich ja sagen, wenn die das sehen das ich Online war, das ich halt mal bei meinem Vater im Intenet war oder?)

-Ausserdem steht hinter einem VV einer ZAF direkt : Absage erhalten (obwohl noch keine Bewerbung hingeschickt) Muss ich mich dann überhaupt da noch bewerben?.

-Ausserdem fand ich eine PDF Datei namens EGV, die mit mir aber nicht durchgegangen wurde und ich auch nichts unterschrieben habe. In der stand das ich alle Ergebnisse über die Jobsuche über die Jöbbörse mitteile, wenn ich jetzt aber kein Internet mehr habe, kann ich das doch auch postialisch machen oder?


-Naja habe Donnerstag den Termin gehabt(Spät nachmittag), mir wurde gesagt innerhalb 3 Werktage bewerben. Dann dürfte morgen doch noch legitim sein die Bewerbungen wegzuschicken oder? Wollte mich halt erstmal ausgiebig in dem Forum schlau lesen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Ende vom Lied.. wurde nach ca. 2 Monaten entlassen von einem auf den anderen Tag.(Kündigungsfrist ?!?)
---> § 622 BGB
Achtung: In tarifgebundenen Unternehmen kann es abweichende Kündigungsfristen geben.
Wenn die ARGE mich nun nochmal da hinschickt oder die mich wieder haben wollen, kann ich dann zur Bedingung machen das ich erst nachdem ich einen schriftlichen Vertrag habe dort anfangen möchte ?
Meiner Ansicht nach ja, von wegen Rechtssicherheit und so.
 

Jacqueline1964

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Hallo,

ein AV bedarf keiner Form.

Siehe hier:
""Der mündliche Arbeitsvertrag

Liegt nur ein mündlicher Arbeitsvertrag vor gilt zwischen den Arbeitsvertragsparteien das, was gesetzlich geregelt ist. Will der Arbeitnehmer mehr einfordern, wird er den Prozess verlieren - will der Arbeitgeber mehr einfordern, wird er den Prozess verlieren. In der Regel sind die Gesetze arbeitnehmerfreundlich, so dass das Fehlen eines Arbeitsvertrages für Arbeitnehmer nicht immer schlecht ist. Arbeitgeber können dagegen im Arbeitsvertrag für sie wesentlich bessere Bedingungen aufnehmen. Sie haben deshalb in der Regel ein hohes Interesse daran, einen Arbeitsvertrag schriftlich abzuschließen."

Es gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen. Da Du noch in der Probezeit warst, konnte der AG Dir kurzfristig kündigen.

Mein Fazit: du solltest auf einen schriftlichen AV bestehen. Aber: Das Gesetz gibt keine Form vor, also wäre fraglich ob die Stelle nur durch den fehlenden schriftlichen AV für Dich unzumutbar wäre.

Grüße schickt
Jackie
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Liegt nur ein mündlicher Arbeitsvertrag vor gilt zwischen den Arbeitsvertragsparteien das, was gesetzlich geregelt ist. Will der Arbeitnehmer mehr einfordern, wird er den Prozess verlieren - will der Arbeitgeber mehr einfordern, wird er den Prozess verlieren. In der Regel sind die Gesetze arbeitnehmerfreundlich, so dass das Fehlen eines Arbeitsvertrages für Arbeitnehmer nicht immer schlecht ist.
Im Streitfall ist aber ggf. auch die Existenz des Arbeitsvertrags zu beweisen. Gibt es nur eine mündliche Absprache ohne Zeugen, kann das ein echtes Problem werden.
 

Steinschleuder

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Was ist denn, wenn er auf der Maloche einen Arbeitsunfall hat und es nur einen mündlichen AV gibt, an den sich ein evtl. zwielichtiger AG plötzlich nicht mehr erinnern kann?:icon_kinn:

Wäre er da über die ARGE versichert, weil die ihn da hingeschickt hat?
 

Badaboom

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Was ist denn, wenn er auf der Maloche einen Arbeitsunfall hat und es nur einen mündlichen AV gibt, an den sich ein evtl. zwielichtiger AG plötzlich nicht mehr erinnern kann?:icon_kinn:

Wäre er da über die ARGE versichert, weil die ihn da hingeschickt hat?


Gute Gegenfrage..

---> § 622 BGB
Achtung: In tarifgebundenen Unternehmen kann es abweichende Kündigungsfristen geben.

Meiner Ansicht nach ja, von wegen Rechtssicherheit und so.

Also hätte es m.E. eigentlich eine Kündigungsfrist von 2 Wochen geben müssen oder? (Probezeit)
 

rechtspfleger

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Es gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen. Da Du noch in der Probezeit warst, konnte der AG Dir kurzfristig kündigen.

Aber nicht "von heute auf morgen", siehe § 622 Abs. 3 BGB:

§ 622 Abs. 3 BGB meinte:
Während einer vereinbarten Probezeit, längstens für die Dauer von sechs Monaten, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden.
Selbst wenn man bei Erhalt der Kündigung sofort freigestellt wird, ändert das aber nichts daran, dass die Kündigung erst zum Ablauf der Kündigungsfrist wirksam wird.

Mein Fazit: du solltest auf einen schriftlichen AV bestehen. Aber: Das Gesetz gibt keine Form vor, also wäre fraglich ob die Stelle nur durch den fehlenden schriftlichen AV für Dich unzumutbar wäre.

Hierzu § 2 NachwG.

Im Streitfall ist aber ggf. auch die Existenz des Arbeitsvertrags zu beweisen. Gibt es nur eine mündliche Absprache ohne Zeugen, kann das ein echtes Problem werden.

Den Arbeitsvertrag als solchen wird man schon irgendwie beweisen können. Bei Details/Konditionen, die von gesetzlich vorgegebenen Regelungen abweichen, dürfte es aber in der Tat problematisch werden.

Was ist denn, wenn er auf der Maloche einen Arbeitsunfall hat und es nur einen mündlichen AV gibt, an den sich ein evtl. zwielichtiger AG plötzlich nicht mehr erinnern kann?:icon_kinn:

Wäre er da über die ARGE versichert, weil die ihn da hingeschickt hat?

In der gesetzlichen Unfallversicherung ist man kraft Gesetzes versichert (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII).
 

Badaboom

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Bedeutet das nicht auch, dass er mir, nachdem er mir die Kündigung gegeben hatte..
Rein theoretisch die 2 Wochen bis zur "wirksamen" Kündigung noch hätte bezahlen müssen ?
Auch wenn Betriebsurlaub anstand ?
Weil bin ja Arbeitssuchend gemeldet gewesen ab dem Tag wo ich die Kündigung bekommen habe, und kriege so mit nur für die 2 Wochen ALG 1 Anspruch, was ja "nur" 60% des Anspruches wären. !?

gruß
 

AnonNemo

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Es gibt also keinen schriftlichen Arbeitsvertrag.

Nur mal so, von mir, in den Raum geworfen:

Gibt es eine Lohn-/Gehaltsabrechnung bzw. ist auf einem Kontoauszug eine entsprechend betitelter Zahlungseingang?

Kann durch andere Schriftstücke ein Arbeitsverhältnis belegt werden?

Wie wurde gekündigt?
Mündlich?
Dürfte schwierig werden, da eine Kündigung doch ausschließlich in schriftlicher Form gültig wird, oder??

Schriftlich?
Das wäre dann ein Beleg für ein Arbeitsverhältnis.
Da der Arbeitgeber aber keinen Arbeitsvertrag mit kürzerer Kündigungsfrist vorweisen kann ... dürfte es vor dem Arbeitsgericht gute Chancen geben.

Woher hast du den Kündigungsgrund; Nicht genug Urlaub für den Betriebsurlaub?
Schriftlich?
Dann dürfte dein (noch!!) Arbeitgeber zusätzliche Probleme bekommen!
 

Badaboom

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Es gibt also keinen schriftlichen Arbeitsvertrag.

Nur mal so, von mir, in den Raum geworfen:

Gibt es eine Lohn-/Gehaltsabrechnung bzw. ist auf einem Kontoauszug eine entsprechend betitelter Zahlungseingang?

Kann durch andere Schriftstücke ein Arbeitsverhältnis belegt werden?
Kontoauszug,Gehaltsabrechnungen
Wie wurde gekündigt?
Mündlich?
Dürfte schwierig werden, da eine Kündigung doch ausschließlich in schriftlicher Form gültig wird, oder??

Schriftlich?
Das wäre dann ein Beleg für ein Arbeitsverhältnis.
Da der Arbeitgeber aber keinen Arbeitsvertrag mit kürzerer Kündigungsfrist vorweisen kann ... dürfte es vor dem Arbeitsgericht gute Chancen geben.
Schriftlich "hiermit kündigen wir das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis innerhalb der Probezeit zum 23.12.2015. Sollte die Kündigungsfrist wider Erwarten zu diesem Zeitpunkt nicht gewahrt sein, kündigen wir hiermit vorsorglich zum nächstmöglichen Termin.
Woher hast du den Kündigungsgrund; Nicht genug Urlaub für den Betriebsurlaub?
Schriftlich?Nein wurde mir mündlich dazu gesagt, das er es ja nicht anders machen könne. Bei der Einstellung hieß es schon, ja wenn Betriebsurlaub kommt , machste halt Minusstunden, doch bei der Kündigung hieß es, mir entstehen ja Kosten wenn ich dich nicht kündigen würde..
Dann dürfte dein (noch!!) Arbeitgeber zusätzliche Probleme bekommen!



Es wurde auch gesagt er wolle mich Ende Januar , spätestens Anfang Februar wieder einstellen. Jedoch wurde zwischenzeitlich auch mein Handy gesperrt ( konnte Kosten nicht mehr stemmen, wegen vorherigen AG)Habe somit auch keinen Anruf bekommen wieder.
Wollte im Endeffekt aber auch nicht mehr hin und habe mich selber auch nicht gemeldet.(Da mir das alles nach so einer Prozedur, sehr unseriös vorkam)

Um vllt genauer in die ganze Materie einzusteigen, habe im "Zeitarbeits-Forum" auch einen Thread erstellt, zwar bisschen lang, aber der schildert von Anfang bis Jetzt meinen kleinen Leidensweg ^^https://www.elo-forum.org/zeitarbeit-firmen/166691-alg-zeitarbeitsfirmen-vorgehensweise.html

gruß
 

rechtspfleger

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Bedeutet das nicht auch, dass er mir, nachdem er mir die Kündigung gegeben hatte..
Rein theoretisch die 2 Wochen bis zur "wirksamen" Kündigung noch hätte bezahlen müssen ?

Ja, aber:

Auch wenn Betriebsurlaub anstand ?

Was war die Begründung für den Betriebsurlaub?

Wenn der Arbeitgeber diesen in zulässiger Weise anordnen durfte, wären Dir noch die erworbenen Urlaubstage zu vergüten (ich habe es so verstanden, dass sich der Betriebsurlaub unmittelbar an die Kündigung anschloss). Soweit Du dafür bereits ALG I erhalten hast, dürfte der Anspruch auf die Agentur für Arbeit übergegangen sein (Du kannst dann also nur noch die Differenz zwischen dem Tagessatz des ALG I und der Vergütung verlangen).

Wenn der Arbeitgeber den Betriebsurlaub nicht in zulässiger Weise anordnen durfte, ist meines Erachtens der volle Zeitraum bis zum Ende der Kündigungsfrist zu vergüten. Hier auch wieder mit der Einschränkung, dass ggf. gezahltes oder zu zahlendes ALG I anzurechnen ist.

Wie wurde gekündigt?
Mündlich?
Dürfte schwierig werden, da eine Kündigung doch ausschließlich in schriftlicher Form gültig wird, oder??

Berechtigte Frage.
 

Badaboom

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Schriftlich "hiermit kündigen wir das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis innerhalb der Probezeit zum 23.12.2015. Sollte die Kündigungsfrist wider Erwarten zu diesem Zeitpunkt nicht gewahrt sein, kündigen wir hiermit vorsorglich zum nächstmöglichen Termin.


Betriebsurlaub gab es halt da Weihnachten und die Feiertage anstanden.

Nur wurde erst halt gesagt ja machst halt Minusstunden für und am letzten Tag hieß es, muss dich leider kündigen, da mir sonst Kosten entstehen während des Urlaubes.

ALG 1 gab es noch nicht, muss diese Woche nun Mittwoch oder Donnerstag hin und den gesamten Antrag erstmal abgeben. Warte auf die Arbeitsbescheinigung vom AG grad noch.

gruss
 

Badaboom

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Das ist ja echt ne schwierige Situation ... grundlegend würde ICH aber niemals einen Job ohne schriftlichen AV ausüben

Nur wie wäre es z.B. wenn eine Firma einen nehmen möchte, jedoch nicht sofort einen Vertrag ausstellt und auf später verweist. Dann kann ich ja schlecht zur Agentur sagen, ich fang da noch nicht an, ehe ich nen AV habe oder ?

:icon_stern:
 

Curt The Cat

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Moinsen Badaboom und erstmal willkommen hier im Forum ...

es ist aber wenig zielführend, einen in weiten Teilen identischen Sachverhalt in zwei Subforen zu verhackstücken. Deshalb habe ich Deine beiden Fäden zusammengeführt.

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier.


:icon_wink:
 

Badaboom

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AW: ALG 1 - Zeitarbeitsfirmen - Vorgehensweise

Hallo erstmal,
Alles Klar :) Dann zitier ich einfach mal welche Fragen mich grade noch plagen ^^
Jemand eventuell noch Antworten parat ?^^

1.-Die Sache ist, er hatte ein paar Monate vor meiner Vertragsunterzeichnung, schon eine eidesstattliche Versicherung abgeben, wie kann die ARGE mich zu so jemanden weiterleiten der "amtsbekannt pfandlos" ist ?(Oder kriegen die sowas nicht mit ?! Wäre ja eig. ein Unding...)

2.-Eine VV für eine normale Stelle, jedoch 20km entfernt, Öffentliche Verkehrsmittel sehr schwer dahin, Auto ist seit letzen Monat kaputt, auch kein Geld das zu reparieren (Getriebe). Soll mich bei letzterem auch nur per Telefon bewerben. (Telefonzelle ?, da ja Handy gesperrt)

Internet + Festnetz wahrscheinlich das selbe bald, da ich nicht bezahlen kann.


3.-Wollte jetzt mal fragen, da ich ja ALG 1 Bezieher bin / werde ^^..darf ich auch die Masche einleiten, nach einem Termin zu einem VG erstmal die Fahrtkostenfrage zu klären ? Oder sagt mir die SB dann, das gillt für sie nicht, das müssen sich auch selber bezahlen da ALG1 ? Habe ihr ja die finanzielle Situation geschildert, und Antrag kann ich erst spätestens nächste Woche Mi. oder Do. abgeben.


4.-Bin mal auf die Jobbörse gegangen: (Kann ich ja sagen, wenn die das sehen das ich Online war, das ich halt mal bei meinem Vater im Intenet war oder?)

5.-Ausserdem steht hinter einem VV einer ZAF direkt : Absage erhalten (obwohl noch keine Bewerbung hingeschickt) Muss ich mich dann überhaupt da noch bewerben?.(Also Online)

6.-Ausserdem fand ich eine PDF Datei namens EGV, die mit mir aber nicht durchgegangen wurde und ich auch nichts unterschrieben habe. In der stand das ich alle Ergebnisse über die Jobsuche über die Jöbbörse mitteile, wenn ich jetzt aber kein Internet mehr habe, kann ich das doch auch postialisch machen oder?


7.-Naja habe Donnerstag den Termin gehabt(Spät nachmittag), mir wurde gesagt innerhalb 3 Werktage bewerben. Dann dürfte morgen doch noch legitim sein die Bewerbungen wegzuschicken oder? Wollte mich halt erstmal ausgiebig in dem Forum schlau lesen.
 

rechtspfleger

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1.-Die Sache ist, er hatte ein paar Monate vor meiner Vertragsunterzeichnung, schon eine eidesstattliche Versicherung abgeben, wie kann die ARGE mich zu so jemanden weiterleiten der "amtsbekannt pfandlos" ist ?(Oder kriegen die sowas nicht mit ?! Wäre ja eig. ein Unding...)

Das Jobcenter wird darüber von Amts wegen nicht in Kenntnis gesetzt.
 

hellucifer

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Zahlt der Arbeitgeber den Lohn nicht aus, trotz Mahnung, dann solltest du unverzüglich prüfen (beantragen), ob die Bundesagentur für Arbeit dir Insolvenzgeld zahlen muss.

https://www.arbeitsagentur.de/web/c...il/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI485921

Zahlt der Arbeitgeber den Lohn nicht aus, dann ist dem Arbeitnehmer die Erbringung der Arbeitskraft nicht zumutbar. Ich würde mich deshalb sofort bei der BA arbeitsuchend melden, und solange nicht beim Arbeitgeber erscheinen, wie er mir den Lohn schuldig bleibt.
 

hellucifer

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Wenn die Betriebsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu erreichen ist und du auch über kein fahrtüchtiges Auto verfügst, dann kommst du für die Besetzung des Arbeitsplatzes nicht in Frage. Sprich: Der Job ist dann unzumutbar.

Du kannst dann noch mit dem Arbeitsvermittler sprechen, ob sein Vermittlungsbudget es hergibt, die Reparatur des Kfz zu finanzieren.
 

stala

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Ich habe das mal grob überflogen...
Wie schon geschrieben wurde - ein schriftlicher Vertrag ist kein muss, außer dort wo es vom Gesetz her vorgesehen ist, wie bspw bei Befristungen. In der Leiharbeit ist es ratsam, dass der Entleiher einen Vertrag macht, denn sonst kann der allegemeinverbindliche Tarifvertrag keine Anwendung finden, denn die Tarifbindung auch für nicht Tarifgebundene muss explizit vereinbart sein, was nur über einen Vertrag geht - ansonsten gilt nämlich nach dem AÜG EqualPay ab dem ersten Tag, also selbe Geld wie Stammmitarbeiter.
In der Leiharbeit gelten andere Kündigungsfristen als nach dem BGB, aber ob diese hier wirksam angewendet werden kann wegen der fehlenden Tarifeinbindung darf bezweifelt werden womit wiederum die Fristen aus dem BGB gelten würden.

Kurz verständlich - gibt es in der Leiharbeit keinen Arbeitsvertrag, ist die Tarifbindung zwischen den Parteien nicht vereinbart. Damit gelten weder die Löhne noch Kündigungsfristen als wirksam vereinbart.
 
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