Bestattungskosten

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nienna

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Hallo,

ich hoffe hier ist der eine oder anderer, der mir ein paar Tipps geben kann.

Meine leibliche Mutter ist vor ein paar Tagen verstorben, sie hat drei weitere Kinder, welche bei Ihr lebten und nun auch die Beerdigung veranlasst haben. Die Kosten werden sich wohl auf 6000 - 7000€ belaufen. Alle drei beziehen ALG II. Meine Mutter und ich hatten keinen Kontak & sie hat auch nie Unterhalt für mich gezahlt, dazu kommt, dass bereits seit Mitte/Ende letzten Jahres eine Adoptionsverfahren für mich läuft, soll heißen, meine Stiefmutter will mich adoptieren.

Nun mal zu meiner Frage:

Die drei Kinder werden beim Sozialamt die Übernahme der Bestattungskosten beantragen. Ich geh mal davon aus dass das Amt die eh zu hoch finden wird, aber wenn die denen jetzt einen Zuschuß gewähren, wird sich das Amt diesen Zuschuß dann bei mir wieder zurück holen wollen???
Ich werde auf jeden Fall das Erbe für mich und meinen Sohn ausschlagen. Das Problem ist einfach, dass mein Mann und ich gut verdienen. Ich habe meinen Schwestern auch gesagt, dass ich sie bei den Kosten unterstütze, aber mit Sicherheit nicht in dieser Höhe!

VG
nienna
 

nienna

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Erstmal Danke für die schnelle Antwort,

ich weiß, dass die Ausschlagung des Erbes mit den Kosten der Bestattung nix zu tun hat. Aber in erster Linie haben Erben für die Bestattungskosten aufzukommen, wenn die nicht können, dann unterhaltsverpflichtete Personen. Wobei ich denke, dass ich aus dieser Pflicht herauskommen könnte, da sie ihre Situation selbst verschuldet hat. Sie war Alkoholikerin & hat nie gearbeitet

Ich gehe jetzt mal davon aus das die drei die Anträge stellen werden. Wird das Sozialamt bevor sie über diese Anträge entscheidet von mir Angaben fordern? Ich werde definitiv keine Angaben machen. Würden dann die Anträge der drei abgelehnt werden? Dann müssten Sie ja für die Kosten aufkommen müssen, da sie ja auch Auftragsgeber und Rechnungsinhaber sind?
 

nienna

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Du, ich bin auch aus allen Wolken gefallen. Sie sind alles noch sehr jung und wollten wahrscheinlich eine "schöne" Bestattung & haben sich, so würde ich sagen, ganz schön über den Tisch ziehen lassen.

Wir hatten in den letzten Jahren schon zwei Beerdigungen die nur halb so teuer waren.
 

Arania

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Da wird man kaum herauskommen wenn man zahlen kann, es zählt nicht das Deine Mutter Alkoholikerin war oder auch nicht, es zählt auch nicht das Ihr keinen Kontakt hattet, die einfachste Beerdigung muss immer gezahlt werden wenn man dazu in der Lage ist
 
E

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Die Rechnung bezahlt der Auftraggeber. Da gibt es keine Sippenhaft, wie Kohldampf schon sagte.

Ob du dann für den Anteil vom Amt in die Pflicht genommen werden kannst, würde ich mal von einem Rechtsverdreher abklären lassen.
 

Arania

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es gibt keine Sippenhaft aber die Pflicht der Angehörigen in erster Linie zur Bestattung, das ist aber alles im Forum schon mehrfach erklärt worden
 
E

ExitUser

Gast
Da die Bestattung schon von den Geschwistern in Auftrag gegeben wurde, ist das doch eine ganz andere Ausgangssituation.

Eigentlich absurd. Wer unterschreibt denn so einen Vertrag, wenn er nicht vorher die Kostenübernahme geklärt hat.
 

Eilig

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Jemand, der trauert und nicht weiß was er tun muß zu Beispiel - wer rechnet denn schon damit? :icon_neutral:


Auch wer trauert, weiss ob er viel oder wenig Geld hat. Zumal in einem solchen Fall der Bestattungsunternhmer "berät", das heisst, er zeigt verschiedene Ausführungen. In diesem Zusammenhang fällt dann auch der Preis des jeweiligen Artikels. Somit kann jeder zunächst überschlagen welche Kosten entstehen. Wer dann jedoch auch einen Auftrag erteilt und die Endsumme sieht, MUSS wissen, dass er dieses Geld hat oder nicht.

Wer allerdings glaubt, der Steuerzahler zahlt die Beerdigungskosten im Stile eines Michael Jackson, der wird eines besseren belehrt. Scheint ja nichts zu machen, denn die Kinder haben ja auch nichts oder wollen nichts zahlen.

Mit dem letzten Absatz ist nicht Person gemeint, die die Frage stellte.
Hier wäre eine jur. Bweratung angebracht, da sie nicht die Auftraggeberin war.
 

nienna

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Erstmal vielen Dank für die vielen Antworten!

Ich hatte ja auch schon viel geschaut und gesucht & mir ist auch klar, dass ich grundsätzlich zur Kostenübernahme verpflichtet wäre, wenn man folgender Aufstellung folgt:

Gemäß § 15 BSHG sind nacheinander zur Kostenübernahme verpflichtet:

  1. der Erbe (§ 1968 BGB)
  2. beim Tode der Mutter eines Kindes infolge der Schwangerschaft oder Entbindung dessen Vater (§§ 1615 a und 1615 m BGB)
  3. der Unterhaltspflichtige (§§ 1615, 1615 m BGB, § 69 EheG)
  4. wer in Erfüllung einer öffentlich- rechtlichen Bestattungspflicht einen Bestattungsauftrag erteilt hat bzw. bereit ist, diesen zu vergeben.
Ich bin aber auf der Suche nach einem Schlupfloch ;-)
Erbe werde ich nicht sein, da ich das Erbe ausschlage. Erben werden meine Schwestern sein, ich gehe davon aus, dass sie das Erbe nicht ausschlagen werden.
Einen Unterhaltspflichtigen nach § 1615 BGB gibt es nicht. Nun könnte man meinen, dass ich ihr ja zu Unterhalt verpflichtet wäre, aber ich denke dass das nicht der Fall war, zumal eine Unterhaltsverpflichtung grundsätzlich beschränkt werden oder entfallen kann, wenn der Unterhaltsberechtigte seine Bedürftigkeit selbst verschuldet hat oder sich gegenüber dem Unterhaltspflichtigen durch eine schwere Verfehlung schuldig gemacht hat. Darauf bezog sich meine Anmerkung zum Alkoholismus meiner Mutter. Meiner Meinung nach hat sie ihre Bedürftigkeit selbst verschuldet.
Schlußfolgernd daraus müsste dann Punkt 4 greifen und der Auftraggeber der Bestattung dafür aufkommen.
Wenn wir jetzt mal die Reihenfolge abarbeiten und sagen würden, die Erben müssten nicht aufkommen, weil sie nicht können und ich weil ich ausgeschlagen haben und somit kein Erbe bin. Punkt 2 gibt es nicht, Punkt 3 fällt wegen obiger Ausführungen (vorausgesetzt ich würde da Recht bekommen) auch weg, dann greift Punkt 4. Wobei dass dann natürlich nur eine der drei Schwestern treffen würde, aber es würde sie doch treffen, da sie die Bestattung beauftragt hat. Und da kann doch dann nicht schon wieder greifen, dass sie die Kosten der Bestattung auf Grund ihrer finanziellen Situation gar nicht tragen kann. Das würde ja bedeuten, dass man eine beliebige Euro teure Bestattung in Auftrag geben kann, da man sie ja eh nicht bezahlen kann und dann der "nächste" dran wäre.
Meiner Meinung nach müsste in diesem Fall das Amt, wenn es für den wegen Punkt 4 zur Kostentragung verpflichteten überhaupt unterstützt, diesen Teil doch gar nicht von mir zurück fordern können????:icon_kinn:

Meine Güte was für ein Kauderwelsch im Kopf:biggrin:

Achso, die drei Schwestern wollen die Beerdigung in Raten abzahlen & haben selber nicht damit gerechnet dass ich sie unterstützen würde! Ich denke das Bestattungshaus hat sie gnadenlos über den Tisch gezogen & ihre Unerfahrenheit ausgenutzt.
 
E

ExitUser

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Durch den Vertragsabschluss mit dem Bestattungsunternehmer sind die Geschwister ja bereits ihrer Pflicht nachgekommen.

Ich würde erstmal warten, ob das Amt sich überhaupt auf so eine kuriose Sache einlässt und dann kann man immer noch einen Anwalt befragen, wenn denn eine Forderung eintreffen sollte.

Eigentlich sehe ich das Problem jetzt eher zwischen Bestatter und Auftraggeber.

Edit: Mit den Erben hat es insofern natürlich etwas zu tun, als dass die Bestattung in erster Linie natürlich aus dem Erbe bezahlt werden muss. Wenn da noch der relativ geringe Betrag für eine Sozialbestattung übrig bleibt (Schonvermögen, Wertgegenstände etc.) ist eh nichts zu befürchten.
 

nienna

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@Arania
es geht hier nicht um die Bestattungspflicht, sondern darum wer für die Kosten aufzukommen hat und ich denke aus meinen Posts ist deutlich hervorgegangen, dass mir klar ist das die Bestattungspflicht nix mit dem Erbe zu tun hat, aber dieser Pflicht sind meine Schwestern ja auch nachgekommen und damit hat sich das Thema auch erledigt.
Es geht also nur noch um die Kostentragungspflicht und das ist etwas gänzlich anderes und laut § 15 BSHG hat in erster Linie der Erbe die Kosten der Bestattung zu tragen!

Vielleicht solltest Du erst lesen worum es mir hier geht?
Trotzdem danke!
 

nienna

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Ihr habt mich hier insoweit schonmal beruhigt, dass wenn überhaupt etwas auf mich zukommt, es nur die Kosten der Sozialbestattung sein dürften.
Ich hatte ja eh vor meine Schwestern dabei zu unterstützen, es ist für mich nur schwierig mich meiner Mutter gegenüber in der Pflicht zu sehen.

@en Jordi
ich denke auch ich werde erstmal abwarten und zur Not geht es zum RA und dann werde ich auch mal berichten wie es ausgeht oder ob es evtl. doch Schlupflöcher gibt :biggrin:

DANKE
 

Arania

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:icon_neutral::icon_neutral::icon_neutral:
Die Bestattungspflicht geht mit der Kostenübernahme überein, aber okay, wer nicht lesen möchte dem ist auch nicht zu helfen
 

nienna

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@Arania
wenn ich ehrlich bin gefällt mir Dein Unterton nicht wirklich.

Wenn die Bestattungsfplicht mit der Kostentragungspflicht "überein geht", dann sei doch bitte so gut und gib mir nen Tipp in welchem Paragraphen ich das finden kann, denn in den Gesetzen die ich mir bisher zu dem Thema angeschaut haben geht das nicht daraus hervor.
 
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Also bei mir war es damals so (war allerdings noch vor 2005), dass das Sozialamt auch bei mir versucht hat, an die die Kosten zu kommen. Ich hab denen dann mitgeteilt, dass ich damit nichts zu tun habe und ich das Erbe ausgeschlagen habe, sie sollen sich an den Sohn meines Vaters (mein Halbbruder) wenden, der das wohl nicht ausgeschlagen hat.
Ich hab von denen nie mehr was gehört, also scheint es wohl so zu sein, dass der, der das Erbe u.a. annimmt, wohl auch gerne die Kosten übernehmen "möchte".
Und ja, ich hab damals noch gearbeitet, hätte also dafür aufkommen können.
Übrigens wollte das Amt damals auch, dass ich sämtliche Leistungen, die mein Vater damals bezogen hat, an sie zurückzahlen sollte :icon_evil:
 

nienna

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Wow, das auch noch. Ich habe auch schon überlegt ob die evtl. das an meine Mutter gezahlte ALG II zurückfordern können. Mal schauen was da evtl. noch kommt. Wie bist Du da raus gekommen?

Hatte denn Dein Halbbruder ausreichend Mittel die Bestattung zu bezahlen? Dann wäre klar warum sie Dich nicht nochmal angeschrieben haben :biggrin:
 

catwoman666666

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Erben des Hartz IV Beziehers müssen das von der ARGE gezahlte ALG 2 zurückzahlen, soweit es innerhalb der letzten 10 Jahre gezahlt wurde und 1.700 Euro überstiegen hat. Nicht zurückzuzahlen sind Einstiegsgeld und befristeter Zuschlag. Die Haftung des Erben ist auf den Wert des Nachlasses beschränkt. Von dem ererbten Vermögen kann der Erbe zuvor die Schulden und die Kosten einer angemessenen Beerdigung abziehen.



Da du das Erbe ausschlägst, bist du raus aus der Nummer


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