Bestandsschutz ALG 1 - 2 oder 4 Jahre

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mamakind

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Ich habe mich vor einigen Monaten beim Arbeitsamt als "nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehend" abgemeldet und somit 10 Monate von den insgesamt 12 Monaten genehmigten ALG 1-Anspruch "aufgespart".

Gründe und Sachlage für die "Auszeit" sind vielgestaltig, denke, für die Beanwortung meiner Fragestellung nicht ausschlaggebend.

Meine Fragen in dem Zusammenhang:

1. Wie lange werden die Angaben aus dem letzen ALG-Antrag resp. das Einkommen meines letzten Arbeitgebers zur Leistungsberechnung herangezogen, wenn ich seit dem letzten ALG-Antrag NICHT arbeite? Ist der Bestandsschutz bzgl. Berechnungsgrundlage nun 2 oder auch 4 Jahre?

2. Was würde mit meinem (deutschen) ALG-Anspruch geschehen, wenn ich während der 4 Jahre Bestandsschutz auf die verbleibenden 10 Monate ALG in irgendeiner Form in einem anderen Land leben und dort ebenfalls nicht arbeiten würde? Oder arbeiten würde, jedoch 12 Monate Beschäftigung nicht überschritten würde?
 

Hartzeola

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1. Wie lange werden die Angaben aus dem letzen ALG-Antrag resp. das Einkommen meines letzten Arbeitgebers zur Leistungsberechnung herangezogen, wenn ich seit dem letzten ALG-Antrag NICHT arbeite? Ist der Bestandsschutz bzgl. Berechnungsgrundlage nun 2 oder auch 4 Jahre?


§151 SGB III

4) Haben Arbeitslose innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, ist Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zuletzt bemessen worden ist.
 

Fritz Fleißig

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Die Frist von vier Jahren bezieht sich auf die Zeit, nach welcher ein Restanspruch auf ALG komplett verfällt, wenn er nicht wieder durch Neubeantragung aufgegriffen wird, siehe § 161 Abs. 2 SGB III.

Die vier Jahre laufen ab Entstehung des ersten Anspruchs (in der Regel erster Tag des früheren Bezugs von ALG), nicht ab Beginn der Unterbrechung.

Eine neue Beschäftigung interessiert nur, wenn mit ihr die Entstehung eines neuen ALG-Anspruchs verbunden ist, also im Regelfall mindestens 12 Monate Beschäftigungszeit. Von Beschäftigungen im Ausland wird die BA ohnehin nur wissen, wenn man ihre Einbeziehung beantragt und entsprechende Unterlagen vorlegt.

Ich würde mir solche Dinge sicherheitshalber von der BA schriftlich bestätigen lassen, damit man Rechtssicherheit hat und es später keine Überraschungen gibt (vorbehaltlich eventueller künftiger Änderungen der Rechtslage).
 

mamakind

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Vielen Dank für die Antworten.....bei dem beigefügten Gesetzes-Passus war ich auch schon, nur weiss ich immer noch nicht, ob ich das richtig verstehe:

Wenn ich seit dem ersten ALG-Bezug 4 Jahre nicht mehr arbeite, wird dann das letzte Gehalt - also die erste Berechnungsgrundlage für den ersten ALG 1-Bezug - zugrunde gelegt?

Oder muss ich da nach 2 Jahren seit dem ersten ALG-Bezug wieder aufschlagen, ALG erneut beantragen und mich dann wieder abmelden, wenn ich immer noch nicht für den Arbeitsmarkt verfügbar sein will?
 

Fritz Fleißig

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Als Beispiel:

Du bist am 01.01.2013 arbeitslos geworden und hattest einen Anspruch auf 12 Monate ALG mit einem bestimmten Bemessungsentgelt. Du hast dich zum 01.03.2013 wieder aus dem Leistungsbezug abgemeldet, ohne eine weitere Beschäftigung aufzunehmen. Damit verbleibt dir zum 01.03.2013 ein Restanspruch auf 10 Monate ALG mit dieser Bemessungsgrundlage.

Dieser Restanspruch verfällt nach dem 01.01.2017 komplett. Du mußt dich also spätestens zum 01.01.2017 erneut persönlich arbeitslos melden, damit du die restlichen 10 Monate aufbrauchen kannst.

Wenn du nach dem 01.03.2013 wieder erwerbstätig wirst, aber es nicht zu einem neuen ALG-Anspruch reicht (keine 12 Monate Versicherungszeiten innerhalb von 2 Jahren), kannst du sowieso nur den alten Anspruch aufbrauchen, und zwar hinsichtlich Dauer und Höhe. Dasselbe, wenn du gar nicht wieder erwerbstätig wirst.

Wenn du nach dem 01.03.2013 wieder erwerbstätig wirst und einen neuen ALG-Anspruch erwirbst (mindestens 12 Monate Versicherungszeiten innerhalb von 2 Jahren), steht dir ALG zeitlich für den neu erworbenen Anspruch plus dem Restanspruch zu, maximal aber bis zu der deinem Alter entsprechenden Höchstdauer. Hinsichtlich der Höhe richtet sich das ALG grundsätzlich nach dem neuen Anspruch, also der neuen Bezahlung. Bei Entstehung des neuen Anspruchs bis zum 01.03.2015 ist aber mindestens die Bemessungsgrundlage für den alten Anspruch heranzuziehen (Bestandsschutz).

So verstehe ich die Regelung jedenfalls. Laß dir das nötigenfalls von der Arbeitsagentur schriftlich bestätigen. Vor eventuellen künftigen Gesetzesänderungen schützt dies freilich nicht, du solltest darauf laufend ein Auge haben.
 

Holger01

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Der Bestandsschutz ist geregelt in § 151 Abs. 4 SGB III:
4) Haben Arbeitslose innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld bezogen, ist Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld zuletzt bemessen worden ist.
Das ist eine feine Sache:
Hattest du einmal mit einem relativen hohen Gehalt Alg1 bewilligt bekommen (und sei es nur für 1 Tag) und nimmst du im Verlauf der nächsten 2 Jahre geringer bezahlte Beschäftigungen auf, dann
- kannst du dich anschließend wieder arbeitslos melden,
-hast (bei neuen Beschäftigungen von insgesamt mindestens 12 Monaten) zusätzlich zu deinem alten Restanspruch noch neue 6 Monate dazubekommen
-und erhältst Alg1 in der zuvor festgestellten höheren Höhe.

...
 
S

silka

Gast
Das ist eine feine Sache:
Hattest du einmal mit einem relativen hohen Gehalt Alg1 bewilligt bekommen (und sei es nur für 1 Tag) und nimmst du im Verlauf der nächsten 2 Jahre geringer bezahlte Beschäftigungen auf, dann
- kannst du dich anschließend wieder arbeitslos melden
Ja, feine Sache.
Zu beachten, daß man sich auch wirklich arbeitslos meldet.
 

mamakind

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ja, 4 Jahre sind eine lange Zeit und bei dem ganzen EU-Geklappere mit entsprechender finanzieller Auswirkung auch auf die Deutschen und vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen im September mit entsprechender möglicher Auswirkung auf das zukünftige politische Gebahren bin ich eher vorsichtig, ja......ich glaube, da kommen noch ein paar unangenehme Änderungen auch auf uns Deutsche zu.....gehörte jetzt nicht ganz so hier hin, ich weiss, doch was da politisch, fiskalpolitisch und wirtschaftlich abläuft auf EU-Ebene, beUNruhigt mich....

Wo bekomme ich denn am schnellsten Informationen, wenn sich die Gesetzgebung bzgl. ALG 1 ändert? Am besten schon ganz am Anfang des Gesetzgebungsverfahrens, damit man noch Zeit hat, zu agieren? Gibt es da so einen netten link hin gen Bundestag oder -regierung?
 
E

ExitUser

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Hallo zusammen,

Bevor ich einen neuen Thread aufmache, hänge ich mich mal hier mit ran.

Ich arbeite immer klecker weise und habe 1 Jahr Arbeit innerhalb der letzten 1,5 Jahre insgesamt gerechnet wieder zusammen. Bin aber zum 01.06. wieder zu Hause.

Restabspruch auf ALG I bestand noch 7 Monate vor Arbeitsaufnahme.
Anspruch auf ALG I habe ich ja dann die noch 7 Monate + (die neuen) 6 Monate = 12 Monate. Soweit klar, oder denke ich da falsch?

Wird nach einem Jahr Arbeit die Höhe des ALG I wieder neu berechnet?
Wenn ja, dann wäre es höher als vorher.

Danke für Eure Infos.
 
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