bestandsgeschütztes ALG 1

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CaBe

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e) Haben Sie innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Entstehung des aktuellen Anspruchs (in der Regel erster Tag der Arbeitslosigkeit) bereits Arbeitslosengeld bezogen, ist Ihr damaliges Bemessungsentgelt bestandsgeschützt.

Beispiel:
A hat bis vor 18 Monaten Arbeitslosengeld bezogen. Das Bemessungsentgelt betrug 36 EUR täglich. Sie/ Er hat eine geringer bezahlte Beschäftigung aufgenommen (30 EUR täglich). Bei der Bemessung des Arbeitslosengeldes wird von 36 EUR ausgegangen.

Quelle: "Merkblatt für Arbeitslose", S. 35
Wie ist das zu verstehen?

Ich beziehe seit Okt. 2012 ein Jahr lang ALG 1. Vorher war ich mit Ausbildung 29 Jahre in einem beitragspflichtigen Beschäftigungsverhältnis.
Wenn ich nun ab Okt. 2013 einen neuen Job habe und würde dann wieder arbeitslos werden, bekäme ich dann die Höhe von meinem jetzigen ALG 1, ist damit o. g. Aussage gemeint?

Wie lange müsste ich ab Okt. 2013 arbeiten, damit ich darauf ein Anrecht hätte?
Auf das o. g. Beispiel bezogen: Bekam A 12 Monate lang Arbeitslosengeld, arbeitete dann 6 Monate und ist nun wieder arbeitslos?
Oder bekam A 18 Monate lang Arbeitslosengeld und ist nun gleich wieder arbeitslos geworden bzw. maximal nach 6 Monaten (damit es innerhalb von 2 Jahren ist)?
Müssen also 6 Monate Arbeit sein, zwischen alter und neuer Arbeitslosigkeit?

Gilt das auch bei einem Mini-Job (max. 450 €)?
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Ich beziehe seit Okt. 2012 ein Jahr lang ALG 1. Vorher war ich mit Ausbildung 29 Jahre in einem beitragspflichtigen Beschäftigungsverhältnis.
Wenn ich nun ab Okt. 2013 einen neuen Job habe und würde dann wieder arbeitslos werden, bekäme ich dann die Höhe von meinem jetzigen ALG 1, ist damit o. g. Aussage gemeint?

Wie lange müsste ich ab Okt. 2013 arbeiten, damit ich darauf ein Anrecht hätte?
Der Bestandschutz gilt für maximal zwei Jahre. Voraussetzung ist, dass der alte Alg1-Anspruch noch nicht aufgebraucht ist.

Wenn du also bei einer ursprünglichen Anspruchsdauer von 12 Monaten vom 01.10.12 bis 30.09.13 Alg1 bezogen hast, ist dein Anspruch erschöpft = kein Bestandschutz.
Hast du ab 01.09.2013 wieder Arbeit, bleibt ein Restanspruch von 30 Tagen, hier gilt der Bestandsschutz, falls du innerhalb von zwei Jahren wieder arbeitlos wirst. Die Anspruchsdauer beträgt dann aber nur die übriggebliebenen 30 Tage, zuzüglich evtl. neu erworbener Anspruchszeiten.
Hast du z.B. 12 Monate gearbeitet, kämen 6 Monate Anspruchsdauer hinzu.

siehe auch SGB3 §§ 147 bis 154
 

Hartzeola

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Wenn ich nun ab Okt. 2013 einen neuen Job habe und würde dann wieder arbeitslos werden, bekäme ich dann die Höhe von meinem jetzigen ALG 1, ist damit o. g. Aussage gemeint?

Mindestens.

Was heißt Bestandsschutz bei der Bemessung von Arbeitslosengeld?

Der Bestandschutz beim Arbeitslosengeld bedeutet, dass der Arbeitlose nach der Aufnahme einer Beschäftigung innerhalb der nächsten zwei Jahre nach dem letzten Tag des Arbeitslosengeldbezuges ein Anspruch auf das Bemessungsentgelt aus dem letzten Leistungsbezug hat. Das wiederum bedeutet, der Arbeitslose kann innerhalb von drei Jahren ein Arbeitslosengeld geltend machen, welches sich aus dem Bemessungsentgelt ergibt, wonach das Arbeitslosengeld zuletzt bezogen wurde.
Wie lange müsste ich ab Okt. 2013 arbeiten, damit ich darauf ein Anrecht hätte?Wie lange müsste ich ab Okt. 2013 arbeiten, damit ich darauf ein Anrecht hätte?

Ein neuer Anspruch entsteht nach 12 Monate Beitragszahlung.
 

CaBe

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Vielen Dank für Eure Antworten.

Mir ist noch nicht klar, wie das Beispiel aus dem Merkblatt zu verstehen ist, vor allem dieser Satz:
A hat bis vor 18 Monaten Arbeitslosengeld bezogen.
A hat also noch einen Restanspruch auf Arbeitslosengeld?
Oder hat A die letzten 12 Monate gearbeitet und vorher sein komplettes Arbeitslosengeld für seinen Anspruch erhalten?
Was soll "bis vor 18 Monaten" hier bedeuten?
Irgendwie bin ich da verwirrt ... :icon_confused:

Auf meine eigene Situation bezogen:
Ich müsste also ab Okt. 2013 durchgehend 12 Monate arbeiten, damit ich wieder einen neuen Anspruch auf ALG 1 habe (für 6 Monate)? Gilt das auch bei einem Mini-Job (max. 450 €)?
Und wenn ich dann wieder arbeitslos werden würde (also nach den 12 Monaten), bekäme ich mein jetziges ALG 1 (für 6 Monate), weil das noch innerhalb der Frist von 2 Jahren wäre?
Werde ich allerdings vor Ablauf der 12 Monate wieder arbeitslos, hätte ich keinen Anspruch, bekäme also kein ALG 1 und wäre arbeitslos ohne Leistungsbezug (ein Anrecht auf ALG 2 habe ich nicht)?
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Mir ist noch nicht klar, wie das Beispiel aus dem Merkblatt zu verstehen ist, vor allem dieser Satz:

A hat also noch einen Restanspruch auf Arbeitslosengeld?
Ja, wieviel auch immer. 1 Tag Restanspruch würde reichen.
Was soll "bis vor 18 Monaten" hier bedeuten?
Irgendwie bin ich da verwirrt ... :icon_confused:
Das heißt, A hat in den letzten 18 Monaten gearbeitet.
Um beim aktuellen Kalender zu bleiben, bis einschl. Februar 2012 Alg1, dann von März 2012 bis einschl. August 2013 Arbeit (=18 Monate), ab September 2013 wieder Alg1.
Auf meine eigene Situation bezogen:
Ich müsste also ab Okt. 2013 durchgehend 12 Monate arbeiten, damit ich wieder einen neuen Anspruch auf ALG 1 habe (für 6 Monate)?
Ja. Das muss aber nicht ein einziger Job sein, das können auch mehrere Jobs hintereinander sein die dann zusammengerechnet werden.
Gilt das auch bei einem Mini-Job (max. 450 €)?
Nein. Mit Mini-Jobs wird kein Alg1-Anspruch erworben.
Und wenn ich dann wieder arbeitslos werden würde (also nach den 12 Monaten), bekäme ich mein jetziges ALG 1 (für 6 Monate), weil das noch innerhalb der Frist von 2 Jahren wäre?
Wenn von deinem alten Alg1-Anspruch noch was übrig ist: ja. Es sei denn, du hättest in diesen 12 Monaten soviel verdient, daß sich daraus ein höheres Alg1 ergibt (sog. Günstigerprüfung).
Wenn dein alter Alg1-Anspruch komplett aufgebraucht ist: nein.
Werde ich allerdings vor Ablauf der 12 Monate wieder arbeitslos, hätte ich keinen Anspruch, bekäme also kein ALG 1 und wäre arbeitslos ohne Leistungsbezug (ein Anrecht auf ALG 2 habe ich nicht)?
Wenn dein alter Alg1-Anspruch komplett aufgebraucht ist: ja.
Ist da noch was übrig, könntest du den Rest in Anspruch nehmen.
 

CaBe

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Hallo dagobert1,

vielen Dank für Deine Antworten. Nun verstehe ich das Ganze besser.

Vor allem war mir nicht klar, dass dieses bestandsgeschützte ALG 1 nur dann gilt, wenn der alte ALG 1-Anspruch noch nicht aufgebraucht ist. Ich dachte, wichtig ist alleine die Frist innerhalb von 2 Jahren.
Bei mir gilt das dann nicht mehr, denn mein ALG 1-Anspruch von 1 Jahr ist am 30.09.13 vollständig aufgebraucht.
 

Fritz Fleißig

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Vor allem war mir nicht klar, dass dieses bestandsgeschützte ALG 1 nur dann gilt, wenn der alte ALG 1-Anspruch noch nicht aufgebraucht ist. Ich dachte, wichtig ist alleine die Frist innerhalb von 2 Jahren.
Deine Überlegung war auch völlig richtig. Für den Bestandsschutz ist nur wichtig, daß du innerhalb der letzten zwei Jahre vor Entstehung eines neuen Anspruchs auf ALG bereits ALG aus einem anderen (alten) Anspruch bezogen hast. In diesem Fall ist die neue Bemessungsgrundlage mindestens die Bemessungsgrundlage des alten Anspruchs. Der alte Anspruch kann hierbei bereits vollständig aufgebraucht sein.

In diesem Fall beziehst du zwar ALG aus einem neuen Anspruch heraus (eventuell, aber nicht notwendigerweise aufgestockt durch einen alten Restanspruch), aber mit einer garantierten Bemessungsgrundlage.

Rechtsquelle: § 151 Abs. 4 SGB III
 

franky0815

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Hallo dagobert1,

vielen Dank für Deine Antworten. Nun verstehe ich das Ganze besser.

Vor allem war mir nicht klar, dass dieses bestandsgeschützte ALG 1 nur dann gilt, wenn der alte ALG 1-Anspruch noch nicht aufgebraucht ist. Ich dachte, wichtig ist alleine die Frist innerhalb von 2 Jahren.
Bei mir gilt das dann nicht mehr, denn mein ALG 1-Anspruch von 1 Jahr ist am 30.09.13 vollständig aufgebraucht.

es könnte eventuell vorteilhaft sein wenn du dich 1 tag vor ablauf, also am 29.09. 13 abmeldest.
den einen tag ohne alg 1 wird dich nich umbringen, würde aber innerhalb der 2 jahre den alten anspruch ( vor allem der höhe nach ) wieder aufleben lassen. ein legaler trick falls man wieder arbeitslos wird.
 

CaBe

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Deine Überlegung war auch völlig richtig. Für den Bestandsschutz ist nur wichtig, daß du innerhalb der letzten zwei Jahre vor Entstehung eines neuen Anspruchs auf ALG bereits ALG aus einem anderen (alten) Anspruch bezogen hast. In diesem Fall ist die neue Bemessungsgrundlage mindestens die Bemessungsgrundlage des alten Anspruchs. Der alte Anspruch kann hierbei bereits vollständig aufgebraucht sein.

In diesem Fall beziehst du zwar ALG aus einem neuen Anspruch heraus (eventuell, aber nicht notwendigerweise aufgestockt durch einen alten Restanspruch), aber mit einer garantierten Bemessungsgrundlage.

Rechtsquelle: § 151 Abs. 4 SGB III
Dann hat sich dagobert1 wohl geirrt und ich hatte das doch richtig verstanden.
Für meinen Fall bedeutet das dann: Ich müsste ab 01.10.13 mindestens 12 Monate in einem beitragspflichtigen Job arbeiten, würde ich dann wieder arbeitslos werden, hätte ich einen neuen Anspruch auf ALG 1 für 6 Monate. Ich würde die Höhe von meinem jetzigen ALG bekommen, sofern ich in den 12 Monaten nicht mehr verdient habe (wovon ich nicht ausgehe).

es könnte eventuell vorteilhaft sein wenn du dich 1 tag vor ablauf, also am 29.09. 13 abmeldest.
den einen tag ohne alg 1 wird dich nich umbringen, würde aber innerhalb der 2 jahre den alten anspruch ( vor allem der höhe nach ) wieder aufleben lassen. ein legaler trick falls man wieder arbeitslos wird.
Wozu soll das nötig sein? Fritz Fleißig hatte es ja nochmal geschrieben, ausschlaggebend für den Bestandsschutz sind die 2 Jahre, unabhängig davon, ob ein alter Anspruch aufgebraucht ist oder nicht.
 

Fritz Fleißig

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Für meinen Fall bedeutet das dann: Ich müsste ab 01.10.13 mindestens 12 Monate in einem beitragspflichtigen Job arbeiten, würde ich dann wieder arbeitslos werden, hätte ich einen neuen Anspruch auf ALG 1 für 6 Monate. Ich würde die Höhe von meinem jetzigen ALG bekommen, sofern ich in den 12 Monaten nicht mehr verdient habe (wovon ich nicht ausgehe).
Das ist richtig, sofern dein neuer ALG-Anspruch spätestens am 30.09.2015 entsteht. Wenn du später arbeitslos wirst, kannst du dich nicht mehr auf Bestandsschutz berufen und wirst ausschließlich nach der neuen Beschäftigung eingestuft.
 

Fritz Fleißig

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Noch eine Ergänzung: wenn eine neue Beschäftigung so schnell nicht in Sicht ist und du eine lange Arbeitslosigkeit befürchtest, steht es dir natürlich frei, den alten Anspruch nicht völlig auszuschöpfen, sondern dich ein paar Tage vorher aus dem Leistungsbezug abzumelden. Der Restanspruch bliebe dir bis vier Jahre nach Entstehung des ursprünglichen Anspruchs erhalten. Du könntest dich also in dieser Zeit erneut arbeitslos melden und den Restanspruch aufbrauchen.

Dann würde die anschließende Zwei-Jahres-Frist für den Bestandsschutz erst ab dem Enddatum dieses abschließenden ALG-Bezuges laufen. Du könntest so also die Frist für den Bestandsschutz zeitlich strecken. Ob das für dich Sinn macht oder nicht, mußt du selbst beurteilen.

Vielleicht ist hierdurch auch ein Mißverständnis entstanden.
 

CaBe

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Danke, für den Hinweis. Vielleicht meinte das franky0815?
Es ist eine Überlegung wert. 1-2 Tage weniger ALG 1 im Sep. machen mich nicht arm und das Geld wäre auch nicht verloren. Bleibe ich die nächsten 4 Jahre tatsächlich arbeitslos, melde ich mich nochmal bei der AfA und fordere den Restanspruch von 1-2 Tagen ein.

Ich beziehe vom 01.10.12 bis 30.09.13 ALG 1.
Der Restanspruch würde dann bis zum 30.09.16 gelten.
Würde ich am 30.09.16 erneut arbeitslos mit einem Anspruch von 6 Monaten (vorausgesetzt ich habe vorher 12 Monate gearbeitet), dann bekäme ich bis zum 30.03.17 ALG 1.
Und ab diesem Datum würde dann die Zwei-Jahres-Frist für den ALG 1-Bestandsschutz gelten, also bis 27.02.19.
Habe ich das alles richtig verstanden?

Wie melde ich mich bei der AfA für 1-2 Tage im Sep. vom ALG 1 ab (genügt auch nur 1 Tag?)? Anrufen, persönlich vorbeigehen, gibt es ein spezielles Formular? Wann muss das spätestens erfolgen?
Wird die AfA nicht Fragen stellen, warum ich das mache?
Und was ist, wenn ich mich etwas später im Okt. (lt. DRV muss das spätestens am 31.10.13 erfolgen) bei der AfA dann arbeitslos ohne Leistungsbezug melde?
 

Fritz Fleißig

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Bleibe ich die nächsten 4 Jahre tatsächlich arbeitslos, melde ich mich nochmal bei der AfA und fordere den Restanspruch von 1-2 Tagen ein.
Ich beziehe vom 01.10.12 bis 30.09.13 ALG 1.
Der Restanspruch würde dann bis zum 30.09.16 gelten.
Ja, so meinte ich das. Der Restanspruch würde ohne erneute Arbeitslosmeldung am 01.10.2016 verfallen, vier Jahre, nachdem der ursprüngliche Anspruch entstanden ist.

Würde ich am 30.09.16 erneut arbeitslos mit einem Anspruch von 6 Monaten (vorausgesetzt ich habe vorher 12 Monate gearbeitet), dann bekäme ich bis zum 30.03.17 ALG 1.
Und ab diesem Datum würde dann die Zwei-Jahres-Frist für den ALG 1-Bestandsschutz gelten, also bis 27.02.19.
Habe ich das alles richtig verstanden?
Daß die Konstruktion so funktioniert, glaube ich eher nicht. Dein neuer Anspruch würde hier am 30.09.2016 beginnen. Du mußt für den Bestandsschutz in den zwei Jahren davor mindestens einen Tag ALG aus einem alten Anspruch heraus bezogen haben, also in der Zeit von 30.09.2014 bis 29.09.2016. Das wäre hier aber meiner Meinung nach nicht der Fall, denn dein alter Restanspruch würde einfach dem neuen Anspruch zeitlich hinzugerechnet.

Ich meinte hier eher die Situation, wo du vor dem Einsetzen des neuen Anspruchs nochmal gesondert den alten Restanspruch ausnutzt, beispielsweise in der Zeit kurz vor dem Beginn der neuen Beschäftigung, die später den neuen Anspruch begründet.

Beispiel:
Du verzichtest auf einen Tag deines jetzigen ALG-Anspruches.
Du bleibst danach zunächst arbeitslos, kannst aber zum 01.07.2016 eine bis 30.06.2017 laufende Beschäftigung antreten. Jetzt könntest du vor Antritt der neuen Stelle diesen Restanspruch aufbrauchen, beispielsweise am 25.06.2016 (ist ja noch nicht verfallen, und du bist zu diesem Zeitpunkt noch nicht beschäftigt). Das erfordert eine persönliche Meldung bei der Arbeitsagentur.
Wenn du dann am 01.07.2017 erneut arbeitslos wirst, hast du aus der neuen Beschäftigung heraus Anspruch auf sechs Monate ALG. Da du in den zwei Jahren zuvor (01.07.2015 bis 30.06.2017) aber schon ALG aus deinem Altanspruch bezogen hast, nämlich am 25.06.2016, sollte Bestandsschutz eintreten.

Wie melde ich mich bei der AfA für 1-2 Tage im Sep. vom ALG 1 ab (genügt auch nur 1 Tag?)? Anrufen, persönlich vorbeigehen, gibt es ein spezielles Formular? Wann muss das spätestens erfolgen?
Wird die AfA nicht Fragen stellen, warum ich das mache?
Einfach formlos schriftlich, daß du ab ... auf die ALG-Zahlung verzichtest. Rückwirkend geht das jedenfalls nicht. Du solltest auch angeben, ob du weiterhin "arbeitslos ohne Leistungsanspruch" bleiben oder dich komplett aus der Vermittlung abmelden willst. Eine Begründung brauchst du dafür nicht.

Und was ist, wenn ich mich etwas später im Okt. (lt. DRV muss das spätestens am 31.10.13 erfolgen) bei der AfA dann arbeitslos ohne Leistungsbezug melde?
Du meldest dich ja nicht gesondert "arbeitslos ohne Leistungsanspruch", sondern gibst das erforderlichenfalls gleich an. In der RV werden die Wartezeiten immer in Kalendermonaten gerechnet. Es reicht dort also ein Tag im Kalendermonat, um diesen rentenrechtlich als Wartezeit angerechnet zu bekommen.

Grundsätzlicher Tipp aber: kläre das nach Möglichkeit vorab kurz telefonisch mit der Arbeitsagentur ab.
 

franky0815

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Wozu soll das nötig sein? Fritz Fleißig hatte es ja nochmal geschrieben, ausschlaggebend für den Bestandsschutz sind die 2 Jahre, unabhängig davon, ob ein alter Anspruch aufgebraucht ist oder nicht.

ich bin davon ausgegangen das es noch einen restanspruch braucht, wenn das tatsächlich nich mehr so sein sollte, umso besser.

mir wurde 2010 genau der tip mit dem zurückbehalten von 1 oder 2 tagen restanspruch von der hotline der afa gegeben, damals war das wohl noch anders.
 

franky0815

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Beispiel:
Du verzichtest auf einen Tag deines jetzigen ALG-Anspruches.
Du bleibst danach zunächst arbeitslos, kannst aber zum 01.07.2016 eine bis 30.06.2017 laufende Beschäftigung antreten. Jetzt könntest du vor Antritt der neuen Stelle diesen Restanspruch aufbrauchen, beispielsweise am 25.06.2016 (ist ja noch nicht verfallen, und du bist zu diesem Zeitpunkt noch nicht beschäftigt). Das erfordert eine persönliche Meldung bei der Arbeitsagentur.
Wenn du dann am 01.07.2017 erneut arbeitslos wirst, hast du aus der neuen Beschäftigung heraus Anspruch auf sechs Monate ALG. Da du in den zwei Jahren zuvor (01.07.2015 bis 30.06.2017) aber schon ALG aus deinem Altanspruch bezogen hast, nämlich am 25.06.2016, sollte Bestandsschutz eintreten.

das is ein super beispiel und sollte so auch funktionieren, wobei ich eher zu 2 tagen restanspruch tendiere falls es da überschneidungen gibt.
 

franky0815

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Was meinst Du mit Überschneidungen?

überschneidungen is vll. nich korrekt, aber ich weiss wie die afa arbeitet, die wollen um jeden preis sparen als wäre es ihr eigenes geld, du solltest dir ganz sicher sein das wirklich noch ein tag über is, nich das die afa nachher behauptet da war ja der februar mit 29 tagen dabei, oder was ähnliches, ich trau denen inzwischen alles zu.
 

CaBe

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@ Fritz Fleißig
Vielen Dank, für Deine ausführliche Antwort, vor allem für das Beispiel.

Daß die Konstruktion so funktioniert, glaube ich eher nicht. Dein neuer Anspruch würde hier am 30.09.2016 beginnen.
Also muss ich den 30.09.2016 unbedingt im Blick behalten.
Bis zu diesem Termin spätestens muss ich meinen Restanspruch (die 1-2 Tage) bei der AfA beantragen, damit es nicht verfällt.
Habe ich bis zum 30.09.2016 einen neuen Job, dann muss ich kurz vorher den Restanspruch (die 1-2 Tage) nehmen.
Und von diesem Tag, an dem ich den Restanspruch nehme, habe ich dann 2 Jahre Bestandsschutz.
Finde ich keinen neuen Job und nehme am 29./30.09.2016 den Restanspruch (die 1-2 Tage), dann hätte ich bis zum 27./28.09.2018 die 2 Jahre Bestandsschutz. Ich müsste dann spätestens ab 01.10.2018 einen neuen Job antreten, damit der Bestandsschutz ggfs. später noch wirksam sein kann.
Bitte nochmal kurz bestätigen, ob ich es jetzt verstanden habe?


Noch eine generelle Frage:
Hat eine beitragspflichtige Arbeitsstelle, die von vornherein befristet ist, hierbei auf den Bestandsschutz oder auf einen neuen ALG 1-Anspruch irgendwelche negative Auswirkungen?
 

CaBe

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überschneidungen is vll. nich korrekt, aber ich weiss wie die afa arbeitet, die wollen um jeden preis sparen als wäre es ihr eigenes geld, du solltest dir ganz sicher sein das wirklich noch ein tag über is, nich das die afa nachher behauptet da war ja der februar mit 29 tagen dabei, oder was ähnliches, ich trau denen inzwischen alles zu.
Danke, für den Hinweis.
Ich bekomme offiziell bis zum 30.09.13 ALG 1. Ich würde nun beantragen, dass ich nur bis zum 29.09.13 ALG 1 erhalte, also 1 Tag weniger. Ich hoffe, die bestätigen mir das dann auch schriftlich. Am besten noch mit dem Hinweis bis zu welchem Datum ich diesen 1 Tag Restanspruch nehmen muss, damit dieser nicht verfällt.
Im Moment würde ich lieber 1 Tag rausnehmen, als 2 oder sogar 3. Zum einem sind das ja nicht nur 1-2 EUR pro Tag, zum anderen ist das vielleicht mit 1 Tag dann später einfacher, um den Restanspruch noch rechtzeitig nehmen zu können (wenn ich z. B. sehr kurzfristig einen Job bekomme).

Ich werde nächste Woche mal mit der AfA-Hotline telefonieren. Ich hoffe nur, dass die dann nicht irgendwelche Fragen stellen, warum ich nun 1 Tag weniger ALG 1 haben möchte ...
 

franky0815

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Danke, für den Hinweis.
Ich bekomme offiziell bis zum 30.09.13 ALG 1. Ich würde nun beantragen, dass ich nur bis zum 29.09.13 ALG 1 erhalte, also 1 Tag weniger. Ich hoffe, die bestätigen mir das dann auch schriftlich. Am besten noch mit dem Hinweis bis zu welchem Datum ich diesen 1 Tag Restanspruch nehmen muss, damit dieser nicht verfällt.
Im Moment würde ich lieber 1 Tag rausnehmen, als 2 oder sogar 3. Zum einem sind das ja nicht nur 1-2 EUR pro Tag, zum anderen ist das vielleicht mit 1 Tag dann später einfacher, um den Restanspruch noch rechtzeitig nehmen zu können (wenn ich z. B. sehr kurzfristig einen Job bekomme).

Ich werde nächste Woche mal mit der AfA-Hotline telefonieren. Ich hoffe nur, dass die dann nicht irgendwelche Fragen stellen, warum ich nun 1 Tag weniger ALG 1 haben möchte ...

ich glaube du hast da was falsch verstanden, du musst den restanspruch nich beantragen, du musst dich nur aus dem leistungsbezug abmelden.
da der 30. 09. aber ein montag is wäre es an dem montag zu spät, ob zum sonntag abmelden geht weiss ich nich, alternativ wäre dann der freitag, am besten persönlich hingehn und das regeln, dass du was schriftliches in der hand hast.
wenn die fragen wieso, sagst du einfach du hast gute gründe dafür, du kannst es denen auch erklären wieso, dass is ja nix illegales, ob sie es begreifen is eine andere frage.
 

Holger01

Accountproblem bitte Admin informieren.
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Thema Überschneidung:

Wenn dies hier Oktober wäre:
Ich bekomme offiziell bis zum 30.09.13 ALG 1. Ich würde nun beantragen, dass ich nur bis zum 29.09.13 ALG 1 erhalte, also 1 Tag weniger.
dann würde es zu solch einer fatalen Überschneidung kommen.

Der Kalendermonat wird grundsätzlich mit 30 Tagen gerechnet.
Würde der Anspruch bis 31.10. laufen und würdest du dich zum 30.10. abmelden, würde kein (!) Tag mehr übrigbleiben!
Bei erneuter Antragstellung würde man in die Röhre gucken, weil es entweder gar nichts mehr gibt oder weil das Alg1 dann
aus dem zuletzt bezogenen niedrigeren Lohn berechnet werden würde.


Übrigens meine ich, dass du den neuen 6monatigen Anspruch nicht nur nach einer 12monatigen sv-pflichtigen Tätigkeit erlangst,
sondern auch, wenn du innerhalb von 2 Jahren mehrere befristete Verträge eingehst, z.B. über 2x 3 Monate und 1x 6 Monate.

Ich mache dies seit bereits einem Jahr mit niedrig bezahlten 2x 1 Monat und 1x 5 Monate, dazwischen Alg1-Bezug,
und ich bin sehr zuversichtlich, dass ich die nächsten 5 Monate auch noch hinbekomme.

...
 

franky0815

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Im Moment würde ich lieber 1 Tag rausnehmen, als 2 oder sogar 3. Zum einem sind das ja nicht nur 1-2 EUR pro Tag,

wieviel bekommst du denn pro tag, sagen wir 50€ dann wären das 100€, aber das geld is ja nur verloren wenn du die nächsten 4 jahre in beschäftigung wärst, ansonsten bleibt dein anspruch erhalten.
 

Fritz Fleißig

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Also muss ich den 30.09.2016 unbedingt im Blick behalten. Bis zu diesem Termin spätestens muss ich meinen Restanspruch (die 1-2 Tage) bei der AfA beantragen, damit es nicht verfällt.
Ja. Wobei natürlich alles "vorbehaltlich des Gleichbleibens der Rechtslage" gilt. Man man ja nie im voraus, was sich in den nächsten Jahren möglicherweise ändert.

Habe ich bis zum 30.09.2016 einen neuen Job, dann muss ich kurz vorher den Restanspruch (die 1-2 Tage) nehmen.
Und von diesem Tag, an dem ich den Restanspruch nehme, habe ich dann 2 Jahre Bestandsschutz.
Ja, zumindest dann, wenn die neue Beschäftigung auch einen neuen ALG-Anspruch begründet beziehungsweise begründen könnte. Wenn das von vornherein nur eine kurzfristige Beschäftigung ist, die keinen neuen Anspruch ergibt, kannst du dir den alten Restanspruch noch weiter "aufsparen", solange nicht der zeitliche Verfall droht.

Finde ich keinen neuen Job und nehme am 29./30.09.2016 den Restanspruch (die 1-2 Tage), dann hätte ich bis zum 27./28.09.2018 die 2 Jahre Bestandsschutz. Ich müsste dann spätestens ab 01.10.2018 einen neuen Job antreten, damit der Bestandsschutz ggfs. später noch wirksam sein kann.
Erster Satz ja, zweiter Satz nein. Du müßtest in deinem Beispiel spätestens am letzten Tag des Bestandsschutzes, also am 30.09.2018, einen neuen Anspruch auf ALG entstehen lassen (nicht: "einen Job antreten"). Das setzt natürlich genügend lange Beschäftigungszeiten, beispielsweise eine 12-monatige Tätigkeit ab Herbst 2017 oder mehrere kürzere Beschäftigungszeiten, voraus.

Hat eine beitragspflichtige Arbeitsstelle, die von vornherein befristet ist, hierbei auf den Bestandsschutz oder auf einen neuen ALG 1-Anspruch irgendwelche negative Auswirkungen?
Ob die Stelle befristet oder unbefristet ist, hat keine Bedeutung.

Alles nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr!
 

CaBe

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ich glaube du hast da was falsch verstanden, du musst den restanspruch nich beantragen, du musst dich nur aus dem leistungsbezug abmelden.
da der 30. 09. aber ein montag is wäre es an dem montag zu spät, ob zum sonntag abmelden geht weiss ich nich, alternativ wäre dann der freitag, am besten persönlich hingehn und das regeln, dass du was schriftliches in der hand hast.
wenn die fragen wieso, sagst du einfach du hast gute gründe dafür, du kannst es denen auch erklären wieso, dass is ja nix illegales, ob sie es begreifen is eine andere frage.
Ich meinte nicht, den Restanspruch zu beantragen, sondern dass die AfA im Sep. bei mir 1 Tag weniger ALG 1 berechnet.
Außerdem würde ich das auch nicht so spät machen (am letzten Wochenende oder so), sondern werde nächste Woche mit denen mal Kontakt aufnehmen.

Übrigens meine ich, dass du den neuen 6monatigen Anspruch nicht nur nach einer 12monatigen sv-pflichtigen Tätigkeit erlangst,
sondern auch, wenn du innerhalb von 2 Jahren mehrere befristete Verträge eingehst, z.B. über 2x 3 Monate und 1x 6 Monate.

Ich mache dies seit bereits einem Jahr mit niedrig bezahlten 2x 1 Monat und 1x 5 Monate, dazwischen Alg1-Bezug, und ich bin sehr zuversichtlich, dass ich die nächsten 5 Monate auch noch hinbekomme.
Sind das immer Vollzeit- oder auch Teilzeitjobs?
Bisher habe ich nur gelesen, dass es ein "versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis" sein muss, um Anspruch auf ALG 1 zu erwerben. Nicht aber, wieviele Stunden und ob das Arbeitsverhältnis unbefristet sein muss.
Das Arbeitsverhältnis muss nicht 12 Monate durchgehend andauern, es können auch mehrere sein, die zusammen aber 12 Monate ergeben müssen (innerhalb von 2 Jahren), um einen Anspruch auf ALG 1 von 6 Monaten zu erwerben.
 
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