Best Ager: Betreuer verweigert Kopie des Profilings

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Bomanns

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Ich war gestern gemäß meiner EGV zum Erstgespräch bei Best Ager in Oberhausen. Der Betreuer, Herr W., hat meine Daten aufgenommen und mit mir die Profiling-Bögen ausgefüllt (14 Seiten). Es ging um persönliche Daten, Krankenkasse, Gesundheitsprobleme, Kenntnisse, Berufswünsche, Arbeitszeitwünsche etc.

Danach habe ich das Profiling mit insgesamt 4 Unterschriften (von denen zwei freiwillig waren) bestätigt.

Danach bekam ich einen Termin für ein Seminar ("Wege in den Arbeitsmarkt") und einen weiteren für eine Werksbesichtigung. Nach anderthalb Stunden waren wir fertig.

Abschließend bat ich um eine Fotokopie des Profilings. Das lehnte mein Betreuer ab: Sie gäben niemals Kopien davon heraus, das seien interne Unterlagen. Ich würde meine persönlichen Daten ja schließlich selbst kennen.


Ich sagte: "Natürlich kenne ich meine Adresse, aber wie soll ich mich merken, was für Fragen Sie gestellt haben und was wir an Kenntnissen und Berufswünschen eingetragen haben? Ich muß das doch später mal nachschlagen können. Ich behalte von allem, was ich unterschreibe, eine Kopie."

Da wurde der Betreuer sichtlich ärgerlich.:icon_motz:Er könne gerne die ganzen Papiere jetzt vor mir zerreißen, wenn ich das wolle. Somit hätte ich seine Zeit vergeudet. Ich sagte, ich würde mich dann gerne erst einmal beim Jobcenter erkundigen. Damit rissen wir die Unterlagen auseinander.

Der Betreuer kündigte an, er werde dem Jobcenter eine negative Meldung über mich machen; ich sei nicht offen und man könne nicht mit mir zusammenarbeiten.:icon_sad:

Dann fügte er noch hinzu, meine beiden weiteren Termine (Seminar und Werksbesichtigung) hätten sich damit ebenfalls erledigt.

Danach fuhr ich sofort zum Jobcenter, erreichte meinen persönlichen Ansprechpartner allerdings nicht. (Es war Freitag, 12 Uhr.)

Was jetzt?

In meiner EGV steht:

"Ziele: Teilnahme am Projekt Best Ager zur Verbesserung der Vermittlungschancen" und
"Vorsprache und regelmäßige Teilnahme an dem Gesamtprojekt Best Ager des Jobcenters Oberhausen"

Ich habe schon überlegt, ob ich selbst aus meiner Erinnerung das Profiling so rekapituliere, wie es gestern erstellt wurde, und dem Best-Ager-Club das nächste Woche zusende.:icon_kinn: Dann wäre doch jedem gedient. Oder wäre das zuviel des Guten?

Freundliche Grüße
 
G

gast_

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Wenn man etas unterschreibt, hat man ja wohl auch das Recht eine Kopie zu erhalten!

Da würde ich mir keine Gedanken machen - schreib ne detaillierte Stellungnahme und gib die deinem SB gegen Empfangsbestätigung am Montag ab.

Ich würde dazu schreiben, daß ich mit jemandem, der sich so verhält, nicht vertrauensvoll zusammen arbeiten kann...und fragen, wie es nun weiter gehen soll.
 

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Hallo

da das quasi ein Vertrag ist steht dir eine Kopie zu.
Ich hätte das Angebot mit der Vernichtung der Fragebögen zugestimmt.
Eine Mangelnde Mitwirkung kann dir hiermit nicht unterstellt werden.

Mache dem Mobcenter klar das du immer noch Teilnehmen willst die dich aber deswegen abgelehnt bzw rausgeworfen haben


Gruß Uwe
 

nordlicht22

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Bomanns - ganz dringend Beschwerde gegen den Typen einlegen und einen anderen Betreuer suchen.
Mit dem wirst Du nur Ärger haben und was der da gemacht hat ist emotionale Erpressung.

Der hat in diesem Job NICHTS zu suchen!


Hast Du den Betreuer über das Amt bekommen, selbst gesucht, SPD?¿

Die EGV wiederrufen bis ein neuer und kompetenter Betreuer bestellt wurde.

Was für Schwachmaten als Betreuer angeheuert werden :icon_motz:


Ich werde immer wütender, je mehr ich darüber nach denke...

habe ich das richtig verstande? Der Typ hat die Unterlagen vernichtet und damit ist auch die EGV usw. nichtig?¿
Das wäre das optimale :tongue:

Ich vermute Du hast diesen Idi über das JC zugeteilt bekommen?
Meiner Meinung nach entstehen da auf Kosten der Betroffenen neue (gut bezahlte) Zusatzjobs für die armen SB und die Kommune spart noch mehr Geld. Die richtigen Betreuer arbeiten meist ehrenamtlich oder Hauptberuflich. Klar gibt es auch da schwarze Schafe, aber die haben halt einen anderen Arbeitgeber.
 

Bomanns

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Da würde ich mir keine Gedanken machen - schreib ne detaillierte Stellungnahme und gib die deinem SB gegen Empfangsbestätigung am Montag ab.

Ich würde dazu schreiben, daß ich mit jemandem, der sich so verhält, nicht vertrauensvoll zusammenarbeiten kann...und fragen, wie es nun weiter gehen soll.

Werde ich Montag machen. Danke.
 

Bomanns

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Bomanns

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Hast Du den Betreuer über das Amt bekommen, selbst gesucht, SPD?¿
Der ist wohl am Freitag für einen anderen Mitarbeiter eingesprungen, weil einige krank waren. Ich war schon am Montag vorgeladen, da kam ich wegen Krankheitsausfalls einiger Mitarbeiter nicht an die Reihe; darauf hat mir die Sekretärin einen neuen Termin für Freitag gegeben.

Und dann rief mich dieser Berater auf. Er wunderte sich, daß die Sekretärin mich ausgerechnet bei ihm eingetragen hatte. Er scheint wohl dort ein hohes Tier zu sein, vielleicht sogar der Niederlassungsleiter. Ausgesucht habe ich ihn mir nicht, weil ich dort niemanden kannte, das war mein erstes Gespräch bei Best Ager.

habe ich das richtig verstande? Der Typ hat die Unterlagen vernichtet und damit ist auch die EGV usw. nichtig?¿
Wir haben sie beide zusammen vernichtet, aber der Vorschlag ging von ihm aus. Ich hatte ja alles gerade unterschrieben. Hätten wir die Unterlagen nicht vernichtet, dann wären sie dageblieben und ich hätte keine Kopie bekommen.

Ob die EGV nichtig ist, weiß ich nicht, das muß ich Montag beim Jobcenter klären. Bis jetzt habe ich ja das getan, was in der EGV stand: ich habe bei Best Ager vorgesprochen und teilgenommen.
 

nordlicht22

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noch ne doofe Frage
Was oder wer ist Best Ager?¿

Wenn Du Probleme hast bzw. meinst mit einem Teil Deines Lebens nicht alleine klar zu kommen und das da Jemand helfen könnte, dann fordere so einen Betreuer über die richtigen Einrichtungen an.

Bei psych. Problemen ist das für mich immer noch der sozialpsyhchatrische Dienst oder die Sozialberatung von AWO und Konsorten. Keines Falls lasse ich mir so nen Hampelmann vom JC vermitteln. Dann lieber noch einen alten Kumpel auf den ich mich verlassen kann.
 

Bomanns

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Was soll der Best Ager denn machen und wieso benötigst du bzw weist man dir einen Betreuer zu?
Best Ager soll Leute über 50 wieder in Jobs vermitteln. Ich dachte, das sei hier bekannt, weil ich im Ü 50-Forum gepostet habe. Das Programm besteht auf Bundesebene und nennt sich dort Perspektive 50 plus. Im Ruhrgebiet heißt das eben Best Ager.

Und mit "Betreuer" meinte ich keinen Vormund, sondern den Berater oder Kundenberater, der mich bei Best Ager empfangen hat. Also einen Mitarbeiter von Best Ager. Tut mir leid, wenn das mißverständlich war. Im Werbeblatt von Best Ager heißen diese Damen und Herren "Job-Club-Berater".
 

Merkur

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Dann bist Du in einem neuem Programm 50+ was jetzt neu ist da habe ich auch noch keine Erfahrung. Ich war nur mal bei der Initiative 50+
aber da ging es locker zu und die haben sich wirklich bemüht aber hatten auch wenig Erfolg obwohl sie auch Einige untergebracht haben.
Erfolg hatten sie hauptsächlich Ältere im Ausland unter zu bringen.
Aber nur wenn diese es wollten.Es ist schrecklich wenn man das alles liest.
 

nordlicht22

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Best Ager soll Leute über 50 wieder in Jobs vermitteln. Ich dachte, das sei hier bekannt, weil ich im Ü 50-Forum gepostet habe. Das Programm besteht auf Bundesebene und nennt sich dort Perspektive 50 plus. Im Ruhrgebiet heißt das eben Best Ager.

Hätte ja sein können, das es ein Verein ist oder so. Deswegen die Nachfrage.

Und mit "Betreuer" meinte ich keinen Vormund, sondern den Berater oder Kundenberater, der mich bei Best Ager empfangen hat. Also einen Mitarbeiter von Best Ager. Tut mir leid, wenn das mißverständlich war. Im Werbeblatt von Best Ager heißen diese Damen und Herren "Job-Club-Berater".
Was für ein netter Name :icon_rolleyes:

Trotzdem hat der Typ sich unmöglich verhalten.
Hast Du einen Beistand? Denke das wäre wichtig um solche Situationen zu vermeiden.
 
E

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Gast
Dann bist Du in einem neuem Programm 50+ was jetzt neu ist da habe ich auch noch keine Erfahrung. Ich war nur mal bei der Initiative 50+
aber da ging es locker zu und die haben sich wirklich bemüht aber hatten auch wenig Erfolg obwohl sie auch Einige untergebracht haben.
Erfolg hatten sie hauptsächlich Ältere im Ausland unter zu bringen.
Aber nur wenn diese es wollten.Es ist schrecklich wenn man das alles liest.

Wurden nicht schon mal "Unbrauchbare" irgendwo im Ausland untergebracht?
 

Scarred Surface

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Ich war gestern gemäß meiner EGV zum Erstgespräch bei Best Ager in Oberhausen.
Gemäß EGV, so so. Freiwillig unterschrieben?

Der Betreuer, Herr W., hat meine Daten aufgenommen und mit mir die Profiling-Bögen ausgefüllt (14 Seiten). Es ging um persönliche Daten, Krankenkasse, Gesundheitsprobleme, Kenntnisse, Berufswünsche, Arbeitszeitwünsche etc.
Wieso gibst Du irgendeinem sogenannten Betreuer all diese Daten?

Danach habe ich das Profiling mit insgesamt 4 Unterschriften (von denen zwei freiwillig waren) bestätigt.
Falsch! Du bist zu überhaupt keiner Unterschrift verpflichtet.

Ich staune immer wieder, wie erwachsene Menschen, insbesondere Menschen über 50, die an sich über eine gewisse Lebenserfahrung (und auch ein wenig Selbstachtung) verfügen sollten, immer wieder jeglichen Dreck mitmachen.

Wenn man solche iditiotischen Maßnahmetitel wie "Best Ager" hört, müsste einem doch klar sein, dass man verarscht wird.

Liebe Erwerbslose über 45 (machmal auch darunter): Ihr seid für den Arbeitsmarkt nicht im besten Alter, Ihr seid altes, rostiges Eisen. Niemand mag Euch mehr einstellen, es sei denn, er kann im Gegenzug staatliche Fördermittel abgreifen. Und auch dann besteht das Arbeitsverhältnis nur bis die Förderung ausläuft.
 

Kleeblatt

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Auch auf die Gefahr hin das jetzt Einige hier wieder laut aufschreien werden vor Empörung, - das sog. Profiling" gehört in die Kategorie der Pshychatrie, der Kriminalistik u.ä.

Alle anderen Personen / Stellen wollen nur aushorchen, Neugierde befriedigen, Schwachstellen finden ... und sind zudem gesetzlich dazu weder befugt noch ansatzweise geeignet.

Jemandem, der entlassen worden ist, ein "Profiling" aufzwingen zu wollen macht damit nur eines klar,
- "Du bist selber schuld daran das du arbeitslos bist, du hast sicherlich schwerwiegende Charakterfehler, du bist vielleicht geistig gestört, du bist zu dämlich oder zu faul eine heute brauchbare Ausbildung zu haben ...

Wer sich das selber antut, wer regelrecht sogar darum bettelt das irgendein Hergelaufener ohne jegliche faßbare Gründe und ohne jegliche entsprechende Ausbildung den Menschen in der Seele herumfummelt, - ja, der ist wirklich bescheuert.

Oder kann sich Irgendjemand ansatzweise vorstellen das ein wildfremder Mensch jemanden auf der Straße anspricht so nach dem Motto
"Du bist arbeitslos und suchst einen Job ? Na toll, also aber erst will ich mal alle deine Kentnisse, deine Schwächen, deine Erlebnisse ect. von dir hören, ob ich dann für dich einen Job habe, naja, vielleicht, vielleicht auch nicht, aber solange ich mir diese "Gespräche" auch noch toll bezahlen lassen kann vom JC = Steuern höre ich mir auch deinen Schwachsinn mal ne halbe Stunde lang an, Hauptsache es spült mir Geld in die Kasse."

Sorry, Leute, aber ihr seid so etwas von bescheuert, - ihr würdet auch Jedem der auf der Straße mit einem Messer herumläuft eine OP an euch durchführen lassen ! (?)
So dämlich muß man wirklich erst einmal sein.

Wer sich als Arbeitsloser das gefallen läßt wozu es normalerweise einen gut begründeten Gerichtsbeschluß benötigt ("Profiling", Seelenklempnerei), wer sogar noch danach schreit von einem Wildfremden seine Seele ausschütten zu dürfen, - nee, also wirklich, dazu fällt mir nichts mehr bei euch ein.

So, und jetzt auf mich mit Gebrüll. :biggrin:
 

Bomanns

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Gemäß EGV, so so. Freiwillig unterschrieben?

Ja. Jeder ist eben nicht so mutig und rechtskundig, sich mit denen anzulegen. Ich habe zwar in diesem Forum schon den Rat gelesen, daß man keine EGV unterschreiben solle, kenne aber nicht die genauen Rechtsfolgen. Was habe ich davon, wenn das Jobcenter mich als Problemfall einstuft und jede Menge Verwaltungsakte gegen mich erläßt? Ich sage nicht, daß es so kommen muß, es ist aber im Bereich des Möglichen. Soviel ich weiß, steht im SGB, daß eine EGV abgeschlossen werden muß oder soll.

Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

Wieso gibst Du irgendeinem sogenannten Betreuer all diese Daten?
Das wird halt im Profiling abgefragt. Ich habe ja auch nur gesagt, daß es um diese Daten ging, und nicht, was ich geantwortet habe. Bei den Gesundheitsdaten war neben "ja" und "nein" auch die Möglichkeit "keine Angabe" vorhanden. Ich kann gerne konkrete Fragen nennen. Meine Frau war vor drei Jahren bei dem gleichen Best-Ager-Club, und sie hat eine Fotokopie ihres Profilings bekommen, aus der ich zitiere:

  • Haben Sie einen Schwerbehindertenausweis? Ja/nein
  • Wenn ja, wie hoch ist der Grad der Behinderung?
  • Haben Sie an einer Rehabilitation teilgenommen? Ja/nein
  • Wenn ja, war es eine medizinische oder berufliche Rehab.?
  • Leiden Sie an einer chronischen oder ansteckenden Krankheit? Ja/nein
  • Wenn ja, welche? Allergien? Andere (Feld zum Ausfüllen)
  • Haben Sie gesundheitliche Einschränkungen? Ja/nein
  • Rückenprobleme? Andere (Feld zum Ausfüllen)
  • Nehmen Sie Medikamente ein? Ja/nein
  • Wenn ja, welche? (Feld zum Ausfüllen)
  • Krankheiten der letzten 12 Monate: Dauer der Krankheit von/bis?
  • Sind Sie z. Z. arbeitsunfähig? Ja/nein
  • Haben Sie Suchterfahrung? Ja/nein
  • Wenn ja, welche? Alkohol/weiche Drogen/harte Drogen/Tabletten
Soviel zu den Gesundheitsdaten. Vor drei Jahren bei meiner Frau gab es nur die Möglichkeiten ja/nein, aber bei mir zusätzlich "keine Angabe". Es war auch nicht mehr dasselbe Formular, aber ungefähr. Wie gesagt: ich habe keine Kopie bekommen.

Der Berater bei Best Ager sagte mir: "Wenn Sie die Daten angeben, erhöhen Sie Ihre Chancen, daß wir Sie vermitteln können."

Mir erschien dieses Argument auch nicht zu weit hergeholt (ohne Best Ager verteidigen zu wollen), denn ich sagte mir: Ein Arbeitgeber dürfte doch wahrscheinlich diese Fragen auch im Bewerbungsgespräch stellen, denn das ist wichtig für die Leistungsfähigkeit. Aber falls dem nicht so ist, lasse ich mich auch hier Besseren belehren.

Falsch! Du bist zu überhaupt keiner Unterschrift verpflichtet.
Das habe ich bis vor zwei Jahren eigentlich auch immer gedacht. Mir geht diese Unterschreiberitis auch auf die Nerven, womit der Eindruck erweckt wird, man habe sich zu allem selbst entschieden. Bei jeder Maßnahme muß man drei, vier, fünf Unterschriften leisten.

Nach meinen Erfahrungen der letzten zwei, drei Jahre gibt es freiwillige und "bedingt freiwillige" Unterschriften, und darauf wird jeweils in dem zu unterschreibenden Passus hingewiesen.

Variante 1 (freiwillig): Hier steht sinngemäß der Zusatz: "Mir ist bekannt, daß meine Zusage (Einwilligung, Einverständnis, Auskunft, etc.) freiwillig ist und ihre Ablehnung keine Konsequenzen hat."

Variante 2 (bedingt freiwillig): Hier steht hingegen der Hinweis: "Mir ist bekannt, daß meine Zusage (Einwilligung, Einverständnis, Auskunft, etc.) freiwillig ist. Mir ist bekannt, daß die Verweigerung der Zusage (Einwilligung etc.) zur Absenkung oder Einstellung der Leistung führen kann."

Ich hatte 2009 schon einmal so einen Fall. Ich mußte eine Fortbildung besuchen und bei dem Bildungsträger (ZAQ e. V. in Oberhausen) diverse Erklärungen unterschreiben. Unter anderem eine datenschutzrechtliche Einwilligung, der zufolge Daten zwischen ZAQ und Jobcenter ausgetauscht werden dürfen (auch per unverschlüsselter E-Mail!). Hier folgte dann auch ein Hinweis wie oben unter 2. aufgeführt. D. h., die Zustimmung sei freiwillig, aber wenn ich sie verweigerte, könnten Leistungskürzungen auftreten. Diesen Widerspruch konnte ich mir nicht erklären. Ich habe mich deswegen an die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit (LDI) in NRW gewandt. Das LDI fand am Vorgehen des Bildungsträgers nichts zu beanstanden:

Nach § 50 SGB II dürfen die kommunalen Träger sich gegenseitig oder Dritten, die mit der Erfüllung von Aufgaben im Zusammenhang mit der Vermittlung von Arbeit betraut sind, Sozialdaten übermitteln, soweit dies zur Erfüllung dieser Aufgaben erforderlich ist.

Grundsätzlich wäre die ARGE SODA demnach befugt, die zwingend für die Erfüllung dieser Aufgabe erforderlichen Daten an den ZAQ zu übermitteln. Der Umstand, daß Sie um Ihre Einwilligung zur Übermittlung Ihrer Daten gebeten worden sind, stellt nur einen scheinbaren Widerspruch dar. Insoweit handelt es sich nämlich nicht um echte Freiwilligkeit, sondern um eine Obliegenheit. Denn eine erwerbsfähige hilfebedürftige Person muß sich nicht helfen lassen; sie muß bei Verweigerung ihrer Mitwirkung (hier Nichterteilung der Einwilligung in eine erforderliche Datenübermittlung) allerdings je nach Lage des Einzelfalles dann auch Leistungskürzungen hinnehmen.

Inwieweit eine Kürzung der Leistung aufgrund einer möglicherweise irreführenden Formulierung der Einwilligungserklärung zu bewerten ist, vermag im Ergebnis nur das zuständige Gericht zu entscheiden.

(21.10.2009, Aktenzeichen: 31.27.0.1-6709/09)

Also die Unterschrift verweigern und auf § 50 SGB II verweisen? Es braucht ja nicht meine Unterschrift, um das SGB in Kraft zu halten. Alles ein bißchen undurchsichtig. (Von E-Mail-Austausch steht allerdings nichts in § 50!)

Im Internet habe ich nachgeschlagen: Eine Pflicht muß man erfüllen, um Strafe zu vermeiden, einer Obliegenheit muß man nachkommen, um eine Leistung zu erhalten.

So weit meine Informationen, mag sein, daß ich mich irre.

Bei Best Ager waren von den 4 Unterschriften 2 von der freiwilligen und 2 von der "bedingt freiwilligen" bzw. "obliegenden" Variante. Ich kann dazu gerne noch etwas schreiben, wenn Interesse besteht.

Freundliche Grüße
 

ela1953

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noch ne doofe Frage
Was oder wer ist Best Ager?¿

Wenn Du Probleme hast bzw. meinst mit einem Teil Deines Lebens nicht alleine klar zu kommen und das da Jemand helfen könnte, dann fordere so einen Betreuer über die richtigen Einrichtungen an.

Bei psych. Problemen ist das für mich immer noch der sozialpsyhchatrische Dienst oder die Sozialberatung von AWO und Konsorten. Keines Falls lasse ich mir so nen Hampelmann vom JC vermitteln. Dann lieber noch einen alten Kumpel auf den ich mich verlassen kann.


Best Ager heißt: das beste Alter

Sind Maßnahmen für über 50jährige und da heutzutage alles Englisch sein muss, nimmt man englische Wörter. (macht die Bahn ja auch)

Gibt auch Maßnahmen die heißen einfach nur 50+, hab aber auch schon mal was von "Silberlocke" gelesen.

Und mit Betreuer meint er sicherlich den Sachbearbeiter der Maßnahmenfirma. Bei meiner Maßnahme nannte er sich Coach.
 

jockel

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... Abschließend bat ich um eine Fotokopie des Profilings. Das lehnte mein Betreuer ab: Sie gäben niemals Kopien davon heraus, das seien interne Unterlagen. Ich würde meine persönlichen Daten ja schließlich selbst kennen.

Ich sagte: "Natürlich kenne ich meine Adresse, aber wie soll ich mich merken, was für Fragen Sie gestellt haben und was wir an Kenntnissen und Berufswünschen eingetragen haben? Ich muß das doch später mal nachschlagen können. Ich behalte von allem, was ich unterschreibe, eine Kopie." ...

Tja, Dein persönlicher Profiler ist in seiner Zeit schon weit voraus. Scheint vom USS-Raumschiff "Enterprise" zu stammen. Er setzt bei Dir die Leistungsfähigkeit Deiner grauen Gehirnzellen so hoch an wie die Leistungsfähigkeit des künftigen positronischen Gehirns von Lieutenant Commander Data, der erst noch erschaffen werden muß - nur nicht von Profilern und Best Agern.

Er kann Dir keine negative Einträge ausstellen, denn Du warst kooperativ und hast aktiv beim Herstellen des Profilings mitgewirkt. Wer negativ handelte, war der Profiler selbst, der eine Kopie nicht rausrücken wollte.

Stelle Dir mal eine Fahrschule vor, wo Du die theoretische und praktische Prüfung ablegst und man rückt Dir die Fragebögen und bei beiden bestandenen Prüfungen den Führerschein nicht raus, weil man voraussetzt, Du hast alles in Deiner Erinnerung griffbereit abrufbar. Wie willst Du gegenüber Drittpersonen nachweisen, daß Du die Prüfungen mit richtigen Antworten bestanden hast und Du berechtigt bist, das Fahrzeug zu führen - bei fehlender Dokumentation oder Protokollierung?

In etwa so verhält es sich mit der Kopie und seiner verquasten Profilerlogik, wenn man das überhaupt Logik nennen kann. Es wird wieder eins deutlich:

Es geht nicht ums erfolgreiche Vermitteln von fähigen und berufserfahrenen Arbeitslosen auf den 1. Arbeitsmarkt, sondern um die Befriedigung sadistischer Anwandlungen selbstherrlich, machtausübender Bürokraten, die ihre Daseinsberechtigung begründen wollen, anderfalls sie auch für überflüssig gelten.

Sei froh, daß Dir diese Sinnlos-Bewerbungs- und Motivationstrainings erspart bleiben. Ist nur totgeschlagene Zeit. Ich würde es erst dann als sinnvoll betrachten, wenn am Ende dieser Maßnahmen ein rechtsverbindlicher Arbeitsvertrag rauskommen würde, der dauerhaft SV-Pflichtversicherung, Vollzeiterwerbsarbeit und tarifliche Arbeitsvergütung garantiert - ganz im Sinne des Artikels 12 GG.

Arbeitslosen wird die Menschenwürde und diese Grundrechte praktisch verwehrt, neben den Menschenrechten aus Artikel 23 der Allgemeinen Erklärung der UN-Menschenrechte. Und die BRD ist seit 1977 UN-Mitglied.

Die Hartzgesetzgebung betrachte ich als von Wirtschaftsverbänden organisierte Menschenrechtsverletzung, denn von Ihnen geht die Menschenschinderei aus. Die Bürokraten aus den Arbeitslosenverwahrlosungsanstalten (Arbeitsagenturen, ARGEn, Jobcenter) machen nur die dreckige Vollzugsarbeit dieser Ideen.
 
E

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ich frage mich: zieht Ihr wirklich vor jedem dahergelaufenen Hinz und Kunz mit Fragebogen in der Hand die Hosen runter?:confused:

Ich hätte nicht eine der Fragen beantwortet, sondern erstmal den/die Herrschaften dieser Veranstaltung um Adressenmaterial zwecks Referenzen gebeten.
Ein potentieller Arbeitgeber, der im voraus mit den Auswertungen aus so einem Fragebogen konfrontiert wird, lehnt doch den Bewerber sofort ab, es sei denn.... er bekommt richtig Geld in Form von Lohnzuschüssen und das wird wohl die einzige "Daseinsberechtigung" dieser "Betreuer" oder wie auch immer betitulierten Herrschaften sein, Lohnzuschüsse abzugreifen.
 

jockel

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Best Ager soll Leute über 50 wieder in Jobs vermitteln. Ich dachte, das sei hier bekannt, weil ich im Ü 50-Forum gepostet habe. Das Programm besteht auf Bundesebene und nennt sich dort Perspektive 50 plus. Im Ruhrgebiet heißt das eben Best Ager.

Und mit "Betreuer" meinte ich keinen Vormund, sondern den Berater oder Kundenberater, der mich bei Best Ager empfangen hat. Also einen Mitarbeiter von Best Ager. Tut mir leid, wenn das mißverständlich war. Im Werbeblatt von Best Ager heißen diese Damen und Herren "Job-Club-Berater".

Gewöhne Dir bloß nicht den Begriff Berater an, sondern bezeichne sie richtig als Verkäufer. Die verkaufen Dir Vermittlungsramsch und Sudeljobs auf Billigstniveau. Ihre Auftraggeber stammen aus den finstersten Schmuddelecken Wolfgang-Clementscher Prekärbeschäftiger. In ihren Augen sind alle Arbeitslosen nur Sozialschmarotzer, die faul in sozialen Hängematten rumlungern.

Der Haken: Diese Hängematten ermöglichen kein bequemes Rumliegen, sondern haben riesengroße Maschen, wo man schnell durchfällt. Die Herren Clement, Gerster, Riester oder die Frau von der Leyer lagen noch niemals darin zur Probe. Für die gibt es sehr bequeme Schmierfilzbetten.

Was auch noch auffällig ist bei der "Förderung" aller Arbeitslosen:

Die Zumutbarkeitskriterien nach dem § 121 SGB III und § 10 SGB II haben eine sehr breite Wirkung, die sich über sehr lange Pendelwege - gleich über mehrere Landkreise und Regierungsbezirke des gleichen Bundeslandes erstreckt. Braucht man dann die Fördermittel und Zuschüsse tatsächlich, dann denkt jedes Amt immer nur landkreisgebunden und mauert. Jeder dieser Landkreise auf dem Pendelweg will nicht zuständig und zahlungspflichtig werden. Da schiebt jedes Amt den Schwarzen Peter an das Nachbaramt weiter.

Da stimmt doch was nicht mit den deckungsgleichen Rechten und Pflichten vom Arbeitslosen, Amt und Arbeitgebern. Warum arbeiten nicht mindestens der wohnortbezogene Herkunftslandkreis des jobsuchenden Erwerbslosen und der Ziellandkreis am Firmensitz des Arbeitgebers im Verbund kooperativ und in der Zusammenlegung der finanziellen Förderung zusammen?

Was hier veranstaltet wird mit den landkreisgebundenen Zuständigkeiten im Fördern und Vermitteln, ist praktizierte mittelalterliche Kleinstaaterei im einer angeblich hochkarätigen, weltoffenen, globalisierten Exportnation BRD.

Eins wird dabei sehr deutlich:

Diese Machthaber und Bürokraten machen auf Kaisers neue Kleider. Mehr scheinen als sein. Nur so tun als ob sie fördern und vermitteln. In Wirklichkeit hintertreiben sie die Bewerbungsaktivitäten der jobsuchenden Erwerbslosen aktiv, weil sie auf Dauer zu verwaltendes Menschenmaterial brauchen, andernfalls sie selbst von ihren Ämtern und Behörden entlassen werden.

Die Senkung der Arbeitslosigkeit findet nur auf dem Papier statt, aber nicht real.

Man spielt uns ein Affentheater vor. Diese Perversion sprengt alle Vorstellungsgrenzen. Die Kreativität der Bürokraten steckt in der Vervollkommnung ihrer perversen Aktionen.
 

jockel

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Dann bist Du in einem neuem Programm 50+ was jetzt neu ist da habe ich auch noch keine Erfahrung. Ich war nur mal bei der Initiative 50+
aber da ging es locker zu und die haben sich wirklich bemüht aber hatten auch wenig Erfolg obwohl sie auch Einige untergebracht haben.
Erfolg hatten sie hauptsächlich Ältere im Ausland unter zu bringen.
Aber nur wenn diese es wollten.Es ist schrecklich wenn man das alles liest.

Das ist der Kasus knaktus: Wirtschaftlichkeit und Rentabilität der Arbeitsagenturen und Jobcenter.

Wenn man betriebswirtschaftliche Maßstäbe an Behörden und Ämter anlegt, was doch gerne die schwarzgelben Neoliberalisierer und Privatisierer sonst gerne machen, dann müßte man die Ämter und Behörden schon am Folgetag ihrer Gründung wieder konkurs anmelden. Aber so zahlt immer wieder der Steuerzahler in diese scheintoten Ämter und Behörden ein.

Warum zieht man nicht die Schläuche und Stecker aus diesen komakranke Einrichtungen?

Die haben keine Ahnung von Kosten-Nutzen-Rechnungen.

Was eigentlich fehlt, sind die Einstellungsverpflichtungen gegen Unternehmer im Sinne Artikel 14 Abs. 2 GG.
 

jockel

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Ich war gestern gemäß meiner EGV zum Erstgespräch bei Best Ager in Oberhausen. Der Betreuer, Herr W., hat meine Daten aufgenommen und mit mir die Profiling-Bögen ausgefüllt (14 Seiten). Es ging um persönliche Daten, Krankenkasse, Gesundheitsprobleme, Kenntnisse, Berufswünsche, Arbeitszeitwünsche etc. ...

Ich mach mal auf Pittiplatsch, dem Lieben:

Denke, denke, denke - Best Ager - hatten wir doch kürzlich in einer ARD-Dokumentation mit Muscheln sammeln am Rheinufer, Papierfiguren zusammenkleben und all solchen Blödsinn.

Die Verfasser der Dokumentation: ARD exclusiv: Alt, arm. arbeitslos

24 08 2011 Reportage Dokumentation ARD exclusiv Alt, arm, arbeitslos - YouTube

Und hier die Kommentare vom Konkurrenzsender:

ARD-exclusiv | Alt, arm, arbeitslos - REPORT MAINZ | SWR.de

24.08.2011 | Neue Studien zeigen: Lage älterer Arbeitsloser unverändert schlecht - REPORT MAINZ :: Presse | SWR.de

Wie ältere Arbeitslose aus der Statistik gedrängt werden - REPORT MAINZ | SWR.de

Jobwunder in den Medien: Die Wahrheit hinter glänzenden Vermittlungszahlen - REPORT MAINZ | SWR.de
 

jockel

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... Das wird halt im Profiling abgefragt. Ich habe ja auch nur gesagt, daß es um diese Daten ging, und nicht, was ich geantwortet habe. Bei den Gesundheitsdaten war neben "ja" und "nein" auch die Möglichkeit "keine Angabe" vorhanden. Ich kann gerne konkrete Fragen nennen. Meine Frau war vor drei Jahren bei dem gleichen Best-Ager-Club, und sie hat eine Fotokopie ihres Profilings bekommen, aus der ich zitiere:

  • Haben Sie einen Schwerbehindertenausweis? Ja/nein
  • Wenn ja, wie hoch ist der Grad der Behinderung?
  • Haben Sie an einer Rehabilitation teilgenommen? Ja/nein
  • Wenn ja, war es eine medizinische oder berufliche Rehab.?
  • Leiden Sie an einer chronischen oder ansteckenden Krankheit? Ja/nein
  • Wenn ja, welche? Allergien? Andere (Feld zum Ausfüllen)
  • Haben Sie gesundheitliche Einschränkungen? Ja/nein
  • Rückenprobleme? Andere (Feld zum Ausfüllen)
  • Nehmen Sie Medikamente ein? Ja/nein
  • Wenn ja, welche? (Feld zum Ausfüllen)
  • Krankheiten der letzten 12 Monate: Dauer der Krankheit von/bis?
  • Sind Sie z. Z. arbeitsunfähig? Ja/nein
  • Haben Sie Suchterfahrung? Ja/nein
  • Wenn ja, welche? Alkohol/weiche Drogen/harte Drogen/Tabletten
Soviel zu den Gesundheitsdaten. Vor drei Jahren bei meiner Frau gab es nur die Möglichkeiten ja/nein, aber bei mir zusätzlich "keine Angabe". Es war auch nicht mehr dasselbe Formular, aber ungefähr. Wie gesagt: ich habe keine Kopie bekommen.

Der Berater bei Best Ager sagte mir: "Wenn Sie die Daten angeben, erhöhen Sie Ihre Chancen, daß wir Sie vermitteln können."

Mir erschien dieses Argument auch nicht zu weit hergeholt (ohne Best Ager verteidigen zu wollen), denn ich sagte mir: Ein Arbeitgeber dürfte doch wahrscheinlich diese Fragen auch im Bewerbungsgespräch stellen, denn das ist wichtig für die Leistungsfähigkeit. Aber falls dem nicht so ist, lasse ich mich auch hier Besseren belehren.
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Was haben Fragen nach Krankheitsdiagnosen, Krankheitsverläufen und Therapien mit der Jobsuche zu tun, wenn noch nicht mal der Charakter einer angebotenen Arbeitsaufgabe bekannt ist und ob diese Vorerkrankungen zu einer Minderleistung führen, dementsprechend die Arbeitsplatzbedingungen verändert werden müssten oder die Aus- und Weiterbildungen oder Umschulungen inhaltlich angepaßt werden müssten?

Ist der Profiler ein Wahrsager? Wo ist seine Glaskugel? Das ist Aufgabe von Arbeitsmedizinern, Reha- und REFA-Leuten, wenn die Eingliederung vor Ort spruchreif wird.

Gesundheitsfragen müssen nur abgeklärt werden, wenn sie eine leistungsmindernde Auswirkung auf die Arbeit haben, ansonsten sind sie juristisch unzulässig von einem Personaler, Geschäftsfüher und erst recht von neugierigen Bürokraten abgefragt zu werden. Immerhin liegt auf solche Daten und Unterlagen die ärztliche Schweigepflicht.
 
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