Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absagen?

Feya

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Hallo zusammen,

es ist Freitag Nachmittag und ich habe Montag früh eine "Besprechung der beruflichen Situation" in der AfA.
Habe nun schon viele Threads dazu gelesen um zu erfahren, was da alles auf mich zukommen kann und vor allem, wie ich mich am besten verhalte- nichts sofort unterschreiben, vermittlungswillig zeigen mit meinem Restleistungsvermögen usw.

Ich glaub ich dreh nur langsam durch vor Angst- und frage mich, ob ich versuchen sollte, das Ganze doch noch abzusagen. Wurde Ende Januar ausgesteuert, bekam ALG1 wegen Nahtlosigkeit, Reha wurde nach 9 Tagen aus medizinischen Gründen abgebrochen (es hieß, es sei noch zu früh dafür), erneute Meldung bei der AfA am 27.05. (Rehaentlassung war am 26.05.)

War am 27.05. auch beim Arzt und wurde für 4 Wochen krank geschrieben. Die AU habe ich nicht bei der AfA, sondern bei der Krankenkasse und dem noch existierenden Arbeitgeber abgegeben. Bei der Meldung bei der AfA erwähnte ich allerdings, dass die Reha abgebrochen werden musste. Den vorläufigen Brief habe ich an den medizinischen Dienst der AfA geschickt.

Als ich versuchte, einen Termin zur Antragsabgabe zu vereinbaren, bekam ich den Termin zur Besprechung der beruflichen Situation aufgedrückt. Es kam wohl auch nicht so gut an, dass ich versuchte mehrere Tage im Voraus einen "Wunschtermin" zu vereinbaren, an dem mich jemand sicher hätte zur AfA fahren können. Daraufhin klickte und tippte die Frau am Telefon eine Weile vor sich hin und meinte dann, sie könne mir den Termin nicht geben, ich müsste vorher erst den Termin zur Besprechung der beruflichen Situation wahrnehmen, ich bekäme ein Schreiben.

Bis zu dem Termin hätte es drei Wochen dauern sollen, also nahm ich die mittlerweile vollständigen Antragsunterlagen mit und sprach persönlich bei der AfA vor und bekam dann einen Termin für die Antragsabgabe am nächsten Tag. Das ALG 1 wurde während des Termins gleich wieder bewilligt, für das weitere Prozedere wurde ich an die "Berufsberatung" verwiesen.

Die ist jetzt wie erwähnt Montag morgen. Der Plan bislang, ich gehe hin, unterschreibe nichts und zeige mich vermittlungswillig im Rahmen meiner gesundheitlichen Möglichkeiten.

Aber was heißt das für mich konkret? Müssen die jetzt nicht erst ein neues Gutachten vom ärztlichen Dienst der AfA machen lassen? Wie soll die mich denn sonst beraten? Ich hab Angst, dass etwas von mir verlangt wird, was ich gesundheitlich nicht leisten kann, und man mich dann wegen fehlender Verfügbarkeit in der Vermittlung die Leistung versagt.

Ich möchte auch versuchen, eine vorübergehende Rente zu beantragen, aber ich weiß, was für ein langer, steiniger, erfolgloser Weg das werden kann. Hatte kürzlich Kontakt zur Rentenversicherung, da ich ja die Bescheinigung für´s Übergangsgeld benötigte und hatte da auch (mündlich) nachgefragt, wie das laufen würde mit einer evtl. EMR, es hieß dann halt "warten Sie erst ab, was die AfA macht".

Nun überlege ich, ob es nicht besser wäre, den Termin doch noch abzusagen, aber das birgt vermutlich die nächsten Schwierigkeiten? Müsste ja dann zu erkennen geben, dass ich eine Krankmeldung habe.
 
G

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AW: Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absage

Feya, hat die "Einladung" eine Rechtsfolgenbelehrung? Falls ja, und Du gehst nicht hin, kriegst Du leider eine Sperrzeit von einer Woche.

Zur Problematik kann und will ich mich nicht generell äußern, da ich mich mit der Anwendung des § 145 SGB III nicht sonderlich auskenne.
 

Feya

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AW: Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absage

Danke Schlaraffenland!

Ja, stimmt, da steht "wenn Sie ohne wichtigen Grund dieser Aufforderung nicht nachkommen, tritt eine Sperrzeit ein (Sperrzeit bei Meldeversäumnis; § 159 Abs. 1 Nr. 6 SGB III). Die Sperrzeit dauert eine Woche."
 

Feya

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AW: Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absage

Gut, ich hab gelesen, die AU wäre ein wichtiger Grund. Allerdings ist der AU-Schein nicht neu, sondern am 27.05. ausgestellt worden und nach sechs Wochen bekäme ich dann das ALG1 nicht mehr. Krankengeld ist ja leider ausgereizt.

Werde wohl hingehen und wie hier schon gelesen, die Beraterin fragen, was sie denkt, was ich mit meinem Restleistungsvermögen noch machen kann. Allerdings wäre dann die Gefahr, dass das Gespräch auf die gesundheitliche Lage zu sprechen kommt? :icon_frown:
 

Feya

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AW: Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absage

Danke Schlaraffenland!

Mein Freund könnte mitgehen, sagt er. Der Termin ist morgens und er geht dann etwas später zur Arbeit.
 

Feya

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AW: Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absage

Hab ich das richtig verstanden, er müsste Präsenz zeigen und mitschreiben, damit ich etwas "geschützter" dort bin?
 
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AW: Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absage

Präsenz sollte reichen, mitschreiben muss er nicht unbedingt, weil er ja Beistand ist. Also Zeuge des Gesprächs. Sage dem Arbeitsvermittler aber nicht, dass Dein Freund Zeuge ist. Sondern dass er Dein Beistand ist. Ich glaube, ansonsten darf der AV Deinen Freund des Raumes verweisen.
 

Feya

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AW: Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absage

Alle klar, danke Schlaraffenland!
 
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Gern geschehen, Freya.

Ihr könnt ja nach dem Termin ein Gedächtnisprotokoll schreiben.
 

Feya

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AW: Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absage

Werden wir so machen, vielen Dank!

Und ich zeige mich vermittlungswillig im Rahmen meiner gesundheitlichen Möglichkeiten. Ich sage nicht, was ich mir vorstelle, sondern bitte sie, mich zur aktuellen Lage am Arbeitsmarkt zu beraten.

Womit ich noch kämpfe- ob ich erwähnen soll "im Rahmen meiner gesundheitlichen Möglichkeiten" oder ob ich einfach "nur" ein Beratungsgespräch wahrnehme und die Frau selber recherchieren lasse, wie ich gesundheitlich einzuschätzen bin (selber also nichts dazu sage und was sie dann macht, weiß ich nicht? Konsultiert sie den ärztlichen Dienst?)

Mann, ist das kompliziert... Wär auch zu schön gewesen, wenn die mich mal in Ruhe gelassen hätten...
 

Fabiola

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AW: Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absage

Werden wir so machen, vielen Dank!
Dein Freund d a r f sich aber Notizen machen, falls er das während des Termins für angebracht hält.
Womit ich noch kämpfe- ob ich erwähnen soll "im Rahmen meiner gesundheitlichen Möglichkeiten" oder ob ich einfach "nur" ein Beratungsgespräch wahrnehme und die Frau selber recherchieren lasse, wie ich gesundheitlich einzuschätzen bin (selber also nichts dazu sage und was sie dann macht, weiß ich nicht? Konsultiert sie den ärztlichen Dienst?)
Wenn Sie fragt, für wie leistungsfähig Du Dich einschätzt, dann würde ich sagen, dass ich dass nicht einschätzen könne ... und wenn sie weiterbohrt, dann wiederholst Du das mantramäßig.
 

Muzel

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AW: Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absage

Deine eigene gesundheitliche Situation kannst du selbst nicht einschätzen. Das kann auch kein Mensch von dir verlangen. Das passiert auch in der Regel nicht, weil die Behörden auf deine Einschätzung einen großen Haufen darauf (...). Also lass dich nicht veräppeln. Gehe zu deinem HA und besprich mit mit ihm deine Situation.
 

Feya

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AW: Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absage

Herzlichen Dank euch, dann werde ich mich hüten, darüber (weiter) ein Wort zu verlieren, wie ich mich selbst diesbezüglich einschätze- zumindest bei der Meldung nach der Reha habe ich erwähnt, dass die Reha aus medizinischen Gründen abgebrochen werden musste. Vielleicht hätte ich dort schon nichts sagen sollen und mich einfach nur melden, hab mir da allerdings auch nichts dabei gedacht.

Danke für eure Rückmeldung/Unterstützung!
 

Feya

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AW: Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absage

Gerne! - und gib doch mal Rückmeldung, wie es gelaufen ist.
Bis danni
Werde ich machen Fabiola! Ich werde weiterhin noch fleißig die anderen Erfahrungsberichte lesen und dann hoffe ich, dass keine böse Überraschung auf mich wartet.
Bis dann!
 

Doppeloma

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AW: Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absage

Hallo Feya,

Gut, ich hab gelesen, die AU wäre ein wichtiger Grund. Allerdings ist der AU-Schein nicht neu, sondern am 27.05. ausgestellt worden und nach sechs Wochen bekäme ich dann das ALG1 nicht mehr. Krankengeld ist ja leider ausgereizt.
AU ist nach der Aussteuerung eben "kein" wichtiger Grund mehr, um Meldetermine bei der AfA abzusagen, denn es geht nur noch um dein sogenanntes "Restleistungsvermögen", also das was du (eher theoretisch) außerhalb der ausgesteuerten Krankheit noch machen könntest.

Wie hat man sich denn ansonsten in der Reha geäußert, du "hängst" bei der AfA aktuell in der Luft, denn es läuft kein Antrag mehr bei der DRV, das ist (eigentlich) eine der Bedingungen für die Anwendung der "Nahtlosigkeit", darum will man jetzt auch mit dir über deine "berufliche Situation sprechen" ...

Zudem schreibst du, dass es noch einen Arbeitsvertrag gibt, da kann ich mir ungefähr vorstellen, wie die AfA-SB deine berufliche Situation einschätzen wird.

Es ist die neueste Masche der AfA dann zu verlangen, dass du deinen AG um einen "leidensgerechten Arbeitsplatz bittest", damit die AfA nicht weiter zahlen muss.

Verlange das dann schriftlich und bitte mit den Rechtsgrundlagen, die deinen AG dazu zwingen sollen, das zu "bescheinigen", solche Rechtsgrundlagen gibt es nämlich nicht, schon weil du auch mit deinem AG nicht über deine Gesundheit sprechen musst.

Woher sollte der AG also wissen können, wie ein "leidensgerechter Arbeitsplatz" für dich überhaupt beschaffen sein sollte.

Wenn die AfA-SB meint das wäre zulässig, dann muss es auch gesetzliche Grundlagen dafür geben (ähnlich wie bei der Lohnbescheinigung für die Berechnung des ALGI), in dem Falle wäre die AfA auch berechtigt diese Erkundigungen selbst bei deinem AG zu erfragen, aber unterschreibe keine Einwilligung dafür und auch keine EGV mit so einer Verpflichtung. :icon_evil:

Es ist gut, dass du nicht alleine zum Termin gehen wirst, so hast du später einen Zeugen dafür, was dir dort so erzählt wurde ohne dir die Rechtsgrundlagen dafür zu benennen oder gar aufschreiben zu wollen.
Beim Termin ist das aber dein Beistand nach § 13 SGB X ... denn einen Zeugen müssen die SB nicht erlauben, einen Beistand aber schon, so lange der sich ordentlich benimmt. :wink:

§ 13 SGB X Bevollmächtigte und Beistände

Werde wohl hingehen und wie hier schon gelesen, die Beraterin fragen, was sie denkt, was ichmit meinem Restleistungsvermögen noch machen kann. Allerdings wäre dann die Gefahr, dass das Gespräch auf die gesundheitliche Lage zu sprechen kommt? :icon_frown:
Deine gesundheitliche Lage geht die Beraterin gar nichts an, die ist kein Arzt und wenn sie dein "Restleistungsvermögen" nicht kennt, um dich zum "passenden Arbeitsmarkt" beraten zu können, dann muss sie den ÄD beauftragen ein Gutachten zu machen unter Berücksichtigung deines "Reha-Versuches", du schreibst doch den vorläufigen Bericht hast du dem ÄD schon zukommen lassen.

Die Arbeitsberatung ist IHRE Aufgabe und nicht deine, nach dem Motto: "Nun erzählen Sie mir mal, was Sie sich jetzt so vorstellen ???" ... wirf ihr den Ball zurück und verlange IHRE Beratung für die sie bezahlt wird, zur örtlichen Arbeitsmarktlage und den Möglichkeiten (bei welchen AG Leute gesucht werden mit deinen Fähigkeiten und Einschränkungen) sollte SIE doch gut und aktuell informiert sein.

Dabei hat sie übrigens immer § 140 SGB III im Blick zu behalten, den solltest du dir (mehrfach) sehr gut durchlesen (dein Beistand auch), damit du weißt welche Bedingungen für deine Vermittlung erfüllt sein müssen, neben der gesundheitlichen Machbarkeit ...

§ 140 SGB III Zumutbare Beschäftigungen

Das gilt nämlich auch nach der Aussteuerung und mit deinem "Restleistungsvermögen" ... :icon_hihi:

Eine vorgelegte EGV siehst du dir interessiert an und steckst sie "zur gründlichen Prüfung zu Hause" erst mal ein, denn das ist ein Vertrag von dem beide Seiten profitieren sollen, meist will nur die AfA "profitieren" und dir damit Dinge vorschreiben, die gesetzlich gar nicht so vorgesehen sind ... :icon_evil:

Du "verweigerst" also nichts, du willst nur prüfen und dazu bist du berechtigt, ehe du einen Vertrag unterschreiben sollst ...

Nochmal zurück in deinen ersten Beitrag ...

Die ist jetzt wie erwähnt Montag morgen. Der Plan bislang, ich gehe hin, unterschreibe nichts und zeige mich vermittlungswillig im Rahmen meiner gesundheitlichen Möglichkeiten.
So solltest du das wirklich angehen, denn im Moment wird man dich als "normal arbeitslos" behandeln wollen, dein vorhandener Arbeitsplatz wird eventuell die oben beschriebene Rolle spielen ...

Aber was heißt das für mich konkret? Müssen die jetzt nicht erst ein neues Gutachten vom ärztlichen Dienst der AfA machen lassen? Wie soll die mich denn sonst beraten?
Wurde denn bereits ein Gutachten gemacht beim ÄD der AfA und hast du das schon vorliegen, eine gescheiterte / abgebrochene Reha zeugt ja nicht unbedingt von Besserung deines damals festgestellten Zustandes ... liegt dir denn inzwischen der endgültige Reha-Bericht vor ???

Das wäre nicht ganz unwichtig um die Aussichten eines Antrages auf EM-Rente etwas einschätzen zu können ... :icon_kinn:

Ich hab Angst, dass etwas von mir verlangt wird, was ich gesundheitlich nicht leisten kann, und man mich dann wegen fehlender Verfügbarkeit in der Vermittlung die Leistung versagt.
Genau das ist ja zu vermeiden, Vermittlung in Arbeit die du gesundheitlich nicht leisten kannst darf nicht passieren, wenn die SB dazu keine aktuell gültigen Informationen (Teil B des bisherigen Gutachtens zumindest sollte ja vorliegen) für deine Vermittlung hat, dann ist sie verpflichtet das neu abklären zu lassen.

Dabei darf sie natürlich nicht einfach nur "Kontakt" zum ÄD herstellen und das mit dem diskutieren, das wäre nicht erlaubt, sie müsste tatsächlich eine neue Begutachtung anfordern und bis dahin KANN sie dich eben nicht "gesundheitlich passend" vermitteln wollen. :icon_evil:

Damit schränkst du ja deine generelle "Verfügbarkeit" nicht ein, den Rahmen dafür (das Restleistungsvermögen mit dem du dich zur Verfügung stellst) hat aber der ÄD / die AfA festzustellen und nicht deine SB und schon gar nicht du selber ...

Ich möchte auch versuchen, eine vorübergehende Rente zu beantragen, aber ich weiß, was für ein langer, steiniger, erfolgloser Weg das werden kann. Hatte kürzlich Kontakt zur Rentenversicherung, da ich ja die Bescheinigung für´s Übergangsgeld benötigte und hatte da auch (mündlich) nachgefragt, wie das laufen würde mit einer evtl. EMR, es hieß dann halt "warten Sie erst ab, was die AfA macht".
Das solltest du unbedingt sehr bald tun, schon um die "Nahtlosigkeit" (ein Antrag wird bei der DRV bearbeitet) wieder herzustellen bei der AfA, dann haben die es zumindest nicht mehr so leicht dich auszutricksen wie aktuell.

Ob der Weg lang, steinig und sogar erfolglos werden wird, das wirst du erst wissen, wenn du den Antrag gestellt hast, gerade die abgebrochene Reha könnte dir da aktuell eher "Vorteile" bringen, jedenfalls wenn die Klinik das auch so in den Bericht geschrieben hat wie es dir gesagt wurde, dass du einfach noch nicht soweit bist, dass eine Reha sinnvoll für dich wäre.

Ausgerechnet bei der DRV danach zu fragen ist ziemlich "naiv", die werden dir bestimmt nicht empfehlen eine EM-Rente zu beantragen, was glauben die denn was du von der AfA zu erwarten hast, wenn du (vielleicht) eigentlich "reif für eine befristete EM-Rente bist" ... :icon_dampf:

Auf Dauer wird ohnehin so schnell Niemand voll EM berentet, in den meisten Fällen gibt es eine Befristung auf höchstens 3 Jahre ... dann kann man Verlängerung beantragen ...

In vielen Fällen wird der Antrag auch abgelehnt und man muss dann eben Widerspruch einlegen, notfalls auch Klage am Sozialgericht einreichen ... darauf "baut" die DRV ja gerade, dass vielen Antragstellern das zu stressig wird und zu lange dauert und sie "unterwegs" dann auf die EM-Rente "lieber " verzichten.

Die DRV-SB die dir dazu was "sagen", haben mit den Entscheidungen zur EM-Rente (meist) gar nichts zu tun, natürlich geben sie schon im Interesse ihres AG die einstudierten Antworten, dort wird dir bestimmt Niemand "zur EM-Rente raten", aber deinen Antrag muss man trotzdem annehmen, bearbeiten und dir einen schriftlichen Bescheid dazu erteilen.

Was die AfA jetzt auch immer machen wird, hat damit nichts (oder nur wenig) zu tun, ob du EM-Rente beantragen möchtest oder nicht, weil du es aktuell für den einzig richtigen Weg ansehen musst, solltest du das einfach machen und die AfA dann dazu (schriftlich /nachweislich) informieren.

Vielleicht bekommst du ja dann die restlichen ALGI-Anspruchs-Monate noch ein wenig von der Ruhe, nach der du dich so sehnst ... :icon_kinn:

Viel Glück und Nerven am Montag, verlange auch deine Fahrtkosten zur AfA und wenn du meinst "es ist genug" kannst du das Gespräch beenden und dich verabschieden, die Meldepflicht hast du bereits mit deinem Erscheinen erfüllt, DU entscheidest wann der Termin endet und NICHT die SB ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 

Ronon Dex

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AW: Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absage

Hallo Feya,

ist denn Dein Arbeitsvertrag schon gekündigt worden? Falls ja, wann, von wem und mit welchem Grund? Kann ich jetzt hier nicht rauslesen. Und wurde seitens der Reha Ärzte auf eine spätere Weiterführung oder Erneuerung der Reha hingewiesen?

@Doppeloma,

Zudem schreibst du, dass es noch einen Arbeitsvertrag gibt, da kann ich mir ungefähr vorstellen, wie die AfA-SB deine berufliche Situation einschätzen wird.
Ist es nicht so ( sorry habe davon leider kein Plan ) das wenn ein AV noch existiert, die von der AfA einen eh nicht weiter vermitteln können/dürfen? Muss der AV nicht erst einmal beendet werden? Und kann es nicht deshalb sein, dass die AfA den TE deshalb nicht eher zum Sozialamt schicken könnte, weil derzeit eh nicht vermittelbar? Zumindestens ich stelle es mir doch schwer vor, einen krankgesschriebenen Arbeitnehmer mit noch gültigen Arbeitsvertrag, bei dem vorher, offenbar bei noch andauernder schwerer Krankheit, die Reha von ärztlicher Seite abgebrochen wurde, zu einem weiteren AV zu vermitteln. Auch ob das rechtlich so ohne weiteres möglich ist, solange noch ein gültiger AV besteht und Krankheit, vermag ich nicht zu beurteilen, denke eher das dies nicht so ohne weiteres geht.

Es ist die neueste Masche der AfA dann zu verlangen, dass du deinen AG um einen "leidensgerechten Arbeitsplatz bittest", damit die AfA nicht weiter zahlen muss.
Auch wenn ich dies jetzt rechtlich nicht begründen kann, denke ich aber das die AfA das verlangen kann, zumindest nachdem oder auch wenn dadurch die Krankmeldung beendet werden kann.

Verlange das dann schriftlich und bitte mit den Rechtsgrundlagen, die deinen AG dazu zwingen sollen, das zu "bescheinigen", solche Rechtsgrundlagen gibt es nämlich nicht, schon weil du auch mit deinem AG nicht über deine Gesundheit sprechen musst.
Wie gesagt rechtlich begründen seitens der AfA kann ich dies nicht aber der AN ist verpflichtet mit seinem AG über seine weitere Einsatzfähigkeit im Betrieb zu sprechen. In der Regel wird dann, begleitend mit einem Betriebsrat bei diesen Gesprächen, das betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM ) angewendet. Und das geht erst, wenn der AN sich überhaupt in der Lage sieht zumindestens das Hamburger Modell auszuprobieren. Während des betrieblichen Eingliederungsmanagement muss der AN dem AG mitteilen wozu er noch in der Lage ist bzw. in wie weit er noch in der Lage ist seinen arbeitsvertraglichen Pflichten nach zu kommen. Sieht der AN keine Möglichkeiten mehr an seinem alten Arbeitsplatz zurück zu kehren und der AG kann auch den noch vorhandenen Arbeitsplatz nicht leidensgerecht ( mit den üblichen Zuschüssen ) ausgestalten, käme noch die Möglichkeit eines anderen Arbeitsplatzes ( Versetzung ) im Betrieb in Betracht. Dazu hätte dann auch der Betriebsrat i.d.R. etwas zu sagen und sogar ein Vorschlagsrecht. Dies setzt dann aber voraus ( nicht rechtlich aber strategietechnisch ), damit der BR, ggf. auch der SBV, und der AN eine Strategie erabeiten können den AN weiter im Betrieb zu halten, das TE sich mit dem BR und falls schon ein GdB vorhanden ist, auch mit dem Schwerbehindertenvertreter ( SBV ) zusammen tut um über dessen Zukunft im Betrieb zu sprechen.

Woher sollte der AG also wissen können, wie ein "leidensgerechter Arbeitsplatz" für dich überhaupt beschaffen sein sollte.
Das meinte ich eben mit dem betrieblichen Eingliederungsmanagement :wink:

Wenn die AfA-SB meint das wäre zulässig, dann muss es auch gesetzliche Grundlagen dafür geben (ähnlich wie bei der Lohnbescheinigung für die Berechnung des ALGI), in dem Falle wäre die AfA auch berechtigt diese Erkundigungen selbst bei deinem AG zu erfragen,
Wie gesagt, ich kenne mich mit dem Übergang von Krankengeld und dann AfA nicht aus aber die AfA könnte dies möglicherweise damit begründen, dass Arbeitslosengeld nur für Arbeitslose in Betracht kommt und zudem dem TE auch erst einmal auferlegen kann sich beim Arbeitgeber über die weitere Verwendungsmöglichkeiten zu erkundigen und da gibt es ein sehr breiten Handlungsspielraum für AN und AG.

Ich will mit meiner Eingabe Deine Hilfe auf garkeinen Fall hinterfragen. im Gegenteil, finde ich sehr gut aber TE sollte auch auf die Möglichkeit eines betrieblichen Eingliederungsmanagements hingewiesen werden :wink:
 

Feya

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AW: Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absage

Doppeloma, klasse, vielen vielen Dank für die ausführliche, hilfreiche Antwort!!

Ein Gutachten wurde vor der Reha vom ärztlichen Dienst der AfA gemacht. Dort hieß es, über 6 Monate nicht arbeitsfähig und die alte Tätigkeit kann nicht mehr ausgeführt werden, ich wurde aufgefordert, einen Rehaantrag zu stellen. Ein positives Leistungsbild konnte noch nicht erstellt werden.
Meines Wissens nach wurde noch kein zweites Gutachten erstellt. Leider liegt mir auch der endgültige Rehabericht noch nicht vor.
In der Reha hieß es, sie empfehlen eine vorübergehende Rente, aber ich weiß noch nicht, ob das dann auch so drin steht...

Ich sollte wohl möglichst schnell einen Rentenantrag stellen, hatte mich von der Sachbearbeiterin der Rentenversicherung so schnell verunsichern lassen :icon_kinn: bzw. ich dachte, die AfA wird mich wohl dann auffordern, mir fehlt noch so ein bißchen der Durchblick, was ich da jetzt machen "darf" und was nicht...

Ronon, danke auch für deinen Beitrag, was ich eigentlich nicht möchte ist meinem Arbeitgeber zu erläutern was ich habe, zumal ich laut meinem Hausarzt das nicht muss.
Eine Eingliederung wurde 2014 schon mal versucht, ist aber gescheitert. Ich habe gesundheitlich leider viel Mist an der Backe. Ich wurde auch schon vom AG mündlich aufgefordert, doch bitte zu kündigen und die Stelle frei zu geben, wenn das nichts mehr wird (obwohl ich zuvor eine sehr zuverlässige, "gute" Mitarbeiterin war, aber das zählt nach der langen Abwesenheit nicht mehr)
 

Ronon Dex

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AW: Besprechung berufliche Situation nach nicht erfolgreicher Reha- hingehen oder absage

was ich eigentlich nicht möchte ist meinem Arbeitgeber zu erläutern was ich habe, zumal ich laut meinem Hausarzt das nicht muss.
Nun, Dein AG hat aber ein Recht darauf zu erfahren ob Du nochmal wiederkommst und wenn ja, wann. Das kann man gut finden oder auch nicht aber Dein AG muss auch planen können. Ich denke Dein Arbeitsplatz wird derzeit von einem Leiharbeitnehmer besetzt werden oder auch von den vorhandnen AN ausgefüllt werden müssen. Dein HA ist kein RA! Natürlich musst Du Deinem AG nicht alles klein klein erzählen, nur musst Du Deinem AG alles ( Gründe ) erzählen, weswegen Du nicht mehr an Deinem ( momentanen ) Arbeitsplatz erscheinen kannst. Du darfst nicht vergessen das Du auch arbeitsvertragliche Pflichten zu erfüllen hast, ist zwar auch doof aber so ist es nun einmal. Dein AG braucht auch Planungssicherheit. Du solltest vielleicht in Betracht ziehen, in vorheriger Zusammenarbeit und Beratung mit Deinem BR und ggf. SBV, eine BEM in Deinem Betrieb durchzuführen, unter Hinzuziehung einer LTA. Möglicherweise gibt es noch Möglichkeiten Dich auf Teilzeit und/oder in einer anderen Abteilung unterzubringen - nicht heute oder morgen aber vielleicht später. Ich denke auch, dass dies der SB bei der AfA Dir anraten wird. Ich denke zudem, dass bevor Du dies nicht gemacht hast, die AfA Dir Probleme machen wird, da es halt noch Möglichkeiten gibt Dich vor Erwerbslosigkeit zu schützen.

Eine Eingliederung wurde 2014 schon mal versucht, ist aber gescheitert. Ich habe gesundheitlich leider viel Mist an der Backe.
Und genau das kennen ich hier ja nicht, deshalb auch nur meine Meinung zu den hier vorliegenden Informationen :wink:

Ich wurde auch schon vom AG mündlich aufgefordert, doch bitte zu kündigen und die Stelle frei zu geben, wenn das nichts mehr wird
Sei froh das Dir Dein AG bisher nur nahelegte selber zu kündigen! So wie ich das verstanden habe, bist Du schon seit etwa 2 Jahren krank und kannst seit dem Deine arbeitsvertraglichen Pflichten nicht mehr erfüllen. Eine Wiedereingliederung scheiterte bereits. Normalerweise könnte Dir Dein AG bereits jetzt krankheitsbedingt kündigen. ABER, wenn es wirklich nicht mehr geht, das kannst nur Du für Dich entscheiden, wäre vielleicht ein Aufhebungsvertrag aus dringenden gesundheitlichen Gründen für Dich die derzeit beste Lösung, dann hättest du zumindest den Druck beseitigt und nebenbei noch etwas Geld. Solltest Du zu dieser Lösung bereit sein und Hilfe brauchen, kann ich Dir zu den Verhandlungen auch gerne noch den einen oder anderen Tipp per PM geben um ein Maximum herauszuholen :wink:

(obwohl ich zuvor eine sehr zuverlässige, "gute" Mitarbeiterin war, aber das zählt nach der langen Abwesenheit nicht mehr)
Ja, das denken viele die sich den Allerwertesten Jahre oder Jahrzehnte aufreissen, dass der AG das dann in schlechten Zeiten zu schätzen weiss. Glaub mir, sowas wie Fairness, wenn es einen langgedienten AN dann gesundheitlich schlecht geht, gibt es nur in den allerseltensten Fällen und ich kennen bisher noch keinen!

Wie gesagt, ist nur meine Meinung nach den hier angegebenen Informationen! Was ich nicht weiss, kann ich nicht beurteilen!
 
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