Berufsfindungs-Coaching? In meinem Fall sinnvoll, oder "Zeitverschwendung"?

Zipfelmütz

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Hallo Ihr Lieben,

nun bräuchte ich mal eben einen Rat bzw. Meinungen.
Ich bin alleinerziehende eines fast 4 Jährigen Kindes. Keine Unterstützung durch Familie.
Heute hatte ich einen Termin beim JC um meine berufliche Situation zu besprechen.
Der Sachbearbeiter schien ganz ok und engagiert zu sein.

Ich habe vor vielen Jahren eine Heilpraktikerausbildung begonnen und würde diese gerne zu ende machen (habe in den letzten Jahren aus eigener Tasche viele Zusatzqualifikationen gemacht). Jobangebote im Anschluss habe ich ein paar- nur ist das Jobcenter trotzdem nicht ganz überzeugt. Soviel Zur Grundthematik.

Der Sachbearbeiter hat mir heute als Alternative vorgeschlagen, dass ich mir einen Coach zur Berufsfindung suche (den Vermittlungsgutschein dafür, hat er mir schon mitgegeben). Dort soll ich 6 Monate, 2-3x die Woche für 90 Minuten hin und mit ihm erarbeiten, wofür ich geeignet bin, Bewerbungstraining etc...

Nun stellt sich mir die Frage, ob das eine gute Maßnahme ist, oder nur Zeitverschwendung (der Sachbearbeiter versicherte mir, dass es dort sehr gute Träger gibt)?!

Grundsätzlich kenne ich mich selber ganz gut, weiß um meine Talente und auch Defizite, zusätzlich bin ich in der Lage im Internet zu recherchieren. Bringt mir so ein Coaching dann überhaupt etwas?

Ich überlege nun, die Maßnahme anzunehmen, um Ruhe vor dem JC zu haben und dann nebenbei auf eigene Kosten, die Ausbildung zu machen, die ich will.

-Oder macht es da eher Sinn, wenn ich mir einen Mini-Job nehme (was rein finanziell für mich sinnvoller wäre, wenn ich aus eigener Tasche eine Weiterbildung bezahle)?

-Wird man vom Jobcenter in Ruhe gelassen, wenn man in so einer Coach- Maßnahme ist (in der Eingliederungsvereinbarung (die ich noch nicht unterschrieben habe) steht, dass mir nebenbei Jobangebote gemacht werden)?!

-Wird man in Ruhe gelassen, wenn man einen Mini-Job macht?
Wie gesagt, bin alleinerziehend, ohne Hilfe, also Vollzeit kann ich eh nicht arbeiten- das sah der Sachbearbeiter auch so.

Ich würde mich sehr über ein paar Antworten freuen. :)
 

flandry

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Das einzig sinnvolle an der Maßnahme scheint mir das Drüberschauen über den Lebenslauf zu sein. Das sollte mit einer 3-maligen Teilnahme erledigt sein. Denk dran: du hast nicht nur die Maßnahme, du musst auch hin und wieder zurück kommen, was auch seine Zeit dauert.
Den Minijob und die Bezahlung der weiteren Ausbildung daraus musst du in einer EGV mit dem JC absprechen. Sonst rechnen die dir das voll an.
Vielleicht bekommst du einen Minijob bei einem Heilpraktiker. Damit wäre dem SB der Wind aus den Segeln genommen.
 
I

indiquent

Gast
heute Coaching - gestern Aktivierungsmaßnahme - vorgestern Bewerbungstraining

mM alles die gleichen Denkmäler
 

Kampfmops

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Solange du Leistungen vom Amt bekommst, werden sie meist immer auf irgendeine Art und Weise nerven.

Lehnst du die Maßnahme ohne Grund ab, werden sie sich schnell was anderes für dich finden.

Du schreibst allerdings, das du schon Erfahrung im Beruf hast. Soweit ich weiss, gibt es bei einigen Berufen die Möglichkeit, die Abschlussprüfung ohne Ausbildung zu machen, wenn man genug Erfahrung hat. Googel mal nach "Abschlussprüfung ohne Berufsausbildung". Vielleicht ist es ja möglich.

Wenn die Berufserfahrung noch nicht ausreicht, kannst du ja noch einen Minijob bei einem Heilpraktiker suchen und weiter Erfahrung sammeln :)
 

Zipfelmütz

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Das einzig sinnvolle an der Maßnahme scheint mir das Drüberschauen über den Lebenslauf zu sein. Das sollte mit einer 3-maligen Teilnahme erledigt sein. Denk dran: du hast nicht nur die Maßnahme, du musst auch hin und wieder zurück kommen, was auch seine Zeit dauert.
Den Minijob und die Bezahlung der weiteren Ausbildung daraus musst du in einer EGV mit dem JC absprechen. Sonst rechnen die dir das voll an.
Vielleicht bekommst du einen Minijob bei einem Heilpraktiker. Damit wäre dem SB der Wind aus den Segeln genommen.
Danke flandry,
denkst Du denn, dass die mich mit Mini-Job weitestgehend in Ruhe lassen, oder bekomme ich dann ständig eine Aufforderung zur weiteren Arbeitsbemühung???
 

Zipfelmütz

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Solange du Leistungen vom Amt bekommst, werden sie meist immer auf irgendeine Art und Weise nerven.

Lehnst du die Maßnahme ohne Grund ab, werden sie sich schnell was anderes für dich finden.

Du schreibst allerdings, das du schon Erfahrung im Beruf hast. Soweit ich weiss, gibt es bei einigen Berufen die Möglichkeit, die Abschlussprüfung ohne Ausbildung zu machen, wenn man genug Erfahrung hat. Googel mal nach "Abschlussprüfung ohne Berufsausbildung". Vielleicht ist es ja möglich.

Wenn die Berufserfahrung noch nicht ausreicht, kannst du ja noch einen Minijob bei einem Heilpraktiker suchen und weiter Erfahrung sammeln :)
Beim Heilpraktiker ist es so, dass man die Prüfung am Ende bestehen muss.... Wie man das Wissen erlangt hat, ist egal. Also theoretisch ist keine Schule notwendig...
Ohne Hilfe bzw Anleitung (wie man den Stoff gewichtet etc.) würde ich die Prüfung aber nicht schaffen. Deshalb müsste ich da schon nochmal einen Lehrer haben- und die kosten natürlich was.
Grundsätzlich unterstützt das JC eine HP Ausbildung nicht so gerne, da es meist in der Selbstständigkeit mündet und das nicht gewünscht ist.
Ich hätte sogar theoretisch Zusagen für eine Festanstellung nach der Ausbildung, aber das interessiert das JC auch nicht so richtig, da so etwas bei Nichteinhaltung des Arbeitgebers nicht anfechtbar ist....
 

Kampfmops

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Leider ist sowas dem Amt wirklich egal. Ich wollte auch zig mal eine Umschulung haben (da ich nicht mehr in meinen alten Beruf kann), aber die kamen lieber mit Bewerbungstraining und anderen Sinnlosmaßnahmen.

Wenn du aber die Prüfung mit genug Berufserfahrung machen kannst, frage doch bei einem der Betriebe, die dich einstellen würden nach einem 400-Euro-Job, wo du dann noch lernst (Im Net gibt es sicher Seiten, wo man nachlesen kann, was für die Prüfung wichtig ist, ebenso für Theorie) und wenn du meinst, du weisst genug, machst du die Prüfung :)

Erklär vielleicht die Situation mit dem Arbeitslosenverwaltungsamt, das du da keine Unterstützung bekommst. Ein guter Betrieb wird da sicher helfen, wenn sie merken, das du das unbedingt zuende bringen möchtest :)
 

flandry

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Danke flandry,
denkst Du denn, dass die mich mit Mini-Job weitestgehend in Ruhe lassen, oder bekomme ich dann ständig eine Aufforderung zur weiteren Arbeitsbemühung???
Das hängt viel vom SB ab. Es gibt sogar welche, mit denen kann man reden.:wink:
Grundsätzlich sollst du Geld verdienen, egal wie. Die SB (vom JC vorgegeben) sehen aber zu 99 % nur Vollzeitstellen als erstrebenswert an.
Eine Möglichkeit (wahrscheinlich die einzige und vorsichtig zu gebrauchende) ist die, dass du den SB knallhart fragst: Wo kann ich morgen in einer zu meinem Lebenslauf passenden Stelle anfangen?
Bedingung: Ich kann in der voraussichtlich so lange arbeiten, dass ich Alg 1 bekomme und brauche keine staatliche Unterstützung mehr.
Kommentar: Alg 1 wäre eine vor Alg 2 vorrangige Leistung.
Morgen anfangen - und nicht, welche Firma Mitarbeiter sucht :icon_evil: Antwort: Großes Schweigen.
Psst: Du kannst dich ja ruhig bewerben: Die Aussicht, dass du sofort angenommen wirst, sind außer bei Sicherheitskräften und Reinigungskräften gering. Von daher kannst du ruhig im Monat ein paar Bewerbungen schreiben.
Nächste Frage: Welche Möglichkeiten zu einer Alternative / Weiterbildung hat er? Antwort: Großes Schweigen.
Du hast wenigstens eine Alternative, um dauerhaft aus deiner Hilfebedürftigkeit rauszukommen. :wink:

Beliebter Spruch bei SB: Du musst jede Stelle annehmen.
Siehe dazu § 10 Zumutbarkeit und den höherwertigen § 1 Aufgaben und Ziel
 
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