Berufsausbildungsbeihilfe kann nicht entsprochen werden?! (1 Betrachter)

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95er

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Heyho,

hatte gerade die Ablehnung von der Agentur für Arbeit im Briefkasten, dort schreiben sie meinem Antrag kann nicht entsprochen werden, weil die erforderlichen Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts anderweitig zur Verfügung stehen würden.

Gesamtbedarf: 635 Euronen
Anzurechnendes Einkommen Azubi: 777 Euronen

Bedarf für den Lebensunterhalt: 622 Euronen, GESAMTBEDARF: 635 Euronen.

Die Daten sind so schon einigermaßen nachzuvollziehen, meine Frage ist nur:

Damit ist meine Miete gedeckt... Und 142 bleiben über...

142 für ein Monat zum Leben? Ich mein mein Strom etc is davon ja noch ausgeschlossen, ich hab ja nicht nur meine Miete zu bezahlen.

Vielleicht ist mein Lebensstandard auch zu hoch gestellt, aber von 140 Euro im Monat kann doch kein Schwein leben, soviel bräuchte ich allein um meinen Magen zu füllen... Strom, Klamotten etc zahl ich dann wovon?!

Ich lebe alleine und bin im zweiten Lehrjahr, aber das ist denke ich für meine Frage eh nicht interessant.
Gibts noch irgendwelche anderen Leistungen die ich Beantragen kann? Wohngeld vielleicht? Komm ich da durch, oder meinen die auch ich würde zuviel verdienen??

Ich komm grad so über die Runden, und das auch nur weil meine Chefin mir meine Überstunden nicht lehrlingsmäßig auszahlt sondern über dem Mindestlohn, aber jetzt im Winter z.B. gibts in der Kältetechnik kaum überstunden zu machen...

Nachtrag: Kindergeld und Unterhalt sind schon miteinbegriffen

Ich hoffe mir kann hier irgendwer weiterhelfen, bin für jeden Tipp dankbar.
Vielen Dank schonmal!

95er
 
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saurbier

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Na ja, so ist das eben beim ALG-II, leider.

Da wird dein Einkommen gegen deinen dir zustehenden Leistungssatz gegen gerechnet.

Ich gehe bei der Berechnung mal davon aus, daß bei dir die KdU als Einzelperson für gerade mal 50qm auf so ca. 300,- - 350,-€ Warm abgestellt sind.

Wenn du nun mehr für die Wohnung bzw. Unterkunft bezahlen muß, dann mußt du dies dem Amt leider auch nachweisen das es unmöglich ist aktuell eine Kostengünstigere Unterkunft zu erhalten. Dann und nur dann müßten die die effektiven Mietkosten übernehmen.

Aus dem Hartz IV Satz selbst bekommst du ja nur 409,-€/mtl. zum Leben, mehr ist da eben nicht vorgesehen.

Bei jemanden der sich in Ausbildung befindet, vermute ich mal, wird man auch versuchen auf eine kostengünstige Unterkunft abzustellen und nicht sofort auf eine komplette Wohnung. Da wäre es ggf. an dir den Beweis anzutreten das du den derzeitigen Wohnort nicht mehr wechseln willst (Stichwort: Mittelpunkt der Lebensinteressen).

Aber viel mehr wirst du da wohl nicht heraus holen können.

Hast du es denn mal nur mit Wohngeld versucht.


Gruß saurbier
 

Katzenstube

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Hallo 95eer,
ich würde vermuten, dass Du die Chance auf Wohngeld hast, Du Du ja den Großteil Deines Unterhaltes selber bestreiten kannst (soweit ich weiß werden 80% gefordert). Mein ALG 1 ist in ähnlicher Höhe meine Kaltmiete sind 300 Euro und mein Antrag von November ist noch nicht durch.

Vor einigen Jahren (als ich sauwenig verdiente - ähnlioch Deinem Einkommen gab es rund 100 Euro). Es gibt diverse Wohngeldrechner wie den hier Steuerrechner Wohngeld

Gruß von Katzenstube
 

biddy

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Na ja, so ist das eben beim ALG-II, leider.
Hier geht es um Ablehnung von Berufsausbildungsbeihilfe nach dem SGB III, siehe Thread-Titel ;)
Der BAB-Bedarf ist ja recht gering (372 € + 250 € = 622 € nach § 61 SGB III).

Wohngeld ist m. E. für einen Alleinlebenden bzw. in betrieblicher Ausbildung ausgeschlossen (es sei denn, es hat sich seit letztem Sommer hier was geändert im WoGG).

95er meinte:
Gibts noch irgendwelche anderen Leistungen die ich Beantragen kann?
ALGII könntest Du aber zur Aufstockung beantragen (wenn kein Elternunterhalt in Frage kommt, was vermutlich nicht so ist, denn sonst würde die ablehnende Stelle die Ablehnung ja anders formulieren). Ob es was gibt, hängt vom anzurechnenden Einkommen (Bereinigung nach dem SGB II) und Deinen Unterkunftskosten ab (anerkannter KdU-Bedarf nach den KdU-Richtlinien Deines Wohnortes)
5.5.1 Berufliche Ausbildung im dualen System und be-
rufsvorbereitende Maßnahmen


(1) Auszubildende sind während einer beruflichen Ausbildung im
dualen System
, der Teilnahme an berufsvorbereitenden Maßnah-
men oder des Bezuges von besonderen Leistungen nach § 118
SGB III zur Teilhabe am Arbeitsleben seit 1. August 2016 grund-
sätzlich Alg-II-berechtigt.


(2) Ein Ausschluss vom ALGII besteht nach § 7 Absatz 5 Satz 2
SGB II nur, wenn Auszubildende
• während einer beruflichen [...]
[...]
[...]
[Ausnahmen treffen auf Dich nicht zu - Anmerkg. biddy]
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