Berufliche Reha wegen seelischer Behinderung

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Amalthea

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Nach 11 Wochen stationaerer Therapie bin ich nun auf dem Weg, wieder einen Einstieg ins Berufsleben zu beginnen. Ich leide an schweren Depressionen und sozialer Phobie, beides in den letzten Jahren verstaerkt durch sozialen Rueckzug und dementsprechend fehlenden Moeglichkeiten meinen Zustand zu verbessern.

Gelernt habe ich Zahnarzthelferin, nachdem ich das Gymnasium kurzfristig nach der 11. Klasse aufgrund meiner Probleme bei den muendlichen Noten verlassen habe. Es war NICHT mein Traumberuf, sondern eher so ein schneller Notfallgriff, damit ich ueberhaupt was lerne.
Habe diese Ausbildung als Beste des Jahrgangs abgeschlossen und ein paar Jahre in dem Beruf gearbeitet. Danach habe ich 2 Jahre als Sachbearbeiterin in einem Verlag gearbeitet, bevor ich meine erste schwere depressive Episode hatte, was groesstenteils durch erschwerte Wohnverhaeltnisse mit meiner schwierigen Mitbewohnerin ausgeloest wurde.
Ich kuendigte den Job und zog zu meinen Eltern zurueck.
Danach folgte leider keine Therapie, sondern nur der Versuch mit einer Umschulung. Hat nicht geklappt, ich brach die Umschulung waehrend des Praktikums ab, weil es mir wieder zu schlecht ging, um das durchzuhalten.
Dann habe ich geheiratet und war 10 Jahre lang Hausfrau, bin bereits 2009 stationaer und ambulant behandelt worden, aber die Verhaltenstherapie hat nicht geholfen.
Dieses Jahr fing die naechste schwere depressive Episode an. Verursacht durch das zu Hause sein, Hoffnungslosigkeit durch die ploetzliche Arbeitslosigkeit meines Mannes und weiterhin alten Gedankenmustern,die ich seit meiner Jugend aufrecht erhalten habe. Starkes Vermeidungsverhalten sozialer Situationen war nichgt gerade foererlich ueber all die Jahre hinweg.

Jetzt war ich in einer tiefenpsychologischen Gruppentherapie,die mir sehr geholfen hat. Nun habe ich endlich gelernt, was ich brauche.
Naemlich einen Beruf, der mich fordert, der mir Verantwortung gibt und der mich erfuellt. Ausserdem muss er abwechslungsreich sein und viele soziale Kontakte und Moeglichkeiten aus mir raus zu gehen beinhalten. Denn nur so wird sich meine seelische Gesundheit auf Dauer stabilisieren.
Ich habe diesen Beruf gefunden: Erzieherin.

Meine Arbeitsberaterin vom Jobcenter hat sich schon per Email bei mir gemeldet und wird mit mir einen Termin vereinbaren, zu dem auch die Psychologin kommt, die mein Gutachten fuer das Jobcenter erstellt hat.
Dann werden wir gemeinsam die berufliche Reha beantragen, die ich gerne im Berufsfoerderungswerk in Koeln machen moechte. Dort wird naemlich auch die Umschulung zur Erzieherin angeboten.

Jetzt hoffe ich nur, dass ich meine Zukunftsplaene auch in die Tat umsetzen kann.

War jemand von euch schon in beruflicher Reha? Mich wuerden Erfahrungen sehr interessieren :)
 
E

ExitUser

Gast
Hallo, ich war in Michaelshoven.

Ich kann dir nur raten, dort in der Ausbildung mal eine Woche probeweise mitzumachen. Ich kann dir jetzt sicher einiges erzählen, aber das hängt alles so sehr von den jeweiligen Ausbildern und auch von der Gruppe ab, in die man dort hereingerät, dass es nicht viel Sinn machen würde.

Generell sind die Wohnsituation in den Wohnheimen und die Verpflegung in der Mensa dort nicht besonders gut.
 

Amalthea

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Habe schon gehoert, dass das Essen dort nicht so toll sein soll ;)

Aber spricht ja nichts dagegen, sich sein Essen von zuhause mitzubringen, sollte ich mich dafuer entscheiden, dort nicht wohnen zu wollen.
Ich ueberlege noch, ob ich mit dem Auto pendeln soll (sind nur 35 km Autobahn) oder ob mir das auf Dauer zu viel wird und ich lieber mehr Ruhe zum lernen haben will und mehr Kontakt zu den anderen...

Man kann da eine Woche zur Probe mitmachen? Das finde ich gut! Werde ich dann auf jeden Fall mal machen!
 
E

ExitUser

Gast
Na ja, in den Internaten findet man nicht unbedingt Ruhe, aber es gibt mittlerweile einen Raum, wo man sich zum Lernen hinsetzen kann.

Die Probewoche würde ich an deiner Stelle einfordern. Ich glaube, vorgesehen sind nur ein oder zwei Tage Hospitation. Das ist zuwenig, um sich wirklich einen Eindruck zu machen. Natürlich kann man auch das Gespräch mit anderen Teilnehmern suchen. ...

Erstmal wirst du ja vermutlich die Berufsfindung und Arbeitserprobung durchlaufen, oder?
 

Ollunddoll

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Jetzt war ich in einer tiefenpsychologischen Gruppentherapie,die mir sehr geholfen hat. Nun habe ich endlich gelernt, was ich brauche.
Naemlich einen Beruf, der mich fordert, der mir Verantwortung gibt und der mich erfuellt. Ausserdem muss er abwechslungsreich sein und viele soziale Kontakte und Moeglichkeiten aus mir raus zu gehen beinhalten. Denn nur so wird sich meine seelische Gesundheit auf Dauer stabilisieren.
Ich habe diesen Beruf gefunden: Erzieherin.

ich hab dazu mal eine Frage an Dich:

Du willst Erzieherin werden, damit DU DEINE seelische Gesundheit stabilisieren kannst, richtig?
Findest Du das denn den Kindern gegenüber richtig und fair?

Macht es nicht mehr Sinn, ERST die Gesundheit stabilisieren und dann nach dem richtigen Beruf schauen?
 

Amalthea

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Ich bin zurzeit seelisch stabil und ich muss raus aus dem Teufelskreis der sozialen Isolation und Unerfuelltheit, um stabil zu bleiben.
Bin jetzt auch nur stabil, weil ich 11 Wochen Gruppentherapie mit vielen sozialen Kontakten hinter mir habe.
Die Umschulung wird mich weiterhin stabil halten und das darauffolgende Arbeiten auch.

Instabil werde ich nur, wenn ich mich entweder wieder zuhause verkrieche oder in einem Buero oder dergleichen.
 

Amalthea

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@ en jordi: Ja, es gibt extra fuer den Sozialen Bereich so einen Berufsfindungsmassnahme. Sobald ich gruenes Licht fuer die Reha habe, werde ich mich dazu anmelden.
 
E

ExitUser

Gast
@ en jordi: Ja, es gibt extra fuer den Sozialen Bereich so einen Berufsfindungsmassnahme. Sobald ich gruenes Licht fuer die Reha habe, werde ich mich dazu anmelden.

Da muss dein Kostenträger dich anmelden. Ich würde dir raten, dass parallel zum Antrag auf Teilhabe schon unverbindlich machen zu lassen, um längere Wartezeiten zu vermeiden.
 
E

ExitUser

Gast
ich hab dazu mal eine Frage an Dich:

Du willst Erzieherin werden, damit DU DEINE seelische Gesundheit stabilisieren kannst, richtig?
Findest Du das denn den Kindern gegenüber richtig und fair?

Macht es nicht mehr Sinn, ERST die Gesundheit stabilisieren und dann nach dem richtigen Beruf schauen?

Da achten sie beim Bfw schon drauf: Dazu dient die Arbeitserprobung. Die schicken auch Teilnehmer nach Hause oder in andere Maßnahmen.

Ohne tragfähige Perpektive kann niemand auf Dauer seine seelische Gesundheit stabilisieren.
 
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