Berufl. Neuorientierung - Zweitausbildung - etwas komplizier

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Milva

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Hallo,

ich bin nun 36 Jahre alt und wegen meiner Ertaubung zu 70% schwerbehindert.

Meine Schwerhörigkeit machte sich zuerst bemerkbar, als ich ca. 8 Jahre alt war, bis zur völligen Ertaubung vergingen quasi fast 30 Jahre, in denen ich mit verschiedenen Hörgeräten ausgestattet wurde.

Als Kind und Jugendliche habe ich die Behinderung versteckt, überspielt, geleugnet. Insgeheim dachte ich: Ich kann ja eh einmal nicht arbeiten, da ich nicht kommunizieren kann. Meine Familie, Lehrer haben weggeschaut, was dazu führte, dass ich die Behinderung nicht akzeptierte.

Als junge Erwachsene hatte ich keinen Halt, keine Ausbildung, keinen Ansprechpartner, war die meiste Zeit arbeitslos, versteckte mich immer mehr. Bis ich über eine Ärztin auf eine Seminar aufmerksam wurde, in welchem Leuten wie mir geholfen wurde. Das war dann der Anfang meines Lebens.

Mit ca. 28 begann ich eine Ausbildung zur Datenverarbeitungskauffrau, die Ausbildung wurde dann von Seiten der Schule abgebrochen. Anschließend machte ich eine Umschulung zur Fachinformatikerin, da ich dachte, dass ein PC-Job genau das richtige ist für jemanden, der nicht kommunizieren muss. Zu der Zeit war ich an der Grenze meines Hörens.

Ich fand einen Job bei einem Softwareentwickler. Durch mein Hörunvermögen war jedoch Teamarbeit nicht möglich. Ich wurde in die Ecke gesetzt und vergessen. Bis dato sind es 4 Jahre, in der die letzten Reste meines Hörens verschwanden. Psychisch und physisch war ich ganz unten, aber die Alternative war kündigen und das war irgendwie noch ein Tick schlimmer.
In den letzen 4 Jahren habe ich so ziemlich alles vergessen, was ich zum Fachinformatiker wissen soll. Zudem bin ich alleine mit dem Chef in der Firma, Kommunikation gleich Null. Aufträge null. Keine Arbeit. Ich tue 8 Std. am Tag NICHTS, und das seit ca. 2 Jahren. Ich habe jeden Tag Panik beim Aufstehen morgens.

Dann vor 4 Wochen wurde mir an einem Ohr ein Cochlear Implantat eingesetzt. Es handelt sich um ein mechanisches Ohr unterhalb der Schädeldecke. In 4 Wochen ist die Anpassung und dann werde ich wieder hören können. Nicht wie ein Guthörender, aber immerhin so gut wie und nur auf einem Ohr.

Jetzt zum Problem: Ich hasse den Job, das Umfeld. Jetzt, wo ich weiß, dass ich wieder hören werde, möchte ich mit Menschen kommunizieren. Menschen helfen und/oder pflegen. Endlich das tun, zu was ich geboren bin.

Ich sprach mit meinem Chef über Kündigung. Ich konnte einfach nicht mehr. Er war natürlich sofort einverstanden, da es keine Arbeit mehr gibt bei ihm und ich ihm viel koste. Seit Montag habe ich die Kündigung von Seiten der Firma in der Tasche.

Jetzt bin ich wie gelähmt. Einerseits müsste ich froh sein, endlich dem Nichtstun-Terror entronnen zu sein. Anderseits habe ich Angst vor allem, was auf mich zukommen wird. Ich war noch nicht bei der AA. Ich würde gerne eine Zweitausbildung als Altenpflegerin oder -helferin machen. Hab ich überhaupt Chancen? Ich werde Sie selbst bezahlen, das ist mir klar, aber was soll ich tun, welchen Weg soll ich gehen, welche Ämter aufsuchen. Von was soll ich leben? Ich bin wie gelähmt. Kann mir jemand helfen?

Milva
 

wolliohne

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Willkommen im Forum

Liebe Milva,

versuche es nicht zu schwer zu nehmen!
Hier bist Du unter Freund/Innen und Gleichgesinnten.

Als 1.empfehle ich Dir sofort beim AA einen Antrag auf AlGeld zu stellen,weil bezahlt wird erst "ab Antragstellung".
Du bekommst ja 12 Monate ALG1, ich bin mir nicht sicher aber ich glaube es sind 65% des letzten Nettolohnes. (ist bei mir schon lange her)
Danach versuche eine Weiterbildung bewilligt zu bekommen,rede mit Deinem Zuständigen Sachbearbeiter/In od. neu Deutsch Fallmanager/In.

Melde Dich wieder.
Alles Gute.
 

kalle

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Wieder meine beliebte Frage: Schwerbehindertenausweis?
Auch Schwerhörige Menschen können einen Schwerbehindertenausweis bekommen. Dieses hat den Vorteil, das Du bei einer Umschulung leichter an Förderung kommen kannst. Auch Dein evtl. Arbeitgeber kann dann Fördermittel in Anspruch nehmen, wenn er Dich einstellt.

Ich habe es hier einmal geschafft, das zum Beispiel ein Telefon und ein handy für den Schwerhörigen gezahlt wurde. Wegen hörgerät musste es was besonderes sein.
Auch bekam die Firma einen Zuschuß für die Einstellung.

Auch würdest Du dann in der Schwerbehindertenabteilung geführt. Dort gibt es mehr Fördermöglichkeiten.
 
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