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Berlin: Hauptstadt der Erwerbslosen & Prekären...(SAMMELTHREAD)

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ethos07

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#1
In diesen Thread soll alles - außer Wohnen unter Hartz IV - gesammelt oder verlinkt werden, was Berlin als Hauptstadt der HartzIV-Empfänger betrifft.

*********************************************************

Berlin, Hauptstadt der Hartz-IV-Empfänger

In Berlin leben die meisten Hartz-IV-Empfänger. 17 Prozent der 3,4 Millionen Berliner beziehen solche Leistungen. Das sind rund 600 000 Hartz-IV-Empfänger, 60 Prozent von ihnen leben allein. Die geringste Quote hat Bayern mit 3,7 Prozent.
Pro Monat gehen am Sozialgericht rund 3 000 neue Klagen ein, zwei Drittel davon betreffen die Hartz-IV-Gesetze. Bis eine Entscheidung zu Hartz IV in einem Hauptsacheverfahren ergeht, vergeht deutlich mehr als ein Jahr. Die Verfahrensdauer hat sich damit gegenüber 2006 mehr als verdoppelt.
Pro Woche werden etwa 90 Hartz-IV-Fälle verhandelt. In etwa der Hälfte aller Verfahren erreichen die Kläger zumindest einen Teilerfolg.
Zum Start der Hartz-IV-Reform waren fünfeinhalb Richterstellen für Hartz-Klagen eingeplant. Inzwischen hat sich diese Zahl verzehnfacht. Insgesamt befassen sich derzeit 100 Richter am Sozialgericht mit Hartz IV, Renten- oder Versicherungsklagen.
Quelle: Berliner Zeitung, 03.07.2009
 

RudiRatlos

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#2
In Berlin leben die meisten Hartz-IV-Empfänger. 17 Prozent der 3,4 Millionen Berliner beziehen solche Leistungen. Das sind rund 600 000 Hartz-IV-Empfänger, 60 Prozent von ihnen leben allein. Die geringste Quote hat Bayern mit 3,7 Prozent.
Berlin liegt ja auch dichter an Polen, als Bayern. :icon_twisted:
"Sammelthread" ist ein bisschen übertrieben. Das alles ist ein alt bekannter Hut.:confused:
 

ethos07

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#3
Berlin liegt ja auch dichter an Polen, als Bayern. :icon_twisted:
"Sammelthread" ist ein bisschen übertrieben. Das alles ist ein alt bekannter Hut.:confused:
Sammelthread soll das hier ja erst werden ;-)
(habe ich dazu geschrieben damit die Mods den Beitrag nicht zu News/Tagespolitik verschieben, wo er ja auch hingehören könnte.)
 

Kleeblatt

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#4
Vor einigen Wochen allerdings wurde (ich glaube es war im rbb oder einem der anderen ÖR) erwähnt, daß in Berlin 23 % der Menschen entweder ALG I, II oder Sozialgeld erhalten. Danach sprach man davon das 1/5 bis 1/4 der Berliner Bürger am Existenzminimum leben würden.
Das hat mich damals erschüttert, denn das ist, - zieht man mal alle erfolgreich Selbständigen, Beamten, öffentl. Angestellten, Rentner und Politiker ab die hier wohnen, in Wahrheit also eine ganze Menge mehr.

Von den "normalen" Bürgern, die außerhalb dieser o.g. Tätigkeiten als AN unterwegs sind, müßten das dann ca. mehr als die Hälfte sein. :eek:
Deshalb glaube ich auch das es hier mit dem sozialen Frieden nach den Wahlen schnell vorbei sein wird, bedenkt man was so alles für diese Zeit bereits in den Schubladen der Parteien an Zusatzabgaben ect. an Zeitbomben tickt.

Aber auch in den Ballungsräumen der ehemaligen "DDR" sieht es nicht gut aus. Aus dem Bereich Leipzig weiß ich, daß es dort fast so schlimm aussieht wie in Berlin. Was aus MeckPomm nicht wegziehen konnte in den Westen oder gleich ins Ausland ging, hat keinerlei Arbeitsaussichten. Obwohl inzwischen teilweise regelrecht "entvölkert" gibt es dort keine Perspektiven.
Durch diese Zersiedelung allerdings sind die Menschen eher resigniert als auf Krach gebürstet. Wobei ..., also meine Hand würde ich für erregte Mecklenburger nicht ins Feuer legen. BIS die mal agieren ..., aber wenn - dann ...

Schlußendlich geht es den Menschen im Westteil der Republik immer noch um vieles "besser" als im Ostteil. Das, was die "Ostgoten" seit 1990 erlebten, nämlich den massiven Stellenabbau und die Abwanderung oder Pleite sehr vieler Firmen, - DAS kommt nun stark zeitverzögert im Westteil, bedingt durch die Krise, dort auch an.

Nur das niemals versucht wurde im Ostteil Firmen durch Steuergelder zu retten, obwohl einige Firmen es durchaus verdient hätten weiterzubestehen, jedoch waren diese schlichtweg damals die ungeliebten Konkurrenten vieler bestehender Westbetriebe und wurden aufgrunddessen gerne und lautlos "abgewickelt". Der Rest wurde ausgeschlachtet und einzeln verkauft.

Darüber täuschen auch die z.T. toll sanierten Altbauten und Straßen nicht hinweg, zumal dafür massiv EU-Gelder genutzt worden waren und noch genutzt werden, was für den westdeutschen teil kaum in diesem Umfange seitens der EU bereitgestellt wurde und daher mehr und mehr verkommt.

Wohin also genau u.a. alle Gelder des Soli wirklich geflossen sind, - man sollte es mal genau überprüfen.
Jaja, - diese Pracht- und Unsinnsbauten im gesamten Land werden wohl auch einen nicht unerheblichen Teil der Kosten ...
 

larifari33

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#5
Vor einigen Wochen allerdings wurde (ich glaube es war im rbb oder einem der anderen ÖR) erwähnt, daß in Berlin 23 % der Menschen entweder ALG I, II oder Sozialgeld erhalten. Danach sprach man davon das 1/5 bis 1/4 der Berliner Bürger am Existenzminimum leben würden.
Das hat mich damals erschüttert, denn das ist, - zieht man mal alle erfolgreich Selbständigen, Beamten, öffentl. Angestellten, Rentner und Politiker ab die hier wohnen, in Wahrheit also eine ganze Menge mehr.

Von den "normalen" Bürgern, die außerhalb dieser o.g. Tätigkeiten als AN unterwegs sind, müßten das dann ca. mehr als die Hälfte sein. :eek:
Deshalb glaube ich auch das es hier mit dem sozialen Frieden nach den Wahlen schnell vorbei sein wird, bedenkt man was so alles für diese Zeit bereits in den Schubladen der Parteien an Zusatzabgaben ect. an Zeitbomben tickt.

Aber auch in den Ballungsräumen der ehemaligen "DDR" sieht es nicht gut aus. Aus dem Bereich Leipzig weiß ich, daß es dort fast so schlimm aussieht wie in Berlin. Was aus MeckPomm nicht wegziehen konnte in den Westen oder gleich ins Ausland ging, hat keinerlei Arbeitsaussichten. Obwohl inzwischen teilweise regelrecht "entvölkert" gibt es dort keine Perspektiven.
Durch diese Zersiedelung allerdings sind die Menschen eher resigniert als auf Krach gebürstet. Wobei ..., also meine Hand würde ich für erregte Mecklenburger nicht ins Feuer legen. BIS die mal agieren ..., aber wenn - dann ...

Schlußendlich geht es den Menschen im Westteil der Republik immer noch um vieles "besser" als im Ostteil. Das, was die "Ostgoten" seit 1990 erlebten, nämlich den massiven Stellenabbau und die Abwanderung oder Pleite sehr vieler Firmen, - DAS kommt nun stark zeitverzögert im Westteil, bedingt durch die Krise, dort auch an.

Nur das niemals versucht wurde im Ostteil Firmen durch Steuergelder zu retten, obwohl einige Firmen es durchaus verdient hätten weiterzubestehen, jedoch waren diese schlichtweg damals die ungeliebten Konkurrenten vieler bestehender Westbetriebe und wurden aufgrunddessen gerne und lautlos "abgewickelt". Der Rest wurde ausgeschlachtet und einzeln verkauft.

Darüber täuschen auch die z.T. toll sanierten Altbauten und Straßen nicht hinweg, zumal dafür massiv EU-Gelder genutzt worden waren und noch genutzt werden, was für den westdeutschen teil kaum in diesem Umfange seitens der EU bereitgestellt wurde und daher mehr und mehr verkommt.

Wohin also genau u.a. alle Gelder des Soli wirklich geflossen sind, - man sollte es mal genau überprüfen.
Jaja, - diese Pracht- und Unsinnsbauten im gesamten Land werden wohl auch einen nicht unerheblichen Teil der Kosten ...


Na,ja ganz so ist es nicht, es gab viele Firmen die aus dem Westen in den Osten umgezogen sind ,zb. Birkel und Knorr haben alle Fabrikationstätten in München zugemacht um in den Osten umzusiedeln ( Subventuniert natürlich ) Porsche,VW und Müllermilch haben auch Steuergeld bekommen um etwas im Osten zu machen - Und in Mecklenburg Vorpommern vertreiben die vielen Rechtsradikalen jede Menge Touristen - also ein bischen Selbstkritik wäre schon angebracht


Gruß aus München
 

RudiRatlos

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#6
Wohin also genau u.a. alle Gelder des Soli wirklich geflossen sind, - man sollte es mal genau überprüfen.
Jaja, - diese Pracht- und Unsinnsbauten im gesamten Land werden wohl auch einen nicht unerheblichen Teil der Kosten ...
Genau so ist es.:icon_daumen: Die Soliabgaben waren ja auch nur befristet, für ein paar Jahre angedacht. Jetzt werden damit andere Löcher gestopft. Steuergelder und Abgaben werden eh nur zweckentfremdet.
 

ethos07

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#7
In Berlin leben die meisten Hartz IV Betroffenen

Insgesamt sind rund 6,5 Millionen Menschen auf Hartz-IV Leistungen angewiesen. Hierbei sind jedoch nicht nur Erwerbslose mit eingerechnet, sondern auch sogenannte Hartz IV Aufstocker und Menschen die beispielsweise in Reha oder Eingliederungsmaßnahmen sich befinden.

In Berlin leben die meisten Hartz IV Empfänger
6,5 Millionen Menschen sind bundesweit auf Hartz IV-Leistungen angewiesen

Die Bundeshauptstadt Berlin ist in vielerlei Hinsicht Richtungsweisend. Das gilt auch für Lebensbereiche, die nicht Richtungsweisend sein sollten. Nach Angaben des Deutschen Landkreistages leben gemessen am bundesweiten Trend die meisten Bezieher des Arbeitslosengeldes II (ALG II). Rund 17 Prozent der 3,4 Millionen Einwohner sind in Berlin auf Leistungen des ALG II angewiesen.....
Quelle
 

ethos07

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#8
Backstage bei der schönen neuen Offkultur der Hauptstadt....

Unruhige Zeiten
Die Gewerkschaft FAU ruft auf zum Boykott des Kinos Babylon-Mitte
Ralf Schenk

Das Berliner Kino Babylon-Mitte ist bekannt für ein spannendes und abwechslungsreiches Programm. Aber am Montag forderte die Freie Arbeiterinnen und Arbeiter Union (FAU) alle potenziellen Gäste auf, das Kino nicht mehr zu besuchen, bis die Leitung des Babylon ernsthafte Verhandlungen mi t dieser Gewerkschaft aufgenommen hat. Es geht um Lohnerhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen. Lars Röhm von der FAU Berlin, stellt fest: "Ein linkes engagiertes Kino erfordert einen arbeitnehmerfreundlichen Rahmen."

Seit November gibt es einen Betriebsrat im Kino. Zu seinen Forderungen gehören die Erhöhung des Stundenlohns, Nacht- und Feiertagszuschläge, geregelter Urlaub sowie Lohnfortzahlung bei Krankheit. Aber die Leitung des Babylon will die FAU nicht als Gesprächspartner für einen Haustarifvertrag anerkennen, weil sie "in Wirklichkeit keine Tarifverträge verhandeln, sondern politische Aktionen durchführen", sagt Theaterleiter Jens Mikat.

Bei der FAU handelt es sich um eine anarchosyndikalistische Gewerkschaft (.... )

(.... )
Im Babylon verdienen Servicekräfte nach Auskunft von Mikat 5,50 bis 6 Euro und Vorführer 8 Euro pro Stunde. Viele der rund zwanzig Mitarbeiter seien Studenten, oft 400-Euro-Jobber, deren Löhne gar nicht erhöht werden könnten. Zudem hielten sich finanzielle Mittel und die Ausgaben des Hauses etwa die Waage. Mikat: "Wenn wir Spielräume hätten, wären wir die Letzten, die unseren Mitarbeitern nicht einen höheren Lohn zahlen würden." Tatsächlich gibt es Löhne wie im Babylon - mitunter auf der Höhe von Hartz-IV-Sätzen - auch bei Servicekräften in Museen und Theatern.

....

Die scheint auch nötig in einer Institution, die sich als "kulturelles Zukunftsprojekt" versteht und vom rot-roten Senat mit jährlich 320 700 Euro subventioniert wird. Der will sich indes in Tarifkonflikte nicht einmischen. Lars Röhm von der FAU: "Erstaunlich, denn gerade der dunkel-rote Teil der Koalition wappnet sich mit der Forderung nach 10 Euro Mindestlohn für die kommende Bundestagswahl. Dazu nutzte er sogar Veranstaltungen in diesem Kino.
aus Unruhige Zeiten : Textarchiv : Berliner Zeitung Archiv 15.07.09
 
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