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Berechnung Zuzahlung zum Bewo (berufstätig, Einmalzahlungen, Insolvenz...)

Aras

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17 Jun 2012
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Hallo Gemeinde,

ich fürchte, ich brauche den Rat von jemandem, der sich recht gut auskennt.

Seit einem Jahr bin ich berufstätig und habe dann Ende 2013 mit den betreuten Wohnen (im Rahmen einer psychischischen Erkrankung) aufgehört. Arbeit ist soweit ok, privat läuft aber überhaupt nicht gut, deswegen habe ich mich nach langem Ringen und letztlichem einem Schubser eines fürsorglichen Menschen dazu entschlossen, dass ich wohl wieder anfangen muss.

Das Bewo zahlt hier der Landschaftsverband, ich meine, dass das im Rahmen der Eingliederungshilfe erfolgt. Rechtlich gesehen fällt es ins Sozialhilferecht.

Und hier beginnt das Problem.

Mit meinem normalen Einkommen liege ich unter der Freigrenze und muss nichts zuzahlen, es werden aber knapp 75 EUR an den Treuhänder im Rahmen der Insolvenz abgeführt.

Nun werde ich aber im September fast 500 EUR Einkommenssteuer aus dem letzten Jahr wiederkriegen. Außerdem bekomme ich im November Weihnachtsgeld.

Zur Anrechnung und Aufteilung von einmaligem Einkommen habe ich unterschiedliche Infos bekommen. Eine Aussage ist, dass es 6 Monate sind, eine andere sagt (der Betreuer vom Bewo), dass es 12 sind. Bei der Variante mit 12 Monaten müsste ich, wenn die Steuererstattung und das Weihnachtsgeld gleichzeitig zählen, 35 EUR zuzahlen. Bei der 6-Monate-Variante dann schon 135 € UND dazu kommt noch die Pfändung, die wohl vom Sozialhilfeträger nicht berücksichtigt wird. Das sind dann auch noch mal 75 EUR und für November, wenn mein Weihnachtsgeld bei den Banken verwindet, kommen mir jetzt schon die Tränen, zumal es im letzten Jahr ein Gerichtsurteil gab, das den Schuldner schlechter stellt als früher :icon_motz:

Ich habe keine Ahnung, wie diese Konstellation abzurechnen ist. Ich überweise das pfändbare Einkommen auch selbst an den Treuhänder, habe es also auch erstmal kurz auf dem Konto. Nur das für mich verfügbare Einkommen ist ja ein ganz anderes. Zumal ich vom Weihnachtsgeld gerade einen Bruchteil sehe. Wenn das ganz angerechnet wird, dann werde ich auf die Hilfe verzichten.

Ab wann gilt denn diese Umrechnung aufs Jahr oder aufs halbe Jahr? Ab dem Monat nach dem Einkommen oder anders?

Ich fürchte, die Steuererstattung wird auch genau in den Zeitraum fallen, wo ich Kontoauszüge einreichen muss.

Wenn ich das Bewo erst im Dezember beginne, also dann, wenn alle Einmalzahlungen durch sind, ginge das? Oder wird da rückwirkend noch was angerechnet?

Das Ganze fällt in ein sehr heikles Thema, Diskriminierung. Es ist laut UN Behindertenrechtskonvention nicht zulässig, behinderte Menschen aufgrund ihres Einkommens zu benachteiligen. Ich benötige die Hilfe aber genau deswegen. Behinderte Arbeitnehmer fallen bei Hilfebedarf unters SGB XII und sind somit deutlich schlechter gestellt als Hartz IV Bezieher. Es gilt ein Schonvermögen von 2600 EUR, im SGBII ist das ja anders. Bei uns arbeiten nur behinderte Menschen, davon drei, die eine "Persönliche Assistenz" benötigen. Einer dieser Kollegen ist Anwalt und hat ein Einkommen, von dem man ganz gut leben kann. Reich wird er damit aber auch nicht, er ist bei uns einfach nur angestellt und mit Ketten-Befristungen ausgestattet. Und reich kann er nicht werden, er darf ja nur 2.600 sparen, was aber schon fast seinem Netto entspricht. Dann habe ich noch eine junge Kollegin, sie hat einen Masterplatz. Nur sie sagt: "Wozu soll ich es machen? Ich werde niemals was von mehr Einkommen haben, das kassiert direkt der Sozialhilfeträger für ihre Assistenz.

Merkel (das heißt "uns geht es gut"-Deutschland) hat das Ding 2009 unterschrieben, "ratifiziert". Aber im Moment ist es das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben ist. Es ist in Deutschland auch nicht einklagbar, solange es nicht in deutsches (Un)Recht übernommen wird. Passend dazu hat man das ganze eher politisch ins deutsche übersetzt als sprachlich korrekt. Mein Kollege (der oben erwähnte Anwalt) ist mit den möglichen Gesetzesänderungen befasst. Nur da gibts ja wieder genug Leute, die dagegenarbeiten. Siehe Hartz IV Entwurf und dem, was letztendlich in der Ursprungsversion draus wurde (und sich anschließend noch mehr verschlechtert hat)

Also, Fragen ans Forum:

  1. Wird die einmalige Einnahme auf 6 oder 12 Monate umgelegt?
  2. Wann beginnt der Umrechnungszeitraum?
  3. Bringt es irgendwas, wenn ich in den beiden Zuflussmonaten keine Bewo-Stunden mache? Der Leistungszeitraum (Bewilligungszeitraum) beträgt aber ein Jahr.
  4. Wenn ich den Leistungsantrag erst ab dem Monat nach dem Zufluss stelle, geht das? Ist der Zufluss dann noch relevant oder wollen die was abhaben?
  5. Wird die Pfändung berücksichtigt oder nicht?
Ich hab jetzt diese Seite gefunden, da wird Weihnachtsgeld 25% rabattiert (wie nett sie doch sind) und dann aber auf drei Monate verrechnet.
hamburg.de

Ich blick nicht mehr durch :icon_cry:
 
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