Berechnung der Rentenpunkte bei Lücken im Versicherungsverlauf

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ExitUser

Gast
Hallo Zusammen, nun halte ich frustriert meine 1. Renteninfo in den Händen:

Rentenpunkte wurden nur aus Beitragszeiten Alg-II und Erwerbseinkommen berechnet. Ausbildung und Wehrersatzdienst sind offensichtlich nicht berücksichtigt worden.

Hängt das damit zusammen, dass die Arbeitsagentur mich aufgrund eines (unbewussten) Meldeversäumnis damals einfach abgemeldet hatte und so eine Lücke im Versicherungsverlauf entstanden ist? Heißt das Beitragszeiten vor einer Lücke zählen dann nicht mehr?

Wenn ich einen Punkterechner bemühe und Wehrersatzdienst sowie Ausbildungszeiten eingebe, komme ich auf einen wesentlich höheren Wert.
 

bla47

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Hol dir mal den Ausdruck "Erläuterungen zu den Entgeltpunkten". Direkt zum Mitnehmen bei der RV Filiale oder zu schicken lassen.
Dann siehst du genau, was Beitragszeiten / Ausbildungszeiten / Anrechnungszeiten ( bewertet oder nicht ) und Wehrdienst gebracht haben.
Beim Wehrdienst/Zivildienst kommt es auf die Zeit an, wann geleistet. Z.B. 1957 bis 1961 0,75 EP pro Jahr, 1962 bis 1982 1 EP pro Jahr, 1983 - 2000 0,75 EP pro Jahr, ab 2001 60% der Bezugs Größe ( = noch lächerlicher )
Eine Berufsausbildung wird erst ab 1991 automatisch als "berufliche Ausbildung" gemeldet und aufgewertet. Wenn deine schon länger her ist, Unterlagen bei der RV vorzeigen und nachtragen lassen.
 
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Gast
Danke euch beiden!

@Bla47 Auf die Schnelle habe ich die Broschüre "Rente: So wird sie berechnet" gefunden.

Die Kontenklärung ist bereits abgeschlossen. Die Lücke wird leider bleiben.
Soweit haben sie auch alles richtig in der Renteninfo aufgeführt:

Beiträge aus Alg-II und Erwerbsarbeit. Nur wie Schule, Studium und Zivildienst da reinwirken, wird nirgendwo erwähnt. Warum ich das selbst nachrechnen muss, wenn die RV es offensichtlich doch bereits getan hat, verstehe ich nicht. Gibt es da nicht eine Art Berechnungsbogen, den man anfordern könnte?

Dieser Rechner liefert rund 1,5 Punkte mehr, obwohl ich die Alg-II-Zeiten nicht eingeben kann:

Rentenpunkte Rechner der Deutschen Rentenversicherung berechnen

p.s. Meine Eingangsfrage war ja, ob Zeiten vor der Lücke im Versicherungsverlauf wegfallen können.

p.p.s. Wieviel brachte den Alg-II an Rentenpunkten als noch gezahlt wurde?
 
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AndreasB

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Meine Eingangsfrage war ja, ob Zeiten vor der Lücke im Versicherungsverlauf wegfallen können.
Soweit ich weiß, werden nur Anrechnungszeiten nach einer Lücke nicht berücksichtigt.

Wieviel brachte den Alg-II an Rentenpunkten als noch gezahlt wurde?
Es wurden monatlich etwa 40 € an Rentenbeiträgen gezahlt (Vor 2007 waren es noch 78 €.). Das würde etwa 0,1 Rentenpunkt pro Jahr ergeben bzw. monatlich etwa 2 € Rente.
 
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Gast
Ich habe neben AN- und AG-Beiträgen einen Posten Rentenbeiträge aus öffentlichen Kassen. Da wird vermutlich Zivildienst und Alg-II zusammengefasst sein.

Schule oder Hochschule werden gar nicht mehr bewertet, oder?

Dann ist vermutlich der Rechner einfach nicht korrekt. Er rechnet mir 2,25 Punkte für die Schulzeit an.
 

Kalinda

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Die Kontenklärung ist bereits abgeschlossen. Die Lücke wird leider bleiben.
Soweit haben sie auch alles richtig in der Renteninfo aufgeführt:

Nur mal so: Ich habe auch noch nach zig Jahren "abgeschlossener" Kontenklärung - bei alten Konteneinträgen . immer wieder etwas neu abklären können. Ich habe da die DRV so erlebt, dass da nichts in Stein gemeißelt ist. Bei mir waren die Fristen auch immer schon längst abgelaufen. Und wenn ich dann doch nochmal was klären konnte, hat die DRV das anstandslos sofort geändert.

Also solltest Du noch etwas finden, um die Lücke zu schließen, würd ich an Deiner Stelle die DRV anschreiben und um Änderung bitten.
 
E

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Gast
Das geht leider nicht, weil die AfA mich damals abgemeldet hatte und da kann ich noch soviel belegen, es zählen nur die Meldezeiten.

Offensichtlich hat es ja keine Auswirkungen auf die Entgeltpunkte. Die Wartezeit für eine EM-Rente habe ich jetzt auch so zusammen, aber die wäre zu mickrig. Also zeitlebens weiter mit dem Mobzenta rumschlagen ...
 

AndreasB

Priv. Nutzer*in
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Schule oder Hochschule werden gar nicht mehr bewertet, oder?

Dann ist vermutlich der Rechner einfach nicht korrekt. Er rechnet mir 2,25 Punkte für die Schulzeit an.
Nein, der ist korrekt. Maximal 8 Jahre Ausbildung werden als Anrechnungszeit berücksichtigt, davon werden 3 Jahre mit jeweils 0,75 Entgeltpunkten bewertet.
 
E

ExitUser

Gast
Nein, leider hat sich das 2005 schon geändert. Gestern hatte ich den Gesetzestext, aber auf die Schnelle finde ich den nicht mehr.

Hier ist es gut zusammengefasst:

Anrechnung schulischer Ausbildungszeiten in der Rentenversicherung - Existenzgründung und Selbständigkeit - ixpro.de

Das Netz ist voll von verwirrenden Aussagen zum Thema. Wäre ja auch schlimm, wenn die Verbrechen gegen das Solidarsystem jedem Wähler klar wären ...

p.s. Jetzt müsste man mal recherchieren, ob die berufliche Reha als Fachschulausbildung gewertet werden könnte.

So habe es wiedergefunden: § 263 SGB IV
Da sieht man wie die Bewertung mit Rentenbeginn 2009 auf 0 runtergefahren wurde.
 
Zuletzt bearbeitet:

saurbier

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So siehts aus.

Aber auch anderen hat man gegen den Stuhl gepin....

Z.B. die Ausbildungszeiten vor dem 17 Lebensjahr, na wo sind sie mal hin.

Alle die wie ich in frühester Jugend ins Erwerbsleben gingen (meine Generation zum Teil sogar schon mit 13 1/2 in die Lehre) sind genauso betroffen.

Im Endeffekt dreht sich seit 2001 doch alles nur noch um Rentenminderung, die dann ja sogar im Höchstrichterlichen Urteil mit 10,8% Rentenkürzung abgehandelt wurde, oder die Streichung der Anrechnung bei ALG-II Bezug.

Nutzniesser ist der Bund, welcher damit seine jährlichen Zuschüsse geringer halten kann, natürlich auf dem Rücken der Frührentner, aber was solls die paar Einzelfälle.

So denken eben die, welche nie von dieser Rente betroffen sind, eben weil sie sich auf eine Pension freuen dürfen.

Und das Volk ist ja auch nicht besser und die Rentner lassen sich das ja auch gefallen, was z.B. Merkel ja demnächst sicherlich wieder bestätigt bekommen wird, wenn alle bei der CDU/CSU ihr Kreuzchen machen werden.


Gruß saurbier
 
E

ExitUser

Gast
Nutzniesser ist der Bund, welcher damit seine jährlichen Zuschüsse geringer halten kann, natürlich auf dem Rücken der Frührentner, aber was solls die paar Einzelfälle.

Die RV könnte auch leistungsfähig durch das Umlagesystem finanziert werden. Die Beitragsbemessungsgrenzen sind mit einem solidarischen Rentensystem nicht vereinbar.

Nutznießer sind die privaten Versicherungsunternehmen und hauptverantwortlich für die Reformen war die spd, nicht die Union.

Ich denke mein Schock ist exemplarisch und soll die Versicherten spätestens mit der ersten Renteninfo noch einmal dazu bewegen, privat nachzubessern, sofern sie es sich leisten können. Selbst bei der Grundsicherung im Alter plant Pipi mit Freibeträgen für private Renten den Versicheren eine Wohltat zu tun.
 
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