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Berechnung Alg1 nach Umschulung Fiktiv oder nach letzten Gehalt ?

bernhard81

Elo-User/in
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14 Apr 2012
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#1
Hallo,

Hoffe jemand kann mir einen Rat geben oder Klarheit zu folgendem Sachverhalt geben:

Sehr viele Daten und Wirrwar ich weiß.............:eek:


Befand mich von 2006 bis 31.05.2012 in Festanstellung (Vollzeit)

Ich bezog ab 07.06.2011 bis 31.05.2012 Verletztengeld von der Berufsgenossenschaft.

Im Anschluss also ab 01.06. 2012 begann ich eine Umschulung zum Bürokaufmann. ( Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben für Rehabilitanden mi Übergangsgeld)

Diese Umschung war betrieblich.

Der letzte Prüfungstag war der 18.07.2014 und mein alter Ausbildungsbetrieb konnte mich nicht weiter beschäftigen.




Am 19.07.2014 meldete ich mich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos.

Die Dame vom Amt bestand auf biegen und brechen darauf das mein Alg1 fiktiv berechnet wird, da im Bemessungsrahmen kein Entgelt erzielt wurde. (19.07.2014 2 Jahre in die Vergangenheit)
Sie wendete den erweiteren Bemessungsrahmen an.

Ich denke aber das ich nach meinen letzten erzielten Bruttogehalt bemessen werden muss.

Denn laut § 150 SGB 3 muss ja erst der Bemessungszeitraum bestimmt werden. Und Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sind dabei außer Betracht zu lassen.

In meinem Fall:

Arbeitslosenmeldung am 19.07.2014. Die Umschulung war "Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben", darf also nicht berücksichtigt werden laut § 150 SGB 3.
Umschulung von 01.06.2012 bis 18.07.2014

Somit beginnt der Bemessungszeitraum bei mir am 31.05.2012.
Ab 31.05.2012 wird der Bemessungsrahmen festgelegt der ja 1 Jahr beträgt also in meinen Fall bis zum 31.05.2011.

Da ich ja in diesem Bemessungszeitraum Verletztengeld bezogen habe und weniger als 150 Tage Entgelt erzeilte erzielte wird der Rahmen um ein weiters Jahr erweitert. ( § 150 SGB 3 )

Und somit Falle ich in meine alten Endgeldzahlungen meiner früheren Vollbeschäftigung (31.05.2011 bis 31.05.2010)

Nach diesen muss das Bemessungsentgelt ermittelt werden.

Liege ich da richtig oder habe ich einen Denkfehler ?
 

Fritz Fleißig

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#2
Meiner Ansicht nach unterliegst du einem Denkfehler - vorbehaltlich dessen, daß die Verhältnisse so liegen wie von mir angenommen.

Du mußt genau zwischen Bemessungszeitraum und Bemessungsrahmen unterscheiden.

Der Bemessungsrahmen ist diejenige Zeitspanne vor dem Ende des letzten Versicherungspflichtverhältnisses in der Arbeitslosenversicherung, welche überhaupt für die Ermittlung des Bemessungsentgelt herangezogen werden kann. Ich nehme an, daß du während deiner Umschulung in der Arbeitslosenversicherung pflichtversichert warst. Damit endet dein letztes Versicherungspflichtverhältnis am 18. Juli 2014. Du hast dich dann auch unverzüglich arbeitslos gemeldet.

Also reicht der Bemessungsrahmen ein Jahr oder im Falle der Erweiterung zwei Jahre zurück und läuft vom 19. Juli 2013 (beziehungsweise bei Erweiterung vom 19. Juli 2012) an. Zeiten, die außerhalb des Bemessungsrahmens liegen, können in keinem Fall für das Bemessungsentgelt berücksichtigt werden.

Der Bemessungszeitraum sind die Zeiten mit Anspruch auf Arbeitsentgelt innerhalb des Bemessungsrahmens, aus welchen tatsächlich das Bemessungsentgelt gebildet wird. Hier gibt es tatsächlich die von dir zitierten Sonderregelungen, daß bestimmte Zeiten nicht eingerechnet werden - in der Regel deshalb, weil man wegen bestimmter Umstände weniger als sonst üblich verdient hat.

Das ändert aber nichts daran, daß alle berücksichtigungsfähigen Zeiten innerhalb des Bemessungsrahmens, also der letzten zwei Jahre, liegen müssen. Der Bemessungsrahmen wird nicht durch diese Sonderumstände beeinflußt, sondern ist fest auf ein oder zwei Jahre festgelegt.

Laß dir das anhand der bei dir konkret vorliegenden Umstände genau von der Leistungsabteilung der Arbeitsagentur erläutern. Aus der Ferne kann man das nicht genau beurteilen.

Achte auch darauf, daß du bei der fiktiven Einstufung der für dich zutreffenden Qualifikationsgruppe zugeordnet wirst. Das ist diejenige Qualifikation, welche für den Beruf, auf den sich die Vermittlungsanstrengungen hauptsächlich erstrecken müssen, benötigt wird. Bei mehreren in Frage kommenden Berufen gilt der höchstwertige.
 
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