Berechnung AGI nach Teilhabe am Arbeitsleben (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

bandscheib78

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Hallo Zusammen,

ich bin neu hier im Forum und habe folgende Frage:

In den nächsten Tagen werde ich eine Teilhabe am Arbeitsleben erfolgreich beenden und muss mich danach dann arbeitslos melden....

Der Kostenträger der Teilhabe war die DRV Bund, hier habe ich Übergangsgeld bezogen.

Die Dauer der Maßnahme betrug 2 Jahre.

Vor der Maßnahme habe ich ca. 1 Jahr Krankengeld bezogen und davor war ich in einem festen Arbeitsverhältnis.

Nun ist es so, dass mir das Arbeitsamt mitgeteilt hat, dass ich ein fiktives Gehalt angesetzt bekomme. Dieses Gehalt ist deutlich geringer als das, was man in meinem erlernten Beruf im Durchschnitt verdient.....ca. 800 Euro weniger!!!!

Allerdings kann ich das nicht verstehen, denn ich habe Krankengeld bezogen und mit diesem Krankengeld wird ja in die AV eingezahlt. Sprich, das Arbeitslosengeld muss doch von dem Krankengeld berechnet werden und nicht einfach ein Gehalt fiktiv "erfunden" werden?

Denn, ich habe ja auch Formulare für meinen alten Arbeitgeber bekommen, der meinen Verdienst bescheinigen musste. Doch dieses wurde zur Berechnung überhaupt nicht herangezogen.

Ich hoffe, dass mir jemand eine Antwort geben kann. Beim Arbeitsamt stoße ich hier auf leider taube Ohren....

Danke im Voraus
 
E

ExitUser

Gast
Du hast zunächst gegenüber der Leistungsabteilung der Arbeitsagentur ein Recht auf genaue Erläuterung der Gründe für diese Bemessung und der Berechnung im einzelnen. Darauf solltest du auch mit Nachdruck bestehen.

Es ist schon richtig, daß während der Krankengeldbezuges auch in die Arbeitslosenkasse eingezahlt wird. Du warst also während der Zeit versicherungspflichtig und hast entsprechende Versicherungszeiten in der Arbeitslosenversicherung, also einen Anspruch auf ALG erworben.

Für die Höhe des ALG sind aber immer nur Zeiten mit "Anspruch auf Arbeitsentgelt" innerhalb des Bemessungsrahmens von ein oder zwei Jahren maßgebend. Das ist die normale Beschäftigungszeit beim Arbeitgeber einschließlich der Zeit der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Du mußt innerhalb des Bemessungsrahmens auf mindestens 150 Tage (fünf Monate) mit Anspruch auf Arbeitsentgelt kommen. Kommen diese nicht zusammen, wird fiktiv nach Durchschnittssätzen bemessen.

Quelle: §§ 150, 152 SGB III

Auch diese fiktive Bemessung sollte nachgeprüft werden, was die Zuordnung zu Qualifikationsgruppen betrifft.

Die Aushändigung von Formularen für den Arbeitgeber (Arbeitsbescheinigung) erfolgt grundsätzlich und besagt nichts, da ja alles noch im einzelnen geprüft werden muß.
 

bandscheib78

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Hallo,

vielen Dank für die schnelle Rückmeldung!

Also wenn ich Dich richtig verstanden habe, zählt der Bezug von Krankengeld nur dahingehend, dass ich Anspruch auf ALG habe?

Dieses Krankengeld wird demnach nicht zur Berechnung herangezogen?

Aber, wie soll man denn diese 150 Tage erreichen können, wenn man vor dem Tag der Arbeitslosmeldung 24 Monate lang eine Umschulangsmaßnahme hatte? Somit kann ich diese 150 Tage ja nie erreichen, sprich hier greift dann ja immer dieses sogenannte fiktive Gehalt?

Eine Frage zur Einstufung. Welche Qualifikation muss hierbei bewerten werden? Die Neuerworbene, also die, die durch die Maßnahme erworben wurde, oder die Qualifikation vor der Umschulung, sprich alter Beruf?

Ich habe gestern direkt beim Arbeitsamt angerufen. Doch die Dame am Telefon meinte "Es tut mir leid, aber in diesem Bereich wurde ich nicht ausgebildet und kann Ihnen keine Infos dazu geben..."

Ich bat Sie dann, mir einen Rückruf durch die Fachabteilung zu organisieren. Doch dieser Rückruf ist bis jetzt nicht erfolgt...

Vielen Dank nochmals.
 
E

ExitUser

Gast
Also wenn ich Dich richtig verstanden habe, zählt der Bezug von Krankengeld nur dahingehend, dass ich Anspruch auf ALG habe?
Dieses Krankengeld wird demnach nicht zur Berechnung herangezogen?
Ja, so verstehe ich dies auch. Zumal das Krankengeld ja auch nicht dem vollen Arbeitsentgelt entspricht.

Aber, wie soll man denn diese 150 Tage erreichen können, wenn man vor dem Tag der Arbeitslosmeldung 24 Monate lang eine Umschulangsmaßnahme hatte? Somit kann ich diese 150 Tage ja nie erreichen, sprich hier greift dann ja immer dieses sogenannte fiktive Gehalt?
So sieht's bei dir vermutlich aus.

Eine Frage zur Einstufung. Welche Qualifikation muss hierbei bewerten werden? Die Neuerworbene, also die, die durch die Maßnahme erworben wurde, oder die Qualifikation vor der Umschulung, sprich alter Beruf?
Die erforderliche Qualifikation in dem Beruf, auf welchen sich die Vermittlungsbemühungen der Arbeitsagentur nunmehr hauptsächlich erstrecken müssen (§ 152 Abs. 2 Satz 1 SGB III), bei mehreren möglichen Berufen die anspruchsvollste Tätigkeit. Wobei die Qualifikation ohnehin nur schematisch nach dem für diese Tätigkeit erforderlichen Bildungsabschluß ermittelt wird.

Schau dazu bitte auch noch hier rein: https://www.arbeitsagentur.de/zentr...beitslosigkeit/Publikation/pdf/GA-Alg-152.pdf

Ich habe gestern direkt beim Arbeitsamt angerufen. Doch die Dame am Telefon meinte "Es tut mir leid, aber in diesem Bereich wurde ich nicht ausgebildet und kann Ihnen keine Infos dazu geben..."
Ich bat Sie dann, mir einen Rückruf durch die Fachabteilung zu organisieren. Doch dieser Rückruf ist bis jetzt nicht erfolgt..
Weiter dranbleiben. Ich würde an deiner Stelle auch nicht herumtelefonieren, sondern die Auskunft per Fax oder per Brief anfordern (weil das nicht so leicht "vergessen" werden kann).
 

bandscheib78

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Nochmals Danke!

Ich habe jetzt meinem eigentlichen Berater eine Email geschrieben, mit der Bitte um eine Rückmeldung.

Mal sehen, was jetzt kommt...

Das ist alles mehr als undurchsichtig finde ich. Zumal man nichts bekommt nach Abgabe des Antrags, nur eine mündliche Auskunft. Der Bescheid kommt ja erst in 2 Wochen oder so...Aber dann, ist ja das alles schon bearbeitet. Daher will ich dem gleich entgegenwirken, falls was falsch sein sollte...
 
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