Beratungsschein, Prozesskostenhilfe, Probleme mit dem Anwalt (1 Betrachter)

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Bonny 15

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Hallo,
wir mussten wegen einem Berufsunfall einen Anwalt in Anspruch nehmen.
Wir sprachen beim ersten Gespräch beim Anwalt das Thema Prozesskostenhilfe an. Er antwortete sofort wir würden keine bekommen. Ebenso beim späteren Telefongespräch sprach ich die Prozesskostenhilfe in unserem Fall an und das ich es durchgerechnet hätte und nach meinem Ergebniss mir Anspruch hätten (mein Mann ist seit einem Jahr krank, 3 Kinder etc.).
Nun habe ich einen Beratungsschein beantragt, aber vom Amtsgericht noch keinen Bescheid bekommen. Der Anwalt hat erst in der Sache meines Mannes gar nichts unternommen und dann kurz vor Ende letzten Jahres den Schriftverkehr zu zwei Beteiligten aufgenommen. Nun kam eine Kostenvorschussrechnung von über 900 Euro vom Anwalt. Ich habe Ihn daraufhin angeschrieben und gebeten die Rechnung zurückzustellen, bis ich Bescheid bekomme von Amtsgericht wegen dem beantragten Beratungsschein.
Daraufhin bekam ich folgende Antwort:Wir hätten im vorraus nicht darüber gesprochen das er für den Beratungsschein tätig werden solle (Dies stimmt, das mit dem Beratungsschein ist mir erst nach dem gespräch bei ihm eingefallen, wo ich die Prozesskostenhilfe angesprochen hatte, die er gleich verworfen hat.) Weiter schreibt er "Für Beratungshilfe kann ich nur im Ausnahmefall tätig werden, um die wirtschaftliche Arbeitsweise der Kanzlei zu gewährleisten. ". Und ich solle in den nächsten Tagen die Kostenvorschussrechnung überweisen. Antrag auf Prozesskostenhilfe lehnt er auch ab. Was soll ich jetzt machen ich habe keine Ahnung welche Rechte ich habe und was ich jetzt tun kann oder soll.
Für Antworten und Hilfe in dieser Angelegenheit wäre ich sehr dankbar. Ich bin im Moment geschockt und völlig überfordert.
 

hartaber4

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Gesetzliche Unfallversicherung?

Grundsätzlich kannst du dann auch OHNE RA einen PKH Antrag beim SG stellen.

Mehr wie ein "NEIN" kannst du dir nicht abholen...

siehe

§ 183 SGG

Das Verfahren vor den Gerichten der Sozialgerichtsbarkeit ist für Versicherte, Leistungsempfänger einschließlich Hinterbliebenenleistungsempfänger, behinderte Menschen oder deren Sonderrechtsnachfolger nach § 56 des Ersten Buches Sozialgesetzbuch kostenfrei, soweit sie in dieser jeweiligen Eigenschaft als Kläger oder Beklagte beteiligt sind. ff.





siehe auch

§ 73a SGG

(1) Die Vorschriften der Zivilprozeßordnung über die Prozeßkostenhilfe*** gelten entsprechend. Macht der Beteiligte, dem Prozeßkostenhilfe bewilligt ist, von seinem Recht, einen Rechtsanwalt zu wählen, nicht Gebrauch, wird auf Antrag des Beteiligten der beizuordnende Rechtsanwalt vom Gericht ausgewählt.
(2) Prozeßkostenhilfe wird nicht bewilligt, wenn der Beteiligte durch einen Bevollmächtigten im Sinne des § 73 Abs. 2 Satz 2 Nr. 5 bis 9 vertreten ist.
(3) § 109 Abs. 1 Satz 2 bleibt unberührt.


*** ab § 114 ZPO
 

hartaber4

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Der Anwalt hat erst in der Sache meines Mannes gar nichts unternommen und dann kurz vor Ende letzten Jahres den Schriftverkehr zu zwei Beteiligten aufgenommen. Nun kam eine Kostenvorschussrechnung von über 900 Euro vom Anwalt.
Hauptsache (sofern er dann tätig war) er hat keine Fristen verpennt..... aber dazu müsste man etwas mehr wissen.

Kostenvorschuss ist keine Rechnung (Kostennote)!

Habt ihr ihm ein Mandat erteilt ?
 

Bonny 15

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Danke für die Antwort!
Bin im Moment ziemlich konfus!
Habe bei meinen EMails eine Nachricht vom Amtgericht gefunden! Habe im Moment den Verdacht der Anwalt hat einen Anruf getätigt, um die Sache platzen zu lassen. Kann ich mir irgendwo nicht vorstellen, aber erklären kann ich mir im Moment nichts mehr.
Es geht um die Anerkennung der Folgeerkrankungen durch den Berufsunfall von der Berufsgenossenschaft.
 

Bonny 15

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Sorry, ja wir haben ein Mandat erteilt.
Was soll ich tun zahlen und Mandat kündigen, bevor wir noch mehr Geld das wir nicht haben in den Sand setzen? Mein Mann ist seit einem Jahr krank. Ich habe dem Anwalt gesagt ich hätte mit dem Prozesskostenrechner es ausgerechnet, das prozesskostenhilfe möglich ist.
 

Bonny 15

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Er schreibt Kostenvorschussnote. Was heißt das für mich?
 

rechtspfleger

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[...] Daraufhin bekam ich folgende Antwort:Wir hätten im voraus nicht darüber gesprochen das er für den Beratungsschein tätig werden solle (Dies stimmt, das mit dem Beratungsschein ist mir erst nach dem gespräch bei ihm eingefallen, wo ich die Prozesskostenhilfe angesprochen hatte, die er gleich verworfen hat.) [...]
Das ist, muss ich leider sagen, evtl. ungünstig gelaufen.

Zunächst ist anzumerken, dass hier möglicherweise Beratungshilfe (außergerichtliche Tätigkeit) und Prozesskostenhilfe (Tätigkeit in einem gerichtlichen Verfahren) miteinander vermengt werden.

Wenn das Mandat von Anfang zu Beratungshilfebedingungen begründet worden wäre, dürfte der Rechtsanwalt keine Vergütung gegenüber dem Mandant verlangen (ob er das darf, wenn die Beratungshilfe später versagt wird, ist umstritten; dazu kann man z.B. im Rechtspflegerforum heftige Diskussionen nachlesen).

Wenn schon bei Mandatsbegründung das Thema Prozesskostenhilfe angesprochen wurde (auch wenn vielleicht inhaltlich falsch, da es scheinbar zunächst um eine außergerichtliche Tätigkeit geht), könnte man damit argumentieren, dass für den Rechtsanwalt Bedürftigkeit und damit mögliche Beratungshilfe erkennbar war.

Evtl. mit der Bitte um Schlichtung/Vermittlung an die Rechtsanwaltskammer wenden.
 
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