Beratungshilfeschein nachträglich beantragen? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Larissa93

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Hey,

ich werde von unseren Nachbarn wegen falscher Verdächtigung verklagt und müsste Freitag bereits zur Polizei um meine Aussage als Beschuldigte zu machen.
Deshalb hatte ich heute meine Anwältin angerufen und bei Ihr einen Termin für morgen Vormittag ausgemacht.
Anschließend hatte ich beim Amtsgericht angerufen wegen einem Beratungshilfeschein, der Zuständige war heute allerdings außer haus und ist erst morgen ab 8 Uhr wieder erreichbar.
Wenn ich den jetzt morgen nicht erreiche oder ich ihn erreiche, er mir aber den Beratungshilfeschein bis 10 Uhr nicht ausstellen kann, weil er u.u. ja garkeine Zeit für morgen hat, ich aber um 10 Uhr den Termin bei der Anwältin hab, kann ich dann den Beratungshilfeschein auch nachreichen bei der Anwaltskanzlei?

LG
Larissa
 

apfelkuchen

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Als Beschuldigte hast du das Recht, die Aussage zu verweigern, egal was dir die Polizisten erzählen. Hingehen. Personalien angeben. Und weiter zur Sache schweigen. Ggf. maximal sagen, dass du noch anwaltlichen Beistand suchst. Du kannst später immer noch eine Aussage machen, das darf dir nicht negativ ausgelegt werden. Egal um was es geht, ohne anwaltliche Beratung ist man als Beschuldigter IMMER besser dran, wenn man schweigt.
 

Larissa93

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Als Beschuldigte hast du das Recht, die Aussage zu verweigern, egal was dir die Polizisten erzählen. Hingehen. Personalien angeben. Und weiter zur Sache schweigen. Ggf. maximal sagen, dass du noch anwaltlichen Beistand suchst. Du kannst später immer noch eine Aussage machen, das darf dir nicht negativ ausgelegt werden. Egal um was es geht, ohne anwaltliche Beratung ist man als Beschuldigter IMMER besser dran, wenn man schweigt.
Alles klar. Ja ich wollte mich diesbezüglich auch mit meiner Anwältin beraten, morgen.
Aber wie sieht es aus mit dem Beratungshilfeschein, kann ich den nachreichen?
Hab im Internet das hier gefunden, würde das in meinem Fall gelten:
 

Aquedukta

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Als Beschuldigte musst du meines Wissens nicht mal hingehen. Ich würde das auch nicht riskieren, weil die Polizei es natürlich immer mal wieder schafft doch noch eine kleine (unbedachte) Aussage zu bekommen.
Das geht schneller als man denkt oder will und sei es nur aus Höflichkeit, weil man es so gelernt hat auf eine Frage zu antworten.
 

apfelkuchen

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Frag doch deine Anwältin, ob das geht.

Wenn du hingehst, musst du halt ganz sicher sein, dass du die notwendige Widerstandsfähigkeit und Stärke hast, auch bei psychologischen Tricks wirklich immer stur die Schallplatte "ich möchte dazu nichts aussagen. Ich muss mich erst mit meinem Rechtsbeistand besprechen" abzuspielen.
 

Pauer

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kann ich dann den Beratungshilfeschein auch nachreichen bei der Anwaltskanzlei?
Ja, das ist im Wege des sog. Direktzugangs nach dem BerHG möglich. Du solltest dabei allerdings bedenken, dass der Beratungshilfeantrag ggf. auch durch das Gericht abgelehnt werden könnte.
Sollte dann bereits eine Beratung oder sogar Vertretung durch deinen RA stattgefunden haben, tritt die Landeskasse nicht für die Kosten ein. In diesem Fall müsstest du die entstehende RA-Vergütung vollständig selber bezahlen. Insoweit birgt der Direktzugang also ein gewisses Restrisiko hinsichtlich der Kosten für den Antragsteller.
 
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