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Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente ?

Bertolino

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#1
Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente ?

Hallo,
irgendwie hab´ ich noch immer einen „Knoten“ im Kopf, trotzdem ich schon viel zum Thema gelesen habe. Nachdem ich schon einige Male – vermutlich wie die meisten hier – sozialrechtlich in die Falle gegangen bin, denke ich mir, es ist besser sich vorher zu informieren und selber zu handeln, als dauernd auf die Sozialrechtsfallen zu reagieren. Immerhin kann das finanziell und körperlich ganz schön schmerzhaft sein.:icon_cry:
Deshalb meine erste Frage (von vielen) zum Thema vorweg:
Habe ich nun in der zweiten Blockfrist (siehe Daten unten) tatsächlich wieder einen Anspruch auf KG für 78 Wochen oder gibt´s da wieder mal so einen blöden Grundsätzlichjaaberdanndochnichtweil- Paragrafen, den ich vielleicht übersehen habe?:icon_neutral:

Krankengeschichte:
Erste Blockfrist ab 20.02.2015
2015 HWS 6/7 Bandscheiben- OP; Nervenwurzelkompression, Cage implantiert; chronischer Schmerzpatient; Reha AU entlassen
2016 Cage wieder raus, mit einer Platte versteift; Wiedereingliederung erfolgreich
2017 Platte entfernt; Muskel an der rechten Schulter teilweise eingerissen, AU
ab 19.10.17 Reha; 23.10. Aussteuerung; klassische Wunderheilung, Grund siehe unten
2018 LWS Arthrose;
Zweite Blockfrist ab 20.02.2018
Nach der Reha unter Ausnutzung von Urlaubszeiten, Überstunden aus einem Arbeitszeitkonto und anschließend deutlich reduzierter Arbeitszeit konnte ich die AfA gerade noch verhindern, aber durch die Aussteuerung war ich bis zum Ende der Blockfrist und bis ich die 180 Tage "Arbeitszeit" zusammen hatte, für KG- Anspruch blockiert. Ich war also nach der Reha überwiegend„erwerbstätig“. Arbeitsfähig sieht anders aus.:icon_sad:

Gruß
Bertolino
 

Doppeloma

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#2
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bereits einmal ausgesteuert, "droht" EM-Rente ?

Hallo Bertolino,

Deine Überschrift passt irgendwie gar nicht zu deinem Beitrag, müsste ja eher lauten "Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht" ???

Denn von "drohender EM-Rente" habe ich bisher bei dir noch NICHTS gelesen, deine Reha scheint ja dazu auch keine "zukunftsträchtigen" Aussagen zu machen (hast du den Bericht selber vorliegen) ???

Deine Krankheitsliste liest sich zwar sehr "unschön" aber ich kenne deutlich "längere" und die DRV hat da keine Notwendigkeiten erkannt eine EM-Rente geben zu wollen. :icon_evil:

Nach der Reha unter Ausnutzung von Urlaubszeiten, Überstunden aus einem Arbeitszeitkonto und anschließend deutlich reduzierter Arbeitszeit konnte ich die AfA gerade noch verhindern,
Soweit theoretisch wohl gut "vorbereitet" obwohl man die Arbeitszeit selber niemals deutlich reduzieren sollte, das beschleunigt noch den finanziellen "freien Fall" ...
Deine zukünftigen Lohnersatzleistungen werden ja dann auch aus diesem geringeren Einkommen berechnet.

aber durch die Aussteuerung war ich bis zum Ende der Blockfrist und bis ich die 180 Tage "Arbeitszeit" zusammen hatte, für KG- Anspruch blockiert.
Nicht ganz, für viele andere Diagnosen hättest du keine 6 Monate gebraucht für einen neuen Anspruch auf Krankengeld, nur für die bereits Ausgesteuerte gilt diese "Karenz-Zeit".

Ich war also nach der Reha überwiegend„erwerbstätig“. Arbeitsfähig sieht anders aus.
Das siehst du sicher richtig aber die KK wird bestimmt auch neue Ideen entwickeln, um dir das Leben schwer zu machen in einem erneuten Krankengeld-Bezug, da wird bald die nächste Aufforderung zur Reha folgen.

Und sei es nur weil die KK auf eine Ablehnung und "Umdeutung in EM-Rente hofft", allerdings darf die KK inzwischen auch direkt (nach § 51 SGB V) einen Antrag auf EM-Rente fordern.

Keine Sorge, das bedeutet ja noch lange nicht, dass die DRV dir auch eine bewilligen wird, damit haben die das (meist) nicht so eilig.
Ich würde mal Interessehalber wissen wollen wie alt du bist, da kann man auch etwas abschätzen welche Einfälle so von KK und DRV noch zu erwarten sind.

Bis du eine EM-Rente ernsthaft abwehren musst dürfte aber noch eine Weile dauern ... deine Überschrift klingt als stünde der Postbote schon (fast) mit dem Bescheid vor der Türe ...

MfG Doppeloma
 
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peter-55

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#3
AW: Erwerbsminderungsrente so lange hinauszögern wie möglich

Ja das würde ich auch so machen.
 

Bertolino

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#4
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bereits einmal ausgesteuert, "droht" EM-Rente ?

Danke erstmal, Doppeloma,
Deine Überschrift passt irgendwie gar nicht zu deinem Beitrag,
"Wenn du da gleich alles auf einmal hinschreibst, wird deinen Roman hier kein Mensch lesen." Kommentar meiner liebsten Frau.:love: Und sie hat wie immer recht.:biggrin:

keine "zukunftsträchtigen" Aussagen zu machen (hast du den Bericht selber vorliegen) ???
Den Bericht habe ich. Die Ärztin wollte mich weiterhin AU schreiben, mit Wiedereingliederung, das hätte ich zum damaligen Zeitpunkt 10/17 wahrscheinlich ohnehin nicht geschafft, wenn dir täglich vor Schmerz der kalte Schweiß auf der Stirn steht. Also Wunderheilung, Urlaubsabgeltung etc., um Zeit zu gewinnen. Heute 08/18 habe ich zwar noch Schmerzen, aber ich bin immerhin körperlich stabil.

gut "vorbereitet"
…was sich anfühlte wie ein Waschmischen- Vollwaschgang mit Extraschleudern, oder wie ein angeschossener Hase. Wer da wohl der Jäger ist?

Deine zukünftigen Lohnersatzleistungen werden ja dann auch aus diesem geringeren Einkommen berechnet.
Ja leider, allerdings habe ich immer noch meinen Vollzeit- AV, die vorhergehenden Zeiten waren/sind befristet.

nur für die bereits Ausgesteuerte gilt diese "Karenz-Zeit".
Auf meiner AU- Bescheinigung steht bisher immer nur diese einzige Diagnose: M52.1, das reicht für den Moment, weitere kommen dann ohnehin ungefragt.

die KK wird bestimmt auch neue Ideen entwickeln, um dir das Leben schwer zu machen
was auch schon wieder losgeht, trotz noch fehlender AU.
Beispiel: 2017 Antrag auf "langfristige Heilmittelbehandlung" mit 52.1 genehmigt, 2018 abgelehnt, weil "nicht in der Diagnoseliste". Der HA hat mir (kopfschüttelnd und grinsend) ein neues KG- Rezept mit 50.1 ausgestellt, das ist in der Liste. Widerspruchsverfahren läuft. HA: "Wir machen immer nur einen Schritt, das bekommen wir schon hin." Allerdings stehe ich nun wieder ohne Rezept da, und die KK lässt sich bestimmt sehr viel Zeit, das spart eine Menge Geld.

wie alt du bist,
bald 49= viiiieel zu gesund für EMR. Genau die versuche ich bestenfalls zu vermeiden oder eben hinauszuzögern - wenn möglich.

deine Überschrift klingt als stünde der Postbote schon (fast) mit dem Bescheid vor der Türe
Zumindest in meiner Fantasie ist das so. In der Wirklichkeit bin ich angetreten, genau das zu verhindern. Der Weg ist weit und alternativlos und ich kämpfe.

Also, es besteht KG- Anspruch, keine weiteren Fallstricke zumindest diesbezüglich, danke für die Info. Ich melde mich bald, dann wird vielleicht auch der Hintergrund für meine Überschrift deutlicher.

Gruß
Bertolino
 
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Bertolino

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#5
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bereits einmal ausgesteuert, "droht" EM-Rente ?

Hallo, Doppeloma,
ich hab mir den §51 nochmal angeschaut. Das ist ja der Hammer, das ist ja praktisch ein Freibrief für die KK:

"(1) 1Versicherten, deren Erwerbsfähigkeit nach ärztlichem Gutachten erheblich gefährdet oder gemindert ist, kann die Krankenkasse eine Frist von zehn Wochen setzen..."

Wenn ich krankgeschrieben bin, dann ist meine Erwerbsfähigkeit doch vom ersten Tag an "gemindert", bei den meisten ohnehin "erheblich gemindert":icon_eek:. D. h. die können dich sofort auffordern, einen Antrag zu stellen oder habe ich da was falsch verstanden? Wenn du dir dann auch noch Zeit lässt (10 Wochen - Verzögerungstakik:icon_hihi:), dann sagen die am Ende: Da kann´s mit deiner Krankheit auch gar nicht so schlimm sein.

Gibt es da Erfahrungswerte, wann die mit ihrem Aufforderungs- Freibrief daherkommen?

In meiner ersten Blockfrist hatte ich beim FA zufällig ein Schreiben des MDK betreffend meine Person gesehen, das war etwa drei bis vier Monate vor der Aussteuerung. Den Inhalt des Schreibens hatte ich leider nicht in Erfahrung gebracht, aber ich vermute doch, dass es um eine Prüfung bezüglich besagter Aufforderung ging. Jedenfalls hatte ich damals keine Aufforderung von der KK bekommen, auch keine nachträgliche, weil ich etwa zeitgleich schon den Antrag gestellt hatte.

Gruß
Bertolino
 
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Doppeloma

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#6
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bereits einmal ausgesteuert, "droht" EM-Rente ?

Hallo Bertolino,

"Wenn du da gleich alles auf einmal hinschreibst, wird deinen Roman hier kein Mensch lesen." Kommentar meiner liebsten Frau. Und sie hat wie immer recht.
Nicht ganz, wir wünschen uns hier aussagefähige Überschriften, die schon ungefähr ahnen lassen worum es gehen wird in dem Thema ... dafür hat unser Tech-Admin extra 110 Zeichen eingerichtet. :peace:

Es bringt also wenig, wenn 20 neue Themen mit der nichtssagenden Überschrift "HILFE, ich weiß nicht weiter" eröffnet werden ... da wird es dann auch kaum Antworten geben.

Wir wünschen eben etwas mehr Info zum "Kern der Sache" schon in der Themen-Überschrift, darum habe ich das noch etwas ergänzt.
Auch in den Beiträgen sind sinnvolle, wichtige Informationen durchaus erwünscht ...

Auf "Bin schon lange krank, muss ich EM-Rente akzeptieren ???" wird wohl kaum Jemand eine vernünftige Antwort geben können.

Dann lassen wir uns mal überraschen wie es weitergeht bei dir und was du dazu berichten wirst ... bitte bleibe damit auch weiter HIER in diesem Thema ... :idea:

Schönen Restsonntag von der Doppeloma

PS: auf deinen Beitrag antworte ich dir später noch, jetzt muss ich erst mal :icon_pause: machen :bigsmile:
 
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Bertolino

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#7
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bereits einmal ausgesteuert, "droht" EM-Rente ?

Danke, hab ich verstanden. Die Überschrift dürfte jetzt passen.
Auch noch einen schönen Sonntag, jetzt gibt´s :icon_pause:

Gruß
Bertolino
 

RobbiRob

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#8
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bereits einmal ausgesteuert, "droht" EM-Rente ?

"(1) 1Versicherten, deren Erwerbsfähigkeit nach ärztlichem Gutachten erheblich gefährdet oder gemindert ist, kann die Krankenkasse eine Frist von zehn Wochen setzen..."
Die Krankenkasse braucht ein Gutachten vom MDK, die 10 Wochen kann man ausnutzen, wenn man denn will.

In der Praxis wird es bei längerer AU aber sehr oft auf so eine Aufforderung hinauslaufen.

Die 78 Wochen sind daher eher theoretischer Natur, da ja fast immer auch noch die 6 Wochen Lohnfortzahlung abgezogen werden.
 
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Doppeloma

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#9
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Hallo Bertolino,

ich hab mir den § 51 nochmal angeschaut. Das ist ja der Hammer, das ist ja praktisch ein Freibrief für die KK:
Der wird ja auch fleißig genutzt von allen gesetzlichen KK jedenfalls, das ist aber nicht so neu, neu ist (seit letztes Jahr ergänzt), dass auch direkt zum Antrag auf EM-Rente aufgefordert werden darf.

"(1) 1Versicherten, deren Erwerbsfähigkeit nach ärztlichem Gutachten erheblich gefährdet oder gemindert ist, kann die Krankenkasse eine Frist von zehn Wochen setzen..."
Damit ist gemeint, dass der MDK eingeschaltet werden muss um zu bestätigen (meist nach dürftiger Aktenlage), dass eine solche "Gefährdung / Minderung der Erwerbsfähigkeit" bereits vorliegt.

Das kann natürlich auch nur eine Vermutung sein, denn in der Regel haben weder KK noch MDK dazu überhaupt medizinische Berichte vorliegen.
In meinem Falle genügte dem MDK die AUD-Liste der KK, aus der ja nur die "blanken" Diagnosen ersichtlich sind und keine weiteren Angaben zur (aktuellen) Schwere der Erkrankung.

Daneben hatte wohl der MDK (die KK darf das ja gar nicht) schon frühzeitig "diskreten" Kontakt zu meinem Psychiater aufgenommen, als ich noch in der Lohnfortzahlung meiner Firma war und wollte schon Auskünfte zu meinen Genesungs-Aussichten haben. :idea:

Wenn ich krankgeschrieben bin, dann ist meine Erwerbsfähigkeit doch vom ersten Tag an "gemindert", bei den meisten ohnehin "erheblich gemindert".
Das ist ein Irrtum, da müsste ja jeder mit einer "banalen Erkältung" und etwas Fieber gleich als schwer Erwerbsgemindert Aussichten haben schnell die EM-Rente bekommen ... Arbeits-UNFÄHIGKEIT ist ein vorübergehender Zustand ...

NUR denn KK geht das inzwischen meist nicht mehr schnell genug vorüber, jedenfalls wenn es lt.Diagnose auf der AU wohl kein "harmloser Schnupfen" ist ...

Deine Erwerbsfähigkeit gilt erst bei bestimmter Dauer (und bestimmten Diagnosen) einer AU als gefährdet und natürlich werden gerne psychische Diagnosen schnell in diese Richtung "ausgedehnt", nur helfen überstürzte Reha-Maßnahmen (ohne ausreichende Behandlungs- / Therapiephase DAVOR) den Betroffenen auch nicht wirklich schneller gesund zu werden. :icon_evil:

Bei einem Beinbruch mit rund 6 Wochen Gips wird man wohl nicht auf diesen Gedanken kommen, das mit einer Reha beschleunigen zu können und in 2 Wochen kann der Gips dann schon runter = "Wunderheilung durch Reha" ... :icon_hihi:

D. h. die können dich sofort auffordern, einen Antrag zu stellen oder habe ich da was falsch verstanden?
Das hast du schon richtig verstanden, besonders dann wenn du schon mal mit dieser oder einer ähnlichen Diagnose (länger) AU gewesen bist geht das auch mal sehr schnell mit dieser feststellung des MDK und der nachfolgenden Aufforderung eine Reha zu beantragen.

Wenn du dir dann auch noch Zeit lässt (10 Wochen - Verzögerungstakik), dann sagen die am Ende: Da kann´s mit deiner Krankheit auch gar nicht so schlimm sein.
Das nun eher nicht aber es wird oft auf die Unkenntnis der Rechtslage gehofft und diese gesetzliche 10 - Wochenfrist einfach "unterschlagen" ... (also nicht extra erwähnt :idea:).
Man schreibt eben, dass man dir ganz dringend helfen will schneller gesund zu werden und, dass du doch bitte die beigefügten Unterlagen (Reha-Antrag gemäß § 51 SGB V) innerhalb spätestens 2 Wochen an die KK zurück geben sollst.

Wer kann da schon "Nein" sagen wenn gleichzeitig mit dem Entzug des Krankengeldes gedroht wird, die Wenigsten lesen dann mal nach was dazu überhaupt im Gesetz steht, wenn die KK das so schreibt, dann wird das schon stimmen ... die meinen es doch "nur gut" ...

Gibt es da Erfahrungswerte, wann die mit ihrem Aufforderungs- Freibrief daherkommen?
Dazu gibt es keine Erfahrungswerte, das macht JEDE KK wie sie lustig ist, Manche haben diese Post schon direkt nach der Lohnfortzahlung bekommen, andere auch mal gar nicht aber das wird immer seltener.
Denn die KK spart ja (bei Bewilligung durch die DRV) wenigstens über die Reha-Wochen schon mal das eigene Geld, es gibt ja "Übergangsgeld" von der DRV.

Und man hofft natürlich auf eine Entlassung als "Arbeits-FÄHIG", dann wird man die weitere Ausstellung einer AU durch den behandelnden Arzt auch sehr schnell "in Frage stellen" und durch den MDK überprüfen lassen, ob die AU wirklich noch notwendig ist.

Immerhin hatte die Reha-Klinik den Kandidaten ja für "gesund" erklärt, zumindest soll er es am Tag der Entlassung gewesen sein.
Besonders Arbeitslose entlässt man dann erst mal an die AfA zur Arbeitsvermittlung ... das ergibt den nächsten "Spar-Effekt", denn wenn die dann doch schnell wieder krank werden (weil sie es einfach auch noch sind) dann wird das Krankengeld nur noch in Höhe des ALGI gezahlt.

Vorher war das noch direkt aus dem letzten Brutto-Einkommen berechnet worden, nun erfolgt die Leistungsfortzahlung (§ 146 SGB III) für 6 Wochen von der AfA und dann wird der gleiche Betrag auch nur noch als Krankengeld gezahlt.

Diese 6 Wochen gehen natürlich auch zusätzlich vom Gesamt-Anspruch auf Krankengeld runter ... (genau wie die Lohnfortzahlung vom AG vorher und die Reha-Wochen mit "Übergangsgeld" von der DRV) Und die Differenz zwischen dem früheren Krankengeld (vor der Reha) und dem nach ALGI ist meist auch nicht gerade gering ...

In meinem konkreten Falle hat man bei der ersten Langzeit-AU (wegen Herzklappen-OP) auf eine Reha verzichtet, es war klar, dass man mich dort auch NICHT hätte "wunderheilen" können, genau so klar war aber auch, dass ich ohne OP nicht mehr Arbeits-FÄHIG werde.

Es war aber noch klarer, dass ich ohne OP nicht mehr lange leben werde, also hat man mich "in Ruhe" krank sein lassen, bis die OP dann durchgeführt und überstanden war.
Danach kamm sowieso eine AHB (Reha als Anschluss-Heilbehandlung) und dann durfte ich immer noch AU bleiben, bis die KK dann meinte nun sei es mal "genug", ich solle mal langsam wieder anfangen zu arbeiten.

Da ist mir zum ersten Male klar geworden, wozu die KK immer den Reha-Bericht haben wollen, NICHT um uns bei der Genesung zu helfen, sondern um darin unserer "prognostizierte" Genesung (lt. Reha-Klinik) zu finden.

In meinem Bericht von der Herz-Reha stand drin, dass ich in etwa 6 - 8 Wochen (bei ungestörtem Erholungs-Verlauf) wohl soweit sein "könnte", die Arbeit wieder aufzunehmen.

Diese Wochen waren nun schon vorbei und überschritten, also hat man mir schriftlich mitgeteilt, dass man meine AU als beendet ansieht und ich wenige Tage später die Arbeit wieder aufnehmen könne ... :doh:

Mehr bei Interesse gerne später, jetzt geht die "Nachteule" erst mal schlafen.

MfG Doppeloma
 

Bertolino

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#10
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bereits einmal ausgesteuert, "droht" EM-Rente ?

nach ärztlichem Gutachten
Da hab ich drübergelesen bzw. mit der AU- Bescheinigung verwechselt.:doh:
Allerdings ist das ärztliche Gutachten nach Aktenlage schnell beigebracht, wenn ich das so von anderen Berichten hier richtig herauslese. Ich war die letzten Jahre noch nicht in der Situation.
Gruß Bertolino
 

Bertolino

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#11
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Der wird ja auch fleißig genutzt von allen gesetzlichen KK jedenfalls, das ist aber nicht so neu, neu ist (seit letztes Jahr ergänzt), dass auch direkt zum Antrag auf EM-Rente aufgefordert werden darf.
Dann weiß ich jetzt, was demnächst auf mich zukommen kann, wenn ich wieder krankgeschrieben werde.

Damit ist gemeint, dass der MDK eingeschaltet werden muss um zu bestätigen (meist nach dürftiger Aktenlage), dass eine solche "Gefährdung / Minderung der Erwerbsfähigkeit" bereits vorliegt.
Dann war das damals ein paar Monate vor der Aussteuerung mit Sicherheit dieser Vorgang.

als ich noch in der Lohnfortzahlung meiner Firma war und wollte schon Auskünfte zu meinen Genesungs-Aussichten haben. :idea:
Ich fass´es nicht!:icon_motz:

Das ist ein Irrtum,
Dann sollte ich langsam anfangen, genau zu lesen, was da in einem Paragrafen drinsteht.
Dabei hatte ich es selbst weiter oben schon richtig (im Umkehrschluss) formuliert: Ich war erwerbstätig. Arbeitsfähig sieht anders aus.

besonders dann wenn du schon mal mit dieser oder einer ähnlichen Diagnose (länger) AU gewesen bist geht das auch mal sehr schnell
Dann wird das bei mir vielleicht in naher Zukunft ganz schnell aktuell.
So sieht´s aus: Im Jahr 2018 innerhalb der zweiten Blockfrist bisher AU genau vier Wochen und zwei Tage. Demnächst weitere AU für (vorerst) genau 2 Wochen, das bedeutet, darin sind 2 Tage mit Anspruch auf KG enthalten. Ich muss das so machen, weil ich noch kein Gespräch mit dem AG geführt habe, wie es weitergeht und ich mir damit zunächst das höhere KG sichere, falls ich dann doch ab 01. September in TZ gehe. Genaueres dazu später, das steht noch in den Sternen.

Das nun eher nicht aber es wird oft auf die Unkenntnis der Rechtslage gehofft und diese gesetzliche 10 - Wochenfrist einfach "unterschlagen"
Genau, und je mehr Kenntnis jemand (= Patient) besitzt, desto weniger steigt wenigstens aus diesem Grund :idea:der Blutdruck! Hab ich schon mehrmals hinter mir...

Dazu gibt es keine Erfahrungswerte,
Wobei dann, wie du in deinem Beispiel schreibst, auch schon in der Zeit der Lohnfortzahlung mit "Aktivitäten" von Seiten der KK zu rechnen ist. Ich werde dann berichten, ob bzw. wann meine KK bezüglich AU aktiv wird.

Und man hofft natürlich auf eine Entlassung als "Arbeits-FÄHIG",
… nicht weil man sich freut, dass es dem Patienten wieder gut geht. Auch wenn das so manchmal in der freundlichen Briefen der KK drinsteht. Siehst du, schon dazugelernt:icon_mrgreen:

dann wird das Krankengeld nur noch in Höhe des ALGI gezahlt.
Auf diese Gesetzgebung fallen auch sicher viele herein, zumindest am Anfang.

Diese 6 Wochen gehen natürlich auch zusätzlich vom Gesamt-Anspruch auf Krankengeld runter
Oder andersrum: 6 Wochen LFZ+ z.B. 4 Wochen Reha + 6 Wochen ALG + 62 Wochen KG = 78 Wochen. Richtig so? Einfach genial, diese Gesetzgebung. Meint doch jeder Gesunde, bzw. erstmals Kranke, wenn er 78 Anspruch auf KG hat, dann bekommt er auch KG für 78 Wochen.:biggrin:

Da ist mir zum ersten Male klar geworden, wozu die KK immer den Reha-Bericht haben wollen
Und deshalb wie du schon oft geschrieben hast: keine Schweigepflichtentbindung hierzu, es sei denn du willst dich später ärgern.

Mehr bei Interesse gerne später, jetzt geht die "Nachteule" erst mal schlafen.
Sehr gerne, da kann ich - und es gibt sicher noch ein paar Mitleser - noch einiges lernen.

Jetzt fällt mir auf, dass ich noch gar nicht dazugekommen bin, meine ursprünglichen Fragen zu stellen, weil jetzt plötzlich noch ganz andere Informationen in den Vordergrund getreten sind.:icon_lol: Schön der Reihe nach. Ich melde mich.

Gruß
Bertolino
 

Bertolino

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#12
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Hallo, Doppeloma,

bevor ich nun meine weitere Frage stelle, kurz zu meinem Motiv, warum ich mich zu diesem Thema überhaupt informiere, obwohl doch die EMR noch Lichtjahre entfernt ist. Du wirst schon beim Lesen die zahlreichen Fehler erkennen. Heute bin ich auch klüger:idea:.

Ich war ab Februar 2015 erstmalig über einen längeren Zeitraum krankgeschrieben, die Jahrzehnte davor keine 14 Tage insgesamt. Zunächst war LFZ, da passiert von Seiten der KK nichts, selbst wenn du keine AU- Bescheinigung einreichst. Ich hatte die dennoch mangels besseren Wissens per einfacher Post eingereicht. Soweit lief alles glatt, KG wurde bezahlt, ich glaub das waren ohnehin nur zwei Wochen. Dann kam die Reha. Dort wird dir auch wieder gesagt, was du machen sollst (Antrag Übergangsgeld) und dass du nach der Reha unverzüglich eine AU- Bescheinigung benötigst, weil du weiterhin krankgeschrieben bist. Genauso hab´ ich das gemacht und noch genauer so, wie es die KK auf ihrer Homepage beworben hatte.:doh: Und ab jetzt nahm das Unglück seinen Lauf. Damals war Poststreik, ich dachte also, dass es etwas länger dauern würde. Nach vier Wochen kam ein Anruf einer SB: Die AU- Bescheinigung fehlt. Kein Problem, ich schicke eine Kopie. Verwaltungsakt: KG- Anspruch ruht. Trotz Widerspruch und Einschaltung der Schiedsstelle: keine Chance, keine Kulanz, nichts, niente, nada, 4 Wochen ohne Geld. Damit war auch mein naives Vertrauen in die Behörden unwiderruflich dahin. Gürtel enger schnallen kann ich schon immer, aber einen solchen Bluthochdruck hatte ich noch nie.

Also habe ich mir geschworen, dass mir das nie wieder passiert, weil ich es nicht erlaube. Und wenn ich doch mal wieder auf einen Fallstrick hereinfalle, dann nicht in diesem Ausmaß.

Dabei hallt mir heute noch der Satz der SB nach, die mich angerufen hat (Ich weiß schon: keine Anrufe von Seiten der KK annehmen): „Jetzt haben wir ein Problem!“ Zum einen hatten nicht „wir“ ein Problem, sondern ich. Zum zweiten hätte auch ein Schreiben als Verwaltungsakt gereicht, so wie die SB das 3 Tage später gemacht hat. Ich kann mir das nur so erklären, dass die SB auch noch Gefallen daran hat, wie unwissende Kunden reagieren.:icon_twisted:

Und auch das: der endgültige Verwaltungsakt „Ruhen des Krankengeldes“ incl. Meldung der Daten an die RV kam zeitlich vor der Entscheidung der Schiedsstelle. Das muss also intern klar geregelt sein.

Einziger Trost: Als die 78 Wochen Anspruch abgelaufen waren, zahlte mir die KK 4 Wochen KG weiter. Fürsorglichkeit als Motiv schließe ich aus, schon eher dass letztlich die 4 Wochen „Ruhen des KG“ nicht in die Anspruchsdauer mit eingerechnet wurden. Wenn dem so sein sollte, fühlt sich das sehr gut an.

So, und nun zu meinem nächsten „Knoten“:

Eine Erwerbsminderungsrente sollte ich zeitlich so lange hinauszögern wie möglich. Ich brauche noch etwa 3 Jahre, bis ich insgesamt 35 Rentenjahre zusammen habe und dann immerhin als „langjährig versichert“ gelte. Das „wie möglich“ habe ich im Blick. Ich werde demnächst ein Gespräch mit dem AG führen. Da ich einen wirklich sehr guten AG habe, kann ich schon jetzt das wahrscheinliche Ergebnis benennen: zeitlich befristeter Teilzeit- AV für ein Betriebsjahr (September bis August) mit etwa 20 Stunden (als Zusatzvereinbarung zum VZ- Arbeitsvertrag) und vielleicht eine Umschulung beim selben AG, dann kommen nochmal Stunden dazu. Von den 20 Stunden werde ich tatsächlich 10 Stunden arbeiten, also mehr als bisher, weil dieser zeitliche Umfang im Moment möglich ist und auch guttut, der Rest kommt aus einem Arbeitszeitkonto, das dann auch aufgebraucht ist.

Wenn ich mich nun im kommenden Betriebsjahr krankschreiben lassen müsste, dann hab ich mir auch schon selbst ins Knie geschossen(September bis Dezember sofort, ab Januar nach Ablauf der LFZ): Das KG ist ja vom letzten Gehalt abhängig, da bleibt fast nichts mehr übrig, und darin enthalten ist auch noch die Zeit aus dem Arbeitszeitkonto für tatsächlich bereits geleistete Arbeit aus früheren Jahren. Das Leben ist kein Wunschkonzert – leider, gelle.

Szenario 1: Ich werde meinen Arbeitsplatz solange wie möglich in Teilzeit erhalten, vorausgesetzt der AG unterstützt diesen Weg und vorausgesetzt die Schmerzen werden dadurch nicht größer. Andererseits verzichte ich dadurch auf den im Moment noch bestehenden Anspruch auf höheres KG. Und wenn ich mich dann wegen der (unfreiwillig wegen der Schmerzen eben) herabgesetzten Arbeitszeit gar nicht mehr krankschreiben lassen muss, dann spricht doch eine unterlassene Krankschreibung – also wenn ich künftig auf dieser Basis arbeitsfähig bin - langfristig gegen einen Anspruch auf EMR, oder? Aber 10 Stunden entsprechen „unter 3 Stunden“ Restleistungsvermögen.

Szenario 2: Ich lasse mich dauerhaft krankschreiben. Dadurch bleibt mir das im Moment noch höhere KG erhalten. Aber die KK wird bald aktiv, wie du das beschrieben hast. Zudem kann ich eine mögliche Umschulung gar nicht antreten.

Ich frage ja nun nicht, was ich tun soll. Das muss ich letztlich selbst entscheiden. Aber ich kann mir vorstellen, dass du mir beim "Knotenlösen" helfen kannst.

Gruß
Bertolino
 

Bertolino

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AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bereits einmal ausgesteuert, "droht" EM-Rente ?

Dann lassen wir uns mal überraschen wie es weitergeht bei dir und was du dazu berichten wirst ... bitte bleibe damit auch weiter HIER in diesem Thema ... :idea:
Dann berichte ich mal weiter. Das hier wird vermutlich eine Geschichte, die sich - "hoffentlich" - noch viele Jahre hinziehen wird. Zwischenzeitlich war ich im Forum unterwegs und habe viel dazugelernt. Ja, Lesen bildet!:idea: Danke, Doppeloma, unzählige sozialrechtliche Fragen haben sich durch deine vielen anderen Beiträge schon erledigt und zumindest in dieser Hinsicht kann ich schon mal einiges abkürzen.

24.08.18 Stand der Dinge
Heute hat mich mein HA für zwei Wochen AU geschrieben, ohne Wenn und Aber, er fragt immer schon von sich aus nach, wann er wieder "darf".:icon_hihi: Damit bin ich 2018 genau 6 Wochen und 2 Tage AU. Demnach sollte ich Anspruch für vorerst 2 Tage KG haben – zweite Blockfrist ab 20.02.2018, die 180 Tage Erwerbstätigkeit nach Aussteuerung habe ich zusammen. Ob der KK jetzt schon wieder etwas Fürsorgliches zu meinem KG- Anspruch einfällt – wir werden sehen.

Mein bisheriger AG hat seine Stelle gewechselt und die AG- Stelle ist vakant. Also ist es nicht mehr zu einer schriftlichen Vereinbarung über einen TZ- Arbeitsvertrag gekommen. Das ist ein Problem von ungewohnter Seite gesehen: Am 01. September beginnt das neue Betriebsjahr. Ich habe (noch) einen VZ Arbeitsvertrag, den ich in dieser Form in nächster Zeit nicht einhalten kann und durch den Stellenwechsel des AG habe ich kurzfristig keinen Ansprechpartner, der das arbeitsrechtlich regeln könnte. Die AG- Stelle wird voraussichtlich erst im November neu besetzt, und dann ist es zu spät für einen „rückwirkenden TZ Arbeitsvertrag“ aus verschiedenen Gründen, das ist nun zu kompliziert zu erklären. Selbst mein örtlicher Chef ist ratlos. Mein „Verschulden“ ist das allerdings auch nicht. Bei uns gibt es keine bezahlten Überstunden, sondern ausschließlich Freizeitausgleich. Über diese Schiene kann ich wenigstens bis November mehr schlecht als recht überbrücken, mit Unterstützung meines örtlichen Chefs. Dann wird es hoffentlich eine tragbare Lösung geben. „Überbrücken“ heißt bei mir das dauernde Zauberwort. Auch wenn es ganz sicher weitaus größere Probleme gibt, es bleibt eben doch ein ungutes Gefühl in der Magengegend.

Mit meinem bisherigen Krankheitsverlauf bin ich noch Lichtjahre von einer auch nur teilweisen Erwerbsminderungsrente entfernt. Trotzdem ich demnächst real nur noch etwa 10 Stunden schaffe – immerhin. Vielleicht geht es langfristig noch ein wenig bergauf, ich hoffe es. Für die Zukunft spekulieren macht wenig Sinn, aber im Moment sieht es nicht danach aus, dass ich je wieder Vollzeit arbeiten kann und an eine Spontanheilung mag ich auch nicht so recht glauben. (Das passiert meistens nur nach einer Reha:icon_hihi:). Wäre ja schon ein Erfolg für mich, wenn ich den Zustand, so wie er jetzt ist, erhalten kann.

Was ich so gar nicht verstehe: Wenn ich zumindest teilweise arbeitsfähig bin, aber eben nicht zu 100%, dann muss ich mich krankschreiben lassen. Dann darf ich aber gar nicht arbeiten, obwohl ich doch was leisten könnte. Das ist doch kontraproduktiv. Ich meine, wenn ich Fieber habe, dann muss ich im Bett bleiben und kann nicht arbeiten, bis ich mich ganz erholt habe. Das ist aber bei meinem Krankheitsbild und -verlauf gar nicht der Fall. Für eine Begutachtung beim MDK oder gar eine Beurteilung des „Restleistungsvermögens“ gibt es zum jetzigen Zeitpunkt zumindest sozialrechtlich keine Veranlassung. Da müsste ich mich schon für längere Zeit krankschreiben lassen, damit die KK/AfA irgendwann etwas in die Wege leiten würde, sprich Reha und alles, was daraus rechtlich folgt. Aber bis dahin falle ich in der Arbeit wieder aus - obwohl es für mich gut ist und auch gesundheitsfördernd, wenn ich wenigstens einige Stunden tätig bin. Langfristig und dauerhaft eine „freiwillige“ Reduzierung meiner Arbeitszeit, gleichzeitig den Arbeitsvertrag erhalten, das ist eine Option - über die sich am allermeisten die KK und die Behörden freuen, dann werde ich immer kostengünstiger. Nebenbei, das kann man sich recht schön bildlich vorstellen, muss ja nicht immer tiefernst sein:
KK: ":icon_klatsch::icon_lol::icon_biggrin:!" Ich: ":icon_neutral::icon_kotz: !"

Ich finde diese „Alles oder Nichts“- Regel ganz schön schwierig und auch nicht hilfreich, wenn ich versuche irgendwie „am Ball“ zu bleiben.

Aber vielleicht gibt es noch andere neben Möglichkeiten neben diesem „Alles oder Nichts“, um meinen Weg sozialrechtlich ein wenig aktiv mitzugestalten?

Gruß
Bertolino
 

Bertolino

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#14
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bereits einmal ausgesteuert, "droht" EM-Rente ?

Hallo,

24.08.18 Stand der Dinge
Heute hat mich mein HA für zwei Wochen AU geschrieben, … Ob der KK jetzt schon wieder etwas Fürsorgliches zu meinem KG- Anspruch einfällt – wir werden sehen.
Heute wurde meine AU beendet.
Witziges nebenbei: Ich musste der Ärztin, die für meinen HA Urlaubsvertretung übernimmt, erklären, wie man die AUB richtig ausfüllt. Sie hat sich auch gleich entschuldigt, weil sie bisher bei der Bundeswehr gearbeitet hat, und dort liefe alles anders. Sei´s drum, sie hat nach meinen Anweisungen alles richtig gemacht.:icon_hihi:

AU seit 24.08.18
letzter Tag der AU 07.09.18
festgestellt am 07.09.18

Der KK ist in diesen zwei Wochen gar nichts eingefallen, wahrscheinlich haben die mich noch gar nicht auf dem Schirm. Sobald die jetzt meine AU- Bescheinigung bearbeiten, bin ich längst wieder erwerbstätig.:biggrin:

Dann sollte in etwa einer Woche das KG für die paar Tage eingehen. Na, ich bin schon neugierig, ob es an dieser Stelle Probleme gibt. KG ist bei mir abhängig vom letzten Lohn, und der war Vollzeit.:peace: Das wird denen gar nicht gefallen. Ich vermute, ab jetzt steht die KK- Ampel neben meinem Namen auf rot.


nicht mehr zu einer schriftlichen Vereinbarung über einen TZ- Arbeitsvertrag gekommen. … Ich habe (noch) einen VZ Arbeitsvertrag, den ich in dieser Form in nächster Zeit nicht einhalten kann
Es gab immer noch kein Gespräch mit dem AG, aus dem einfachen Grund, weil die Stelle noch nicht besetzt ist. Ich hoffe, daraus wachsen mir nicht auch noch arbeitsrechtliche Probleme. Ich kann nachweislich nichts dafür und kommuniziere offen die Sachlage.

„Überbrücken“ heißt bei mir das dauernde Zauberwort.
… und trudle noch eine Weile vor mich hin. Ich hoffe eben, dass es demnächst irgendeine vernünftige Lösung für dieses Arbeitsjahr gibt.

Das hast du schon richtig verstanden, besonders dann wenn du schon mal mit dieser oder einer ähnlichen Diagnose (länger) AU gewesen bist geht das auch mal sehr schnell mit dieser feststellung des MDK und der nachfolgenden Aufforderung eine Reha zu beantragen.
Also bereite ich mich darauf vor, dass es bei einer der nächsten AU bald eine Aufforderung gibt, zumindest dass dies denkbar ist.

Bei mir ist es nun mal so, dass ich in meiner zweiten Blockfrist nicht durchgehend krankgeschrieben werden muss (und hoffe natürlich, dass das auch so bleibt). Das war nur in der ersten Blockfrist so, und zumindest damals hat mich die KK soweit in Ruhe gelassen. Ich bin inzwischen körperlich stabil, "nur" der Schmerz stagniert und da kann es schon zwischendurch sein, dass ich zwei oder vier Wochen brauche, bis wieder was geht.

Was passiert eigentlich, wenn die KK eine Aufforderung zum Reha- Antrag schickt, und der Arzt aber die AU wieder beendet? Muss ich den Antrag trotzdem stellen? Wenn ja auf welcher Grundlage? Schließlich bin ich nicht mehr AU.

Wenn ich den Antrag stellen muss, dann kann ich mich auch gleich wieder AU schreiben lassen, ich gehe doch nicht in meiner Situation arbeitsfähig auf Reha.:icon_evil:

Daneben hatte wohl der MDK (die KK darf das ja gar nicht) schon frühzeitig "diskreten" Kontakt zu meinem Psychiater aufgenommen, als ich noch in der Lohnfortzahlung meiner Firma war und wollte schon Auskünfte zu meinen Genesungs-Aussichten haben.
Da kommt mir doch gerade in Zeiten der neuen Datenschutzverordnung eine Frage. Ich ahne schon, dass die das dürfen, sonst gäbe es an dieser Stelle schon längst Probleme. Doch gerade bei solchen sensiblen Daten frage ich mich schon, ob ich nicht wenigstens ein Recht darauf hätte, über einen solchen Vorgang informiert zu werden. Immerhin geht es darum, dass Dritte sich "hinter meinem Rücken" über meinen Krankheitsverlauf austauschen. :icon_kinn:

Gruß
Bertolino
 

Bertolino

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#15
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Kurzes update: Seit gestern weiß ich, dass die Dienstgeberstelle am 01.11. besetzt wird. Mein Chef vor Ort hat kurzerhand angerufen, und zwar die nächsthöhere Dienststelle. Gesprächstermin: 20.09., 13.00(!). Mann bin ich nervös...:icon_frown::icon_eek:
Drückt mir die Daumen!
 

Bertolino

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#16
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Nun bin ich meiner Überschrift wieder näher denn je. Das Gespräch gestern ist, was meine eigenen Vorstellungen betrifft, so schief gegangen wie nur denkbar.:icon_cry:

Kein Vorschlag für eine Umschulung, keine anderen Angebote, nichts. :icon_kotz:

So ist die Botschaft bei mir angekommen: Zu krank, zu alt, zu teuer, zu riskant. Von einer Kündigung wird der AG absehen - vorerst, na danke (auch wenn das in der Sache gut ist, ich bin aber im Moment nicht sachlich). Vielmehr bin ich regelrecht geschockt, das muss ich erst einmal verdauen. Es fühlt sich an wie, ich suche nach einem Vergleich: Gnadenhof für Tiere.:mad: Selbst meine Frau war sprachlos (und das will was heißen:icon_mrgreen:). Keiner von uns beiden hat damit gerechnet. Das hätte ich nie und nimmer von meinem AG erwartet.

Alle Menschen in meiner Umgebung, Kollegen, Freunde, Bekannte, Familie signalisieren mir: Du bist auf einem guten Weg. Man sieht dir an, dass es dir besser geht. Ja, :icon_motz::icon_mad::mad: genau so ist es auch aus meiner Sicht.

Zur Erinnerung: Bandscheibenvorfall dreimal OP, Nervenwurzelschaden seit 3,5 Jahren, HA und FA: extrem komplizierter und ungewöhnlich lang andauernder Krankheitsverlauf.

Ich bin regelrecht ent- täuscht und frage mich gerade, was die Aussagen des AG für meine bisherige Arbeit bedeuten. :icon_kinn:

Beim Geld hört die "Freundschaft" eben auf. Auch wenn ich (oder weil ich) seit bald 25 Jahren beim selben AG bin. Jetzt, da unser Lebensunterhalt in trockenen Tüchern ist/wäre und wir uns mit den Kindern auch einmal einen kleine Urlaubsreise leisten könnten, schickt mich der AG in die Wüste - so empfinde ich das jedenfalls. Bevor ich unsachlich werde: Willkommen zurück in der knallharten Realität.

Und das alles, obwohl ich gerade dabei bin, wenigstens einen Teil meiner Arbeitskraft wieder herzustellen. Ich denke, wenn ich dranbleibe - was anstrengend genug ist - wird sich in den kommenden Jahren auch noch einiges verbessern. Mit einem nochmals und zusätzlich angepassten Arbeitsplatz wäre zukünftig vermutlich noch einiges mehr gegangen, da bin ich mir sicher. Jetzt also im Konjunktiv, denn der AG sieht das offensichtlich anders - die langfristigen Konsequenzen sind ihm anscheinend nicht so klar wie mir, dass ich eines Tages nicht mehr zur Verfügung stehe. Und dass das schneller gehen kann, als mir lieb ist. Stichwort: KG, Aufforderung, EMR. Zack und weg im schlechtesten Fall.

Was nun kommen muss, wird wohl sehr schwierig.

Niemand sollte sich so wichtig nehmen zu meinen er/sie wäre nicht ersetzbar. Dazu solltet ihr wissen, dass ich vorrangig für und mit (großen und kleinen jungen) Menschen arbeite. Und eben die freuen sich, dass ich wieder da bin/wäre.

Jetzt muss ich über die Alternativen nachdenken.

- langfristige Krankmeldung mit allen arbeits- und sozialrechtlichen Konsequenzen?
Mir wird schon schlecht, wenn ich darüber nachdenke, was hier auf mich zukommen wird, siehe Überschrift und die Folgen dazu.

oder

- zeitlich befristeter Arbeitsvertrag für ein Jahr?
Auch hier sind mir die Konsequenzen bewusst. Drei Gewinner AG, KK und RV in trauter Runde:icon_lol:, mindestens ein Verlierer:icon_neutral:. Abgesehen davon, dass ich das Problem nur nach hinten verschiebe.

oder

- einfach stur stellen und abwarten?
Das funktioniert nicht wirklich, denn mein örtlicher Chef muss jedes Jahr meine Arbeitsleistung bestätigen. Ein kleines "unbedeutendes Zettelchen" mit seiner und meiner Unterschrift drauf. Das ist eine Formalität nebenbei, solange du gesund bist. Aber jetzt liegt das Blatt hier neben meinem Tisch wie das berühmte Damoklesschwert.

Wenn ich wie bisher VZ aufschreibe, wird mein Chef nachvollziehbar nicht unterschreiben.
Wenn ich 20 Std. TZ aufschreibe, wird das in der Finanzabteilung rückwirkend abgerechnet, d. h.
September: 100% Lohn, Auszahlung 100%
Oktober: Oktober 50% Lohn, Verrechnung mit September 50%, Auszahlung 0%:icon_motz:
Ich kann aber auch nicht nicht abgeben.:icon_hmm:

Wie ich das Thema auch drehe und wende: es läuft langfristig auf EMR hinaus, wenn ich meine vertragliche Leistung nicht bringe.

Im Moment weiß ich wirklich nicht, was ich tun soll. Die Motivation ist seit gestern schlagartig bei Null.

Gruß
Bertolino
 

saurbier

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#17
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Hallo Bertolino,

also im Beitrag # 11 von dir schreibst du, daß du in 3 Jahren zumindest die Rente für langwirig Versicherte (35. Jahre) hättest.

Nun nach all deinen Schilderungen frage ich mich hier aber jetzt, was bitte erhoffst du dir davon, außer ggf. irgedn wann mal eine SchwerB-Rente in Anspruch nehmen zu dürfen, oder etwas früher in Rente gehen zu können.

Nun ich hab jetzt nicht alles vollkommen gelesen, deshalb bitte ich um Verzeihung falls ich was überlesen haben sollte.

Hallo, deine Gesundheit scheint doch aktuell schon so runiniert zu sein, daß mir das eher als Wunschdenken erscheint.

Wenn du hier immer schreibst, du kannst bestenfalls halbtags arbeiten, aber andererseits angeblich keine EMR bekommen würdest, dann paßt da doch auch irgendwas nicht zusammen.

Ich mein, ja warum gehst du nicht nochmals in eine Rehabilitation. Die kann dir doch dein behandelnder Arzt jederzeit beantragen/befürworten, wenn du trotz allem immer wieder AU bist.

Anhand des Reha-Abschlussberichtes könnte man dann viel eher eine Aussage über deinen Gesundheitszustand trefen. Mit etwas Glück wäre dann zumindest mal der erste Schritt in eine Teil-EMR drin.

Wertatsächlich glaubt, daß man mit (Bandscheibenvorfall dreimal OP, Nervenwurzelschaden seit 3,5 Jahren, HA und FA: extrem komplizierter und ungewöhnlich lang andauernder Krankheitsverlauf) langfristig wieder vollkommen leistungsfähig wird, der verrent sich meiner Meinung nach in falsche Hoffnungen.

Ein Freund von mir wurde zwei mal an der LWS operiert und leidet seitdem unter den Schmerzen der Vernarbungen und ist seit fast 20 Jahren in Schmerztherapeutischer Behandlung. 7 Jahre Kampf mit der Rentenkasse und unzählige Gutachter sowie der Klage vor dem Sozialgericht dauerte es, bis man ihm endlich eine volle EMR bewilligte.

Eine teilweise Erwerbsminderung bedeutet ja nicht, daß man dafür für immer diesen Status haben muss. Sollte sich die Gesundheit nach einigen Jahren tatsächlich verbessern (dürfte eh eine Ausnahme sein), dann könntest du ja jederzeit wieder mehr arbeiten, denn bei einer Teil-EMR sind die Hinzu-Verdienstmöglichkeiten ja in drei Stufen vorgegeben, bis zu deren Wegfall.

Vielleicht wäre das ja eine Möglichkeit für dich um wieder langfristig Fuß zu fassen.

Ich z.B. hab mit meiner BU (auch eine Art der Teil-EMR aber nach altem Recht) auch noch viele Jahre halbtags gearbeitet.

Vielleicht sollte man an sowas auch mal denken.


Grüße saurbier
 

Bertolino

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#18
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Hallo, saurbier,

vorab schon vielen Dank. Deine Ansätze treffen ziemlich genau.:icon_daumen:

in 3 Jahren zumindest die Rente für langwirig Versicherte...
frage ich mich ... was bitte erhoffst du dir davon,
Nicht mehr so viel, inzwischen habe ich einige meiner Irrtümer ausgeräumt. Die 35 Jahre sind nicht ganz so wichtig, wie ich dachte, wenn es Richtung EMR geht. Also: das Thema stelle ich für mich gedanklich zurück.


Nun ich hab jetzt nicht alles vollkommen gelesen
Das mach ich auch häufig so.:icon_hihi:

Hallo, deine Gesundheit scheint doch aktuell schon so runiniert zu sein, daß mir das eher als Wunschdenken erscheint.
Oh, wie all die schönen Seifenblasen platzen.:icon_frown:

Meine Gesundheit ist dauerhaft ruiniert, das sieht man mir jedoch von außen nicht an, im Gegenteil, ich bin körperlich wesentlich stabiler als vor einem Jahr. Es geht mir wie vielen anderen Erkrankten. Manchmal trage ich z. B. eine Armbandage, um den brennenden Schmerz durch Gegendruck zurückzudrängen. Dann sagen die (gesunden) Menschen: Was du auch alles noch zusätzlich aushalten musst. Eine Erklärung spare ich mir inzwischen.

GdB 30 ist dauerhaft anerkannt, Antrag auf GdB 40 läuft. Die Kosten für einen höhenverstellbaren Schreibtisch wurden von der DRV innerhalb von wenigen Wochen übernommen (ein ergonomischer Stuhl allerdings nicht, das machen die seit einiger Zeit aus Kostengründen nicht mehr häufig).

Ich versuche im Moment auszuloten wo ich stehe, und was vielleicht zukünftig noch geht (und was eben nicht).

Wenn du hier immer schreibst, du kannst bestenfalls halbtags arbeiten, aber andererseits angeblich keine EMR bekommen würdest,
Ich habe inzwischen eine Ahnung, wo der „Gedankenknoten“ oder gar der Denkfehler zu suchen ist. Bitte, schau doch mal aus deiner Sicht drauf, es ist sicher hilfreich für mich. Vielleicht wollen auch andere etwas beitragen.

Bei den meisten Menschen ist es üblich, dass sie eine bestimmte Arbeitszeit haben, eine Schicht z. B. mit Arbeitsbeginn und Arbeitsende. Das war und ist bei mir nicht der Fall. Ich habe einen Arbeitsplatz mit sog. Vertrauensarbeitszeit, d. h. das Arbeitsergebnis steht überwiegend im Vordergrund, nicht die Zeit, die ich dafür benötige (genauere Definitionen findest du im Netz). Das kann übrigens ganz schön anstrengend sein, denn du bist selbst verantwortlich für das, was du wann tust oder sein lässt. Wehe, du lässt das Ruder los, dann ist ein lauter Knall vorprogrammiert.

Und um es für Menschen mit Arbeitszeiten endgültig verwirrend erscheinen zu lassen: Es gibt überhaupt keine regelmäßige Arbeitszeit, Samstag, Sonn- und Feiertage können ebenso Arbeitstage sein, die meiste Arbeit ist am Tag, aber nicht immer, es gibt Monate mit wenig Arbeit und Monate mit viel Arbeit. Die benötigte Zeit spielt tatsächlich keine Rolle, selbstverständlich unterliegt dieses System wie jede andere Arbeit auch dem Arbeits- und Sozialrecht.

Also gibt es keine bezahlten Überstunden und ebenso keine nachzuholenden "Unterstunden". Es gibt aber natürlich Erfahrungswerte, wie man eine Stelle in „Zeit“ umrechnet. Wenn du zeitlich zu viel arbeitest, hat der AG nichts dagegen,:icon_lol: wenn du zeitlich zu wenig arbeitest, hat der AN nichts dagegen.:icon_cool: Alle Beteiligten können beurteilen, ob es unter dem Strich passt.:icon_hug:

Mein Eindruck ist, dass hier zwei völlig unterschiedliche Gedankensysteme aufeinanderprallen.

Beispiel: Du gehst in Wiedereingliederung und steigerst deine Arbeitszeit. Wie soll ich das machen in einem Monat mit wenig Arbeit? (Umgekehrt funktioniert das eher). Obwohl ich der Ärztin im Abschlussgespräch der letzten Reha genau diesen Sachverhalt erklärt hatte, blickte sie mich mit großen Fragezeichen an. :confused: Sie hat den Sachverhalt nicht verstanden.

Nebenbei: Die Ärztin wollte mich arbeitsunfähig entlassen, was wohl nicht so häufig vorkommt. Ich wurde auf eigenen Wunsch wundergeheilt und arbeitsfähig entlassen; das hat mit dem lieben Geld zu tun:
AU= weiterhin Übergangsgeld (bei angebotener Wiedereingliederung, die ich nicht geschafft hätte) bzw. ALG, das alles wäre auf eine Katastrophe hinausgelaufen.
AF= vollerwerbstätig (Urlaub, Zeiten aus einem Arbeitszeitkonto usw.)

Vielleicht ist nun verständlicher, wie es möglich war, die zurückgelegten Zeiten zu überbrücken. In einem Beruf mit Arbeitszeiten wäre ich schon längst rausgeflogen. Der "Preis" ist allerdings, dass der Befundbericht aus dieser Reha absolut gegen eine EMR spricht.

10/17 Reha
11/17-03/18 AF
03/18-04/18 AU 4 Wochen
05/18—08/18 AF
08/18 AU 2 Wochen
09/18 AF

Die zurückgelegten Zeiten sind in Ordnung, das war so mit dem AG Abteilung A besprochen und es gibt auch keine arbeitsrechtlichen „Tricksereien“. Ab September 2018 aber „brennt der Kasten“.

Bitte, um Verwirrung zu vermeiden, ich spreche immer vom selben AG und AV, es handelt sich lediglich um zwei unterschiedliche Abteilungen mit jeweils verschiedenen Ansprechpartnern.

Ich hatte mit meinem AG Abteilung A einen zeitlich befristeten AV für ein Jahr (ab 09/18) vereinbart, aber das ist schriftlich nicht mehr zustande gekommen, weil er die Stelle gewechselt hat. Das ist der Grund, warum ich nun wieder aktiv werden muss, siehe dazu den vorhergehenden #15.

Eine Umschulung hätte funktioniert (Dauer drei Jahre, derzeit bessert sich mein Zustand immer noch ein wenig) - also meiner Meinung nach, doch der AG – Abteilung B(!) - sieht das anders, das muss ich nun so akzeptieren. Ob er richtig liegt oder ich, das werde ich wohl erst mit einem zeitlichen Abstand beurteilen können, auch wenn es dann zu spät für eine Umschulung sein wird (wegen der vom AG vorgegebenen Rahmenbedingungen).

Der nächste aktuelle Schritt ist, dass ich meinen AV in Abteilung A verhandeln muss. Das Schreiben mit der Bitte um einen Gesprächstermin liegt schon bereit. Die Alternativen hatte ich in #15 beschrieben. Das wird jetzt kompliziert. Die Stelle des AG Abteilung A wird erst ab November besetzt, also Gespräch mit der Stellvertreterin, die für arbeitsrechtliche Entscheidungen gar nicht befugt ist und ich aber diese Entscheidung bis Oktober herbeiführen muss. Das erinnert mich an Buchbinder Wanninger von Karl Valentin.:icon_mad:

dann paßt da doch auch irgendwas nicht zusammen.
Ich denke, langsam erfasse ich, was nicht zusammenpasst:
Ich war in den vergangenen Monaten überwiegend erwerbstätig, und das bedeutet (für die meisten): ich war entsprechend VZ arbeitstätig. Nur das stimmt in meinem Fall so nicht. "Arbeitsergebnis" versus "Arbeitszeit".

Aus sozialrechtlicher Sicht hatte ich also AF Arbeitszeiten zurückgelegt, aber aus arbeitsrechtlicher Sicht nicht die vertraglichen Ergebnisse geliefert. Nur, KK/DRV interessieren sich nicht für arbeitsvertragliche Vorgaben und definieren ausschließlich sozialrechtlich. Ich bin mir noch nicht mal sicher, ob ich das nun verständlich dargestellt habe.:confused:

Ich mein, ja warum gehst du nicht nochmals in eine Rehabilitation.
Richtig, daran habe ich noch gar nicht gedacht, weil ich in eine ganz andere Richtung wollte. Das alles ist so aktuell, ich muss jetzt umdenken, dafür brauche ich noch einige Zeit.

Allerdings, meinst du, ich bekomme jetzt schon wieder eine Reha genehmigt? Es ist nicht einmal ein Jahr vorbei, und nun schau nochmal auf meine offizielle Krankengeschichte in den letzten 12 Monaten.

Die DRV beurteilt wahrscheinlich nach Aktenlage, dafür spielen die Zeiten mit AF oder AU vermutlich eine untergeordnete bzw. gar keine Rolle. Also greifen sie auf den letzten Befundbericht zurück, und da steht nun mal: gesund wie ein junger Hüpfer:icon_eek: Ich zitiere die Ärztin, die den Bericht angefertigt hatte: Sie wissen schon, dass Sie nicht AF sind? (Ja, wusste ich, aber es ging um sehr viel Geld, und die Zeit seit damals hat auch zu meiner Stabilisierung beigetragen).

Anhand des Reha-Abschlussberichtes könnte man dann viel eher eine Aussage über deinen Gesundheitszustand trefen. Mit etwas Glück wäre dann zumindest mal der erste Schritt in eine Teil-EMR drin.
Ja, dahin geht wohl die Reise. Ich warte noch das Gesprächsergebnis mit dem AG Abteilung A ab. Erst dann kann ich weitere Entscheidungen treffen.

Wer tatsächlich glaubt, daß man … langfristig wieder vollkommen leistungsfähig wird, der verrent sich meiner Meinung nach in falsche Hoffnungen.
…und die Seifenblasen platzen weiter.:icon_cry:

Ein Freund von mir … 7 Jahre Kampf mit der Rentenkasse … bis man ihm endlich eine volle EMR bewilligte.
Es graut mir davor, diesen Weg zu gehen. Alternativen? Eher nicht…:icon_frown:

Ok, dieses Forum hier ist Netz und doppelter Boden.:icon_biggrin:, wenn man sich denn helfen lässt.

denn bei einer Teil-EMR sind die Hinzu-Verdienstmöglichkeiten ja in drei Stufen vorgegeben, bis zu deren Wegfall.
Was sind denn das für drei Stufen? Ich suche inzwischen mal im Netz.

Vielleicht wäre das ja eine Möglichkeit für dich um wieder langfristig Fuß zu fassen.
Das kann ich mir schon sehr gut vorstellen, wie schon erwähnt, darüber muss ich nachdenken und es kommt auch auf die weiteren Vorgaben des AG an.

Sehr vorsichtig muss ich sein, was meinen VZ Arbeitsvertrag betrifft, davon hängt ja sehr viel arbeits- und sozialrechtlich ab.

Vielleicht sollte man an sowas auch mal denken.
Sehr richtig:icon_klatsch:, ich danke dir.

Gruß
Bertolino
 

Bertolino

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#19

Bertolino

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#20
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Eine neue Erkenntnis bezüglich Lohnfortzahlung und Fristen, das habe ich auch noch nicht gewusst:

Hintergrund meiner Recherche ist, dass ich in diesem Jahr bisher genau 6 Wochen und drei Tage wegen derselben Krankheit krankgeschrieben war. Demnach sollte ich doch Anspruch auf KG für drei Tage haben, die AUB war nachweislich eingereicht, aber es kam kein KG. Nachfragen wollte ich erst einmal nicht, sondern die Lohnabrechnung abwarten, bevor ich aktiv werde.

Meine Befürchtung/Erwartung: Auf der Lohnabrechnung sind die drei Tage abgezogen, aber die KK hat die Überweisung "übersehen".

Und jetzt kommt die Lohnabrechnung und da ist nichts abgezogen. Wie jetzt?:icon_eek:

Die Auflösung des Rätsels, ich kann es mir nur so erklären:
Der AG hat die Fristen jeweils (falsch, aber zu meinen Gunsten):biggrin:ab dem Arbeitstag nach der AUB berechnet.

Im ersten Zeitraum (Beginn Donnerstag) hatte ich also einen Tag zuviel nachgerechnet, nämlich den ersten Tag der AU einbezogen.
Im zweiten Zeitraum (Beginn Freitag) hatte ich drei Tage zuviel nachgerechnet, nämlich Freitag, Samstag und Sonntag.

Beginn der Frist
Der Ereignistag für die Berechnung der Fristen für die Entgeltfortzahlung wird wie folgt bestimmt:
Wenn die Arbeitsunfähigkeit schon vor Beginn der Arbeit eingetreten ist, ist der Ereignistag der Tag vor dem 1. Arbeitsunfähigkeitstag.
Hat der Arbeitnehmer am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit noch gearbeitet, entspricht der Ereignistag dem 1. Arbeitsunfähigkeitstag

Ende der Frist
Die Frist läuft an dem Tag ab, der nach seiner Benennung dem Tag des Beginns der Arbeitsunfähigkeit (nicht des Fristbeginns!) entspricht.

Gruß
Bertolino
 

Bertolino

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#21
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Heute kam endlich nach fast drei Monaten das Schreiben der KK zur beantragten langfristigen Heilmittelbehandlung, und wie soll es anders sein: die SB finden trickreich einen Grund, meinen Antrag abzulehnen.

Also hab ich mich erst einmal doch geärgert.:icon_motz:

Aber weil es der KK ziemlich egal ist, ob ich mich ärgere, habe ich mir gedacht: Informiere dich und dann::icon_cool: -immer schön sachlich bleiben bei Schreiben an KK.
Zuerst das Schreiben, weiter unten der Hintergrund.


Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Schreiben vom ... teilen Sie mit, dass Sie nach meinem Widerspruch vom ... den Antrag vom ... auf Grundlage der gutachtlichen Stellungnahme vom ... erneut geprüft haben.
Im Rahmen der ergänzenden Anhörung im Sinne des §24 SGBX teile ich Ihnen mit:

Am ... habe ich Ihnen via elektronischem Postfach die aktuelle Heilmittelverordnung mit dem Indikationsschlüssel WS2a und den ICD-10-Codices … als ergänzende Unterlage zur Überprüfung durch den MDK übermittelt. Diese Heilmittelverordnung vom ... haben Sie nicht dem Medizinischen Dienst zur Begutachtung vorgelegt (vgl. gutachtliche Stellungnahme vom ..., vorgelegte Unterlagen, S. 1f.).

Daher ist das Ergebnis der gutachtlichen Stellungnahme allein schon wegen fehlender Unterlagen zu bemängeln.

Für Ihre Entscheidung legen Sie diese gutachtliche Stellungnahme zugrunde. Im Ergebnis Ihrer Prüfung teilen Sie mit, dass Sie meinem Widerspruch, auch unter Würdigung meiner angebrachten Argumente, nicht abhelfen können.

Die gutachtliche Stellungnahme berücksichtigt aus genanntem Grund nicht die Heilmittelverordnung vom ....

Zudem wird mein Hausarzt ..., dem MDK zeitnah eine Stellungnahme übermitteln.

Ich bitte Sie, die für Ihre Entscheidung erhebliche gutachtliche Stellungnahme durch den MDK - unter Berücksichtigung der Heilmittelverordnung - überprüfen zu lassen.

Nach nunmehr dreimonatiger Bearbeitungszeit erlaube ich mir, eine zeitnahe Entscheidung einzufordern. Die Beschreitung des Rechtsweges behalte ich mir vor.

Mit freundlichen Grüßen
Mein erster Antrag auf langfristige Heilmittelbehandlung durch den damaligen FA wurde "einfach so" genehmigt. Im Nachhinein, denke ich, hat die KK einen Fehler zu meinen Gunsten begangen, denn der damalige ICD- Schlüssel war nicht in der "Diagnoseliste zur langfristigen Heilmittelbehandlung" enthalten, die KK hätte ablehnen müssen.

Die erste Schwierigkeit bestand darin, dass ich etwa im Februar 2018 zur Weiterbehandlung zu meinem Hausarzt gewechselt bin, wohlgemerkt vom FA zum HA, nicht umgekehrt! Die Genehmigung zur Heilmittelverordnung erfordert, dass jedes Rezept auf einen bestimmten ICD- Schlüssel ausgestellt wird, so weit richtig. Aber nach Ansicht der KK muss sie auch den Wechsel des Arztes genehmigen. Stimmt zwar nicht, hilft aber auch nicht weiter, wenn es in der Realität um verstreichende Zeit geht, was die Klärung des Sachverhalts betrifft.

Ergebnis: etwa drei Monate Wartezeit, weil ich ein gültiges Rezept hatte und damit zum HA gewechselt bin.:doh:
Irgendwann kam die Genehmigung mit Umschreibung auf den HA.

Realisiertes Sparmodell, erste Auflage.

Als die Genehmigungsfrist endete, habe ich einen neuen formlosen Antrag, nun unter Weiterbehandlung durch meinen HA, mit derselben Diagnose wie bisher, gestellt.

Ergebnis: Ablehnung durch die KK, weil Diagnoseschlüssel nicht in der Diagnoseliste. Was? Ich habe das überprüft und siehe da: die sind im Recht, was die Ablehnung aufgrund des Diagnoseschlüssels betrifft!

In der Folge habe ich Widerspruch eingelegt, der HA hat den Diagnoseschlüssel (kopfschüttelnd) auf die richtige Ziffernfolge geändert, so dass die Genehmigung durch die KK erteilt werden muss… oder auch nicht, wie sich nachfolgend herausstellt.

Die Sprechstundenhilfe hat das neue Rezept mit den Vorgaben des HA ausgedruckt und ich habe das neue Rezept bei der KK eingereicht.
Irgendwann, nach etwa vier Wochen, dachte ich mir, ich schaue mir die Unterlagen noch einmal an, weil mir vier Wochen doch schon irgendwie lange vorkamen.
Und was für ein Schreck::icon_eek: Auf dem eingereichten Rezept stand wieder die falsche Diagnose, genau wie früher. Dabei hatte ich doch noch einmal drübergeschaut, ob alles passt. Aber bitte, dass die Diagnose wieder falsch eingetragen wird, daran habe ich nun wirklich nicht gedacht. Innerlich habe ich die Dame beim HA ver:icon_twisted:. Kann jemand wirklich so verpeilt sein?

Also bin ich wieder zur Praxis, um die Sache zu klären.
Ergebnis: Die Dame konnte sich an den Vorgang erinnern und auch daran, dass sie den richtigen Diagnoseschlüssel eingetragen hatte. Also neue Programmeingabe und was für ein überraschendes Ergebnis: die "richtige" Diagnose kann mit dem vorgegebenen Programm nicht eingetragen werden. Das Programm ändert automatisch in einen anderen Diagnoseschlüssel. Das ist der Grund, warum der Diagnoseschlüssel auf dem Rezept falsch eingetragen ist.

Ich behaupte: Das Programm wurde von Leuten erarbeitet (oder in Auftrag gegeben), die auch in den oberen Etagen der KK sitzen. Das passt aus meiner Sicht ziemlich gut zusammen. Beweise dafür? Nada…

Jedenfalls hat die Dame beim HA das Problem erkannt, kompetent das Programm überlistet und die richtigen Diagnoseschlüssel eingetragen, die dazu führen, dass eine langfristige Heilmittelbehandlung genehmigt werden muss.
Anschließend habe ich dann das neue Rezept, das endlich richtig ausgestellt war, an die KK übermittelt, damit die das dem MDK weiterleiten, damit ein sachgerechtes Gutachten erstellt werden kann.

Ergebnis: Die KK hat dieses alles entscheidende Rezept nicht an den MDK weitergeleitet.
Folge: das Gutachten musste zum Schluss kommen, dass der "Widerspruch nicht ausreichend medizinisch begründet und nachvollziehbar" sei, der Widerspruch wurde abgelehnt.
Realisiertes Sparmodell zweite Auflage.

Am 05.10.2018 habe ich Termin beim HA. Never ending story.

Gruß
Bertolino
 

saurbier

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#22
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Hallo Bertolino,

nun was soll man hier denn sagen/raten.

Du hast dich aus der Reha selbst Arbeitsfähig schreiben lassen, nun dann mußt du nun auch sehen wie du damit klar kommst.

Sorry es mag sich hart anhören, aber so ist halt leider die Lebensrealität.

Wenn man des lieben Geldes wegen lieber seine Gesundheit opfert, dann ist es eben so.

Zu deiner Arbeit kann ich mangels Kenntnisse leider nicht viel sagen, außer jeder sucht sich seine Arbeit selbst.

Wer einer solchen Arbeit nachgeht, wo er keine geregelten Arbeitszeiten hat, nun das ist seine freie Entscheidung. Ich hoffe mal das du dafür mehr als gut entlohnt wirst, weshalb du offensichtlich ja jetzt auch deine gesundheitlichen Probleme hast.

Solch ausbeuterischen Systeme kenne ich von einem ehemaligen Unternehmen, wo deren technische Betriebsleiter auch 24Std./tägl. 366 Tage im Jahr per Handy dem Chef zur Verfügung standen. Was glaubst du wie diese Mitarbeiter dort regelmäßig wechselten, eben weil nach 2 spätestens 3 Jahren ausgebrannt waren.

Was glaubst du, warum die KK inzwischen einen lauten Aufschrei verbreitet haben weil die Psychischen Erkranungen binnen 15 Jahren um 100% zugelegt haben. Der Arbeitsdruck durchs Handy wegen ständiger Erreichbarkeit und die dazu gehörige Bereitschaft der Leute da mitzuspielen dürfte die größte Ursache sein.

Du mußt dir wohl zuerst mal selbst im klaren werden, was dir wichtiger ist - Gesundheit oder Geld.

Wenn du dir dann mal selbst vor Augen hältst, was dir beim sozialen Abstieg von deinem vielen Geld bzw. damit erworbenen dann noch in unserem Sozialsystem am Ende übrig bleiben wird, dann dürfte es in deinem Kopf sicherlich einen lauten Knall geben - die Erleuchtung.

Vor meinem LWS Problem hab ich dank gutem Lohn und regelmäßiger Überstunden gut verdient und auch entsprechend gut gelebt. Dann kam der Knall - 78 Wochen AU incl. Reha etc. mit 20% wenigen Lohn und nix mehr mit Überstundengeld. Keine Rente von der damaligen LVA, also weiter mit nochmals 30% weniger ALG-I, immer noch keine Rentenentscheidung von der LVA folgte der Abstieg ins damalige Arbeitslosengeld und ich durfte sehen wie ich mit Wohngeld und ALH über die Runden kam. Klar meine Ersparnisse rauchten so langsam ab. Nach fast fünf Jahren bekam ich dann die BU-Rente und dank meinem alten Arbeitgeber eine Teilzeitstelle., mit der ich mich wieder finanziell unabhängig machen konnte. Mein ehemals mühselig aufgebautes Vermögen für die Altersvorsorge war allerdings weg.

Nach weiteren fast 10 Jahren kam dann der erneute Rückschlag und ich bekam zwar die volle EM-Arbeitsmarktrente, aber durch die letzten 15 Jahre mit wenig Einkommen natürlich auch entsprechend gering. Aber ich kann mich vom JC unabhängig bezeichnen, denn mit einem kleinen Minijob und der Rente bin ich von einer Behördenwillkür unabhängig.

Nun meine Gesundheit ist auch am A.... und ich darf jetzt bis zum letzten Tag immer einer kleinen Arbeit nachgehen, denn die Rente reicht eben nicht zum guten Leben - bestenfalls zum überleben. Und ich bin nur einer von vielen.


Grüße saurbier
 

Bertolino

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#23
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Hallo, saurbier,

einen Spiegel vorhalten nenne ich das, was du schreibst. Da muss ich nicht einmal mehr zitieren.

Ja, ja, das liebe Geld spielte damals eine gewaltige Rolle. Allerdings ging es mir weniger darum, ein unter dem Strich (ohnehin nicht) vorhandenes Plus auch noch zu vermehren, sondern das große dicke Minus aus einem Darlehen zu vermindern. Zahlungsunfähigkeit:icon_frown: - ein gruseliges Wort, es hängt ja noch eine ganze Familie dran. Geld also auf Kosten meiner Gesundheit. Seither hat sich vieles grundlegend verändert. Der finanzielle Druck ist weg.

Inzwischen gilt es für mich, langfristig zu lernen, wie ich meiner Erkrankung umgehen kann. Mein damaliger FA hatte für die Krankheit ein Bild, das ich sehr passend finde: „Es ist, wie wenn es an der Tür läutet. Sie öffnen, ein Fremder steht draußen und Sie bitten ihn herein. Blöderweise merken Sie zu spät, dass der Fremde nicht bereit ist, Ihre Wohnung auch wieder zu verlassen.“:icon_motz:

Egal, was du tust: nicht wahrhaben wollen, ignorieren, bekämpfen, akzeptieren, damit leben lernen.
Die Krankheit selbst bleibt immer da, und vor allem: sie wird nie wieder gehen. Auf der AUB sieht das ganz unscheinbar so aus: Diagnoseschlüssel plus "G"= gesichert. Das zu verstehen ist ein langer Prozess. Wenigstens die Schmerzen sind in den halbwegs erträglichen Bereich gerückt und ich gehe nun die Dinge an, die du in deinem Beitrag ansprichst.

Fakt ist: Ich kann meinen VZ Arbeitsvertrag nicht halten. Im Moment arbeite ich mehr als im Vorjahr, aber für VZ bei Weitem nicht ausreichend, also hoffe ich, dass ich mich in den kommenden Jahren noch ein wenig stabilisieren kann, aber mehr als sechs Stunden pro Tag ist völlig unrealistisch. Ob die DRV das genauso sieht, wird sich zeigen.

Damit ist der Weg arbeitsrechtlich und sozialrechtlich vorgezeichnet. Es geht in Richtung EMR und ich bereite mich auf die Tücken der KK/AfA vor. Das wird schwierig. Du hast diesen langen und leidvollen Weg hinter dir.

Bei mir gehe ich davon aus, dass die KK freiwillig keine 78 Wochen mehr zahlen wird. In der ersten Blockfrist war ich schon ausgesteuert. Nun befinde ich mich in der zweiten Blockfrist, die sechs Wochen LFZ sind verstrichen und mit der nächsten AU muss die KK zahlen. Also wird die KK, nach allem was ich gelesen habe, vermutlich sehr schnell reagieren und mich zur Reha auffordern. Aber das steht noch in den Sternen.

Aktuell geht es ziemlich schnell rund:

Termin beim HA mit der zentralen Frage, ob er grundsätzlich bereit ist, mich langfristig AU zu schreiben. Geschickt wie er ist, hat er meine Frage weder mit ja noch mit nein beantwortet. Das hätte ich eigentlich wissen sollen, denn er hat sich (zurecht) noch nie festgelegt bei Fragen, die sich auf die Zukunft beziehen.:doh:

Stattdessen hatte er einen besseren Vorschlag. Ich informiere mich zuerst beim Rentenberater Herrn X, welche Möglichkeiten es noch gibt. (Ja welche eigentlich, frage ich mich gerade.) Beim nächsten HA Termin besprechen wir das Ergebnis. Ich versuche einen Termin beim Rentenberater nächste Woche zu bekommen, noch vor dem Termin mit dem AG.

Ende kommender Woche Termin beim AG mit der Frage, ob und wie er mir in Bezug auf meinen AV entgegenkommen wird. Ich habe dazu nicht wirklich eine Vorstellung, sehr realistische Optionen gibt es nicht. Ein paar Ideen habe ich, aber ob der AG darauf eingehen wird? Wir werden sehen. Jedenfalls: VZ Arbeitsvertrag im Blick behalten.

Vielleicht klappt es bei mir langfristig auch so wie bei dir, wenn es denn sein muss. Freiwillig macht das ja niemand so. Wenn ich mit KG, (Aufforderung zur) Reha, und irgendwann EMR durch bin, hoffe ich noch etwas hinzuverdienen zu können. Die kommenden Tage und Wochen weiß ich mehr.

Gruß
Bertolino
 

Bertolino

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#24
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Ich versuche einen Termin beim Rentenberater nächste Woche zu bekommen, noch vor dem Termin mit dem AG.
Gestern war mein Termin beim Rentenberater. Ich hatte nicht mit sehr viel neuen Überlegungen gerechnet, doch da habe ich mich gründlich getäuscht.:icon_evil: Es gibt sehr wohl Alternativen.

Der Mann war Gesundheitsberater in einer KK und kennt sich also bestens aus, wie KK "ticken".:idea: Jetzt ist er EM Rentner und berät ehrenamtlich hier vor Ort Leute wie mich. Nur mal kurz zusammengefasst, was er mir in einer Stunde vermittelt hat:

- Es ist nicht meine Aufgabe, dem AG Angebote wegen meiner verminderten Leistungsfähigkeit zu machen (Teilzeit etc.). Es ist Aufgabe des AG, meinen Arbeitsplatz entsprechend anzupassen (z. B. stundenweise Blätter von A nach B sortieren). Hinweis auf Reha- Befund

- keine Reduzierung anbieten, keine Lohnkürzung akzeptieren, Angebote des AG sehr genau prüfen

- BEM: Zeugen zum Gespräch mit dem AG mitnehmen (z. B. Betriebsrat), anschließend Gedächtnisprotokoll

- Im Fall einer Krankschreibung kennt er die Tricks, wie man das KG über die 78 Wochen hinaus verlängert, "bis sich die KK grün und blau ärgert".

- GdB: Hier hat er mir viele Beispiele genannt, was/wie im Antrag/Widerspruch anzugeben und vorzugehen ist.

- Gleichstellung beantragen

- FA/HA: Bescheinigung über Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für unter sechs Stunden zeitnah und noch einmal später bei Antrag EMR; zu gegebener Zeit, falls für mich vorteilhaft, Bescheinigung über Rehaunfähigkeit

- Reha: Nicht selbst Antrag stellen, der wird vor Ablauf von vier Jahren abgelehnt; Antragstellung durch Arzt oder nach Aufforderung durch KK

- Reha: Nicht beweisen wollen, dass man alles mitmachen kann, das bedeutet: AF. Termine ausfallen lassen wegen Schmerzen; „verschlafen“ wegen Schlafstörung usw., und alles protokollieren lassen.

- verminderte psychische Belastbarkeit beim Arzt befunden lassen, Begründungen gibt es jede Menge.

Ganz schön viel auf einmal, zumal der Termin mit dem AG unmittelbar bevorsteht. Ich werde es ähnlich machen wie beim SB. Nichts unterschreiben, zu nichts überreden lassen, alles mit nach Hause nehmen und in Ruhe prüfen. Einen Zeugen habe ich auch dabei. Nervös bin ich dennoch. Bloß keinen Fehler machen, drückt mir die Daumen.

Gruß
Bertolino
 

Bertolino

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#25
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Gestern hatte ich das Gespräch mit meinem AG Abteilung A, ein Zeuge war auch dabei, und ich bin jetzt wieder ein wenig versöhnt mit meinem AG, vorläufig wenigstens.

Denn es ging in keiner Weise darum, meinen AV anzutasten (Teilzeit, Kündigung etc.).

So sieht das jetzt aus: Ich arbeite etwa 1/3 meiner Arbeitszeit ähnlich wie früher; für den weitaus größeren Teil der Zeit suchen wir in den kommenden Wochen gemeinsam nach Möglichkeiten einer "leidensgerechten" Tätigkeit.

Vorläufig versöhnt, weil dieser Weg erst noch durch AG Abteilung B genehmigt werden muss. Das ist kommende Woche der Fall. Wenn das so durchgeht, kann ich erst einmal durchatmen. Das ist schon ein wenig wie Karussell fahren. Ich hoffe nur, dass Abteilung B sich nicht wieder querstellt, sonst geht der ganz Mist von vorne los.

Das ist aber auch eine Situation, die unwirklich erscheint. Auf der einen Seite meine Erkrankung mit dem chronischen Schmerz, meine eigenen Anstrengungen (und Irrwege), das alles im Alltag einzuordnen und ein HA, der bereit ist, mich sofort AU zu schreiben. Auf der anderen Seite ein AV in Vollzeit. Das passt nicht zusammen, langfristig keineswegs. Das hat @saurbier zu Recht angemerkt.

Immerhin, für dieses Jahr ist der Druck weg, was die arbeitsrechtliche Ebene betrifft, Zustimmung AG vorausgesetzt. Ich kann weiter an meiner Stabilisierung arbeiten und was ebenso wichtig ist, mich in Sachen Sozialrecht "fortbilden".
Wenn alle Stricke reißen, lasse ich mich AU schreiben.

Die KK nervt schon jetzt bezüglich "langfristige Heilmittelbehandlung", siehe #20. Offensichtlich haben die nicht damit gerechnet, dass ich mein Recht auf Anhörung nach §24 SGB X in Anspruch nehme. "Sehr geehrter... Leider konnte ich Sie nicht telefonisch erreichen. Ich möchte mit Ihnen über den Sachverhalt sprechen. Bitte rufen Sie mich an."

Die Telefonnummer lasse ich im Moment noch ganz bewusst nicht löschen, weil ich tatsächlich sehen will, wie sich das entwickelt. Die Löschung werde ich später veranlassen, sobald ich langfristig AU bin. Für jetzt lasse ich die Herrschaften zappeln, das machen die auch mit mir, denn in Wirklichkeit stehe ich seit Monaten ohne Physiotherapie da, die "erlernten Übungen könne ich zu Hause durchführen".

Jetzt geht ein kurzes Schreiben an die KK:
"Sehr geehrte..., vielen Dank für Ihr Gesprächsangebot. Das ist nicht nötig. Ich erwarte Ihre Entscheidung. MfG"

Ich habe im Forum schon einiges dazugelernt, aber so ganz sicher bin ich mir nicht, was jetzt kommt. Muss die KK jetzt nach der Anhörung einen Verwaltungsakt erlassen oder war das vorher schon ein Verwaltungsakt, ich hatte ja schon Einspruch erhoben? Und falls die KK meinen Antrag (langfristige Heilmittelbehandlung) nicht genehmigt, ist der nächste Schritt tatsächlich die Klage vor dem Sozialgericht?

Dieser Weg scheint mir doch seltsam. Fakt ist: Die KK hat die nachgereichte und entscheidende Heilmittelverordnung mit den Diagnosen, die in der Diagnoseliste zu den Heilmittelrichtlinien gelistet sind, nicht zur Begutachtung an den MDK weitergeleitet. Das Gutachten musste folglich aufgrund der eingereichten Unterlagen zu dem Schluss kommen, dass der Antrag nicht genehmigungsfähig ist. Und die KK hat sich gerne an das Ergebnis des Gutachtens gehalten.

Dabei gibt es doch gar nichts zu interpretieren. Die Heilmittelverordnung ist eindeutig, die Diagnosen sind gelistet, die KK kann trotzdem ablehnen?

Vielleicht findet sich jemand, der meine Fragen beantworten kann.


Gruß
Bertolino
 

Kerstin_K

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#26
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Ich wuerde denen nicht schreiben, dass ein Telefongespräch nicht nötig ist, sondern das dies fuer den Sachverhalt nicht zielfuehrend ist. Wenn es etwas mitteilen gibt, bist du postalisch erreichbar.

Nicht nötig klingt so nach Kommunikationsabbruch.
[>Posted via Mobile Device<]
 

Bertolino

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#27
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Danke, Kerstin,
so mache ich das. Es ist immer wieder gut, wenn jemand "mit anderen Ohren" hinhört. "Kommunikation abbrechen" will ich ja gar nicht, im Gegenteil, die sollen mir endlich die Heilmittelbehandlung weitergenehmigen.:icon_motz:

Gruß
Bertolino
 

Bertolino

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#28
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Jetzt ist die Information (Gespräch nicht zielführend, postalische Erreichbarkeit) an die KK raus. Ich bin schon auf ihre ach so wichtigen Mitteilungen gespannt, wahrscheinlich Ablehnungsbescheid. Ich positioniere mich schon mal::icon_twisted: und erkundige mich nach einem Anwalt für Sozialrecht.

Und damit es mir nicht langweilig wird, ist zeitgleich der Ablehnungsbescheid für die Erhöhung GdB hereingeschneit. Also geht es weiter mit Widerspruch und Antrag Akteneinsicht. Mein HA ist der Meinung, dass ich bei GdB 40 richtig eingeordnet wäre. Im Moment bin ich bei 30. Ich wette darauf, dass das Amt keine Anfrage an den HA gestellt hat.
 

Kerstin_K

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#29
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

In der Regel doenen diese Telefongespräche mit der KK nur dazu, dich zu überreden, den Widerspruch zurückzuziehen.
 

Bertolino

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#30
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Hallo,
ich beziehe mich auf #20 und #24 zum Thema "langfristige Heilmittelbehandlung". Es beschleicht mich langsam ein ungutes Gefühl, dass mich die KK über den Tisch zieht, indem ich ggf. Fristen versäume oder was auch immer.

06.07.18
Antrag langfristige Heilmittelbehandlung

13.07.18
Ablehnungsbescheid, ohne RFB; Begründung: Diagnose steht nicht in der Diagnoseliste

27.07.18
Widerspruch

01.08.18
Bestätigung des fristgerechten Eingangs

11.09.18
Anfrage zum Bearbeitungsstand

28.09.18
KK: Ihren Widerspruch … haben wir geprüft. Es bleibt bei unserer Entscheidung vom 13.07.2018. Im Rahmen der ergänzenden Anhörung … bitten wir Sie uns bis 31.10.2018 mitzuteilen, ob Sie dennoch Ihren Widerspruch aufrechterhalten möchten, ggf. mit welcher Begründung.

05.10.18
Anhörung nach §24 SGB X

Fragen dazu:

Widerspruch wurde am 27.07.18 eingelegt. Endet demnach die Bearbeitungsfrist am 26.10.18, kann/muss ich also anschließend Untätigkeitsklage einreichen?

Handelt es sich beim Schreiben vom 28.09.18 um einen Widerspruchsbescheid? Wenn ja, wozu dann noch die Anhörung? Eine RFB jedenfalls kann ich dem Schreiben nicht entnehmen.

Jedoch, wenn es sich tatsächlich um einen Widerspruchsbescheid handelt, läuft die Vierwochenfrist zur Klageerhebung am 27.10.18 ab.



Mit anderen Worten: Ich kann entweder frühestens am 27.10.18 Untätigkeitsklage oder spätestens am 27.10.18 Klage gegen den Widerspruchbescheid einreichen.:icon_eek:

Sehe ich das richtig?

Gruß
Bertolino
 

Kerstin_K

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#31
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Normal gehen Widersprüche bei KKs erst zum SB und wenn der keine Abhilfe schaffen kann in den Widerspruchsausschuss. Ich vermute, dass erst die erste Stufe erledigt ist.
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Bertolino

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#32
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Normal gehen Widersprüche bei KKs erst zum SB und wenn der keine Abhilfe schaffen kann in den Widerspruchsausschuss. Ich vermute, dass erst die erste Stufe erledigt ist.
Richtig, was bin ich:doh: War seinerzeit genau so. Ich bin so konzentriert auf die SB, dass ich daran nicht mehr gedacht habe.

Jetzt wird mir auch klar, warum die so "zappelt". Sie hat vergessen, ein von mir nachgereichtes Rezept mit eindeutiger Diagnose an den MDK weiterzuleiten. Eingereicht am 24.08.2018, Gutachten vom 19.09.2018.

Seit dem 11.10.2018 habe ich nun nichts mehr von der KK gehört. Das war das freundliche Gesprächsangebot...

Was ist der nächste Schritt? Abwarten oder selbst aktiv werden? Fast vier Monate ohne Physio. Trotz "Eigenbemühungen" fühlt sich der rechte Arm bald fast wie ein Stein an.

Gruß
Bertolino
 

Bertolino

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#33
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Ich nehme Bezug auf #27 zum Ablehnungsbescheid GdB mit Datum 11.10.2018.
Am 16.10.2018 hatte ich Widerspruch mit Antrag Akteneinsicht eingelegt und am 31.10.2018 noch einmal nachgehakt mit der Bitte um Eingangsbestätigung. Beides jeweils per Fax mit qualifiziertem Sendebericht.

Nur: es kommt keine Reaktion. Ich frage nach, weil ich damit noch nicht viel Erfahrung habe.

Für eine Eingangsbestätigung kommt mir die Zeitspanne schon sehr lange vor. Oder ist das eher üblich? Meine Widerspruchsfrist endet demnächst. Wäre es sinnvoll, vorsorglich ein Übergabe- Einschreiben nachzuschieben?

Auch die KK meldet sich nicht mehr in Bezug auf meinen Antrag "langfristige Heilmittelbehandlung". Bisher bin ich von der Sechs- Monats- Frist bei Anträgen und drei Monaten bei Widersprüchen für einen Feststellungsbescheid ausgegangen - und falle aus allen Wolken, weil ich gerade zum Stichpunkt "Patientenrechte" nachgelesen habe, und da steht zu lesen, dass ein Antrag auf Leistungen nach drei Wochen (!), bei Hinzuziehung eines MDK Gutachtens nach fünf Wochen zu bescheiden ist, andernfalls gilt die Leistung als genehmigt.

S. 38 ff.:
https://www.bundesgesundheitsminist...schueren/Ratgeber_fuer_Patientenrechte_bf.pdf

Man beachte: Antragsdatum 06.07.2018:icon_dampf:
Ich setze eine Frist und beauftrage anschließend einen RA.

Gruß
Bertolino
 

Kerstin_K

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#34
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Den Widerspruch hast du ja schon abgegeben, da kann also kein Frist ablaufen.
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Bertolino

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#35
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Den Widerspruch hast du ja schon abgegeben, da kann also kein Frist ablaufen.
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Ja, schon. Mir liegt der qualifizierte Sendebericht vor. Mich irritiert eben, dass ich keine Rückmeldung/Bestätigung bekomme, obwohl ich vor zwei Wochen nachgehakt habe mit der Bitte um Eingangsbestätigung. Ich habe nochmal Adresse und Faxnr. überprüft, alles ok.

Ist denn eine Wartezeit von über vier Wochen üblich?

Bei der KK hatte ich innerhalb weniger Tage eine Bestätigung erhalten: Ihr Widerspruch ist fristgerecht zum Datum bei uns eingegangen.

Gruß
Bertolino
 

Kerstin_K

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#36
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Du musst etwas Geduld haben. bei der DRV zum Beispel habe ich noch nie eine Antwort unter 6 Wochen bekommen, und wenn es nur eine Eingangsbest#tigung war.
 

hostdreamer

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#37
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Und damit es mir nicht langweilig wird, ist zeitgleich der Ablehnungsbescheid für die Erhöhung GdB hereingeschneit. Also geht es weiter mit Widerspruch und Antrag Akteneinsicht. Mein HA ist der Meinung, dass ich bei GdB 40 richtig eingeordnet wäre. Im Moment bin ich bei 30. Ich wette darauf, dass das Amt keine Anfrage an den HA gestellt hat.
Hallo Bertolino,

ich hatte bereits 2016 einen GdB 30 vom Integrationsamt zugesprochen bekommen und nachdem zu meinen Bandscheibenschäden der Halswirbelsäule ich noch Schäden an der LWS und kaputte Gelenke des Fußes und des Knies 2017 dazu kamen, hatte ich einen Verschlimmerungsantrag beim Integrationsamt gestellt. Ich wollte mindestens einen GdB von 40 haben, hatte aber gehofft einen GdB von 50 zu bekommen, da ich Einschränkungen beim Gehen habe.

Das wurde abgelehnt mit der Begründung, orthopädische Einschränkungen werden nicht höher als mit dem GdB 30 bewertet. Und für einen GdB 50 müßte ich ein Bein amputiert bekommen, so die Antwort vom Verantwortlichen des Integrationsamtes.

Soviel zum Thema Behindertengrad.


Gruß
Hostdreamer
 

Kerstin_K

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#38
Das wurde abgelehnt mit der Begründung, orthopädische Einschränkungen werden nicht höher als mit dem GdB 30 bewertet. Und für einen GdB 50 müßte ich ein Bein amputiert bekommen, so die Antwort vom Verantwortlichen des Integrationsamtes.
Hast du das schriftlich?
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hostdreamer

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#39
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Hast du das schriftlich?
Hallo Kerstin,

ja, habe ich....

hier ein Ausschnitt meines Bescheides des Integrationsamtes...

Und...

Zitat:
Wirbelsäulenschäden mit schweren funktionellen Auswirkungen in einem Wirbelsäulenabschnitt (Verformung, häufig rezidivierende oder anhaltende Bewegungseinschränkung oder Instabilität schweren Grades, häufig rezidivierende und Wochen andauernde ausgeprägte Wirbelsäulensyndrome) ein GdB von 30
Zitatende

Quelle:
https://www.anwalt.de/rechtstipps/der-grad-der-behinderung-gdb-bei-wirbelsaeulenschaeden_128860.html

Gruß
Hostdreamer
 

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#40
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Hallo, hostdreamer,

hatte ich einen Verschlimmerungsantrag beim Integrationsamt gestellt. Ich wollte mindestens einen GdB von 40 haben, hatte aber gehofft einen GdB von 50 zu bekommen, da ich Einschränkungen beim Gehen habe.
So wie du das beschreibst, sollte dein GdB höher als 30 eingestuft sein, denke ich.
Hattest du denn Widerspruch eingelegt? Ob es vielleicht sogar sinnvoll ist, hier nochmal mit Verschlimmerungsantrag nachzuhaken (evtl. aktuelle Befunde, Stellungnahme HA, persönliche Einschränkungen im Alltag)?

Es scheint immer schwieriger zu werden, den realistisch gerechtfertigten GdB anerkannt zu bekommen. In der letzten Reha hatte einer erzählt, dass er bei GdB 60 einen Erhöhungsantrag gestellt hatte, die angegebenen Funktionsbeeinträchtigungen wurden auch anerkannt. Gleichzeitig wurde eine 20 Jahre zurückliegende Erkrankung nicht mehr berücksichtigt. Das Ergebnis war Anerkennung GdB 30.:doh:

Überhaupt aktiv geworden bin ich, weil mein HA auf meine Anfrage hin sehr eindeutig GdB 40 befürwortet und mich dahingehend auch unterstützen will. Zitat: Kommen Sie regelmäßig in meine Sprechstunde, auch damit machen wir denen Druck (sobald die HA Stellungnahme angefordert wird).
Ich hatte bei meinem jetzigen Verfahren GdB 50 beantragt, GdB 40 erhofft und GdB 30 (wie bisher) erwartet und gleichzeitig meinen Widerspruch mit Antrag Akteneinsicht vorbereitet. Das klingt ein wenig nach türkischem Basar. Der Ablehnungsbescheid wirkt so, als hätte sich der ÄD nicht einmal die Mühe gemacht, die eingereichten Unterlagen zu lesen, denn es fehlen die entscheidenden Angaben in der Ablehnungsbegründung - geschweige denn eine Stellungnahme des HA angefordert.
Es geht mir nicht nur (aber auch) um die Anerkennung GdB 40, vielmehr darum zu testen, wie die Behörden/Ämter so ticken, denn damit habe ich noch nicht wirklich sehr viel Erfahrung.

Arbeitsrechtlich machen GdB 30 und GdB 40 überhaupt keinen Unterschied, steuerrechtlich sind 310€ und 430€ auch nicht gerade weltbewegend; sozialrechtlich sehe ich allerdings bei GdB 40, dass der nahezu unüberwindliche Sprung nach GdB 50 mit Anerkennung als Schwerbehinderter nicht ganz so schwierig ist im Vergleich zu GdB 30, falls es denn jemals nötig sein sollte.

Ich habe auf deinen Beitrag hin meine Akten durchforscht, und bin selbst überrascht, denn dies ist bereits mein vierter Antrag:
2016 Antrag GdB 30; anerkannt GdB 20
2017 Antrag GdB 40; anerkannt GdB 30, nach Hinweis auf chronische Schmerzen
2017 Antrag GdB 50; abgelehnt, GdB 30; Schulterarthrose, Muskelteilruptur= GdB10
2018 Antrag GdB 50 wegen Arthrose in weiteren Wirbelsäulenabschnitten, Händen und Füßen; Muskelteilruptur; abgelehnt, Widerspruch

Selbst wenn also meinem Widerspruch nicht stattgegeben wird, habe ich schon gewonnen: nämlich Erfahrungen, falls später weitere Erkrankungen hinzukommen sollten. Es kommt eben auch auf den Blickwinkel an.:idea:

Gruß
Bertolino
 

hostdreamer

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#41
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Hallo Bertolino,


So wie du das beschreibst, sollte dein GdB höher als 30 eingestuft sein, denke ich.
Hattest du denn Widerspruch eingelegt?
So hatte ich das auch gedacht, zumal ich an drei Stellen der Wirbelsäule ( HWS, BWS und LWS ) Bandscheibenschäden und Bewegungseinschränkungen habe.

Bei mehr als zwei Schäden stünde mir eigentlich schon ein GdB 50 zu, das hatte ich mal in einer GdB - Liste gelesen. Aber das Integrationsamt teilte mir telefonisch mit, dass es grundsätzlich maximal einen GdB 30 bei orthopädischen Beschwerden / Schäden gibt.

Deshalb hatte ich auf einen Widerspruch verzichtet.


Ich denke mal, wenn noch Nervenschäden mit entsprechenden Beeinträchtigungen hinzukämen, dann würde ich wohl einen höheren GdB zugesprochen bekommen.
Was ich aber nicht verstehe ist, meine Neurologin hatte bei mir Auffälligkeiten bei der Nervenleitungsmessung ( Elektroneurographie (ENG) ) festgestellt, weil ich ihr sagte, dass ich oft einschlafende Arme / Hände bekomme.


Diese Feststellung deutet bereits auf eintretende Nervenschäden hin und die kommen von meiner schadhaften HWS.


Einen höheren GdB zu bekommen würde mir beruflich nun keinen Vorteil mehr bringen, ich hatte eine Gleichstellung für die Zeit meiner Beschäftigung, somit auch Kündigungsschutz aber nun bin ich seit dem 01.11.2018 Altersrentner und da ich keinen Stress und keine körperliche Arbeitsbelastung mehr habe, kann ich mit meinem Gesundheitszustand ohne höheren GdB ganz gut leben.


Gruß
Hostdreamer
 

Bertolino

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#42
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Hallo, Hostdreamer,
Deshalb hatte ich auf einen Widerspruch verzichtet.
Das kann ich sehr gut verstehen.

Ich denke mal, wenn noch Nervenschäden mit entsprechenden Beeinträchtigungen hinzukämen, dann würde ich wohl einen höheren GdB zugesprochen bekommen.
Vielleicht... Die gesicherte Diagnose eines Nervenwurzelschadens, vergleichbar deinen Ausführungen, führte bei mir zu GdB 30, siehe #39, 2017 Antrag GdB 40 bei Bandscheibenvorfall an einem
Wirbelsäulensegment. Ich weiß leider wie schmerzhaft das ist und zu welchen Einschränkungen das im Alltag führt. Trotz Übung und Training und Medikamenten bekomme ich den Schmerz nicht wirklich in den Griff. Immerhin Schweißausbrüche deswegen habe ich nur noch sehr selten.

kann ich mit meinem Gesundheitszustand ohne höheren GdB ganz gut leben.
Gut gemacht, das war aber auch eine ziemlich lange Durststrecke bei dir. Ich berichte, sobald es Neues gibt wegen GdB. Ich meine, unsere beiden Krankheitsbilder sind ziemlich ähnlich, was die Bandscheiben betrifft, da kann es interessant werden, ob und wie ich mich (auch mit Hilfe meines HA) mit meinem Antrag durchsetze.

Gruß
Bertolino
 

Bertolino

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#43
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Es ist einfach nur noch zum Haare raufen.
Jetzt hat meine KK doch tatsächlich meinen Antrag auf Genehmigung einer langfristigen Heilmittelbehandlung erneut abgelehnt, sprich dem Widerspruch nicht stattgegeben.

Nachdem ich endlich den Fehler gefunden hatte: falscher Diagnoseschlüssel auf der Heilmittelverordnung, wurde dieser auf dem Rezept korrigiert und bei der KK nachgereicht.

Wer will kann selbst in der Diagnoseliste nachsehen:
M50.1 und G55.1 mit dem Indikationsschlüssel WS2a

Die KK schreibt: Die auf Ihrer Heilmittel-Verordnung dokumentierten Indikationen … mit dem Indikationsschlüssel … sind nicht verzeichnet.

Und - wer findet den Fehler ("meinerseits")?
Der Indikationsschlüssel auf meinem Rezept hätte nicht heißen dürfen: WS2a, sondern WS2 ohne Buchstabe a.

Jetzt warte ich noch auf die ausführliche Begründung des Widerspruchsausschusses und fange anschließend mit einem neuen Antrag von vorne an, dann eben ohne Buchstabe a.:doh:

Immerhin: Am 09.11.18 hatte ich eine zweiwöchige Bearbeitungsfrist mit Ankündigung Rechtsanwalt gesetzt und die endgültige Entscheidung der KK zum Widerspruch vom 27.07.18 liegt nun vor. Zufall natürlich. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

Gruß
Bertolino
 

Bertolino

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#44
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

Baustelle 1: langfristige Heilmittelbehandlung

Ich bekenne, ich bin ein :doh:.
Nun streite ich seit einem halben Jahr mit der KK wegen der Genehmigung einer langfristigen Heilmittelbehandlung, und übersehe dabei, was in großen Buchstaben auf der ersten Seite der Diagnoseliste steht:

https://www.kvberlin.de/20praxis/50verordnung/20heilmittel/diagnoseliste_2017_hmbedarf.pdf

Langfristiger Heilmittelbedarf / Besonderer Verordnungsbedarf
Zur Erinnerung: Ich hatte einen Antrag auf Genehmigung einer langfristigen Heilmittelbehandlung gestellt (in Fortführung eines früher bereits genehmigten Antrags).

Wer will, kann gerne nachschauen: M50.1 und G55.1

Erst jetzt habe ich die zweite Seite der Diagnoseliste genau gelesen, nachdem mein Antrag abgelehnt war mit der Begründung, dass die Diagnosen nicht in der Liste aufgeführt sind. Da steht:
der langfristige Heilmittelbedarf ist in der Tabelle dunkelgrau markiert, der besondere Verordnungsbedarf hellgrau.
Ah ja, hellgrau, ich muss einen Antrag wegen einem besonderen Verordnungsbedarf stellen.:icon_mad: Ob das Absicht ist, wenn zwei unterschiedliche Sachverhalte unter einer einzigen Diagnoseliste zusammengeführt werden? Jetzt sage mir bitte keiner, dass ich der einzige im gesamten deutschsprachigen Raum bin, der das nicht auf Anhieb verstanden hat. Na, auf die Ablehnungsbegründung des Widerspruchsausschusses bin ich gespannt, die Begründung ist immer noch nicht eingetroffen.

Ok, keine Katastrophe, ich betrachte das alles als "Übung" im Umgang mit Behörden/Ämtern für spätere Zeiten.

Anfang des neues Jahres also:
Antrag wegen besonderem Verordnungsbedarf und gleichzeitig Neubeginn der Physiotherapie, denn - das habe ich nachgelesen - man darf auf Kosten der KK die Therapie fortsetzen, solange bis die KK einen Ablehnungsbescheid schickt.

Baustelle 2: GdB

01.08.2018 Antrag auf Erhöhung

16.10.2018 Widerspruch mit Antrag Akteneinsicht per Fax mit qualifiziertem Sendebericht

Bisher gab es keine Reaktion, also weder Bestätigung noch Ablehnungsbescheid oder sonst was, die 6- Monatsfrist, um Untätigkeitsklage zu erheben, läuft bis 01.02.2019, richtig?

Ist es jetzt nach 2 Monaten nach Widerspruch bzw. dreieinhalb nach Antragstellung an der Zeit, nach dem Bearbeitungsstand zu fragen, vielleicht zweiwöchige Fristsetzung, oder was ist jetzt sinnvoll?

Gruß
Bertolino
 

Kerstin_K

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#45
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

war da nicht mal irgendwas, dass ein Sozialleistungsträger Deinen Antrag wohlwollend zu interpretieren hat? Sprich, dass die Herrschaften sich bitte selber denken könneen, dass Du als Laie nur den falschen Begriff benutzt hast?

Und zum Widerspruch: Zur Bearbeitung eines Widerspruches hat die Behörde nicht 6 Monate Zeit, sondern drei. Das heiss, Untätigkeitsklage wegen des nicht bearbeiteten Widerspruches wäre ab 15.01. möglich. Da nochmal nachzufassen per Sachstandsanfrage oder so ist zwar keine Pflicht, aber amnche Gerichte sehen das gerne. Ich mache das dann immer bei Halbzeit, also nach 6 Wochen. Kannst Du also direkt raussjagen.
 

Bertolino

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#46
AW: Bekomme ich wieder Krankengeld oder eher nicht, bin bereits einmal ausgesteuert. "Droht" mir Erwerbsminderungsrente

war da nicht mal irgendwas, dass ein Sozialleistungsträger Deinen Antrag wohlwollend zu interpretieren hat? Sprich, dass die Herrschaften sich bitte selber denken könneen, dass Du als Laie nur den falschen Begriff benutzt hast?
Ich vermute, das wissen die ganz genau. Die haben mich längst im Visier, weil ich zu teuer werde. Ich bin in einer neuen Blockfrist, 6 Wochen LFZ sind vorbei, regelmäßig beim HA, laufende Arzneimittelversorgung, bei erneuter AU besteht Anspruch auf KG ab dem ersten Tag. Von "wohlwollend" mir gegenüber bleibt da nicht viel übrig. Fakt ist jedenfalls, dass die SB ein halbes Jahr Physiotherapie erfolgreich abgewehrt hat. Das kann man in Bargeld umrechnen: 2 mal pro Woche mal 26 Wochen gleich 52 Termine. 52 Termine mal ca. 40€ gleich 2080€.

Und zum Widerspruch: Zur Bearbeitung eines Widerspruches hat die Behörde nicht 6 Monate Zeit, sondern drei.
Danke, ich dachte ich muss ab Antragstellung rechnen, drei Monate für Antragsbearbeitung, plus weitere drei Monate für Widerspruch. Umso besser.

Das heiss, Untätigkeitsklage wegen des nicht bearbeiteten Widerspruches wäre ab 15.01. möglich. Da nochmal nachzufassen per Sachstandsanfrage oder so ist zwar keine Pflicht, aber amnche Gerichte sehen das gerne. Ich mache das dann immer bei Halbzeit, also nach 6 Wochen. Kannst Du also direkt raussjagen.
Das erledige ich gleich heute.

Gruß
Bertolino
 

Bertolino

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#47
Das muss ich einfach loswerden. Meine never ending story zum Thema "langfristige Heilmittelbehandlung".
Nachdem ich nun endgültig die Ablehnung meines Widerspruchs durch die Widerspruchsstelle erhalten habe - mit einer vierseitigen Begründung - sie hätten auch hinschreiben können: Du bist einfach zu doof genau zu lesen und das haben wir ausgenutzt - geht die Geschichte nun weiter.
Als ich meinem Arzt das Ergebnis der Widerspruchstelle mitteilte, meinte er nur: Sagen Sie mal, welche irre Krankenkasse haben Sie eigentlich?

Die irre Krankenkasse heißt Barmer. Sollte einer von besagter Krankenkasse mitlesen: Ich widerspreche meinem HA nicht.

Nun hat mein HA veranlasst, dass die Heilmittelverordnung buchstabengenau erneut ausgestellt wird, nur eben nicht "außerhalb des Regelfalls", sondern als "Erstvordnung", das Kreuzchen auf der Verordnung im entsprechenden Abschnitt nicht links in der Mitte, sondern links oben. Ganz einfach.

...ist es nicht. Denn genau das lässt das Programm nicht zu. Das Programm, das von den KKen erarbeitet wurde.
Die Sekretärin hat die Verordnungsmenge handschriftlich eingetragen, zusätzlich Stempel drauf, Unterschrift HA. Damit kann ich nun nach einem halben Jahr meine Krankengymnastik wieder aufnehmen. Das nächste Problem mit der KK ist im wahrsten Sinn des Wortes "vorprogrammiert". Immerhin darf ich nun 10 mal unbehelligt Physiotherapie in Anspruch nehmen.

Was ich inzwischen auch weiß: Eine Heilmittelverordnung darf solange in Anspruch genommen werden und vom behandelnden Arzt auch öfter ausgestellt werden, bis die Ablehnung des Widerspruchs durch die KK rechtskräftig wird. Außerdem waren die Verordnungen vermutlich sogar genehmigt wegen Überschreitung der Vier- Wochen- Frist, siehe hier, Seite 2:

https://www.kbv.de/media/sp/2016_12...lmittelverordnung_inklusive_Diagnoseliste.pdf

Auch wenn mich die KK dieses Mal doch wieder über den Tisch gezogen hat, nächstes Mal habe ich zumindest in diesem Punkt dazugelernt.

Gruß
Bertolino
 

Bertolino

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#48
Heute einmal ein kleiner Erfolg für mich. Die letzten Unterlagen gingen Ende Dezember bei der AfA ein. Das ging aber flott. Ich freue mich.

Untätigkeitsklage wegen GdB Widerspruch ist heute raus. Also heißt es jetzt warten, was passiert.
 

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