Bekomme ich vom "Taschengeld" beim FSJ etwas abgezogen?

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

PeterS

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 April 2008
Beiträge
100
Bewertungen
1
Folgender Fall:
Mutter ist alleinerziehend und bezieht ALG2. Sohn ist 19, hat sein Abitur gemacht und beginnt im August ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ beim DRK) an einer Ganztagsschule. Dabei bekommt er ein "Taschengeld" in Höhe von 310€ vom Deutschen Roten Kreuz. Er selbst ist nicht bei der ARGE gemeldet!
Wird Ihm von dem Geld etwas abgezogen da seine Mutter arbeitslos ist?
 

Jesaja

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
14 August 2008
Beiträge
740
Bewertungen
8
Was bedeutet denn, dass der Sohn nicht bei der Arge gemeldet ist ? Lebt der Sohn nicht mit seiner Mutter in einer Bedarfsgemeinschaft ? Wie wurde bisher der Bedarf vom Sohn gedeckt ?

Einkommen und Vermögen dürfen von den Leistungen, die dem Kind zustehen, abgezogen werden, aber nicht von den Leistungen der Eltern.
Zur Berechnung von Taschengeld im FSJ auf ALG II habe ich folgenden Thread gefunden:

https://www.elo-forum.org/alg-ii/21840-alg-ii-fsj-freiwilliges-soziales-jahr.html

Das hier habe ich auch noch gefunden, die Meinungen gehen da leider weit auseinander, was die Anrechnung auf ALG II angeht :

Forum Hartz 4 Alg 2 - Bedarfsgemeinschaft und Freiwilliges soziales Jahr des Sohn
 

PeterS

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 April 2008
Beiträge
100
Bewertungen
1
Was bedeutet denn, dass der Sohn nicht bei der Arge gemeldet ist ? Lebt der Sohn nicht mit seiner Mutter in einer Bedarfsgemeinschaft ? Wie wurde bisher der Bedarf vom Sohn gedeckt ?
Nja, ER hat sich nicht Arbeitslos gemeldet (Hat keinen Antrag abgegeben). Nur die Mutter ist arbeitslos gemeldet. Ja er lebt mit der mutter in einer Bedarfsgemeinschaft. Der Sohn war bisher nur in der Schule, Mutter bekommt für Ihn von der ARGE etwas mehr Geld. Mutter bekommt außerdem noch Kindergeld für Ihn.
 

paulaken

Elo-User*in
Mitglied seit
1 April 2010
Beiträge
20
Bewertungen
0
mutter hat also für sohn den antrag mitgestellt, er ist mitglied der bedarfsgemeinschaft und war bisher geschützt durch den schulbesuch.

fazit:
maßname bis zum fsj ist rechtens, kann ja auch nebenjob machen, aber 3 monate urlaub auf staatskosten ist nicht drin
gehalt im fsj wird als einkommen bei der bedarfsgemeinschaft angerechnet. es bleibt anteilig aber etwas über
 

Judita

Elo-User*in
Mitglied seit
25 Mai 2009
Beiträge
58
Bewertungen
4
;
Meine Tochter hat auch ein FSJ gemacht.
Da das Einkommen unter dem Begriff ,,Taschengeld,, läuft wurde es vollkommen als sonstige Einnahme beqwertet und angerechnet.
Lediglich die nachgewiesenen Kosten fürs Bahnticket wurden ihr gelassen. Und 30 Euro Versicherungspauschale.
Denn der FSJler ist nicht mehr durch die elterliche Familienhaftpflicht geschützt.
War schon deprimierend, harte Arbeit in der Altenpflege--ohne finanzielle Vorteile.
Sie hat das FSJ aber trotzdem gemacht- in der Wartezeit auf einen Studienplatz.
Macht sich im Lebenslauf eben besser als,, nach der Schule tat ich erst mal nichts,,.
Und außerdem hätte man ihr ja wahrscheinlich sonst einen EEJ oder ähnliches verpasst.
Judita
 

biddy

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Mai 2007
Beiträge
13.403
Bewertungen
4.585
Da das Einkommen unter dem Begriff ,,Taschengeld,, läuft wurde es vollkommen als sonstige Einnahme beqwertet und angerechnet.
Wann war denn das?
Und hatte sie die 30 € Versicherungspauschale nicht eh schon auf ihr Kindergeldeinkommen erhalten?

Erste Verordnung zur Änderung der Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung


Am 1. Januar 2009 tritt die Erste Verordnung zur Änderung der Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung in Kraft.

[...]

Außerdem wird das Taschengeld bis zur Höhe von 60 Euro monatlich anrechnungsfrei gestellt, das Freiwilligen während der Ableistung eines Jugendfreiwilligendienstes (insbesondere Freiwilliges Soziales Jahr und Freiwilliges Ökologisches Jahr) zusteht.
Quelle: BMAS - Erste Verordnung zur Änderung der Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung

Verordnung zur Berechnung von Einkommen sowie zur Nichtberücksichtigung von Einkommen und Vermögen beim Arbeitslosengeld II/Sozialgeld (Alg II-V)
vom 18.12.2008

§ 1
Nicht als Einkommen zu berücksichtigende Einnahmen

(1) Außer den in § 11 Abs. 3 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch genannten Einnahmen sind nicht als Einkommen zu berücksichtigen:

[...]

13. vom Taschengeld nach § 2 Absatz 1 Nummer 3 des Jugendfreiwilligendienstegesetzes, das ein Teilnehmer an einem Jungendfreiwilligendienst erhält, ein Betrag in Höhe von 60 Euro.
Quelle: https://www.arbeitsagentur.de/zentr...etzestext-11-SGB-II-Zu-beruecks-Einkommen.pdf

Taschengeld Jugendfreiwilligendienst (Randziffer 11.114b):

• 60 € des Taschengeldes nach § 2 Abs. 1 Nr. 3 des Jugendfreiwilligendienstegesetzes, das ein Teilnehmer an einem Jugendfreiwilligendienst erhält
Quelle wie oben
 

PeterS

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 April 2008
Beiträge
100
Bewertungen
1
fazit:
maßname bis zum fsj ist rechtens, kann ja auch nebenjob machen, aber 3 monate urlaub auf staatskosten ist nicht drin
gehalt im fsj wird als einkommen bei der bedarfsgemeinschaft angerechnet. es bleibt anteilig aber etwas über
Auf Staatskosten ??? ER bekommt keinen Cent vom Staat und will es auch nicht. die 3 monate kommt er so über die runden.
Was kann er tun ??
Ausziehen zu einem Bekannten, hauptsache er ist aus der BG raus? Oder gibt es andere Möglichkeiten? Denn arbeiten für 60€ Im Monat ist etwas sehr wenig.
Ich sehe das doch so richtig: ER darf 60€von den 320 behalten und die mutter bekommt auch keinen Zuschuss mehr für Ihn.
 

paulaken

Elo-User*in
Mitglied seit
1 April 2010
Beiträge
20
Bewertungen
0
die mutter bekommt für ihn alg II und kindergeld. stichwort bedarfsgemeinschaft, schau mal in den bescheid, was er bekommt. die mutter deckt davon die miete, strom, gas, lebensmittel, kleidung etc.
ausziehen ist nicht so einfach, da u25 und auch mit fsj alg II empfänger. ausziehen wird nichts. und wovon will der prachtbengel in den drei monaten urlaub leben? kindergeld reicht nicht für miete, lebensmittel und co
 

PeterS

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 April 2008
Beiträge
100
Bewertungen
1
ER ist und war schon immer selbstversorger und hat von der mutter eh kein geld gesehen. Hier und da mal ein paar klamotten, aber die kauft er sich mittlerweile auch selbst. Fragt nicht woher das geld kommt (sagen wir Ibäh verkäufe im kleinen Stiel). Ihm reichen ein paar Euro.
Auziehen nicht in eigene Wohnung, sondern zum Onkel oder so. Da könnte er während dem ganzen fsj (offiziell) wohnen. wÜrde die mutter da noch kindergeld bekommen?

was belibt ihm? er hat das heute erst erfahren das er das fsj macht und ihm eigentlich nichts mehr bleibt... er hatte sich riesig darauf gefreut... für studienplatz ist er wohl schon zu spät....
Gibt es denn kein möglichkeiten??
 

PeterS

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 April 2008
Beiträge
100
Bewertungen
1
Miete usw zahlt alles die Mutter.

Ich verstehe einfach nicht das der Sohn, wenn er FSJ macht, keinen Cent von seinem Taschengeld sieht (mit Glück vlt. einen kleinen Freibetrag). Geht es nicht, dass die Mutter Ihren Zuschuss verliert den sie für ihn bekommt und ER sein Taschengeld behalten kann??
Es ist nun egal was er macht:
1. er macht fsj und bekomt kein Geld dafür
2. er geht arbeiten, bekommt dann aber auch nur einen freibetrag
3. er macht nichts und muss in maßnahmen vom Amt

also ist jede Möglichkeit nicht zufriedenstellend.
 

PeterS

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 April 2008
Beiträge
100
Bewertungen
1
Ist ein anderes Thema... hatte hiermit anfangs nichts zu tun! Hier geht es um Geld im anderen Beitrag um maßnahmen. Sollte man beim lesen eigetlich merken. :)
 

biddy

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Mai 2007
Beiträge
13.403
Bewertungen
4.585
biddy,
das war von September 08 bis September 09.

Judita
Dann hätte ja ab Januar auch Deiner Tochter ein nicht anrechenbarer Teil von 60 € des "Taschengeldes" gewährt werden müssen. Du hast ja geschrieben, dass es angerechnet wurde. Weiß aber nicht, ob das Fahrgeld dann in dem Fall extra dazugekommen wäre. Das wurde euch ja vom "Einkommen" abgezogen, so dass sie mehr hatte. Hatte eben nur kurz überlegt, ob sich ein Überprüfungsantrag noch lohnen würde. Hm ...
 

PeterS

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 April 2008
Beiträge
100
Bewertungen
1
Ja, dass ist dann wohl der Mehrgeld wo die mutter für Ihn bekommt. Kann man nicht darauf verzichten? Und so aus der Misere mit dem Amt rauskommen?
Misere:
Es ist nun egal was er macht:
1. er macht fsj und bekomt kein Geld dafür
2. er geht arbeiten, bekommt dann aber auch nur einen freibetrag
3. er macht nichts und muss in maßnahmen vom Amt
 

PeterS

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
2 April 2008
Beiträge
100
Bewertungen
1
Dann verzichtet die Mutter auf die paar Euro vom Amt die sie für den Sohn bekommt, also ist der Sohn dann nicht mehr bei der ARGE. Also kann er tun was er will. Geht das nicht? ER seblst sieht ja keinen Cent von dem Geld, die Mutter zalht eh und jeh die Miete, egal ob Arbeitslos oder nicht.
Es kann doch nicht sein das man als Sohn einer Arbeitslosen Mutter so bestraft wird. Und gerade noch jemand der so strebsam ist wie er, der Studieren wird und später dem Staat mal ein haufen kohle bringen wird.
 

biddy

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Mai 2007
Beiträge
13.403
Bewertungen
4.585
Ja, dass ist dann wohl der Mehrgeld wo die mutter für Ihn bekommt.
Wenn er drauf verzichten würde, wäre es gehoppst wie gesprungen. Er hat einen Alg-II-Bedarf von 287 € plus die halben Miet- und Heizkosten minus Kindergeld, das dürfte mehr sein (knapp) als die 310 € aus dem FSJ, es sei denn, er bekäme noch Unterhalt vom Vater (?).
 

Erolena

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 November 2007
Beiträge
5.939
Bewertungen
1.512
Die bundeszentralen Träger des Freiwilligen Sozialen
Jahres (FSJ) in katholischer Trägerschaft
FSJ-Trägerbrief 03 / 2009 vom 27. Januar 2009

Informationen zu Jugendfreiwilligendiensten und Leistungen zur
Grundsicherung nach dem SGB II


Seit dem 1. Januar 2009 wird nach § 1 Absatz 1 Nr. 13 (neu) der
Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung (Alg II-V) ein Betrag von
60 Euro des Taschengeldes nicht auf die Leistungen nach dem
SGB II angerechnet. Zur Anrechnung von Taschengeld auf Leistungen
nach dem SGB II gelten folgende Regelungen: Das Taschengeld ist
grundsätzlich voll als Einkommen nach § 11 Abs . 1 SGB II anzurechnen.
Von der Anrechnung ausgenommen sind:
• ein Betrag in Höhe von 60 Euro des Taschengeldes (§ 1 Absatz
1 Nr. 13 ALG II-V)
• eine allgemeine Versicherungspauschale (§ 11 Abs. 2 Satz
1 Nr. 3 SGB II i.V.m. § 6 Abs. 1 Nr. 1 ALG II Verordnung) in
Höhe von 30 Euro (kein Nachweis von Quittungen notwendig)
sowie
notwendige Ausgaben nach § 11 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 SGB II
(wie z.B. Fahrtkosten und Arbeitsmaterialien, per Quittung
einzureichen).

Seit Ende Oktober 2008 ist auf der Homepage der Bundesagentur für
Arbeit ein fachlicher Hinweis in den internen Arbeitshinweisen für die
Träger der Grundsicherung eingestellt ist, der darauf verweist, dass
Teilnehmende während eines Freiwilligendienstes keine Erwerbstätigkeit
aufnehmen müssen. Die Teilnahme am Jugendfreiwilligendienst
einschließlich der begleitenden und gesetzlich vorgeschriebenen pädagogischen
Seminare von mindestens 25 Tagen stellt gemäß § 10
Abs. 1 Nr. 5 SGB II einen wichtigen Grund dar, ein Arbeitsvermittlungsangebot
für die Dauer des Freiwilligendienstes abzulehnen
. Zu finden
ist der Hinweis unter:https://www.arbeitsagentur.de/nn_166486/Navigation/zentral/Veroeffentli chungen/Weisungen/Arbeitslosengeld-II/Arbeitslosengeld-IINav. html#d1.1
(unter Kapitel 10: Zumutbarkeit).
Der Link am Ende des Textes führt leider ins Leere.
Ich finde der Text im Zitat ist schon sehr prägnant formuliert und sollte für die ARGE reichen.
 

biddy

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Mai 2007
Beiträge
13.403
Bewertungen
4.585
Es kann doch nicht sein das man als Sohn einer Arbeitslosen Mutter so bestraft wird.
Was meinst Du, was ich mir für einen Kopf mache, weil ich weiß, wie meiner Tochter in einigen Jahren zumute sein wird nach dem (jedenfalls anvisierten) Abi. Da ruft erstmal die Freiheit und ich denke mir, sie wird dann - zu Recht - ebenfalls so drauf sein wie der Junge, um den es hier geht und ich würde es ihr ebenfalls gönnen. *seufz*
 

Erolena

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 November 2007
Beiträge
5.939
Bewertungen
1.512
Ja, das habe ich auch vermutet.
Aber ich finde die Formulierung in Text des Infobriefes klarer.

Nachdem ich das hier alles lese, bin ich doch dankbar, das mein Kind alles auf dem anderen Weg gemacht hat. Nämlich Beruf, einjährige Fachoberschule, 1 Jahr gearbeitet, Studium.
Der Vorteil ist, mit Berufsausbildung kann man eine Arbeit finden, fällt aus der BG raus und muss sich nicht weiter von der ARGE schikanieren lassen. Und auch während des Studiums kann man weiter nebenbei arbeiten im Beruf. Vermutlich wird man besser bezahlt als der Abiturient, der vielleicht als Student Regale einräumen geht.

Ich weiß auch, das passt nur bei bestimmten Berufszielen so einfach. Außerdem hatte ich mir wie alle auch ein Kind gewünscht, das gleich lernt und nicht über sieben Umwege zum Studium kommt. Deshalb schreibe ich das hier: unter bestimmten Aspekten hat auch der zweite Bildungsweg etwas für sich.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten