bekomme Hartz IV, bin Musiker und möchte mich selbständig machen

aufbauost

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Hi,

ich möchte mich als Musiker selbständig machen. Das raten mir viele Menschen, mit denen ich musikalisch und veranstaltungstechnisch zu tun habe. Weil ich momentan ab und an schon gutes Geld für meine Auftritte bekomme und ich mir absolut sicher bin, wenn ich das vollends durchziehe, von der Musik leben zu können. Momentan bin ich schon bei mehreren Künstleragenturen dran. Nun meine Frage: mein "Betreuer" im Jobcenter meint, dass das mit dem sich-selbständigmachen schon geht, aber er möchte mich vorher zu einem 2-monatigem Kurs hinschicken.

Daher frage ich euch, ob das zwingend ist. Mit Grundlagen beschäftige ich und schlage mich durch, da ich seit letztes Jahr Straßenmusik mache (in vielen Städten) sowie schon eine ganze Menge professionelle Live-Konzerte hatte. Es ist relativ außergewöhnliche Musik, die sehr gut bei den Menschen ankommt - große Bandbreite, dennoch alles andere als Mainstream-Musik.

Einen Gründungszuschuss brauch ich nicht. Soweit ich weiß, geht es vielen Neulingen in Sachen Selbständigwerden ja um diesen Zuschuss, für den der "Betreuer" ein Konzept (habe ich für mich) vorgelegt bekommen will und man dann zu einer 1-2-monatiger Schulung hingeschickt wird. Diesen Zuschuss brauch ich nicht. Mir geht es nur darum, selbständig zu sein, aber falls man mal unter dem Existenzminimum von xy€ ? liegt, dass man dann z.B. die Miete bezahlt bekommt. Was ich meine: falls man mal im Monat nicht so viel erwirtschaften konnte und man Unterstützung erhält, damit man nicht gleich auf der Straße leben muss.

Wobei ich schon das Ziel habe und mir sehr sicher bin, dass ich spätenstens in einem Jahr nach den ganzen Kontaktknüpfungen, die momentan extrem gut anlaufen (die meisten Anfragen kommen direkt an mich, ohne dass ich um Aufträge betteln muss), 100% von meinem Beruf (eher Berufung) zu leben ohne das Jobcenter.

Wäre ja eigentlich in beiderseitigem Interesse: ich wäre das Amt (früher oder später mit Sicherheit) los und sie wären mich los.

Wäre prima, wenn ihr mir bei dieser Sache helfen könnt! Besten Dank!

edit: Kurz: Ist es möglich, dass ich zum Finanzamt gehe und mich dort als selbständig anzeige oder wäre das unklug und dann würde ich keine Unterstützung durch Hartz IV erhalten?
 

franzi

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Kannst du schon abschätzen, was du monatlich verdienen wirst?
Vergiss nicht die laufenden Kosten (Krankenversicherung usw.).
Bei stark schwankenden Einnahmen würde ich es mir überlegen, mich zu früh aus dem ALG II-Bezug abzumelden.

Trittst du alleine auf oder mit einer Gruppe?
Vielleicht gibt es spezielle Förderprogramme für junge Musiker (städtische Förderungen, Stiftungen, usw.)
Hast du schon bei Plattenfirmen vorgesprochen?
Da wärst du nicht der erste Straßenmusiker, der so den Einstieg in die Karriere schaffte.
Eventuell auch Kontakt mit Radiosendern aufnehmen.
Wenn du davon leben willst, brauchst du auf jeden Fall einen Bekanntheitsgrad, der über den lokalen Bereich hinaus geht.

Wenn du den Beruf regelmäßig ausübst, musst du es ohnehin als freiberufliche Tätigkeit anmelden.
Derzeit übst du es ja nebenbei aus. Das ist durchaus möglich. Das Einkommen muss aber angegeben werden.
 

Mollmops

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Nun meine Frage: mein "Betreuer" im Jobcenter meint, dass das mit dem sich-selbständigmachen schon geht, aber er möchte mich vorher zu einem 2-monatigem Kurs hinschicken.

Daher frage ich euch, ob das zwingend ist.
Das wird ein Kurs sein, der dir nicht viel nützen wird, da es hauptsächlich um die Vermittlung von Dingen wie: Wie melde ich ein Gewerbe an, wie führe ich ein Kassenbuch, kann ich die Buchführung selbst machen oder muss ich dafür viele Hundert EUR an einen Steuerberater abdrücken, wo und wie und warum werbe ich, wer ist meine Zielgruppe, woher beziehe ich günstig Waren, brauche ich eine Facebook-Seite für mein Unternehmen etc. pp. geht.

Meines Erachtens nach brauchst du keine Gewerbeanmeldung, da du als Musiker kein Gewerbetreibender bist. Es kann nicht schaden, mal beim FA anzurufen und zu fragen, was du in deinem Fall konkret tun sollst und was nicht. Vielmehr kommt aber für dich die Künstlerkasse in Frage, auch was deine Absicherung betrifft. Das wird für dich eine Art Zwangsmitgliedschaft werden, so wie bei Gewerbetreibenden die IHK oder HWK die Hand aufhält.

Letztendlich ist so ein Kurs vielleicht nicht ganz verkehrt, es wird aber viel Blabla dabei sein, wo du auf Durchzug schalten kannst, weil es dich schlicht und ergreifend nicht interessiert (tätigkeitsbezogen). Es ist eben von allem etwas dabei und nichts richtig. Andererseits schmeißt man es dir ja hinterher. ;-)
 

franzi

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Er hat kein Gewerbe, aber er ist Freiberufler.

Außerdem würde ich mich nicht nur auf die Künstleragenturen verlassen, sondern selbst aktiv am eigenen Profil arbeiten, durch Werbung etc. (diese Kosten sind auch nicht unerheblich).

Informationsbroschüren zum Thema Selbstständigkeit gibt es auch bei der örtlichen IHK. (Das betrifft zwar eher die gewerblich Tätigen, ist aber dennoch von Interesse.)
 

aufbauost

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Hi franzi,

es ist wirklich sehr unterschiedlich, was rein kommt. Alles in allem pro Monat ca. 300-500€ aufwärts, was ich erspiele. Mir geht es darum, nicht in Konflikt mit dem Finanzamt zu kommen und das Sinnvollste ist da wahrscheinlich, das Ganze als, wie du erwähntest, freiberufliche Tätigkeit anzumelden. Ansonsten ist das Projekt lokal sehr bekannt. Deswegen auch der Kontakt zu mehreren regionalen Künstleragenturen bundesweit. Im Sommer geht natürlich mehr, im Winter relativ wenig. Es wird aber zukünftig viel mehr Aufträge geben, davon geh ich aus.
Plattenfirmen schreib ich auch noch an. Momentan habe ich vor allem Booking/Management angeschrieben, um an neue Live-Konzerte ranzukommen.
Radiosender als Ansprechpartner zu sehen, ist da eher fragwürdig, weil es keine Mainstream-Musik ist.
Ich will das wie gesagt schon unbedingt anmelden als freiberufliche Tätigkeit. Aber mir ist nicht klar, wie es dann weitergeht. Das ist ja das paradoxe: ich will von der ganzen Sache leben und nicht mehr bzw. auf weniger Unterstützung durch Hartz IV etc. angewiesen sein. Nur ist mir nicht klar, wie ich den behördlichen Weg gehe.

edit: Es handelt sich wohl um einen Kurs, der wohl Geld kostet, meinte der "Betreuer". Ganz geschenkt war das nicht. Insofern versuch ich schon die ganze Sache zu überspringen... Hm.
 

zuteuer

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Ich will das wie gesagt schon unbedingt anmelden als freiberufliche Tätigkeit. Aber mir ist nicht klar, wie es dann weitergeht. Das ist ja das paradoxe: ich will von der ganzen Sache leben und nicht mehr bzw. auf weniger Unterstützung durch Hartz IV etc. angewiesen sein. Nur ist mir nicht klar, wie ich den behördlichen Weg gehe.
soweit ich weiß, musst du nur dem Finanzamt melden, dass du dich als Freiberufler selbstständig machst. Die schicken dir dann schon die nötigen Unterlagen bzw. Steuererklärung.
Künstlersozialkasse könnte auch ein Fall für dich sein.
H4-Bezug würde ich erstmal nicht aufgeben. Die wollen dann eine Einnahmen-Überschussrechnung haben.
Den Kurs kannst du ruhig sein lassen, der wird dir nichts bringen.
 
R

Rounddancer

Gast
Das Alg-II geht im Grunde weiter, wenn Du Dich selbstständig machst.
Natürlich mußt Du den Beginn Deiner Selbstständigkeit sowohl dem Fi-Amt, als auch Deinem JobCenter melden.

Allerdings mußt Du dann bei jedem Alg-II-Weiterbewilligungsantrag zwei Anlagen mehr ausfüllen, einmal mit dem Antrag die "vorausschauende" Anlage EKS,
und dann, kurze Zeit nach Ablauf des alten Bewilligungszeitraumes, die abschließende Anlage EKS. EKS bedeutet "Einkommen Selbstständiger".

In der vorausschauenden Anlage EKS gibst Du für den aktuellen, und sechs weitere Monate an, wieviel Einkommen, aber auch wieviel Kosten Du in dem Zeitaum absehbar haben wirst.
Also im Zweifel lieber weniger oder nix,- denn wasimmer Du da an Einnahmen angebist,- kann Dir schon im kommenden Weiterbewilligungsabschnitt abgezogen werden. Nimmst Du dann aber weniger ein, als angegeben, dann mußt Du sechs Monate warten, bis Du das dann wiederbekommst.

So hab ich letzten Monat meine vorausschauende EKS mit null Einkommen abgegeben, weil ich nicht absehen kann, wieviel hereinkommen wird, und nur die Kosten angegeben, die ich sicher haben werde,- bei mir sind das 40 Euro pro Monat.

So Mitte Mai werde ich dann die abschließende EKS für November '11 bis April '12 abgeben,- mit allen Einnahmen und allen Kosten, die ich in diesem letzten Abrechnungszeitraum hatte.

Und so geht das weiter.

Als Künstler mit Alg-II kannst Du Dich auch auf die "Tatort-Kommisar-Regelung" berufen, beim JobCenter.
Die gibt es, weil z.B. "Tatort"-Kommisar-spielende Schauspieler ja oft in Alg-II sind, und dann so ein, zweimal im Jahr einen "Tatort" drehen müssen. In der Zeit melden sie sich temporär vom Alg-II ab,- kassieren ihre Gagen, und sind dann, nach Drehschluß, wieder in Alg-II.

Aber es gibt auch Künstler-Kollegen, die es aus Alg-II heraus geschafft haben, rentabel selbstständig zu werden und zu bleiben.
Einer davon ist "Micha", der Mann eines Mitglieds des 50plus-Portals, dessen Stuttgarter Regionalgruppe ich zusammen mit einem Kollegen leite.
"Micha", der früher u.a. mit der Wolle Kriwanek-Band spielte, war im Hauptberuf Sozialarbeiter in einem Jugendheim (FEH). Das Heim wurde geschlossen,- nicht, weil es nimmer genug Jugendliche gegeben hätte, sondern um Geld einzusparen.
Egal. Jedenfalls war "Micha" dann erwerbslos, mit 50plus auch nicht wirklich prickelnd. Er besann sich seiner alten Liebe zur Musik,
machte sich als Alleinunterhalter selbstständig und bespielt nun im Raum Stuttgart und am Bodensee regelmäßig Gaststätten, Biergärten, und dazu kann er für Feste, Auftritte, Hochzeiten, etc. gebucht werden und wird es auch. Immer dabei seine Frau, die tanzt mit und dokumentiert auf Foto und Film. Klar, daß "Micha" eine gute, aktuelle Webseite mit Ausschnitten, Terminen, etc. hat.
Michas-Musi
Kannst ja mal nach seinen Erfahrungen fragen,- wie er es schaffte, aus der Erwerbslosigkeit mit der Musik rauszukommen. Grüß ihn bitte vom Heinz von Feierabend ...
 

The_Vulcan

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Da ich hin und wieder mal Pressemitteilungen von Künstler-Management bekomme und selber so ab und zu mal welche sehe kann ich mir denken das es da ähnlich ist wie bei anderen Bereichen der Künste... viele Mitbewerber, wenig Geld und noch weniger Chancen.

Mein Tipp an dich wäre

-Steuernummer als Freiberufler beantragen
-Für dich passendes Buchhaltungsprogramm für Rechnungen und Ausgaben etc. finden
-Eigene MySpace Seite und Facebookseite, so wie Webseite mit einigen Proben deiner Kunst. Eventuell auch als Musiker mal ein wenig bei YT Einsetzen. Wenn Du richtig gut bist reicht da sicher ein Handyvideo, verbreitet sich ja dann wie von selbst.
Ansonsten kann es nicht schaden mal für einen kleinen 2-3 Stelligen Betrag ein Video aufnehmen zu Lassen. Qualität wird auch gerne gesehen und kann auch ein Nicht-Mega-Talent ein wenig hervorheben.
-Visitenkarten anfertigen lassen

Da Du ja schon auf diversen Events etc. bist kannst Du dort evtl. den ein oder anderen mal Ansprechen und deine Visitenkarte überreichen. Das ist oft die beste Werbung und wirkt auch Professionell.


Sobald Du deine Steuernummer (reicht als Freiberufler) hast, oder dein Gewerbeschein (sofern Du ein Gewerbe anmelden willst, Steuernummer kommt dann extra) musst Du das dem Amt mitteilen und am besten in Kopie übersenden.
Notfalls sensible Daten darauf schwärzen.

Daraufhin wird dir das Jobcenter höchstwahrscheinlich mitteilen das sie alle deine Leistungen einstellen. Da Du ja nun selbständig bist gehen sie davon aus das Du über ausreichend Einkommen verfügt. Da kannst Du Widerspruch gegen einlegen und erklären das Du noch keines hast , ausser Du hast bereits welches. Dann musst Du die vorläufige Anlage EKS einsenden wo Du eine Prognose der nächsten 6 Monate senden sollst. Siehe auch hier: https://www.elo-forum.org/existenzgruendung-selbststaendigkeit/89474-gewerbe-abmelden-vorgehen.html#post1090364

Allerspätestens 2 Monate nach Ablauf des Bescheides musst Du die abschließende EKS eingesendet haben, welche die Tatsächlichen ein und ausgaben darstellt.
 

musiker01

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Von Musiker zu Musiker:

vergiss es einfach! Die Branche ist sowas von tot!!!

Obwohl ich mit mehreren internationalen Top-Künstlern aufgetreten bin und Studio-Recordings gemacht habe, kann ich -als Gitarrist- keinen müden EUR mehr verdienen. Selbst eine Band habe ich aktuell seit längerem nicht mehr.

Die Branche ist so schnellebig und dank MP3+Internet so kaputt....... da verdienen ja selbst die meisten "Stars" schon kaum noch was bis nichts mehr (überleg mal, wie oft man irgendwo liest oder hört "Star xy ist Pleite).

Selbst wenn Du jetzt über die Runden kommst................. wie willst Du mit "nicht Mainstream" die nächsten 20-30 Jahre überstehen?

Ich hatte das Glück (oder auch Pech -je nach sichtweise-), gerade noch hauptberuflicher Musiker zu werden in der "guten alten Zeit" Mitte der 90er Jahre. Da hat man echt noch -auch und gerade als Tanzmusiker- sehr gut verdient.

Hätte ich mich nicht neben der Gitarre auch schon damals fürs DJing interessiert wäre ich heute schon lange "weg vom Fenster". DJ mach ich heute fast ausschließlich.

Und trotzdem hab ich eine Insolvenz hinter mir und insgesamt mehrere Jahre ALGII.

Heute hab ich zwar wieder -in einem speziellen Bereich- genug DJ-Aufträge, um ohne ARGE klarzukommen, aber ich glaube nicht, das das mich über die nächsten 20+Jahre bringt, die ich noch bis zur Rente habe :icon_kinn:. Ich glaub noch nicht mal, das mich das über die nächsten 1-2 Jahre bringt...................... und das, obwohl ich in meinem Bereich derzeit der beliebteste (lt. einschlägigen Foren) DJ bin.

Aber es gibt heutzutage leider zuviele "Kollegen", die sich eine komplette Nacht von locker 12+ Std. für 50 EUR :icon_eek: um die Ohren schlagen :icon_neutral:

Also mein Rat: lass es lieber und mach was vernünftiges!

Achso: und Agenturen.............. da könnt ich ganze Bücher drüber schreiben........................ Selbst ist der Mann!

Viele Grüße

P.S.: Rounddancer, Dein "Micha" (hab mal die Website besucht) ist echt cool: kann weder Singen noch (Gitarre)spielen -ist ja noch nicht mal n Kabel eingesteckt :icon_party: - aber anscheinend kann er ja davon leben :icon_daumen: Muss erst mal einer Nachmachen.................
 
R

Rounddancer

Gast
P.S.: Rounddancer, Dein "Micha" (hab mal die Website besucht) ist echt cool: kann weder Singen noch (Gitarre)spielen -ist ja noch nicht mal n Kabel eingesteckt :icon_party: - aber anscheinend kann er ja davon leben :icon_daumen: Muss erst mal einer Nachmachen.................
Da, wo ich ihn öfter spielen sehe, da spielt er Keyboard und singt. und die Leute tanzen eifrig dazu.

Er ist nicht wie z.B. der ältere Alleinunterhalter, der immer mal wieder für die AMSEL in Bietigheim zum Tanz spielt,- indem er ein Keyboard bedient,- hinter dem versteckt aber zwei CD-Spieler sitzen (die dann in Wirklichkeit die Musik liefern).
Nein, Micha spielt richtig.
 

Mollmops

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Aber es gibt heutzutage leider zuviele "Kollegen", die sich eine komplette Nacht von locker 12+ Std. für 50 EUR :icon_eek: um die Ohren schlagen :icon_neutral:
Das sind wahrscheinlich die, die auf ibääh-Kleinanzeigen anonncieren. Dort gibt es nur sinnlose und spammige Anzeigen. Hallo, lobpreiset mich, ich habe 20 EUR eingenommen. Wenn ich daran denke, Ende der 1990er hatten wir für einen Top-DJ noch 6.000 DM hingelegt.
 

The_Vulcan

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Das sind wahrscheinlich die, die auf ibääh-Kleinanzeigen anonncieren.
Nanana, ich werde da auch noch annoncieren ;)

Ist halt die Frage wie man Annonciert. Was ich da schon alles gesehen habe.. manches ist echt peinlich.

Aber als Selbständiger muss man halt möglichst viele Mittel der Vermarktung wählen.
 

Mollmops

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Ist halt die Frage wie man Annonciert. Was ich da schon alles gesehen habe.. manches ist echt peinlich.
Nach einigen Monaten bin ich für mich zu dem Ergebnis gekommen, dass man darüber weder gute Aufträge akquirieren kann noch geeignete Kooperationspartner findet. Eingehende Antworten waren unter aller Sau. Es ist okay, wenn jemand seinen Vornamen nicht angeben möchte (obwohl - ich muss als Gewerbeanbieter mein vollständiges Impressum veröffentlichen, da kann ich von einem Anwärter doch den Vornamen erwarten), aber ein dezenter Hinweis darauf, ob mich Frau Kühn oder Herr Kühn anschreibt, wäre schon nett. Keine Anrede, keine Grußformel, ein einzelner Satz - Netiquette scheint vollkommen out zu sein. Annonciere ich in einem Stadtportal oder der Pinnwand einer Tageszeitung, sind die Antworten ganz andere, am Niveau gemessen. Für mich nie wieder Ibäh-Kleinanzeigen (ich liebe es, wenn die vier Buchstaben gleich vollautomatisch in fünf umgewandelt werden :icon_smile: ).
 

The_Vulcan

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Ich habe es mir auch zur Angewohnheit gemacht bei anzeigen da im Text Botschaften zu platzieren... wenn diese ignoriert werden reagiere ich auf antworten nicht, sind in 90% der Fälle Spam-versuche an die eMail Adresse zu kommen. Echt irre.
 

alpha

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Bin auch "Musiker"..... aber nur per Hobby und derzeit ist es stillgelegt aus Zeit - und Musemangel. Ich hatte früher mal ein paar Dollar bei MP3.com verdient ausserdem ein paar Euro bei last.fm. Dann war ich mal auf einem Sampler drauf, da gabs aber nur 3 CDs dieses Samplers sowie noch 2 weitere Alben aus dem Labelprogramm (also Sachlohn sozusagen) :icon_smile:

Werd wohl mal ein paar der alten Stücke nochmal aufgreifen, verdienen kann man heute damit nix, aber Spaß sollte Musik zumindest machen.
 

Leaschim

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Das Alg-II geht im Grunde weiter, wenn Du Dich selbstständig machst.
Natürlich mußt Du den Beginn Deiner Selbstständigkeit sowohl dem Fi-Amt, als auch Deinem JobCenter melden.

Allerdings mußt Du dann bei jedem Alg-II-Weiterbewilligungsantrag zwei Anlagen mehr ausfüllen, einmal mit dem Antrag die "vorausschauende" Anlage EKS,
und dann, kurze Zeit nach Ablauf des alten Bewilligungszeitraumes, die abschließende Anlage EKS. EKS bedeutet "Einkommen Selbstständiger".

In der vorausschauenden Anlage EKS gibst Du für den aktuellen, und sechs weitere Monate an, wieviel Einkommen, aber auch wieviel Kosten Du in dem Zeitaum absehbar haben wirst.
Also im Zweifel lieber weniger oder nix,- denn wasimmer Du da an Einnahmen angebist,- kann Dir schon im kommenden Weiterbewilligungsabschnitt abgezogen werden. Nimmst Du dann aber weniger ein, als angegeben, dann mußt Du sechs Monate warten, bis Du das dann wiederbekommst.

So hab ich letzten Monat meine vorausschauende EKS mit null Einkommen abgegeben, weil ich nicht absehen kann, wieviel hereinkommen wird, und nur die Kosten angegeben, die ich sicher haben werde,- bei mir sind das 40 Euro pro Monat.

So Mitte Mai werde ich dann die abschließende EKS für November '11 bis April '12 abgeben,- mit allen Einnahmen und allen Kosten, die ich in diesem letzten Abrechnungszeitraum hatte.

Und so geht das weiter.

Als Künstler mit Alg-II kannst Du Dich auch auf die "Tatort-Kommisar-Regelung" berufen, beim JobCenter.
Die gibt es, weil z.B. "Tatort"-Kommisar-spielende Schauspieler ja oft in Alg-II sind, und dann so ein, zweimal im Jahr einen "Tatort" drehen müssen. In der Zeit melden sie sich temporär vom Alg-II ab,- kassieren ihre Gagen, und sind dann, nach Drehschluß, wieder in Alg-II.

Aber es gibt auch Künstler-Kollegen, die es aus Alg-II heraus geschafft haben, rentabel selbstständig zu werden und zu bleiben.
Einer davon ist "Micha", der Mann eines Mitglieds des 50plus-Portals, dessen Stuttgarter Regionalgruppe ich zusammen mit einem Kollegen leite.
"Micha", der früher u.a. mit der Wolle Kriwanek-Band spielte, war im Hauptberuf Sozialarbeiter in einem Jugendheim (FEH). Das Heim wurde geschlossen,- nicht, weil es nimmer genug Jugendliche gegeben hätte, sondern um Geld einzusparen.
Egal. Jedenfalls war "Micha" dann erwerbslos, mit 50plus auch nicht wirklich prickelnd. Er besann sich seiner alten Liebe zur Musik,
machte sich als Alleinunterhalter selbstständig und bespielt nun im Raum Stuttgart und am Bodensee regelmäßig Gaststätten, Biergärten, und dazu kann er für Feste, Auftritte, Hochzeiten, etc. gebucht werden und wird es auch. Immer dabei seine Frau, die tanzt mit und dokumentiert auf Foto und Film. Klar, daß "Micha" eine gute, aktuelle Webseite mit Ausschnitten, Terminen, etc. hat.
Michas-Musi
Kannst ja mal nach seinen Erfahrungen fragen,- wie er es schaffte, aus der Erwerbslosigkeit mit der Musik rauszukommen. Grüß ihn bitte vom Heinz von Feierabend ...
Hallo, Rounddancer! Ich, ganz neu hier, ansonsten aber fast 58 und mit ALG-II gesegnet,
bin leider spieltechnisch auf der Gitarre noch nicht so gut wie der von Dir erwähnte MICHA. Das hindert mich aber trotz allem nicht daran, mich ebenfalls nur und ausschließlich als Musiker, wohl erst einmal als Straßenmusiker durchschlagen zu wollen.
Darum finde ich Deinen Beitrag auch für mich so außerordentlich interessant und wichtig.
Ich habe mir im März 2009 eine Gitarre gekauft mit der Absicht, mir so bald wie möglich meinen Flower-Power-Traum nun endlich zu verwirklichen. Früher hatte ich schon mal eine Klampfe, aber keine Ahnung, nie wirklich geübt und auch keine Traute, mich öffentlich zu produzieren. Das hat sich geändert. Ich traue mich und übe, von Tag zu Tag besessener, werde besser und besser, und habe auch schon in meiner nicht kleinen Stadt ab und an ganz gut verdient; denn was ich zur Zeit technisch noch nicht kann, mache ich mit Feeling und Leidenschaft wett. Ich singe gut und das, was mir aus der Seele spricht. Zudem bin ich jetzt an einem Punkt angelangt, wo ich, nach dreieinhalb Jahren Üben, merke, dass ich langsam doch ein Gitarrist werde, dass ich es bin, der mit den Saiten spielt und nicht umgekehrt. Das macht schon Spaß. Und weil ich insgesamt ein sehr jugendlicher, täglich Sport und Tao Yoga treibender Mensch bin, der das auch bis ans Ende seiner Tage bleiben will, will ich auch die Musik oder als Musiker bis dorthin mein musikalisches Wesen treiben; denn was ich mache, ist nicht einfach nur Musik, um Geld zu verdienen, sondern eine Lebenseinstellung, einen immer vorhandenen, aber nie verwirklichten Traum zu realisieren, zu leben.
Natürlich brauche auch ich Geld zum Leben. Darum und weil ich am Mittwoch, dem 10. Oktober 2012 ins Jobcenter zu einer mir noch unbekannten Fallmanagerin muss, möchte ich hier noch einmal nachfragen, ob es tatsächlich möglich ist, sich neben dem ALG-II als Musiker/Straßenmusiker selbstständig zu machen. Ist es möglich? Irgendwie hatte ich das nämlich bei meiner früheren Fallmanagerin schon einmal angesprochen, aber keine entsprechenden Signale erhalten. Allerdings schien sie es auch nicht so recht zu wissen und ich selbst habe da nicht so nachgehakt, weil es eben noch nicht wirklich aktuell war. Inzwischen aber übe ich täglich vier bis sechs Stunden Gitarre, baue ein Repertoire auf, mit dem ich sicher auf der Straße bestehen kann. Jetzt also würde es aktuell sein können, obwohl ich lieber noch bis Juni 2013 warten würde. Müsste es aber sein, um irgendwelche "Zumutbarkeiten" abzuwenden, würde ich es tun, wenn es eben möglich wäre.
Ich bekomme neben dem ALG-II noch die sogenannte Stasi-Opferrente von monatlich 250,00 Euro. Damit ist es mindestens finanziell etwas leichter.
Meine konkrete Frage lautet also, ob ich einen Anspruch darauf habe, statt in in irgend eine sinnlose Maßnahme vermittelt zu werden, mich nebenher, quasi als privater Ein-Mann-Ein-Euro-Jobber, als Straßenmusiker/Musiker selbstständig zu machen, in irgend einer Form eben?

Ich bedanke mich vorab schon mal für die Antwort, Antworten und entschuldige mich für die Zumutung dieses langen und hier und da vielleicht etwas ausschweifenden Textes!

Leaschim
 

Piedro

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Meine konkrete Frage lautet also, ob ich einen Anspruch darauf habe, statt in in irgend eine sinnlose Maßnahme vermittelt zu werden, mich nebenher, quasi als privater Ein-Mann-Ein-Euro-Jobber, als Straßenmusiker/Musiker selbstständig zu machen, in irgend einer Form eben?

Ich bedanke mich vorab schon mal für die Antwort, Antworten und entschuldige mich für die Zumutung dieses langen und hier und da vielleicht etwas ausschweifenden Textes!

Leaschim
wer sollte dich daran hindern? melde ein nebengewerbe an. geh auf die strasse. führe buch und teile dem jc deine einnahmen mit.

wenn die sache läuft, kannst du dich als künstler sozialversichern und guat is.

bis dahin wirst du latürnich bereit sein, dich vermitteln zu lassen, du wirst brav jobs suchen und das nachweisen. und wenn die auf die idee kommen, du brauchst ein coaching - wird da vermutlich kein guitarrenlehrer am start sein. :biggrin:

eine geförderte selbstständigkeit als strassenmusiker kannst du mit sicherheit vergessen. brauchst du ja eh nicht, wenn der rubel erst mal rollt. :biggrin:

aber lass dich bloss nicht in die kartei der hartz-künstler aufnehmen... die haben sowas, als vermittlung getarnt... weia!
 
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